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escitalopram
04.04.2018, 16:20
Alles was Patienten an Homöopathika von sich aus nehmen sollen sie nehmen, wenn sie eine Meinung hören wollen bekommen sie die... und ja lieber escitalopram, es ist und bleibt eine Pseudotherapie. Es ist nichts anderes als Placebo. Und ja, mir ist durchaus bekannt, dass der Placeboeffekt real existent ist, aber deswegen heiße ich das doch nicht gut, jemanden damit aktiv zu therapieren, wenn der sich ja eigentlich eine tatsächlich wirksame Therapie wünscht. Es kommt ja niemand zum Arzt und sagt: lieber Doktor, bitte verschreib mir etwas ohne Wirkstoff, ich will einfach dran glauben, dass mir das hilft."
Aber es ist dann eben doch eine andere Hausnummer, wenn das Ärzte aktiv anpreisen. Da hilft als Assistent wohl wirklich nur offen drüber sprechen und im Zweifelsfall eine andere Weiterbildungsstätte wählen.

Ja natürlich, habe ich doch von Anfang an auch so gesagt und stimme dir zu 100 % zu. Wie gesagt, ich habe vor Medizin einen naturwissenschaftlichen Abschluss gemacht und meine mich da ein wenig auszukennen und in der Lage zu sein, richtig zu beurteilen, was wissenschaftlich ist und was nicht. Zumal ja der Großteil der Mediziner keinerlei Ahnung von den physikalischen/chemischen Aspekten der Wirkstoffe haben, also musst du mir nicht erklären, dass das Pseudotherapien sind - das ist weiß ich ohnehin!

Und sonst stimme ich dir absolut zu. War ja auch von Anfang an mein Punkt.

Gott bin ich froh, dass ich nach dem Studium nicht auf einen Job in der Medizin angewiesen bin, da herrscht offenbar so viel Unzufriedenheit. Vielleicht sollte man ein paar wenige Nacht- und Wochenenddienste machen und nicht mehr als 8 h am Tag arbeiten (oder soll ich lieber 10+ h sagen), da wäre man deutlich entspannter... ;-) Würde nicht wegen 2.500 netto Einstiegsgehalt mein Leben dermaßen opfern und man merkt ja den Menschen an, wie es ihnen geht. ;-)

Philip_MHH
04.04.2018, 16:25
ist off topic, schon mal sorry dafür...

aber warum studierst du eigentlich Medizin? du bist Naturwissenschaftler, hast kein Interesse an Patientenversorgung und scheinst ja finanziell auch das Arztsein nicht erstrebenswert zu finden.
Hoffe das klingt jetzt nicht böse, ist es nicht gemeint, interessiert mich einfach ;)

escitalopram
04.04.2018, 16:29
Kein Problem, kannst ruhig fragen. Fand Medizin einfach interessant, als "Fach". Und wer findet Medizin überhaupt finanziell erstrebenswert? Ich finde die Gehälter absurd. Und wenn man bedenkt, dass man (regelmäßig) nachts arbeiten muss, zumindest in den ersten 5 Jahren - das für 2.500 bis 5.000 € (kA, vllt. sind es mit Diensten mehr) im Monat? :D

PS: Ich würde niemals des Geldes wegen arbeiten, finde ich grundsätzlich IMMER falsch! Wenn man ans Geld gar nicht denkt und einfach nur das macht, was man LIEBT, ist man wirklich zufrieden und in Frieden mit sich.

Feuerblick
04.04.2018, 16:35
Irgendwie isser ja niedlich, der escitalopram..oder isses ne Sie? Keine wirkliche Ahnung von Patientenversorgung, auch keinen Wunsch, sich diese anzusehen, keine Ahnung von den Zusammenhängen zwischen Bildung und Umsetzen medizinischer Anweisungen... aber an den niedergelassenen Kollegen rummäkeln.
Wie hier schon geschrieben wurde: Du kannst jedem Patienten mit auch nur dem Anschein eines metabolischen Syndroms erzählen, dass er was tun kann und was er tun kann. Es gibt welche, die setzen das tatsächlich auch um. Beim Rest kannst du froh sein, wenn sie wenigstens ihre Medikamente regelmäßig und vorschriftsgemäß einnehmen. Das ist die harte Realität.
Dennoch wird jeder halbwegs verantwortungsbewusste Mediziner immer und immer wieder darauf hinweisen, dass Gewichtsabnahme, Bewegung etc. sinnvoll und notwendig wäre. Auch wenns leider bei den meisten Patienten keine Konsequenzen nach sich ziehen wird.

Und Homöopathie ist (im Gegensatz zu den ja durchaus wirkenden Medikamenten bei DM, Hypertonie und Co) eben eine Pseudotherapie ohne Wirkung. Insofern einfach eine ganz andere Schiene. Wenn du mal eine Zeitlang klinisch tätig wärest, würdest du mitbekommen, wie viele „Heilpraktiker“ ausschließlich Globuli und Konsorten propagieren und Impfungen, Antibiotika, Steroide, Chemotherapien bei Tumoren...eben alles, was einfach wirklich wirkt und unter Umständen Leben rettet - als gefährlich propagieren. Wenn das erste Kleinkind vor dir sitzt, dessen Retinoblastom den Weg über den Optikus zum Gehirn gefunden hat, weil der ach so tolle Heilpraktiker der Meinung war, dass alle Medizin absolut überflüssig sei und eine gute Einstellung zur Erkrankung unterstützt von Globuli und Bachblüten ausreichen würde - dann wird dir klar, warum hier einige gefühlt aggressiv gegen Homöopathie angehen.

Ach ja, bevor du auch bei mir Frust raushörst: 38,5-Stunden-Woche, keine Dienste, freie Wochenenden und Feiertage ;-)

escitalopram
04.04.2018, 16:40
Ach ja, bevor du auch bei mir Frust raushörst: 38,5-Stunden-Woche, keine Dienste, freie Wochenenden und Feiertage ;-)

Als Assistenzarzt? ;) Kann sein, in der Psychosomatik... Aber lass uns das jetzt nicht so darstellen, als wäre das der Standard. ;-)



Irgendwie isser ja niedlich, der escitalopram..oder isses ne Sie? Keine wirkliche Ahnung von Patientenversorgung, auch keinen Wunsch, sich diese anzusehen, keine Ahnung von den Zusammenhängen zwischen Bildung und Umsetzen medizinischer Anweisungen... aber an den niedergelassenen Kollegen rummäkeln.

Nö, ist ein er, und sonst wäre es eine "sie", nicht "Sie"...


Und Homöopathie ist (im Gegensatz zu den ja durchaus wirkenden Medikamenten bei DM, Hypertonie und Co) eben eine Pseudotherapie ohne Wirkung.
Ja, stimmte dir zu - habe ich von Anfang an auch gesagt.

Solara
04.04.2018, 16:41
Und was wirst nun du beruflich nach dem Abschluss des Medizinstudiums machen, escitalopram?

Feuerblick
04.04.2018, 16:49
Klinge ich wie ein Assistenzarzt? Sicher nicht.

escitalopram
04.04.2018, 16:50
Ich arbeite jetzt schon - möchte das natürlich nicht direkt schreiben hier, aber sagen wir ungefähr: Dozentätigkeit für eine Amboss-ähnliche Firma in Nordamerika, über home office. :) Nach dem Abschluss steht erst einmal reisen an.

escitalopram
04.04.2018, 16:51
Klinge ich wie ein Assistenzarzt? Sicher nicht.

Ja eben, meine Kommentare zu den Gehältern bezogen sich auf die ersten 5 Jahren, nämlich die Assitenzzeit!

Gesocks
04.04.2018, 16:53
Dieser Thread ist wirr.

Solara
04.04.2018, 16:58
Ich arbeite jetzt schon - möchte das natürlich nicht direkt schreiben hier, aber sagen wir ungefähr: Dozentätigkeit für eine Amboss-ähnliche Firma in Nordamerika, über home office. :) Nach dem Abschluss steht erst einmal reisen an.

Dafür braucht man zwei Studienabschlüsse?
Und die nehmen Dozenten, die keine Ahnung von der klinischen Medizin (außer durchs Studium haben)?

Aber wenn dir sowas Spaß macht und du sogar noch Geld dafür bekommst.
Nordamerika hat ja auch sehr viele Adipöse, inwiefern da der Markt für Homöopathie boomt, keine Ahnung.

WackenDoc
04.04.2018, 17:00
Homöopathie hat rein gar nichts mit metabolischem Syndrom oder ungesunder Lebensweise zu tun.
Und ja, wir echten Ärzte reden uns den Mund fusselig, dass schlechtes Essen, Übergewicht, Rauchen und körperliche Belastung ohne Ausgleichssport nicht gesundheitsförderlich ist. Stell dir vor- mein Arbeitgeber bezahlt mich dafür, dass ich das zumindest den halben Tag mache.

Und stell dir vor- die Patienten WISSEN das sogar. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich der erste Arzt bin, der dem 50-jährigen,übergewichtigen Raucher und HbA1c von 10 erzählt, dass ihn der Lebensstil frühzeitig in´s Grab bringt. Das hat ihm in der Regel schon sein Hausarzt, der Diabetologe und evtl. noch mehrere Kollegen im Krankenhaus erzählt.
Die meisten Patienten können es schlichtweg nicht dauerhaft umsetzen. Ja, steter Tropfen, etwas Verständnis dafür, dass es eben nicht so einfach umsetzbar ist und ein paar Tipps führen mit etwa Glück dazu, dass er vielleicht einen Risikofaktor etwas reduziert.

Mit Homöopathie hat das jetzt WAS zu tun?

Ich bin ein absoluter Gegner dieses Zuckerkügelchenglaubens. Kleine Kinder werden damit teilweise regelrecht vollgestopft und lernen dann eben, dass sie wegen jeder noch so kleinen Befindlichkeitsstörung irgendwas einwerfen müssen- schwupps und schon ist der Weg in unkontrollierten Medikamentengebrauch, mit etwas Pech auch Sucht, vorprogrammiert.
Viele KK bezahlen diesen Hokuspokus sogar- es gibt nur eine oder zwei KK bundesweit die es nicht erstatten und es gibt für Versicherte KEINE Möglichkeit, es aus den Leistungen zu streichen.

Es gibt sogar eine Studie (müsste die aber nochmal raussuchen), die ergeben hat, dass die Zuckerkügelchentherapie die KK teurer kommt als normale "schul"medizinische Therapie. Ein Hauptproblem ist die Verschleppung erforderlicher Therapien.

Und das Ganze ist ja nicht nur ein HOkuspokus von HP und Hebammen. Nein, Pharmazeuten müssen die Herstellung im Studium lernen. Es gibt einzelne Unis, die sogar schon Klausurfragen in Pflichtfächern dazu gestellt haben (und nein, nicht in Geschichte der Medizin). Es gibt Seminare an medizinischen Fakultäten dazu und bei diesen wird auch noch eine wissenschaftliche Evidenz vorgegaukelt.
Es gibt sogar eine Zusatzbezeichnung für Ärzte für den Schmuh. Ärzte dürfen damit und dafür in ihren Praxen werben.

Es gibt in sozialen Netzwerken immer wieder Beschwerden, dass in Apotheken Kunden die Kügelchen oder sonstiges homöopatisches Zeugs angeboten, teilweise regelrecht aufgeschwatzt wird- ohne expliziten Wunsch bzw. obwohl der Kunde explizit Homöopathie abgelehnt hat.
Es gibt Krankenhäuser in denen Patienten ganz offiziell damit behandelt werden. Teils über ärztliche Verordnungen, teils über Hebammen.

Und damit muss endlich Schluss sein. Und damit hätte sich wahrscheinlich auch 90% des Heilpraktikerwesens und des Hebammengeschwurbels erledigt.

belanglosigkeiten
04.04.2018, 17:16
Nö, ist ein er, und sonst wäre es eine "sie", nicht "Sie"...

Doch. Es hieß "(ei)ne Sie" - Sie ist in dem Fall ein Nomen, also korrekterweise mit Majuskel. (Wollte eigentlich bloß stiller Mitleser in diesem Thread bleiben, aber bei Rechtschreibung hört der Spaß auf.)



Ich bin ein absoluter Gegner dieses Zuckerkügelchenglaubens. Kleine Kinder werden damit teilweise regelrecht vollgestopft und lernen dann eben, dass sie wegen jeder noch so kleinen Befindlichkeitsstörung irgendwas einwerfen müssen- schwupps und schon ist der Weg in unkontrollierten Medikamentengebrauch, mit etwas Pech auch Sucht, vorprogrammiert.

Genau. Die Attitüde, die alternativmedizinaffine Eltern ihren Kindern vorleben, halte ich für äußerst gefährlich. Für jede noch so gewöhnliche Malaise kann man sich irgendeinen Sch/ reinpfeifen. Das fängt beim Zahnen des Babys an, geht über quersteckende Pupse bis zur Schürfwunde vom Inlineskaten oder gar zum ersten Periodenbauchweh. Kein Wunder, dass die Heranwachsenden dann verlernen, was eine lästige, aber aushaltbare Reaktion eines gesunden Körpers und was wirklich therapiewürdig ist.

WackenDoc
04.04.2018, 17:21
Das lustige ist ja, dass genau diese Kügelchengläubigen immer mit "Selbstheilungskräften" und "ganzheitlich" argumentieren. Das was sie da betreiben ist das genaue Gegenteil.

Was die Ursprungsfrage angeht: Ich würde beim Kennenlernen abklären in wie weit der Inhaber Homöopathie (und evtl. anderen Schwurbel) propagiert. Lebt er das wirklich oder hat er irgendwann anno dunnemal die Weiterbildung gemacht und schreibt seinen Patienten, die bekanntermaßen dran glauben ab und zu mal nen grünes Rezept für Belladonna oder Arnika D6 zusätzlich zur rechten Medizin weil er keine Lust auf Diskussionen hat und "wenn´s ned wirkt, dann schadet es wenigstens nicht, Placeboeffekt ist ja auch was feines" denkt.

McBeal
04.04.2018, 17:22
Was genau haben Dir jetzt die Hebammen getan, WackenDoc?

Ich erkläre Eltern immer, wenn die danach fragen, dass ich mich damit nicht auskenne und nicht daran glaube und meistens kann ja, wenn überhaupt Homöopathie erwähnt wird, auf „große“ Medizin verzichtet werden. Bei Dreimonatskoliken, Erkältung und Co. kommen dann noch ein paar nette Verhaltenstipps bzw. Hausmittel dazu und gut ist es. Vor den Kopf stoßen finde ich auch unglücklich.

Meine Töchter habe ich ja in einem anthroposophischen Haus bekommen und auch dort konnte ich mich problemlos gegen Homöopathie wehren und bekam mein Ibuprofen für die Nachwehen und meine Lokale für die Naht der Verletzungen.

LG
Ally

Feuerblick
04.04.2018, 17:22
@belanglosigkeiten: Danke! Ich hatte das glatt überlesen... ;-)

escitalopram
04.04.2018, 17:24
Dafür braucht man zwei Studienabschlüsse?
Und die nehmen Dozenten, die keine Ahnung von der klinischen Medizin (außer durchs Studium haben)?


Wenn die Dozenten bereits Lehrbücher in ihrem Werdegang haben und ein paar internationale Auszeichnungen dazu, joa, doch.
Sind ja auch ziemlich selektiv übrigens, sie nehmen nicht jeden. ;-)
Und weil du das Thema Geld einmischst - die bezahlen sogar viel mehr als die meisten Assistenzärzte am Ende ihrer Ausbildung bekommen. Und stell dir vor - das Ganze mit nicht einmal Ende zwanzig! ;-)

LasseReinböng
04.04.2018, 17:38
Nordamerika hat ja auch sehr viele Adipöse, inwiefern da der Markt für Homöopathie boomt, keine Ahnung.

Die Homöopathie ist außerhalb des deutschsprachigen Raums fast unbekannt, so weit ich weiß. Das bedeutet natürlich nicht, daß stattdessen nicht andere obskure Praktiken existieren.

WackenDoc
04.04.2018, 17:38
@McBeal: Weil es kaum noch unverschwurbelte Hebammen gibt. Dieser Berufsstand Homöopathie, Impfgegnertum und noch reichlich anderen Hokuspokus propagiert. Sogar der Hebammendachverband propagiert Impfgegnertum.

WackenDoc
04.04.2018, 17:40
In Nordamerika mischen irgendwelche "Naturophathen" irgendwelche Smoothies und so zusammen. Auch mal gegen Meningitis bei Kindern. HOmöopathie ist da eher unbekannt.