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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Chirugie: Weniger Assistenten gleich bessere Ausbildung?



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BadGateway502
25.01.2016, 17:38
Bei uns sind 6 Assis fast zeitgleich abgehauen...

"Junge Assistenzärzte unter Druck"

"Viele Medizinstudenten legen bei ihrer Examensfeier eine moderne Form des hippokratischen Eides ab, das Genfer Gelöbnis. Damit verpflichten sie sich, die Gesundheit ihrer Patienten als oberstes Anliegen zu betrachten. Doch im Berufsalltag merken sie schnell: Kliniken sind Wirtschaftsunternehmen, sie werden effizient geführt und sollen teilweise hohe Renditen erwirtschaften. Für die Ausbildung der Assistenzärzte hat das Folgen: sie gelten oft als billige "Ersatz-Ärzte", türmen Überstunden auf, Nachweise für die Facharztausbildung werden manipuliert."

http://www.ardmediathek.de/tv/Kontraste/Junge-Assistenz%C3%A4rzte-unter-Druck/Das-Erste/Video?documentId=32179576&bcastId=431796

Thomas24
26.01.2016, 22:04
Es gibt halt solche und solche Chefärzte, einige legen Wert auf Weiterbildung andere eben nicht, da muss sich jeder selbst an die Nase packen. Falls ein Chefarzt da keinen Wert auf eine vernünftige und strukturierte Weiterbildung legt, dann spricht sich das schnell rum und dann wird es auch schwierig qualifiziertes Personal zu finden.Ich meine zu behaupten, dass ein "zu wenig an Assistenten" gleichbedeutend ist mit "gar keiner Ausbildung". Von daher ist es doch nur fair, wenn die entstehenden Personallücken durch ausländische Kollegen geschlossen werden, weil hier zu Lande die eigenen Ärzte in attraktivere Gegenden mit besseren Arbeitsbedingungen, optimierten Weiterbildungsangeboten und besserer Bezahlung ziehen. Die dabei entstehenden Personallücken müssen dann irgendwie anders besetzt werden... Es gibt Chefärzte bzw. Kliniken die sogar aktiv aus dem Ausland anwerben.

Das ganze wird ja immer mehr zu einer europäischen Mediziner Rotation... Dt. Ärzte nach Skandinavien, UK, NL, Schweiz, Osteuropäer/ Araber nach Deutschland, Und in Osteuropa sind dann Ukrainer... und in der Ukraine ist niemand mehr.

Stichwort "Danke, wir gehen" in Tschechien im Jahr 2010- Wir sind die Nutzniesser gewesen, ehrlicherweise würden bei uns mittlerweile ohne die ausländischen Kollegen in vielen Abteilungen die Lichter ausgehen.

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/medizinermangel-europaeische-aerztewanderung-1.2292244

http://www.radio.cz/de/rubrik/kaleidoskop/unmut-der-leidensfaehigen-warum-3000-tschechische-aerzte-das-handtuch-werfen-wollen

http://www.sz-online.de/sachsen/danke-wir-gehen-343441.html

SineNomine
06.01.2017, 10:14
Wir als Ärzte sind NICHT die Nutznießer.

Wir hätten bessere Arbeitsbedingungen, wenn man NICHT auf Osteuropa einfach zurückgreifen könnte mit automatischer Approbation. Ich muss meine Arbeitsbedingungen so lange nicht verbessern, wie ich Leute finde, die zu den Bedingungen arbeiten. Diese ganze Berufs- und Niederlassungsfreiheit ist ein zweischneidiges Schwert, egal wie viel Positivismus da seitens der Politik reingepulvert wird.

Die Lichter würden auch bei uns auch ohne Osteuropa nicht ausgehen - aber man müsste mit besseren Arbeitsbedingungen um Mediziner kämpfen.

Kackbratze
06.01.2017, 22:28
Die Lichter würden auch bei uns auch ohne Osteuropa nicht ausgehen - aber man müsste mit besseren Arbeitsbedingungen um Mediziner kämpfen.

Und die Mediziner fehlen doch trotzdem irgendwo. Wenn die Kliniken ihre Ärzte halten, fehlen die Niedergelassenen und umgekehrt. Zwischen Nachwuchs und Rente klafft eine Lücke.

SineNomine
07.01.2017, 07:05
Und die Mediziner fehlen doch trotzdem irgendwo. Wenn die Kliniken ihre Ärzte halten, fehlen die Niedergelassenen und umgekehrt. Zwischen Nachwuchs und Rente klafft eine Lücke.

Das stimmt so natürlich, da hast Du recht. Sobald die Lücke gefüllt ist, tritt dennoch o.g. Situation ein. Freizügigkeit ist insofern ein Vorteil, dass wir auch mit den Füßen abstimmen können und ins Ausland gehen können. Wer soweit mobil ist oder sein will, kann das zu seinem Vorteil nutzen.

Für die hiesigen Arbeitsbedingungen und den deutschen Markt hat es langfristig eher negative Folgen, weil der Druck zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen weg fällt.

Lava
07.01.2017, 09:32
Wer soweit mobil ist oder sein will, kann das zu seinem Vorteil nutzen.


Aber wieviele wollen das wirklich? Weit weg von der Familie, andere Sprache, andere Mentalität. War für mich z.B. nie eine Option.

Lava
07.01.2017, 09:32
Wer soweit mobil ist oder sein will, kann das zu seinem Vorteil nutzen.


Aber wieviele wollen das wirklich? Weit weg von der Familie, andere Sprache, andere Mentalität. War für mich z.B. nie eine Option.

SineNomine
07.01.2017, 11:16
ich für meinen Teil nicht, weshalb die Arbeitnehmerfreizügigkeit und die automatische Anerkennung aller europäischen Abschlüsse für meiner einer (und wahrscheinlich für die Mehrheit von uns) sicherlich mehr negative als positive Folgen hat.

Kackbratze
07.01.2017, 15:30
Ich denke irgendwann wir das Pendel umschlagen und wir, sofern wir eine gute Ausbildung genossen haben, werden uns dann im europäischen Ausland mit einem guten Gehalt den Lebensaben finanzieren.
Es ist ein geben und nehmen, zur Zeit ist hier noch so viel Geld im System, so dass die schlechten Bedingungen für manche noch auszugleichen sind. Irgendwann ändert sich das, und dann wandern wir wieder weiter.
Auch wenn man gebunden ist, alles macht man auch nicht mit.

Tito333
22.01.2017, 15:17
Aber wieviele wollen das wirklich? Weit weg von der Familie, andere Sprache, andere Mentalität. War für mich z.B. nie eine Option.

Man muss dann ja ein Verständnis für ausländische Ärzte haben, sie haben also viel erlitten :)

SineNomine
22.01.2017, 18:10
Man muss dann ja ein Verständnis für ausländische Ärzte haben, sie haben also viel erlitten :)

Ich glaube gegen die hat niemand was. Die sind letztlich auch nur getriebene der Politik, die das so einrichtet - ich halte die politischen Maßnahmen zur Arbeitsplatzmigration für - für uns - nicht sonderlich förderlich. Das hat mit den einzelnen Menschen, die das nutzen oder nutzen müssen gar nichts zu tun. So viel Differenzieren sollte man dann schon ...