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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
    Registrierter Benutzer
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    Hallo liebes Forum!
    Ich habe in den letzten Wochen wieder viel über meinen medizinischen Werdegang in Zukunft nachgedacht und brauche vielleicht mal aufmunternde Worte oder das Gefühl, nicht alleine zu sein.

    Zu mir: als ,,Oldie" spät mit dem Studium begonnen, mit 34 vor bald 2 Jahren abgeschlossen, 2 Kinder (6 und 3), Bislang 1 Jahr Weiterbildung gesammelt (durch Teilzeit dauert das sammeln leider..).
    Ich liebe meine Familie, will sie nicht missen. Würde es auch immer wieder so machen (also Familienplanung vor die Karriere stellen). ABER.. manchmal fällt es mir doch schwer, zu akzeptieren, dass meine Facharztweiterbildung durch die Teilzeit noch lange dauern wird, in meinem Alter gibt es schon Oberärztinnen. Ich arbeite noch 30 Jahre, also eigentlich könnte es mir egal sein, aber ab und an bin ich doch zu verkopft und ärgere mich drüber, dass es doch auch insgesamt nicht immer leicht ist, Familie und Karriere in der Medizin voranzutreiben.
    Mein Mann reist beruflich immer mal wieder, hat auch schon reduziert, aber Vollzeit kommt für mich nicht in Frage.

    Jaja hätte wäre, mir kann keiner mit dem ,,Problem" helfen, aber vielleicht gibt es Gleichgesinnte?
    Wie gehen hier die anderen Oldies und Muttis/Vatis in der Assistenzarztzeit damit um?



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  2. #2
    gern geschehen Avatar von Kackbratze
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    24.055
    Ich liebe meine Familie, will sie nicht missen.
    Damit ist doch Alles gesagt.
    Einfach mal umschauen, was 30jährige Oberärztende so im Privatleben haben. Das Gras mag immer auf der anderen Seite grüner sein, wenn ich mich umschaue, finde ich da zumeist das andere Ende der Leine mit dringendem Wunsch nach Familie ohne saubere Möglichkeit es umzusetzen. Sicherlich, in der Chirurgie mag es noch schwerer sein, "Karriere" und Familie unter einen Hut zu bringen. Ohne eine sehr leidensfähige Familie wäre das bei mir auch nicht möglich, aber die nächste Frage ist doch
    "was ist Karriere" für dich?
    Die Oberarztstelle? Eine sichere Anstellung aus der heraus Du deine Familie optimal versorgen und unterstützen kannst? Eine eigene Praxis?

    Das blinde "der Andere hat es aber besser als ich, weil XXX"-hinterherlaufen ist doch eher was für junge Leute dich nicht wissen, was sie wirklich im Leben für Prioritäten haben.
    Im Übrigen gibt es keinen Job bei dem nicht entweder die Familie oder die ultimative Karriere in irgendeiner Form leiden, wenn man Beides will. Das ist nicht nur in der Medizin so.

    Die Weiterbildungszeit wird bei Dir so lange dauern, vielleicht gibt es Anpassungsmöglichkeiten, wenn die Kinder älter sind oder sich andere Optionen auftun, bis dahin ist es doch positiv zu sehen, dass Beides scheinbar klappt.

    Kacken ist Liebe!
    Salmonella ist Kacken!


    Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hineingehen müssen.

    What have you done today to earn your place in this crowded world?



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  3. #3
    Nevergiveup Avatar von Anne1970
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    11.02.2008
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    long time ago
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    3.639
    Stimme Bratze mehr als zu! Man kann die Leben verschiedener Menschen schlecht vergleichen. Du hast das Studium mit kleinen Kindern erfolgreich abgeschlossen; das allein ist schon eine Lebensleistung! Das hat jetzt schon nicht nur dein Leben sondern auch das deiner Kinder in eine ( wie ich denke) positive Richtung gebahnt. Mit kleinen Kindern die WB zu organisieren ist eine Herausforderung und nötigt mir großen Respekt ab. Das ist ein Wert an sich! Möglicherweise kannst du das nicht immer sehen, das ist ein guter Grund, selbstbewusst zu sein. Sieh zu, dass du dir fachlich- inhaltlich eine Expertise aufbaust; das können kleine Schritte sein, aber achte darauf, Fortschritte zu machen. Du kannst dich m.E. gern vergleichen: Aber mit dir selbst! Dein „Ich“von vor 3 Jahren mit dir heute, z.B.; was hast du nicht alles geschafft, oder? Man kann eine tiefe Zufriedenheit auch dadurch gewinnen, dass man sich selbst weiterentwickelt. Werde der die Ärztin die du für dich /für deine Lieben haben wolltest, wenn die einen/eine benötigten, jeden Tag ein wenig mehr. Setz dir kleine Ziele. Such das Gespräch mit dem/der Weiterbilder/in, das mag dir helfen zu sehen, wo du stehst. Plane, welche Kompetenzen und Fertigkeiten du erlangen kannst und solltest.
    Zudem: du bist als Ärztin in WB ja finanziell auch in Teilzeit (hoffentlich mit Tarifvertrag) nicht ganz schlecht gestellt, oder? Und jedes Jahr kommen ein paar Kröten dazu, während du ins Versorgungswerk regelmäßig einzahlst. Irgendwann sind die Kinder groß, dann kannst du mehr arbeiten, mehr Geld verdienen.
    Ich denke, dein Ziel ist doch derzeit Facharzt-REIFE und nicht eine Position in der Hierarchie ( Oberärztin) . Millionen von Kolleginnen und Kollegen werden nie Oberärzte werden: weil sie sich fachärztlich niedergelassen haben .
    Wenn du merkst, dass du aus den oben (mir etwas negativ erscheinenden) beschriebenen Gedanken nicht rauskommst: such dir jemanden, mit dem du sprechen kannst: das kann jemand Aussenstehender sein (supervisor- mäßig) oder ein Mentor/Mentorin. Sei im Wettbewerb, ja! Aber mit deinem Ich von gestern
    Geändert von Anne1970 (24.03.2025 um 07:10 Uhr)
    Wissen macht nichts.



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  4. #4
    Nevergiveup Avatar von Anne1970
    Mitglied seit
    11.02.2008
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    zentral
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    long time ago
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    3.639
    Noch eine Ergänzung für alle Ärztinnen:
    Der Dt. Ärztinnen-Bund beschäftigt sich sehr mit der Thematik dieses Threads, ist in ganz Deutschland niederschwellig organisiert: Guck mal auf die Seite:
    https://www.aerztinnenbund.de/Karriere.0.361.1.html
    Es gibt auch spezielle Netzwerke z.B. die Chirurginnen - https://chirurginnen.com/
    oder die Neurologinnen - https://neurologinnen-netzwerk.com/
    möglicherweise auch in deinem Fach

    Hier gibts noch eine Übersicht von Mentorinnen-Programmen
    https://www.marburger-bund.de/bundes...oringprogramme
    Geändert von Anne1970 (24.03.2025 um 07:47 Uhr) Grund: o vergessen
    Wissen macht nichts.



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  5. #5
    Registrierter Benutzer
    Mitglied seit
    26.07.2020
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    1.160
    Ich kenne gute Leute, die einfach nur ihren Papierkram nicht geregelt kriegen und deshalb keine formalen Fortschritte machen, obwohl sie alles können. Oder die chronisch krank sind und bei denen das bloße Überleben und überhaupt arbeiten können schon als "übermenschlich" betrachtet werden muss, trotz Studienbeginn vor dem 20. Lebensjahr. Man kann es immer noch in den Sand setzen, jederzeit, sein Leben lang. Oder ein erfolgreicher Karrieremediziner, der Alkoholiker wird, einen schweren Unfall hat, und es nicht mehr schafft "aufzustehen". Aber das definiert dich nicht. Für den Arbeitgeber bist du nicht mehr als Schwungmasse, Inventar, das im Zweifel durch was leistungsfähigeres und angepassteres, also "besseres" ersetzt wird. Das verschlissen und ausgetauscht wird. Daran kannst du dich nicht messen - die wahren Werte, die dich definieren liegen woanders.
    Wenn das für dich deine Familie ist, dann ist es immer noch besser etwas später einen weiteren Titel auf dem Schild zu haben; als erst zu spät auzuwachen und mit nichts dazustehen, obwohl man alles einmal hatte. Es gibt nichts Schlimmeres als das letztgenannte.
    Vergleiche dich nie mit anderen - andere Ausgangsbedingungen, anderer Verlauf, und anderes Ende. Vor allem das letzte ist und bleibt bis zum Ende das einzige Fragezeichen, und die Antwort überrascht dann vielfach enorm. Erst dann hat man das "Ergebnis", nur leider ist es dann immer zu spät. Für alle übrigens.

    Du kannst deinen Weg nur für dich selbst definieren, denn letzten Endes bist du diejenige, die ihn gehen muss.



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