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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tag 2 Frage A 159/B 49 - Primacy-Effekt



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rhjib
23.08.2017, 17:22
Laut Endspurt, S. 66 gelber Kasten, (4. Auflage) ist der Begriff doppelt vergeben: Zum Einen wie oben auf Gedächtnis bezogen, zum Anderen gibt es folgendes im Endspurt: "Primacy-Effekt: Der erste Eindruck hat eine Tendenz zur Verfestigung, da sich fast alle nachfolgenden Eindrücke am ersten Eindruck orientieren."

dr.page
23.08.2017, 17:43
Demnach wären ja sowohl Ankerheuristik als auch Primacy-Effekt am Ende gültige Antworten und die Frage uneindeutig.

sorryimlate
23.08.2017, 17:54
Ich habe E angekreuzt, weil sich der Arzt ja auf den zuerst gewonnenen Eindruck - motorisch gehemmmt -> Depression - beschränkt anstatt nach weiteren Erklärungen zu suchen - sie im Gegenteil sogar ausblendet und dabei übersieht, dass die Frau eine PTBS hat. Das zuerst gesehene bleibt besser hängen und alles danach wird ausgeblendet: Primacy Effekt

Umbie
23.08.2017, 18:00
Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Frage nicht bestehen wird und herausgenommen werden muss.
Generell finde ich die Psych/Soz Fragen mittlerweile (ziemlich genau seit WiSe 2016) etwas merkwürdig und tendenziell schwerer als sonst :(

JuCook
23.08.2017, 18:26
in meinen Augen ganz klar Primacy-Effekt, bezieht sich auf den Ersteindruck, wie sowohl in Altfragen, als im Endspurt und auch im Faller Lang nachzulesen ist.

Unregistriert
23.08.2017, 19:40
https://www.impp.de/internet/de/kommentierung-1.html

I.Kunert
23.08.2017, 19:48
Meiner Meinung nach eine sehr uneindeutige Aufgabe. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Lösung von MediLearn hier nicht korrekt ist. Ansonsten auf jeden Fall eine anfechtbare Frage!

Katharina-Club-1989
23.08.2017, 20:15
Mich hat die Frage auch maximal verwirrt. Nicht zuletzt, da ja gefragt wurde "Wodurch sich das Verhalten des Arztes am besten erklären lässt". Auf diese Aussage sind die Antworten A, B und E korrekt (ganz im Sinne Karl Poppers nicht falsizierbar... :D).
Ganz am Rande kann ich sagen, dass kein Psychologe (ich habs immerhin studiert...) in diesem Kontext den Primacy-Effekt verwendet, der Halo-Effekt würde da schon fast besser passen als Heuristik. Die Frage ist furchtbar gestellt und, wie viele Fragen seit einiger Zeit, künstlich schwierig und noch ein bisschen praxisferner als eh schon... :rolleyes:

dr.page
23.08.2017, 20:22
An Halo habe ich auch gedacht, aber das gab's eben nicht. Und ich stimme dir voll und ganz zu, sie ist einfach künstlich schwierig gemacht und völlig sinnlos, wenn man mal ab und zu dran denkt, dass das Physikum zumindest stichprobenartig unsere Fähigkeit, später mal Arzt mit wissenschaftlichem Grundlagenwissen zu werden, prüfen sollte...

Unregistriert
23.08.2017, 20:59
das war doch eindeutig Antwort Nr. D geht ja um den ersten Eindruck, den die Patientin macht

Alpheus
24.08.2017, 01:40
Ich denke auch, dass diese Dozentenentscheidung anzufechten ist. Bin stark für die Ankerheuristik. Der erste Eindruck spielt zwar eine Rolle, es ist aber NICHT der Primacy-Effekt, weil es nicht um eine Erinnerung geht. Dazu gabs auch Fragen, die lauten immer ähnlich ("Die Stationsärztin kann sich viel besser an den ersten Patienten erinnern als an die späteren...")

Hier dagegen gehts darum, dass der Arzt sich im weiteren Gespräch zur Urteilsfindung nur noch für seinen ersten Eindruck interessiert.

Das Fallbeispiel steht so fast wörtlich im Faller/Lang (bei PsychSoz immer maßgeblich!):

"Ankerheuristik

Im diagnostischen Interview verfolgt der Arzt
seinen ersten Eindruck, dass die Patientin unter
einer depressiven Störung leidet. Folglich fragt er
nach depressiven Symptomen, von denen sie tatsächlich
viele aufweist. Zufrieden darüber, eine
Diagnose gefunden zu haben, beendet er das
Interview. Dass die Patientin zusätzlich Symptome
einer posttraumatischen Belastungsstörung hat,
entgeht dem Arzt, da die Patientin sich des traumatischen
Ereignisses, einer Vergewaltigung, schämt
und es daher nicht von selbst mitteilt."

AileenRitter
24.08.2017, 06:46
Wird denn jemand dem IMPP schreiben, damit die Frage eventuell rausgenommen wird?

Umbie
24.08.2017, 08:37
Wird denn jemand dem IMPP schreiben, damit die Frage eventuell rausgenommen wird?

Dazu muss ja erst einmal die offizielle IMPP Bewertung abgewartet werden oder?

h3nni
24.08.2017, 08:42
Nein. Innerhalb von 7 Tagen nach der Prüfung stichhaltig darlegen, was schlecht ist an der Frage.

Unregistriert
24.08.2017, 08:52
Hallo!

Ich wäre auch stark dafür die Frage anzufechten, weil meiner Meinung nach
auch mehrere Antworten zutreffen mit der entsprechenden Argumentation.
Würde das denn jemand übernehmen, der den "Faller/Lang" in
Reichweite hat. Meine Quellen wären leider nicht unbedingt so
aussagekräftig, da ich zur Zeit kein Fachbuch der Psychologie
zur Hand habe. Da das Anfechten in den nächsten Tagen passieren muss
und am besten wohl auch Auszüge der entsprechenden Buchseiten
beinhalten sollte.

dr.page
24.08.2017, 09:28
https://www.impp.de/internet/de/kommentierung.html

Man sollte möglichst mit mehreren allgemein anerkannnten Büchern darlegen, warum die Frage uneindeutig ist. Wie h3nni schon sagt, innerhalb von 7 Tagen. Die offizielle IMPP Lösung enthält ja schon die verarbeiteten Rügen und Entscheidungen, welche Fragen raus genommen werden. Danach ist es definitiv zu spät. ;)

AileenRitter
24.08.2017, 11:21
Hat denn jemand den Faller Lang zu Hause und wird Demo IMPP mitteilen, dass diese Frage uneindeutig gestellt wurde und möglicherweise mehrere Antworten richtig sind?

Uschi92
24.08.2017, 12:13
Hier meine Kommentierung an das IMPP - wer Verbesserungen etc. hat, kann natürlich gerne unter dem folgenden Link unser Anliegen unterstützen:

https://www.impp.de/internet/de/kommentierung.html

Sollte das IMPP jetzt also mit den Dozenten von Medi-Learn statt mit der Literatur einer Meinung sein, haben wir zumindest den Fuß in der Tür :).

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Eingabe der Kommentierung
Prüfungstag: 2
Fragennummer: 159
Art der Kommentierung: Inhaltlich
Darstellung der Kommentierung: Die Fragestellung entspricht (beinahe wörtlich) einem Fallbeispiel aus dem unten genannten Buch zur Ankerheuristik.
Begründung: Bei dieser Frage handelt es sich um ein minimal abgewandeltes Beispiel aus dem unten aufgeführten Buch. In diesem wird es als Beispiel für die Ankerheuristik aufgeführt, jedoch sind die Dozenten von Medi-Learn nach Literaturrecherche zu dem Ergebnis gekommen, dass vermutlich der Priming-Effekt die gewünschte/richtige Lösung sei. Sollten Sie ebenfalls eine andere Lösung als die Ankerheuristik als "richtig" einstufen, möchte ich hiermit auf das entsprechende Lehrbuch verweisen: Hier die Falldarstellung des Buchs im Wortlaut: "Klinik: Ankerheuristik Im diagnostischen Interview verfolgt der Arzt seinen ersten Eindruck, dass die Patientin unter einer depressiven Störung leidet. Folglich fragt er nach depressiven Symptomen, von denen sie tatsächlich viele aufweist. Zufrieden darüber, eine Diagnose gefunden zu haben, beendet er das Interview. Dass die Patientin zusätzlich Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung hat, entgeht dem Arzt, da die Patientin sich des traumatischen Ereignisses, einer Vergewaltigung, schämt und es daher nicht von selbst mitteilt."
Literatur: Medizinische Psychologie und Soziologie Cover Hermann Faller, Hermann Lang Springer-Verlag, 13.01.2016 - 384 Seiten --> Seite 248 (oben links)

Uschi92
24.08.2017, 12:18
Achso mittlerweile wurde die Dozenten-Antwort auf "A" korrigiert. Dies ist meiner Meinung nach der wohl größte Unsinn, da genau das Gegenteil der Fall ist:
Additives Schlussfolgern = umfangreiche Datensammlung ohne irgendwelche Vorabdiagnose --> wenn alle Daten vorhanden sind, wird mit der Diagnostik begonnen. Am Beispiel festgemacht hätte er also auf jeden Fall auch Infos über eventuelle Traumata abfragen müssen, bevor er "vorschnell diagnostiziert".
Lineares Schlussfolgern (nicht unter den Antwortmöglichkeiten, jedoch das genaue Gegenteil) = Anhand erster Daten wird eine Diagnose gestellt, welche durch gezielte Fragen untermauert wird bzw. ggf. wieder verworfen werden muss.

Siehe Medizinische Psychologie und Soziologie Cover Hermann Faller, Hermann Lang Springer-Verlag, 13.01.2016 - 384 Seiten --> Seite 243 in der linken Spalte (unten im Link aufgeführt):

https://books.google.de/books?id=6sdeCwAAQBAJ&pg=PA243&lpg=PA243&dq=additives+schlussfolgern+lineares&source=bl&ots=fQ95PA1bKp&sig=Os73Mq9UD8WmxMCj2xjUPIPO-P0&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjNxJma3-_VAhVKJVAKHa7RCtMQ6AEILTAA#v=onepage&q=additives%20schlussfolgern%20lineares&f=false

Umbie
24.08.2017, 12:34
Die Frage ist mit diesen Auswahlmöglichkeiten einfach übel gewesen.
Die MediLearn Experten schwanken zwischen A und E (zwischen den beiden habe ich auch entschieden) und Faller/Lang scheint ja recht eindeutig B als Lösung auszuweisen.
Wenn sie diese Frage nicht streichen weiß ich auch nicht...:-nix