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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neurologie intellektuell am anspruchsvollsten



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Thomas24
04.04.2013, 21:51
Im Prinzip ist es da ähnlich wie in der Augenheilkunde. Mich hat an dem Fach ja immer gereizt (und tut es immer noch), dass bei der Diagnose die eigenen Sinne entscheidend sind und nicht irgendwelche Laborzettel etc. Aber auch da hat z.B. das OCT in den letzten Jahren natürlich so einiges an diagnostischen Fähigkeiten abgenommen. Ich bin jedenfalls sehr froh, zu einer Zeit angefangen zu haben, wo noch nicht für jeden Pups das OCT angeschmissen werden konnte und ich noch wirklich lernen musste, mit Lupe und eigenen Augen eine Makula richtig zu beurteilen. Dennoch bin ich sehr dankbar für diese technische Errungenschaft ;-)

Ja, als "damals" das OCT Einzug hielt, nannten mein Kumpel und ich die Zauberkiste nur die Angio(er)sparkiste- aber unsere Youngsters aber wachsen schon mit OCT/HRT etc. auf, und wer weiss, wie die übernächste Generation der Phakooperateure arbeiten wird ("Wie? Rhexis mit ner gebogenen Nadel? Das macht doch der Femtosekundenlaser für mich...):-wow

blackcat86
05.04.2013, 19:56
Das mit den cCTs ist glaube ich der Tatsache geschuldet, dass die Symptomatik zwar Rückschlüsse auf die Lokalisation zulässt, allerdings nicht die Art der Pathologie - ob hämorrhagisch, ischämisch oder Tumor ist aber für die Therapie ein sehr entscheidender Unterschied. Besonders in der hinteren Schädelgrube kann eine Metastase auch einmal ein akuter Notfall sein - theoretisch alles möglich, und vermutlich hat man in dem Bereich auch wenig Zeit sich zu entscheiden. Kardiologen richten sich ja auch nach EKG und Labor, also "Maschinenuntersuchungen", bevor sie jemanden in die Coro schieben. Deshalb ist ein Fach nicht mehr oder weniger intellektuell - ich glaube diese Frage hängt vor allem davon ab, wie hoch man die Messlatte bei sich selbst legt. Theoretisch kann man alles akademisch betreiben, auch diese Navigation bei Knie-TEPs oder Traumaimmunologie bei den Unfallchirurgen ist sicher nicht trivial. Je spezialisierter die Medizin wird, je weniger ein Fachgebiet über das andere weiß, desto akademischer wird zwangsläufig jeder Fachbereich irgendwann für die anderen sein, und irgendwann stellt man für jeden Mist nur noch Konsile aus.

Moorhühnchen
05.04.2013, 20:12
Ich habe den hier (http://de.shop.doccheck.com/Klinik/Reflexhaemmer/KaWe-Colorflex-Reflexhammer.html) Ich hatte den in einer Famulatur mal ausgeliehen und fand den auch gut, warum ich ihn mir später nicht gekauft hatte, weiß ich gar nicht mehr... :-nix

Naja, mit meiner Migräne hätte ich dann ja doch ganz gut in die Neuro gepaßt, aber irgendwie gefällt's mir bei meinen kaffeetrinkenden Kollegen besser! :-D

Okay... ich seh grad - ein paar Tage zu spät.... :-blush

Feuerblick
05.04.2013, 21:02
Kann sich bitte mal einer der Mods/Admins erbarmen und ein "l" an das "intellektuel" im Titel anhängen?
Besser so?

Brutus
05.04.2013, 21:13
ÖY! Das war intellektuell bestimmt gewollt und als Statement zu sehen! :-))
So ein Intellektüller und Hochanspruchsvoller würde sich doch nicht an simpler Rechtschreibung aufhängen... :-nix

Feuerblick
05.04.2013, 21:15
Tscha... ich als Schamanin empfinde fehlerhafte Orthographie aber als augenbeleidigend :-))

Relaxometrie
05.04.2013, 21:47
Besser so?
Yepp, danke :-)
Ich bin ja nun wirklich nicht frei von Rechtschreibe-, Komma-, oder Ausdrucksfehlern. Innerhalb eines Postings kann ich Fehler auch mal ignorieren, aber ein derartig verunstalteter Titel ist irgendwie schräg.

Bandwurm
05.04.2013, 22:51
Also ich finde den MDK intellektuell am erstaunlichsten. Was die alles herausfinden was man verkehrt gemacht hat, was die Patienten wirklich haben und wie schnell man die Patienten wieder entlassen könnte, wenn man nur ordentlich therapiert, übersteigt bis heute meine geistige Kapazität.

Kackbratze
05.04.2013, 22:56
Deswegen bist Du ja auch nicht beim MDK... ;-)

Relaxometrie
05.04.2013, 23:01
Ich fühle mich gerade sehr schlecht und spießig, daß ich eine Rechtschreibkorrektur angefordert habe. Könnte bitte jemand wieder irgendeins der 4 "l"s im zweiten Wort des Titels streichen :-D

anignu
05.04.2013, 23:49
Also ich finde den MDK intellektuell am erstaunlichsten. Was die alles herausfinden was man verkehrt gemacht hat, was die Patienten wirklich haben und wie schnell man die Patienten wieder entlassen könnte, wenn man nur ordentlich therapiert, übersteigt bis heute meine geistige Kapazität.

Ja, MDK ist wahrscheinlich wirklich intelektuel (mit 2 "l" besser?) herausfordernd. Ohne Patienten selbst zu behandeln, denen die behandeln erklären wie es geht.
Regt mich genauso auf wie Internisten oder Radiologen die dem Chirurgen die OP-Indikationen erklären. Oder noch besser dem Patienten und dann darf man mit dem als Chirurg diskutieren warum man nun doch nicht operiert oder eben warum schon obwohl der Internist...

John Silver
07.04.2013, 22:51
Das mit den cCTs ist glaube ich der Tatsache geschuldet, dass die Symptomatik zwar Rückschlüsse auf die Lokalisation zulässt, allerdings nicht die Art der Pathologie - ob hämorrhagisch, ischämisch oder Tumor ist aber für die Therapie ein sehr entscheidender Unterschied. Besonders in der hinteren Schädelgrube kann eine Metastase auch einmal ein akuter Notfall sein - theoretisch alles möglich, und vermutlich hat man in dem Bereich auch wenig Zeit sich zu entscheiden. Kardiologen richten sich ja auch nach EKG und Labor, also "Maschinenuntersuchungen", bevor sie jemanden in die Coro schieben. Deshalb ist ein Fach nicht mehr oder weniger intellektuell - ich glaube diese Frage hängt vor allem davon ab, wie hoch man die Messlatte bei sich selbst legt. Theoretisch kann man alles akademisch betreiben, auch diese Navigation bei Knie-TEPs oder Traumaimmunologie bei den Unfallchirurgen ist sicher nicht trivial. Je spezialisierter die Medizin wird, je weniger ein Fachgebiet über das andere weiß, desto akademischer wird zwangsläufig jeder Fachbereich irgendwann für die anderen sein, und irgendwann stellt man für jeden Mist nur noch Konsile aus.

Das mag alles sein. Aber für mich, zurückgebliebenen Chirurgen, besteht die Evaluation des Patienten in erster Linie aus einer gescheiten Anamnese und einer wenigstens halbwegs gekonnten körperlichen Untersuchung. Apparative Diagnostik wird lediglich unterstützend zur Abklärung einer anhand der klinischen Beurteilung gestellten Verdachtsdiagose verwendet. Wenn jedoch Kollegen, die sich für die intellektuelle Krone der medizinischen Schöpfung halten, ein CT oder MRT haben wollen, ohne den Patienten auch nur anzusehen, sind das für mich, zurückgebliebenen ungehobelten Chirurgen, Pfeifen und nun wirklich keine intellektuellen Leuchten.

Hellequin
07.04.2013, 23:17
@John Silver: Mal ganz ehrlich, wenn du im Real Life auch nur halb so arrogant auftrittst wie hier im Forum wundert es mich kein bißchen das es Kollegen gibt, die versuchen Kontaktzeiten zu dir auf ein Minimum zu begrenzen.:-D

psycho1899
08.04.2013, 07:29
Das mag alles sein. Aber für mich, zurückgebliebenen Chirurgen, besteht die Evaluation des Patienten in erster Linie aus einer gescheiten Anamnese und einer wenigstens halbwegs gekonnten körperlichen Untersuchung. Apparative Diagnostik wird lediglich unterstützend zur Abklärung einer anhand der klinischen Beurteilung gestellten Verdachtsdiagose verwendet. Wenn jedoch Kollegen, die sich für die intellektuelle Krone der medizinischen Schöpfung halten, ein CT oder MRT haben wollen, ohne den Patienten auch nur anzusehen, sind das für mich, zurückgebliebenen ungehobelten Chirurgen, Pfeifen und nun wirklich keine intellektuellen Leuchten.

Wahrscheinlich sind Deine Angaben im Konsil so exakt und erschöpfend, dass eine weitere Anamnese oder klinische Untersuchung sich erübrigt ;-)

Per se hast Du Recht... in der Notfallversorgung ist es jedoch häufig sinnvoll, wenn man anhand der Fragestellung die hochwahrscheinliche Notwendigkeit einer cerebralen Bildgebung antizipieren kann, diese vorab zu empfehlen, gerade wenn man beispielsweise in der ZNA auf absehbarer Zeit noch gebunden ist. Aber ich gebe zu, dass einige meiner Kollegen (gerade jüngere) es auch manchmal ad Absurdum geführt haben.

Bei der schneidenden Zunft, insb. den UCHlern, habe ich jedoch in 5,5 J Neurologie eine extrem hohe Anzahl an nicht indizierten Notfallkonsilen mit unspezif. Fragestellung, die auf mangelnde Anamnese/Untersuchung des Patienten zurückzuführen war, feststellen müssen. Auch immer wieder gerne gesehen, wenn man auf Station eintrifft, die Akte zur Hand nimmt und zwischen 3-4 wild ins Blaue geschossenen Konsilen sowie Aufklärungen für OPs keinen gescheiten Aufnahmebogen mit Anamnese und körperlicher Untersuchung vorfindet. Bevor man eine fremde Fachdisziplin dazu bittet, soll man sich gefälligst selbst ein Bild vom Patienten gemacht haben. Das habe ich bei den Internisten beispielsweise deutlich seltener gesehen. Dort hat mich nur deren Automatismus: "unklares Fieber, U-Status und Rö Th unauffällig, bitte LP z.A. Meningitis genervt" :-D

John Silver
08.04.2013, 16:18
@Hellequin: Erstens sollen sie nicht zu mir Kontakt suchen, sondern zum Patienten. Und zweitens heul doch.

Hellequin
08.04.2013, 16:20
Und zweitens heul doch.
Leute wie du bringen mich allerhöchstens zum lachen.:-))

Leelaacoo
08.04.2013, 19:35
Das habe ich bei den Internisten beispielsweise deutlich seltener gesehen. Dort hat mich nur deren Automatismus: "unklares Fieber, U-Status und Rö Th unauffällig, bitte LP z.A. Meningitis genervt" :-D

Da würde ich mich als Internist aber echt schämen...das macht man nun wirklich selbst...ich frage höchstens mal auf kurzem Dienstweg, obs noch was besoderes sein soll (irgenwelche mir nicht bekannten neuen AK bei GBS/CIDP was weiß ich...). Aber Internisten, die keine LP können? Wo gibts das denn?

LG Lee (übrigens war der Grund für die Aufgabe miener eigentlich popeligen statistischen chirurgischen Dr-Arbeit damals der in 80% NICHT vorhandene Anamnese- und Aufnahmebogen in den Akten...oder er war vorhanden, aber blanko ;-) )

LasseReinböng
08.04.2013, 19:46
Aber Internisten, die keine LP können? Wo gibts das denn?


Auf meiner ehemaligen Station wurden immer die Neuros dafür gerufen, weil es von den Internisten keiner gut konnte.

Leelaacoo
08.04.2013, 19:49
Tja, so lernt man es ja auch nicht ;-) (allein was die Onkos bei uns an LPs haben...und intrathekale Gaben etc., da kann man doch nicht immer die Neuros rufen:-nix )...ok, sorry, off topic...daher

LG Lee

SuperSonic
08.04.2013, 19:49
Aber Internisten, die keine LP können? Wo gibts das denn?
Ich habe noch keinen Internisten gesehen, der lumbalpunktiert. :-nix Einmal habe ich erlebt, dass der Innere-Assi dafür einen Neurologie-Assi geholt hat. Ich hoffe mal, dass mir das jemand im Rahmen der Innere-WB zeigen wird, der's (gut) kann.