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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gründe für Kindstaufe



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epeline
11.09.2017, 10:01
Keines meiner Kinder ist getauft. Auch ich bin nicht getauft. Für mich persönlich ist Glauben/Religion kein sinniges Konzept

Ich bin der Meinung, dass eine solche Entscheidung vom Individuum selber getroffen werden sollte.

Daher treffe ich diese Entscheidung nicht für meine Kinder.

Meine Große kann bisher auch nichts mit diesem Konzept anfangen (nach 1 Jahr Reli und ein paar GD) und ist daher nicht mehr im Religionsunterricht (der mMn eh nichts im Schulalltag zu suchen hat) und ist auch bei den Schulgottesdiensten nicht mehr dabei.

Vor kurzem sind wir unaufgefordert angeschrieben worden von der Geimeinde von wegen "Alle Kinder der Jahrgänge xy gehen jetzt zur Kommunion, lassen Sie doch ihr Kind taufen". Diesbezüglich muss ich mich noch beschweren ^^

PS: Das Argument mit den Werten etc. zieht für mich nur bedingt, denn auch ich als Atheistin gebe meinen Kindern mit, dass gewisse Sachen nicht so prickelnd sind, andere dagegen super wie z.B. Hilfsbereitschaft.

Ich sehe das ganz genauso.
Meine Eltern sind beide ausgetreten, ich war demnach nie drin in dem Verein.
Trotzdem denke ich, ist aus mir ein sozialverträglicher Mensch mit Moral und Werten geworden. Mein Gewissen braucht da nicht explizit eine Gottfigur.

Dennoch sehr ich den Wert einer Religion, ohne wäre die Geschichte der Welt sicher ganz anders verlaufen. Ich denke auch, Menschen sehnen sich nach Spiritualität. Man findet Gottheiten und höhere Mächte schließlich überall auf der Erde, selbst bei Eingeborenen oder auch den alten Kulturen wie den Mayas und Ägyptern.

Ich finde, Glaube ist Privatsache und sollte in einer modernen Gesellschaft auch so behandelt weden. In öffentlichen Schulen gehören keine Kreuze ins Klassenzimmer und ein Staatsoberhaupt hat nicht auf die Bibel/Koran/Thora oder was immer zu schwören.

Religion oder aber nicht zu verteufeln....sie spendet sicher auch Trost, gibt Halt und es hilft sicher oft weiter, Teil einer Glaubensgemeinschaft zu sein.

Um zum Thema zu kommen:
Ich kann wirklich nichts böses daran finden, wenn Eltern ihren Kindern diese positiven Rahmenbedingungen, die sie ja selbst so leben, auf den Weg geben wollen. Es schadet doch nicht. Ein gewisser sozialer Druck spielt sicher auch noch mit rein.

Und ob die Kirche einen als Antichrist sieht, ist mir schnurz. Von der Maschinerie der Institution Kirche halte ich nixht viel.an einem kirchlichen Haus zu arbeiten, käme für mich daher schon nicht in Frage

Relaxometrie
11.09.2017, 10:14
Vor kurzem sind wir unaufgefordert angeschrieben worden von der Geimeinde von wegen "Alle Kinder der Jahrgänge xy gehen jetzt zur Kommunion, lassen Sie doch ihr Kind taufen".
Die Katze lässt das Mausen nicht. Die Übergriffigkeit so mancher kirchlicher Institution ist eine Unverschämtheit.

Evil
11.09.2017, 14:12
Werbung ist übergriffig? Interessante und vor allem sehr tolerante Sichtweise. Zeigt auf jeden Fall, wieviel besser Atheisten sind :-top

epeline
11.09.2017, 15:51
Vielleicht etwas hart ausgedrückt. Aber letztendlich fragt man sich schon, woher die privaten Daten kommen. Hat was von der GEZ, die einem schreibt, sobald man sich umgemeldet hat ;-)

Davon ab fühle ich mich von deiner Aussage schon ein wen8g angegriffen, Evil. Es geht hier nicht um besser und schlechter oder um irgendwelche Lager.
Nicht an einen Gott zu glauben, ist ja nixht wie ein Parteibeitritt.

Kandra
11.09.2017, 15:55
Werbung ist übergriffig? Interessante und vor allem sehr tolerante Sichtweise. Zeigt auf jeden Fall, wieviel besser Atheisten sind :-top

Werbung wäre es nur, wenn die muslimischen Einwohner des Ortes diesen Brief auch bekommen haben ;)

Evil
11.09.2017, 17:55
Nope. Das erfüllt lediglich die Kennzeichen von personalisierter Werbung. Schließlich wollen Dir da auch irgendwelche Firmen irgendwelche fraglichen Bedürfnisse aufschwatzen. Ist da ein Unterschied zwischen Seelenheil und Samsung Galaxy?

Trianna
11.09.2017, 19:28
Über Religionsgedöns diskutieren wir beide besser nicht @Evil

Das ging schonmal schief ^^

Kackbratze
11.09.2017, 19:59
Die Entscheidung für oder gegen eine Religionszugehörigkeit werden meine Kinder selber fällen können und dürfen. Eine Taufe wird deswegen erst organisiert, wenn die Kinder das selber wollen.

Sebastian1
11.09.2017, 20:02
Hm. Gehört irgendwie offenbar zu den Dingen, die man halt für sich selbst entscheiden muss (bzw auch für seine Kinder). Ich selbst bin nicht als Kleinkind getauft worden, wollte das dann aber mit 12 selbsg und wurde dann nach dem Konfirmandenunterricht kurz vor der Konfirmation getauft. War damals in einer vorwiegend evangelischen Gemeinde einfach auch ein "dabei sein wollen" als spirituelle Gründe.
Was ich einfach sagen muss: Missionierungseifer empfinde ich von jeder seite als unangebracht - weder mag ich jedem meine Glaubensgrundsätze erklären müssen, noch fordere ich das von jemandem. Und genauso finde ich eine pauschale Ablehnung (für sich selbst oder eigene Kinder) völlig okay, solange das nicht auch von anderen gefordert wird.
Man mag von Glauben und Kirche (was zwei unterschiedliche Paar Schuhe sind) ja halten, was man will, aber was nicht zu verleugnen ist, ist die Tatsache, dass (nicht nur) Deutschland und Europa nunmal durch ihre Geschichte durch den christlichen Glauben und die christlichen Kirchen bis heute geprägt ist. Und das rechtfertigt durchaus auch Religionsunterricht in den Schulen - eine Totalverweigerung kann ich da nicht verstehen. Ich bin sicher nicht der gläubigste Mensch unter der Sonne, und vieles kommt mir heutzutage weltfremd und reformbedürftig vor (insbesondere in der katholischen Kirche), aber ich denke doch, dass die Kirchen/Glaubensgemeinschaften für viele Menschen hierzulande einen wichtigen Stellenwert haben. Und den sollte man ihnen auch zugestehen.

Achja, das holde Weib ist katholisch, wir haben alle Kinder evangelisch taufen lassen.

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11.09.2017, 21:54
Ich selber habe mit Kirche recht wenig am Hut, dennoch haben wir kirchlich geheiratet - das hat mir gut gefallen bzw. bot einen angemessenen Rahmen.

Zur Frage selbst:
Wir/Ich finden Taufe ganz gut. Vermittelt sie doch eine lose oder engere (time will tell) Teilnahme bzw. Teilhabe an einer zunehmend modern-christlichen/humanistischen Wertegemeinschaft, welche den europäischen Kulturraum in den letzten Jahrhunderten geprägt hat und hoffentlich weiter prägen wird... In einer zunehmend diversen Gesellschaft (ob erstrebenswert ist ein separates Thema) ist bei den genetisch rezessiven blauen Augen etwas ergänzendes identitätsstiftendes "Labeling" vielleicht gar nicht schlecht... Außerdem hat, perspektivisch, das kath. Gymnasium ein angenehmeres Klientel.

Auf meinen Eingangssatz nochmal zurückgekommen:
Ich schätze das kirchliche Engagement in der Sozial- und Suchthilfe und im Palliativ-/Hospizwesen etc.

milz
13.09.2017, 18:33
Auf meinen Eingangssatz nochmal zurückgekommen:
Ich schätze das kirchliche Engagement in der Sozial- und Suchthilfe und im Palliativ-/Hospizwesen etc.
Die zahlen das ja auch nicht selber...

PS: Falls es Gott wirklich geben sollte, dann wird es höchste Zeit diesen Schwerverbrecher auf Schmerzensgeld zu verklagen, falls notwendig bis zum jüngsten Gericht! Und seine irdischen Stellvertreter gleich mit. http://www.sueddeutsche.de/politik/kirche-machtmissbrauch-in-katholischem-internat-1.3664932

Ich weiß gar nicht, wie man da noch darüber nachdenken kann, ob man seine Kinder bei dieser kriminellen Vereinigung anmelden soll. :-dafür

Feuerblick
13.09.2017, 18:35
Du solltest nicht vergessen, dass es mehr als nur die katholische Kirche gibt... Und wenn es einen Gott gibt, dann hat er den Menschen klar das Feld überlassen indem er ihnen ein Gehirn gab und sie über die Tiere gestellt hat. Alles andere machen die Menschen selbst.

mottzi
13.09.2017, 20:05
Alles andere machen die Menschen selbst.

Erdbeben, HIV und Krebs wurden auch vom Menschen "erfunden", oder wie? Also wenn es einen Gott gibt, dann ist er 1) entweder böse bzw. Leid gegenüber gleichgültig, 2) nicht allmächtig oder 3) einfach nur pervers...

Feuerblick
13.09.2017, 20:09
Äh... was hat der Link jetzt mit Erdbeben zu tun? Und warum sollte ein Gott die Naturgewalten außer Kraft setzen wollen? Das eine hat mit dem anderen doch nichts zu tun - wir sind ja nicht mehr im Mittelalter. Versteh ich nicht...

P.S: ICH glaube an Gott, aber ich erwarte nicht, dass jeder andere es auch tut. Was ich aber erwarte, ist Toleranz. Und was ich erwarte ist, dass niemand versucht, mich in irgendeiner Art zu missionieren.
Wenn du Gott pervers findest, bitte. Ich würde wohl eher die Natur pervers finden an deiner Stelle. Schon gar, wenn ich nicht an Gott und Religionen glauben würde.

Relaxometrie
13.09.2017, 20:40
Glauben kann jeder, was er möchte. Aber Glauben ist nicht Wissen. Ein moderner Staat sollte meiner Meinung nach aber auf Wissen beruhen. Daher wünsche ich mir eine 100%ige Trennung von Staat und Religion.

Feuerblick
13.09.2017, 20:43
Wünschen kann man sich viel... ;-)

McDübel
13.09.2017, 21:54
Darf ich kurz was über Schimpansen loswerden hier ○grins○

1974-1977 hat man eine Schimpansengruppe in Schlagmichtot beobachtet, die einen systematischen Ausrottungsfeldzug gegen eine 2te Schimpansengruppe führte. Infolgedessen wurden sämtliche männliche Affen der einen Gruppe innerhalb von 3 Jahren von der verfeindeten anderen Gruppe beobachtet, überfallen, attackiert und auf grausame Weise getötet. So lange, bis kein männlicher Schimpanse der Gruppe übrig war und sich diese somit auflöste.
Bis dato hatte man geglaubt, dass dieses Verhalten, nämlich Krieg zu führen, ausschließlich eine Erfindung der Menschen sei. Mittlerweile hat man auch bei anderen Arten Verhaltensweisen wie, Täuschung, Raub, Vergewaltigung, Eroberung und Tötung der vorhandenen Jungen bei Wechsel des Alphamännchens beobachtet.


Aber zurück zum Thema:




Mir ist es wichtig, dass die Kinder dazu gehören und den christlichen Glauben und seine Werte, die Gemeinde etc. kennenlernen. Vieles gehört ja auch zu unserer Kultur. Ich glaube einfach, dass man, ohne nicht selbst Mitglied der Kirche zu sein, diese auch nicht richtig kennenlernen kann und später nicht so einfach die Möglichkeit hat, einen Zugang zu finden und sich dann bewusst dafür zu entscheiden und dann taufen zu lassen. Da ist es einfach, den Glauben früh kennenzulernen und sich später dagegen zu entscheiden, wenn man das möchte.

Das, was hier geschrieben steht, kann ich mittlerweile vollkommen nachvollziehen. Dieses Thema kam innerhalb des letzten Jahres öfter mal auf den Tisch und wurde diskutiert. Ich bin auch der Meinung, dass Kinder, die die "Kirchenseite" miterleben, diesbezüglich eher eine "gelebte Entscheidung" treffen können (Mitglied bleiben oder nicht), als umgekehrt. Kinder, die mit der Kirche nix am Hut haben, werden sich kaum FÜR einen Kirchenbeitritt entscheiden, da sie schlicht keine Erfahrungen damit gemacht haben. Warum etwas wollen, was man nicht kennt? Man sollte den Kindern dahingehend vielleicht auch einfach mal vertrauen, dass sie für sich später einmal die richtige Entscheidung treffen werden. Und wenn man dann noch weiß, dass die Kinder bei der Taufe nicht zur Schlachtbank geführt werden, kann man es vielleicht auch etwas lockerer sehen.

Wenn man natürlich dieses Thema nicht groß diskutieren muss innerhalb einer Partnerschaft oder man chronischer Einzelgänger ist, kann man aber auch gerne bei seiner Haltung der Taufe gegenüber bleiben...

Brutus
14.09.2017, 00:34
Mir ist es wichtig, dass die Kinder dazu gehören und den christlichen Glauben und seine Werte, die Gemeinde etc. kennenlernen. Vieles gehört ja auch zu unserer Kultur. Ich glaube einfach, dass man, ohne nicht selbst Mitglied der Kirche zu sein, diese auch nicht richtig kennenlernen kann und später nicht so einfach die Möglichkeit hat, einen Zugang zu finden und sich dann bewusst dafür zu entscheiden und dann taufen zu lassen.
Doch, das glaube ich schon. Freunde haben zwei Kinder, die nicht getauft waren, bei Vater katholisch, Mutter evangelisch. Die Kinder haben beide Kirchen kennengelernt (beide Eltern sind Kirchenmusiker ;-)) und haben dann im Rahmen des Religionsunterrichts mit 7/9 Jahren entschieden, dass sie sich taufen lassen wollen... Jetzt sind sie beide evangelisch.


Da ist es einfach, den Glauben früh kennenzulernen und sich später dagegen zu entscheiden, wenn man das möchte.
Und genau DAS glaube ich mittlerweile nicht mehr. Denn später so einfach zu entscheiden, dass man nicht mehr Teil dieser Glaubensgemeinschaft sein will, geht eben nicht so einfach. Klar, zum Pfarramt gehen und sagen, ich möchte austreten ist das Eine. Aber der Rattenschwanz, der da dran hängt... Ggf. Verlust des Arbeitsplatzes, Kindergarten, Schule, etc... Da ist es einfacher, wenn Du von vorneherein keiner Glaubensgemeinschaft angehörst. DANN interessiert das nämlich keinen. Aber wehe, Du bist so ein Abtrünniger. Und solange die Kirchen in Deutschland noch alles jenseits des "Rechtsstaats" alles alleinverantwortlich im Rahmen des Kirchenrechts aussitzen können, wirst Du in vielen Regionen und in vielen Berufen einfach keine Chance haben, wirklich eine Entscheidung gegen die Kirche zu treffen. :-nix


Das, was hier geschrieben steht, kann ich mittlerweile vollkommen nachvollziehen. Dieses Thema kam innerhalb des letzten Jahres öfter mal auf den Tisch und wurde diskutiert. Ich bin auch der Meinung, dass Kinder, die die "Kirchenseite" miterleben, diesbezüglich eher eine "gelebte Entscheidung" treffen können (Mitglied bleiben oder nicht), als umgekehrt. Kinder, die mit der Kirche nix am Hut haben, werden sich kaum FÜR einen Kirchenbeitritt entscheiden, da sie schlicht keine Erfahrungen damit gemacht haben. Warum etwas wollen, was man nicht kennt? Man sollte den Kindern dahingehend vielleicht auch einfach mal vertrauen, dass sie für sich später einmal die richtige Entscheidung treffen werden. Und wenn man dann noch weiß, dass die Kinder bei der Taufe nicht zur Schlachtbank geführt werden, kann man es vielleicht auch etwas lockerer sehen.
Siehe oben. Es ist natürlich völlig richtig, dass Kinder, die die Kirche nicht kennenlernen, auch nichts "vermissen". Insofern finde ich es auch richtig, wenn die Kinder in irgendeiner Gemeinschaft mit groß werden. ABER: es ist eben ein Problem, wenn die Gemeinschaft einen Austritt nicht vorsieht und wenn dann doch jemand Austritt, ihm dann z.B. im Beruf, in der Kinderbetreuung, etc. Steine in den Weg gelegt werden, bzw. der Zugang komplett verweht wird. Und dass, obwohl außer dem Schild "Kirchliche Einrichtung" nicht mehr viel von der Kirche in den Einrichtungen existiert.

Lava
14.09.2017, 09:16
Und wenn es einen Gott gibt, dann hat er den Menschen klar das Feld überlassen indem er ihnen ein Gehirn gab und sie über die Tiere gestellt hat.

Ähh..... Evolution? Schonmal davon gehört?

Wer hier glaubt tatsächlich daran, dass Gott etwas mit der Entwicklung des Menschen zu tun hat?

Feuerblick
14.09.2017, 09:30
Ähh..... Evolution? Schonmal davon gehört?

Wer hier glaubt tatsächlich daran, dass Gott etwas mit der Entwicklung des Menschen zu tun hat?

Ich nicht. Aber er wurde ja oben beschuldigt, sich nicht zu kümmern ;-) Und da man jemandem, der an Gott glaubt, argumentativ sicher nicht durchgehen lassen würde zu sagen "Sorry, aber da hat Gott nix mit zu tun, weil Evolution", habe ich es halt so formuliert ;-)