Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : NEF-Einsatz: Stichverletzung
MissGarfield83
13.09.2013, 11:40
10 Ampullen kosten 130 EUR ;)
echt? okay dann hat man mir was falsches erzählt^^ dann ziehe ich mein argument zurück.
Merlins Erbe
13.09.2013, 22:36
Ich denke auch, daß man wirklich gucken muß, draußen nicht zuviel rumzuhampeln. Wir sind ja nun doch beim Trauma wieder etwas vom langen präklinischen "stay and play" weggekommen, hin zu einer schnellen Einlieferung. Wenn wir jetzt draußen Sono machen, wird sich die präklinische Zeit wieder verlängern. Und in der Streßphase auch noch nen Sonobefund zu erheben... Das glaubt einem im Schockraum meist eh keiner.
Sebastian1
13.09.2013, 22:55
ich hab das Gefühl dass halt gegen etwas wie das Sono auf dem Auto doch mehr ideologisch als begründet argumentiert wird.Diverse Argumente, die zT auch schon genannt wurden:
1. Unterschiedliche Ausbildung der Notärzte. Sonografie ist nicht "mal eben" erlernt, und wenn du ein fremdes Haus anfährst, dann weiss im Zweifelsfall das Schockraumteam nicht, ob du nicht mal weisst, ob du den Schallkopf richtig rum gehalten hast oder ob du DEGUM-Standard III erfüllst....und wiederholen die Untersuchung eh -> keine Zeitersparnis
2. Mangelnde präklinische Untersuchungsbedigungen: wenig Zeit, wackeln während der Fahrt, Lichtverhältnisse unbrauchbar, (Qualität des Sonogerätes?)
3. Zeitverlust durch umlasten des Sonogerätes von NEF auf RTW
4. fehlende Handlungskonsequenz: In der Mehrzahl der Fälle dürfte auf die Diagnostik keine präklinische (!) Maßnahme erfolgen. Dann kann ich das auch innerklinisch machen. Ausnahmen sind Raritäten (Perikardtamponade, wobei ich mich da auch frage, wieviel % der NÄ da eine ausserklinische Perikardpunktion durchführen können) oder können Alternativ diagnostiziert werden (Spannungspneu zB aus der Konstellation Klinik, Traumamechanismus und Untersuchungsbefunde).
Mal ehrlich, was macht denn der NA mit der Information, dass es eine Nierenverletzung oder Milzruptur gibt? Nix kausales. Und die symptomatische Behandlung ergibt sich. Und innerklinisch folgen ohnehin FAST/Traumspirale, was deine Untersuchung doppelt. Also wieder nur Zeitverlust.
Meiner Meinung nach steht das in keinem sinnvollen Kosten/Nutzen-Verhältnis und man muss auch hinterfragen, wieviele Patienten relevant später in der Klinik ankämen, wenn der NA zugunsten besserer Schallbedingungen "stay and play" betreibt.
(Und ich bin ausgesprochener Fan der innerklinischen Sonografie).
Ich sehe den Nutzen des Sonos präklinisch ebenfalls extrem limitiert, beim Trauma ganz besonders und im beschriebenen Fall vollkommen unrealistisch.
MissGarfield, du schreibst doch selbst, dass FAST im Schockraum nochmals wiederholt wird?!?!?
Wäre es bei einer Fahrtzeit von 7 Minuten und einem instabilen Patienten im Schock in dieser Zeit nicht sinnvoller, einmal mehr auf Vitalparameter zu achten und gegebenenfalls Arterenolboli zu geben, als dem aufnehmenden Arzt (Bis man ihn denn endlich am Telefon hat) mitteilen zu können, dass da fraglich Flüssigkeit um die Leber ist?
Man kann ja prinzipiell viel spielen draussen, aber man sollte sich immer fragen mit welcher Konsequenz und da sagen alle mit Erfahrung hier: es gibt präklinisch keine Konsequenz, die heroische Perikardpunktion (die kaum einer wirklich kann) mal aussen vor gelassen. Ausserdem muss man den Zeitverlust beachten, jede Spielerei birgt die Gefahr des Zeitverlustes. Zum Schluss sei noch die Kosten/Nutzen Rechnung aufgemacht, ich glaube die Verlastung von Sonogeräten dürfte auch wirtschaftlich in keinem Verhältnis zum Benefit stehen. Ich sehe das Sono im RD auch als Spielerei ohne Mehrwert, obwohl ich gerne schalle.
Naja, bei einem stumpfen Bauchtrauma ist es doch schon nett zu wissen, ob es freie Flüssigkeit gibt oder nicht. Falls ja, sollte der Transport ins Krankenhaus umso schneller erfolgen :-D
Sebastian1
15.09.2013, 17:06
"Nett" ergibt aber keine präklinische Handlungskonsequenz.
@Lava; Nochmal, was genau ändert das an Deinem präklinischem (!)Vorgehen, zumal: da wo gerade jetzt keine Flüssigkeit ist kann 10 min später schon welche sein. Auch würde der aufnehmende Arzt sich wohl nicht drauf verlassen können wenn der NA kommt und freudestrahlend erklärt er habe im wackeligen RTW ausschliessen können, das freie Flüssigkeit da ist.
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