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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Als Assistenzarzt ab 2015 in die Schweiz



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arztarzt
21.07.2015, 21:18
Danke Danke für die sehr wertvolle Informationen...))!

Ich habe mit Gehaltrechner die netto ausgerechnet,

http://www.lohncomputer.ch/de/ihr-ergebnis.html?tx_lohnrechner_pi1%5Bcontroller%5D=S tart&cHash=f68b422ccb7d180580bf407433af4a2f

möchte nun was fragen...... wenn ich das richtig verstehe, die kosten für Krankenversicherung wurden dort nicht mitgerechnet, und zusätzlich muss ich selber noch Krankenversicherung bezahlen. Kann ich weiter nicht einfach bei meiner Krankenkasse in DE bleiben, ich glaube viele KK bieten doch die Leistungen während des Auslandsaufenthalts oder bin ich dann verpflichtet nur bei der KK in der Schweiz versichert sein?

ProximaCentauri
21.07.2015, 21:39
In der Schweiz versichert man sich selbst und trägt die Kosten für die Krankenversicherung auch selbst. Inwiefern deine Versicherung in Deutschland dafür aufkommen würde kann ich nicht sagen.

par
21.07.2015, 22:26
Aus CH-Sicht musst du bei einer schweizer KK versichert sein; von der Versicherungspflicht sind folgende Gruppen befreit (worunter der normale AA nicht fällt): http://www.krankenversichert.ch/downloads/befreiung.pdf

erdbeertoertchen
21.07.2015, 22:35
Das was du meinst ist die Versicherung für Pendler. Diese wohnen in Deutschland und arbeiten in der Schweiz.
was du noch zusätzlich zur Krankenkasse in der Schweiz berücksichtigen musst, sind die Zähne, die sind komlett aus der Krankenversicherung draussen und kosten extra.

teletubs
27.07.2015, 11:36
Und du musst auch berechnen, dass du einen gewissen Selbstbehalt pro Jahr hast...max. 2500CHF je nachdem wie hoch deine Franchise ist. Wenn du eine hohe wählst, sind dementsprechend deine KK-Kosten pro Monat geringer...aber das muss jeder selber wissen.

arztarzt
27.07.2015, 20:01
Danke noch mal..))!

Leute, kann bitte mir jemand doch vlt. erklären wie funktioniert es genau mit der KK....Franchise, Selbstbehalt, Prämien usw, habe im Internet nachgelesen, bin aber ehrlich zu sagen bisschen verwirrt....kein klares Bild im Kopf.


Der Chef in Bern möchtet mich haben.....bin aber noch unschlüssig.....es ist doch ein ernster Schritt im Leben, Wohnung Freunde usw. zu verlassen und ins Ausland..)) aber mit keine Garantie, dass alles dort gut klappt....ich habe gehört, man wird gnadenlos innerhalb der Probezeit einfach oft gekündigt.

kra-
28.07.2015, 13:19
Wieso willst du denn überhaupt in die Schweiz? Ich glaube so ganz ohne soziale Kontake hätte ich es nicht gemacht. Ich fühle mich sehr wohl hier, aber man braucht ja schon irgendwie einen triften Grund fürs Zügeln. Geld ist es eher nicht, wie ja oben erwähnt.

Die Franchise ist der Betrag, den du erst einmal selbst zahlen musst, bevor die KK deine Rechnungen übernimmt. Je höher die Franchise, also die Selbstbeteiligung, umso niedriger die monatlichen KK-Kosten. Beispiel: ich hab eine Franchise von 2500CHF und zahle so um die 230 Stutz pro Monat. Bis dahin zahle ich aber ALLES selber. War jetzt im Februar zum ersten mal beim Arzt (fieser Männerschnupfen), die Rechnung belief sich (inkl. BB) auf 130 Franken.

Du musst dich aber nicht schon vor deinem Start bei einer KK amelden. Die ersten (3?) Monate übernimmt deine alte Krankenkasse. Habe alles vor Ort organisiert - auch die Wohnung. Bin erst mal in ein Personalhaus gezogen (und ja, es gibt auch welche mit eigener Küche und Bad) und bin dann nach einem halben Jahr auf Wohnungssuche gegangen. Man will ja nicht gleich ins erstbeste Loch... Lage, Verkehrsanbindung etc lernt man ja erst nach einigen Monaten richtig kennen.

Eilika
28.07.2015, 13:46
Ich bin damals auch ohne soziale Kontakte in die Schweiz gegangen. Einfach "zurück" an mein PJ-Haus. Weil ich es als UHU damals dort einfach genial fand. Und der Anfang ist glaube ich überall gleich schwer, wenn man niemanden kennt. Das ist auch nicht anders, wenn man in D wo Neues anfängt. Man lernt ja Leute kennen. Es dauert halt... ich würde sagen, dass ich nach etwa 1,5 Jahren hier "sozialisiert" war...

teletubs
28.07.2015, 13:57
Und wenn du ehrlich bist: Zurück nach Deutschland kannst du ja immer noch. Es gibt einige, die merken, dass das hier doch nicht das Gelbe vom Ei ist. Aber eben, das muss jeder für sich erkennen. Ich war auch hier im PJ und hatte damals einige kennengelernt. Bin dann aber initial in einer Region gegangen, wo ich niemanden kannte. Und habe einige soziale Kontakte geknüpft. Und wenn du kein Mauerblümchen bist, dann wirste Anschluss finden ;-)

arztarzt
28.07.2015, 16:26
Ich bedanke mich Herzlich bei Euch für solche informative Beiträge..) !

Ja das ist eine wichtige Frage warum in die Schweiz.....

Ich setzte mir auch kein Ziel dort Millionär zu werden, man kann doch mit der Zeit als Oberarzt usw doch gut verdienen, aber das kommt mit der Zeit. Ich weiß nur, dass die Weiterbildungsbedingungen/-möglichkeiten dort sehr gut sind, obwohl darunter versteht man natürlich nicht die Arbeitszeit bis 15 Uhr und freie Wochenende rund um das Jahr. Man muss dort arbeiten und zwar viel. Mich lockt aber die Möglichkeit dort viel zu lernen, und auch in der Stellenausschreibung steht es ganz deutlich: wir bitten exzellente Weiterbildung in diesem Fach. Zudem da gibt's auch ein wissenschaftliches Zentrum wo man Wissenschaft und Klinik doch Kombinieren kann, hier bin ich bisschen unschlüssig, ob ich Wissenschaftlich tätig sein möchte , grundsätzlich aber habe ich auch nix dagegen, da man am Ende auch habilitieren kann.

Sozialisierung ist doch ein wichtiger Punkt, das lässt sich glaube ich aber auch mit der Zeit nachholen.

arztarzt
28.07.2015, 16:32
Und noch eine Praktische Frage..

Ich Weiß ja nicht wie das alles sich in der Schweiz gestaltet....

Ich möchte daher meine Wohnung in BRD nicht endgültig Kündigen, sondern untervermieten, das darf man.

Nun die Frage ist, wie soll ich mit meiner KK weiter vorgehen: Wenn ich die Wohnung in Deutschland noch habe, dann bin ich verpflichtet doch auch an KK in Deutschland die Beitrage als freiwillig versichert zu zahlen. Oder? Oder da die Wohnung untervermietet ist, kann ich mich bei KK doch einfach abmelden?

GOMER
30.07.2015, 10:14
Nicht die Wohnung selbst, sondern der Wohnsitz ist entscheidend, wenn Du den aufgibst, dann brauchst Du auch keine Krankenversicherung.

BetterCallSaul
30.07.2015, 10:22
In der Schweiz dann schon ;)

BetterCallSaul
15.08.2015, 07:32
Was meint ihr zum Thema
Versorgungswerk für Ärzte in Deutschland..

weiter einzahlen? Die wollen langsam von mir Bescheid wissen, ob ich weiter freiwillig Beiträge einzahlen möchte oder nicht.

Rentenversicherungstechnisch bin ich der absolute Noob.. ;/

Eilika
15.08.2015, 12:33
Kommt sicher vor allem drauf an, ob Du vorhast (in absehbarer Zeit) nach D zurück zu gehen...

BetterCallSaul
15.08.2015, 12:49
Ja, aber langfristig eher nicht. Da sind Norwegen, Schweiz oder UK eher angesagt.

GOMER
16.08.2015, 15:45
Das ist eine Frage, die Du nur selbst für Dich beantworten kannst. Zum einen hängt das davon ab, wie hoch die Beiträge überhaupt sind (Nordrhein z. B. 340€) und welche Ansprüche Du Dir durch die freiwillige Einzahlung erarbeitest, was wiederum davon abhängt, wie viel Du bereits eingezahlt hast. Ein Teil der Versorgungswerkmitgliedschaft ist auch eine BU, deren Leistung sich aus den durchnittlichen Beiträgen errechnet, das heißt dass Du am ersten Tag Deiner freiwilligen Mitgliedschaft, im Falle der plötzlichen Berufsunfähigkeit einen ordentlichen Betrag erhalten würdest, nach zwei oder drei Jahren der freiwilligen Mitgliedschaft ist der Durschnitt allerdings signifikant zusammen geschrumpft.
Zum Anderen stellt sich die Frage wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr nach Deutschland ist, und nachdem Du nur non-Euro Länder (möglicherweise bald non-EU) genannt hast, wieviel Vertrauen Du überhaupt in den Euro hast. Wenn Du denkst, dass es relativ unwahrscheinlich ist, dass Du nach D zurückkommst, und du bisher nur sehr wenig eingezahlt hast, dann macht es wahrscheinlich wenig Sinn weiter einzuzahlen, auch über eine Rückerstattung der Beiträge kannst Du nachdenken (Du bekommst allerdings nur 50% zurück).
Ich habe mich damals, nach einem Jahr Pflichtmitgliedschaft, für eine freiwillige Mitgliedschaft entschlossen, ob das die richtige Entscheidung war, weiß ich bis heute nicht, kann aber sagen, dass mir das Geld doch jeden Monat weh tut, ich verdiene allerdings auch nur gut die Hälfte von dem, was man in der Schweiz macht.