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Thema: Singapur

Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
    Narkosemensch Avatar von Vystup
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    So, ich habe es tatsaechlich geschafft. Ich studiere fuer ein Jahr an der National University of Singapore. Es war viel organisatorischer Aufwand, aber nach langem Warten hat es dann doch geklappt. PJ-Tertiale und Famulaturen sind ja nicht weiter schwer zu organisieren, aber zwei regulaere Studiensemester sind schon mit viel Nerv verbunden. Hier meine ersten Eindruecke:

    Saemtliche Organisation ist etwa 10 mal effizienter als in Deutschland, man bekommt innerhalb einer halben Stunde Antwort auf e-mails, die Ausstattung ist vorbildlich, die Mitarbeiter sind freundlich, die Profs auch und das beste war eigentlich, dass mich die Frau bei der Einschreibung mit meinem Namen begruesste, ohne mich vorher auch nur einmal gesehen zu haben. Sie hatte sich einfach nur mein Foto eingepraegt Buerooeffnungszeiten wochentags bis 17 Uhr, Samstags bis 13 Uhr. Zum Vergleich hier die Oeffnungszeiten des Dekanats an meiner Heimatuni Leipzig: Dienstag 09.00 - 12.00 Uhr und 13.30 - 18.00 Uhr, Mittwoch 13.30 - 16.30 Uhr, Freitag 09.00 - 12.00 Uhr

    Ich werde hier ein Jahr Paediatrie, ein Semester Augenheilkunde und ein Semester Orthopaedie machen, wie genau die Kurse ablaufen weiss ich noch nicht, das Semester faengt erst am naechste Woche an. Montag ist Nationalfeiertag und Dienstag geht es dann los.

    Das Land ist sehr interessant, die weit verbreitete Meinung, dass man aufgrund der restriktiven Gesetze keinen Spass haben kann ist wirklich Unsinn. Dazu kommt das unglaublich leckere asiatische Essen. Das Wetter ist... naja... warm und feucht. 1 Grad noerdlich des Aequators eben.

    Ich werde Euch natuerlich von Zeit zu Zeit auf dem Laufenden halten.

    Wer jetzt schon neugierig geworden ist:

    http://www.nus.edu.sg/

    NACHTRAEGLICHE AENDERUNGEN:
    Detailinfos:

    Wie bin ich darauf gekommen?
    Ich war in der Schule ein Jahr an der High School in den USA und ich wollte schon danach wieder ins Ausland. Allerdings war es mir wichtig, eine weitere Kultur, die etwas fremder ist, als die amerikanische, kennenzulernen. Und ja, die US-Kultur unterscheidet sich auch schon deutlich von Deutschland, auch wenn man das vielleicht offenkundig nicht so sehr merkt.
    Da mein Stipendium an sehr gute Sprachkenntnisse der Landessprache bzw. Unterrichtssprache gebunden war, blieb neben der University of Hong Kong im asiatischen Raum nur Singapur. Ich entschied mich aufgrund der enormen Lebenshaltungskosten in Hong Kong fuer den Stadtstaat am Suedzipfel Malaysias. Die medizinische Versorgung ist hier absolut auf westlichem Standard anzusiedeln, auch vieles andere ist vielleicht sehr westlich orientiert, aber es ist doch noch ein deutlicher kultureller Unterschied spuerbar.

    Lehrsprache ist Englisch, was die Patienten allerdings oftmals nicht verstehen oder sprechen und der lokale Akzent ist doch ziemlich gewöhnungsbedürftig. Nach ein paar Monaten geht es aber dann ganz gut mit dem Verstehen. Weitere Sprachen im Land sind Mandarin (sprechen sehr viele), Malay und Tamil.

    Anerkennung... hm... da hab ich mir ehrlich gesagt keine grossen Gedanken drueber gemacht. Die Institute in Deutschland hab ich angerufen oder per e-mail angeschrieben, die meinten alle, dass es kein Problem werden sollte, wenn ich einigermassen das gemacht habe, was auch in Deutschland auf dem Lehrplan steht. Letztlich wird mich das Auslandsjahr ein halbes Jahr "kosten", was ich aber auf keinen Fall als verloren ansehe.

    Aufnahme: naja, was soll ich sagen, es hat geklappt. Der letzte Mediziner, der nur kurze Zeit hier verbracht hat, war wohl vor drei Jahren ein Hollaender, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob in der Zwischenzeit nicht noch mehr waren, das war nur das, was mir die in der Paediatrie gesagt haben. Ob es bestimmte Kriterien gibt, ist mir leider nicht bekannt, es gibt aber eine Online-Application, die man ja spasseshalber mal anschauen kann, dann sieht man, was fuer Angaben noetig sind.

    Kosten waren fuer mich kein grosses Problem, da ich ein feines Stipendium von der Rotary Foundation bekommen habe. Die Gebuehren haben sie mir bisher an der Uni noch nicht mitgeteilt, ich gehe aber davon aus, dass ich sie naechste Woche bekomme. Werde sie dann reineditieren. Die Kriterien fuer die Aufnahme in das Stipendiatenprogramm sind zwar nicht klar formuliert, wer sich aber auf der Website der Foundation und von Rotary International einmal genauer durchliest, wofuer diese Organisationen stehen, wird auch ein ungefaehres Anforderungsprofil fuer die Stipendiaten daraus ableiten koennen. Es ist schwer, das hier zusammenzufassen, wer als Interesse hat, sollte sich auch die Muehe machen, das genau durchzulesen.
    Das Stipendium ist auch vor Ort extrem gut durch die Mitglieder des Rotary Clubs betreut. Diese helfen bei so ziemlich allem (Visum, Bankkonto, Flughafen, etc.), was das Leben in einer fremden Stadt doch sehr erleichtert.

    Ein Visum braucht man als Deutscher fuer die Einreise nicht, allerdings darf man mit dem Social Visit Pass nur 30 Tage im Land bleiben. Nach Einschreibung an der Uni muss man daher den Student Pass beantragen, der dann zum laengeren Aufenthalt berechtigt. Wird aber groesstenteils ueber die Uni geregelt, ueberhaupt gibt es im gesamten buerokratischen Anmeldeprozess fast keine Unklarheiten. Wenn doch hilft ein kurzes e-mail, das normalerweise sofort beantwortet wird.

    Man sollte gleich nach Bewerbung auch die Bewerbung fuer einen Wohnheimplatz auf dem Campus taetigen. Ein (relativ einfaches) Einzelzimmer kostet ca. 100 Euro im Monat incl. Internet, Telefon nochmal 5 Euro dazu. Ausserhalb des Campus zahlt man das 1.5-2-fache, allerdings lernt man schneller andere Leute kennen, wenn man auf dem Campus wohnt, ob das nun durch Nachbarschaft oder Sportaktivitaeten, Essen, etc. ist. Sonstige Lebenshaltungskosten sind fuer mich noch nicht ganz klar zu beziffern, Fruehstueck kostet etwa 2 Sing$ (=1 Euro), Mittag- und Abendessen zwischen 2 und 3 $. Einkaufen war ich noch nicht gross, aber es kommt mir so vor, als sei das Leben eher guenstiger als in Deutschland. Oeffentliche Verkehrsmittel gibt es viele, die Preise hierfuer liegen ebenfalls eher unter den deutschen Kosten. Ein Semesterticket mit unbegrenzter Nutzung gibt es aber nicht.

    Ein Konto sollte man nach Moeglichkeit bei der POSB aufmachen (entspricht der deutschen Postbank). Diese hat an jeder Strassenecke Geldautomaten und auch Automaten zum Einzahlen. Die guenstigste Variante, um Geld von Deutschland nach Singapur zu transferieren ist ein Citibank-Konto, mit dem man hier kostenlos bei den vier Citibank-Filialen in der Stadt Geld abheben kann. Das traegt man dann eben zum POSB-Konto, weil man ja nicht staendig mit einem Haufen Bargeld in der Tasche herumlaufen moechte.


    Genauere Infos zum Studium selbst:
    Das Studium in Singapur orientiert sich stark am britischen Ausbildungssystem. Ich bin allerdings nicht an den normalen Stundenplan gebunden, sondern nehme nur an einzelnen Kursen teil. Diese bestehen aus Seminaren in sehr kleinen Gruppen (bei mir sind es 5 Studenten) und anschliessenden Clinics (man schaut einem Doktor ueber die Schulter, dabei hoechstens 2 Studenten, der Regelfall ist aber so, dass man dabei allein ist). Auch hier gibt es natuerlich einige, die lieber und einige, die weniger gern erklaeren. Das Wissensniveau scheint mir etwa gleich zu sein, allerdings wird z.B. die Anwesenheit durch die Studenten selbst kontrolliert, was daran liegt, dass niemand, der einen Haufen Geld fuer sein Studium bezahlt absichtlich zu Hause bleibt.
    Insgesamt erscheint mir das Studium wesentlich praxisorientierter (z.B. wird von den Augenaerzten klar gesagt, was man als Allgemeinarzt koennen muss und was man sich nur spasseshalber mal angucken sollte), allerdings habe ich in Deutschland nach alter AppO studiert und ich kann mir nicht genau vorstellen, was sich durch die neue geaendert hat.

    Wichtig ist, dass man sich im Krankenhaus sehr ordentlich kleidet. Buegelfaltenhose und gebuegeltes Hemd sind Pflicht, Krawatte sollte man zumindest in Betracht ziehen. Kittel habe ich hier bekommen, allerdings ist es vielleicht trotzdem sinnvoll, zumindest eins von den huebschen weissen Dingern selbst mitzubringen, da man sich nicht unbedingt darauf verlassen sollte.

    Wer jetzt schon ganz interessiert ist, moege sich mal auf meine Internetseite begeben und sich ein paar Fotos anschauen Dort werde ich dann auch demnaechst ausfuehrliche, gut sortierte und aktuelle Informationen bereitstellen.


    Hier findet sich eine Übersicht über alle Krankenhäuser in Singapur. Die größten sind das Singapore General Hospital, das National University Hospital, das Tan Tok Seng Hospital und das Changi General Hospital, welches aber ein wenig abseits liegt.
    Geändert von Vystup (03.02.2005 um 04:36 Uhr)



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  2. #2
    Narkosemensch Avatar von Vystup
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    *Platz fuer spaetere Ergaenzungen wegen eventueller Textlaengenbeschraenkung*



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  3. #3
    Narkosemensch Avatar von Vystup
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    noch mehr Platz ;)



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  4. #4
    Platin Mitglied Avatar von flavour
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    Naja, jetzt rück auch mal ein paar allgemeine Infos raus.
    Sprache, internationale Anerkennung, wie sah's mit der Aufnahme aus, Kriterien? etc... Kosten..



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  5. #5
    Narkosemensch Avatar von Vystup
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    so, hab ein bisschen was reineditiert. sobald es unuebersichtlich wird, werd ich das vielleicht noch ein wenig sortieren und aufbereiten. weitere fragen duerfen natuerlich gestellt werden.



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