Mit Tintenfischtinte den Zahntaschen auf den Grund gehen

13. September 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Eines der wohl unangenehmeren Dinge, die es für Patienten beim Zahnarzt gibt, ist das Messen der Taschentiefen mittels Parodontalsonde. Für Nanotechnikexperte Prof. Jesse Jokers von der Jacobs School of Engineering der UC San Diego war es daher oberstes Ziel ein schmerzloses Verfahren zu entwickeln, um sich die Taschentiefen im kompletten Verlauf entlang aller Zähne in einer Sitzung ansehen zu können. Zufällig sei man auf die Idee gekommen, hierzu Tintenfischtinte, wie sie auch zum Färben von Pasta eingesetzt wird, zu verwenden.
Für das entwickelte Verfahren eignet sich die Flüssigkeit perfekt, weil sie sehr reich an Melanin ist, welches sich aufgrund seiner Nanopartikelgröße beim Spülen des Mundes in den Zahnfleischtaschen ablagern und gleichzeitig viel Licht absorbieren kann.
Denn für die neue Technik kommt ein photoakustisches Verfahren zum Einsatz. Hierbei wird Licht emittiert, dessen Absorption durch die abgelagerte Tinte dafür sorgt, dass Wärme und infolge dessen ein Druckunterschied entsteht, welcher letztendlich mit einem akustischen Ultraschallverfahren messbar ist, so Jokers.

Als Vergleich für die aktuell gängige manuelle Beprobung nimmt Jokerst das Bild einen dunklen Raum mit einer Taschenlampe zu untersuchen, während die neue Technik in der Lage ist, quasi das Anschalten aller Lichtschalter ermöglicht und so der Raum als Ganzes sichtbar wird.

Am Beginn der neuen Methode steht eine Mundspülung. Diese besteht aus einem Gemisch aus handelsüblicher Tintenfischtinte, Wasser und Maisstärke. Die Spülung dient quasi als Kontrastmittel, welches durch Zähneputzen rückstandslos zu entfernen ist. Die frisch eingespülten Tintenablagerungen können nun im Mund mit Licht, aktuell wird ein Laser verwendet, angeleuchtet werden und emittieren in Folge der Absorption ein messbares akustisches Signal. Nach dem Motto “Licht rein, Sound raus”, so Jokerst.

Mit der neuen Methode kann so schnell und günstig eine komplette Übersicht der Taschentiefen aller Zähne erstellt werden, ohne dass das Ergebnis durch Variationen des Anpressdrucks der Sonde beeinflusst werden kann.

Der nächste Schritt ist eine Überprüfung der Technik mithilfe einer klinischen Studie. Eine entsprechende Zulassung liege bereits vor, so Jokerst. Anschließend wollen sich die Forscher dem aktuell noch stark verbesserungsbedürftigen Geschmack zuwenden. Dieser ist aktuell noch bitter-salzig. Zudem soll das eingesetzte Leuchtmittel auf kostengünstigere LEDs umgestellt werden.
Final sei das Ziel aber, so Jokers, ein Mundstück zu entwickeln, mit dem der Scan in einem Messgang zu erfassen ist und dies nicht mehr Zahn für Zahn erfolgen muss.

Leitfaden “Mutterschutz”

7. September 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Schüler-Lotsen sind uns allen wohl bekannt, doch ginge es nach Dentista, einem Zahnärztinnenverband, soll es demnächst sogenannte “Mutterschutz-Lotsen” geben.

Im Falle einer Schwangerschaft besteht für die meisten Zahnärztinnen ein Beschäftigungsverbot. Immer häufiger erleben Dentista-Vorstandsmitglieder, einer Meldung zufolge, in Gesprächen mit jungen Zahnärztinnen, aber auch ihren Arbeitgebern, ein erhebliches Informationsdefizit. Diese Defizite beziehen sich oft auf das Beschäftigungsverbot an sich, aber auch das Still-Beschäftigungsverbot aber auch Mutterschutz, Elternzeit und allgemeine Hinweise zum Elterngeld.

Die junge Generation jedoch, will Beruf und Familie. Dies bedeutet, dass noch mehr beratende Expertise gefragt sei, denn, so heißt es ebenfalls in der Meldung, “Beruf und Familie gehören zu den Key-Points der Interessen der jungen Generation, auch der jungen männlichen Zahnärzte”.

 

Daher hält der Verband der Dentista die Bennennung eines Mutterschaftsurlaub-Lotsen, egal, ob Mann oder Frau, für sinnvoll oder gar erforderlich, um Zahnärzten eine geeignete Anlaufstelle zu bieten.

In Zusammenarbeit mit der Bundeszahnärztekammer hat Dentista e.V. Den Ratgeber “Schwangerschaft” herausgegeben. Die aktualisierte Version könnt ihr euch hier herunterladen.

Sommerzeit = Festivalzeit = Leidenszeit für Zähne

31. August 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Ob nun Wacken, Lollapalooza, Rock am Ring, Rock im Park oder diverse andere. Sommerzeit ist Festivalzeit. Doch wie steht es bei den Besuchern allerdings um die Körperhygiene? In einer, zusammen mit Polo® Sugar Free erstellten, Umfrage warnt die WHO vor einer dreifach erhöhten Karieswahrscheinlichkeit bei mangelnder Mundhygiene in Kombination mit typischer Festivalnahrung wie Chips, Schokolade und Alkohol.

Obwohl die Zahnbürste eines der ersten Dinge ist, welches im Gepäck landet, kommt sie offenbar nur äußerst selten zum Einsatz. Nur etwa ein Viertel der Festivalbesucher (25,6%) gab an, eine Zahnbürste dabei zu haben. Dies sind jedoch immerhin einige mehr, als diejenigen, die ein Deodorant (21,8%)  oder gar Toilettenpapier (25,9%) dabei haben.

Trotzdem putzt nur jeder 10. Besucher regelmäßig seine Zähne. 38% der Festivalgäste schaffen dies immerhin einmal am Tag. Leider ist jedoch selbst das nicht ausreichend, da die Wahrscheinlichkeit für Karies deutlich erhöht ist.

 

Ein perfektes Lächeln für nur 14$

27. August 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Wer das perfekte Lächeln will und das, ohne viel Geld auszugeben oder gar den Zahnarzt aufsuchen zu müssen, für den gibt es jetzt eine, sagen wir FAST perfekte Lösung. Mit “Perfect Smile Veneers” könnt ihr euch euer fast perfektes Lächeln ganz einfach selber zaubern.

Für knapp 15$ erhält der Kunde eine Art Schablone für den Oberkiefer, die mit super weißen Zähnen versehen ist. Um diese anzupassen, wird die Schiene einfach für zwei Minuten in heißes Wasser gelegt und anschließend gegen die Zähne gedrückt. Nach dem Härten in kaltem Wasser kann das neue Lächeln auch schon getragen werden.

Zwischen verschiedenen Zahngrößen und -formen kann man leider nicht wählen und auch eine Schiene für den Unterkiefer ist nicht erhältlich.

Auf Youtube könnt ihr einem Zahnarzt beim Selbstversuch zusehen. :)

Oh du heiliger Eckzahn!

23. August 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Gehuldigt wird weltweit ja so einigen Dingen, aber eines der wahrscheinlich kuriosesten Heiligtümer befindet sich in Kandy, Sri Lanka. Hierbei handelt es sich um einen Zahn. Der kostbarste Zahn der Welt liegt in einem goldenen Schrein des Zahntempels von Kandy. Laut Überlieferung gehört der Zahn zum Gebiss Gautama Buddhas, dem Religionsstifter. Nach dessen Einäscherung 483 v. Chr. in Indien konnte der Zahn aus der Asche gerettet werden.

Wer auch immer dieses Heiligtum besitzt, dessen Land wird fruchtbar sein und keine Dürre erleben. Doch über die Jahrhunderte hinweg erlebte die Reliquie eine schier legendenumwobene Odyssee. Viele indische Herrscher hatten den Zahn, den sie auch als Machtinstrument einsetzten, denn zum fruchtbaren Land, welches dem Besitzer vergönnt sein sollte, stand dieser zusätzlich unter spirituellem Schutz. Doch im Laufe der Zeit missfiel den späteren hinduistischen Regenten der Kult um das Überbleibsel Buddhas.

Auf wundersame Weise überstand der Zahn mehrere Zerstörungsversuche, denn auch die Kolonialmächte Portugal und England versuchten die Verehrung zu beenden. All diese blieben jedoch erfolglos. Doch wie hat es die Reliquie nach Sri Lanka geschafft? – Versteckt im Haar einer Nonne.

Die mehrtägigen Prozessionen rund um den Tempel von Kandy, der alten Königsstadt, locken mittlerweile bis zu einer Million Gläubige, Lokalprominente, Journalisten und Touristen an. Die Esala Perahera, wie die Zahmfeier genannt wird, fand in diesem Jahr vom 29.7-8.8.2017 statt. Täglich wurde ein Festumzug veranstaltet, der von traditionellen Peitschenknallern eingeleitet wurde. Diese wurden früher zur Ankündigung der königlichen Herrscher genutzt.

Heute jedoch sorgen Sie dafür, dass der Weg für die Reliquie frei gemacht wird, die auf dem Rücken eines, mit Brokat unendlich Edelsteinen geschmückten, Elefanten getragen wird. Mehr als hundert Elefanten sind Teil der allabendlichen Prozessionen. Verzierte Decken und LED-Lichter schmücken die Tiere, denen tausende Trommelschläger und Flötenspieler, Würdenträger der verschiedenen Tempel, Fackelträger, Tänzer und Akrobaten folgen. Inzwischen feiern Buddhisten und Hinduisten den Festzug, der sich über mehrere Kilometer erstreckt, gemeinsam.

Sicherheitsvorkehrungen gibt es natürlich, wie bei jeder Großveranstaltung, auch hier. Der mutmaßlich “echte” Eckzahn bleibt sicher im Innern des glanzvoll beleuchteten Tempels verwahrt. Durch die Straßen wird lediglich eine Kopie getragen.

Einen kleinen Film über dieses besondere Fest gibt es hier zu sehen.

https://m.youtube.com/watch?v=lJ7lpnleyUA

17,2 Millarden Euro Behandlungskosten pro Jahr allein in Deutschland

21. August 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Na, habt ihr schon einmal zusammengerechnet, wie viel Zucker ihr am Tag so zu euch nehmt? Im Durchschnitt konsumieren Deutsch 90-110g Zucker pro Tag. Diese Zahl bleibt natürlich nicht ohne Folgen, sodass sich die Behandlungskosten pro Person im Jahr auf über 200€ belaufen. Dieser Wert sorgt dafür, dass wir in der Gruppe der Länder mit den höchsten Behandlungskosten weltweit liegen.

Repräsentative Daten zum Vorkommen von Karies, Parodontitis und Zahnverlust, entsprechenden Behandlungskosten und Krankheitslasten spowie Daten zum Zuckerverbrauch in 168 Ländern des Kahres 2010.  wurden nun von Forschern der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der BRAIN AG für ihre gemeinsame Arbeit ausgewertet.
Mithilfe der Daten als Grundlage berechneten sie den Anteil an den Gesamtkosten, die durch übermäßigen Zuckerkonsum entstanden sind. Neben üblichem, weißen Haushaltszucker gingen auch versteckte Zucker in die Analyse ein. Diese sind in vielen Produkten verarbeitet, wie z.B. Getränken, Ketchup, Speiseeis, Tiefkühlkost oder Backwaren.

Die Kosten für eventuell nötige Zahnbehandlungen würden bei nur 8 Zuckerwürfeln mehr pro Tag um gar 75€ pro Person/Jahr steigen.

Studienautor. Dr. Toni Meier vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der MLU zieht folgende Bilanz:
“Die Daten zeigen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Zucker und dem Vorkommen von Karies, Parodontitis und als Folge Zahnverlust. Pro Mehrverzehr von 25 Gramm Zucker pro Person und Tag – was ungefähr acht Zuckerwürfeln oder einem Glas gesüßter Limonade entspricht – steigen die Zahnbehandlungskosten in Ländern mit hohen Einkommen im Durchschnitt um 75 Euro pro Person und Jahr an.”

Mit Werten von 90-110g Zucker pro Person/ Tag und daraus resultierenden Kosten von 210€ für Behandlungen pro Person/ Jahr liegt Deutschland in einer Gruppe mit der Schweiz (~300€), Dänemark (~178€) und den USA (~138€)

Bei uns werden täglich im Durchschnitt zwischen 90 und 110 Gramm Zucker pro Kopf verbraucht. Die Behandlungskosten belaufen sich auf jährlich 210 Euro pro Person. Damit liegt Deutschland in der Gruppe der Länder mit den höchsten Behandlungskosten pro Kopf und Jahr. Dazu gehören ebenfalls die Schweiz (300 Euro), Dänemark (178 Euro) und die USA (138 Euro bzw. 185 US-Dollar).
“Würde die Zielvorgabe der Weltgesundheitsorganisation von 50 Gramm Zucker pro Person und Tag erreicht, ließen sich in Deutschland 150 Euro Behandlungskosten pro Person einsparen. Hochgerechnet auf Bundesebene entspricht dies einem jährlichen Einsparungspotenzial von circa zwölf Milliarden Euro”, so Meier weiter. Eine zuckerarme Ernährung werde aber immer schwieriger, da in nahezu allen verarbeiteten Produkten aus dem Supermarkt große Mengen zugesetztem Zucker zu finden sind.

Die höchsten Anteile zuckerbedingter Zahnerkrankungen sind in Guatemala, Mauretanien und Mexiko zu finden. “Schwellenländer wie Indien, Brasilien und Mexiko, aber auch Pakistan und Ägypten könnten übermäßige Krankheitslasten und Kostenbelastungen im Gesundheitssystem vermeiden, wenn sie das Thema frühzeitig in der Gesundheits- und Ernährungspolitik verankern”, erläutert Prof. Dr. Gabriele Stangl, Kostudienautorin, von der MLU.

Aufklärungskampagnen oder Sondersteuern auf hochkalorische könnten helfen. Die 2014 in Mexiko eingeführte Zuckersteuer etwa, zeigte schon nach einem Jahr Wirkung. Die konsumierte Menge an Getränken, welche Zucker als Süßungsmittel enthalten, ging um 5% zurück. Ein Wert, der im zweiten Jahr sogar noch verdoppelt werden konnte.

Studienkoautorin Dr. Katja Riedel von Derm. BRAIN AG schlussfolgert: “Um ernährungsbedingte Krankheitslasten reduzieren zu können, bedarf es neben einer ausgewogenen Mischung an Aufklärungsarbeit und ernährungspolitischen Ansätzen auch innovative technologische Lösungsangebote”

Veröffentlicht wurde die Studie hier:

Meier, T., Deumelandt, P., Christen, O., Stangl, G. I., Riedel, K., & Langer, M. (2017): Global Burden of Sugar-Related Dental Diseases in 168 Countries and Corresponding Health Care Costs. Journal of Dental Research (in press) DOI: 10.1177/0022034517708315

Frühwarnsystem Kaugummi?

17. August 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Sicherlich fragt ihr euch, wie und vor allem wovor ein Kaugummi warnen soll. Nun, Forscher der Universität Würzburg haben einen speziellen Kaugummi entwickelt, vor bakteriellen Erregern Warensendung soll. Dies soll insbesondere Trägern von Zahnimplantaten vor bakteriellen Entzündungen im Mund schützen. Die Funktionsweisen ist einfach: Schmeckt das Kaugummi bitter, stimmt was nicht!

Praktisch ist die Wirkweise so, dass das Kaugummi bei einer vorliegenden Entzündung einen bitteren Geschmacksstoff beim Kauen freisetzt. Dies soll den Patienten dann dazu bringen, möglichst sofort einen Zahnarzt aufzusuchen, der die Entzündung behandeln kann.

Besonders sinnvoll könnte diese neue Erfindung für Träger von Implantaten sein, so die Forscher der Universität Würzburg. Entwickler des Kaugummis sind Prof. Lorenz Meinel, Dr. Jennifer Ritzerfeld und Team. Der Vorteil sei, dass das diagnostische System überall und jederzeit einsetzbar sei und keinerlei technisches Equipment erfordere, so Meinel.

Die Grundlage für die Wirkung sind die spezifischen Protein-abbauenden Enzyme, die im Rahmen einer Entzündung im Mund aktiviert werden. Diese zerschneiden einen speziellen Inhaltsstoff des Kaugummis. Und das in nur 5 Minuten! Dies bewirkt die Freisetzung eines Bitterstoffes, welcher vorher nicht zu schmecken war. Den Forschern gelang es bereits mithilfe erster Studien, den Nachweis zu erbringen, dass das Konzept funktioniert.

Prof. Frank Schwarz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie, bezeichnet den Kaugummi gegenüber Spiegel Online als innovatives Verfahren. Er kritisiert jedoch, dass das Team noch kein ideales Mittel gefunden hat, um die beginnende Entzündung nachzuweisen, denn der Marker, auf den das Kaugummi reagiert, wird auch beim Abheilen der Entzündung freigesetzt.

Der Forschungsansatz ist nicht neu, denn nach passenden Markern suche die Zahnmedizin seit Jahren intensiv, so Schwarz in einem Online-Medium. “Wenn es gelänge, spezifische Marker von Entzündungsprozessen frühzeitig beim Kauen eines Kaugummis nachzuweisen, wäre dies sicherlich ein Vorteil für Patienten und Zahnärzte.”

Um das Kaugummi auf den Markt zu bringen, ist die Gründung einer Firma geplant. Jedoch geht das Team davon aus, dass wohl noch zwei bis drei Jahre vergehen werden, bis das Produkt auf den Markt gebracht werden kann.

Die Ergebnisse der bereits veröffentlichten Studie sind hier einzusehen.

Rappen für bessere Mundhygiene

15. August 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Sie sind erst zehn Jahre alt und erobern trotzdem bereits mit ihrem ersten Musikvideo das Netz.

Die Rede ist von Max, Niklas, Marlon und Janis. Sie sind Schüler einer vierten Klasse aus Fulda und wollen ihre Mitschüler mithilfe ihres “Zahnputz-Raps” zur besseren Mundhygiene motivieren. Die Idee zum Song stammt von der LAG Jugendzahnpflege Hessen. In Zusammenarbeit mit dem Projekt “Von der Straße ins Studio” -ein deutsches Rap-Projekt für Kinder und Jugendliche, welches gewisse Werte und Denkansätze über den Weg der Musik kombiniert mit der deutschen Sprache vermitteln will- entstand schließlich der besagte Song.

Mittlerweile wird das Musikvideo in allen Grundschulen in ganz Hessen eingesetzt, denn Musikvideo wird in allen Grundschulen Hessens eingesetzt, denn die Veröffentlichung zog eine große mediale Aufmerksamkeit nach sich. Auf der Facebook-Seite von Hit Radio FFH wurde das Video innerhalb von 24h nach Veröffentlichung mehr als 100.000 Mal angeklickt. Auf YouTube zählt das Video bisher mehr als 34.000 Klicks.

Das Video könnt ihr euch hier ansehen.

 

Putzen Zahnärzte wirklich besser?

30. Juli 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Beste Mundhygiene, 100-prozentig saubere Zähne. Das sind Vorstellungen, die Patienten von ihrem Zahnarzt und dessen Praxisteam haben. Doch ist das überhaupt möglich? Mit dieser Frage hat sich das Institut für Medizinische Psychologie der Universität Gießen im Zusammenarbeit mit Zahnmedizinern beschäftigt und eine Studie zur Mundgesundheit vorgelegt.

Gründliches Putzen der Zähne ist die Voraussetzung, um schädlichen Zahnbelag zu entfernen, welcher Karies und Parodontitis verursachen kann. Ein Fakt, der den meisten Menschen seit der Kindheit bekannt. Leider schaffen es trotzdem nur die wenigsten sich zweimal täglich die Zähne zu putzen. Daher bemängeln Zahnärzte und Helferinnen immer wieder die unzureichende Mundhygiene bei ihren Patienten.

Es tut sich die Frage auf, wie sauber man die Zähne mittels Handzahnbürste und entsprechenden Hilfsmitteln zur Interdentalraumreinigung tatsächlich bekommt. Ist es überhaupt möglich die Zähne “komplett” zu reinigen? Dies veranlasste Prof. Dr. Renate Deinzer vom Institut für Medizinische Psychologie der Justus-Liebig-Universität Gießen und ihre Mitarbeiterin Dr. Daniela Harnacke, die Lösung auf diese Frage im Rahmen einer umfassenden Studie nachzugehen. Unter dem Titel „Finding an upper limit of what might be achievable by patients: oral cleanliness in dental professionals after self-performed manual oral hygiene“ sorgen die nun vorgelegten Ergebnisse doch für einige Überraschungen, denn auch einige Profis reinigen ihre Zähne offenbar nicht durchweg perfekt.

Neben den Mitarbeitern der JLU waren auch Professoren der Universitäten in Dresden und Leipzig beteiligt. Untersucht wurde das Zahnputzverhalten von 64 Zahnärzten und Zahnärztinnen, 33 Studierenden der Zahnmedizin und 30 zahnmedizinischen Fachangestellten. Die Reinigung erfolgte mittels Handzahnbürsten und entsprechend bereitgestellten Hilfsmitteln zur Zahnzwischenraumreinigung. Vor und nach der Reinigung wurde das Ausmaß der Zahnbeläge erfasst.

Nach dem Putzen seien nur wenige Beläge auf  den Zähnen zu finden gewesen, wobei es keine Unterschiede zwischen den einzelnen Berufsgruppen gab. Die meisten Studienteilnehmer (96%) zeigten mehr als 70% saubere Flächen am Zahnfleischrand, 75% der Teilnehmer zeigten an 89% der Flächen am Zahnfleischrand keine Beläge. Im Vergleich zu zahnmedizinischen fallen diese Werte deutlich besser aus. Diese zeigten beim selben Test selten mehr als 50% saubere Flächen, oft weniger als 30%.

Ein Kommentar von Prof. Deinzer zu den Ergebnissen: „Es ist also grundsätzlich möglich, mit einer Handzahnbürste und Hilfsmittel zur Reinigung der Zahnzwischenräume eine fast 100-prozentige Sauberkeit zu erreichen.“ Zugleich schränkte sie jedoch ein: „Die ,Zahn-Profis‘ haben gegenüber den Patientinnen und Patienten allerdings auch einige Vorteile.“ Die untersuchten Personen wiesen insgesamt eine gute Mundhygiene auf und hatten nur in wenigen Fällen Zahnfleischentzündungen. Es waren nur selten Kronen oder andere „Hindernisse“ vorhanden, die eine Reinigung erschweren können. Zudem würden die Profis wissen, worauf es ankäme. „Es ist besonders wichtig, die Beläge am Zahnfleischrand zu entfernen. Auch sollte man Zähne und Zahnfleisch nicht ,irgendwie‘, sondern systematisch putzen, um keine Fläche zu vergessen.“, so Deinzer. Jedoch scheinen die Profis weniger Auf die Zahnputztechnik zu achten. Knapp 50% der Studienteilnehmer konnten keine genaue Technik benennen, welche sie zur Reinigung genutzt haben. Einen Unterschied in den Ergebnissen gab es allerdings nicht, denn diese waren genauso gut wie bei denjenigen, die eine spezielle Technik verwendet hatten.

Studienleiterin Deinzer zieht aus den Ergebnissen folgendes Fazit: „Eine Möglichkeit, die Mundhygiene der Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern, könnte darin bestehen, noch genauer zu erklären, worauf es wirklich ankommt: auf den Zahnfleischrand und darauf, dass wirklich alle Zähne von innen und außen gereinigt werden. Außerdem dürfen auch die Zahnzwischenräume nicht vergessen werden. Unbedingt sollte man eine Systematik beim Putzen etablieren, damit kein Zahn und keine Fläche vergessen werden.“

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(Bildquelle)

Asymmetrische Zähne durch frühkindlichen Stress

28. Juli 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Zeichen frühkindlichen Stresses war bisher ein geringes Geburtsgewicht, welches maßgeblich die Lebenserwartung und Anfälligkeit des Kindes für Krankheiten beeinflusst. Forschern gelang es nun jedoch nachzuweisen, dass auch ein asymmetrischer Biss ein Hinweis hierfür sein kann.

Insbesondere die ersten 1.000 Tage nach der Geburt bilden die Grundlage für den weiteren Verlauf des Lebens. Ein geringes Geburtsgewicht, bisheriges Kennzeichen für frühkindlichen Stress, kann sich negativ auf Immunsystem und Lebenserwartung auswirken. Für den weiteren Verlauf der 1.000 Tage war bisher kein weiteres Merkmal bekannt, welches auf Stressfaktoren zurückschließen ließ.

Doch jetzt gelang es Forschern im Rahmen einer, im American Journal of Human Biology veröffentlichten, Studie zu zeigen, dass auch ein asymmetrischer Biss ein Zeichen für frühkindlichen Stress sein kann.

Fehlstellungennwurden bisher lediglich von Anthropologen genutzt, um Umweltbelastungen nachzuweisen. Nun wurde jedoch der Nachweis erbracht, dass durchaus Rückschlüsse auf Stress möglich sind. Zudem besteht die einfache Möglichkeit der Diagnostik direkt und innerhalb weniger Sekunden in der Zahnarztpraxis. Denn anders als Über- oder Unterbiss, die genetisch veranlagt sind, werden Verlagerungen nach links und rechts durch Umweltstress verursacht.

Zur Datenerhebung wurden die Daten von 6.654 Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 aus den Jahren 1966 bis 1970 ausgewertet. Hierbei zeigte einer von vier Jugendlichen einen asymmetrischen Biss. Zudem wurde ein erhöhtes Diabetes- und Fettleibigkeits-Leiden der Generation im Erwachsenenalter festgestellt.

Weitere Untersuchungen sind nun jedoch notwendig, da belegt werden muss, dass Asymmetrien im Untergesicht ein sicheres Zeichen für chronische Erkrankungen bei lebenden Menschen sind, so wie Schädelasymmetrien bei Leichen bereits in Verbindung mit degenerativen Erkrankungen gebracht werden können.

Falls ihr nähere Infos haben wollt, könnt ihr die Studienergebnisse hier einsehen.

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(Bildquelle)


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