Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Marburger Bund und VKA vereinbaren neuen Tarifabschluss für Ärzte
http://www.marburger-bund.de/artikel/allgemein/pressemitteilungen/2015/marburger-bund-und-vka-vereinbaren-neuen-tarifabschluss-fuer-aerzte
Was haltet ihr von der Tarifeinigung?
Klingt für mich so, als hätte der Marburger Bund praktisch alle seine Forderungen aufgegeben bis auf die bessere Vergütung von Bereitschaftsdiensten.
DrSkywalker
05.02.2015, 17:09
Ich finde die Einigung ausnahmsweise mal ordentlich. Die Urlaubstage und die GEhaltsteigerung ist i.o., wenn auch nicht berauschend.
Moorhühnchen
05.02.2015, 18:38
Zu den Bereitschaftsdiensten am WE hab ich gegen Ende meiner Mail gar nix mehr gelesen... Wurde das nicht mehr verfolgt? :-nix
Inwieweit haben sich die Bezahlungen von Bereitschaftsdiensten verbessert? Wäre super, wenn mir jemand ein ganz konkretes Beispiel aufzeigen könnte :) Vielen Dank schonmal
Moorhühnchen
05.02.2015, 20:17
Voilà:
Ist doch ein guter Abschluss meiner Meinung nach. Steigerung schön, Bereitschaftsdienst mehr, Urlaub mehr. Ich finds gut.
Geld bekommen wir dann wieder rückwirkend mehr, es ist kein so ein Schwachsinn wie Einmalzahlung und dafür niedrigere prozentuale Steigerung dabei wie es das bei anderen Tarifverträgen gibt...
Ich mein was erwartet man denn?
War doch klar, dass die Forderung "an maximal 2 Wochenenden Dienst" nicht durchgeht. Alleine schon weil es Abteilungen gibt die so klein sind, dass es einfach mal in der Urlaubszeit nicht geht... die Forderung ist meiner Meinung nach nicht aufgegeben. Steter Tropfen höhlt den Stein. Das kommt nächstes Mal wieder auf den Tisch.
Das mit dem Urlaub da hätte man vor 2 Jahren auch sagen können "da habt ihr aufgegeben" und nun haben alle Arbeitnehmen ihre 30 Tage. Sehr schön.
Kackbratze
05.02.2015, 22:50
Geilo. Und bei uns in der Kirche gibt es endlich einen Tarifvertrag, aber der wird dann einfach nicht anerkannt, wie uns per Mail des "Hausjuristen" mitgeteilt wurde.
Mehr Geld? Mehr Urlaub? Nicht bei der Kirche.
Thomas24
05.02.2015, 22:57
Du tust ja das Werk des Herrn, Gottes Lohn muss da reichen... Und außerdem: Arzt sein ist schließlich eine Berufung und kein schnöder Job, und so... Blablub:-(
Kackbratze
05.02.2015, 23:20
...und dann wundern die sich noch, warum fast nurnoch Hospitanten aus dem Ausland und Berufsanfänger aufschlagen....
Hoppla-Daisy
05.02.2015, 23:24
Ich glaub, ich hab auch das letzte Mal für nen kirchlichen Verein gearbeitet...... christliche Werte und so. Sorry, da lach ich drüber! Nachdem man in unserer Charta schon klammheimlich den Passus über die gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie und das Gelaber über den Wert des Mitarbeiters herausgenommen hat.... blöd nur, dass es Leute gemerkt haben, weil sie das auch ab und an lesen!
Für die Rechnenfüchse und MB Kritker: Die 150 Euro MB-Beitrag hat man bei diesen Steigerungen oft schon im zweiten Monat wieder raus ;-)
Kommt aufs Nettogehalt an. Allerdings kann man den MB Beitrag auch von der Steuer absetzen.
Ich steck die 77ct mehr pro Stunde gerne ein, wirklich motivieren würden mich dann aber eher andere Sachen. (Recht auf gute Weiterbildung etc.
Die Urlaubstage find ich allerdings - das war höchste Zeit. Wobei ich auch überall 30 Tage hatte bisher.
Naja wenn wir in 10 Jahren über eine 30h Woche und 40 Urlaubstage sprechen, dann trete ich vielleicht dem MB bei!
wirklich motivieren würden mich dann aber eher andere Sachen. (Recht auf gute Weiterbildung etc.
Ja, das wäre manchmal schön... einer meiner ehemaligen Oberärzte sagte zum Thema "mehr/gute Weiterbildung" mal: "In meinem Arbeitsvertrag steht nicht drin, dass ich verpflichtet bin Weiterbildung zu machen." Also hat er es auch nicht gemacht. So ein A...
Das ist ein grundsätzliches Problem. Ich hätte mir auch ausschließlich gute Dozenten in der Uni gewünscht mit guten Folien, fairen Prüfungen usw. Oder das Gleiche in der Schule... Man muss zwar ständig gute Weiterbildung fordern, wird aber nie schriftlich ein einklagbares Recht auf gute Weiterbildung erhalten. Alleine schon weil "gute Weiterbildung" gar nicht richtig definiert ist...
Für die Rechnenfüchse und MB Kritker: Die 150 Euro MB-Beitrag hat man bei diesen Steigerungen oft schon im zweiten Monat wieder raus ;-)
die Steigerungen gibts ja aber doch auch, wenn man nicht MB Mitglied ist oder nicht?
Sebastian1
06.02.2015, 20:07
Ja, sicher.
Ich weiss noch nicht, was ich davon halten soll. Ganz komisch las sich heute die Mobilseite des MB: am 4.2.: "Angebot der VKA absolut inakzeptabel"
am 5.2. "Einigung erzielt".
Rein monetäre Erhöhungen, das gestreckt über knapp 2 Jahre, Arbeitsbedingungen unverändert (ja ok, 30 Tage Urlaub)....
ich hätte mir nach DEN Ansagen (mir ist klar, das sind MAximalforderungen) eher Verbesserungen bei der Arbeitsgestaltung erhofft. Was nutzt mior ach so viel Geld wenn die Freizeit fehlt, es auszugeben ;-)
die Steigerungen gibts ja aber doch auch, wenn man nicht MB Mitglied ist oder nicht?
Ja, trotzdem sollten möglichst viele Leute Mitglied sein. Eine Gewerkschaft ist nur dann stark wenn sie viele Mitglieder hat.
Spannend sind ja Vergleiche zu früher. Vor 2006 gabs ja den TVöD und da waren die Ärzte auch eingruppiert. An http://www.ecqmed.de/frames/karriere/987.pdf sieht man schön wie damals eingruppiert wurde:
Arzt mit einjähriger Berufserfahrung ist EG 14 Stufe 2. Stufe 3 wird man dann als Facharzt. Die aktuelle Tabelle unter http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-l/west?id=tv-l-2014&matrix=1 besagt dafür 4051,13 Euro bzw. 4284,69 Euro.
Nimmt man für die gleiche Erfahrung die Stufen des TVÄ VKA unter http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/aerzte/kommunal?id=tv-aerzte-vka-2014&matrix=1 kommt man schon auf 4251,13 Euro bzw. 5309,81 Euro. Und da sind die ganzen Stufen dazwischen noch nicht angegeben! Als Assistent bekommt man ja fast jedes Jahr 200 Euro brutto mehr pro Monat.
Ich find das einfach genial und bin dem Marburger Bund dafür sehr dankbar. Aus reiner Solidarität dass ich durch den Marburger Bund Tarif nun pro Monat brutto mehr verdiene also ein einzelner Jahresbeitrag kostet bin ich beim Marburger Bund.
ich hätte mir nach DEN Ansagen (mir ist klar, das sind MAximalforderungen) eher Verbesserungen bei der Arbeitsgestaltung erhofft. Was nutzt mior ach so viel Geld wenn die Freizeit fehlt, es auszugeben ;-)
Was hättest dir denn vorgestellt was auch realistisch wäre?
Sebastian1
06.02.2015, 21:44
Zum Beispiel eine Begrenzung der zu leistenden Bereitschaftsdienste pro Monat und eine Thematisierung des Inhaltes "Bereitschaftsdienst". Wenn ich so manche Kollegen sehe, die 24h im KH sind...die machen da alles mögliche, aber sicher keinen Bereitschaftsdienst nach Definition. Das alltägliche Abarbeiten des OP-Programmes, die "Bereitschaftsdienste" in den Ambulanzen von Maximalversorgern... schon interessant.
Naja, die Anzahl der Bereitschaftsdienste zu begrenzen ist schwierig in einem Haus das einfach klein ist. Stell dir 24h Dienste vor, und dann ein Monat mit 5 Wochenenden... Dann brauchst du (bei der Forderung an maximal 2 Wochenenden zu Arbeiten) mindestens mal 5 Assistenten um das überhaupt besetzen zu können. Und wenns die nicht gibt? Tja... dann klagt man gegen den Arbeitgeber?
Das alltägliche Abarbeiten des OP-Programmes bis spät abends und nachts ist ein Problem. Das könnten theoretisch auch die Chirurgen selbst lösen. Unsere Oberärztin hat erst vorgestern wieder eigenmächtig einen Patienten abgesetzt der erst nach 18 Uhr drangekommen wäre, elektiv war und den sie hätte operieren müssen. Da hat unser Chef nix sagen können. Natürlich war er sauer und der Patient auch. Aber das ist der Weg. Wie willst denn das im Tarifvertrag regeln?
Ich weiß es immer nicht was man alles von einem Tarifvertrag erwartet... und bei Bereitschaftsdiensten gibt es doch eine Definition, oder? Und wenn man mehr machen soll/muss dann ist das eben kein Bereitschaftsdienst mehr und man muss ein Vollschichtsystem einführen.
Mit Ambulanzen von Maximalversorgern meinst zu wahrscheinlich die 24h-Notaufnahmen, oder? Ja, vor allem bei Maximalversorgern ist das einfach nur grausam. Das hab ich selbst schon mitgemacht. Aber einen Schichtdienst hätte ich auch nicht wollen. Also Augen zu und durch oder dem Arbeitgeber sagen dass es so nicht geht.
Dr. Jekyll
06.02.2015, 23:35
Den einen Tag mehr Urlaub und die 75 Cent Bereitschaftsentgelt kann sich der Marburger Bund in die Haare
schmieren. Den Tag Urlaub sollen sie mal in Relation zu allen geleisteten Überstunden (bezahlt und unbezahlt)
stellen. Nach 2/3 Tagen Tagdienst habe ich einen Urlaubstag raus.
Interessantes zu euren Arbeitspätzen:
http://www.marburger-bund.de/sites/default/files/wob/pdfs/vka-faktencheck-17-12-2014.pdf
Wir haben schon eine hohe Ärztedichte im internationalen Vergleich.
Bloß für 12€ netto, lohnt es sich halt nicht einen Sekretär für den Papierkram einzustellen. Die sind teurer und kriege jedes Extra bezahlt.
In der Notaufnahme bei uns wurden insgeamt 23 Bögen ausgefüllt und oben auf Station wurden davon 50% noch einmal erhoben. Das ist das Problem. Mist auzufüllen, der a) irrelevant ist und b) auch von jemandem
ausgefüllt werden könnte, der keine Approbation hat.
Ich habe nie verstanden, warum 2% Gehaltssteigerung bei normalerweise 2% Teuerungsrate als
gerwerkschaftlicher "Sieg" verkauft werden?
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