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Brutus
07.03.2015, 15:18
Ich finde das klingt etwas wie Neid. Es ist okay, wenn sich die schwangere Kollegin aussuchen kann was sie noch operieren möchte und kann ohne Gefährdung.
Neid? Nee, Unzufriedenheit! Und das zurecht. Den Whipple kann ich assistieren, aber die Ambulanz? Das ist mir zu stressig. Da habe ich keinen Bock drauf? Nee, so geht das auch nicht. Und warum sollte ein Skalpell sicherer sein als eine Safetykanüle? :-nix


Schließlich ist der OP eine kontrolliere Umgebung mit back up. Bei uns jedenfalls... und ein geführtes Skalpell bei Weichteileingriffen sehe ich kein Risiko.
Ich schon! Ein Skalpell im OP in den Händen eines Chirurgen? :-))
Nee, Spaß beiseite. Wie oft ist man schon ohne Absicht Opfer eines Skalpells, einer Nadel, Spieß oder sonstwas geworden?


Ich finde es etwas Schade das mit Viggos legen auf Station gleich gesetzt wird, die alte demente Patientin, der ängstliche der den Arm weg zieht etc.. . Das muss jede Schwangere für sich selber entscheiden. Ich würde es genauso machen.. auch wenn es sehr egoistisch rueber kommt, wäre mir sehr egal.
Und damit eben nicht jede Schwangere das selbst entscheiden muss, gibt es das MuSchG. Und das ist auch gut so.


Da muss man aber auch als nicht schwangere und Neider auch mal gucken was da für unliebsame Arbeiten erledigt werden von der Schwangeren, wenn mit BV im OP gearbeitet wird... z.B. Brief schreiben, Prae- stationäre Patienten aufklaeren , Sprechstunden...
Hat mit Neider nix zu tun. Wenn Du nicht in dem Umfeld arbeiten darfst, wo Du sonst eingesetzt bist, dann kannst Du entweder die Arbeiten machen, die Dir erlaubt sind, oder Du musst Dich eben komplett befreien lassen, wenn Du das nicht willst / kannst.


Denn ab dem Mutterschutz wenn die Schwangere weg ist und in der Elternzeit nach der Geburt 1-2 Jahre, können die Neider ja die "Filetstücke" ein sacken und sich daran erfreuen. :-meinung
Naja, diese Filetstücke müssen sie ja nach Deiner Ansicht eh schon machen, wenn die Schwangere sich den OP aussucht und die Aufklärungen und Büroarbeiten von den Nichtschwangeren Kollegoiden gemacht werden müssen.


Komplett alberne Diskussion....
Richtig! Einfach an das Gesetz halten. Das ist nämlich nicht umsonst da. Und ansonsten ist es halt wie mit der StVO: Auch wenn ich der Meinung bin, dass ich das kann... in der 30-Zone darf ich einfach nicht 100 fahren. :-nix

hiddl
09.03.2015, 11:10
Und damit eben nicht jede Schwangere das selbst entscheiden muss, gibt es das MuSchG. Und das ist auch gut so.

Einfach an das Gesetz halten. Das ist nämlich nicht umsonst da. Und ansonsten ist es halt wie mit der StVO: Auch wenn ich der Meinung bin, dass ich das kann... in der 30-Zone darf ich einfach nicht 100 fahren. :-nix
Naja, die Diskussion hatten wir ja schon öfter. So genau definiert das MuSchG ja gar nicht, was eine Schwangere darf und was nicht.
Da gibt es eine Menge Ermessensspielraum für die zuständigen Behörden und die sind meiner Erfahrung nach deutlich flexibler im Denken als so mancher User hier.
Ich kann Schwangeren nur raten, den Betriebsarzt mit ins Boot zu holen, dann kann man entspannt eine individuelle Gefährdungsanalyse machen und muss nicht gleich hysterisch "das darf man aber nicht" schreien.

Peter_1
09.03.2015, 13:08
Es gibt ein paar NoGos: Chemos mixen in der Krankenhausapotheke zB, oder Strahlenbelastungen etc., auch Nachtarbeit ist eigentlich klar geregelt. Ansonsten ist aber ganz und gar nicht einzusehen warum es nicht individuell so sein sollte, dass die eine Frau für sich beschliesst, dass ihr das Risiko sich irgendwo zu stechen, zu verletzen als Bedrohung der Schwangerschaft niedrig erscheint (de facto ist das Risiko sich da zu infizieren ja bekannterweise auch wirklich sehr niedrig!), während eine andere Frau eben jegliches Risiko ausschliessen möchte. Vielleicht haben beide Frauen ja vollkommen Recht auf ihre völlig individuelle Art. Als Arbeitgeber sollte man im ersteren Falle halt gut dokumentieren, dass man das Angebot gemacht hat Infektionsrisiken zu vermeiden. Im zweiten Fall ist das dann halt auch so durchzuziehen ohne jegliches Genörgel. Ein bisschen mehr Flexibilität ohne (eigene) moralische Urteile da einzuflechten wäre in beiden Fällen hilfreich und vermeidet Stress.
Möchte man Kinder haben in unserer Gesellschaft und nicht zurück zum Heimchen am Herd, so muss man auch als Arbeitgeber mit den damit verbundenen Unannehmlichkeiten rechnen, wer das nicht mit einrechnet, der tut mir auch nur sehr bedingt leid.
Ich empfinde das Problem für Frauen in der Weiterbildung wirklich als schwierig, da sich die Weiterbildungszeit ja oft deutlich verlängert. Jeder Vollzeitmonat ist da auch gewonnene Weiterbildungszeit.

Nastja8
09.03.2015, 19:47
Eine Frage, darf man am samstag alleine einen Tagesdienst machen?

Muriel
09.03.2015, 19:52
Man darf am Samstag arbeiten innerhalb der erlaubten Zeiten. Das Problem wird das "alleine" sein, da Du in Situationen kommen kannst/wirst, in denen Dinge anfallen werden, die wiederum nicht abgedeckt sind (Viggos etc)

Nastja8
09.03.2015, 20:06
Es geht mir eigentlich nicht um mein Logbuch..oder um die Ambulanz oder um die Viggos. Unser Team ist SEHR unterbesetzt. Andererseits bin ich extremst müde. Mir ist richtig übel....und Erbrechen ist auch ein Thema. Ausserdem bin ich seit 1 Woche erkältet. Ich traue mir einfach keine Dienste zu machen....

Feuerblick
09.03.2015, 20:07
Und wo ist das Problem? Musst du doch auch nicht, wie man dir hier schon mehrfach klarmachen wollte :-nix

Nastja8
09.03.2015, 20:11
Problem ist unser Dienstplan wo mein Name drin steht...und von jedem erwartet wird dass ich den Dienst mache

Muriel
09.03.2015, 20:12
Nein! Ich hatte die Frage eben jetzt so verstanden, dass Du gerne wolltest. Du würdest eh nur mit kompletten FZA arbeiten dürfen, was der Unterbesetzung ja auch nicht hilft und maximal acht Stunden. Also lassen!

Sebastian1
09.03.2015, 20:14
Mal ganz im Ernst: Wie oft denn noch? Du bist schwanger. Für dich gilt das MutterschutzGESETZ. Das steht weit, weit, WEIT über eurem Dienstplan. Und das WEISS dein Arbeitgeber. Und ER ist zuständig, nicht du, und wenn du der einzige Mensch auf Erden wärst, der den Dienst machen könnte. Organisationsproblem deines AG, nicht deins.
Bei allem Respekt, deine Naivität in der Sache macht einen ein wenig ungläubig...

Feuerblick
09.03.2015, 20:14
Problem ist unser Dienstplan wo mein Name drin steht...und von jedem erwartet wird dass ich den Dienst macheDann solltest du diesen "jedem" mal das entsprechende Gesetz unter die Nase halten... dann haben sich die Erwartungen auch erledigt. :-nix

Brutus
09.03.2015, 20:40
Mein Gott, es kann doch so einfach sein: einfach zur Gyn gehen, der die Situation schildern und schwupps ist man raus: AU ggf. bis zur Niederkunft, danach ist eh Mutterschutz. :-nix
Wenn Kollegen und AG es nicht verstehen, selbst, wenn man das Gesetz mit der ganzen Holzabteilung winkt, dann eben so...

Espressa
09.03.2015, 20:50
Um Himmels Willen, lass Dich zwei Wochen krankschreiben, und wenn danach der dienstplan nicht umgeschrieben ist dann erwäge ein BV. Glaub mir ich hab diesen ganzen Stress gerade mitgemacht (war mein letztes WB-Halbjahr und auslaufender Vertrag, wollte es eben hinter mich bringen), im Nachhinein hätte ich es besser anders gemacht. Ist es echt nicht wert.

anignu
10.03.2015, 00:18
Mit dem BV muss man sich halt überlegen... das könnte einem auch als Weiterbildungszeit abgezogen werden, weil man hatte ja keine Weiterbildung weil Berufsverbot. Arbeitsunfähigkeit wegen "Krankheit" wiederum ist da anders. Ich würde eher erstmal Krankschreibung empfehlen, dann läuft ja die Weiterbildung weiter ;-)

Wenn einem die Weiterbildungszeit nicht extrem wichtig ist und es einfach nicht geht ist ein individuelles Berufsverbot extrem entspannend. Kann ich von meiner Frau berichten. Da gibts auch keinerlei Diskussionen weil ein Berufsverbot einfach nicht zu diskutieren ist.

Und im Endeffekt ist ein Berufsverbot auch für den Chef super. Dann kann er gleich jemand neues einstellen und es gibt nicht mehr dieses ganze Hick-Hack mit der Verwaltung vonwegen "der Arbeitnehmer ist aber noch da" "ja, aber schwanger und 95% krank gemeldet" "ja, aber offiziell noch da"...

Eine Frage, darf man am samstag alleine einen Tagesdienst machen?
Eigentlich nein. Kommt ein Hintergrund für Viggos rein? Wen rufst du im Notfall an der SOFORT da ist? Also nein. Keine alleinigen Samstagsdienste.

Unser Team ist SEHR unterbesetzt.
Und euer Team wird besser besetzt wenn du nicht mehr da bist im Mutterschutz? Wie gesagt: meiner Meinung nach ist es so dass eine Schwangere ab Zeitpunkt der Bekanntgabe einfach niemals mehr als Vollarbeitskraft gezählt werden darf sondern nur noch da mithilft wo sie es sich selber zutraut. Oder eben gar nicht mehr.

Sehr unterbesetzt ist sowieso eine total sinnlose Argumentation. Wir sind eigentlich im Team 10 Leute (1-4-5) und aufgrund Urlaub/Grippe/Nachtdienste haben letztens 6 gleichzeitig gefehlt! Und es ging trotzdem. Ja, OP, Sprechstunde, Station und Dienste besetzen... Macht keinen Spaß, aber es ging. Und wenn es permanent zu wenig Leute sind, dann muss man der Verwaltung / dem Chef eben Druck machen.
Eine Schwangere darf einfachmal grundsätzlich nicht mehr voll im Dienstplan stehen.

Ich war mal auf einer Intensivstation da haben 5 Assistenten sich die Vollzeitdienste geteilt. Rechnet man das mal genau nach mit 40h/Woche, Feiertage weg, Urlaube weg usw. dann kommt man drauf, dass man 1 Vollzeitarbeitskraft/Jahr eigentlich nur mit 5,5 Kräften besetzen kann. Und dann gibts noch keine Krankheit, keine Einarbeitung, keine Fortbildungen etc... was ich sagen will: es wird grundsätzlich auf Minimum gerechnet, wenn überhaupt. Und das istbei normalen Arbeitnehmern schon illegal, bei schützenswerten Arbeitnehmern noch viel mehr.
Ich hab dann, nachdem ich irgendwann nachgerechnet hatte, auch verstanden warum wir fast alle jeden Monat Überstunden gemacht haben. Weils einfach zu wenige Leute waren. Aber es war halt auch von vornherein so besprochen, dass man nicht zu viel Urlaub während der Zeit nimmt... merkst den Schmarrn?

Andererseits bin ich extremst müde. Mir ist richtig übel....und Erbrechen ist auch ein Thema. Ausserdem bin ich seit 1 Woche erkältet. Ich traue mir einfach keine Dienste zu machen....
Dann mach keine Dienste mehr!

Bei allem Respekt, deine Naivität in der Sache macht einen ein wenig ungläubig...
Ich weiß schon: don't feed the troll. Aber einen Versuch würde ich Nastja8 noch geben.

Ich möchte meine Meinung nochmal zusammenfassen:
Schwangerschaft heißt für mich dass die Person (bzw. das Ungeborene) grundsätzlich erstmal geschützt werden soll. Das wird auch gesetzlich abgedeckt. Das heißt, dass alleinige Dienste oder Nachtdienste oder Viggos legen einfach nicht mehr gemacht werden. Gesetzlich!!!
Und dann gabs noch die Neiddebatte. Wenn es denn überhaupt Neid ist. Neid, dass eine Schwangere behaupten kann "Hemikolektomie/Whipple ist kein Problem" (sowohl bzgl. Infektion als auch Kondition) aber "Viggo legen, no Chance". Das ist halt irgendwann Schwachsinn. Denkt einfach mal drüber nach: viele Skalpelle, viele Nadeln gegenüber einer einzelnen Sicherheitsnadel... Schwachsinn...
Die Argumente verlieren sich halt völlig oder werden nur noch maximal so zurechtgelegt wie man sie grad noch haben will. Oder wie es Brutus schreibt:

Neid? Nee, Unzufriedenheit! Und das zurecht. Den Whipple kann ich assistieren, aber die Ambulanz? Das ist mir zu stressig. Da habe ich keinen Bock drauf? Nee, so geht das auch nicht. Und warum sollte ein Skalpell sicherer sein als eine Safetykanüle? :-nix

fMRI
10.03.2015, 04:02
Wenn man sich im Dienstplan findet (oder sonst etwas nicht stimmt): Ganz einfach freundlich kurz zum Chef/Chefin gehen, auf das Problem hinweisen, einen Lösungsvorschlag präsentieren (Können Sie dies bitte umplanen, weil ich diese Dienste nicht machen werde, ich stehe aber jederzeit [Zeitrahmen] zur Verfügung) und fertig. Wenn das Fax schon wieder kaputt ist sagt man dem Chef ja auch, dass es Zeit für ein Neues ist. Fertig.

Oft versuchen Chefs ja zu gucken ob sie gewissen Dingen wegkommen, z.B. die Person doch einfach mal im Dienstplan zu lassen weil es halt einfacher ist. Man ist auch irgendwie in der Pflicht, auf Probleme hinzuweisen -- aber freundlich. Vielleicht hat es der Chef auch wirklich nur vergessen. Zumindest stimmt Du dem Dienst zu, wenn Du Dich vorher nicht aktiv meldest -- einfach nicht zu erscheinen wäre nicht professionell. Auch glauben viele Chefs, dass sie die Letzten sind, von etwas zu erfahren und geben es deswegen nicht weiter, unabsichtlich. Auch sollte man das weitere Vorgehen (wer informiert werden muss, wer es wissen soll, wer lieber nicht) abgesprochen werden. Gerade wenn eine Schwangerschaft noch früh ist, will man ja vielleicht auch nicht gleich allen davon erzählen.

Muriel
10.03.2015, 09:20
Beschäftigungs- nicht Berufsverbot ;-)

annekii
10.03.2015, 09:28
Beschäftigungs- nicht Berufsverbot ;-)

Oh, noch jemand, den der Unterschied interessiert. Aber es ist hoffnungslos. Man hört es überall.

http://de.wikipedia.org/wiki/Berufsverbot_%28Deutschland%29

Jule-Aline
10.03.2015, 09:42
Mein Gott, es kann doch so einfach sein: einfach zur Gyn gehen, der die Situation schildern und schwupps ist man raus: AU ggf. bis zur Niederkunft, danach ist eh Mutterschutz. :-nix
Wenn Kollegen und AG es nicht verstehen, selbst, wenn man das Gesetz mit der ganzen Holzabteilung winkt, dann eben so...

AU ist schlecht,weil es nach 6 Wochen nur Krankengeld gibt.Wenn dann ein BV,da steht man finanziell deutlich besser da.
Außderdem darf der Arbeitgeber dann eine Vertretung einstellen und erhält von der Krankenkasse über die U2 Umlage wieder
dein Gehalt zurück was er dir bezahlen muss.

Jule-Aline
10.03.2015, 09:49
Es geht mir eigentlich nicht um mein Logbuch..oder um die Ambulanz oder um die Viggos. Unser Team ist SEHR unterbesetzt. Andererseits bin ich extremst müde. Mir ist richtig übel....und Erbrechen ist auch ein Thema. Ausserdem bin ich seit 1 Woche erkältet. Ich traue mir einfach keine Dienste zu machen....

Unser Team war auch extrem unterbesetzt.Und ich war im Nachhinein sehr froh,dass ich ein BV hatte.

anignu
10.03.2015, 13:33
Beschäftigungs- nicht Berufsverbot ;-)
Es war vielleicht ein bissl spät für solche Feinheiten ;-)

Unser Team war auch extrem unterbesetzt.
Ich warte ja noch immer drauf dass jemand mal schreibt: also wir sind eigentlich so überbesetzt, dass wir uns langweilen und daher nachmittags ab 13 Uhr immer Kartenspielen auf Station...
Will sagen: unterbesetzt sein ist inzwischen die bittere Realität. Dienste die fast nicht besetzt werden können, Weiterbildung die nur noch rudimentär stattfindet etc. Aber irgendwie klappts ja doch immer. Man hat nur die Aufgabe auch sich selbst aufzupassen, dass man selbst noch seinen Ausgleich findet, nicht krank wird und sich gegen übergriffige Krankenhäuser wehrt, die einem die Freizeit vorschreiben wollen.