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Kardio86
02.09.2015, 18:39
Auch ohne Masterplan, musst du dir im klaren darüber sein, dass wenn du erstmal 3-4 Jahre gewartet hast, die Wartezeit (momentan 14Sem), sicherlich auf 16 Semester steht. Das sind nicht nur 8 Jahre, sondern momentan kann man auch überhaupt nicht mehr als 16 Wartesemester haben, von daher muss dann eh eine andere Regelung her, sonst wird ewig unter den, dann immer mehr werdenden Wartern mit 16 Semestern, gelost und nichts ist mehr sicher. Ob die neue Regelung dann für dich eher gut oder schlecht ist, weißt du erst in einigen Jahren.

Der Quereinstieg ist längst kein Geheimtipp mehr, und klappt meistens nicht. Die Uni Gießen hat dazu Zahlen veröffentlicht:

https://www.uni-giessen.de/cms/studium/bewerbung/infos_pdf/hoeheressemester_med

Auf 3-7 Plätze kommen dort 700 bis 1000 Bewerbungen. (Jetzt nur Gießen, aber warum sollte das woanders anders sein) Deine Chance, dass ein Quereinstieg gelingt liegt somit irgendwo bei 0,3 bis 0,5 %.

Ich würde mir mal überlegen ob es dir möglich wäre Biologie fertig zu studieren, bei Bedarf noch einen Master Biochemie o.ä. dranzuhängen und dann zu versuchen einen Zweitstudienplatz zu kriegen. Das geht erstens schneller und zweitens sind die Aussichten nicht schlecht.

Die Messzahl liegt momentan bei 10, das heißt deine Bewerbung benötigt 10 Punkte.Wenn du es gut angehst, kannst du mit Biochemie o.ä. sicherlich berufliche oder wissenschaftliche Gründe angehen. Das wären dann schonmal 7, 9 oder gar 11 Punkte je nachdem wie gut du es rüberbringen kannst. Hast du zB. in einem biomedizinischen Bereich der die Medizin direkt tangiert deine Masterthesis geschrieben o.ä. dann könnte das schon klappen. Dazu kommen noch 3 Punkte für eine 3+ im Master und bis zu 2 Punkte für mögliche familiäre Gründe die du noch hinbacken müsstest/könntest.

Wenn du noch 2 Semester für dein Biostudium veranschlagst, und nochmal 5-6 für einen Master der dann sorgfältig geplant wird (Forschung) in Bezug auf das Medizinstudium, dann verlierst du trotzdem weniger Zeit als jetzt u.U noch 8 Jahre zu warten. Und du hast trotzdem die Möglichkeit parallel den (wahrscheinlich aussichtslosen) Quereinstieg zu versuchen, da du ja mit Biochemie, sicherlich schon Bio, Chemie, Physik, Biochemie, und Physio o.ä. an Scheinen abdecken kannst.

Kardio86
02.09.2015, 18:41
PS: Mit deinen 23 Jahren bist du noch sehr jung und hast noch viel Zeit das ganze hinzudeichseln. ;) Lass dich da nicht zu sehr unter Druck setzen irgendwie jetzt möglichst schnell in die Berufstätigkeit zu kommen. uU stehen dir noch 40 Jahre Berufsleben bevor ;) (Renteneintrittsalter wird ja sicherlich irgendwann bei 70 sein..)

EVT
02.09.2015, 19:00
Zweitstudium wird auch immer schwieriger... Das würde ich nicht empfehlen.
Viele mit 10 Punkten wurden dieses Semester rausgelost.
Quereinstieg über Bio würde ich ebenfalls nicht empfehlen.

Wenn man nicht warten will, sollte man ins Ausland gehen. Viel mehr Möglichkeiten gibt es nicht. Aufs Losverfahren sollte man sich nicht verlassen und Klagen kostet sehr viel Geld. Wobei da die Chancen wieder gestiegen sein sollen.

hoppel228
02.09.2015, 19:20
Zweitstudium ist ein fast sicherer Weg, keinen Platz zu bekommen. Mit 6 Semestern Bio solltest du auf alle Fälle die Scheine für Bio, Chemie und Physik bekommen. Kannst dich für's 2. Semester bewerben. Und wenn du viel Glück hast, kommst in Göttingen rein. Alternativ noch im Ausland probieren.

][truba][
02.09.2015, 19:23
Ich wollte noch anmerken, dass das natürlich Unsinn ist, dass man nicht mehr als 16 Wartesemester sammeln kann.

LG Thomas

Lilium92
10.09.2015, 11:20
Naja - ihr merkt sicherlich, dass mich das Biostudium extrem verunsichert hat. Ich hab mir damit sprichwörtlich keinen Gefallen getan, wenn ich bedenke dass ich mit Bafög-Schulden um die 14 000 ins Berufsleben als Pfleger starte, um dann noch irgendwie in den Wartezeitjahren das nötige Geld für das Studium zusammenzukratzen.

Und selbst der Beruf des Pflegers verursacht momentan Zweifel nach einem vierwöchigem Praktikum, mich interessiert daran tatsächlich nur der Medizinische Aspekt - ich war fasziniert von den Anästhesiepflegern/Schwestern bzw. den Leuten im OP und auf Intensiv. Allerdings ist die körperliche Arbeit in dem Beruf nicht zu unterschätzen. Ich bin eher der Strich in der Landschaft, vom Körperbau her :) Auf normalen Stationen hab ich mich so sehr gelangweilt wie noch nie - Denken ist dort praktisch verboten - Etwas was mir nicht wirklich gefallen hat, da ich mich gerne im Beruf weiterentwickeln möchte.

Mir liegt vor allem dieses : Finde den Fehler --> Finde eine Lösung --> Wende Sie an - Denkroutine - und genau das gefällt mir am Arztberuf am meisten :)

Rein aus meiner emotionalen Sicht würde ich grade sagen, dass ich vor einer Art Torschusspanik stehe: Schlechtes Abitur , Schulden und der Wunsch Medizin zu studieren, weil es mich wahnsinnig interessiert. Aber die Entscheidung muss für mich endlich fallen. Ich komme leider aus einem Elternhaus, dass mich dahingehend leider nicht unterstützen kann - also muss ich mir das alles selbst erarbeiten.

Im Prinzip würde ich sagen: Der große Wille ist da - ein großes Interesse besteht auch - aber die Angst meine jungen Jahre für alles zu investieren ohne zu wissen ob ich jemals einen Studienplatz bekomme (aufgrund der möglichen Reformen, die noch kommen) und dann mit Mitte 30 zu sagen, dass es nun leider zu spät ist sich beruflich neu zu orientieren, falls was schief gehen sollte, sitzt mir leider sehr sehr tief im Nacken. Eben weil ich weiß, dass ich das alles selber schaffen muss.

Als eine feste Persönlichkeit würde ich mich daher im Moment nicht bezeichnen. Ist aber anscheinend nichts unnormales in dem Alter - vor allem nicht mit diesem Lebenslauf.

Würde ich das rein rational betrachten, würde ich sagen dieser Plan ist mehr Wahnsinn als sinnvoll im Moment. Alles andere kommt über die Jahre.

*seufz* Eigentlich hatte ich mir immer vorgenommen NICHT zu den gescheiterten Existenzen zu gehören, die ihr Studium abbrechen und dann lebenslang einen Beruf bzw. Hilfsarbeit ausüben, den/die Sie hassen.

Ich fange langsam schon an zu glauben, dass ich lieber irgendwie noch informatik studieren sollte um wenigstens irgendwas sinvolles in der Tasche zu haben, obwohl ich gar nicht der PC- Typ bin und mich bisher nur Naturwissenschaften wie Bio und Chemie sehr stark interessiert hatten (hier war ich allerdings immer ein ASS - vor allem in Chemie). Aber Wunsch und Arbeitsmarktrealität sind zwei verschiedene Dinge.

Lg Tom

Kiddo
10.09.2015, 12:20
Wenn dich Anästhesie und OP reizen, warum keine Ausbildung als ATA oder OTA?

par
10.09.2015, 12:31
Man sollte grundsätzlich keine Entscheidungen aus "Torschusspanik" heraus fällen, diese berücksichtigen selten die längerfristigen Konsequenzen einer Entscheidung. Mit Mitte 30 als AA zu beginnen, ist für die Klinik nicht hoffnungslos zu spät :-) welchen Beruf du auch immer wählst, du wirst ihn sehr lange - länger, als die Planung und das Studium dorthin - ausüben, berücksichtige das. Ausserdem hast du bisher auch einiges in den Naturwissenschaften gelernt, wer weiss, vllt entwickelst du mit echtem Interesse ein Engagement, das man sich bei vielen, die Med studieren, zB weils der Schnitt hergibt, nur wünschen würde und findest sogar Wege, diesen Wissensvorsprung aktiv und sinnvoll sogar während des Studiums zu nutzen!

davo
10.09.2015, 12:46
Dein Hauptproblem sind IMHO einerseits deine Schulden, und andererseits deine (Selbst)Zweifel und vielleicht zu hohen Erwartungen. Ich seh das selbst immer wieder: manche Leute verschwenden wahnsinnig viel Zeit und Kraft damit, sich über all das aufzuregen, was sie im Rahmen des Studiums machen müssen, aber was sie nicht interessiert - meine Strategie war immer, das ganz pragmatisch zu sehen, und es einfach zu machen.

Dein Alter wäre überhaupt kein Problem - ich hab selbst mit Ü30 angefangen, war seit über 10 Jahren aus dem Lernen draußen, und es war auch kein Problem.

Die Frage ist vielmehr: bist du "psychisch bereit" mindestens 7 Jahre, vermutlich eher 8, 9 Jahre, zu warten, sprich mindestens 4 Jahre, vermutlich eher 5, 6 Jahre als Pfleger zu arbeiten.

Eine denkbare Alternative: du bewirbst dich in Österreich fürs Medizinstudium. Dann könntest du im Idealfall direkt nach der Ausbildung mit dem Studium anfangen. Die Ausbildung würde ich trotzdem machen, da du einen sicheren Brotberuf brauchst um deine Schulden abbauen zu können, und um dir das Studium finanzieren zu können.

Die wichtigste Anforderung wird aber sein, dass du dich damit abfindest, dass es in der Ausbildung und im Beruf und im Medizinstudium viele Sachen geben wird, die dich nicht interessieren. Es ist naiv zu erwarten, dass immer alles super interessant und super toll sein wird. Sieh die Ausbildung deshalb als Mittel zum Zweck an, statt dich zu sehr über die negativen Aspekte aufzuregen. Das kostet nur viel zu viel Kraft, und bringt dir überhaupt nichts, außer schlechte Laune.

Kiddo
10.09.2015, 12:59
davo, gut auf den Punkt gebracht.

EVT
10.09.2015, 16:12
Eine Ausbildung im medizinischen Bereich ist doch auch etwas Sinnvolles. Ich dachte auch spontan an eine Ausbildung im OP-Bereich, es muss ja nicht GuK sein.
Was bringt es dir, halbherzig Informatik zu studieren? Dann lieber eine Ausbildung, die dich sehr interessiert und danach noch Medizin. Mit einem Studienabschluss wirst du zum Zweitstudenten für Medizin und das ist unglaublich schwierig.

Vor den Reformen würde ich jetzt noch keine Angst haben. Ich persönlich denke zwar schon, dass es sie geben wird, aber es wird noch dauern und es wird sicherlich Übergangsfristen geben. Du bist ja nicht der einzige Abiturient, der auf die jetzige Wartezeitlösung setzt.

Zur Sicherheit würde ich mich aber jetzt immer schon bei HSS bewerben, um das Interesse am Studium eben nachweisen zu können, ggf. ist das auch hilfreich bei der Krankenkasse später und du könntest einen Teilstudienplatz ergattern. ;-)

Wann muss man denn Bafögschulden zurückzahlen?

Lilium92
10.09.2015, 16:39
Also als Zweitstudent hätte ich sowieso so gut wie keine Chancen auf den Platz, daher habe ich keinen Abschluss gemacht :) Leider sind das 3 Jahre "vergeudete" Lebenszeit und 14 000(Eigentlich 16000 und ich müsste nur 8000 zurückzahlen - aber mit abgebrochenem Studium nehmen die das leider sehr ernst und wollen das ganze Geld sofort zurück - zumindest bei mir) die mir das Bafögamt für das Biologiestudium bereitgestellt hat, die ich nun zurückzahlen muss.

Nessiemoo
10.09.2015, 16:54
Hm, ich würde auf jedem Fall dir raten eine gute Wartezeitbeschäftigung zu überlegen - eine solche, die du eben auch falls du in der Tat nicht mehr reinkommst (was ich eigentlich nicht glaube...Wartezeit ist doch recht fest in deutsches Rechts&Bildungsystem verankert) auch glücklich ausüben kannst und dich nicht auf selbst-erfüllende Vorhersagen zu fixieren (Ich werde auf jedem Fall eine Depression kriegen, wenn ich kein Medizin studieren kann).

Überlege was dir genau an Medizin gefällt und suche ein Beruf/Studium in Ausland, was dir etwas ähnliches bietet.

EVT
10.09.2015, 19:39
Die Wartezeit wurde gewählt, damit alle Bewerber die Chance auf einen Medizinstudienplatz haben. Man könnte aber auch ein anderes Verfahren benutzen, wenn dies politisch gewollt wäre.
Eine Chance ist keine Garantie, siehe Link.


http://www.mft-online.de/files/10.00_fr_omft2013_thews.pdf

Basti2k17
07.11.2018, 12:43
Mach das wo du am ehesten selbst von überzeugt bist, Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen.