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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Impfpflicht in Deutschland? - Ja oder Nein?



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Kandra
24.02.2016, 17:56
Solange ich in der Impfsprechstunde Väter mit 3 Jungs zwischen 3 und 9 Jahren sehe, die sich gegen die Tetanusimpfung aussprechen weil der Homöopath davon abgeraten hat, solange bin ich für Impfpflicht. Oder wahlweise für einen Entzug des Sorgerechts. Kommt ja dann auf das gleiche raus.

lio
24.02.2016, 18:21
Eine Impfpflicht seitens des Staates halte ich für einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte und freie Selbstbestimmung.
Ja, der Eltern.
Ich finde, das Recht der Kinder auf körperliche Unversehrtheit überwiegt der freien Selbstbestimmung der Eltern.

WackenDoc
24.02.2016, 18:29
@Bergziege: Dafür,dass du kein Impfgegner bist, hast du die Impfgegnerargumente ganz gut drauf:
- in welchen Punkten weichst du denn von den STIKO-Empfehlungen ab und warum?
- warum erst der späte Impfzeitpunkt, wenn die Krankheitsgefahr bei Säuglingen am größten ist, aber auch die Verträglichkeit sowie Immunreaktion bestimmter Impfstoffe?
- das schrille Schreien nach 5- bzw. 6-fach-Impfungen ist bekannt. Bisher konnte aber keine Ursache gefunden werden. Hast du den V.a. Impfschaden gemeldet? Wenn nein, warum nicht?
- die Reaktion bei deinem Mann kann durchaus an der häufigen Impfung gelegen haben. Das Problem ist bekannt. Aber 2-3 Tage plattsein ist halt nen Klacks gegen Tetanus, Diphterie oder Pertussis.
- dass es nach einer Impfung die halbe Abteilung hinwegrafft, kann auch an einer willkommenen Möglichkeit zur Krankschreibung liegen. Ich hab die Impfung beim Bund regelmäßig durchgeführt- ja, vermehrte Lokalreaktionen, aber das war´s auch.
- dass damals alle egal ob geimpft oder nicht geimpft die Masern gehabt haben sollen,glaub ich irgendwie nicht.
- die aktuelle Impfempfehlung besagt allerdings nicht ohne Grund: MMR nur für nach 1970 geborene. Die davor haben sehr wahrscheinlich einen Schutz durch die hohe Durchseuchungsrate damals. Kinder haben ihn heutzutage eher nicht- deswegen die aktuelle Empfehlung
- so viel Geld ist gar nicht im Spiel- Impfstoffe machen ca. 2% des Umsatzes von Pharmafirmen aus- bei hohen Entwicklungskosten. Ein regelrechtes Monopol ist entstanden, weil einige Pharmafirmen diesen eher unrentablen Bereich abgestoßen haben.
- Wie stellst du dir genau Langzeitstudien vor? Reich eine Anwendung teilweise seit Jahrzehnten nicht?
- Ach ja, das Aluminium- in Impfstoffen sind nur weitgehend unlösliche Aluminiumverbindungen drin in einer Menge, die ein Säugling nach 2-3 Tagen über Muttermilch aufgenommen hat. Im Gegensatz zur enteralen Gabe, sind diese Verbindungen bei i.m. Gabe fast nicht spaltbar- sie werden nach und nach resorbiert und dann ausgeschieden.

Fr.Pelz
24.02.2016, 18:43
Schade Bergziege, da bist du leider echt schlecht informiert (Einfach nochmal nach den Grenzwerten von Aluminium und ihren Konzentrationen in Impfstoffen googeln)
Einerseits willst du dir über Impfschäden "nicht den Kopf zerbrechen" - andererseits verschiebst du Impfungen aus Bauchgefühl? Das ist genau diese schwammige Uninformiertheit, die zum Rückgang der Impfquoten führt.

Und natürlich gibt es x Studien übers Impfen. Und wer Studien nicht kapiert, soll mal erklären wo Pocken jetzt sind? Zufällig ausgestorben?
Und nein, eine "freie Impfentscheidung" sollte nicht toleriert werden, sondern mit Argumenten vehement bekämpft werden. Und zwar weil es eben NICHT nur das Individuum betrifft sondern andere, die potentiell infiziert werden und damit durch die Nichtimpfer geschädigt. Und wenn ich in Kauf nehme, dass jemand durch eine fremde Entscheidung geschädigt wird, ist das keine Toleranz sondern Ignoranz. Gefährliche Ignoranz.

Shizr
25.02.2016, 20:16
Wurden auch wirklich genügend Langzeitstudien über Schäden durchgeführt um Impfkritiker vom Nutzen der Impfung zu überzeugen und das Verhältnis von Schäden im Vergleich zum enormen Nutzen der Impfung für die Weltbevölkerung aufzuzeigen?
Nein. Aber das liegt in der Natur der Sache.
Die Impf"kritiker" wollen sich nicht überzeugen lassen. Da gilt das Prinzip "Geh mir weg mit deinen Fakten, meine Meinung gefällt mir viel besser!"
Das ist wie bei den "Reichsbürgern". Denen kannst du noch so oft schlüssig beweisen, dass sie nur Schei**e verzapfen, das ist denen wurscht, weil jeder, der ihnen widerspricht, ja schließlich von der BRiD GmbH gekauft ist. Hat ja schließlich einen PERSONALausweis.

Im Übrigen sind Impf"kritiker" vieles, aber eben gerade nicht kritisch. Da hält man sich für so unglaublich kritisch und aufgeklärt und hinterfragend, wenn man genialerweise den "mainstream" ablehnt... und informiert sich dann bei wahngestörten Deppen, die keine Ahnung haben, wovon sie eigentlich sprechen. (Stichwort Lanka, Kopp-Verlag und sonstige Verwirrte)



Ganz Bayern diskutierte da über den Aluminiumgehalt in unserer geliebten Laugenbrezel, aber über Aluminium in den ganzen Totimpfstoffen liest man nichts. Werden hier nicht Grenzwerte deutlich überschritten?
Nein. Werden sie nicht.
Sie werden nicht mal erreicht. Würde man sich über die Konzentration von Aluminium in Impfstoffen sowie die Grenzwerte informieren, würde man das wissen. (Würde man sich noch ein klein wenig mehr informieren, würde man möglicherweise wissen, warum Aluminium im Impfstoff enthalten ist. Dafür gibt es nämlich einen durchaus vernünftigen Grund.)
Für das Aluminium in der Laugenbrezel gilt das eben gerade nicht.

Kleines Rechenbeispiel. In einer Dosis Tetanus-Impfstoff (den man üblicherweise etwa einmal pro zehn Jahre zuführt) sind enthalten 1,5 Milligramm Aluminiumhydroxid. Das entspricht grob gerechnet etwa 519 Mikrogramm reinem Aluminium. Das ist nicht wirklich viel.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat einmal eine "tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge" für Aluminium bei 1 Milligramm angegeben.
(Nette Information am Rande: Wenn man ein aluminiumhaltiges Deodorant benutzt, wird diese Menge bereits durch eben dieses Deodorant überschritten. Und bei der Laugenbrezel ging die Diskussion um eine Größenordnung von 10 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Laugenbrezel. Da kann man sich für eine Brezel schon ordentlich impfen lassen.)




Pharmakonzerne haben m.E. enormen Einfluss, Macht und viel Geld ist im Spiel. Außerdem, was Impfstoffe angelangt, fast schon Monopol. Nein, habe nix gegen böse Pharma http://www.medi-learn.de/foren/image/gif;base64,R0lGODlhFAASAMQfABYUBP7uNuLi4tTDBv/tJv/rGOjVBLanA8W0A1ROC62trf/vRZWVlWpjD2tra4iIiP/rC/nlBZSIA6mbA/7pBI2EJPDcBOHOBfTgBEM AvDw8M/Pz9zQQ//qBAAAAP///yH5BAEAAB8ALAAAAAAUABIAAAXJ4CeOn6YwjKKR7Cg4QNI0CeA I7ch4lbf8nkCPkXsAOL5FYOkhDAAP1ub4WxKuhELBANiQHJVqU spQCAUiWOkASwDhPLZA lEMNzVR5GwFjwdgYARFgYXGQoiDA1XWnWBHRR4FwMNUR LcWaQkYQXHggJl3x/Z5EUFHcGA6CIIm0RHR4RtHeFrAcHAHofDhIYFh4Gw4a4Bw1rI1 MDhh7OzwcTEl0sRgcDAwjaudJQOQwADQi50RMJHkQ5Hy8AGe4Z NjjqbCcpvCQhADs=
Ach bitte. Das ist einfach nur eine peinliche Verschwörungstheorie, daran ändert der Alibismiley auch nichts mehr.
Ökonomisch gesehen wäre es für Pharmakonzerne wesentlich sinnvoller, sie würden keine Impfstoffe produzieren, sondern den dicken Reibach mit der symptomatischen Therapie erzielen.

AryaStark
20.09.2017, 14:40
Absolut pro Impfpflicht. Ich hoffe sehr, dass das noch kommt, bevor ich mich (in ca. 5-10 Jahren, hoffentlich) als Kinderärztin niederlasse, damit ich mir das Theater und den Ärger mit gehirngewaschenen Impfgegnern sparen kann. Bzw. bei mir wäre dann halt klar: keine Impfung, dann bitte andere Praxis suchen.

Ich wäre auch durchaus zufrieden, wenn nicht alle Impfungen Pflicht würden, aber zumindest die wichtigsten. Varizellen sind sowas, was ich selbst meinen eigenen Kindern immer impfen würde, weil Windpocken zwar meist noch erträglich sind, Zoster aber echt fies. Aber weder Windpocken noch Zoster sind meist lebensgefährlich, von daher wäre es für mich okay, wenn solche Impfungen weiterhin "wählbar" wären. Bei Tetanus, Diphterie, Masern etc. sollte es meiner Ansicht nach aber wirklich keine Diskussion mehr geben.

WackenDoc
20.09.2017, 14:46
Den Ärger mit den Impfgegnern wirst du trotzdem haben- die wollen dann alle möglichen Bescheinigungen dass ihr Kind aus med. Gründen nicht geimpft werden kann.
Und es gibt jetzt schon einige Ärzte, die die kleinen Seuchenschleudern aus ihren Praxen verweisen.

Warum ist eigentlich nur der Tod maßgeblich bei der Risikoabschätzung von Krankheit vs. Impfung? Windpocken gehen MEIST gut aus, erhöhen aber z.B. das Risiko für Schlaganfälle im Kindesalter. An Zoster sterben zwar "nur" ca. 200 Menschen pro Jahr, aber 1. könnte man die weitgehend verhindern und 2. ist eine Postzosterneuralgie eine häufige und ernstzunehmende Nebenwirkung. Darüber hinaus gibt es die These, dass mind. 70% einer Bevölkerung gegen Windpocken geimpft sein müssen, damit sich das lohnt. Hängt mit dem postulierten Mechanismus hinter der lebenslangen Immunität zusammen.

AryaStark
20.09.2017, 15:57
Bin da völlig bei dir bzgl. Windpocken. Das war nur der Ausdruck einer leichten Kompromissbereitschaft bzw. eines Einstiegs. Denn ich denke, dass es leider nicht politisch möglich sein wird, auf einmal eine Impfpflicht für alle empfohlenen Erkrankungen einzuführen. Allein wegen der Grippe gäbe das ein riesen Trara. Ich halte es für realistischer, dass es erstmal für ein paar wenige Erkrankungen gelten wird, und das dann mit der Zeit ausgeweitet wird. Und das wär mir eben auch schon deutlich lieber als der aktuelle Zustand. Wär immerhin mal ein Anfang.