PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Elendes Steuergedöns ... noch Fragen?



Seiten : [1] 2 3 4 5

Hoppla-Daisy
28.12.2017, 12:13
Heyho!

Sagt mal, hat jemand von euch hier schon mal das Problem gehabt, zwei Lohnsteuerbescheinigungen mit sich überschneidenden Zeiten vom Arbeitgeber zu erhalten?

Ich sitze hier gerade über einen alten Steuererklärung, die ich (jaja, ich weiß, spät dran und so) noch bis 31.12.2017 (JAHA!!!) zu erledigen habe. Nun hab ich das Problem, dass ich durch irgendeinen blöden Fehler in der Verwaltung ab- und wieder angemeldet wurde. Nun hab ich eine Lohnsteuerbescheinigung vom 01.01. - 31.10. und eine vom 11.07. - 31.12. vorliegen. Blöd nur, dass ich auf dem Papier quasi vom 12.07. - 31.10. scheinbar doppelt verdient habe, was natürlich de facto so nicht stimmt. Nun darf ich ja nicht einfach die Bruttoarbeitslöhne beider Bescheinigungen zusammen rechnen. Leider tut das aber das Elster-Programm! Ergebnis der Berechnung: Nachzahlung von > 3000 €! What the fuck?!?!?!

Mir kam das schon seltsam vor, dass ich zwei Bescheinigungen bekam. Mein alter Arbeitgeber aber stellte sich quer, wollte mir keine neue, zusammengefasste Bescheinigung mit korrekten Daten ausstellen. "Unsere Software hat das schon alles richtig gemacht!" sprach die Oberzicke der Entgeltstelle und tat - genau! - gar nichts. Also ich noch einmal vorsprach, kam ein "wie oft denn noch?".

Nun sitze ich hier über der verkackten Steuererklärung und komme vorne und hinten nicht klar, weil Elster so ein Sondergedöns natürlich nicht kennt. Was meint ihr, erstmal einreichen und dann im neuen Jahr vorsprechen mit Termin und das alles aufdröseln? Zur Not muss ich Einspruch gegen einen eventuell falschen Steuerbescheid (durch den beknackten Fehler der Verwaltung) einlegen. Mann, ist das alles ärgerlich! Ich bin echt geladen...

Auf dass jemand den erlösenden Tipp hat ;-)

Groetjes & dank u wel
Daisy

vanilleeis
28.12.2017, 12:51
Wenn das auf dem Papier so steht, ist es falsch. Du musst diese Jahressteuerbescheinigungen aber gar nicht mitschicken, da es elektronisch übermittelt wird.
Für das Programm wirst Du wohl händisch ausrechnen müssen, was Du wirklich erhalten und gezahlt hast

Hoppla-Daisy
28.12.2017, 12:52
Also werd ich mir mal jede einzelne Monatsabrechnung zur Hand nehmen (müssen). Ich liebe es....

EDIT: Und noch viel schöner ist, dass ich durch dieses Missmanagement in der Kack-Verwaltung in diesem Jahr für jeden Monat nochmal (mindestens!) eine weitere Abrechnung bekommen habe, so dass ich nun überhaupt keine Übersicht mehr habe, was ich eintragen muss. Denn da stehen - natürlich, wie sollte es anders sein! - jeweils verschiedene Brutto-, Lohnsteuer-, Soli- und Kirchensteuerbeträge drauf! Ich könnte im Schwall kotzen, wenn ich heute noch an diese Kack-Mitarbeiterin und ihre Kollegen da denke. Machen Scheiße, und blaffen im Endeffekt MICH dafür an, wenn ich Klarheit haben möchte. Die ich natürlich nie bekam. Irgendwie sitzen die Sesselpupser immer am längeren Hebel.

Jetzt bin ich mittlerweile fast schon so weit, dass ich diese Einkommensteuererklärung sausen lasse, obwohl ich eigentlich wieder etwas zurückbekäme, man aber den doppelten Betrag von mir wird haben wollen!

Pflaume
28.12.2017, 13:27
Falls du schon ein Elster-Zertifikat hast, kannst du mit einem entsprechenden Steuer-Programm die Daten der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung beim Finanzamt abrufen und brauchst gar nichts selbst eingeben. Wenn du Glück hast, sind die korrekten Daten ans Finanzamt übermittelt worden. Wenn du Pech hast, die falschen.

Andererseits ist aber auch möglich, dass der Arbeitgeber sich bei seiner merkwürdigen Aktion bei der Steuervorauszahlung zu deinen Gunsten vertan hat und du insgesamt zu wenig Steuern vorausgezahlt hast. Die Eingabe bei Elster würde dann (korrekterweise) anzeigen, dass du noch Steuern nachzahlen mußt. Hast du diese Möglichkeit in betracht gezogen? [Mir ist bewußt, dass du schreibst, dass dir im Juli der Lohn doppelt bescheinigt wurde; das klingt danach, als ob du es geprüft hast]

WackenDoc
28.12.2017, 13:31
Im Zweifel eine Erklärung einreichen und dann Anfang des Jahres die dumme Nuss von der Verwaltung aufn Pott setzen, dass sie ihre Arbeit gefälligst richtig machen soll und dann beim Finanzamt nachmelden.

Hoppla-Daisy
28.12.2017, 14:37
Falls du schon ein Elster-Zertifikat hast, kannst du mit einem entsprechenden Steuer-Programm die Daten der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung beim Finanzamt abrufen und brauchst gar nichts selbst eingeben. Wenn du Glück hast, sind die korrekten Daten ans Finanzamt übermittelt worden. Wenn du Pech hast, die falschen.

Andererseits ist aber auch möglich, dass der Arbeitgeber sich bei seiner merkwürdigen Aktion bei der Steuervorauszahlung zu deinen Gunsten vertan hat und du insgesamt zu wenig Steuern vorausgezahlt hast. Die Eingabe bei Elster würde dann (korrekterweise) anzeigen, dass du noch Steuern nachzahlen mußt. Hast du diese Möglichkeit in betracht gezogen? [Mir ist bewußt, dass du schreibst, dass dir im Juli der Lohn doppelt bescheinigt wurde; das klingt danach, als ob du es geprüft hast]
Hm, Pflaume, wäre durchaus ja denkbar. Da ich Elster-Neuling bin, hab ich so gar keinen Plan, wie ich mir die Lohnsteuerdaten aus dem Elster ausspucken lassen kann.

Ich habe jetzt alle meine Abrechnungen durchgesehen, das Jahresbrutto notiert, ebenso den Überweisungsbetrag, letzteren auch mit den Kontoauszügen verglichen (stimmen überein). Als ich aber das Jahresbrutto der beiden Lohnsteuerbescheinigungen zusammen addierte, kam eine Differenz von rund 4000 € heraus.

Es kann ja nicht sein, dass ich im Jahr davor 1900 € zurück bekommen habe mit Steuerklasse 2 (weil alleinerziehend mit einem Kind), und im darauf folgenden Jahr plötzlich mehr als 3000 € mit den gleichen Bedingungen und einem ähnlichen Jahresbrutto nachzahlen soll. Das stinkt doch alles dermaßen zum Himmel!

Mein Jahresbrutto des darauffolgenden Jahres ist nämlich auch wieder um ca. 5000 € geringer! Da bin ich mal gespannt, wie die Berechnung da aussieht. Brechreiz hoch 10, echt jetzt!

Pflaume
28.12.2017, 14:50
Hast du ein Zertifikat (https://www.elster.de/eportal/registrierung-auswahl) für die Authentifizierung via Elster beantragt? Dann kannst du die elektronische Lohnsteuerbescheinigung automatisch abrufen.

Hier (http://www.steuern.sachsen.de/11877.html) steht, wie es funktioniert.

Hoppla-Daisy
28.12.2017, 14:58
Jo, hab ein Zertifikat vorliegen, aber ich kann mir diese vorausgefüllte Steuererklärung z. B. auch nicht darstellen lassen :-nix. Ich bin auf der Seite von NRW und hab das mit dem Herunterladen der Lohnsteuerbescheinigung versucht, aber da wird nix abgerufen, sondern ich muss meine Zahlen eintragen. Das ist ja witzlos :-nix.

Geht mir echt alles ziemlich auf den Sack gerade. Ich werde gleich diese beknackte Steuererklärung abschicken, nächste Woche mit dem ganzen Gedöns (Lohnsteuerbescheinigung, Lohnabrechnungen und meinen Kontoauszügen) zum Finanzamt dackeln und die mal fragen, ob die ne Idee haben, was ich denn nun einzutragen habe und fragen, ob sie mein Dilemma verstehen. Da KANN man gar nicht durchblicken, weil's von vorne bis hinten falsch ist :-heul.

Pflaume
28.12.2017, 15:24
Das Finanzamt kann dir auch die elektronisch übertragenen Daten ausdrucken. Es besteht die leise Hoffnung, dass die Daten korrekt übermittelt worden sind und vom Arbeitgeber nur falsch ausgedruckt worden sind oder dir der falsche Ausdruck zugeleitet worden ist. Halte ich aber für unwahrscheinlich, da in DATEV die Übertragung und der Ausdruck meines Wissens aus den exakt gleichen Datensätzen generiert werden. Bis einschließlich Steuerjahr 2015 waren einmal aus DATEV ans Finanzamt übertragene Daten meines Wissens nicht oder nur unter sehr großem Aufwand stornierbar.

Ein kleiner Trost: Wenn die Personalabteilung da Mist gebaut hat, dann hättest du selbst, wenn du dich jetzt entschieden hättest, keine Steuererklärung abzugeben und auf die Steuererstattung zu verzichten, damit rechnen müssen, dass dem Finanzamt aus den erhaltenen Daten die vermeintlich zu geringe Steuervorauszahlung auffällt (im Rahmen der Prüfsysteme) und du irgendwann doch noch zur Steuererklärung aufgefordert worden wärst und dann in noch größerem Abstand den Spaß gehabt hättest, dich um die Korrektur zu kümmern...

vanilleeis
28.12.2017, 15:25
Da würde ich mir eher Hilfe bei der vereinigten Lohnsteuerhilfe (günstig) oder Steuerberater (teuer, aber bei komplizierten Sachen meist die bessere Adresse) suchen. Die Finanzämter, die ich bisher kennengelernt haben, würden da nur schulterzuckend sagen, dass das ja mein Problem sei. Für Hilfe fühlen die sich meiner Erfahrung nach nicht zuständig

Womit machst du den Mist? WISO? Da könnte ich dir sagen, wie der belegabruf funktioniert, setzt aber voraus, dass du den separat zum Elster-Zertifikat beantragt hast und da einen Code hast

Pflaume
28.12.2017, 15:29
Es kann ja nicht sein, dass ich im Jahr davor 1900 € zurück bekommen habe mit Steuerklasse 2 (weil alleinerziehend mit einem Kind), und im darauf folgenden Jahr plötzlich mehr als 3000 € mit den gleichen Bedingungen und einem ähnlichen Jahresbrutto nachzahlen soll. Das stinkt doch alles dermaßen zum Himmel!
Sind die geleisteten Steuervorauszahlungen in den beiden Jahren (bei ähnlichem Jahresbrutto) denn ungefähr gleich hoch? Wenn du die Steuervorauszahlungen auf den beiden Lohnsteuerbescheinigungen 2013 zusammenrechnest und die mit dem Betrag 2012 vergleichst?

Pflaume
28.12.2017, 15:32
Ich habe mein Finanzamt bisher eigentlich als recht hilfreich erlebt. Steuerberater kostet allerdings für so etwas auch nicht die Welt und kann unter Umständen die am wenigsten aufwändige Möglichkeit ein, das Problem zu lösen.

Hoppla-Daisy
28.12.2017, 16:10
Sind die geleisteten Steuervorauszahlungen in den beiden Jahren (bei ähnlichem Jahresbrutto) denn ungefähr gleich hoch? Wenn du die Steuervorauszahlungen auf den beiden Lohnsteuerbescheinigungen 2013 zusammenrechnest und die mit dem Betrag 2012 vergleichst?

Ihr kennt die Zahlen selbst, wie die Verdienste gestaffelt je na WBJ sind, demnach muss ich sie hier nicht nennen ;-).

2012: 1. WBJ. Steuerrückzahlung: ca. 1900 €
2013: 2. WBJ (nicht gleicher AG, aber auch Caritas). SteuerNACHzahlung nach ELSTER (bei gleichen Bedingungen, und eben einem viel höheren Jahresbrutto im Vergleich zu 2012 laut Lohnsteuerbescheinigung, deren Richtigkeit ich anzweifele): > 3000 €. Es wurden Werbungskosten bzw. Fortbildungskosten angegeben, die ich aus eigener Tasche gezahlt hatte (im Gegensatz zu 2012 und 2014 ;-)).

Für 2014 hab ich gerade mal die Berechnung gemacht. 3. WBJ, noch immer gleicher Arbeitgeber. SteuerRÜCKzahlung nach ELSTER: ca. 1700 €

Du siehst, was ich meine?

Bille11
28.12.2017, 16:15
Und die Anzahl der Dienste? Viel Urlaub irgendwo mit drin? Viel Geld ausgezahlt bekommen? Von Überstunden zB.

Hoppla-Daisy
28.12.2017, 16:16
Nein, negativ. Alles stinknormale Jahre :-nix. Überstunden wurden nicht ausbezahlt ;-)
Anzahl der Dienste ca. gleich. Immer so 6-8/Monat, je nach Saison.

Bille11
28.12.2017, 16:18
Hmpf!

vanilleeis
28.12.2017, 17:03
Die Jahressteuerbescheinigung ist falsch. Das haben wir jedes Jahr bei meinem Mann bei der "Nebentätigkeit" durch Erfindervergütungen des alten Arbeitgebers. Mach Dir mal keinen Kopp. Eine Nachzahlung in der Konstellation kann ich mir wirklich nicht vorstellen! Und ich empfehle echt WISO. Kostet nicht viel (ist auch absetzbar) und hilft Dir event. durch das Zahlenchaos. Gibts auch als Sofortdownload.

Ansonsten: Auf der Abrechnung von Dez. steht in der Regel die Jahressummen drauf. Die würde ich eintickern, das was fehlt erreichen und die Jahresbescheinigungen erstmal weglegen.
Die interessieren das Finanzamt eh nicht, weil die ohnehin nur ihre übermittelten heranziehen.

Hoppla-Daisy
28.12.2017, 17:10
Da steht es eben nicht drauf, weil man mich ja versehentlich abgemeldet hatte irgendwann in dem Jahr ;-). Ergo stimmt die Kumulativsumme nicht :-wand

WackenDoc
28.12.2017, 17:16
Schriftlich bei der Dummplunze von der Abrechnungsstelle anmahnen, dass du ein Recht auf eine ordentliche Bescheinigung hast.

vanilleeis
28.12.2017, 17:20
So wie ich es verstanden habe, musst Du aber bis zum 31.12. abgeben oder? Das wird knapp mit der Korrektur