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Zitat von
Bender B. Rodriguez
Ja, ich glaube, das ist ein korrekter Ansatz.
Keine TEP ab sechzig klingt natürlich immer theatralisch, aber darum geht es meiner Meinung nach gar nicht nicht. Erstens sind TEP eher kein so wahnsinnig hoher Kostenfaktor, zweitens will niemand bestimmte Therapien allein vom Alter des Patienten abhängig machen.
Aber wenn ich daran denke, wie oft bei uns (submaximale) intensivmedizinische Behandlung bei Menschen durchgeführt wurde, bei denen wirklich jeder sich gewundert hat, z.B. bei Menschen mit schwersten Mehrfachbehinderungen, mit seit Jahren bestehender schwerer Demenz, mit fortgeschrittenen malignen Erkrankungen: einfach nur weil im Pflegeheim, beim Hausarzt oder beim Onkologen nicht über den Fall der Fälle gesprochen worden war, sich kein Arzt initial traute, sich gegen eine entsprechende Behandlung zu entscheiden und man nicht kurzfristig an Betreuer oder Angehörige herankam oder diese erst aus dem Urlaub zurückkommen, sich persönlich mit in aller Welt verstreuten Familienmitgliedern besprechen oder trotz aller Aufklärung nicht gegen einen Behandlungsversuch aussprechen mochten, wird mir ganz anders.
Medial bzw. politisch wird jede Einschränkung schnell als Vorstufe von Euthanasie deklariert und so jede grundsätzliche Diskussion im Keim erstickt.
Vielleicht wäre eine Pflicht sinnvoll, sich ab einem bestimmten Alter oder Pflegegrad beraten zu lassen (ähnlich wie bei Schwangerschaftsabbruch) und dann positiv begründen zu müssen, warum und welche Art von Behandlung noch durchgeführt werden soll.
Oder wenn es simpler sein soll, wird eben der Pflege- oder UICC-Grad herangezogen und dann gibt's ab einem bestimmten Grad eben außerhalb eines zu definierenden Katalogs keine kurative Therapie mehr.
Irgendwie sowas. Aber man muss darüber diskutieren, wo man den Umfang teurer Therapie reduzieren kann. Es gibt noch viel mehr Beispiele.
Ja richtig. Ich habe über die Jahre auch so einige Fälle gesehen, wo man eigentlich nur noch mit dem Kopf schütteln konnte, was in völlig perspektivlose Fälle noch an Geld geflossen ist z.T. auch gegen den mutmaßlichen Patientenwillen. Da wäre es sicher ein guter Ansatz die Leute zu zwingen ab einem gewissen Alter einmal Farbe zu bekennen was man eigentlich will und was nicht. Ein gewisser Rückbau der Leistungen wird bald kommen - wenn die Babyboomer jetzt in Rente gehen und krank werden, kann sich die Gesellschaft das nicht mehr lange leisten, völlig "unkritisch" alles zu machen - wobei letztlich "alles" nur gemacht wird, weil die richtigen Leute (die, die dann laut heulen) halt damit gutes Geld verdienen.