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1. Editorial |
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Hallo,
was halten wir diesmal alles an aktuellen, informativen und lesenswerten Artikeln für dich bereit? Der Ausschuss Medizinstudenten des Hartmannbunds hat ein Schreiben an alle deutschen Lehrkrankenhäuser verfasst, worin er sich für eine Aufwandsentschädigung für PJ-Studenten stark macht. Das Ergebnis der Anfrage kannst du im Artikel nachlesen.
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Forscher des Charité haben herausgefunden, weshalb Menschen in Stress-Situationen sehr verschieden reagieren und welche Rolle dabei der Neurotransmitter Dopamin spielt. Ein unterhaltsamer Artikel über ein Innere-Tertial an einem Krankenhaus an der Nordseeküste Deutschlands gibt dir wertvolle Einblicke in die Zeit als PJ'ler. Ein neuer Podcast der DMW informiert über die Problematik bei der medizinischen Versorgung von Migranten ohne gültige Aufenthaltserlaubnis. Diese und weitere lesenswerte Artikel findest du im heutigen Newsletter.
Viel Spaß bei der Lektüre wünschen dir
Thomas, Jens und Christian
Redaktion MEDI-LEARN
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Der Blick in die Zukunft: In der nächsten Ausgabe der Onlinezeitung liest du am 16.12.2008:
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Hartmannbund - Eine Aufwandsentschädigung im Praktischen Jahr (PJ) von rund 400 Euro - Dafür setzen sich die Medizinstudenten im Hartmannbund seit langem ein. Jüngste Aktion des Ausschusses Medizinstudenten ist ein Schreiben an alle deutschen Lehrkrankenhäusern, in welchem nochmals auf die Notwendigkeit eines qualitativen und finanziellen Anreizsystems für PJler hingewiesen wird.
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Die Antwortschreiben der Kliniken verdeutlichen den Erfolg der Hartmannbund-Aktion: Zahlreiche LKH haben jüngst eine Aufwandsentschädigung für PJ-Studenten eingeführt. Für einige, etwa das Klinikum Aschaffenburg (Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Würzburg), war das HB-Schreiben sogar Initialzündung: „[...] wir haben Ihr Schreiben [...] zum Anstoß genommen, um im Direktorium über die Aufwandsentschädigung für Medizinstudenten im Praktischen Jahr neu zu bestimmen. Mit dem 01. 07. 2008 werden wir die Aufwandsentschädigung um 400 Euro anheben.“
Aus den zahlreichen Antwortschreiben der Krankenhäuser über deren Leistungen für PJ-Studenten hat der Hartmannbund eine einmalige Übersicht erstellt. Seht hier, wie das PJ an eurer Universität honoriert wird:
Übersicht Aufwandsentschädigung im PJ (Stand: 21. November 2008)
Der Hartmannbund fasst nach: Alle Lehrkrankenhäuser, die noch nicht geantwortet haben, werden seitens des Verbandes erneut angefragt.
Quelle: Hartmannbund.de
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| Autor(in): Hartmannbund ([email protected]) |
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Heidelberger Medizinstudenten untersuchen sich gegenseitig mit Ultraschall, um genaue, praxisnahe Kenntnisse vom Bau des menschlichen Körpers zu gewinnen. Wo ist die Gallenblase? Wo liegen die großen Blutgefäße? Und was kann man von der Bauchspeicheldrüse, die versteckt im Bauchraum liegt, überhaupt erkennen? Eine praxisnahe Zusatzausbildung zum Anatomiekurs haben dieses Jahr erstmals insgesamt 280 Heidelberger Vorklinikstudenten des 2. Semesters absolviert:
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Bei gegenseitigen Ultraschalluntersuchungen konnten sie Anatomie am lebenden Körper studieren. So konnten die im Präparierkurs und aus Büchern erarbeiteten Anatomiekenntnisse vertieft und gleichzeitig in diesem frühen Abschnitt des Studiums eine Verbindung zur späteren klinischen Tätigkeit hergestellt werden. Ähnliche Kurse werden bislang nur an wenigen medizinischen Fakultäten in Deutschland angeboten. „Gute Anatomiekenntnisse sind für die klinische Praxis – dazu gehört auch die Diagnostik mit bildgebenden Verfahren wie Ultraschall und Computertomographie – unabdingbar“, erklärt Professor Dr. Joachim Kirsch, Geschäftsführender Direktor des Anatomischen Instituts der Universität Heidelberg. „Umgekehrt ist es sehr hilfreich, Ultraschall-Bilder für das bessere Verständnis der Anatomie einzusetzen.“
Seit dem Sommersemester 2007 nehmen die Studentinnen und Studenten erstmals in einwöchigen Kursen an dem Ultraschall-Anatomiekurs teil. Sie lernen in Kleingruppen von bis zu fünf Teilnehmern unter Anleitung von Tutoren, wie die Organe zuverlässig und klar auf dem Bildschirm des Ultraschallgeräts dargestellt werden. Die Tutoren sind Medizinstudenten aus klinischen Semestern und wurden speziell für ihre Lehrtätigkeit ausgebildet. Die Ultraschall-Bilder werden mit anatomischen Schaubildern in Verbindung gebracht. Das erlebte Wissen prägt sich dadurch tiefer ein. Auch die Studenten sind begeistert und gaben dem Kurs bei einer offiziellen Bewertung durchweg sehr gute Noten. Geschätzt wird vor allem die spannende Art, den „Paukstoff“ Anatomie zu wiederholen und zu verinnerlichen. Gelobt werden Dozenten und Tutoren, die den Kurs strukturiert - mit einer Theorieeinführung vorab und einem verständlichen Skript - durchführen. „Der Kurs war bislang freiwillig und fand zweimal in der Woche am Spätnachmittag statt“, sagt Privatdozent Dr. Ralph Nawrotzki. Das Interesse und die Begeisterung der Studenten waren dennoch so groß, dass beabsichtigt wird, ihn im nächsten Jahr in das Pflichtprogramm aufzunehmen. Die Investitionen in diese innovative Lehrform sind allerdings erheblich: Ultraschallgeräte müssen geleast, die Tutoren ausgebildet werden. Dafür wird u.a.
ein Teil der Studiengebühren verwendet, die seit Sommersemester 2007 in
Baden-Württemberg erhoben und nach Entscheidung in einer gemeinsamen Kommission
mit den Studenten für innovative, praxisnahe Lehre eingesetzt werden.
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6. Neuer Angst-Produzent im Gehirn gefunden Charité-Forscher klären Rolle des Dopamins
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idw - In Stress-Situationen reagieren Menschen oft völlig unterschiedlich. Manche geraten in Panik, andere werden ganz ruhig. Wissenschaftler der Charité - Universitätsmedizin Berlin haben jetzt herausgefunden, weshalb das so ist. In der Zeitschrift Nature Neuroscience* erklärt das Team um Prof. Dr. Andreas Heinz und Dr. Thorsten Kienast, Leiter der Arbeitsgruppe biologische Suchtforschung an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Charité Mitte, dass die Fähigkeit, den Botenstoff Dopamin im Gehirn zu speichern, nicht bei allen Menschen gleich ausgeprägt ist.
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Dopamin ist ein so genannter Neurotransmitter, der unter anderem zur Motivation beiträgt. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass er auch bei negativen Emotionen wie Angst eine große Rolle spielt. Dieser Prozess spielt sich in zwei wichtigen Abschnitten des Gehirns ab. Ein Schauplatz ist hier die Amygdala, der so genannte Mandelkern, der unterhalb der Hirnrinde verankert ist. Hier wird das Dopamin auch gespeichert. Ebenfalls aktiv ist ein Teil der Hirnrinde, der hintere Teil des so genannten anterioren Cingulums. Hier sind die Funktionen für das Empfinden von Schmerz sowie ein Teil des autobiografischen Gedächtnisses angesiedelt.
Die Forscher verabreichten gesunden Probanden einen Vorläufer des Dopamins. Auf diese Weise kann man den Dopaminvorrat im Mandelkern mit Hilfe des Positronen-Emissions-Tomographen sichtbar machen. In der darauf folgenden kernspintomographischen Untersuchung wurde zusätzlich die Aktivität in bestimmten Hirnregionen gemessen, die an der Bildung von Emotionen beteiligt sind. Die Wissenschaftler zeigten den Teilnehmern der Studie während des Aufenthalts im Kernspin-Tomographen eine Reihe von Bildern, die negative Gefühle wie Angst, aber auch positive oder neutrale Emotionen auslösten.
"Bei den negativen Gefühlen, und nur bei diesen, entdeckten wir, dass der Mandelkern und das anteriore Cingulum miteinander zu kommunizieren schienen", erklärt Kienast. "Beide wiesen parallele Aktivitätsmuster auf." Die Stärke der Aktivität war stets abhängig von der Menge des im Mandelkern vorhandenen Dopamins. "Je mehr Dopamin vorhanden war, desto mehr Angst verspürten die Probanden beim Anblick der Bilder", sagt Kienast. Eine Möglichkeit gab es allerdings, diese Reaktion abzuschwächen. "Bei den Probanden, bei denen der Mandelkern und das anteriore Cingulum intensiv miteinander kommunizieren konnten, wurde die Angst auch dann geringer, wenn sie viel Dopamin produzierten."
Dopamin ist der dritte Botenstoff im Gehirn, der den Mandelkern aktiviert. "Bei Serotonin und Noradrenalin ist dies bereits nachgewiesen", erklärt Prof. Andreas Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Diese Erkenntnis über das Zusammenspiel von Dopamin und anteriorem Cingulum in der Kontrolle sowie dem Mandelkern in der Produktion von Gefühlen sei für die Arbeit in der Verhaltenstherapie von großer Bedeutung. "Vor allem Patienten, die auf der Spezialstation für Borderline und suchterkrankte Patienten von Dr. Kienast behandelt werden, könnten durch gezieltere Therapien profitieren", hofft Prof. Heinz. Diese Menschen leiden gleichzeitig an einer Störung der Emotionskontrolle und an Abhängigkeitserkrankungen. Hier bietet nach Prof. Heinz´ Worten der Befund möglicherweise auch einen weiteren Ansatz zur Entwicklung neuer Medikamente.
Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft
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| Autor(in): Kerstin Endele ([email protected]) |
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Wo soll ich mein PJ absolvieren? In der Schweiz? Nun, da gehen ja alle hin. Und außerdem war ich schon da. Das Meer wäre nicht schlecht, und das gibt es in der Schweiz auch nicht. Also fiel meine Wahl auf Cuxhaven. Die Stadt werden die meisten von euch kennen, für alle anderen ein Zitat aus der Homepage der Stadt: „Cuxhaven, die nördlichste Stadt Niedersachsens, ist direkt an der Nordsee gelegen.
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Die Kugelbake, ein altes Seezeichen und gleichzeitig auch das Wahrzeichen der Stadt Cuxhaven, bezeichnet den Punkt, an dem die Binnenschifffahrt aufhört und die „Große Fahrt“ beginnt.“
Meine „große Fahrt“ nach Cuxhaven trat ich dann für das Innere-Tertial meines Praktischen Jahres an.
Lunchpakete für den Abend Untergebracht wurden ich und die anderen mit mir startenden PJler gleich neben dem Krankenhaus, in einem separaten Haus mit Fünfer-WGs. Alles war ganz neu: Wir waren quasi die ersten, die überhaupt dort wohnen durften. Es gibt eine Küche und zwei Badezimmer mit zwei Duschen. Die Zimmer sind klein und verfügen über die Grundausstattung: Bett, Kleiderschrank und Schreibtisch. An Regale hatte man allerdings nicht gedacht. Dafür mangelte es nicht an Verpflegung: Morgens und mittags dürfen die hungrigen Studenten nämlich zur netten Frau Schulz gehen, die gerne auch mal Sonderwünsche erfüllt. Das Abendessen bekamen wir mittags als Lunchpaket. Alternativ locken in einer Stadt wie Cuxhaven natürlich leckere Fischbrötchen oder nette Restaurants mit Muscheln, Matjes oder Gambas, viele Gastronomien haben sogar Meerblick!
Humane Arbeitszeiten Das ehemalige Stadtkrankenhaus Cuxhaven, seit 2004 in privater Trägerschaft, besteht aus einer Inneren Abteilung mit Gastroenterologie und Kardiologie, daneben gibt es die Stationen Gynäkologie, Pädiatrie, Urologie und Chirurgie mit Viszeralchirurgie und separater Unfallchirurgie. Die Innere Abteilung besteht aus einer Privatstation, einer hauptsächlich kardiologischen und einer hauptsächlich gastroenterologisch ausgerichteten Station. Die Intensivstation ist interdisziplinär aufgebaut, mit maximal zehn Betten. Anfangs waren wir vier PJler in der Inneren und zwei in der Chirurgie. Vier PJler für drei Stationen der Inneren war jedoch zu viel, daher hat einer von uns ganz unbürokratisch sein Wahltertial in die Anästhesie umlegen können. Zu den Aufgaben der PJler gehört es, Blut abzunehmen und Viggos zu legen sowie Patienten aufzunehmen. Eigene Patienten bekommt man auch zugeteilt, wenn man das möchte. Nach oben ist die Grenze in Cuxhaven offen! Die Arbeitszeiten sind sehr human: Normalerweise gegen 16 Uhr, in Ausnahmen eine Stunde später war ich immer fertig. Die Assistenzärzte, mit denen ich zusammenarbeitete, waren alle ausnahmslos sehr nett. Die meisten sind schon seit Jahren da und sehr erfahren. Auch das Arzt-Patient- bzw. das PJler-Patient-Verhältnis war sehr gut: Man kennt die Patienten und umgekehrt. Beim Einkaufen oder Spazieren in der Stadt trifft man immer wieder ehemalige Patienten. Fortbildungen darf man mitmachen, einmal pro Woche, wenn man sich dafür ein bisschen reinhängt. In der Gastroenterologie sind das meist sehr praxisorientierte Fälle, in der Kardiologie sind das EKG‘s. Nachfragen wurden begrüßt. Sie durften aber auch nicht zu kritisch sein, wie ich erfahren musste: Warum es in Cuxhaven keine Lyse-Therapie gab, weder bei Herzinfarkt noch bei Schlaganfall, diese Frage kam nicht so gut an.
Highlight: NEF mitfahren À propos mitmachen: Wer will, kann jeden Tag und jede Nacht NEF mitfahren, wenn die Feuerwehr nicht gerade einen eigenen Praktikanten stellt. Das ist natürlich etwas Besonderes im PJ! Im Einsatz durfte man nicht nur zuschauen, sondern dem Diensthabenden auch zur Hand gehen. Stabile Patienten durfte ich sogar alleine ins Krankenhaus zurückfahren. Die Einsätze sind schon aufgrund der Altersstruktur in Cuxhaven (die Stadt hat ein sehr hohes Durchschnittsalter) stark internistisch geprägt. Auch in der Freizeit merkte ich: Viele junge Leute gibt es in der Stadt nicht. Im Tennisverein beispielsweise sind Leute unter 60 Jahren Mangelware. Trotzdem bietet „Cux“ auch jungen Menschen etwas: Zum Beispiel die Bar „Kiste“ in der City. Perfekt, um sehr leckere Cocktails zu trinken. Danach geht man in Cuxhaven ins „Bett“, aber nicht zum Schlafen, sondern zum Tanzen: So heißt nämlich eine Disco, die ebenfalls zentral liegt. Mit dem Semesterticket Niedersachsen ist man auch schnell in Stade (sehr nette Altstadt!), in Hamburg oder Bremen. Und natürlich ist das Umland, stets mit dem Meer im Blick, immer einen Ausflug wert. Tipp zum Schluss: Zoo. Viele der See- und Landtiere warten auf euch und natürlich ist auch er direkt am Meer gelegen – wie alles in Cuxhaven. Fazit: Vier Monate voller Spaß und zahlreichen neuen Erfahrungen – meine „Schweiz“ liegt an der Nordsee!
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| Autor(in): Janine Döpker ([email protected]) |
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Der Präpkurs ist sicherlich DAS Highlight der vorklinischen Ausbildung: denn hier lernt der angehende Mediziner den Aufbau des menschlichen Körpers bis in das letzte Detail kennen. Wir waren neugierig, wie Studenten hierzulande den Präpkurs erlebt haben. Lies unsere Interviews, die dir einen Einblick in die Erfahrungswelt junger Mediziner liefern.
1. Kannst du dich noch an den Augenblick und die Szene erinnern, als du den Präp-Saal zum ersten Mal betreten hast? Wie sah das aus und was ging dabei in dir vor?
Es war alles sehr kahl und kühl. Viele Tische mit feuchten Folien drüber. Mehr hat man nicht gesehen. So richtig wusste man auch gar nicht wo man hin soll, man ist einfach schlauen Leuten aus der SG hinterher gegangen.
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2. Hast du auch im Vorfeld vor dem ersten Termin des Präp-Kurses schon vermehrt an das „Erste Mal Präppen“ gedacht? Habt ihr in der Vorlesung dieses Thema ausführlicher behandelt?
Ja, ich hab öfter überlegt, wie es wohl sein wird. Der andere Teil unseres Semesters hatte schon ein Tag eher, sodass man die schon mal ausfragen konnte. Das Thema haben wir nicht in der VL behandelt, außer, man soll nicht in der Straßenbahn sitzen und erzählen, was man heute wieder alles entdeckt hat.
3. Mit welchen Erwartungen bist du in den Präpkurs gegangen? Wurden Sie erfüllt oder eher enttäuscht?
Mit großen Erwartungen, endlich mal zu sehen, was denn nun alles drin ist und wie es dreidimensional aussieht. Auf jeden Fall wurden sie erfüllt, würde gern öfter die Gelegenheit haben.
4. Was war in deinen Augen das absolute Highlight des Präp-Kurses, an das du dich noch heute erinnerst?
Als ich das Duodenum aufschneiden durfte und die Papilla duodeni major gesehen habe.
5. Welches Themengebiet fandest du am schwierigsten zu lernen?
Ich fand den Hals am schwierigsten.
6. Was hat dir beim Präppen am meisten Spaß gemacht?
Neue Gefäße freizulegen und mehr dahinter zu steigen, wo sie nun eigentlich herkommen und hingehen.
7. Und im Gegenzug: was fandest du beim Präp-Kurs am unangenehmsten?
Das manchmal viel zu viele Studenten um einen Tisch herum standen.
8. Wie häufig und wie lang fand der Präpkurs statt?
2-3 mal pro Woche, ein Semester.
9. Konnten am Präp-Nachmittag alle gleichzeitig und im Team präparieren oder ging das abwechselnd?
Teils teils. Eher abwechselnd, jeder sein Gebiet.
Manchmal war der Arm halt nicht mit im Plan und dann hatten die eher weniger zu tun, oder haben den anderen geholfen oder sie haben sich gegenseitig abgefragt.
Als zum Schluss der Körper dann in Einzelteilen war, ging es besser.
10. In welcher Form und Häufigkeit mussten Testate und Prüfungen absolviert werden?
mündlich, 6 Stück, im Abstand von ca. 3 Wochen, jeweils 10 Min. von einem Prüfer an der Leiche gefragt.
11. Der Umgang mit Leichen ist sicher für einen Anfänger nicht leicht. Hattest du hier auch im weiteren Verlauf noch Probleme oder hast du dich einfach dran gewöhnt?
Als die Leichen dann auf dem Rücken lagen und man erstmals das Gesicht sehen konnte, war es noch etwas ungewöhnlich. Aber daran hat man sich auch gewöhnt. Es war ja auch schon ziemlich "eingedrückt". Außerdem waren die Augen zu, was ich sehr angenehm fand.
12. Wurde über die Herkunft der Personen und den nötigen Ablauf, sich der Lehre und Wissenschaft z.B. für den Anatomie-Kurs zur Verfügung zu stellen, gesprochen?
Nein. Über den Ablauf, wenn man gefragt hatte. Mehr aber nicht.
13. Gab es nach dem Ende des Präp-Kurses eine Art Trauerfeier, an der auch die Präp-Kurs-Studenten teilnehmen konnten? Falls ja: was ging dabei in dir vor, woran hast du gedacht und welche Bilder stiegen in deinem Innern auf?
Eine Trauerfeier gab es. Diese mussten wir selbst gestalten, zusammen mit einem Pfarrer und der Direktorin. Es war sehr würdevoll gestaltet und reich besucht. Dies fand ich ein angenehmes Gefühl, sehr dankbar.
14. Würdest du gerne den Präp-Kurs noch einmal absolvieren (weil es so großen Spaß machte und interessant war) oder bist du der Ansicht "Einmal genügt".
Ich habe noch einen Präparierkurs für Fortgeschrittene gemacht, dieser war sehr toll. Man konnte sich noch einmal richtig vertiefen. Ich würde es auf jeden Fall noch mal machen.
15. Welche Tipps würdest du Studenten geben, die den Präp-Kurs noch vor sich haben?
Immer Ruhe bewahren und schön alles gegenseitig zeigen und erklären lassen. Zusammen lernen.
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Dieser Artikel ist Teil des
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Seit über 130 Jahren steht die Deutsche Medizinische Wochenschrift (DMW) für profunde Informationen. Als medizinische Fachzeitschrift ist sie auch für Jungmediziner (Studenten, Assistenzärzte) empfehlenswert. Wir stellen dir mit der DMW-Kolumne Auszüge in Form von Artikeln und Podcasts u.v.a.m. vor.
Mit unserem neuen Angebot möchten wir dir unterhaltsame Fortbildung, Neuigkeiten und interessante Zusatzinformationen in DMW Qualität bieten – wann und wo du möchtest! Für heute haben wir eine neue Folge Podcast mit folgendem Thema ausgewählt:
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Migranten ohne Aufenthaltserlaubnis: Leben als Versteckspiel
Eine zunehmende Zahl von Migranten in Deutschland besitzt keine gültige Aufenthaltsgenehmigung. Gerade im Hinblick auf die medizinische Versorgung sehen sich diese Menschen besonderen Problemen ausgesetzt: Müssen sie sich wegen einer Erkrankung behandeln lassen, können sie ihre Situation kaum verbergen. Da sie nicht krankenversichert sind, gibt es niemanden, der die Kosten übernimmt.

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Es gibt rund 80.000 ihrer Sorte in Deutschland, Nachfrage steigend - immer mehr wollen es werden und "auch dazugehören". Die Rede ist von der ganz besonderen Spezies des Medizinstudenten. Zwei von ihnen stehen bei uns fortan etwas im Rampenlicht: Sonja Herbst ist Medizinstudentin aus Hannover, Peter Artz ist Medizinstudent aus Düsseldorf. Beide haben zumindest zwei Dinge gemeinsam:
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Sie starten augenblicklich in das große Abenteuer ihres Medizinstudiums. Das
Schöne daran: Sie lassen dich in Tagebuchform an ihren Erfahrungen teilhaben.
Wöchentlich bieten wir dir abwechselnd einen Blick über Sonjas und Peters
Schulter. Nun steht die nächste Folge von Sonja an:
Die große Frage nach dem Sinn
Wenn man mal ein paar Tage alleine haust und des Nächtens zur Besinnung kommt, stellt man sich hin und wieder sehr gefährliche und Zweifel schaffende Fragen nach dem Sinn: Wie bin ich eigentlich hier gelandet? Warum tausche ich mein gemütliches Zimmer im Hotel Mama freiwillig gegen eine kleine Kammer neben dem Hubschrauberlandeplatz? Und warum freue ich mich jetzt schon auf ein Leben mit wenig Schlaf und ganz vielen Krankheitskeimen? Kurz: Warum möchte ich eigentlich Medizin studieren? Tja, das ist eigentlich eine gute Frage und obwohl sie scheinbar sehr simpel klingt, ist sie gar nicht so leicht zu beantworten. Das musste ich auch gleich zu Beginn meines Auswahlgespräches erfahren. Das war nämlich für fast alle Mitbewerber die Standard-Einstiegsfrage schlechthin. Und das nicht ohne Grund!!
Also gut, fangen wir mal an. Da wären zum Einen die klassischen Alibi-Gründe wie Selbstlosigkeit, soziales Engagement, Menschenliebe oder für die ganz kreativen auch das berühmte Interesse an der Materie und dem menschlichen Körper. Oder könnt ihr euch sinnvoll erklären, warum ein junger attraktiver Polohemd-Träger Gynäkologe werden möchte?? Ein Schelm, wer Schmutziges dabei denkt Na, und dann gibt es ja auch noch die sogenannten „äußeren Umstände“, die einen Studenten in den weißen Kittel treiben: der Beruf der Eltern. So hat man ja quasi gar keine Chance, wenn Dr. Papa schon Wochen nach der Zeugung die Facharztstelle beim langjährigen Kollegen klar macht. Aber Klischees hin oder her, diese Gründe können meine Studienwahl wohl nicht ganz erklären.
Zweiter Versuch: Ich habe mich schlichtweg in die Medizin verliebt! Nicht zu glauben?? Doch!! Ist echt wahr, es war quasi „Liebe auf den ersten Blick“! Und zwar schon in der 11.Klasse! Ich war erst neu, hatte vom Stoff nicht die Spur einer Ahnung und dann kam die Nervenzelle. Diese Form, diese Elektrik, die vielen Transmitter, die Rezeptoren… es passte alles so gut zusammen, es hat sofort „gefunkt“! Viel logischer als Mathe und Physik! Und dann konnte man ja auch so schicke Bildchen malen. Damit war der Knoten also geplatzt!
Und wie komme ich nun vom Neuron zum Studienplatz?? Naja, ein kleiner Sprung ist da doch wohl nötig… Kurz: Wie im wirklichen Leben verlor ich meine große Liebe nach kurzer Zeit aus den Augen und studierte erstmal etwas Artverwandtes über die Seele und den Geist und so, das man offiziell als Psychologie bezeichnet. Dabei traf ich dann im Neuro-Kurs meine alte Flamme wieder und fasste ganz spontan aus dem Bauch heraus einen folgenschweren Entschluss, der nun mein Leben verändern sollte: Medizin studieren, damit wir zwei Verliebten, die Nervenzelle und ich, für immer vereint sein werden. Bis dass die Apoptose uns scheidet! So war es tatsächlich, und jetzt sitze ich hier. Wirklich!! Ganz ehrlich!! Das alles habe ich den beiden Profs beim Auswahlgespräch natürlich nicht direkt verraten. War mir einfach viel zu intim Mit dem Platz hat es dann ja trotzdem geklappt. Und in ein paar Tagen beginnen ja auch schon die Flitterwochen.
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