Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Einstieg in Teilzeit oder Elternzeit während der Weiterbildung?



Seiten : 1 2 [3] 4

Fr.Pelz
13.02.2017, 12:35
Ich finde, es geht ziemlich viel, wenn der Partner mitzieht und man eine gerechte Lösung findet, in der beide weiterkommen. Ein befreundetes Ärztepaar hat es zb so gemacht, dass sie in der WB-Zeit schwanger wurde und wegen der Kinder naturgemäß pausiert hat (Chirurgie, Beschäftigungsverbot schon in der Schwangerschaft). Er hat den Facharzt natürlich schneller geschafft, ist aber nach der FA-Prüfung kürzer getreten, hat in TZ gearbeitet, damit sie ranklotzen kann und auch schnell den FA machen kann.

Bei mir ist es auch so, dass mein Mann pausiert hat und jetzt immer noch der flexiblere von uns beiden ist (mit natürlich Gehaltseinbußen) während ich trotz 2 Kleinkindern Vollzeit inkl Dienste arbeite und so in WB natürlich vorankomme (nachdem ich wegen der Kinder 1,5 J. pausiert habe).

tragezwerg
13.02.2017, 14:15
Auf dem Papier geht sicher alles. In der Realität läuft es aber oft anders. Beispiel in meinem Semester mit 2 Kindern während späterem klinischen Abschnitt hat über 3 Jahre länger gebraucht bis zum Examen, arbeiten geht immernoch nicht da passende Teilzeitstelle zu den Kinderbetreuungszeiten nicht so einfach ist. Ich habe als Berufsanfänger eine Stelle gleich gar nicht erst bekommen weil ich als Frau schwanger werden könnte und es einen männlichen Bewerber gab. Je weiter man dann in der Ausbildung schon ist desto eher hat man eben die Chance nicht ganz so sehr zurück zu fallen. Auf dem Papier gibt es in Deutschland Chancengleichheit in der Realität schaut es anders aus. Man kann davor die Augen verschließen, dann darf man aber nicht jammern wenn es dich nicht so klappt. Und manche Wege verbaut man sich definitiv. Ist ja auch ok wenn man sich dessen bewusst ist und das dann eben so entscheidet.

Das sehe ich auch so. Die Realität ist da oft eher ernüchternd, gerade was Karriere angeht. Ich habe auch Oberärztinnen mit Kindern (geschieden und die Kinder beim Vater, oder der Partner steckt beruflich zurück...und, Hand aufs Herz, wie viele Akademiker-Männer machen das wirklich?)
Und die Oberärzte mit Kindern haben halt ne Frau am Herd. Deshalb können sie problemlos Karriere machen.
Sobald man schwanger wird ist man in der Medizin für die Chefs nur noch ein Klotz am Bein, und das lassen die einen auch spüren. Wenn man das akzeptiert geht das natürlich, aber die Landung auf dem Boden der Tatsachen tut halt oft weh. Meine rosarote Brille ist jetzt jedenfalls kaputt :-nix

Colourful
13.02.2017, 16:46
Ich empfinde (?!) das jetzt nicht als ganz so schlimm, mag aber am Fachbereich liegen. Klar, ich mache Dienste und bin gut ausgelastet, arbeite allerdings ganz schön in Teilzeit und gehe dann trotzdem pünktlich. Für den Facharzt werde ich lange brauchen, aber im grossen und ganzen bin ich sehr zufrieden.

Miss_H
13.02.2017, 16:53
Das sehe ich auch so. Die Realität ist da oft eher ernüchternd, gerade was Karriere angeht. Ich habe auch Oberärztinnen mit Kindern (geschieden und die Kinder beim Vater, oder der Partner steckt beruflich zurück...und, Hand aufs Herz, wie viele Akademiker-Männer machen das wirklich?)
Und die Oberärzte mit Kindern haben halt ne Frau am Herd. Deshalb können sie problemlos Karriere machen.
Sobald man schwanger wird ist man in der Medizin für die Chefs nur noch ein Klotz am Bein, und das lassen die einen auch spüren. Wenn man das akzeptiert geht das natürlich, aber die Landung auf dem Boden der Tatsachen tut halt oft weh. Meine rosarote Brille ist jetzt jedenfalls kaputt :-nix

Ich habe keine Kinder, aber habt ihr ernsthaft geglaubt, dass man als Paar keine Abstriche machen muss, wenn man Kinder in die Welt setzt? Es ist doch irgendwie utopisch, dass beide 100% arbeiten, aber auf nix verzichtet werden muss.
Und ich kenne einige Akademiker-Männer die ihre Stundenzahl reduziert haben und Elternzeit nehmen. Da muss Frau aber auch bereit sein dem Mann zu vertrauen. (Auch unter Akademikerinnen gibt es noch die Aussage "Was du gibst deinem Mann etwas von deinen 12 Monaten Elternzeit ab". Es heißt nicht umsonst Elternzeit.)

tragezwerg
13.02.2017, 19:02
Ich habe keine Kinder, aber habt ihr ernsthaft geglaubt, dass man als Paar keine Abstriche machen muss, wenn man Kinder in die Welt setzt? Es ist doch irgendwie utopisch, dass beide 100% arbeiten, aber auf nix verzichtet werden muss.
Und ich kenne einige Akademiker-Männer die ihre Stundenzahl reduziert haben und Elternzeit nehmen. Da muss Frau aber auch bereit sein dem Mann zu vertrauen. (Auch unter Akademikerinnen gibt es noch die Aussage "Was du gibst deinem Mann etwas von deinen 12 Monaten Elternzeit ab". Es heißt nicht umsonst Elternzeit.)

Dass man Abstriche machen muss ist ja wohl logisch. Wer das nicht will darf keine Familie gründen.
Mich stört eher, dass man gesagt bekommt "Na klar ist Arzt sein mit Familie vereinbar, und sooo viele machen Karriere trotz Kindern blabla." Und weil man das gerne hört ist man dann vielleicht um so enttäuschter wenn es in keiner Weise zutrifft.
Ich habe weiter 100% gearbeitet mit Kind und mein Mann ist daheim geblieben. Trotzdem hat man mir zu verstehen gegeben dass ich als Mutter zu schlecht planbar bin und damit eine Belastung für die Abteilung. Jetzt arbeite ich 75% und es ist noch deutlich schlimmer geworden. Keine Spezialrotationen möglich etc..
Ich hab immer gern gearbeitet, aber seit ich ein Kind habe ist es nicht nur ein enormer oganisatorischer Aufwand, sondern die Wertschätzung seitens der Vorgesetzten ist sehr viel geringer. Man ist ein Klotz am Bein.
Ich finde, das muss man auch ehrlich so sagen dürfen. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich einiges anders entschieden.

EVT
13.02.2017, 19:28
Was denn z.B.? Erst den Facharzt fertig machen? Das hört sich für mich hier danach an, als wäre das eine gute Idee, wenn man noch jung genug ist.

Miss_H
13.02.2017, 19:51
Ich habe weiter 100% gearbeitet mit Kind und mein Mann ist daheim geblieben. Trotzdem hat man mir zu verstehen gegeben dass ich als Mutter zu schlecht planbar bin und damit eine Belastung für die Abteilung. Jetzt arbeite ich 75% und es ist noch deutlich schlimmer geworden. Keine Spezialrotationen möglich etc..

Das hört sich für mich eher nach dem falschen Arbeitgeber an. Wird auch so mit männlichen Kollegen umgegangen, die Kinder haben? Man muss dann auch versuchen seine Rechte einzufordern. 100% und Mann zu Hause, da gibt es doch keine Unsicherheit. Wieso ist dann die "normale" Weiterbildung nicht möglich? Was sagt der Gleichstellungsbeauftragte der Klinik dazu?

tragezwerg
13.02.2017, 23:14
Wenn die Männer mit Kindern deswegen Rücksicht einfordern (z.B. öfter Dienste tauschen müssen o.Ä. wegen der Kinderbetreuung) geht es ihnen bei uns genauso wie den Frauen.
Und irgendwann arbeitet ja der Partner üblicherweise wieder und Teilzeit ist halt planungsaufwändig für den Arbeitgeber.
An meinem ersten Arbeitsplatz war man auch unten durch wenn man schwanger wurde, da wurde nicht mal gratuliert . Vielleicht hab ich Pech mit meinen Arbeitgebern...aber viele Bekannte und Freunde haben ähnliche Erfahrungen gemacht, insbesondere in operativen Fächern.

McBeal
14.02.2017, 05:23
Ich wollte, wenn es mit den Kindern klappt, nie "Karriere" machen im Sinne von OÄ/CÄ werden und habe mich bewusst schon bei der Stellenwahl für das kleinere Haus und dann aber Vertrag bis zum Facharzt entschieden und gegen den Jahresvertrag an der Uni. Bei uns wird übrigens zu Schwangerschaften gratuliert und trotz kleiner Abteilung war ich die dritte innerhalb eines Jahres, die das dritte Kind bekommen hat. Von der Atmosphäre her läuft es da bei uns gut. Allerdings ist es durch die vielen Mütter eben schwierig, attraktive Teilzeitmodelle zu finden; es können nunmal nicht alle nur vormittags arbeiten. Und dann wird es spätestens ab Einschulung eben schwierig mit der Betreuung, wenn man nicht ganz aufwendige Modelle mit Kinderfrau plus OGS und kita haben und bezahlen möchte.

Und ICH gebe auch zu, dass ich schon zwölf Monate Elternzeit sehr wenig finde und gern mehr hätte und nie wollte, dass mein Mann mehr als die zwei Partnermonate "abbekommt". Allerdings könnten wir uns das finanziell auch nicht leisten, da er deutlich mehr verdient als ich, und ich will ja auch gar nicht "Karriere" machen. Nur irgendwann meinen Facharzt. Und so geht es vielen Ärztinnen.

Btt: für mich ist trotzdem weiterhin die Assistenzzeit die beste, um Kinder zu bekommen. Für die TE sowieso, danach dem Facharzt nicht in frage kommt und auch ich wollte vergleichsweise jung starten, um noch alle Möglichkeiten zu haben, falls es nicht klappt. Und Eizellen einfrieren wäre für mich definitiv nichts gewesen. Wenn es gar nicht anders gegangen wäre, hätten wir auch die Reproduktionsmedizin in Anspruch genommen, aber ich fand es doch besser, wie unsere Kinder entstanden sind. Und allein die Vorstellung, dass da irgendwo Eizellen in einem Labor auf mich warten, kaputtgehen oder verwechselt werden können... Och nö! Und prinzipiell sehe ich auch einen Sinn darin, dass Frau irgendwann keine Kinder mehr bekommen kann. Meine Cousine (eine sehr sportliche Frau) hat mit 43 ihre Tochter bekommen und war von den Nächten mit Baby dermaßen fertig (und der "Rhythmus" war normal) und ich möchte sich nicht, dass unsere Kinder irgendwann gefragt werden, ob dass die Großeltern sind, wenn wir sie abholen. Und Oma werden möchte ich auch noch. ;-)

Und wenn es nicht so klappt, ist es, wenn man nicht bis nach dem Facharzt wartet, auch noch möglich, die Fachrichtung zu wechseln (falls Päd. oder gyn einen da zu sehr belasten) oder die Ausbildung dann doch Lehr nach der Karriere auszurichten.

Es ist einfach eine sehr individuelle Entscheidung, man sollte nur eben auch sowas wie Kinderbetreuung (schwieriger als ich dachte), die eigenen Hormone (Vollzeit käme nie in frage) und vieles andere bedenken.

LG
Ally

Lieschen M?ller
15.02.2017, 12:41
Hallo liebe Mütter und Ärztinnen,
viele schwangere Ärztinnen fragen sich, wie der Alltag als Ärztin und Mutter organisierbar ist.
Helft ihnen und erzählt, wie es planbar ist oder wird.
Gebt einfach eure Erfahrungen weiter und werdet zu den Rollenbildern, die wir brauchen.
Wenn ihr Zeit und Lust habt, beantwortet einfach mein Interview!
Interview (https://unfallchirurginundmutter.wordpress.com/interviews-mit-aerztinnen-und-muettern/)
Wir schwangere Ärztinnen sind euch dankbar!!!

hiddl
15.02.2017, 21:52
Hallo liebe Mütter und Ärztinnen,
viele schwangere Ärztinnen fragen sich, wie der Alltag als Ärztin und Mutter organisierbar ist.
Helft ihnen und erzählt, wie es planbar ist oder wird.
Gebt einfach eure Erfahrungen weiter und werdet zu den Rollenbildern, die wir brauchen.
Wenn ihr Zeit und Lust habt, beantwortet einfach mein Interview!
Interview (https://unfallchirurginundmutter.wordpress.com/interviews-mit-aerztinnen-und-muettern/)
Wir schwangere Ärztinnen sind euch dankbar!!!

Liebes Liedchen,

Ohne deine Interviews gelesen zu haben, muss ich anmerken, dass dein erster Denkfehler und letztlich die Ursache aller Schwierigkeiten der Gedanke ist, Vereinbarkeit von Kindern und Beruf sei ein Frauenproblem.

Lieschen M?ller
16.02.2017, 14:25
Hallo hiddl,

ich halte Kinder weder für ein "Frauenproblem", noch würde ich von "Vereinbarkeit" sprechen.
Aber schau dir die Interviews (https://unfallchirurginundmutter.wordpress.com/interviews-mit-aerztinnen-und-muettern/) doch einfach mal an. Dann ergibt sich vielleicht ein neues Bild.
Erst gestern habe ich das Interview einer Chirurgin und Mutter (https://unfallchirurginundmutter.wordpress.com/interview-mit-einer-chirurgin-und-mutter-zweier-kinder/) zweier Kinder veröffentlicht, die ein sehr reales Bild vom Leben als Ärztin und Mutter schildert. Sendet mir eure Antworten doch einfach auf [email protected] zu.
Es danken euch viele schwangere Ärztinnen, die auf der Suche nach Beispielen sind.

Loreleye
22.02.2017, 20:50
Ich habe mein Kind nach 2,5 Jahren Weiterbildung bekommen, aktuell arbeite ich in Teilzeit weiter, ein kleines konservatives Fach.

Ich fand es gut, auf der gleichen Stelle weiter zu arbeiten. Man kennt die Abläufe und Strukturen, der Wiedereinstieg nach einem Jahr Elternzeit war recht einfach. In der Weiterbildung komme ich ebenfalls gut voran, und man wird bei uns nicht diskriminiert, bei der Zeiteinteilung kommt unser Chef ebenfalls entgegen.

Man muss nur berücksichtigen, dass die Kitaplätze in der Regel im August vergeben werden, wenn die älteren Kinder in die Schule gehen. Bei den Tagesmüttern ist es einfacher auch im laufenden Jahr. Da wir keine Familien vor Ort haben, wollten wir einen Kitaplatz, und sind damit recht zufrieden.

Wir haben es mit der Schwangerschaft darauf ankommen lassen, es hat mit 30 und ansonsten gesund und sportlich ca halbes Jahr gedauert, ansonsten hätte ich meinen Facharzt zuerst. Es kann nicht immer alles geplant werden. Ich kenne auch mehrere mit Kindern im Studium, es ist an sich auch machbar. Wenn Du auf jeden Fall sich Kinder wünscht, dann würde ich doch darauf ankommen lassen. Wenn Du örtlich flexibel bist, findet sich auch eine Stelle in der Päd oder vielleicht Kinder/Jugendpsychiatrie als Einstieg.

Chrissi1205
23.02.2017, 09:09
Also ich finde es sehr wohl ein "Frauenproblem" - mein Mann hat dasselbe Fach in der Assistenzarzt gehabt wie ich, war 3 Jahre weiter, da auch älter. Ich habe dann in Teilzeit 2 Kinder bekommen, dann haben wir uns getrennt - ich war immer noch Assistenzärztin mit Ende 30, er Chefarzt.
So - und jetzt mach mal deinen Facharzt in Unfallchirurgie mit 2 Kindern alleinerziehend. Mein Exmann war nie abends da, ist nie eingesprungen und es war sehr wohl immer nur MEIN Problem auch schon innerhalb der Ehe, wenn ich um 18:00 noch nicht aus der Klinik konnte oder Nachtdienst hatte oder mein Kind krank war.
Es ist einfach gelogen, dass Frauen oder gar Ärztinnen ansatzweise gleichberechtigt sind - sobald du ein Kind bekommst, bist du wieder um Jahr 1955
https://hax.at/files/dawardieweltnochinordnung.pdf

Ich habe es unter größten Mühen und Opfern jetzt geschafft mit dem Facharzt - ca. 8 Jahre später als angestrebt.
Ich kann nur jeder Frau raten, erst den Facharzt zu machen oder zumindest wirklich kurz zuvor zu sein. Im Studium die Kinder zu bekommen ist schlichtweg der Weg aus der Karriere. Beziehungen halten sowieso nicht ewig und ganz ehrlich: Die meisten Männer halten sich ziemlich raus aus allem....

Solara
23.02.2017, 09:19
Möglicherweise war dein Mann extrem, viele meiner Kollegen sind deutlich mehr in die Kinderbetreuung involviert als dein Exmann. Klar gibt es zumindest 1, der sich ähnlich wie bei euch verhält, aber der Rest ist anders, geht länger in Elternzeit bzw. Teilzeit, damit die Gattin den Facharzt fertig bekommt etc.

Wobei die Mädels nicht unbedingt Ambitionen zur großen Karriere haben, wenn sie Kinder haben.

Chrissi1205
23.02.2017, 09:48
Wobei die Mädels nicht unbedingt Ambitionen zur großen Karriere haben, wenn sie Kinder haben.

Na es muss ja nicht die große Karriere sein, aber Unterstützung braucht man schon und der facharzt sollte drin sein....

und ja - mein Mann war EXTREM - deswegen ja auch EXMANN. Chefarzt und Orthopädie eben.... Narzissmus pur.

tragezwerg
23.02.2017, 11:05
Na es muss ja nicht die große Karriere sein, aber Unterstützung braucht man schon und der facharzt sollte drin sein....

und ja - mein Mann war EXTREM - deswegen ja auch EXMANN. Chefarzt und Orthopädie eben.... Narzissmus pur.

Ich nehme das auch so wahr, dass gerade unter Akademikern wenige Männer für die Kinder zurückstecken. Unter meinen über fünfzig männlichen Kollegen wüsste ich nur zwei, die mehr als zwei Monate Elternzeit genommen hätten. Ein paar arbeiten 80%. Das wars dann auch schon.
Ich hatte nie die große Karriere geplant, aber alleine das Facharzt werden ist in Teilzeit in manchen Fächern schwierig. In der Anästhesie mit Pflichtjahr auf Intensiv und auch sonst oft Schichtdienst ist es echt hart und undankbar. In chirurgischen Fächern dürfte das ja eher noch schlimmer sein.

Solara
23.02.2017, 11:17
Ja, Facharzt ging bei allen, weil dann die Väter 6 Monate Elternzeit und dann Teilzeit machten.

Lieschen M?ller
23.02.2017, 13:30
Wir scheinen weit weg von Gleichberechtigung oder Gleichstellung zu sein. Gerade bei den gut ausgebildeten Frauen finde ich doch häufig immer wieder die gleiche Argumentation. "Mein Mann arbeitet ja 100%, da muss ich alles organisieren." Arbeit, Weiterbildung, Fortbildung, Einkauf, Kinderbetreuung, Wäsche, Essen kochen und soziales Leben. Das ist in Vollzeit wirklich schwierig. WO SIND DIE VÄTER EURER KINDER?So lange wir Frauen das mit uns machen lassen, wird es keine Gleichstellung geben. Wir müssen es einfordern, dass auch die Väter umorganisieren. Vielleicht ist es noch weniger gesellschaftlich anerkannt, wenn Väter "freie Zeit für Kinderbetreuung oder Haushalt" fordern. Aber nur deshalb, weil es anscheinend normal ist, dass Frauen ihre berufliche Laufbahn hinten anstellen. Folgt mir (https://unfallchirurginundmutter.wordpress.com/interviews-mit-aerztinnen-und-muettern/) und unterstützt schwangere Ärztinnen in ihrer Planung als Ärztin und Mutter.

Feuerblick
23.02.2017, 13:44
Sorry, wenn ich als Frau jetzt ketzerisch klinge, aber zumindest in meinem Freundeskreis erlebe ich ab Geburt des Kindes einen totalen Gluckeneffekt und jede dieser Frauen ist der Meinung, dass NUR SIE ALLEINE geeignet zur Brutpflege ist. Weshalb auch sie alleine zuhause bleibt und nach der Elternzeit den Teilzeitjob annimmt. Egal, wer höher qualifiziert ist. Und die genießen das sogar bzw. nutzen das "ich muss ja Teilzeit wegen Kind" auch als Erklärung dafür, dass sie eh keinen Bock auf Vollzeit haben.

Ich würde also mal nicht nur die Männer hier an den Pranger stellen sondern einfach auch die Damenwelt bitten, sich an die eigene Nase zu fassen und sich zu fragen, obs ihnen nicht vielleicht (von Ausnahmen wie oben beschrieben abgesehen) oft ganz recht ist, sich um die Kinder kümmern zu "müssen" bzw. ob sie denn wollen würden, dass der Mann das übernimmt.

In einer vernünftigen Beziehung auf Augenhöhe kann man sowas nämlich sehr gut zur beiderseitigen Zufriedenheit klären. Wenn das nicht geht, würde ICH mir ja überlegen, ob das der richtige Mann zur Kinderaufzucht ist oder ob man das mit den Kindern lieber lässt, weil das Ego des Gatten da im Weg ist.