Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : DER Wein-Experten-Thread ;o)
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Feuerblick
10.03.2015, 22:29
Der war in der Tat sehr lecker :-)
Flemingulus
30.03.2015, 16:21
Funkel und ich genossen im Urlaub einen herrlichen Federspiel Riesling aus der Wachau ....
Sehr schöne Weinlandschaft mit feinen Weinen... v. a. Veltliner & Riesling in den Gewichtsklassen Steinfeder (leichter Terassenwein, herrlich gut gekühlt zum Picknick), Federspiel (Mittelgewichtig, Allrounder sowohl zum Sologenuss als auch als Speisebegleitung) und Smaragd (Barocke Wuchtbrumme, haut einen glatt aus den Schuhen, nicht mit subtilen Speisen kombinieren, im Hochsommer lieber vermeiden ;-) ).
Und hier noch ein Weinpärchen vom rechten Ufer...
1988er Bel-Air-Ouy, St. Emilion Grand Cru
St. Emilion ist ein Teilgebiet von Bordeaux. Zusammen mit einigen anderen Appellationen (z. B. Pomerol, Fronsac, Cotes de Castillon) werden St. Emilions häufig mit dem Schlagwort "rechtes Ufer" bedacht, was sich auf das rechte Ufer der Dordogne (bzw. Gironde) bezieht und im Gegensatz zu den Weinen vom "linken Ufer" steht, den klassischen Haut-Médoc-Weinen z. B. aus Pauillac, St. Julien oder St. Estephe. Dieser geographischen Einteilung entspricht auch eine Unterscheidung im Weinrezept und –stil: das "linke Ufer" produziert duftige, etwas herbere, sehnigere, von Cabernet Sauvignon dominierte Weine, das "rechte Ufer" hält sich an Merlot und Cabernet Franc und erzeugt fleischigere und weichere Tropfen. Sehr grob vereinfacht ist das linke Ufer etwas für den intellektuelleren und das rechte für den sinnenfroheren Genießer. Der Klimawandel hat diese Unterschiede allerdings etwas eingeebnet. Der verkostete Wein kommt aus einem sehr guten Jahrgang von einem damals in der mittleren Mittelklasse angesiedelten Erzeuger. Die Lagerung erfolgte für über 20 Jahre in einem Privatkeller unter so-lala-Bedingungen: Positiv war die dunkle, erschütterungsfreie und liegende Lagerung bei ausreichender Luftfeuchtigkeit und geringen Tag-Nacht-Temperaturschwankungen, ungünstig mutet die unmittelbare Nachbarschaft eines Heizöltanks an und ein nicht ganz geringer jahreszeitlicher Temperaturwechsel (im Winter ca. 8 Grad, im Sommer ca. 20 Grad). Die Erwartungen an den Flascheninhalt waren gedämpft.
Verkostung:
Sehr guter Füllstand bis fast in den Hals. Die Flasche war einige Wochen vor der Verkostung in stehende Position verbracht worden, so dass jegliches Sediment sich am Flaschenboden versammelt hatte. Der Korken ließ sich am Stück entfernen und war ohne Fehl und Tadel. Da mit einem eher fragilen Wein zu rechnen war, wurde aufs Dekantieren verzichtet und die Flasche mittels eines Weinkorbs in Schräglage gebracht, so dass das Sediment beim Ausgießen nur minimal aufwirbelt wurde und ein Großteil des Weins ohne Partikelbeimengung genossen werden konnte (es blieb ca. 1 Glas trüber Wein in der Flasche). Der Wein erwies sich als überaus genussstiftend. Dabei sind diese Zeilen zugleich ein Abgesang auf eine untergegangene Epoche, als der Klimawandel im Bordelais noch nicht spürbar war. Nicht besonders tiefes aber sehr gesundes leuchtendes Rot, nur ganz zum Rand hin etwas teakholzartige Bräunlichkeit. Im Geruch angenehm frische, krautige Noten von grünem Holz und zerriebenen Johannisbeer-Blättern, ein Hauch von alter Zigarre und Herbstlaub, alles überlagert von unbestimmten beerigen Noten. Am Gaumen trotz sehr moderatem Extrakt- und niedrigem Alkoholgehalt (12,0 %!) recht temperamentvoll und vollmundig. Sehr reife, feinkörnige Tannine (1988 galt als recht tanninbetonter Jahrgang), dabei kein bisschen Altersmüde. Was dem Wein insgesamt vielleicht etwas an Tiefe fehlte, machte er mit einer irgendwie "rotbackigen" Gutgelauntheit mehr als wett. Schöne Überraschung! :-) 17,5/20 FP
2003er Moulin Haut-Laroque, Fronsac
Fronsac ist auch dem "rechten Ufer" zuzuordnen (vgl. oben) und erst seit Ende der 80er Jahre in die erste Liga der Bordeaux-Weine aufgestiegen (ohne bisher Kontakt zu den UEFA-Plätzen zu haben). Sehr solide, wenn auch nicht immer aufregende Weine mit einer kraftvollen Erdigkeit und (für das Bordelais) ganz okayem Preis-Leistungs-Verhältnis. Der entkorkte Wein kommt von einem der besten Weingüter der Appellation aus einem sehr heißen , aber nicht als besonders haltbar angesehenen Jahrgang.
Verkostung:
Im Gegensatz zum Bel-Air Ouy schon eine ganz andere Alkoholliga: 14,5 %. Willkommen also in der Jetztzeit. Der einstmals schlanke Bordeaux macht im Alkohol längst den schweren Weinen aus Chateauneuf-du-Pape oder der Übersee Konkurrenz. Wein wurde dekantiert und direkt serviert, dann über ca. 3 Stunden hinweg gesüffelt. Im Glas tiefes Schwarzrot, zum Rand leicht aufgehellt aber ohne jede Spur von Bräunlichkeit. In der Nase dunkler Beerensaft und getrocknete Pflaume, am Gaumen macht sich der Alkohol feurig bemerkbar, dazu recht süß mit weichen Tanninen und ganz ordentlicher Bitternote, im Abgang schokoladige Noten und Rumrosine, aber keine süße Klebrigkeit hinterlassend. Macht durchaus Lust auf einen nächsten Schluck. Stilistisch insgesamt schon deutlich auf dem Weg in die neue Welt, ohne aber ins Marmeladige oder Portweinartige zu verfallen. Komplett anderer Stil als der 88er St. Emilion aber auf seine Weise durchaus lecker! 17,5/20
Heerestorte
21.11.2015, 14:57
Flemingulus,
hast du mal einen weniger guten Rotwein in den Mixer geleert und so für 30 Sekunden gemixt?
Wenn nicht, dann mach das mal :-)) Aber den Trick kennst du ja eventuell schon.
Gestern in der Bar meines Vertrauens mal mit dem billigsten Hausweinfusel machen lassen und der Wein hat danach echt viel besser geschmeckt. Hyperdekantieren *gefaelltmir*
Flemingulus
07.12.2015, 15:40
Flemingulus,
hast du mal einen weniger guten Rotwein in den Mixer geleert und so für 30 Sekunden gemixt?
Wenn nicht, dann mach das mal :-)) Aber den Trick kennst du ja eventuell schon.
In unserem Haushalt existiert kein Wein, der diese Behandlung nötig hätte ;-) Falls ich aber je mit einem solchen Erzeugnis konfrontiert würde, zöge ich es vor, den in Frage stehenden "weniger guten" Tropfen (=Urtinktur) in einer hochpotenzierten Form (z. B. D60 in H2O nach HAB) zu mir zu nehmen. Schmeckt dann auch viel besser. :-dafür
Absolute Arrhythmie
07.12.2015, 16:28
Flemingulus,
hast du mal einen weniger guten Rotwein in den Mixer geleert und so für 30 Sekunden gemixt?
Wenn nicht, dann mach das mal :-)) Aber den Trick kennst du ja eventuell schon.
Gestern in der Bar meines Vertrauens mal mit dem billigsten Hausweinfusel machen lassen und der Wein hat danach echt viel besser geschmeckt. Hyperdekantieren *gefaelltmir*
Mein Freund liebäugelt immer damit, den Wein mit nem Milchaufschäumer zu "dekantieren" :-)) Hat sich bisher aber noch nicht getraut das zu probieren, vielleicht muss ich das doch mal experimentell evaluieren!
In unserem Haushalt existiert kein Wein, der diese Behandlung nötig hätte ;-) Falls ich aber je mit einem solchen Erzeugnis konfrontiert würde, zöge ich es vor, den in Frage stehenden "weniger guten" Tropfen (=Urtinktur) in einer hochpotenzierten Form (z. B. D60 in H2O nach HAB) zu mir zu nehmen. Schmeckt dann auch viel besser. :-dafür
Ach, wir waren da letztens auf einer Hochzeit in so langweiligen Ambiente mit schlechtem Essen und noch viel schlechterem Wein, da hätte man das gut ausprobieren können :-))
Das Flemingel lebt, juhu :-top
An die Bordeaux Experten.
Ich würde gerne eine Flasche von einem Zweitwein eines der großen Weingüter verschenken. Ich kenne mich mit Bordeaux kaum aus. Kann mir jemand einen Tipp geben? Bis 100€. Für seriöse Bezugsquellen wäre ich auch dankbar!
Flemingulus
29.12.2015, 21:15
100 Euro ist eine schwierige Haunummer bei Bordeaux-Zweitweinen. Die Zweitweine der ganzganz bekannten Namen sind mittlerweile teurer (außer aus zweifelhaften Jahrgängen). Überlassen wir sie lieber reichen Etikettentrinkern, bei denen Ahnungslosigkeit auf fehlenden Geschmackssinn trifft. Zweitweine der Luxusklasse unterhalb elysischer (?) Gefilde sind wiederum häufig günstiger (soweit man in diesen Preisregionen von günstig reden kann – geschenkt ;-) ).
Hier einmal der Versuch, einigen Bordeauxtrinkertypologien ein paar Weine mit Bezugsquelle zuzuordnen…. sind nicht viele Zweitweine dabei, nur der Clos du Marquis kann als ein echter durchgehen und in einem sehr weitgefassten Sinn sonnt sich der Clerc Milon im Glanz eines größeren Namens, siehe jeweilige Bemerkungen.
Hedonist mit Vorliebe für Killer-Weine:
=> Alkoholbombe mit breiten Flügeln, meist eher vom rechten Ufer
z. B.
2009er Chateau Beausejour-Becot (St. Emilion), 77 EUR bei www.gute-weine.de
Moderner Bordeaux-Trinker mit geschultem Gaumen:
=> ein Wein vom linken Ufer aus einem sehr guten modernen Jahrgang, i. e. aus dem Jahrgangstandem 2009 oder 2010
z. B.
2010er Leoville-Barton (St. Julien), 118 EUR bei www.gute-weine.de , ein Erstwein und was für einer, die Quintessenz eines Bordeaux, "the gentleman's claret"
2010er Rauzan Ségla (Margaux), 124 EUR bei www.gute-weine.de
2010er Chateau Clerc-Milon (Pauillac), 82,50 EUR bei www.gute-weine.de **nicht gerade ein Zweiwein – aber zumindest aus dem Stall von Mouton-Rothschild, eine Art kleiner Cousin**
2009er Clos du Marquis (St. Julien), 64 EUR für 0,75L bzw. 135 EUR für 1,5L bei www.gute-weine.de **Offizieller Zweitwein von Chateau Leoville Las Cas, einem der ganz großen Namen in Bordeaux**
Ein (meist) älteres Semester mit Vorliebe für klassische, gereifte Clarets:
=> ein Bordeaux aus der Ära vor dem Klimawandel mit (rel.) moderatem Alkohol und tadelloser Haltung, schöne Weine ohne Hang zum Spektakulären (daher vom enzyklopädischen global drinker häufig unterschätzt)
z. B.
1996er Chateau Branaire-Ducru (St. Julien), 77 EUR bei www.Alpinawein.de (ja, sind die BMW-Tuner)
1998er Chateau Pavie Decesse (St. Emilion), 99,50 EUR beim selben Anbieter
Schatzjäger mit Risikofreude:
=> Alter Bordeaux mit > 40 Jahren auf dem Buckel
z. B.
1971er Chateau Montrose (St. Estephe), 120 EUR bei www.weinhandlung-draxler.de
Da ich in der Regel unterhalb dieses Preisniveaus bleibe, habe ich nur ein paar wenige genau dieser Weine selbst probiert, andere Jahrgänge der jeweiligen Weingüter kenne ich aber größtenteils und ich habe auch bei allen Bezugsquellen schon eingekauft und jeweils sehr gute Erfahrungen gemacht.
Flemingulus
29.12.2015, 21:16
Wenn es partout ein Zweitwein sein soll, wäre von den genannten schon der Clos du Marquis meine Empfehlung - aber es klemmt da halt etwas beim Preis, Normalflasche zu billig ;-), Magnumflasche zu teuer.... bloß mit Carruades de Lafite, Les Forts de Latour & Co. hauts halt preislich auch nicht hin...
grade diesen Thread hier entdeckt...und gleich mal eine Frage...
Habe in Südafrika total leckeren (französischn...ähem...) Wein getrunken und hätte Lust ihn nachzukaufen...ich finde ihn aber nirgends... :-( Vielleicht hat einer von euch Experten einen Tip...
Thierry & Guy; Chardonnay; 2014; Fat Bastard...
Grüße
Flemingulus
29.12.2015, 22:25
@mainzer
Von meiner Seite leider kein Bezugsquellentipp zu diesem Wein. Kannst Du ihn etwas näher beschreiben? Scheint dem Namen nach eher auf der wuchtigen Seite angesiedelt zu sein, oder? Vielleicht lässt sich was Ähnliches (nebst Bezugsquelle) eruieren?
Sebastian1
29.12.2015, 22:29
Ich liebe diesen Thread. Insbesondere wegen der flemingulösen Bereicherung desselben - da muss ich spontan an ein Wochenende im Oktober denken, da gab's auch sehr leckere Weine :-top
Flemingulus
29.12.2015, 22:44
Ich liebe diesen Thread. Insbesondere wegen der flemingulösen Bereicherung desselben - da muss ich spontan an ein Wochenende im Oktober denken, da gab's auch sehr leckere Weine :-top
:-) Dankeschön für den so komplimentativ gebundenen Strauß des Lobs! Gibt mir nebenbefundlich und völlig offtopizitär die Gelegenheit Euch ein hoffentlich schön verbracht gehabtes frohes Fest nachträglich zuzuwünschen - am besten (und dann isses ja schon wieder beim Thema) mit leckeren Getränken zu offenkundig durchaus schmackhaften Mählern. :-) (und btw. Euer Wein [der sich bestimmt hervorragend zu Reh machen täte] harrt noch der Eröffnung [wie auch alle anderen]... die Erinnerungen sollen noch ein bisschen hinter Glas aufbewahrt werden :-) ).
Heerestorte
29.12.2015, 22:53
Ich habe in letzter Zeit des Öfteren Rotweine pur getrunken.
Es gab einige, die mir vom Geschmack her super zugesagt haben, da der Anfang des Geschmacks fruchtig, süßlich oder einfach nur wohlschmeckend war. Jedoch kam dann bei einigen so ein bitterer/pelziger Nachgeschmack, welcher das Vergnügen trübte.
Gehe ich Recht in der Annahme, dass die Eigenschaft "trocken" den Weinen diesen Geschmack verleiht?
Oder ist ein hoher Tannine-Gehalt dafür verantwortlich?
Wenn ich den Urheber dieses "Problems" finde, dann kann ich mir in Zukunft nämlich Weine aussuchen,
welche eine geringere Dosis dieses "Problems" aufweisen und so mehr genießen.
Es gibt sicherlich Gerichte, wo diese "Bitterkeit/Schwere" etc. gut passen, aber meist trinke ich ein Gläschen Wein mit Freunden einfach so und nicht als Essensbegleitung.
Flemingulus
29.12.2015, 23:57
Ich habe in letzter Zeit des Öfteren Rotweine pur getrunken.
Das ist schonmal ein guter Anfang. :-) Einen Wein, der Cola nötig hat, damit man ihn runterbekommt, den sollte man auch in verdünnter Form nicht zu sich führen.
Jedoch kam dann bei einigen so ein bitterer/pelziger Nachgeschmack, welcher das Vergnügen trübte.
Gehe ich Recht in der Annahme, dass die Eigenschaft "trocken" den Weinen diesen Geschmack verleiht?
Oder ist ein hoher Tannine-Gehalt dafür verantwortlich?
Trocken beschreibt den Zuckergehalt, nicht das austrocknende/pelzige Gefühl am Gaumen. Bei (besseren) Rotweinen (zumal nicht-deutscher Provenienz) steht aber meist eh kein Hinweis auf den Süßegrad auf der Flasche. Man muss als Käufer also einfach wissen, dass ein (seriöser) roter Bordeaux oder Beaujolais oder Chianti oder Rioja oder Valpollicella Superiore immer (mehr oder weniger) "trocken" sind, hingegen ein Recioto della Valpolicella oder ein Aleatico di Puglia oder ein Kindzmarauli süß sind. Oder man fragt beim Weinhändler nach. :-)
Das pelzig/austrocknende Gefühl kommt tatsächlich von den Tanninen - der Fachausdruck (auch außerhalb der Weinsprache) für diese nicht-kanonische Geschmacksqualität ist Adstringenz.
Die Sache wird etwas undurchsichtig dadurch, dass adstringierend schmeckende Naturprodukte (neben tanninstarken Rotweinen sind hier auch z. B. Kakao, Schlehen, unreife Oliven oder Rührkuchen mit hohem Backpulveranteil zu nennen) praktisch immer auch die Geschmacksqualität Bitterkeit aufweisen und dieselbe daher häufig mit Adstringenz verwechselt wird. Tatsächlich gibt es aber etliche bittere Lebensmittel, die kaum adstringierend sind (Pils, Campari, Tonic Water, Rosenkohl).
Also: adstringierend schmeckende Lebensmittel sind eigentlich immer auch (zumindest ein bisschen) bitter, aber bittere Lebensmittel nicht notwendigerweise adstringierend.
Bitterkeit kann recht wirksam durch Salz vermindert werden (man gebe mal zu Versuchszwecken eine ordentliche Ladung Salz in ein Glas Tonic Water), Adstringenz wird eher durch Zucker, aber auch durch schwarzen Pfeffer gemindert.
Wenn Rotwein nun solo getrunken wird, ohne salzige und süße oder pfeffrige Nahrungsmittel, dann bekommt man leider die volle Ladung Adstringenz und Bitterkeit ab. Eine Abhilfe könnten salzige Kartoffelchips mit schwarzem Pfeffer sein.
Ansonsten gibt es auch Rotweine, die eher zur bitteren (z. B. viele einfache Trollinger) und solche die eher zur adstringierenden (z. B. simple Bordeauxweine oder einfache, Syrah-dominierte Weine von der Rhone) Seite tendieren und solche, die bei beiden Geschmacksqualitäten zurückhaltend sind. Letztere wären wohl die bestgeeigneten Heerestorte-Wein-pur-trink-Kandidaten. Leider sind diese Weine mit "samtigen" Tanninen und harmonischer Bitternote i. d. R. höherpreisig... ein relativ "preiswertes" Vergnügen als Einstieg wären evtl. Beaujolais-Villages-Weine (auch da sollten allerdings mind. 7 EUR investiert werden). Ein anderer klassischer Einsteigerwein, der zumindest auf der Seite der Adstringenz Zurückhaltung übt (Bitternoten sind meist schon recht deutlich vorhanden) ist sizilianischer Nero d'Avola (wobei es da eine ziemlich große stilistische Vielfalt gibt - Beratung vom Weinhändler wäre sicher auch da empfehlenswert). :-)
Flemingulus
29.12.2015, 23:57
*sorry Doppelpost*
Flemingulus, vielen Dank für den Input. Die Idee mit dem Zweitwein kam mir nachdem ich vor einigen Jahren mal einen 2005 Chapelle de la Mission getrunken habe, der mir sehr gut schmeckte, und als ich dann nachgeschaut habe, was der kostet, waren es dann etwa 80€.
Heerestorte
30.12.2015, 09:43
@Flemingulus: Danke für deine Ausführungen.
Ich finde dieses Thema wirklich hochinteressant, aber ich merke immer wieder wie komplex das Ganze doch ist :)
Vielleicht sollte ich doch einfach mal in eine Weinhandlung und nicht in den Supermarkt gehen.
Espressa
30.12.2015, 09:56
Kein Zweitwein, aber ein 2ieme Grand Cru: Brane Cantenac 2010. (Margaux) ca 85 Euro.
Wir sind ausgesprochene Bordeaux-Liebhaber, aber ein sehr gutes Preis-leistungsverhältnis bieten Pomerol-weine, zB Clos de la vieille Eglise 2010 ca. 70 Euro. Auch geil: Château Gazin 2010 - etwas teurer. Oder Château Clinet 2009-2010-2011.
2010 war einfach ein Bomben-Jahr im Bordeaux.
Ist das Lage-abhängig, bzw abhängig vom Gut, oder kann man das für das gesamte Bordeaux sagen; wie sieht es beim 2010er mit der Trinkreife aus?
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