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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Regionales Traumazentrum... Schockraum alleine?



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Kackbratze
14.12.2017, 18:48
Zeugnisse brauch ich zum Glück keine mehr.

Genau, ohne Zeugnis irgendwo anders bewerben. Selbst wenn eine Bewerbung ohne Zeugnisse auf dem Schreibtisch landet, kommt sofort der Anruf beim alten Chef....

traumazentrumwitz
15.12.2017, 15:18
Und die Bitte um Vertraulichkeit?

freak1
16.12.2017, 20:17
Nein, ich brauch keine Zeugnisse aktuell mehr, da ich Weiterbildungszeugnis und "Zwischenzeugnis" hab. Ob der andere Kollege trotzdem anruft, ich weiß es nicht. Wobei ich mich mit meinem Chef gut versteh, nur die Unfallchirurgen bzw. deren Ignoranz treibt mich in den Wahnsinn.

Die Frage ist halt ob man nicht eine Stufeneskalation für die nächsten Male macht. Also grundsätzlich und unmissverständlich sagen, dass die Oberärzte zum Schockraum dazu kommen müssen, und wenn sie das nicht tun beim ersten Mal Email mit "geforderter Facharztstandard nicht gewährleitet etc" an Oberarzt + Chefarzt schreiben. Und dann steigern...
Kann schon sein, dass ich dieses Mal etwas hart reagiert hab. Man schweigt hal sehr lange bei ganz großem Schwachsinn und irgendwann brichts raus.

Ich glaube das ist Aufgabe deines CAs. Sieh zu das du auf die Mängel schriftlich hingewiesen hast, stell ggf. eine Gefährdungs-/Überlastungsanzeige und gut ist. Wenn der es nicht macht, ist das eben so. Du kannst dich als Assistent ja kaum durchsetzen was die Organisation in einer anderen Abteilung angeht?

Jedes mal Hintergrund anrufen und am besten mit Zeugen dokumentieren das der Hintergrund nicht reinkommen will.

Passiert irgendwann doch mal was rollen die entsprechenden Köpfe schon ganz von alleine und hoffentlich nicht deiner.

tarumo
18.12.2017, 08:24
Genau, ohne Zeugnis irgendwo anders bewerben. Selbst wenn eine Bewerbung ohne Zeugnisse auf dem Schreibtisch landet, kommt sofort der Anruf beim alten Chef....

Übrigens, auch wenn man sich aus einem "intakten" Arbeitsverhältnis heraus wegbewirbt, kann man sich durchaus "Vertraulichkeit" erbitten. Wenn sich der Putativchef schon daran nicht hält, weiß man wenigstens gleich, woran man wäre. Im übrigen ist die Hose einem immer näher als das Hemd und die meisten Chefs freuen sich eher über die Möglichkeit, einen qualifizierten, muttersprachlichen Bewerber begrüßen zu können, als daß sie befürchten, einen "Querulanten" in den Pelz gesetzt zu bekommen. Abgesehen davon sind sich die Chefs untereinander auch nicht immer Grün. In meinem Leben habe ich nur einmal mitbekommen, daß ein Chef den anderen angerufen hat, der war aber IMHO geistig und auch sonst noch in den 80er Jahren stehengeblieben...hätte ich mir auch nicht antun müssen...

Feuerblick
18.12.2017, 08:28
Bei mir haben alle (!!) potentiellen Chefs, bei denen ich auch zu Bewerbungsgesprächen war und die mich einstellen wollten, mit den jeweils aktuellen Chefs telefoniert. Liegt aber sicher an unserem kleinen Fach, wo sowieso jeder jeden kennt.

Lava
18.12.2017, 09:42
Bei mir haben alle (!!) potentiellen Chefs, bei denen ich auch zu Bewerbungsgesprächen war und die mich einstellen wollten, mit den jeweils aktuellen Chefs telefoniert. Liegt aber sicher an unserem kleinen Fach, wo sowieso jeder jeden kennt.

Und woher weißt du das? Bei meinen Chefs glaube ich nicht, dass die das gemacht haben. Aber da lagen die Kliniken auch immer hunderte Kilometer auseinander und die Chefs kannten sich weder gegenseitig noch kannten sie überhapt die andere Klinik :-nix

Feuerblick
18.12.2017, 12:23
Ich weiß das, weil die Noch-Chefs mich bei meinem Kündigungsgespräch oder später drauf angesprochen haben.
Insofern kann man „Vertraulichkeit“ immer reinschreiben in eine Bewerbung, sollte man durchaus auch. Aber drauf verlassen kann man sich nicht.

Unser Fach ist allerdings auch einfach klein und man kennt sich. Kongresse sind eher Klassentreffen als Fortbildung ;-)

Bille11
19.12.2017, 13:08
Bei mir haben alle (!!) potentiellen Chefs, bei denen ich auch zu Bewerbungsgesprächen war und die mich einstellen wollten, mit den jeweils aktuellen Chefs telefoniert. Liegt aber sicher an unserem kleinen Fach, wo sowieso jeder jeden kennt.

Auch in grossen Fächern kommt das vor. ;-)

Und auch, wenn man sich Vertraulichkeit erbittet. Ich habe ja nichts dagegen, wenn das Telefonat im Verlauf erfolgt, wenn der Bewerber sich als geeignet erweist. Aber direkt als allererstes und recht undiplomatisch, das find ich schon dämlich. Immerhin weiss man dann, wie da der Hase läuft.

traumazentrumwitz
20.12.2017, 00:27
Jedes mal Hintergrund anrufen und am besten mit Zeugen dokumentieren das der Hintergrund nicht reinkommen will.
Und hier werd ich mir die Details noch überlegen müssen.

traumazentrumwitz
20.12.2017, 00:42
doppelt...

Solara
20.12.2017, 06:58
Sagst halt, dass du das dann so dokumentierst, dass er ablehnt, zum Schockraum zu kommen und dass du dies an die entsprechenden Stellen weiterleitest.

SineNomine
21.12.2017, 06:11
Bei mir haben alle (!!) potentiellen Chefs, bei denen ich auch zu Bewerbungsgesprächen war und die mich einstellen wollten, mit den jeweils aktuellen Chefs telefoniert. Liegt aber sicher an unserem kleinen Fach, wo sowieso jeder jeden kennt.

Ich habe schon in den Bewerbungsunterlagen um Vertraulichkeit wegen ungekündigtem aktuellen Arbeitsverhältnis gebeten. Hat nicht geschadet und würde ich jederzeit wieder so machen. Finde das sonst sehr ungut, weil sich das ja doch auf das bestehende Arbeitsverhältnis auswirken kann, wenn Dein Chef weiß, dass Du per se weg willst. Glaube auch, die meisten Chefs halten sich dann auch an die Vertraulichkeit, es spricht nicht eben für die Chefs in Deinem Fach, wenn die sich darüber einfach hinweg setzen.

Feuerblick
21.12.2017, 09:51
Ich glaube nicht, dass das in anderen Fächern anders ist. Vielleicht spielen nicht alle mit so offenen Karten...

traumazentrumwitz
22.12.2017, 10:40
Sagst halt, dass du das dann so dokumentierst, dass er ablehnt, zum Schockraum zu kommen und dass du dies an die entsprechenden Stellen weiterleitest.
Ja, das hört sich offiziell zumindest relativ neutral an...

WackenDoc
22.12.2017, 13:43
Eigentlich ist es noch viel einfacher: Herr Oberarzt, ich habe folgende Lage:... Ich schätze das so ein, dass Ihre Anwesenheit erforderlich ist (kurze Begründung) und bitte Sie rein zu kommen.... Ja, Ihre Anwesenheit ist WIRKLICH erforderlich (Begründung wiederholen, blabla Patient gefährdet)...Ich dokumentiere das dann also so, dass ich Sie darauf hingewiesen habe, dass Ihre Anwesenheit erforderlich ist, sie aber nicht kommen möchten.

Alternativ auf SOPs verweisen, falls ihr die habt.

traumazentrumwitz
23.12.2017, 01:31
Wenn ein Schockraum angemeldet ist, weiß man ja noch gar nicht was wirklich kommt. Und dann alleine dastehen hab ich keinen Bock. Und dass mir der OA sagt: "Spiel dich erstmal und melde dich wenns ein Problem gibt" und dann vergeht die Zeit und vergeht und vergeht...

WackenDoc
23.12.2017, 08:30
Das ist ein Problem. Bei so einem Anruf kannst du keine grundsätzlichen Probleme besprechen. Das muss im Vorfeld geregelt sein.
Wenn ihr Traumazentrum seid, muss es doch SOPs geben- also wer ist bei Polytraumaanmeldung wann zu informieren.

Sebastian1
23.12.2017, 08:52
Die Gefährdung besteht darin, dass der Patient von externen Leuten (Notarzt, Rettungsdienst etc.) begutachtet wurde und die dann entschieden haben: Polytrauma. Und für den Fall gibt es Leitlinien und zertifizierte Traumazentren mit Mindeststandards. Und die werden nicht erfüllt. Auch wenn es die Patienten doch überleben und keiner zu Schaden kommt. Die Mindeststandards werden einfach nicht erfüllt.
Beziehst du das auf den präklinischen Bereich? Das müsstest du mal genauer erläutern...

Brutus
23.12.2017, 10:14
Wenn ein Schockraum angemeldet ist, weiß man ja noch gar nicht was wirklich kommt. Stumpfes Bauchtrauma bei VU ist meistens (zum Glück) nix. Drei-vier Meter runtergefallen, Patient stabil, Wirbelkörperfrakturen, ist halt dann so. Irgendwie ist es schon immer gegangen, für wirklich instabile Patienten ist auch noch der Anästhesist da.
Und genau DAS^^ ist der Zeitpunkt, an dem der Anästhet dann entscheidet, dass nach Erstversorgung der Patient weiterverlegt wird. In ein Traumazentrum. :-nix
Vielleicht braucht es einfach genau so eine Verlegung, um den UCH begreiflich zu machen, was die Standards für ein Traumazentrum sind. Was sagt denn die DGU dazu? Ich meine, so ein Traumazentrum muss doch regelmäßig rezertifiziert werden. Und da gucken die schon ganz genau hin, ob Standards erfüllt sind, etc...


Beziehst du das auf den präklinischen Bereich? Das müsstest du mal genauer erläutern...
Ich habe das so verstanden, dass die Standards innerklinisch nicht erfüllt werden. Der NA / RD definiert das Ganze als Polytrauma mit Schockraumindikation und in der Klinik sind die Strukturen dafür einfach nicht gegeben. :-nix

CYP21B
23.12.2017, 13:54
Im Weißbuch wird "nur" Facharztstandard gefordert, bzw es reicht explizit ein WBA UCH mit Facharztstandard. Dh wenn im Dienstplan immer ein Uch-Assi steht wird man da wohl problemlos durch die Zertifizierung kommen. Problematisch wird es in dem Fall nur wenn der Nicht-Uch-Assi oder ein frischer Uch-Assi alleine dasteht. Ansonsten finde ich die Konstellation weder schlimm noch ungewöhnlich. Die Maßnahmen die ich ggf im Schockraum können muss bis der Hintergrund da ist sind überschaubar und bis man dann letztendlich in den Op gefahren ist immer soviel Zeit rum dass der Hintergrund locker da ist. Ich kenne ehrlich gesagt auch keine Klinik in der der Uch-Hintergrund im Dienst für jede Schockraumalarmierung automatisch reinkommt, sind aber alles Kliniken in denen der Vordergrund der in den Schockraum geht Uch-Assi ist (sind regionale und überregionale TZ).