Hallo,
hab zwar hier noch nie was geschrieben, doch etwas muss ich zu dem Thema auch loswerden...
Auf einem der Betreuungsplätze war ich als Helfer quasi an der letzten Front eingesetzt. Der große Ansturm bei uns blieb aus, doch einige Sachen sind mir doch gut in erinnerung geblieben:
Ich habe größten Respekt vor den Leuten, die im Tunnel gerettet haben. Zu uns kamen junge, aber auch ältere, erfahrenere Helfer, die völlig fertig waren. Der eine hatte fleißig Betroffene gebracht, dann ließ er für sich selbst die Registrierung ausfüllen.
Die wenigsten von uns hatten Erfahrung mit größeren KatSchutz-Einsätzen, so entstand auch der folgende O-Ton eines Kollegen: Das ganze sah aus wie bei einer sehr gut gelungenen Großübung. Nur "irgendetwas" war halt doch anders...
Einer dieser kleinen Unterschiede waren der stundenlange unterschwellige Hubschrauberlärm der vielen RTHs und der Signalanlagen. Das ging von 17.00 Uhr bis ca. 22.00 Uhr wirklich ununterbrochen...
Ich muss sagen, zum Glück war von der Rettungs-Infrastruktur doch schon recht viel gegeben. Tagsüber waren wir völlig unterbeschäftig, ich zweifelte echt schon an der Sinnhaftigkeit des Betreuungsplatzes (bis 17.00 Uhr nur von einer handvoll Leute besucht) und fand es total überflüssig, dass Notfallseelsorger anwesend waren. Um 18.00 hatten wir plötzlich nur noch ein oder zwei Notfallseelsorger für doch recht viele Betroffene, die echt fertig mit den Nerven waren. Da wünschte ich mir nichts sehnlicher... (nach einiger Zeit waren auch sehr viele da)
Für mich selbst war das ganze zwar schwer, aber ertragbar. Es war möglich, zu extrem stark Betroffenen zu zweit zu gehen und sich ihre Geschichten anzuhören. Den ganzen Abend über war der Austausch zwischen uns Helfern sehr groß.
Das war mein kleiner Bericht als eins der (wie in den Medien stand) über 5000 Rädchen in der Rettungsmaschinerie (die ingesamt trotz kleiner Einzelpannen doch recht gut gelaufen ist).
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