Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Handschuhe und andere Chefprobleme in der Allg.med.
Feuerblick
08.07.2018, 18:39
Es hat doch keiner gesagt, dass man Füße mit klarer und sichtbarer Mykose ohne Handschuhe anfassen muss. Aber du sprachst quasi davon, dass jeder Fuß des Teufels ist... von klarer Diagnose war nicht die Rede. Oder ich habs übersehen.
Auch bei der Threaderstellerin war nicht die Rede, gegen diese Empfehlung zu arbeiten. Nur ihr Chef wollte das.
Die letzten Postings drehten sich um die Aussage eines Users, der es grundsätzlich „ecklig“ findet, Patienten ohne Handschuhe zu untersuchen. Grundsätzlich! Ohne Abstufung und ohne Hinweis auf Sekrete, Exkrete, Körperausscheidungen oder erkennbare Keime aller Art.
Unterschied klar?
escitalopram
08.07.2018, 18:42
Feuerblick, du hast die Inhalte differenziert betrachtet und ich stimme dir in eigentlich allen Punkten zu.
Es hat doch keiner gesagt, dass man Füße mit klarer und sichtbarer Mykose ohne Handschuhe anfassen muss.
Zitat:
Nein, man holt sich nicht selber einen Pilz, weil man einen Fusspilzfuss in der Hand hatte.
Ganz ehrlich, jeder soll machen, was er für sinnvoll hält. Ich bin froh, dass ich als PJler, der noch keinen einzigen Tag als Arzt gearbeitet hat, RKI-konform hygienisch arbeite. Finde daran nichts schlimm und bin ehrlich gesagt zufrieden damit. :)
Ich finde es lustig, dass man wegen fehlender sachlicher Argumente mir immer wieder vorwirft, dass ich noch kein Arzt bin und mir deshalb jede grundsätzliche Diskussionsfähigkeit abspricht. Genau wie Hoppla-Daisy geschrieben hat. Wie 10x bereits erklärt, ich bin noch sehr jung und kann absolut nichts dafür, dass man Medizin nicht schneller als in der Regelstudienzeit vorgesehen studieren darf. Sonst wäre ich längst Arzt geworden. Viele hier im Forum waren im Alter, in dem ich wahrscheinlich Arzt werde, noch nicht einmal am Studieren, von daher...
PS: Wer als Arzt, WackenDoc, im KH seinen Patienten die Hand gibt, handelt verantwortungslos. Sich und seinen Patienten gegenüber!
Feuerblick
08.07.2018, 18:44
Ist doch prima. Am Ende darf jeder machen, wie er das möchte.
Es ging zumindest mir um die Pauschalisierung als „eklig“ - das trifft halt einfach nicht den Kern der Sache.
WackenDoc
08.07.2018, 19:01
Boah- Junge, jetzt verdrehst du aber wirklich alles.
Du sprachst von möglichem Fusspilz, weil 80% aller Patientenfüße irgendeinen Fusspilz hätten (ich hab schon mehr Füße als du gesehen- nein, haben sie nicht). Und dass du der Meinung wärst, dass du vom Anfassen der Füße, die möglicherweise Pilz haben, selber nen Pilz bekommen würdest. Und das stimmt nun mal nicht.
Dass ich dir zugestanden habe, dass es Menschen gibt, die Füße allgemein eklig finden, hatte ich schon geschrieben.
Das Problem ist nicht das Händeschütteln, sondern die mangelhafte oder fehlende Desinfektion danach.
Und stell dir vor- es gibt noch ein Arztleben außerhalb des Krankenhauses.
Ja, du bist noch sehr jung- deswegen steht dir deine Arroganz nicht besonders gut.
Du merkst hoffentlich, dass, weil dir die sachlichen Argumente ausgegangen sind, persönlich wirst? :) Was unterscheidet bei dieser grundsätzlichen Diskussion die Arbeit als Arzt von der Arbeit als PJler? Die Hygienemaßnahmen dürften weitestgehend identisch sein...
Aber ja, ich bin tatsächlich ein "Jungchen". Mit Mitte zwanzig werde ich wahrscheinlich zwei Abschlüsse haben und wer weiß, vielleicht musstest du in diesem Alter noch auf deinen Studienplatz warten... :-wow
Also in unserem Haus zumindest ist es offiziell "verboten", Patienten die Hand zu geben. Habe ich bisher auch nicht gemacht und finde das, genau wie du schreibst, sehr unhygienisch. :)
Ich laube, der Grund, warum diese "persönliche" Eben bei dir schnell erreicht wird, ist der, dass du immer wieder meinst, erfahrenen Kollegen, die schon Jahr im Beruf sind, den Job erklären zu müssen; und das ganze auf eine oberschullehrerhafte Art und Weise, die dann entsprechende Reaktionen provoziert; um dann gebetsmühlenartig zu wiederholen, dass du mit Mitte 20 schon zwei abgeschlossene Studiengänge hast, nen Job, bei dem du praktisch fürs nixtun zigtausend Euro im Monat verdienst und daher sowieso nie die "niederen" Tätigkeiten eines 0815 Arztes ausüben musst...Das war das gleiche, in diesem Thema zur Homöopathie, das dann am Ende wegen OT gesperrt wurde... Alles schön für dich, das führt aber weder dazu, dass du in allem Recht hast, noch ersetzt dein gesammeltes Theoriewissen die praktische Erfahrung, die man nach Jahren im Berufsleben sammelt... das mal btw., kannst ja mal drüber reflektieren, oder auch nicht ;-)
Jedenfalls denke ich, dass die Hygieneregeln, die man befolgen sollte bzw. die Theorie dahinter, jedem hier bewusst sind... ABER, der Alltag sieht nunmal trotzdem anders aus. Uns wurde z.B. auch schon vor 10 Jahren im Studium erzählt, man sollte Patienten nicht die Hand geben; zum Besipiel in einer Hausarztpraxis ist das jedoch praktisch unmögich, das konsequent durchzuziehen; es geh ja nicht nur um Hygiene, sondern auch um eine gute Arzt-Patienten-Beziehung etc. Und wenn ich z.B. dem schwer depressiven und somatisierenden Patienten die Hand verweigere, wenn er sie mir entgegenstreckt und mir dann noch Handschuhe für ne einfache neurologische Unetrsuchung anziehe, um seine "Taubheitsgefühle" an Händen und Gesicht zu überprüfen, dann ist diese Beziehung nämlich futsch und er erzählt mir vielleicht nichts von seinen Suizidplänen; wenn er dann am nächsten Tag aus dem Fluss gefischt werden muss, ist das ein hoher Preis für einen kleinen Gewinn an Hygiene... sicher überspitzt, aber durchaus realistisch... bei mir haben sich übrigens auch schon Patienten darüber beschwert, dass ihnen Kollegen den Handschlag verweigerten ("z.B. der war eh voll komisch, wollte mir nicht mal die Hand geben, da geh ich nicht mehr hin")... daher: bei mir kommen Handschuhe nur zum Einsatz, wenn, wie zuvor erwähnt, ein relevantes hygienisches Risiko besteht oder eben in sensiblem Bereichen... ABER: Nach JEDEM Kontakt, und wenn es nur der Handschlag zur Begrüßung war, werden die Hände desinfiziert...
Feuerblick
08.07.2018, 19:24
Ich denke, man sollte sich immer bewusst machen, dass Leitlinien und Stellungnahmen keine in Stein gemeißelten Gesetze sind, die von allwissenden Göttern in Weiß verfasst wurden. Wir alle haben Medizin studiert, um in jeder Situation individuell abwägen zu können, ob ein leitliniengerechtes Vorgehen sinnvoll ist oder ob man sinnvollerweise von Empfehlungen abweichen sollte und kann.
Ich denke, man sollte sich immer bewusst machen, dass Leitlinien und Stellungnahmen keine in Stein gemeißelten Gesetze sind, die von allwissenden Göttern in Weiß verfasst wurden. Wir alle haben Medizin studiert, um in jeder Situation individuell abwägen zu können, ob ein leitliniengerechtes Vorgehen sinnvoll ist oder ob man sinnvollerweise von Empfehlungen abweichen sollte und kann.
genau das :-top
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