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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tätigkeit neben Assistenzarztdasein erlaubt?



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Brutus
11.07.2015, 12:25
2. Abrechnen darfst du nur nach GOÄ und musst Zuschläge begründen
3. Wenn dir einer mehr bezahlt zwingt dich ja keiner es zurück zugeben. Steuerlich würde ich mich da aber bersten lassen.
Uiiiiii, vorsichtig! Kann sowas nicht auch mal schnell als Bestechung/Vorteilnahme ausgelegt werden? Ich wäre da seeeehr vorsichtig. Ich kenne einen Chefarzt, der quasi der "Hausarzt" im wörtlichsten Sinn einer alten Dame war. Die war so von ihm angetan, dass sie ihm nach ihrem Ableben einen siebenstelligen Betrag vermachte. Hat ihn seine Stelle gekostet und einige Reibereien mit der Staatsanwaltschaft und der Ärztekammer. ;-)
Gut, davon ist man bei 140€/Tag weit entfernt, aber richtig ist es deswegen trotzdem nicht.


Wenn du nachts auf Station ein Problem hast gibt es einen OA der erreichbar ist.
Das ^^ ist m.E. der springende Punkt! Du arbeiteste eben als AiW nicht selbstständig. Darfst es im grunde genommen gar nicht. Mit welcher Berechtigung denkst Du jetzt, dass Du ohne Qualifikation arbeiten kannst / darfst?
Aber mach ruhig. Nur sei Dir im Klaren, dass DU für alles verantwortlich bist. Wenn der Laie (Patient, Angehöriger) die Heparinspritze i.v. oder i.a. oder i.m. spritzt ist es Pech. Bei Dir ein Kunstfehler, der im Zweifel (Schäden) DIR in Rechnung gestellt wird. Und von daher würde ich zumindest die BHV sehr genau prüfen. Zumal Du ja anscheinend in Deiner Klitsche auch nix begebracht bekommst...
Ich frage mich eigentlich nur noch, woher man als Berufsanfänger ein solches Ego bekommt. Und frage mich die ganze Zeit: war ich auch so? Oder muss einfach erstmal was passieren, damit man wieder auf ein gesundes Maß eingenordet wird?

PsychoFan
25.07.2015, 22:04
Eine äußerst interessante Diskussion.

garfff, mache Deinen Facharzt und wandere aus! Deutschland ist kein guter Ort für Freiberufler. Es ist auch kein guter Ort für Ärzte, die eine menschenwürdige Bezahlung fordern.

5,36 EUR für eine Injektion, das ist doch erniedrigend! Wenn man jedoch bedenkt, dass es hierzulande Fachärzte gibt, die bereit sind für 40 EUR brutto (!!) pro Stunde zu arbeiten, dann relativiert sich die Empörung über 5,36 EUR pro Injektion. Wenn man bedenkt, dass wir uns in einem Land befinden, in dem die kardiopulmonale Reanimation max. 53,62 EUR Wert sein darf, dann wird es klar: Gesundheit oder Menschenleben sind hier eher wenig wert. Bitte bedenken: Wir befinden uns in einem Land, in dem noch vor 75 Jahren Kranke systematisch vernichtet wurden. So gesehen, ist es ein Fortschritt, dass Wiederbelebungsmassnahmen nun sogar Geld wert sind.

Die gute Nachricht: Es geht auch anders, allerdings nicht hierzulande. Ich erinnere mich aus einer Erfahrung als Patient in Thailand, dass ein Verbandwechsel 65 EUR wert war. Wunde 3 cm lang, Drüberwischen mit Octenisept und ein einfaches Pflaster drauf.Und ja: der Blick des Arztes auf die Wunde und die fürsorgliche Pflege waren mir jeden Cent wert.

Brutus
26.07.2015, 06:59
Eine äußerst interessante Diskussion.
garfff, mache Deinen Facharzt und wandere aus! Deutschland ist kein guter Ort für Freiberufler. Es ist auch kein guter Ort für Ärzte, die eine menschenwürdige Bezahlung fordern.
Sehe ich auch! Aber warum warten, bis man den FA fertig hat? Jetzt auswandern ist die Devise!


5,36 EUR für eine Injektion, das ist doch erniedrigend! Wenn man jedoch bedenkt, dass es hierzulande Fachärzte gibt, die bereit sind für 40 EUR brutto (!!) pro Stunde zu arbeiten, dann relativiert sich die Empörung über 5,36 EUR pro Injektion.
Ja, absolut nicht nachzuvollziehen! Ich sag ja: JETZT auswandern. Sofort. Am besten nach USA oder zu den Scheichs.
Da verdiene ich das Zehnfache. Gut, ich muss fast alles für Versicherungen ausgeben und die Nebenkosten sind ebenfalls höher, aber egal. Und im Falle der vergeblichen Reanimation muss ich auch noch zusehen, dass ich rechtzeitig weg komme... HAUPTSACHE weg!!!


Wenn man bedenkt, dass wir uns in einem Land befinden, in dem die kardiopulmonale Reanimation max. 53,62 EUR Wert sein darf, dann wird es klar: Gesundheit oder Menschenleben sind hier eher wenig wert. Bitte bedenken: Wir befinden uns in einem Land, in dem noch vor 75 Jahren Kranke systematisch vernichtet wurden. So gesehen, ist es ein Fortschritt, dass Wiederbelebungsmassnahmen nun sogar Geld wert sind.
GODWIN! Endlich! Hat immerhin 42 Posts gedauert.

anignu
26.07.2015, 08:38
GODWIN! Endlich! Hat immerhin 42 Posts gedauert.
Manchmal kommts mir so vor als ob die Leute nicht mehr richtig diskutieren wollen. Also wenn man 42 Posts braucht um endlich mal Godwin zu erfüllen ist das schon schwach.

Sehe ich auch! Aber warum warten, bis man den FA fertig hat? Jetzt auswandern ist die Devise!
Und das ist mir auch völlig unklar. Facharzt in D fertig machen? Bei den absolut katastrophalen Weiterbildungsbedingungen? Man ist doch eh nur der Depp und soll schuften, Maul halten und nix lernen. Und das Ganze so lange bis man entnervt aufgibt und die Klinik wechselt in der Hoffnung dass man in einer anderen Klinik weiterkommt wo alles wieder von vorn losgeht.
Man sollte daher wie Brutus schon schrieb sofort auswandern. In allen Ländern außerhalb D ist die Facharztweiterbildung bekanntlichermaßen besser...

PsychoFan
26.07.2015, 08:57
Sehe ich auch! Aber warum warten, bis man den FA fertig hat? Jetzt auswandern ist die Devise!
Ja, absolut nicht nachzuvollziehen! Ich sag ja: JETZT auswandern. Sofort. Am besten nach USA oder zu den Scheichs.
Da verdiene ich das Zehnfache. Gut, ich muss fast alles für Versicherungen ausgeben und die Nebenkosten sind ebenfalls höher, aber egal. Und im Falle der vergeblichen Reanimation muss ich auch noch zusehen, dass ich rechtzeitig weg komme... HAUPTSACHE weg!!!
GODWIN! Endlich! Hat immerhin 42 Posts gedauert.

Ich würde mit dem Auswandern bis zum Facharzt warten, im Vergleich zu anderen Ländern ist die Weiterbildung in Deutschland doch recht komfortabel, gut bezahlt und einfach. Der Titel nützt einem in anglosächsischen Raum natürlich wenig, soll aber bei den von Dir erwähnten Scheichs geschätzt werden. Wenn man für sich keine bessere Alternative sieht, als den arabischen Raum, würde ich abwarten.

Godwin hin oder her - Tatsache ist, dass keine andere Gesellschaft es bis heute geschafft hat, ihre Kranken so systematisch umzubringen. Im Verhältnis zu anderen wissenschaftlich gebildeten Berufsgruppen hatten die Ärzte mit 45 Prozent den höchsten Anteil an NSDAP-Mitgliedern. Nach dem Krieg ist es dieselbe Gesellschaft und es sind dieselben Ärzte gewesen, welche die preußische Gebührenordnung (später GOÄ) gesetzlich verankert haben und akzeptiert haben. Kannt Du Dir eine GOÄ in den USA, oder in Südamerika, oder im nichtdeutschsprachigen europäischen Ausland, oder in Asien, oder in Afrika vorstellen?

DrSkywalker
26.07.2015, 08:59
Bei allem Gemeckere hier, teilweise auch zu recht, eine Frage an euch:

Wisst ihr, was ein niedergelassener Facharzt im Jahr an zu versteuerndem Einkommen hat? Ich habe Zahlen gesehen und muss sagen: Es lohnt sich immer noch!

PsychoFan
26.07.2015, 09:10
Bei allem Gemeckere hier, teilweise auch zu recht, eine Frage an euch:
Wisst ihr, was ein niedergelassener Facharzt im Jahr an zu versteuerndem Einkommen hat? Ich habe Zahlen gesehen und muss sagen: Es lohnt sich immer noch!

Ob es sich lohnt? Meines Erachtens lohnt es sich zumindest in der Psychiatrie nicht.

Aufs deutsche Oberarztgehalt kommt man als niedergelassener Psychiater mit einer 40 Studen-Woche nicht. Außer man beschränkt sich auf Psychotherapie, und verschreibt keine Medikamente, und bietet außer Psychotherapie nichts an, und verzichtet auf die Einstellung von Arzthelferinnen. Dann sind 80 EUR pro Stunde drin, einschl. 5-Minuten-Pause zwischen den Patienten.

Deswegen bin ich doch Honorararzt geworden, weil ich nicht nur Psychotherapie sondern auch Psychiatrie machen will, ohne mit dem Einkommen unter die persönliche 80-Euro-brutto-Schmerzgrenze gehen zu müssen.

smanpodg
26.07.2015, 09:33
Manchmal kommts mir so vor als ob die Leute nicht mehr richtig diskutieren wollen. Also wenn man 42 Posts braucht um endlich mal Godwin zu erfüllen ist das schon schwach.

Und das ist mir auch völlig unklar. Facharzt in D fertig machen? Bei den absolut katastrophalen Weiterbildungsbedingungen? Man ist doch eh nur der Depp und soll schuften, Maul halten und nix lernen. Und das Ganze so lange bis man entnervt aufgibt und die Klinik wechselt in der Hoffnung dass man in einer anderen Klinik weiterkommt wo alles wieder von vorn losgeht.
Man sollte daher wie Brutus schon schrieb sofort auswandern. In allen Ländern außerhalb D ist die Facharztweiterbildung bekanntlichermaßen besser...

Ehrlich, Kinder. Aber mit "Schaut mal, woanders ist es noch schlechter!" ist Deutschland nicht dahin gekommen, wo wir mal waren.

Solara
26.07.2015, 09:58
Ehrlich, Kinder. Aber mit "Schaut mal, woanders ist es noch schlechter!" ist Deutschland nicht dahin gekommen, wo wir mal waren.

Aha, und mit Jammern, dass in Deutschland alles viel schlechter als anderswo ist, schon?

Muriel
26.07.2015, 10:11
Schmerzgrenze von 80€ brutto. Is klar.

Feuerblick
26.07.2015, 10:24
Doch, ich finde auch... wir sollten dringend ein Gesundheitssystem wie in den USA oder in Afrika oder so einführen. Wer die Kohle hat, wird versorgt, wer keine Kohle und keine Krankenversicherung hat... naja, der hat halt Pech. Egal! Survival of the fittest in modernem Gewand. Find ich prima! Dann wäre auch die leidige Diskussion mit KV und Krankenkassen endlich vorbei! :-wand

smanpodg
26.07.2015, 10:33
Aha, und mit Jammern, dass in Deutschland alles viel schlechter als anderswo ist, schon?

Nein, sondern damit, zu sehen, wo es schlecht läuft, daraus Konsequenzen ziehen und alles daran zu setzen, es zu ändern. Wie es eben unsere Ahnen gemacht haben. Kinder sterben an Diphtherie, das gefällt mir nicht, alle sind gegen mich, aber ich mach trotzdem mein Ding.

Heute wird nur gejammert. Hier ist es schlecht, da ist es schlecht, der bildet mich nicht aus, der ist ein mieser Chef. Ja und? Alle mal den Hosenboden hochheben und nicht nur auf den Eintritt ins Schlaraffenland warten.
Aber das ist eben so unbequem.

Solara
26.07.2015, 10:40
Ja, jeder jammert, dass alles so schlecht ist. Viel schlechter als anderswo und Geld bekommt man sowieso keins. Dann sollen diejenigen bitte woanders hingehen, wo alles besser ist. Und nicht rumjammern, das nervt!

Absolute Arrhythmie
26.07.2015, 10:46
Für unter 80€ am tag geh ich auch nicht arbeiten... achso, pro Stunde... ja nee, is klar!

DrSkywalker
26.07.2015, 11:37
Für unter 80€ am tag geh ich auch nicht arbeiten... achso, pro Stunde... ja nee, is klar!

Als Honorararzt braucht man 80 Euro pro Stunde, darunter sollte kein freiberuflicher Facharzt einen Dienst annehmen. Warum das so ist kann man in vielen Freiberufler-Blogs nachlesen.

WackenDoc
26.07.2015, 11:42
Als Notarzt bekommt man +- 35€/Stunde. Und es gibt genug Kollegen, die das Vollzeit machen und ganz gut davon leben.

DrSkywalker
26.07.2015, 11:48
Als Notarzt bekommt man +- 35€/Stunde. Und es gibt genug Kollegen, die das Vollzeit machen und ganz gut davon leben.

Arbeiten die dann 80 Stunden pro Woche?

Bei einer 40-Stunden-Woche hätte man bei 52 Wochen im Jahr minus 6 Wochen unbezahlten Urlaub 64.400 Euro/Jahr. Davon ab gehen Versicherungen (Verdienstausfall, Krankenversicherung, HAftpflicht, etc.) , Fahrtkosten, Equipment, FAchliteratur, Fortbildungen.

Ohne es detailliert auszurechnen gehen die Kollegen bei einer 40 Stunden Woche und 35 Euro pro Stunde sicher mit weniger als 2500 netto nach HAuse. Klar, davon kann man leben. Ob das für einen Facharzt angemessen ist muss jeder selbst entscheiden...

WackenDoc
26.07.2015, 11:51
1. Brauchts für den Notarztschein keinen Facharzt.
2. Keine Ahnung, wie viel die Kollegen fahren. Bei mir sind es zur Zeit um die 200 Stunden im Monat.
Dafür hast aber je nach dem wo du fährst eine gute Lebensqualität. Ich hab überwiegend Nacht- oder Wochenendschichten mit relativ langen Schichten und wenig Einsätzen.