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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Haken halten im PJ - Wie oft ist normal? Was muss man hinnehmen?



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epeline
12.01.2016, 13:04
Ernsthaft? Weil der einzige PJ-ler in der Abteilung nicht tagelang mault sondern ab und an mal die Zähne zusammen beißt, fliegt ein Assistenzarzt raus bzw. wird eine Stelle gestrichen? Findest du das nicht etwas zu weit hergeholt?

Stephan0815
12.01.2016, 14:25
Da die heutigen Kliniken marktwirtschaftlich geführt sind, ist das die Realität. Warum sollte man sich eine weitere, teure Assi-Stelle anschaffen, wenn die verbliebenen Assis mit ein paar Überstunden, den Laden schon am Laufen halten? Warum nen neuen Hakenhalter bezahlen, wenn man nen kostenlosen, maulenden PJ hat?
Natürlich ist das so. Zeig mir die Geschäftsführung, die sich anders verhält, ich bewerb mich sofort.

EVT
12.01.2016, 16:02
Bei uns stand das im Logbuch durchaus. Nadellegen und Blutabnehmen sogar in jedem Tertial, OP-Assistenzen natürlich nicht in Innere.

Bei uns steht das auch. Deshalb habe ich ja auch "nicht nur Blutabnehmen und Hakenhalten" geschrieben. ;-)

Er hat ja auch geschrieben, dass er die SHKs, die fürs Hakenhalten bezahlt werden, nicht gesehen hat. Warum auch Geld dafür ausgeben, wenn ein PJler es gratis macht?
Beim Blutabnahmedienst bei uns das gleiche... Aber auf diese Stationen rotiert dann eben kein PJler mehr, wir können es uns zum Glück aussuchen.

Miss_H
12.01.2016, 16:04
Und ganz ehrlich, man muss im Leben auch mal was aushalten.
Selbst im tollsten und spannendsten Fach wird dir als Assistenzarzt immer mal was unangenehmes zugemutet werden. Willst du dann auch kündigen?


Ich bin auch Feuerblicks und epelines Meinung. Man muss schon auch bisschen was aushalten können und an die Verrichtung unangenehmer Aufgaben kann man sich in Hinblick auf die Assistenzarztzeit gleich mal gewöhnen.

Ich finde, dass man nix aushalten muss und sich auch nicht an etwas gewöhnen muss. Nur weil die Assistenzarztzeit scheiße ist, muss man sie noch um ein Jahr verlängern und sich schon im PJ ärgern lassen? Nein danke.


Aber Hakenhalten und Blutabnehmen gehört nicht dazu, wenn es das normale Maß nicht übersteigt.
Und was ist das normale Maß? Bestimmt nicht eine Woche nur im OP zu stehen.


Einfach durchhalten, nach einer Woche kann man eh noch nix sagen und die vier Monate gehen ruck zuck rum. Vorallem mit ein paar Urlaubstagen :-))

Man muss nicht durchhalten und nach einer Woche kann man schon ganz schön viel sagen. Denn die Station wird in den nächsten Wochen bestimmt nicht besser besetzt sein. Wenn man jetzt nicht den Mund auf macht und sagt, dass man neben dem OP noch andere Dinge lernen möchte, dann wird das auch in den nächsten Monaten nix.

EVT
12.01.2016, 16:08
Wenn ich mich schonmal an die Assistenzzeit gewöhnen soll, will ich mich auch schon mal an das Gehalt gewöhnen. :-))

Wenn es später total scheiße ist, wird gekündigt, fertig. Da muss ich auch nichts aushalten.
Zwischen "mal was unangenehmes machen" und "nur unangenehmes machen" liegt ein großer Unterschied.
Für mich kam es so rüber, als hätte er seine Wünsche durchaus schon angesprochen, wurde aber immer auf später vertröstet.

Thunderstorm
12.01.2016, 16:46
Wenn ich mich schonmal an die Assistenzzeit gewöhnen soll, will ich mich auch schon mal an das Gehalt gewöhnen. :-))

:-top you made my day!

-Julchen-
12.01.2016, 20:00
W
Für mich kam es so rüber, als hätte er seine Wünsche durchaus schon angesprochen, wurde aber immer auf später vertröstet..

Hab ich nicht so verstanden, aber wenn das so ist, dann gehts natürlich nicht. Und ich bin definitiv die Letzte, die im PJ nicht den Mund aufgemacht hat oder sich hat ausnutzen lassen! Da seh ich das wie ihr, ausbeuten lass ich mich, wenn ich 10x soviel verdien wie im PJ (jaja, ich war in nem Haus mit miserabler Bezahlung:-oopss)

Autolyse
13.01.2016, 09:27
[...] Klar lernt man nix, aber wenigstens wird man nicht angepampt![...]
Das ist das Ziel des Chirurgie-PJs? Hauptsache nicht angemacht werden, dass man nichts mitnimmt ist schon egal...O RLY? Das hat nichts mit dem Sinn und Zweck des PJs zu tun. Du findest es auch normal, dass man im Innere-Tertial nichts von der Visite mitbekommt, weil man erst mal bis Mittags auf mehreren Stationen Blut abnehmen muss?

ehem-user-02-08-2021-1033
13.01.2016, 14:02
Manchmal habe ich das Gefühl bzw. die Sorge, dass Studenten und PJler sich wie Kinder verhalten.
Leute ihr seid erwachsen und habt einen Mund.
Das bedeutet aber nicht, dass ihr nun sagt: "Ey, ich hab keinen Bock auf OP."

Das fängt viel grundlegender an.
Es ist klar, dass es in der UCh für Studenten mega blöde Operationen gibt. --> Kein Chirurgie-Tertial in diesen Fächern, wenn man den OP nicht mag.

Dann ist es so, dass man durchaus mal "do, ut das" (für die Lateiner) praktizieren darf.
Ihr übernehmt sämtliche Deppenaufgaben auf Station und seit in der Stationsarbeit hoch motiviert (Blutentnahmen, Befunde organisieren, Arztbriefe etc.). Dann kann man auch mal guten Gewissens auf euch im OP verzichten.
Das müsst ihr halt kommunizieren.

Aber nicht:
Heul, hab keine Lust. Die Ausbildung ist schlecht etc. Ihr seid als PJler Gast im Team. Das ist ein geben und nehmen.
Ich kriege für den PJler keinen Euro extra.
Wenn mich der PJler nervt, dann komme ich auch gut ohne ihn aus. Er lernt dann aber auch nix von mir.

ehem-user-02-08-2021-1033
13.01.2016, 14:02
Manchmal habe ich das Gefühl bzw. die Sorge, dass Studenten und PJler sich wie Kinder verhalten.
Leute ihr seid erwachsen und habt einen Mund.
Das bedeutet aber nicht, dass ihr nun sagt: "Ey, ich hab keinen Bock auf OP."

Das fängt viel grundlegender an.
Es ist klar, dass es in der UCh für Studenten mega blöde Operationen gibt. --> Kein Chirurgie-Tertial in diesen Fächern, wenn man den OP nicht mag.

Dann ist es so, dass man durchaus mal "do, ut des" (für die Lateiner) praktizieren darf.
Ihr übernehmt sämtliche Deppenaufgaben auf Station und seid in der Stationsarbeit hoch motiviert (Blutentnahmen, Befunde organisieren, Arztbriefe etc.). Dann kann man auch mal guten Gewissens auf euch im OP verzichten.
Das müsst ihr halt kommunizieren.

Aber nicht:
Heul, hab keine Lust. Die Ausbildung ist schlecht etc. Ihr seid als PJler Gast im Team. Das ist ein geben und nehmen.
Ich kriege für den PJler keinen Euro extra.
Wenn mich der PJler nervt, dann komme ich auch gut ohne ihn aus. Er lernt dann aber auch nix von mir.

Solara
13.01.2016, 16:33
Wie meinst du das, kein Chirurgie-Tertial in diesen Fächern, wen man den OP nicht mag?
Bei mir damals war es vorgeschrieben, UCH und ACH machen zu müssen. Mit OP. Netterweise waren es viele PJler und einige, die in der jeweiligen Abteilung anfangen wollten, so dass meine OP-Auftritte sehr übersichtlich waren.

Wobei bei deutlich unmotivierten PJlern meine Lust was zu erklären oder zu machen deutlichst nachlässt. War aber bislang nur einer, der jegliche Mithilfe ablehnte und dann jammerte, wenn ihn keiner irgendwelche interessanteren Sachen machen ließ.
Die 99% anderen ;-) sind oft sehr interessiert und motiviert und dürfen dementsprechend viel machen und bekommen erklärt.

davo
13.01.2016, 17:07
Man bekommt keinen Cent extra, weil die Lehre eigentlich verpflichtender Teil der Tätigkeit als Arzt ist :-p

Außerdem scheint es genug Leute zu geben, die sich chirurgische Spezialgebiete (wie z.B. NCH) als normales Chirurgie-Tertial bescheinigen lassen. Aber da kenn ich mich selbst noch überhaupt nicht aus, da ist ja auch noch genug Zeit hin :-))

Feuerblick
13.01.2016, 17:11
Man bekommt keinen Cent extra, weil die Lehre eigentlich verpflichtender Teil der Tätigkeit als Arzt ist :-p

Jepp... und glaub mir, DARÜBER wirst du als Arzt noch oft genug fluchen, wenn du zwischen Stationsarbeit/Ambulanz/OP/Studien/Arztbriefen/usw dann auch noch Studenten am Hals hast, die bespaßt werden wollen. Ja, ich hab es gerne gemacht, aber Zeit war trotzdem nicht... und Geld gabs dafür auch nicht ;-)

davo
13.01.2016, 17:33
Dessen bin ich mir sicher ;-)

Trotzdem bin ich nach wie vor im naiv-studentischen Glauben, dass ich es schaffen werde, ohne daran zugrunde zu gehen - mal sehen was ich in 5, 10, 15 Jahren sagen werde :-))

epeline
13.01.2016, 17:37
Naja, wobei die Lehrbeauftragten ja oftmals nicht die Assis sind, sondern die höhren Riegen, die sich da aber sehr gern zurück halten.
Vor allem an nichtuniversitären Häusern!

ehem-user-02-08-2021-1033
13.01.2016, 17:38
Bei mir damals war es vorgeschrieben, UCH und ACH machen zu müssen. Mit OP. Netterweise waren es viele PJler und einige, die in der jeweiligen Abteilung anfangen wollten, so dass meine OP-Auftritte sehr übersichtlich waren.



Das ist nicht überall so...

Solara
13.01.2016, 18:12
Das ist nicht überall so...

An meiner Uni schon. Bis heute.

ehem-user-02-08-2021-1033
13.01.2016, 20:05
An meiner Uni schon. Bis heute.

Dann kann man sich Alternativen suchen, wenn man möchte bzw. es einem so wichtig wäre.

Solara
13.01.2016, 22:05
Uni wechseln?
Ist nicht immer möglich, bei nicht wenigen hängen Familie oder berufliche Verpflichtungen dahinter, die einen Wechsel in eine andere Stadt/Uni unmöglich machen.

Ich beschreibe, wie an dieser bestimmten Uni die Vorgaben sind. Nichts weiter.

Zudem finde ich es sinnvoll, zumindest die beiden größten Disziplinen in der Chirurgie gesehen zu haben, anstatt nur Neurochirurgie und Handchirurgie zu machen.
Am eigenen Haus wird übrigens durch alle Disziplinen rotiert. Wenn man will. Ansonsten nur durch die "großen" und die Ambulanz. Plus NEF bei Wunsch.

Feuerblick
14.01.2016, 06:05
Naja, wobei die Lehrbeauftragten ja oftmals nicht die Assis sind, sondern die höhren Riegen, die sich da aber sehr gern zurück halten.
Vor allem an nichtuniversitären Häusern!"Lehrbeauftragter" heisst nicht zwingend, dass der auch derjenige ist, dem man die Lehre aufs Auge drückt... In vielen Häusern geben die Beauftragten den Job an die Assistenten oder Fachärzte weiter.