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Solara
04.04.2018, 12:46
Du scheinst ein Problem mit adipositas zu haben, hingegen den wirtschaftlichen Schaden durch Globuli nicht zu erkennen. Bedauerlich. Margen für die Herstellerfirmen sind grandios, Krankenkassen erstatten dies auch noch. Bringen tut es nichts.
Alkohol und Tabak werden übrigens nicht als gesundheitsfördernd klassifiziert und beworben, Globuli schon.

Brutus
04.04.2018, 12:55
Meistens sind die Leute aber ja so "clever", daß sie ihre Globuli nur bei leichten Befindlichkeitsstörungen einnehmen und wenn es ihnen richtig schlecht geht dann lieber doch etwas von Novartis haben wollen.
Sicher? Ich nicht! Wenn in einem Diskussionsforum zum Thema "ERC-Leitlinien, was hat sich geändert?" eine Heilpraktikerin das hier postet:
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dann glaube ich das einfach nicht!


Das sind aber auch Knockout-Argumente. :) Niemand spricht hier von Homöopathie ANSTELLE Schulmedizin - das wäre weder seriös noch vertretbar. Ich denke, dass das selbstverständlich ist, da ich aus der Sicht eines zukünftigen Arztes spreche.
Nö, das sind die Argumente, die man im Laufe von vielen Jahren in der Medizin lernt!


Und bezüglich der finanziellen Schäden - ich weiß nicht, wie viel Globuli etc. genau kosten, kann mir aber nicht vorstellen, dass es gravierende Folgen haben kann, wenn die "Präparate" 10 € kosten... Ernstere finanzielle (und vor allem gesundheitliche) Schäden entstehen meiner Meinung nach, wenn Metaboliker jeden Monat ihr Rezept für vermeidbare Medikamente einlösen (und ganz zu schweigen von Eingriffen bei HI, pAVK etc.), anstatt ihr Leben zu ändern.
Der finanzielle Schaden geht hier vor allem zu Lasten der Patienten! Denn die Globuli darfst Du ja selbst bezahlen. Während die richtigen Medikamente von den KK übernommen werden. Und wenn Du so richtig krank bist (chronisch), dann entfällt auch die Zuzahlung, damit also so richtig "umsonst". :-nix


Gut, das kann ich natürlich nicht beurteilen, ich bin ja noch nicht einmal approbierter Arzt. Aber ich kann mir vorstellen, dass das in der Praxis so wie von dir geschildert aussieht. Ist in der Tat schade, klar, und man sollte darauf achten, dass es möglichst nicht passiert.
Tja, lass es mich mit Yoda sagen: "Noch viel zu lernen Du hast, junger Padawan!" ;-)


Der "hohe Gewinn" ist eine philosophische Diskussion. Tabakwaren und Alkohol versprechen noch höhere Gewinne, sind zudem eindeutig schädlich, aber letztendlich ist jeder von uns ein denkender Mensch und kann sich entscheiden, ob er ein Stück der Schokolade, die ganze Tafel oder gleich drei Schokoladen isst.
Du vergleichst jetzt aber bitte nicht gerade Tabakwaren und Alkohol und Lebensmittel mit Arzneimittel und Globuli, oder?


Mein Punkt war lediglich, dass ich es begrüßen würde, wenn Hausärzte viel stärker auf die katastrophalen Konsequenzen der Adipositas bzw. ungesunden Ernährung hinweisen würden. Die meisten Patienten sind sich nicht einmal im Klaren, dass sie wohl was zur Entwicklung ihres DM 2, KHK etc. beigetragen haben und das nicht "einfach so" passiert.
Tun sie! Übrigens ganz lustig in diesem Zusammenhang: Du willst unbedingt die Menschen belehren, dass sie sich ungesund ernähren und dann willst Du ihnen ZUCKER aufschwatzen? ;-) :-)) :D


Das ist meiner Meinung nach weitaus schlimmer, als wenn man sich eine Packung Globuli kauft (wie gesagt, natürlich unter schulmedizinischer Therapie etc. und nicht stattdessen). Und natürlich finde ich es ebenso wichtig, dass man Patienten aufklärt, dass Homöopathie nicht bei ernsthaften Erkrankungen wirken und und und.
Es gibt keine "schulmedizinische" Therapie mit Globuli!

escitalopram
04.04.2018, 13:07
Ich habe doch noch in meinem ersten Posting im Thread ganz eindeutig gesagt, dass ich an Homöopathie NICHT glaube und NICHT empfehle(n würde). Wieso kommst du darauf, dass ich Menschen "Zucker aufschwatzen" würde? (Und selbst wenn man Globuli einnimmt, wie viel mg Zucker wäre drin? Ich denke, Diabetes 2 und Co. kriegt man eher von der Ernährung und nicht von einer Zucker"Tablette".) Wenn mich jemand fragen würde, wäre ich ehrlich und meine Meinung äußern, dass die "Präparate" keine Wirkstoffe haben und deswegen von keiner medizinischen Wirkung auszugehen ist.



Es gibt keine "schulmedizinische" Therapie mit Globuli!

Woah, Mensch! Echt jetzt? Das dürfte ich vielleicht, aber NUR VIELLEICHT nach einer 1 im Physikum und abgeschlossenem naturwissenschaftlichen Studium wissen... Habe ich auch nie behauptet.

Und "unter schulmedizinischer Therapie" war gemeint, dass ich z.B. bei einem Schmerzpatienten, der ohnehin nach WHO-Schmema behandelt wird, nichts dagegen hätte, wenn er sich Globuli kauft, weil er von der Wirkung überzeugt wäre. Ich würde das aber NICHT aktiv empfehlen oder verkaufen oder was auch immer. Und wenn Ärzte Homöopathie anstelle wissenschaftlich belegter Medikamente aktiv empfehlen, finde das - genau wie ihr - bedenklich und ehrlich gesagt nicht zulässig.

LasseReinböng
04.04.2018, 13:15
Bzgl. des wirtschaftlichen Schadens - es geht ja nicht nur um die Kügelchen. Auch der Heilpraktiker will bezahlt sein und so eine Sitzung ist für den Patienten alles andere als günstig, einen Hunderter für eine Stunde kann man da gut und gerne loswerden.

Wie hier die Vergütung bei Ärzten aussieht, weiß ich nicht. Ich glaube aber nicht, daß alle Ärzte, die Homöopathie anbieten, inhaltlich tatsächlich hinter dem Konzept der Homöopathie stehen sondern häufig ganz pragmatisch eine Nachfrage bedienen und ihr Einkommen "supplementieren" um es mal vorsichtig zu formulieren.

Ich sehe das kritisch und würde so etwas nicht anbieten wollen. Ich studiere nicht 6 Jahre Medizin + mindestens 5 Jahre Facharztweiterbildung, um wirkungslose Zuckerkügelchen feilzubieten. Was die Leute privat betreiben ist mir schnurz, wenn jemand sich privat eine Kollektion von Globuli zulegt,soll er es machen, aber mit so etwas selber als Arzt noch Geld zu verdienen ist einfach unseriös.

Evil
04.04.2018, 13:39
Vielleicht sollte man hier mal 2. Dinge klarstellen:

1. der Begriff "Schulmedizin" ist eine Erfindung alternativer Heilslehren, um sich abzugrenzen und seriöse Therapien zu diskreditieren. Es gibt schlicht und ergreifend nur eine Medizin mit verschiedenen Therapieansätzen, von denen einige einen statistisch nachweisbaren Nutzen haben, manche eine plausiblen Hintergrund die aber trotzdem nicht funktionieren (oder nur in selektioniertem Patientengut), und schlußendlich welche ohne das eine oder andere. Zu letzterem zählen Homöopathische Therapien, denn es gibt keine nachweisbaren Effekt oberhalb des Placeboniveaus und die Theorie dahinter ist unlogisch und widersinnig, dabei aber spirituell verbrämt. Ernsthaft, Wirkungssteigerung durch Verdünnung? Wie soll sowas gehen?

2. Der Placebo-Effekt als solcher ist eine wertvolle Therapiehilfe, gerade in der Allgemeinmedizin, und allein in dieser Funktion hat die Homöopathie vielleicht eine gewisse Daseinsberechtigung bei Befindlichkeitsstörungen, harmlosen Erkältungen und als Ergänzung zu chronischen schwer behandelbaren Erkrankungen. Das darf aber niemals nicht zu falschen Heilsversprechen oder gar Verzögerung notwendiger Therapien führen!
Und exakt das ist der Fall, wenn ich mir so Aktionen wie "Homöopathen ohne Grenzen" anschaue, die damit in Afrika Malaria und AIDS behandeln wollen. Dann kommt mir die Galle hoch!

escitalopram
04.04.2018, 13:47
Du scheinst ein Problem mit adipositas zu haben, hingegen den wirtschaftlichen Schaden durch Globuli nicht zu erkennen. Bedauerlich. Margen für die Herstellerfirmen sind grandios, Krankenkassen erstatten dies auch noch. Bringen tut es nichts.
Alkohol und Tabak werden übrigens nicht als gesundheitsfördernd klassifiziert und beworben, Globuli schon.

Doch, aber letztendlich muss jeder wissen, wie er sein Geld investiert. Anders sieht es aus, wenn "Ärzte" aktiv Globuli etc. empfehlen und damit "behandeln". Das finde ich ehrlich gesagt mehr als skurril und bedenklich - würde ich persönlich nie tun, aber Geld spielt für mich zum Glück eine untergeordnete Rolle und ich muss mir nicht Sachen (zig Nachtdienste, 70 h Arbeitswochen, ... oder Globuli verkaufen) gefallen lassen, des Geldes wegen.

Persönlich fände ich es aber auch nicht schlimm, wenn gewisse DURCH LIFESTYLE-MAßNAHMEN VERMEIDBARE Medikamente nicht zu 100 % (bzw. nur Zuzahlung) übernommen würden. So hätte man Anlass sich zu ändern - besser für Patienten, zudem weniger Kranke, weniger Pflege-Probleme. Ist eine utopische Vorstellung, ich weiß. Aber ein kleiner Anreiz wäre da nicht schlecht.

miked
04.04.2018, 13:50
Wie hier die Vergütung bei Ärzten aussieht, weiß ich nicht. Ich glaube aber nicht, daß alle Ärzte, die Homöopathie anbieten, inhaltlich tatsächlich hinter dem Konzept der Homöopathie stehen sondern häufig ganz pragmatisch eine Nachfrage bedienen und ihr Einkommen "supplementieren" um es mal vorsichtig zu formulieren.
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Den Eindruck habe ich auch...
Ich verstehe auch nicht, was an den Kommentaren so aggressiv sein soll... Man hat seine Meinung zu etwas und teilt sie dem Patienten mit. Und die Meinung zu Homöopathie ist einfach, dass sie wirkungslos und an Betrug grenzende Geldmacherei ist; Ich finde, dass gerade Befürworter solcher Strömungen diese aggressiv bewerben bzw. gegen die Schulmedizin wettern... Und mittlerweile nervt mich sowas auch und ich reagiere teilweise auch entsprechend, wenn ich dann von entsprechenden leuten (leider auch im Bekanntenkreis) höre, die Schulmediziner wären alle von der Pharmaindusstrie gekauft, hätten keine Ahnung, weil das ganze Studium durch Pharma finanziert usw.
Dass wir uns nicht falsch verstehen, auch hier bin ich kritisch und bin schon diverse Male vor den Vertretern der Pharmabranche geflüchtet, damit ich mir das Gesülze nicht anhören muss, warum ihr Medi besser ist als alle anderen... aber mehr als nen kugelschreiber ( mittlerweile nicht mal mehr das!!!) oder ne Einladung zu ner Fortbildung habe ich noch ncht angeboten bekommen... Und die Fortbildungen sind meist aauch von mehreren Firmen unterstützt, die mit ihren Präparaten konkurrieren...
Den Vgl. mit Alkohol, Zigaretten, Adipositas und Schokolade kann ich auch nicht nachvollziehen... Jeder Arzt den ich kenne weist seinen Patienten auf die Schädlichkeit dieser Dinge hin... Aber das sind eben Suchtmittel, die Dopamin ausschütten, deshalb fällt es Patienten (und übrigens auch Ärzten wider besseren Wissens) eben auch so schwer, es zu sein zu lassen.
Im Übrigen ist es mir auch relativ egal, ob ein Patient zusätzlich zu seinen normlen Medis Globuli nimmt, sich die Karten legen lässt oder seinen Tagesablauf nach dem Mondkalender gestaltet... Und sicherlich gibt es auch einige Dinge außerhalb der Schulmedizin, die wirken, obwohl es keine Studien dazu gibt... Aber wenn Homöpathie STATT Schulmedizin verkauft wird, dann kanns gefährlich werden (selbst schon mehrfach mitbekommen)... Und, auch wenn du das nicht propagiert hast, ist es leider oft die Realität bei entsprechenden Befürwortern bzw. Gegnern der Schulmedizin....

miked
04.04.2018, 13:54
..sehe gerade, dass Evil schneller war und etliches schon gesagt hat...

Feuerblick
04.04.2018, 13:54
*lach* Glaub mir, die meisten Patienten wissen sogar bevor ihr Arzt es ihnen sagt, dass sie zu dick sind und zum Entstehen ihrer Krankheit beigetragen haben. Und nu? Willst du die, die nichts ändern wollen, unbehandelt lassen? So „Ällebätsch, komm selbst mit deinem DM, deiner Hypertonie, deiner KHK klar, bist ja auch selbst schuld! Ich verschreib dir nix!“? Könnte sich auf Dauer negativ auf deine Approbation auswirken...

escitalopram
04.04.2018, 13:59
Äääh... Nein, natürlich nicht, habe ich auch nie so gesagt. Ich habe das Gefühl, dass man hier absichtlich falsch verstanden wird. Mein Punkt ist lediglich: Offener und direkt kommunizieren, dass die o.g. Faktoren absolut vermeidbar sind und sie nicht persistieren müssen.

Solara
04.04.2018, 14:10
Persönlich fände ich es aber auch nicht schlimm, wenn gewisse DURCH LIFESTYLE-MAßNAHMEN VERMEIDBARE Medikamente nicht zu 100 % (bzw. nur Zuzahlung) übernommen würden. So hätte man Anlass sich zu ändern - besser für Patienten, zudem weniger Kranke, weniger Pflege-Probleme. Ist eine utopische Vorstellung, ich weiß. Aber ein kleiner Anreiz wäre da nicht schlecht.

Da bin ich ganz bei dir, insbesondere Motorradfahrer, Skifahrer, Mountainbiker, Gleitschirmflieger etc. sollten deutlich an den Kosten beteiligt werden. Solches Risiko muss man nicht eingehen, da wäre ein Anreiz da, weniger gefährlich zu leben.

escitalopram
04.04.2018, 14:13
Aha, und wie sieht es aus mit Metabolikern? Würde schätzen, dass sie weitaus den viel größeren Anteil der Patienten mit durch Lifestyle-Maßnahmen vermeidbaren Medikamenten (und Behandlungen) ausmachen...

Solara
04.04.2018, 14:46
Aha, und wie sieht es aus mit Metabolikern? Würde schätzen, dass sie weitaus den viel größeren Anteil der Patienten mit durch Lifestyle-Maßnahmen vermeidbaren Medikamenten (und Behandlungen) ausmachen...

Was so Intensivaufenthalte dieser Sportverletzungen kosten, irre. Und die Rettungskosten und Folgekosten. Sollten definitiv beteiligt werden.
Oder aggressive Autofahrer, die nicht nur sich selber sondern auch andere in Gefahr bringen oder sogar töten. Ebenso die Menschen, die sich alkoholisiert ans Steuer setzen oder während der Fahrt das Smartphone bedienen. Alle beteiligen.

Und Globuli nur noch mit Zulassungsstudien verkaufen dürfen, um zum eigentlichen Thema zurückzukehren.
Ich würde es als WBA in der entsprechenden Praxis so machen, wie Funkel es geschrieben hat, solche Patienten zum Fachmann (Chef) schicken. Oder ne Praxis bevorzugen, die kein homöopathieaffines Umfeld hat.
Und in einer Hospitation dieses Konflikfeld ansprechen, wie du reagieren sollst, wenn du das nicht befürworten kannst. Hilft ja nichts, wenn du dort anfängst, es vom praxisinhaber erwartet wird, dasss du hinsichtlich der Globuli berätst und eigentlich nicht dahinterstehst. Das endet doch niemals positiv.

Arrhythmie
04.04.2018, 14:48
Da bin ich ganz bei dir, insbesondere Motorradfahrer, Skifahrer, Mountainbiker, Gleitschirmflieger etc. sollten deutlich an den Kosten beteiligt werden. Solches Risiko muss man nicht eingehen, da wäre ein Anreiz da, weniger gefährlich zu leben.

Genau. Bin ich auch voll dafür. Auto fahren und über die Strasse laufen auch... Gefährlich! Im Winter rausgehen. Hm... noch gefährlicher! Glatteis und so...
Essen können wir auch abschaffen. Aspirationsgefahr. Bolustod. Hab mir selber mal ein zu großes Stück Essen in den Mund geschoben und bin daran fast erstickt :-D

LasseReinböng
04.04.2018, 15:06
Die Hausärzte könnten sich alle den Mund fusselig reden, davon wird der Durschnitts-BMI in Deutschland nicht sinken...auch in den unteren sozioökonomischen Schichten nicht, wo gesunde Ernärhung nicht den gleichen Stellenwert hat, weil es auch da primär ein Umsetzungs- und kein Erkenntnisproblem ist.

escitalopram
04.04.2018, 15:25
Was so Intensivaufenthalte dieser Sportverletzungen kosten, irre. Und die Rettungskosten und Folgekosten. Sollten definitiv beteiligt werden.
Oder aggressive Autofahrer, die nicht nur sich selber sondern auch andere in Gefahr bringen oder sogar töten. Ebenso die Menschen, die sich alkoholisiert ans Steuer setzen oder während der Fahrt das Smartphone bedienen. Alle beteiligen.


Solltest du das tatsächlich nicht ironisch meinen, stimme ich dir vollkommen zu. Ich wüsste auch nicht, was daran schräg wäre...

miked
04.04.2018, 15:31
Solltest du das tatsächlich nicht ironisch meinen, stimme ich dir vollkommen zu. Ich wüsste auch nicht, was daran schräg wäre...

also wer soll jetzt beteiligt werden? der Patient der sich schlecht ernährt und keinen Sport treibt und deshalb ein metabolisches Syndrom bekommt oder der sportliche Patient ohne metabolisches Syndrom, der sich beim Sport verletzt? :-nix

Brutus
04.04.2018, 15:39
Manche verstehen Ironie und Sarkasmus auch nur mit nem Hammer...

nie
04.04.2018, 15:56
also wer soll jetzt beteiligt werden? der Patient der sich schlecht ernährt und keinen Sport treibt und deshalb ein metabolisches Syndrom bekommt oder der sportliche Patient ohne metabolisches Syndrom, der sich beim Sport verletzt? :-nix

Und wer ist jetzt eigentlich mehr Schuld am seinem Hypertonus? Mein leicht übergewichtiger, sehr sportlicher Vater oder meine unsportliche Mutter, die ihre ganzes Lebens schon im untere BMI - Bereicht liegt? :-nix
Und ist es jetzt gut, dass ich jeden Tag mit dem Fahrrad zur Uni fahre oder muss ich dann auch die Unfallfolgekosten selbst zahlen weil ich in einer Großstadt mit sehr hohem Verkehrsaufkommen und wenig Radwegen mit dem Fahrrad fahre?




Die Hausärzte könnten sich alle den Mund fusselig reden, davon wird der Durschnitts-BMI in Deutschland nicht sinken...auch in den unteren sozioökonomischen Schichten nicht, wo gesunde Ernärhung nicht den gleichen Stellenwert hat, weil es auch da primär ein Umsetzungs- und kein Erkenntnisproblem ist.

Das ist der Knackpunkt. Und wenn man denen jetzt auch noch sagt, dass sie ihr Metformin und ihre Blutdruckmedikamente teilweise selbst zahlen sollen, dann lassen sie es ganz sein und investieren das Geld lieber in einen weiteren Burger.


Zum Homöopathiepraxen: da sehe ich auch die Schwierigkeit, dass du in Praxen, die das anbieten immer wieder auf der homöpathieaffines Klientel stoßen wirst und dir da vermutlich mehr Ärger als Freunde machts, wenn du diese Dinge ablehnst. Sinnvoll finde ich auf jeden Fall den Rat, dass man die Einstellung zur Homöopathie in einer eventuellen Hospitation ansprechen sollte. Ist der Praxisinhaber selbst sehr davon überzeugt, wird er ohnehin keinen Assistenten wollen, der sich dagegen ausspricht und eben auch das entsprechend affine Patientenklientel behandeln. Macht er es primär zur "Supplementierung" seines Einkommens und sieht darin selbst nicht so den tieferen Sinn, dann kann man da vielleicht auch einfach sein Ding durchziehen und die entsprechenden Patient an den Chef weiterleiten.

Philip_MHH
04.04.2018, 16:08
Alles was Patienten an Homöopathika von sich aus nehmen sollen sie nehmen, wenn sie eine Meinung hören wollen bekommen sie die... und ja lieber escitalopram, es ist und bleibt eine Pseudotherapie. Es ist nichts anderes als Placebo. Und ja, mir ist durchaus bekannt, dass der Placeboeffekt real existent ist, aber deswegen heiße ich das doch nicht gut, jemanden damit aktiv zu therapieren, wenn der sich ja eigentlich eine tatsächlich wirksame Therapie wünscht. Es kommt ja niemand zum Arzt und sagt: lieber Doktor, bitte verschreib mir etwas ohne Wirkstoff, ich will einfach dran glauben, dass mir das hilft."
Aber es ist dann eben doch eine andere Hausnummer, wenn das Ärzte aktiv anpreisen. Da hilft als Assistent wohl wirklich nur offen drüber sprechen und im Zweifelsfall eine andere Weiterbildungsstätte wählen.