Sorry, aber ich glaube du überschätzt die Anforderungen an die präklinische Notfallmedizin enorm. Das ist größtenteils Kochbuchmedizin gewürzt mit ein wenig ethisch-sozialmedizinscher Abwägung. Als Beilage gibt es dann noch ein wenig manuelles Handanlegen...
Das ist jetzt natürlich ein wenig plakativ, aber die einzigen wirklich kniffligen Fälle an die ich mich spontan erinnern kann waren ethisch-sozialmedizinische Fragestellungen: Ist dieser Patient eigengefährdet? Ist der andere entscheidungsfähig? Hilft es ihm wenn ich ihn in die Klinik bringe?
Das sind die Fragen, für die man einen Notarzt wirklich braucht. Und das kann man prinzipiell in jeder Fachrichtung lernen; setzt aber eben vielmehr auch einen Blick über den medizinischen Tellerrand hinaus.
Die präklinische Behandlung von somatischen Erkrankungen ist dagegen doch meist das Abspulen von Leitlinien oder Algorithmen. Meist gibt es ja auch nur genau 1 Medikament für eine bestimmte Indikation auf dem Auto - da brauche ich jetzt keinen Anästhesisten, der abwägen kann, ob er die Narkose bei diesem Patienten mit Propofol, Ethomidate oder Dormicum einleitet....
Und die manuellen Fähigkeiten rücken durch die modernen Hilfsmittel (Videolaryngoskop, Knochenbohrer usw.) in den Hintergrund, bzw. sind deutlich einfacher geworden.
Natürlich braucht man eine gewisse Ausbildung, vor allem aber einen gewissen Lebenshorizont, um ein guter Notarzt zu werden. Aber es ist halt auch keine Raketenwissenschaft - dafür ist es ja eben zu Recht die einzige ZB die keinen Facharzt voraussetzt...