Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Ukraine-Konflikt - Flug MH 17
Christoph_A
17.10.2014, 08:48
Äh, genau das wollte ich damit eigentlich gestern ausdrücken.......
Und ein bisschen Feuer unter den Bratzen des russischen (Tanz)bären schadet aktuell sicher nicht.
Kackbratze
17.10.2014, 09:58
Weiter Krieg? Ich bin dagegen. Weder ein Stellvertreterkrieg, noch ein offener Konflikt werden da irgendwie weiterhelfen.
Es liegt in unserer blöden Natur Revierkämpfe zu führen, aber wenn jetzt gerade Ruhe ist, warum neu zündeln? Egal wo.
Scheinbar zeigen die Sanktionen doch Wirkung (oder irre ich mich da?), warum muss dann jetzt ein neuer bewaffneter Konflikt vom Zaun gebrochen werden?
:-meinung
Christoph_A
17.10.2014, 10:07
Dieser Konflikt muß nicht vom Zaun gebrochen werden, da er immer da war und nur mal mehr, mal weniger medial ausgebreitet wird. Wo herrscht denn hier Ruhe, es kommt jeden Tag zu mehr oder weniger kleinen Scharmützeln in der Ostukraine. Und die Sanktionen greifen langsam, ja, aber das reicht noch nicht aus, um ein vollständiges Einlenken Putins zu wirken. Russland stellt, mit seiner aktuellen, expansiv-aggressiven, auf Wiedererrichtung einer Einflußsphäre über weite Gebiete der ehemaligen Sowjetunion ausgerichteten, Politik ein Problem dar, deshalb ist es, aus westlicher Sicht betrachtet, durchaus legitim, diesem Vorhaben konsequent durch eine möglichst weitreichende Destabilisierung des Landes entgegenzuwirken. Je mehr kleine Brandherde Onkel Vladimir löschen muß, desto weniger kann er sich ums Große Ganze kümmern.
Nicht, dass ihnen das und uns allen noch viel schlimmer um die Ohren fliegen wird als die Glanztat im Irak.
Da sind wir dummen Bürger doch auch aufgeklärt worden, die ach so tolle Freiheit würde dort verteidigt und später in Afghanistan, und was wurde herangezüchtet? ISIS und Nachfolger, von denen jetzt wahrscheinlich noch nicht einmal die Exponenten der NSA träumen...
Christoph_A
20.10.2014, 08:44
Dennoch ist mir mein Hemd näher als meine Hose. Daß der gesamte Irakkrieg eine absolute Schnapsidee war, ist mir selber auch klar.
Allerdings ist mir ein geschwächtes Russland aktuell doch lieber als eine eventuelle neue islamistische Terrorfront im Kaukasus. Die wird, beim jetzigen Verhalten der Russen dort, sowieso entstehen. Und so schlecht sind wir in Deutschland mit den Amis jetzt die letzten 70 Jahre nicht gefahren, wenn man es genau betrachtet.
Klar, die machen auch viel Mist und ich bin kein Freund besonders der Bush Agenda, aber sie hams auch schwer.
Tun sie irgendwo was, wird gemotzt, daß sie sich überall einmischen, tun sie nix, wird geschimpft, daß sie nix tun.
Und ohne die Amis würde hier jetzt auf jedem öffentlichen Gebäude ein rotes Sternchen stehen, sollte man, bei aller berechtigten USA Kritik, jetzt auch nicht vergessen.
Kackbratze
20.10.2014, 09:47
Und ohne die Amis würde hier jetzt auf jedem öffentlichen Gebäude ein rotes Sternchen stehen, sollte man, bei aller berechtigten USA Kritik, jetzt auch nicht vergessen.
Der kalte Krieg ist offiziell vorbei, damals haben die Amerikaner uns geholfen. Müssen wir uns deswegen in Kadavergehorsam ergeben und alles mittragen was die Kollegen verzapfen?
NSA, Handelsembargos gegen die EU auf bestimmte Produkte, Entführungen von "Terroristen" aus Drittländern, Förderung der Drogenkriege in Mittelamerika/Mexiko?
Und so schlecht sind wir in Deutschland mit den Amis jetzt die letzten 70 Jahre nicht gefahren, wenn man es genau betrachtet.
Wir sind auch mit den Chinesen nicht schlecht gefahren. Vielleicht nicht über 70 Jahre, aber immerhin über mindestens 10. Sollen wir deswegen auch alles gut finden, was die Chinesen machen?
Christoph_A
20.10.2014, 10:56
Hat irgendjemand was von Kadavergehorsam oder alles gut finden gesagt? ich jedenfalls nicht. Ich verwehre mich bloß gegen das allseits beliebte Amerika bashing. Ob und wie die Drogenkriege in Mittelamerika gefördert werden und was daran "Verschwörungstheorie" ist, steht aktuell sowieso nicht fest und daher auf einem anderen Blatt.
Ein weiteres Faktum ist, daß eine innen- wie aussenpolitisch heillos zerstrittene europäische Union in vielen innereuropäischen und weltpolitischen Fragen ein derart jämmerliches Bild abgibt, daß man sich ein stabiles westeuropäisches Bündins ohne amerikanische Beteiligung nur schwer vorstellen kann. Was einige Leute in der aktuellen Lage zu vergessen scheinen, ist, daß die wahre Bedrohung der europäischen Stabilität sicher nicht aus Amerika kommt, sondern aus dem Osten und, durch die zunehmende Flüchtlingsproblematik, auch aus dem Süden. Ob es einigen gefällt oder nicht, wir müssen sicherheits- und geopolitisch nun mal vornehmlich an unsere eigenen Interessen denken und da ist mir aktuell Russland ein deutlich größeres Problem als ein Haufen Fanaten auf Jeeps oder Leute, die in meinem Handy herumwühlen meinen zu müssen. Und wo jetzt das Problem liegt, osteuropäischen Großmachtsphatasien einen kleinen Dämpfer zu verpassen, das darfst du mir gerne erklären. Ist zwar nicht unbedingt hasenrein und sauber, aber das war, ist und wird Realpolitik auch nie werden. Und je mehr die mit sich selbst beschäftigt sind, desto weniger Gefahr geht von dort aus.
Was die Chinesen betrifft, liegt dort sicherlich einiges im Argen, allerdings sehe ich China aktuell in keinster Weise als Bedrohung deutscher Interessen und bin deshalb auch definitiv für die Fortführung der aktuellen politischen Strategie, zumal wir wirklich mit den Chinesen (und sie mit uns) die letzten10-20 Jahre gut gefahren sind.
Ist sich kritisch zu was äussern bereits bashing?
Muss man hier immer noch streng im Gleichschritt einer Meinung hinerherlaufen ohne selber zu denken?
Ich weiss nicht, was bei mir das miesere Gefühl hinterlässt, als letztenendes doch nur useful idiot mit Zuckerbrot und Peitsche wie ein Hund hinter dem Stück Fleisch hingehalten zu werden, um dann wenns ernst wird, doch fallengelassen zu werden (das ist wohl mit Europa noch nicht passiert, ja warum? ev wars einfach Glück, redet mal mit Brasilien) oder irgendwo in einem Verlies zu verrotten, weil meine Nasenlöcher gerade nicht genehm sind und mich ein guter Freund denunziert hat.
Mag sein, dass die USA für die meisten, die im Westen gross wurden, das kleinere Übel sind und waren, nur möchte ich im Notfall auch nicht allzusehr von ihrer Gunst abhängig sein müssen.
Christoph_A
06.11.2014, 22:16
Dann lieber von der Gunst von Papa Vladimir, dem lupenreinen Demokraten oder was?
Und ja, keiner muß im Gleichschritt rennen, keine Sorge. Aber bloß aus Prinzip kritisieren ohne das Oberstübchen nach dem eigenen Vorteil aus einer Handlung zu hinterfragen bringts dann auch nicht.
Mein Oberstübchen sagt mir, dass es nicht das schlechteste ist möglichst von keiner Gunst abhängen zu müssen. Wasserträger, und Steigbügelhalter und Musterknaben sind austauschbar....
Christoph_A
10.11.2014, 07:44
Na dann, probier das mal in der Realität. Träumen ist ja immer erlaubt, solange man rechtzeitig aufwacht......
Und wenn das Licht angeht, siehste ob Du richtig stehst.
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