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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizinstudium mit 35 und 3 Kindern



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Qbi
10.10.2016, 17:38
@Arrhythmie: Tübingen hat den Vorteil, dass man auch schon zum SS durchstarten kann. Bist Du zufrieden? Gibt es im Internet Beispielstundenpläne? Ich habe nichts gefunden. Hätte mich dafür mit Zugangsdaten einloggen müssen, die ich ja nicht besitze...

Arrhythmie
10.10.2016, 18:50
Gibt es - aber, wie Du schon herausgefunden hast, halt nicht einsehbar für Leute ohne Zugangsdaten.

Ja, ich bin zufrieden.

fMRI
11.10.2016, 01:30
1) Wenn jemand eine schlechte Erfahrung gemacht hat, heisst das nicht, dass die "ganze Uni" so ist. Oft ist ja nur ein/e Dozent/in dafür verantwortlich oder Persönlichkeiten passten nicht... Das wäre kein wirklich seriöses "Auswahlkriterium".

2) Du solltest Dir die am "logistisch" einfachste Uni aussuchen. Für Dein Studium bist *Du* verantwortlich, also nicht auf "Nettigkeit" von anderen setzen sondern auf "Machbarkeit". Du musst es durchziehen, suche also das aus, was logistisch am einfachsten ist. (Kann z.B. auch sein, dass es x Züge jede Stunde nach y gibt, aber weniger Züge pro Stunde zum anderen Ort (also sich die Fahrzeit mit der Wartezeit auf den Zug bereits mehr als kompensiert). Vielleicht sind ja auch die Züge in eine Richtung total überfüllt (man muss stehen etc.), in die andere Stadt aber nicht (dann vllt. ein paar Minuten länger fahren und einen Sitzplatz ergattern). In der einen Stadt ist die Uni quasi am Hauptbahnhof, in der anderen Stadt schlurft man erst mal noch vor Ort herum. Etc. :-)

3) Wenn Du über Wartezeit reinkommst wirst Du möglicherweise einen Sozialkriterium-Antrag stellen müssen, dass Du an die Wohnort-nächste Uni kommst. Informiere Dich darüber bei Hochschulstart (nur weil Du lange "gewartet" hast, heisst dass nicht, dass man Dir "jeden" Ortswunsch erfüllt, da musst Du möglicherweise mit Familie/Wohnort-nähe etc. argumentieren.) Vielleicht grenzt das bereits Deine "Auswahl" ein (und Du musst Dir dazu keine Gedanken machen).

4) Ärztin wirst Du überall.

PS: Bei nächtlicher Tätigkeit werde ich besonders pragmatisch: Haste Problem?, hier haste Lösung! ;-)

Arrhythmie
11.10.2016, 06:57
Ja. So sehe ich das auch.
Du schwenkst um wie ein Röschen im Winde... Ich hab nun was nicht ganz negatives gesagt, jetzt scheint Tübingen wieder im Rennen ;-) Das ist jetzt gar nicht böse gemeint, aber schau einfach mal was DEINE Kriterien sind. Sich auf Aussagen Einzelner zu verlassen kann sehr schnell schief gehen, denn: Es kommt immer auf den Einzelfall an.
In Tübingen beginnt man zwar auch zum Sommer aber es gibt Kurse die nur im Winter laufen und man kann auch hier -wenn man ungünstig durchfällt- Zeit verlieren, da man dann zB nicht zum Präp Kurs kann (weil der auch nur 1x im Jahr stattfindet)

Pendeln ist ein Kriterium. Allerdings ist es oft auch nicht so furchtbar wie es dargestellt wird. Man muss ja immer die Lebenssituation miteinbeziehen und den "Gewöhnungsfaktor"... Ich pendel zB auch (und nicht nur 20 süße Minütchen mit dem Bus, sondern mit dem Auto und auch ne längere Strecke) und für mich ist es einfach immer schon so gewesen. Von daher ok und meine allerbeste Alternative die ich auch nicht aufgeben würde, eben aus bestimmten Lebensumständen heraus. Könnte für andere auch der Horror sein. Für mich wärs der Horror meinen Partner kaum mehr zu sehen nur weil ich neben der Uni wohnen wollte.

Du siehst - alles ist so individuell. Deshalb: Schau was DIR wichtig ist.

Qbi
11.10.2016, 07:33
Guten Morgen!

Ja, ihr habt alle Recht. Ich merke selbst, dass ich auf der verzweifelten Suche nach Gewissheit und DER richtigen Lösung bin. Gewissheit werde ich nicht bekommen, wenn ich es nicht einfach probiere. Tübingen scheidet wohl aus, weil ich mit dem Zug ewig unterwegs wäre und mit dem Auto steckt man auf dieser Strecke überall fest. Heidelberg und Mannheim sind noch im Rennen, wobei ich wie gesagt zu Mannheim tendiere, weil mich das MaReCum (zumindest zu diesem Zeitpunkt noch) überzeugt.

Ich danke euch allen für eure Beiträge, Tipps und die vielen Infos. Ich bin begeistert, dass ihr euch Zeit genommen habt, meine Fragen zu beantworten und mich an euren Erfahrungen teilhaben lassen habt.

Arrhythmie
11.10.2016, 07:58
Tübingen scheidet wohl aus, weil ich mit dem Zug ewig unterwegs wäre und mit dem Auto steckt man auf dieser Strecke überall fest.

Ja, also mit dem Auto kommt es -wenn man es mal etwas differenzierter betrachtet- stark drauf an von wo man fährt und welche Straße man benutzt ;-) Und das geht teilweise wunderbar (aber eben nicht immer und man muss bestimmte Zeiten einhalten bzw. wissen wann gut und wann schlecht). Ich bin manchmal schneller als Leute aus Käffern nebenan wenn sie den Bus verpassen.
Aber da es eh ausscheidet, brauch ich nicht weit ausholen.

Alles Gute und viel Erfolg :-)

Qbi
11.10.2016, 08:30
@ Arrhythmie: Eigentlich scheidet Tübingen nur wegen der Fahrtweg aus. Ansonsten hängt mein Herz nämlich an Tübingen, wo ich z.B. auch meine 3 Kinder zur Welt gebracht habe. Wie fährst Du denn? Aus welcher Richtung kommst Du? Wieviel Zeit rechnest Du für den Fahrtweg ein, wenn Du früh morgens eine Pflichtveranstaltung hast?

Qbi
11.10.2016, 08:30
*Tausche gegen: des Fahrtwegs ;-)

Arrhythmie
11.10.2016, 08:32
Hast PN

davo
11.10.2016, 08:49
1. Es kommt drauf an, mit welchem Vollzeitjob man vergleicht :-p Im Vergleich zu meiner Uni-Stelle, die ich vor dem Studium hatte, war die Vorklinik viel anstrengender.

2. Für mich persönlich wäre tägliches Pendeln der absolute Horror. Ich würde sagen: Gerade in einer Situation wie der deinen ist das Wichtigste, dass die Logistik gut funktioniert, und man möglichst wenig Zeit verliert. Dass die Kinderbetreuung gut funktioniert. Dass man Zeit zum Lernen, aber auch Zeit für den Partner und die Familie hat. Usw. Wichtig ist auch, dass man die Zeit door-to-door berücksichtigt - oft geht an den Schnittstellen (wie z.B. Zug/Stadtbus) sehr viel Zeit verloren. Aber wie Arrhythmie völlig richtig schreibt: Es ist wichtig, dass du herausfindest, welche Kriterien dir wichtig sind.

3. Studienkonzept hin, Studienkonzept her - ich glaub nicht, dass das eine große Rolle spielt. Arzt wird man eben wirklich überall, und viele Unis, die in einer Hinsicht gut sind, sind in einer anderen Hinsicht nicht so gut. (Siehe Vorklinik vs. Klinik in Mannheim.)

4. Grundsätzlich machbar ist es auf jeden Fall. Gibt ja genug Leute, die es schaffen. Aber wichtig ist, dass Finanzierung, Kinderbetreuung und Lernzeit gesichert sind.

5. Es gibt relativ viele Studenten, die hauptsächlich in die Pflichtveranstaltungen besuchen. In der Vorklinik waren das bei uns ca. 20%, in der Klinik im Schnitt wahrscheinlich 60%. An anderen Unis noch mehr. Es ist also definitiv machbar. Ich persönlich finde zwar schon, dass einem dadurch viel entgeht, sowohl inhaltlich, als auch sozial, aber andere sehen das anders.

6. Die Lernzeit ist extrem unterschiedlich von Person zu Person. In der Vorklinik hab ich meist jede Woche drei bis vier Abende plus einen ganzen Samstag oder Sonntag gelernt. Andere haben deutlich weniger gemacht. In der Klinik hab ich bisher pro Klausur zwei bis zwölf Lerntage.

Also nochmal zur Zusammenfassung: Grundsätzlich machbar ist es auf jeden Fall, aber du musst vorher alles gut organisieren, Stundenpläne und Fahrpläne studieren, Kinderbetreuung organisieren, usw. usf.

Arrhythmie
11.10.2016, 09:11
Zu Punkt 1 von davo:

Ich finde man kann Arbeiten gehen mit Uni sowieso schlecht vergleichen. Es ist meiner Meinung nach ein Vergleich von Äpfel mit Birnen. Kommt ja auch zusätzlich noch auf die Art des Jobs an.
Als Student ist man immerhin mal einigermaßen "flexibel", kann auch VL sausen lassen, sich mal reinsetzten und früher gehen oder sowas. Als Arbeitnehmer ist man viel abhängiger.

MsLifeunderRock
13.10.2016, 16:54
Ich finde die Uni auch wesentlich angenehmer als Vollzeit zu arbeiten. Vor allem, wenn ich an die Schichtdienste in der Pflege zurückdenke. Und das obwohl ich nebenher auch noch arbeite.
Habe aber auch einige Kommilitonen, die sich nach ihrer Arbeit zurücksehnen. Einfach weil man fertig ist, wenn man nach Hause kommt.
Glaube aber, dass man durchaus mehr Zeit mit der Familie verbringen kann als bei einer Vollzeitstelle. In Klausurenphasen wird die Zeit dann aber für ein paar Wochen ziemlich eingeschränkt.

Ich sehe auch das Pendeln als schwierig an. Pendele selber ungefähr 1 Stunde 15min von Tür zu Tür (also inklusive aller Wege). Habe mir anfangs auch vorgemacht, gut im Zug lernen zu können. Aber dann ist es laut, man muss stehen oder ist einfach vom Uni-Tag geschafft. Dann muss ich halt abends zuhause lernen.
2/3 der Kommilitonen, die im ersten Semester gependelt haben, wohnen mittlerweile am Uni-Ort. Würde ich vermutlich auch, ich möchte aber auch unter der Woche jeden Abend meinen Mann sehen.


Im Endeffekt kommt es - wie schon mehrfach erwähnt - auf ne gute Organisation an. Es gibt Kommilitonen mit Kindern, die es gut schaffen und welche, die weit hinterher hinken.
Wenn das Netzwerk stimmt und auch mal im Notfall (Krankheitsfälle) die Kinder übernehmen kann, sollte es klappen können.

medicattt
16.10.2016, 13:56
Hallo! Ich bin jetzt 42 und Habe das Studium als Alleinerziehende mit 2+ Kindern(weitere Kinder nur am We da) durchgezogen. Mit den Kommilitonen um die 20 kam nie eine Freundschaft zustande. Wohl aber mit Frauen in aehnlicher Situation. Die haben aber nach und nach alle das Studium abgebrochen. So war Ich ab 6. Semester allein. Jetzt bin Ich im PJ . Wenn du es wirklich willst, wirst du es schaffen.

kk1909
01.11.2016, 18:41
Hallo Qbi! Ich bin vielleicht in einer ähnlichen Situation wie du. Bin mittlerweile schon 44 habe zwei Kinder, 6 und 9, ich pendle zwar nicht, aber ich arbeite in meinem alten Job als Intensivkrankenschwester 5-8 Nachtschichten im Monat, manchmal mehr. Ich bin jetzt im 3.semester, habe also noch nicht soooo viel Erfahrung. Bis jetzt ist es ganz gut gelaufen, ich habe keine "Altlasten", aber ich mußte Chemie und Biochemie wiederholen. Beim zweiten Mal hats dann geklappt! Ich bin zeitweise sehr gestresst, aber hauptsächlich stresst mich die Arbeit, ich habe so gesehen während des Semesters nie nen ganzen Tag frei. Aber ich bin so weit es geht immer abends zuhause und hole die Kinder gegen 16.00 ab, außer zwei Tage vor einer Prüfung, da lerne ich auch abends . Die Kinder haben mich praktisch fast jeden Nachmittag bis sie ins Bett gehen, an Wochenenden an lerne ich oft nicht den ganzen Tag. Ich studiere in München, von der Uni aus kannst du, wenn du Familie hast auch relativ leicht Seminare etc so tauschen, dass sie zeitlich passen. Ich versuche schon auch in die Nicht - Pflichtveranstaltungen zu gehen, aber in Phasen vor Prüfungen lerne ich lieber in dieser Zeit. So, jetzt habe ich dich genug zugetextet 😊, schöne Grüße, kk1909