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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Für Schlüsselqualifikationen umsonst arbeiten?



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Kackbratze
17.11.2017, 18:27
...und ich wette, dass selbst im Saarland bei Bedarf ein Vertrag angefordert werden kann...

Pflaume
18.11.2017, 08:00
Die Weiterbildungsinhalte (das, was im Logbuch steht) können im allgemeinen auch im Rahmen einer "kostenlosen" Hospitation gesammelt werden, Weiterbildungszeiten aber nicht.

Wegen des Mindestlohns lassen sich manche Klinikverwaltungen auch gar nicht mehr darauf ein, daß man bei ihnen als approbierter Arzt "kostenlos hospitiert", solange man nicht von einer anderen Klinik bezahlt und für die Hospitation vom Dienst dort freigestellt wird.

Brutus
18.11.2017, 08:46
^^ Wobei das ja dann wieder durch die Hintertür wäre.
Papa Osman ist der Chef im Abdullah-KH in Dubai. Der schickt den Sohnemann zur FA-WB nach Deutschland, weil der der ERSTE Chirurg in den Emiraten werden soll, der laparoskopisch alles operieren kann.
Also ist Sohnemann in Dubai als Arzt angestellt, kommt quasi zum "hospitieren" nach Deutschland und arbeitet hier umsonst...
Das kann ja auch nicht im Sinne des Erfinders sein.

Pflaume
18.11.2017, 10:02
Das Modell mit Dubai lief ja auch genau so, bis da eben tatsächlich jemand was dagegen hatte. Die wurden direkt aus Dubai bezahlt und haben in Deutschland "hospitiert", um anschließend die deutsche Facharztprüfung zu machen. Ich weiß nicht, ob das mit Mindestlohn was zu tun hatte oder die Ärztekammer dagegen war. Inzwischen ist es jedenfalls so, daß die Araber offiziell in der Uniklinik als Ärzte angestellt sind und nach Tarif bezahlt werden, aber gleichzeitig das Gehalt aus Saudiarabien der Uniklinik ersetzt wird. Ist natürlich alles eine Farce, insbesondere auch vor dem Zusammenhang, dass (allerdings nur gerüchteweise gehört) Weiterbildungszeugnisse angeblich beim Antrag auf Zulassung zur Prüfung zurückgewiesen wurden, weil nicht drin stand, dass man auch Dienste geleistet hat. Während gleichzeitig von den Arabern "Modell Dubai" ja fast keiner überhaupt Dienste macht oder sonstwie Verantwortung trägt, weil das schon von der Qualifikation her bei den meisten keiner der Oberärzte will, dass sie Dienste machen, und auch die "Modell Dubai"-Ärzte haben im allgemeinen kein Interesse daran, Dienste zu machen, und können sich, da sie für die Klinik kostenlos sind, natürlich auch manches herausnehmen (beispielsweise im Ramadan einfach mal ein paar Tage ohne Urlaub zu nehmen gar nicht in die Klinik zu kommen, oder tagsüber während der Regel-Arbeitszeit im Arztzimmer schlafen).

Eigentlich zeigen gerade die Erfahrungen mit dem Modell Dubai sehr schön auf, was die Nachteile dieses kostenlosen Hospitationssystems sind und weswegen die Ärztekammern es eigentlich ablehnen (aber im Fall Dubai dann doch beide Augen zudrücken).

test
18.11.2017, 11:07
Gibt es denn überhaupt noch Kliniken mit vielen arabischen "Gastärzten"? BEi uns in der Region gibt es das aufgrund der neuen Regelungen eigentlich gar nicht mehr.Auch bei uns ist eine Hospitation länger als wenige Wochen unvorstellbar wegen Mindestlohn. Da Gastärzte, auch wenn das HEimatland bezahlt normal im Stellenschlüssel berücksichtigt werden müssen, macht das eigentlich auch niemand mehr, da die meisten Gastärzte einfach dafür nicht gut genug sind einen anderen Arzt vollwertig zu ersetzen.

Pflaume
18.11.2017, 12:10
Mein Beispiel von oben ist ein aktuelles Beispiel aus einer Uniklinik.

yoann
18.11.2017, 12:13
weil wir grade beim gastarztthema sind. was sind genau gastärzte? aussereuropäisch und ohne approbation? wie ist denn da dann die bezahlungh? genauso wie ein deutscher assistenzarzt?
und kann man als aussereuropäischer nach evtl äquivalenzprüfung oder was immer man auch machen muss eine normale assistentenstelle besetzen? mit gehalt wie ein deutscher?
und bekommt ein europäischer arzt ohne probleme eine assistentenstelle und wir mit dem gleichen gehalt vergütet?
ich frag das alles weil das in anderen ländern nicht selbstverständlich ist und ausländische ärzte, europa inklusive, oft schlechter bezahlt werden (beispiel frankreich)

Kackbratze
18.11.2017, 12:29
Nachdem die Gesetzeslage aktualisiert wurde, werden bei uns nurnoch Leute mit gültiger Approbation eingestellt.

davo
18.11.2017, 12:37
Die amerikanischen Ärzte vertreten ihre Interessen deutlich besser. Dort bekommt nicht mal ein in England ausgebildeter Facharzt eine Zulassung - einzig und allein die kanadische Facharztweiterbildung wird anerkannt. Einzige Ausnahme: Ärzte die auf Professuren an Unikliniken berufen wurden.

Miss_H
18.11.2017, 13:06
Und was soll der Quatsch? Ich bin eher dafür den Wissensstand zu prüfen und die Leute so einsetzten wie es für alle gut ist. Es gibt in D zu wenig Ärzte, wieso muss man den Mangel dann künstlich hoch halten?

yoann
18.11.2017, 13:23
kann man als europäer denn einfach eine approbation bekommen?

davo
18.11.2017, 13:29
Und was soll der Quatsch? Ich bin eher dafür den Wissensstand zu prüfen und die Leute so einsetzten wie es für alle gut ist. Es gibt in D zu wenig Ärzte, wieso muss man den Mangel dann künstlich hoch halten?

Gibt es denn wirklich zu wenige Ärzte? Oder ist es nicht vielmehr so, dass Ärzte viel zu viel Arbeitszeit mit nichtärztlichen Tätigkeiten verschwenden müssen? Was ich in meiner Uniklinik an Ineffizienz erlebe ist irre - und das obwohl sie privat und gewinnorientiert ist :-)) :-p

Und ist es denn wirklich "für alle gut", wenn man vorübergehend zu Dumping-Löhnen (denn genau das ist es, wenn das Ausland den Lohn zahlt) Leute mit schlechten Deutschkenntnissen einstellt, die dann, sobald sie produktiv wären, wieder weg sind? Oder schadet das nicht sowohl den Patienten als auch den einheimischen Ärzten? Führt das nicht vielmehr dazu, dass sich an den Problemen nichts ändert - weil man ja laufend einen steten Strom an billigen Lückenbüßern hat?

@yoann: Als EFTA-Staatsbürger mit EFTA-Studium, ja.

Miss_H
18.11.2017, 13:47
Natürlich machen Ärzte viel zu viele nicht ärtzliche Aufgaben. Aber glaubst du, dass sich das in nächster Zeit ändern wird? Schuld daran sind aber bestimmt nicht die ausländischen Ärzte. Das Modell, dass die Ärzte von ihrem Heimatland finanziert werden finde ich doof. Mir geht es auch eher um Ärzte, die mittel bis langfristig in Deutschland arbeiten wollen. Ich verstehe nicht warum ein syrischer oder russischer (oder füge beliebiges Land ein) Arzt nicht in die Deutschland arbeiten sollte. Da lohnt es sich die Wissensstand zu ermitteln statt ihn Toiletten putzen zu lassen. Aber wahrscheinlich sind zwei verschiedene paar Schuhe, die man so nicht vergleichen kann. Aber eine Abschottungstechnik wie den USA finde ich ätzend.

davo
18.11.2017, 13:50
Das ist ja ohnehin der Status quo in Deutschland. Dann ist ja alles super ;-)

Es gibt in den USA auch keine "Abschottungspolitik" - es gibt dort sehr viele ausländische Ärzte. Nur eben solche, die zur Gänze im eigenen Land ausgebildet wurden, zu exakt denselben Bedingungen und auf exakt demselben Niveau wie die einheimischen Ärzte auch. Plus die ausländischen Superstars an den Unikliniken.

h3nni
18.11.2017, 14:18
Das ist ja ohnehin der Status quo in Deutschland. Dann ist ja alles super ;-)

Es gibt in den USA auch keine "Abschottungspolitik" - es gibt dort sehr viele ausländische Ärzte. Nur eben solche, die zur Gänze im eigenen Land ausgebildet wurden, zu exakt denselben Bedingungen und auf exakt demselben Niveau wie die einheimischen Ärzte auch. Plus die ausländischen Superstars an den Unikliniken.

Und die, die nicht komplett ausgebildet wurden, aber das selbe Examen abgelegt haben. ECFMG lässt grüßen

davo
18.11.2017, 14:21
Ja, das war von mir leider sehr unpräzise formuliert. Ich habe mich auf die FA-WB bezogen, nicht auf das Studium.

yoann
18.11.2017, 15:42
efta staaten? aber das sind doch nur norwegen lichtenstein schweiz und noch irgendwas...

davo
18.11.2017, 15:56
Sorry. EFTA und EWR. Glaube ich.

Pflaume
18.11.2017, 16:15
Ich verstehe nicht warum ein syrischer oder russischer (oder füge beliebiges Land ein) Arzt nicht in die Deutschland arbeiten sollte. Da lohnt es sich die Wissensstand zu ermitteln statt ihn Toiletten putzen zu lassen.

Wenn ein syrischer Arzt seinen Wissensstand ermitteln läßt (und eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis hat), darf er doch in Deutschland arbeiten?!

Was den Ablauf, wie ein syrischer Arzt seinen Wissenstand ermitteln läßt, angeht, gibt es durchaus Verbesserungsbedarf. Man kann darüber diskutieren, ob die bürokratischen Abläufe im Moment vielleicht zu langwierig sind; die teilweise langen Bearbeitungsdauern liegen aber auch daran, dass plötzlich so viele ausländische Ärzte hier arbeiten wollen (und sollen). In jedem Fall besteht meiner Meinung nach Verbesserungsbedarf aber tatsächlich bei der Abprüfung des Wissensstands.

Im Gegensatz zu dir finde ich, dass die Möglichkeiten für ausländische Ärzte, in Deutschland zu arbeiten, und die Anerkennung ausländischer Abschlüsse sowie die Abprüfung des Wissensstands in Deutschland viel zu großzügig geregelt sind. Auch die inzwischen verlangten Sprachtests scheinen mir viel zu großzügig zu sein, wenn man sich anschaut, was in deutschen Kliniken alles an Ärzten mit äußerst mangelhaften Sprachkenntnissen arbeitet.

Abgesehen vom ärztlichen Wissensstand siebt unsere Art der Ausbildung, bevor man sich Arzt nennen darf, auch allein aufgrund des Ablaufs Leute aus. Ob man das nun gut und gerecht findet oder nicht, darüber kann man diskutieren, aber viele meiner ehemaligen Mitschüler hätten schon deshalb niemals Arzt werden können, weil sie kaum die Chance auf einen Medizinstudienplatz bekommen hätten oder gar vor dem Abitur vom Gymnasium geflogen sind. Und das Studium hat auch nochmal eine Menge Leute ausgesiebt, die mit irgendwelchen Dingen nicht zurechtkamen, seien das nun mündliche Prüfungen, nicht ausreichende Frustrationstoleranz oder was auch immer. Wie die Bedingungen, an einen Studienplatz für Medizin zu kommen, und die Bedingungen des Studiums in anderen Ländern sind, haben wir nicht unter Kontrolle. Ob man da seinen Abschluss mit Bakschisch bekommt oder gar nie studiert hat, können wir nicht kontrollieren. Selbst komplette Fälschungen von angeblichen ausländischen Zeugnissen können wir hier doch in den meisten Fällen gar nicht aufdecken. Es gibt unter ausländischen Ärzten wirklich gute, aber es gibt auch eine Menge schlechte und eine Menge solche, die vielleicht gut sein könnten, wenn sie besser Deutsch könnten.

Aus meiner Sicht wäre das System der US-Amerikaner sehr erstrebenswert. Mindestens aber sollte das aktuelle System der laschen mündlichen Kenntnis-/Gleichwertigkeitsprüfungen und Deutsch-Tests dadurch ersetzt werden, dass ausländische Ärzte das 2. Staatsexamen oder etwas Ähnliches bestehen müssten.

ehem-user-31012019-1024
18.11.2017, 17:21
Wenn ein syrischer Arzt seinen Wissensstand ermitteln läßt (und eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis hat), darf er doch in Deutschland arbeiten?!

Was den Ablauf, wie ein syrischer Arzt seinen Wissenstand ermitteln läßt, angeht, gibt es durchaus Verbesserungsbedarf. Man kann darüber diskutieren, ob die bürokratischen Abläufe im Moment vielleicht zu langwierig sind; die teilweise langen Bearbeitungsdauern liegen aber auch daran, dass plötzlich so viele ausländische Ärzte hier arbeiten wollen (und sollen). In jedem Fall besteht meiner Meinung nach Verbesserungsbedarf aber tatsächlich bei der Abprüfung des Wissensstands.

Im Gegensatz zu dir finde ich, dass die Möglichkeiten für ausländische Ärzte, in Deutschland zu arbeiten, und die Anerkennung ausländischer Abschlüsse sowie die Abprüfung des Wissensstands in Deutschland viel zu großzügig geregelt sind. Auch die inzwischen verlangten Sprachtests scheinen mir viel zu großzügig zu sein, wenn man sich anschaut, was in deutschen Kliniken alles an Ärzten mit äußerst mangelhaften Sprachkenntnissen arbeitet.

Abgesehen vom ärztlichen Wissensstand siebt unsere Art der Ausbildung, bevor man sich Arzt nennen darf, auch allein aufgrund des Ablaufs Leute aus. Ob man das nun gut und gerecht findet oder nicht, darüber kann man diskutieren, aber viele meiner ehemaligen Mitschüler hätten schon deshalb niemals Arzt werden können, weil sie kaum die Chance auf einen Medizinstudienplatz bekommen hätten oder gar vor dem Abitur vom Gymnasium geflogen sind. Und das Studium hat auch nochmal eine Menge Leute ausgesiebt, die mit irgendwelchen Dingen nicht zurechtkamen, seien das nun mündliche Prüfungen, nicht ausreichende Frustrationstoleranz oder was auch immer. Wie die Bedingungen, an einen Studienplatz für Medizin zu kommen, und die Bedingungen des Studiums in anderen Ländern sind, haben wir nicht unter Kontrolle. Ob man da seinen Abschluss mit Bakschisch bekommt oder gar nie studiert hat, können wir nicht kontrollieren. Selbst komplette Fälschungen von angeblichen ausländischen Zeugnissen können wir hier doch in den meisten Fällen gar nicht aufdecken. Es gibt unter ausländischen Ärzten wirklich gute, aber es gibt auch eine Menge schlechte und eine Menge solche, die vielleicht gut sein könnten, wenn sie besser Deutsch könnten.

Aus meiner Sicht wäre das System der US-Amerikaner sehr erstrebenswert. Mindestens aber sollte das aktuelle System der laschen mündlichen Kenntnis-/Gleichwertigkeitsprüfungen und Deutsch-Tests dadurch ersetzt werden, dass ausländische Ärzte das 2. Staatsexamen oder etwas Ähnliches bestehen müssten.

Auch wenn es stimmt, dass es damals deutlicher schwieriger war ein sehr gutes Abitur zu bekommen, so darf man aber auch nicht vergessen, dass seit einer geraumen Zeit klar war, welche Voraussetzungen man zur Zulassung zum Medizinstudium erfüllen musste. Wenn man also aus dem Abi fliegt oder den NC nicht überwinden kann, war man entweder zu faul, zu dumm oder man wollte doch kein Mediziner werden. Die Schuld liegt also zum größten Teil bei ihnen selber. In Deutschland gibt es dafür, weltweit einzigartig, die Wartezeitquote, die im Ausland für Aufregung sorgt.