Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zulassungsreform: Oldies am aussterben?
Über die Zweitstudiumquote werden ja besonders vorgebildete Leute zugelassen.
Bzw. Leute die die Uni weniger “kosten“. Weil sie Kurse anerkannt bekommen. Besonders interessant wird es, wenn das Praktika sind, die Resourcen (sprich Personal) intensiv sind.
Ich oute mich auch mal als Zweitstudent, allerdings ohne Familie. Da mir Zeiten anerkannt worden sind, liege ich theoretisch unterhalb der Regelstudienzeit... Koste ich jetzt oder leiste ich?
Kommt drauf an aus wessen Sicht. Wahrscheinlich ist die Tatsache, dass ausgerechnet du und niemand anders studierst, nur für deine Kommilitonen ein Vorteil (da sie deshalb in manchen Kursen kleinere Gruppen haben). Denn ob es jetzt in einem Bio-Praktikum einen Studenten mehr oder weniger gibt ändert ja an den Kosten (fast) nichts. Personal und Räume muss man sowieso stellen. Für den Steuerzahler ist es auch egal, da du ja trotzdem bis zum Examen dieselbe Zeit an Semestern absitzen musst, somit nicht früher als Arzt produktiv werden kannst.
Nein, eben nicht.
Immerhin sind Praktikumsmaximalgrößen teilweise vorgeschrieben. Fallen da Studenten weg, freuen sich nicht nur Kommilitonen. Aber hat die Fallzahlen sind klein. Und nochmal nein. Wer Zeiten anerkannt bekommt sitzt eben nicht die selbe Zeit bis zum Examen ab. Bestimmte Zweitstudenten/Oldies werden schneller Arzt. Eine Bekannte hat es durch kluges Manövrieren und Glück in der Schein Anerkennung in zehn Semestern Realzeit geschafft.
Arrhythmie
29.05.2018, 08:30
Ob wir überhaupt einen Ärztemangel haben oder nur eine fehlverteilung, ist ja auch diskussionswürdig.
Ich glaube nicht, dass eine "Fehlverteilung" im Verantwortungsbereich der Spätberufenen liegt :-wow Weiter oben hab ich ja was dazu geschrieben.
Bestimmte Zweitstudenten/Oldies werden schneller Arzt. Eine Bekannte hat es durch kluges Manövrieren und Glück in der Schein Anerkennung in zehn Semestern Realzeit geschafft.
Da kenne ich auch jemanden persönlich.
Natürlich liegt das nicht im Verantwortungsbereich der Studierenden, egal welchen Alters. Habe ich ja auch nicht geschrieben.
Mein Punkt ist nur, dass jemand, der erst mit 30 oder noch später anfängt zu studieren, sich noch so viele Semester anrechnen lassen kann, er wird immer später fertig sein als jemand direkt nach dem Abitur.
Ich fand Dienste mit 27 schon super nervig und anstrengend, das wird mit 35 plus nicht besser werden.
Arrhythmie
29.05.2018, 11:17
Mein Punkt ist nur, dass jemand, der erst mit 30 oder noch später anfängt zu studieren, sich noch so viele Semester anrechnen lassen kann, er wird immer später fertig sein als jemand direkt nach dem Abitur.
Ich fand Dienste mit 27 schon super nervig und anstrengend, das wird mit 35 plus nicht besser werden.
Punkt 1: Hat ja auch keiner bestritten.
Punkt 2: Vermutlich trifft das auf Dich und den Großteil der Leute auch zu, ja. Glaub ich übrigens auch sofort, dass es nicht unbedingt lustiger und schöner wird, ist ja jetzt auch nicht so schwer zu vermuten. Ganz generell kotzt es einen vermutlich alles mehr an, umso länger man sich in einem gewissen Umfeld bewegt, vor allem wenn suboptimale Bedingungen herrschen.
Aber was genau hat das individuelle Empfinden jetzt mit den Zulassungskriterien zum Studium zu tun? Also, was soll ich daraus schlußfolgern?
Ist doch jedem selbst überlassen, ob er sich das geben will oder nicht :-nix Dass man in `ner Klinik ziemlich wahrscheinlich Dienste machen muss/wird, außer man macht Patho oder MiBi oder sowas... ... Ich sag mal so: Ist kein Geheimnis. Und auch Hintergrunddienste als OA können - je nach Fach - ziemlich nervig sein/werden. Falls Du darauf anspielst, dass man ab einem gewissen Status keinen Vordergrund mehr macht.
Ich denke es wird für die meisten Studienbewerber nicht unbedingt ausschlaggebend sein, dass ein Dienst mit 35 vielleicht anstrengender ist als mit 25. Weil die nämlich gar nicht wissen, wie anstrengend sowas sein kann und weil man es auch erst so richtig mit allem was dazu gehört wissen kann, wenn man es dann macht. Insofern...
Ich könnte jetzt noch das total ausgenudelte Argument der Souveränität und Lebenserfahrung, die dich tatsächlich auch in manchen medizinischen Fragestellungen und Situationen einen kühleren Kopf behalten lässt anbringen. Ich bin ja noch nicht fertig, also alles theoretisch.. Aber wenn ich im Studium bei den ganz jungen Hüpfern ein zwei Situationen gesehen habe wie überfordert sie mit (für mich) banalem oder unemotionalem waren. Da musste ich auch schon manchmal schmunzeln.
In meinem Weltverständnis kann so ziemlich jede Berufssparte von einem buntem Mix profitieren. Warum soll es in der Medizin immer der maximal junge, maximal leistungserbringende sein? Warum sollen wir uns bitteschön immer alle mit Einschreibung zum Studium verpflichten bis zur Selbstaufgabe zu schuften? Damit dem Kapitalismus oder wem auch immer genüge getan wird?
Bitte nicht falsch verstehen, ich hasse auch nichts mehr als Kollegen die ihr eigenes Gewicht nicht tragen. Aber diese Grunderwartung verstehe ich immer nicht :)
Ich glaube eher, dass es eine Frage der Persönlichkeit ist, wie aufgeregt man ist. Ich habe auch ein paar Oberärzte, die mir zu hektisch sind, völlig unabhängig von der fachlichen Qualität.
Im Studium darf man ja auch noch aufgeregt sein. ;-)
Ärzte werden nun mal für die Versorgung der Bevölkerung gebraucht. Da darf der Steuerzahler schon den Anspruch haben, dass mit der Auswahl der Studierenden versucht wird, das längstmögliche an Lebensarbeitszeit herauszuholen. Ob das immer klappt, sei dahin gestellt.
Ich persönlich bin übrigens der Meinung, dass jeder studieren darf, der eine Zulassung erhält, egal wie. Ich habe nur den Eindruck, dass
Dass hier die Argumente gegen sehr späte Studienanfänger sonst untergehen würden.
Wenn das Argument, die Allgemeinheit, die dieses Studium bezahlt (wie im übrigen so ziemlich die meisten ohne dass ein vergleichbarer Anspruch gestellt werden würde.......) möglichst lang davon profitieren soll, wäre ihr besser gedient man würde nicht die “Alten“ vom studieren abhalten, sondern die fertig studierten vom Abwandern ins Ausland.
Ganz überspitzt formuliert. Mich stört dieses Argument des Dienstes an der Allgemeinheit. Wozu ist denn bitte Mathematiker, Mediendesigner, BWLer oder was man noch studieren kann der Allgemeinheit verpflichtet? Deren Studium wurde doch auch vom Steuerzahler ermöglicht?
Dessen Studium ist aber deutlich weniger kostenintensiv und es gibt nicht ansatzweise so viele Bewerber um limitierte Plätze. Darum geht es doch - wer soll am sinnvollsten (für den Staat) die Plätze bekommen, im Hinblick auf spätere Tätigkeit im Kurativen Bereich in Deutschland. Dass das Problem der Abwanderung definitiv vorhanden ist und angegangen werden muss habe ich meiner Erinnerung zufolge schon weiter vorne angesprochen.
Einzelne Wünsche der Selbstverwirklichung als Arzt oder sonstigen Beweggründen der Ü40-Bewerber kann der Staat mM nach nicht Folge leisten - das zählt zum „Privatvergnügen“.
Warum sollte man das überhaupt in die Richtung ableiten können? Dass andere Ausbildungen auch staatlich finanziert sind ist für deren beruflichen "Dienst an der Allgemeinheit" irrelevant - und umgekehrt. Die Allgemeinheit hat Anspruch auf Sicherstellung der Patientenversorgung, deshalb ist die ärztliche Ausbildung besonders reglementiert.
Haematopoesie
23.07.2018, 11:15
Was reitet ihr denn die ganze Zeit auf den Ü40 Bewerbern rum? Das sind doch wirklich die aller wenigsten, in meinem Semester sind das gerade mal 1-2. Der Großteil sind doch wirklich die, die mit Ende 20 die Wartezeit voll haben und dann anfangen - und da muss ich ehrlich sagen, dass da in meiner Gruppe alle gut mit dem Studium zurecht kommen. (Da gehöre ich ja selbst dazu) ;)
Aufgehört hat jediglich jemand, der über die Zweitstudienquote rein gekommen ist und das eher als Überbrückung (ja das gibts...) gesehen hat und sich das Medizinstudium halt mal anschauen wollte. Die Person hat sich dann aber im 1. Semester, noch vor der 1. Chemie Klausur, exmatrikuliert.
Vielleicht wird die Umstellung gar nicht so schlimm, da man mit med. Ausbildung und etwas Souveränität in dieser “Talentquote” bestimmt gut punkten kann und dann so die Zulassung, womöglich 1-2 Jahre früher, bekommt. ....und ich glaube auch, dass da der ein oder andere Ü40er auch Chancen hat. Jediglich die, die sich plötzlich zum Studium berufen fühlen und völlig fachfremd sind, werden Pech haben.
Interessanter Thread. Hab heute mal zufällig hier reingeschaut und probiert ob mein Uralt-Account noch funktioniert und siehe da ...
Die Diskussionen gab es in der Art zu jeder Zeit. Ich sah mich damals als Oldie (Start mit 34 im Jahr 2004) schon mit diesen Argumenten konfrontiert. Heute bin iich Fachärztin und 49 Jahre alt, vollzeit arbeitend, während viele damalige junge Mitstudenten in Elternzeit oder Teilzeit sind. Meine Kinder sind längst erwachsen. Ich seh mich noch mindestens zwei Jahrzehnte weiter im Beruf. Also das "lohnt nicht mehr" Argument ist wirklich Quatsch in der heutigen Arbeitswelt und die vorhandene Lebenserfahrung Gold wert im Beruf. Ich finde es schade, dass es wohl bald wirklich weniger ältere Studenten geben wird. Ich bin unendlich dankbar für die Chance, die ich damals bekam. LG
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