PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kann man im PJ gefeuert werden?



Seiten : 1 2 [3]

bremer
25.09.2014, 10:41
Ich bin da ehrlich gesagt immer etwas zweigespalten. Wenn man zu den Vorlesungen nicht hingeht, wird man ja auch nicht schief angeguckt. Und das PJ sollte aus meiner Sicht ebenfalls, da es einfach Bestandteil des Studiums ist, nicht viel anders bewertet werden. In der Praxis wird ein PJler ja des öfteren als gut zu gebrauchende Hilfskraft benutzt. Ist bestimmt nicht überall im gleichen Maße so, aber ganz selten kommt das bestimmt nicht vor. Ein, zugegeben noch jüngerer Assistenzarzt in der Inneren, hat mir und einer PJlerin mal folgendes gesagt: "Ihr seid für euch hier, das soll euch etwas bringen. Das ist hier alles freiwillig. Wenn ihr keine Lust habt oder das Gefühl habt, das bringt euch nichts, dann geht nach Hause. Hier wird keiner gezwungen da zu bleiben."
Das fand ich eine richtig gute Ansage. Und hat mir eher dazu motiviert, bei interessanten Sachen länger zu bleiben. Und wenn ich aus den verschiedensten Gründen mal früher gehen wollte, war das dann, wie von ihm angekündigt, kein Problem.

klingelpütz
25.09.2014, 19:54
Gute Einstellung des Assistenten, ja. Aber dieses ewige Verpissen geht mMn gar nicht. Denn so ganz freiwillig ist das PJ ja nun nicht. Das ist verpflichtend vorgeschrieben und ist eben keine Vorlesung. Ein GuK-Pflegeschüler kann ja auch nicht sagen, er habe auf diesen oder jenen Praxiseinsatz keinen Bock und geht dann einfach. Man kann nicht mecker, man bekäme keine praktische Ausbildung und es sei ja alles so schlecht und sich dann verkrümeln in dem Moment, in dem man praktische Lehre bekommt.

davo
25.09.2014, 20:01
Es wundert mich v.a. sehr, dass die Stationen das durchgehen lassen. Es müsste ja im Eigeninteresse der Ärzte sein zu verhindern, dass jemand mit so einer Einstellung Arzt werden kann.

klingelpütz
25.09.2014, 20:03
Ich würde mich als Chef, wenn ich denjenigen nie gesehen habe, doch fragen, wer da eigentlich eine Unterschrift von mir haben möchte ;-)

KirstenP
25.09.2014, 20:21
Weiß ein CA, welche PJler da über den Gang huschen? :-nix

Solara
25.09.2014, 20:28
Weiß ein CA, welche PJler da über den Gang huschen? :-nix

Es soll tatsächlich CAs geben, die das wissen.

Rico
25.09.2014, 20:28
Da sie ihm mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch mal eine Haken halten sollte er die schon kennen.
Ich war zum PJ in der Peripherie, dort war man als PJ öfters bei kleinen Eingriffen als einzige Assistenz mit dem Chef am Tisch und hat sich dann auch unterhalten.

Einer unserer Oberärzte fragt immer als erstes wenn er zur Visite oder Nachmittagsbesprechung kommt, wo die PJler sind, wenn sie nicht im Zimmer sind... mit wenig presenten gab es auch schon Einzelgesprächen.

KirstenP
25.09.2014, 20:30
Richtig so. Hätte aber tatsächlich gedacht, dass gerade in größeren Kliniken der Überblick verloren geht, welche Studenten in welcher Funktion da sind.

bremer
25.09.2014, 20:59
Ohne die näheren Umstände zu kennen, würde ich mir da kein Urteil erlauben. Und ob die "praktische Ausbildung" durchs Haken halten genüge getan wird, wage ich auch mal zu bezweifeln. Imho mucken die PJler eher zu wenig als zu viel auf.

CYP21B
26.09.2014, 06:58
Denke dass man sich wenn man will in größen Häusern gut durchmogeln kann. Bei mir wars zB so dass wir in der VCH viel zuviele waren. Sprich ich habe mich dann nach Frühbesprechung/Visite zu den UCHs oä verzogen statt mich um die paar OPs die es gab mit den anderen zu prügeln. Ist niemandem aufgefallen in der VCH. Dh man hätte sich genauso gut auch komplett aus dem Staub machen können.
Anderes mal wars so dass wieder mal zuviele in OP gerufen wurden und ich dann bei ner wirklich langweiligen OP unsteril hätte hinten dran stehen sollen. Hab mich dann auf Station verzogen und war dann zum nächsten Punkt zu dem ich am Tisch stehen sollte überpünktlich wieder da so dass die vorherige OP gerade so noch lief. Da dachte der Operateur wirklich ich stand die ganze Zeit hinten dran. Soviel also zu guter Lehre :D
Wir hatten auch eine eine komplette Rotation durch Fehltage "ausgesetzt" hat. Hat hinterher auch niemanden gestört, obwohl wir im Logbuch theoretisch bestimmte Tätigkeiten nachweisen mussten.

Beau Frost
26.09.2014, 11:52
Bei uns waren wir vor allem in der Chirurgie vollkommen austauschbar. Hauptsache Blut ist abgenommen worden und Verbände wurden gewechselt, danach war alles egal.3 Stunden Mittagspause oder die ganze Zeit auf Station abhängen oder im OP - egal. Lerneffekt : leider sehr gering. Auch gern Verbandswechsel während der Visite, die natürlich dann 2 Zimmer weiter eingeholt werden konnte. Wir waren auch einfach viele PJler, aber es war meistens halt egal ob wir da waren und eigentlich auch wer da war. Die Stationsärzte haben sich meistens in irgend ein schwarzes Loch verzogen und wurden nachmittags wieder gesehen. Leider waren besonders die Ärzte herablassend und faul, die gerade erst von der Uni kamen. Die Fachärzte waren viel zuvorkommender und zugänglicher und man konnte viel mehr Response erwarten, wenn man was brauchte / wollte / zeigen musste. Bei den frischen Kollegen gings nur darum, das möglichst viel abgeschoben wurde. Keine schöne Erfahrung, gab ne schlechte Bewertung, wird sich aber eh nicht ändern da immer genug PJler da sind, die den Scheiß mitmachen. Da wars in der Inneren und im Wahlfach irgendwie schon anders.