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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Braucht man für die Forschung zwingend eine Facharztausbildung?



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Choranaptyxis
14.11.2017, 09:53
Ich würde mir das ganze mit der Intention stark überlegen. Bedenke auch, dass das Studium lange ist und wenn du sagst, dass du momentan wegen der Krankheit arbeitslos bist, ob das nicht auch auf das Studium zutreffen könnte. Ich kenne jemanden, der wegen krankhaftem Schwitzen die Physiotherapie-Ausbildung abgebrochen hat, die körperliche Nähe beim Untersuchen etc ist halt stark gegeben. Nebenbei, eine Approbation ist kein Freifahrtschein zum experimentieren, nur weil man Leute kennt, die zu vielem bereit sind. Das erforderliche Equipment ist meist eh nur in Laboren vorhanden und da gibt es Regeln bevor man irgendetwas darf.

Kandra
14.11.2017, 10:09
Ein WIng-Studium hab ich schon abgeschlossen...

In Deutschland?

anignu
14.11.2017, 10:19
Grund des Studiums für mich wäre eben, dass ich als approbierte Arzt natürlich mehr Möglichkeiten zur Forschung an dieser Krankheit hätte, als nicht. Ich kenne ja zig Leute (aus den Selbsthilfegruppen), die an sich experimentieren lassen würden (Hautproben zu untersuchen wäre ganz oben auf der Liste).
Außerdem kann ich mir selbst Medikamente verschreiben, die mir helfen und das wäre mir alles wert! ich mein, wenn die Symptome der Krankheit weg sind, hab ich die Krankheit ja quasi nicht mehr.
Ein klitzekleines Problem seh ich noch in der Finanzierung und Unterstützung durch Kollegen mit Ahnung. Es ist ja nicht so, dass man sich mit einem Medizinstudium dann hinstellt und dann bei sich im Keller Biopsien von Probanden entnimmt und diese im eigenen Keller untersucht. Man braucht auch entsprechende Forschungsfläche, Geräte, Chemikalien etc. und idealerweise auch eine Forschungsgruppe in der man die Ergebnisse diskutiert um selbst voranzukommen. Und das alles kostet Geld. Viel Geld. Es wäre da schon sehr viel einfacher sich eine Forschungsgruppe zu suchen die tatsächlich in irgendsoeine Richtung schon forscht und der quasi beizutreten. Dann hätte man schonmal Kollegen, Geräte etc. Ansonsten ist eine Forschung alleine einfach mal echt naiv.

Und wenn du schon weißt welche Medikamente dir helfen, dann sollte es doch möglich sein diese zu bekommen, auch als nicht Arzt...

bremer
14.11.2017, 10:22
Intention hin oder her. Wenn du in Deutschland bereits in Studium abgeschlossen hast, wird das größte Problem darin bestehen, überhaupt einen Studienplatz zu bekommen.

davo
14.11.2017, 12:45
Und wie gesagt, bei einer Facharztausbildung zum Mikrobiologen steht man Vollzeit im Labor, forschen tut man da aber nicht.

Das ist komplett falsch. Und zwar beide Aussagen.

ehem-user-31012019-1024
14.11.2017, 13:19
Das ist komplett falsch. Und zwar beide Aussagen.

Was stellst Du Dir denn unter Forschung vor, davo?

davo
14.11.2017, 13:20
Irrelevant. Deine Aussage ist einfach falsch. Keine Ahnung warum du hier so konsequent falsche Sachen verbreitest, ob es Ahnungslosigkeit oder Absicht ist.

ehem-user-31012019-1024
14.11.2017, 13:36
Klar, Ahnungslosigkeit. Hätte ich selber darauf kommen müssen. Bei allem Respekt, aber es geht hier um Forschung!
Viele, die einmal für die Forschung begeistert waren, bemerken erst später, dass diese eigentlich ziemlich schrecklich ist.
Das die vom TE genannte medizinische Forschung nicht nur die klinischen Studien, sondern auch das Biolabor umfasst, muss klar sein. Das Problem ist jedoch, dass der TE nur Forschung machen will. Die Wahrscheinlichkeit, eine leitende Dauerstelle in der Forschung zu kriegen, ist nahezu Null. Die Frage ist also: Was macht der TE im sehr wahrscheinlichen Fall, dass er sich nicht in der Forschung halten kann?
Als Mediziner arbeitet man dann in einem gut bezahlten und zukunftssicheren Fachbereich.
Der Facharzt für Mikrobiologie mag sich vielleicht im Labor aufhalten. Meiner Meinung nach (und einiger anderen) hat der Facharzt für Mikrobiologie, Virologie etc. aber nichts mit Forschung zu tun.

davo
14.11.2017, 14:10
Klar, Ahnungslosigkeit. Hätte ich selber darauf kommen müssen. Bei allem Respekt, aber es geht hier um Forschung!

Irrelevant in Bezug auf den Wahrheitsgehalt deiner Aussagen.


Viele, die einmal für die Forschung begeistert waren, bemerken erst später, dass diese eigentlich ziemlich schrecklich ist.

Korrekt, aber ebenfalls irrelevant in Bezug auf den Wahrheitsgehalt deiner Aussagen.


Das die vom TE genannte medizinische Forschung nicht nur die klinischen Studien, sondern auch das Biolabor umfasst, muss klar sein. Das Problem ist jedoch, dass der TE nur Forschung machen will. Die Wahrscheinlichkeit, eine leitende Dauerstelle in der Forschung zu kriegen, ist nahezu Null. Die Frage ist also: Was macht der TE im sehr wahrscheinlichen Fall, dass er sich nicht in der Forschung halten kann?
Als Mediziner arbeitet man dann in einem gut bezahlten und zukunftssicheren Fachbereich.
Der Facharzt für Mikrobiologie mag sich vielleicht im Labor aufhalten.

Ebenfalls irrelevant in Bezug auf den Wahrheitsgehalt deiner Aussagen.


Meiner Meinung nach (und einiger anderen) hat der Facharzt für Mikrobiologie, Virologie etc. aber nichts mit Forschung zu tun.

Deine Meinung ist eben leider falsch. Die meisten Fachärzte für Mikrobiologie arbeiten im öffentlichen Sektor (Gesundheitsamt) oder an Unikliniken oder an Großlaboren. Und an Unikliniken ist die Forschung ein integraler Bestandteil des Berufsbildes, auch schon als Assistenzarzt. Genau dasselbe gilt auch für die Pathologen oder die Humangenetiker an Unikliniken. Das kannst du mit einem klassischen Fach der Patientenversorgung nicht vergleichen.

ehem-user-31012019-1024
14.11.2017, 14:15
Und aus diesem Grund habe ich gefragt, was Du Dir unter Forschung vorstellst. Was hat der Facharzt für Mikrobiologie etc. mit Forschung zu tun?

Evil
14.11.2017, 14:24
@ bromi: studier doch statt Medizin lieber Chemie (dann findest du vielleicht einen Weg zur Geruchsneutralisation) oder Biologie (um Wege zur Beeinflussung der geruchsbildenden Keime zu finden).

ehem-user-31012019-1024
14.11.2017, 14:29
@ bromi: studier doch statt Medizin lieber Chemie (dann findest du vielleicht einen Weg zur Geruchsneutralisation) oder Biologie (um Wege zur Beeinflussung der geruchsbildenden Keime zu finden).

Nur leider enden diese Studiengänge mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in eine fachfremde Berufstätigkeit.

Evil
14.11.2017, 15:10
Das ist eine unzulässige Verallgemeinerung, die du aus Deinen eigenen Negativerfahrungen machst, wie hier im Forum schon mehrfach deutlich wurde.

ehem-user-31012019-1024
14.11.2017, 15:15
Das ist eine unzulässige Verallgemeinerung, die du aus Deinen eigenen Negativerfahrungen machst, wie hier im Forum schon mehrfach deutlich wurde.

So langsam habe ich keine Lust mehr darauf, ständig über die Berufsaussichten von Naturwissenschaften (insbesondere Biologie) aufzuklären.
Deshalb verlinke ich nur noch:
https://www.studis-online.de/Fragen-Brett/read.php?104,1546198

Wer möchte, der kann sich selber ein Bild davon machen und nachlesen. Das Gleiche gilt natürlich auch für andere naturwissenschaftliche Studienfächer und ihre Berufsaussichten, wobei es in manchen natürlich tendenziell ein wenig besser aussieht.

davo
14.11.2017, 15:18
Und aus diesem Grund habe ich gefragt, was Du Dir unter Forschung vorstellst. Was hat der Facharzt für Mikrobiologie etc. mit Forschung zu tun?

Das: https://www.uni-giessen.de/fbz/fb11/institute/klinik/mikrobiologie/forschung

Von Bio oder Chemie würde ich aber ebenfalls abraten. Da ist ein Medizinstudium sicher deutlich erfolgversprechender, eben weil man nicht auf die Forschung festgenagelt ist, sondern immer auch die klinische Option hat.

Miss_H
14.11.2017, 15:44
Nur leider enden diese Studiengänge mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in eine fachfremde Berufstätigkeit.
Was ist denn für dich eine Fachfremde Berufstätigkeit? Naturwissenschaftliche Studiengänge haben doch gar kein konkretes Berufsziel? Ist in der Medizin anders. Da bist du noch dem Studienabschluss Arzt und kannst als solcher Praktisch tätig sein.
Was ich unter Forschung verstehe? Naja etwas erforschen und anderen mitteilen. Das würde ich daran messen wie viele Veröffentlichungen er hat. Unser Mikrobiologe hat laut pubmed zum Beispiel 97 Veröffentlichungen. Das bedeutet für mich, dass er forscht. (Im Gegensatz zu einem Oberarzt in einem Lehrkrankenhaus in ähnlichem Alter, der hat 3 Publikationen. Der forscht wohl nicht aktiv.)

SarahManning
14.11.2017, 15:53
Unser Mikrobiologe hat laut pubmed zum Beispiel 97 Veröffentlichungen. Das bedeutet für mich, dass er forscht. (Im Gegensatz zu einem Oberarzt in einem Lehrkrankenhaus in ähnlichem Alter, der hat 3 Publikationen. Der forscht wohl nicht aktiv.)

Oder er hatte Doktoranden und stand somit auf dem Paper...

ehem-user-31012019-1024
14.11.2017, 15:56
Was ist denn für dich eine Fachfremde Berufstätigkeit? Naturwissenschaftliche Studiengänge haben doch gar kein konkretes Berufsziel? Ist in der Medizin anders. Da bist du noch dem Studienabschluss Arzt und kannst als solcher Praktisch tätig sein.
Was ich unter Forschung verstehe? Naja etwas erforschen und anderen mitteilen. Das würde ich daran messen wie viele Veröffentlichungen er hat. Unser Mikrobiologe hat laut pubmed zum Beispiel 97 Veröffentlichungen. Das bedeutet für mich, dass er forscht. (Im Gegensatz zu einem Oberarzt in einem Lehrkrankenhaus in ähnlichem Alter, der hat 3 Publikationen. Der forscht wohl nicht aktiv.)

Fachfremde Berufstätigkeiten für Naturwissenschaftler: Pharma-Außendienst, Regaleinräumer im nahen Discounter, Kassierer, Sekretärin/Sekretär usw.
Eben alles, wofür das Studium nicht zu gebrauchen war.
Und das wird in einem naturwissenschaftlichen Studium mit sehr sehr hoher Wahrscheinlichkeit eintreffen.

Als Naturwissenschaftler (insbesondere Biologe) hat man folgende Möglichkeiten: In die Industrie (allgemein formuliert, jedoch aufgrund der Konkurrenz von approbierten Medizinern und Pharmazeuten nahezu unmöglich, außerdem gibt es dort nur wenige Stellen), Forschung (unbefristete Professur, was vielleicht 10 von 15.000 Absolventen (!!!) schaffen), fachfremde Tätigkeiten (s.o.), reich heiraten oder eben Langzeitarbeitslosigkeit.

Miss_H
14.11.2017, 16:16
Und du kennst alle Absolventen? Also ich kenne Biologen, die Forschen (Uni oder privat neue Kits für genetische Testungen herstellen), als Gutachter (z.B. kartieren und bestimmen von Lebewesen in einem geplanten Baugebiet) oder Wissenschaftskommunikation machen. Kenne wenige die etwas komplett anderes machen (und ja, dann sind auch Pharmavertreter und Verkäufer dabei).

ehem-user-31012019-1024
14.11.2017, 16:30
Und du kennst alle Absolventen? Also ich kenne Biologen, die Forschen (Uni oder privat neue Kits für genetische Testungen herstellen), als Gutachter (z.B. kartieren und bestimmen von Lebewesen in einem geplanten Baugebiet) oder Wissenschaftskommunikation machen. Kenne wenige die etwas komplett anderes machen (und ja, dann sind auch Pharmavertreter und Verkäufer dabei).

Lies den Thread "Sinnhaftigkeit" mal genau durch.
Außerdem haben sich viele BioX-Absolventen zu Wort gemeldet.
Ob nun als Gutachter oder in der Wissenschaftskommunikation: Wenn das Studium (und die Promotion, die fast alle Biologen abschließen (!)) für diese Berufe verpflichtend ist, dann kannst Du davon ausgehen, dass sich nicht nur 10 oder 20 dafür bewerben.
Für viele "fachfremde" Berufe sind die promovierten Biologen (oder M.Sc. Biologen) einfach zu überqualifiziert.

Was ich aber auch ganz vergessen habe zu erwähnen: In einem naturwissenschaftlichen Studium ist auch die Abiturnote besonders wichtig. Verständlich, wenn sich für eine Laborstelle gleich hunderte bewerben.

Wer unbedingt meint, Biologie sei voll sein Ding, der sollte besser eine Laborantenausbildung beginnen.