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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #41
    Diamanten Mitglied Avatar von Relaxometrie
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    Auch ich habe die Landarztquote von Anfang an für falsch gehalten und hatte dabei immer das Wort "sittenwidrig" im Kopf, oder habe es sogar auch geschrieben. Ich finde es von denjenigen, die die Landarztquote erfunden haben, unfassbar widerlich, diese Quote anzubieten, denn jemand, der dringendst nur Medizin studieren möchte, ist an einem "Point of no return" angekommen und lässt sich durch fast nichts mehr vom Studium abhalten. Aber eben dieser junge Mensch KANN es gar nicht abschätzen, was es später bedeutet, Klinikstress ausgesetzt zu sein, in der Niederlassung den ätzenden KV-Regularien gehorchen zu müssen u.v.a.m.. Es ist sittenwidrig, Studienplätze nach Landarztquotenbedingungen anzubieten. Aber ich sehe das wie Nefazodon: diejenigen, die den Vertrag unterschrieben haben, waren volljährig, so dass ich eine Klage dagegen jetzt auch völlig daneben finde. Man hat den Studienplatz unter Einhaltung bestimmter Spielregeln bekommen und möchte die Spielregeln nachträglich ändern. Tja.........Pech gehabt wäre da meine Antwort als Richter, wenn die Gesetzeslage diese strenge Auslegung erlaubt.


    Um mich mal selbst zu zitieren, das war im Jahr 2019.
    Zitat Zitat von Relaxometrie Beitrag anzeigen
    Genau diese Wort (sittenwidrig) habe ich kürzlich auch in einer Diskussion über die Landarztquote benutzt.
    Bzw. sollte ich es eher "Gespräch über die Landarztquote unter Kollegen und Oberärzten" nennen. Eine wirklich Diskussion war es gar nicht, weil wir uns alle einige waren, daß diese Verträge sittenwidrig sind.
    Aber die Studenten-in-spe, die einen solchen Vertrag unterschreiben, sind erwachsene Menschen. Sie wissen zwar nicht, was sie (sich da an-) tun; aber sie sind ja geschäftsfähig
    Geändert von Relaxometrie (10.08.2026 um 19:37 Uhr)



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  2. #42
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    Schön dass hier mal wieder etwas los ist;)

    Zu der Empörung über die Tatsache dass Menschen sich "früh" für einen langen Zeitraum festlegen:
    Sanitätsoffiziere ( Bundeswehrärzte) verpflichten sich für 17 Jahre - meist direkt nach dem Abitur. Die dürfen sich weder aussuchen an welcher Uni sie studieren, noch welchen Facharzt sie wählen-> das wird nach dem Studium nach Bedarf und internen Ranking entschieden. Am häufigsten "dürfen" die übrigens den Allgemeinmediziner machen.
    Weiter werden die dann irgendwo zwischen Flensburg und Sonthofen eingesetzt, Abwechslung findet man dann an den Brennpunkten dieser Welt für mehrmonatige Auslandseinsätze. Die öffentliche Empörung darüber hält sich in Grenzen...

    Zum konkreten Beispiel im Zeit-Artikel: der "kleine" Denis von dem berichtet wird ist heute 32 Jahre alt, hat also mit Mitte 20 den Vertrag unterschrieben.
    Jetzt will er Chirurg werden nachdem er in Afrika ein Praktikum gemacht hat und ne Plattenosteosynthese machen durfte.
    Chirurgie wird von ihm wie folgt beschrieben " Chirurgie ist wie ein Wunder, aber es funktioniert. Es ist absolut faszinierend"
    Seine Erfahrungen in der Allgemeinmedizin fasst er mit " Zwei Minuten und das wars" zusammen. Schwierige Fälle seien direkt zum Facharzt überwiesen worden.

    Der Artikel übernimmt eine krasse Verkürzung der Realität, völlig unkommentiert.

    Ich verstehe die ganze Aufregung ehrlich gesagt nicht. Aus purem Altruismus wurde die Landarztquote sicher nicht eingeführt - das ist jedem Erwachsenen klar - vor allem wenn er kognitiv in der Lage ist das Medizinstudium erfolgreich abzuschließen



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  3. #43
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    Jetzt habe ich den von Nefazodon verlinkten Artikel gelesen. Ich wusste zwar, dass die Studierenden der Landarztquote die Wahl zwischen Allgemeinmedizin, Innerer Medizin und Pädiatrie hatten. Was mir neu war, ist die Tatsache, dass nachträglich die Wahl für das Fach Pädiatrie wieder gestrichen worden ist. Das geht natürlich auch nicht.
    Allerdings tut mir "Klein-Denis", der jetzt Chirurgie machen möchte, nicht leid. Denn Chirurgie stand von Anfang an nicht auf der Liste der möglichen Fächer. Der Fall beweist aber die These all derjenigen, die nur ein wenig nachdenken: ein Studienanwärter kann nicht wissen, ob ihm das, was die Landarztquote fordert, wirklich liegt und ob er unter den Zwängen, denen man unterliegt, viele Jahre lang arbeiten möchte. Soviel sollte einem auch als junger Mensch klar sein und deswegen sollte man solche Verträge eben weder anbieten (was die Bundesländer angeht), noch unterschreiben (was die Studienanwärter betrifft).
    Die Landarztquote ist und bleibt auf jeden Fall ein Riesenmist und Beschi$$.



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  4. #44
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    Zitat Zitat von Relaxometrie Beitrag anzeigen
    Die Landarztquote ist und bleibt auf jeden Fall ein Riesenmist und Beschi$$.
    Aber warum denn Beschiß?! Das klingt ja als würde man in Russlands Afrikakorps dienen obwohl man eigentlich Arzt werden wollte.
    Man bekommt wofür man unterschreibt - völlig ohne Zwang und total transparent.



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  5. #45
    Diamanten Mitglied Avatar von Relaxometrie
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    Das stimmt. Beschi$$ ist nicht ganz das richtige Wort, stimmt. Als am längeren Hebel sitzend, sollten die Bundesländer, die den Mist anbieten, aber dringend darüber nachdenken, ob sie die Landarztquote wirklich weiterhin anbieten wollen. Begründet, warum ich das so sehe, habe ich ja weiter oben.
    Aber ich sehe da schwarz, denn die Landarztquote wird ja von den Entscheidern für genau das Richtige und ganz toll befunden. Wie man so verpeilt sein kann



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