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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
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    Hallo zusammen!

    Ich hoffe der Post hier ist okay, da ich ihn aufgrund der Familiensituation lieber hier als im Zweitstudium-Abschnitt posten möchte.

    Es gibt ja bereits unzählige Beiträge und Meinungen zu den verschiedenen Möglichkeiten für ein Zweitstudium, insbesondere im Bereich Medizin.

    Meine Geschichte ist wahrscheinlich ähnlich wie die vieler anderer, die schon lange den Wunsch verspüren, doch noch Medizin zu studieren. Vielleicht unterscheide ich mich in einem Punkt/Ziel: Ich möchte unbedingt in die Allgemeinmedizin, mit dem Ziel, entweder in Anstellung oder vielleicht irgendwann in einer eigenen Praxis in einem dünn besiedelten Gebiet in Bayern zu arbeiten.

    Ich habe, wie viele andere, erstmal einen Bachelor, einen Master und aktuell eine Promotion im Bereich Ingenieurwesen gemacht. Forschung und Lehre bereiten mir zwar Freude, aber die Aussicht auf eine Professur in meinem Fachgebiet ist momentan gleich null. Auch in der Wirtschaft habe ich schon einiges an Erfahrung gesammelt, aber wie viele von euch, kann ich mir nicht vorstellen, das ein Leben lang zu machen.

    Über die Jahre habe ich mir etwas Geld angespart. Meine Partnerin ist zwar keine Akademikerin, aber sie hat bereits eine eigene Immobilie abbezahlt, eine weitere gekauft und verdient für ihre Stunden im Pflegemanagement ganz „okay“. Wir erwarten nun unser Wunschkind und planen, wenn alles gut läuft, eine 4- bis 5-köpfige Familie.

    Wie viele werdende Eltern stelle ich berufliche Wünsche oft hinten an, um für die Familie da zu sein. Gleichzeitig lässt mich der Gedanke, noch Medizin zu studieren, seit einem Jahrzehnt nicht los. Ich habe es bisher einmal über eine private Uni probiert (während der chaotischen COVID-Zeit), bin dort laut Auswahlgremium aber knapp an der fehlenden Berufserfahrung (4 Wochen Praktikum, die während COVID einfach nicht machbar waren) gescheitert. Danach wollte ich erstmal meine Promotion abschließen. Ein Zweitstudium habe ich vor Jahren gar nicht versucht, weil die Messzahlen mit WiWi einfach undenkbar waren; inzwischen sieht es mit etwa 5 Punkten an manchen Unis etwas besser aus, aber jetzt bin ich natürlich auch wieder ein paar Jahre älter.

    Viele von euch sind diesen Weg schon gegangen, und ich habe von einigen gelesen, dass sie während des Studiums ein Kind bekommen haben usw. Natürlich bin ich ein wenig ortsgebunden (Würzburg, Erlangen, Bayreuth wären definitiv möglich oder nochmal PMU probieren), aber es ist alles nicht so einfach planbar.

    Glaubt ihr, dass es mit 32 Jahren und meinen Voraussetzungen überhaupt noch Sinn macht, diesen Weg zu gehen? Ich kenne nur eine Person, die mit ihrer Familie nach Bulgarien gegangen ist, um das Studium dort zu beginnen, mit dem Ziel, irgendwann nach Deutschland zurückzukehren. Das ist für mich jedoch schwer vorstellbar, ob das klappen kann. Meine Partnerin kennt meine "Wünsche" und ist nicht abgeneigt, da sie selbst aus dem Bereich kommt, hat aber eher Bedenken in Richtung Familiengründung, Versorgung etc. Natürlich wäre das alleinstehend alles einfacher damals gewesen, aber dann hätte ich vermutlich meine Partnerin nie kennengelernt

    Die finanziellen Aspekte habe ich mir schon oft durchgerechnet, und der Gehaltsverlust von mindestens 6 Jahren ist natürlich nicht unerheblich. Es geht mir jedoch nicht unbedingt darum, alles finanziell wieder reinzuholen oder am Ende besser dazustehen als jetzt. Vielmehr möchte ich etwas finden, das ich bis zum Ende meines Arbeitsleben was ausübe, das ich bis zum Ende meines Arbeitslebens mit Freude machen kann.

    Natürlich weiß niemand, wie sich die Situation für Praxen, Trends zu MVZs usw. weiterentwickeln wird, aber zumindest hoffe ich, dass es in der Allgemeinmedizin etwas Planungssicherheit gibt.

    Vielen Dank schon mal für eure Antworten und Tipps



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  2. #2
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    Wie alt ist denn deine Partnerin? Mit 32 noch 2-3 Kinder zu planen kann ja so schon sehr ambitioniert sein. Das Studium ist stellenweise sehr zeitintensiv, du musst viele Praktika machen und am Ende das PJ, alles mehr oder weniger unbezahlt. Mit Kinderplanung würde ich - auch wenn du der Mann bist - eher 7-8 Jahre fürs Studium rechnen wie 6.
    Was schreckt dich denn an der Wirtschaft ab? Die Arbeitsbedingungen sind dort vermutlich tendenziell besser wie im Gesundheitswesen.



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  3. #3
    Registrierter Benutzer
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    Zitat Zitat von Kandra Beitrag anzeigen
    Wie alt ist denn deine Partnerin? Mit 32 noch 2-3 Kinder zu planen kann ja so schon sehr ambitioniert sein. Das Studium ist stellenweise sehr zeitintensiv, du musst viele Praktika machen und am Ende das PJ, alles mehr oder weniger unbezahlt. Mit Kinderplanung würde ich - auch wenn du der Mann bist - eher 7-8 Jahre fürs Studium rechnen wie 6.
    Was schreckt dich denn an der Wirtschaft ab? Die Arbeitsbedingungen sind dort vermutlich tendenziell besser wie im Gesundheitswesen.
    Meine Partnerin ist 31 geworden und ein Kind ist quasi, wenn alles gesund weiter verläuft, bald da. Ein weiteres bzw. noch zwei wären schön, aber das sind ja erstmal nur Gedanken.

    Das Studium ist definitiv zeitintensiv und Anwesenheit in vielen Veranstaltungen auch quasi Pflicht.

    Die Arbeitsbedingungen sind und werden nicht ganz mehr so rosig wie in den letzten Jahren in Deutschland sein (siehe bspw. Autoindustrie) und der Weg in die Selbständigkeit ist generell unfassbar schwierig. Auch in gut bezahlten Konzernen wird einem oftmals ab +50 die Message vermittelt, dass man Platz für die "Jungen" machen soll. Ich meine, dass man im Arztberuf gar etwas länger als üblich tätig sein kann usw. Die verrichtete Arbeit in der Industrie ist zwar nicht immer monoton, aber Empathie o.ä. werden nicht geschätzt bzw. es kommen gar nicht die Situationen auf, wo sie geschätzt werden können.



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  4. #4
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    Für Empathie ist in der Medizin kein Platz mehr. Da ist nur noch Fließbandarbeit am Menschen.



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  5. #5
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    Das glaube ich, aber man findet sicher einen Bereich, wo dies weniger der Fall sein kann bzw. weniger extrem.



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