27.01.2009

Ausgabe 433

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Du hast Lust zu einem Thema wie PJ, Famulatur, Assistenzart-Zeit oder auch als Studienbewerber 2 bis 3 mal die Woche Beiträge für unser großes Weblog zu schreiben und dafür auch entsprechend entlohnt zu werden? Dann erfahre gleich hier alle Einzelheiten......

In Kooperation mit: Georg Thieme Verlag  *  Deutsche Ärzte Finanz  * deutsche apotheker- und ärztebank

 
 Inhalt (jetzt auch anklickbar)
1.Editorial
2.Lust an der Schreibe? Werde Internet-Autor!
3.Einblicke ins Assistenzarzt-Dasein
  
4.Neuer Angst-Produzent im Gehirn gefunden
5.Studentische Sommervertretung
6.Tools und Gadgets für den Medizineralltag
  
7.Zum Hausbesuch ins Holo-Deck
8.Ursache für Taubheit bei Bartter-Syndrom aufgeklärt
9.Heilsame Piekser: Der Akupunktur Report – Teil 2
  
10.Ausnahmezustand Physikum, Teil 1
11.Am Fuße des Kilimanjaro
12.Das erste Mal „schnippeln
  
13.Einmal hohes Ansehen genießen
14.Impressum
    
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 1. Editorial
  

Hallo,
herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe unseres Newsletters für Mediziner von Medizinern. Zunächst möchten wir dich aus aktuellem Anlass auf unsere neue Weblog-Aktion hinweisen. Wir suchen dich als neuen Internet-Autoren für Themen wie das Praktische Jahr, die Assistenzarzt-Zeit, die Doktorarbeit oder auch als Studienbewerber. Alle näheren Details erfährst du im heutigen Artikel.

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Der Rest des Newsletter steht heute ganz im Zeichen der MLZ. Wir geben dir jeweils in kurz angerissener Form einen Überblick über alle Artikel, Berichte und Meldungen aus der aktuell erschienenen MEDI-LEARN Zeitung 01/2009. So liest du u.a. etwas über eine Famulatur in Tansania oder über die ersten Eindrücke einer Studentin während des Präpkurses. Wir gewähren dir einen ausführlichen Einblick über den Start in den Medizinerberuf und befragten Studierende zu ihren Erfahrungen mit der ersten großen Hürde des Medizinstudiums - dem Physikum.

Thomas, Jens und Christian
Redaktion MEDI-LEARN

Der Blick in die Zukunft: In der nächsten Ausgabe der Onlinezeitung liest du am 03.02.2009:
o Das Ersti-Tagebuch: Der Countdown läuft
o Cartoon der Woche: Schlafen die kinder schon?

  

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Lust an der Schreibe? Werde Internet-Autor!

  • Studienanwärter/Wartezeit/Bewerber

  • Klinische Semester (5. bis 10.)

  • Praktisches Jahr

  • Examensvorbereitung Physikum

  • Examensvorbereitung Hammerexamen

  • Assistenzarzt-Zeit

  • Doktorarbeit

  • Famulatur

  • Krankenpflegepraktikum

Du hast Lust, Zeit und Interesse, zu einem der obigen Themenfelder bei uns in Form von 2 bis 3 Einträgen pro Woche aktiv zu werden und dich mit Fachbüchern und Fachzeitschriften reichlich entlohnen zu lassen?
Dann bist du der ideale Kandidat für uns.

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 2. Lust an der Schreibe? Werde Internet-Autor!

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Teile deine Erlebnisse als (angehender) Mediziner mit einem breiten Publikum und veröffentliche eigene Texte und Bilder! Für unsere neue Blogger-Gemeinschaft suchen wir Studienbewerber und Wartezeitler, Medizinstudenten aller Semester, Famulanten und PJler, Doktoranden, Examensanwärter und Assistenzärzte, die Spaß am Schreiben haben und Andere in Form von regelmäßigen Beiträgen an ihren Erfahrungen teilhaben lassen möchten.

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Teil dich mit, werde Blogger bei MEDI-LEARN
Ein „Blog“ oder „Weblog“ ist ein digitales Tagebuch im Internet - die Chance deine Geschichten aus dem Hörsaal, der Klinik oder von der letzten Studi-Party mit vielen anderen zu teilen! Indem du deine aktuellen Erlebnisse in Form kurzweiliger Beiträge protokollierst, hilfst du Studis jüngerer Semester und Studieninteressenten sowie ärztlichen Kollegen mit wertvollen Informationen!

Mach dir ein Bild, schau vorbei bei den bereits bestehenden MEDI-LEARN-Blogs:

Ersti-Blog von Sonja Herbst
Ersti-Blog von Peter Artz
Sebastjan’s PJ-Blog

Erfolgreich bloggen mit MEDI-LEARN
Was du bei uns schreibst, stößt auf ein Publikum. Über die Seite von MEDI-LEARN werden tausende von Leser auf deinen Blog aufmerksam – Die Weblogs von Sonja, Peter und Sebastian verzeichnen täglich mehrere hundert Klicks!

Dein Einsatz wird belohnt
Für deinen Schreibeinsatz erhältst du von uns eine regelmäßige Vergütung in Form von wertvollen medizinischen Lehrbüchern und kompletten Jahresabos medizinischer Fachzeitschriften – mitmachen und am Ball bleiben lohnt sich also auf jeden Fall! In Zeiten von Studiengebühren und den vielerorts hohen Semestergebühren sowie karger Gehaltszettel ist dies ein Weg, den eigenen Geldbeutel zu entlasten.

So bist du dabei
Deine Erlebnisse als Mediziner oder Studienanwärter bzw. junger Assistenzarzt protokollierst du als MEDI-LEARN Blogger über einen längeren Zeitraum im Internet. Wir suchen Blogs und Nachwuchsautoren aus folgenden Bereichen:

  • Studienanwärter/Wartezeit/Bewerber

  • Klinische Semester (5. bis 10.)

  • Praktisches Jahr

  • Examensvorbereitung Physikum

  • Examensvorbereitung Hammerexamen

  • Assistenzarzt-Zeit
  • Doktorarbeit

  • Famulatur
  • Krankenpflegepraktikum


Du hast Lust, Zeit und Interesse, zu einem der obigen Themenfelder bei uns in Form von 2 bis 3 Einträgen pro Woche (jeweils rund 2.000 Zeichen, also 1/2 bis 2/3 Seite in MS Word – ein auf jeden Fall schaffbares Pensum) aktiv zu werden und dich mit Fachbüchern und Fachzeitschriften reichlich entlohnen zu lassen? Dann bist du der ideale Kandidat für uns. Schreib uns einfach eine Mail mit dem Betreff „Blog“ mit deinem Namen, Studienabschnitt, Studien- bzw. Wohnort und deiner Telefonnummer an: und ein Mitglied aus unserer Redaktion setzt sich schon kurze Zeit später mit dir in Verbindung. Auch für den Fall, dass du noch Fragen zum Thema hast, kannst du dich gerne über obige Mailadresse an unsere Redaktion wenden.

Wir freuen uns darauf, dich schon bald in der Gemeinschaft der MEDI-LEARN Blogger und Nachwuchsautoren begrüßen zu dürfen – mach mit!

An die Tasten, fertig – los!
Wir freuen uns auf dich als neuen Blogger!
Deine Redaktion MEDI-LEARN


   
Autor(in): Dominika Sobecki (MEDI-LEARN) ([email protected])
  
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 3. Einblicke ins Assistenzarzt-Dasein

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Assistenzarzt sein: Nachdem wir in der letzten MEDI-LEARN Zeitung junge Ärzte zu den Vor- und Nachteilen des Berufs, zum Betriebsklima und zum Arzt-Patient-Verhältnis befragt haben, berichten sie diesmal von Nachtdiensten, Stressabbau und ihrer Vergütung.

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Hilfe, Nachtdienst!
Wie haben sich die befragten Jungärzte vor ihrem ersten Bereitschaftsdienst gefühlt? Wie ist es gelaufen? Stellt sich Routine ein? Fast alle schoben vor ihrem ersten Nachtdienst Panik – viele konnten nur schlecht schlafen und wenig essen. „Oh Gott!“, erinnert sich Maike aus München, „Ich war total fertig und habe mir alle möglichen schrecklichen Dinge ausgemalt – wie Patienten mit einem Messer im Rücken in die Notaufnahme wanken, oder wie ich einen Herzinfarkt übersehe… furchtbar!“ Die Realität sieht Gott sei Dank anders aus: „Die Dienste in der Notaufnahme sind bei weitem nicht so schlimm, wie ich dachte“, erklärt die Jungärztin.

Nur wenige haben wirklich Dramatisches zu berichten. Emilia aus Nürnberg zum Beispiel: „Mein unangenehmstes Ereignis war die erfolglose Reanimation eines jungen Patienten. Und das im allerersten Nachtdienst, sechs Monate nach Antritt der Stelle!“ Nach einiger Zeit stellt sich in Sachen Bereitschaft eine gewisse Routine ein, berichten die Jungärzte, wobei sehr viele angeben, das „mulmige Gefühl“ bei Antritt des Dienstes nie ganz losgeworden zu sein. Andere gehen die Sache vollkommen entspannt an.

MLZ Ausgabe 01/2009 als PDF
Den vollständigen Artikel findet ihr im PDF der MEDI-LEARN ZEITUNG 1/2009 auf Seite 1. Die gesamte MEDI-LEARN Zeitung ist kostenlos als PDF verfügbar. In der Druckversion ist sie gemeinsam mit der Via medici im Abo erhältlich.

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Autor(in): Dominika Sobecki ([email protected])
  
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 4. Neuer Angst-Produzent im Gehirn gefunden

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In Stress-Situationen reagieren Menschen oft völlig unterschiedlich. Manche geraten in Panik, andere werden ganz ruhig. Wissenschaftler der Charité-Universitätsmedizin Berlin haben jetzt herausgefunden, weshalb das so ist.

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In der Zeitschrift Nature Neuroscience* erklärt das Team um Prof. Dr. Andreas Heinz und Dr. Thorsten Kienast, Leiter der Arbeitsgruppe biologische Suchtforschung an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Charité Mitte, dass die Fähigkeit, den Botenstoff Dopamin im Gehirn zu speichern, nicht bei allen Menschen gleich ausgeprägt ist.

Schauplatz Amygdala
Dopamin ist ein so genannter Neurotransmitter, der unter anderem zur Motivation beiträgt. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass er auch bei negativen Emotionen wie Angst eine große Rolle spielt. Dieser Prozess spielt sich in zwei wichtigen Abschnitten des Gehirns ab. Ein Schauplatz ist hier die Amygdala, der so genannte Mandelkern, der unterhalb der Hirnrinde verankert ist. Hier wird das Dopamin auch gespeichert. Ebenfalls aktiv ist ein Teil der Hirnrinde, der hintere Teil des so genannten anterioren Cingulums. Hier sind die Funktionen für das Empfinden von Schmerz sowie ein Teil des autobiografischen Gedächtnisses angesiedelt.

Sichtbarmachen des Dopaminvorrats
Die Forscher verabreichten gesunden Probanden einen Vorläufer des Dopamins. Auf diese Weise kann man den Dopaminvorrat im Mandelkern mit Hilfe des Positronen-Emissions-Tomographen sichtbar machen. In der darauf folgenden kernspintomographischen Untersuchung wurde zusätzlich die Aktivität in bestimmten Hirnregionen gemessen, die an der Bildung von Emotionen beteiligt sind. Die Wissenschaftstressigen Job aus? Freunde treffen und Sport sind die beliebtesten Freizeitaktivitäten der befragten Jungmediziner. Ansonsten schieben die Befragten außerhalb des Krankenhauses eher eine „ruhige Kugel“. Zu den Lieblings-Beschäftigungen gehören Spazierengehen, Lesen und Schlafen. Nur wenige geben an, regelmäßig auszugehen. „In meiner Freizeit mache ich ein bisschen Sport, schaue manchmal richtig blöde Fernsehsendungen und mache was mit Freunden“, erzählt Angelique aus Straubing. „Ansonsten gehe ich gern shoppen.“ Zeit und Geld Die Bereitschaftsdienste mitgerechnet, verbringen die befragten Assistenzärzte durchschnittlich 230 Stunden pro Monat in der Klinik. Das sind 57,5 Wochenstunden! Keiner der Befragten gab an, weniger als 200 Stunden in der Woche zu arbeiten, einige kommen sogar auf eine monatliche Stundenzahl von 280! Der durchschnittliche Netto-Lohn der Befragten, einschließlich Dienstzuschläge, liegt bei 2.200 Euro. Zum Vergleich: Lisa, die nach Großbritannien ausgewandert ist, arbeitet durchschnittlich 200 Stunden im Monat und verdient dafür etwa 6.000 Euro (brutto). Zusätzlich werden ihr 1.500 Euro im Jahr für Fortbildungen erstattet – auch das ist hierzulande selten anzutreffen. Kein Wunder also: Viele der Befragten sind frustriert. „Die Arbeitszeit macht bei weitem nicht so schlimm, wie ich dachte“, erklärt die Jungärztin. Nur wenige haben wirklich Dramatisches zu berichten. Emilia aus Nürnberg zum Beispiel: „Mein unangenehmstes Ereignis war die erfolglose Reanimation eines jungen Patienten. Und das im allerersten Nachtdienst, sechs Monate nach Antritt der Stelle!“ Nach einiger Zeit stellt sich in Sachen Bereitschaft eine gewisse Routine ein, berichten die Jungärzte, wobei sehr viele angeben, das „mulmige Gefühl“ bei Antritt des Dienstes nie ganz losgeworden zu sein. Andere gehen die Sache vollkommen entspannt an. Wie Sabine, Assistentin aus München: „Nachtdienst mach ich mittlerweile ganz gerne. Ich kann dann tagsüber so vieles erledigen. Außerdem liebe ich es, nachts über die stille Station zu gehen.“ Zur Entspannung Was machen junge Ärzte in ihrer wenigen Freizeit? Wie gleichen sie ihren ler zeigten den Teilnehmern der Studie während des Aufenthalts im Kernspin- Tomographen eine Reihe von Bildern, die negative Gefühle wie Angst, aber auch positive oder neutrale Emotionen auslösten.

MLZ Ausgabe 01/2009 als PDF
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Autor(in): Kerstin Endele ([email protected])
  
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 5. Studentische Sommervertretung

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Mein Ziel: Oulu, Finnland. Viele Wege führen in das skandinavische Land. Die meisten Studenten aus Deutschland nutzen den Luftweg; Flüge nach Helsinki sind preiswert, wenn man rechtzeitig bucht (ab ca. 29 Euro). Direktflüge nach Oulu gibt es leider nicht, je nach Fluggesellschaft muss man in Riga oder Helsinki umsteigen. Das ist entsprechend teurer (ab ca. 250 Euro). Eine weitere Möglichkeit, nach Oulu zu gelangen, ist nach Helsinki zu fliegen, um danach mit dem Zug nach Oulu weiterzureisen. Gemeinsam mit einer Kommilitonin nutzte ich einen dritten Weg und reiste mit Auto und Fähre (Rostock- Trelleborg, dann mit dem Auto nach Stockholm und von dort mit dem Schiff nach Turku) nach Oulu, um vor Ort möglichst flexibel zu sein.

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Family Apartment
Das Universitätsklinikum (Oulun yliopistollinen sairaala, kurz: OYS) befindet sich im Stadtteil Oulunsuu, das ist relativ nahe am Zentrum. Die Universität (Linnanmaa) liegt etwas außerhalb, rund sieben Kilometer vom Klinikum entfernt. Da auch das „international housing“ universitätsnah und damit klinikfern ist, mieteten wir ein „family appartment“ im Stadtteil Hyöthyä. Dort hatten wir eine Zwei-Zimmerwohnung mit Einbauküche, Bad, Balkon und Internet für 426 Euro. Der Wohnungskomplex ist sehr schön gelegen, hier wohnten allerdings nur finnische und keine ausländischen Studenten. Wer daran interessiert ist, Kontakte zu knüpfen und Studentenpartys zu besuchen, sollte sich lieber beim „international housing“ einquartieren und den weiteren Weg in Anspruch nehmen.

Visite mit Laptop
Viele der PJ-typischen Arbeiten aus Deutschland entfielen in Finnland: Blutabnahmen und das Legen der Zugänge ist Schwesterntätigkeit. Das Schreiben von Epikrisen und Arztbriefen wurde aufgrund unserer nicht ausreichenden Sprachkenntnisse weg von finnischen Studenten übernommen, die dafür gut bezahlt werden. Blieben die Teilnahme an der Visite und die Assistenz im OP übrig. Die Visite findet zum größten Teil auf Finnisch statt. Beim ersten Mal wurde uns noch von einem der Ärzte oder einem finnischen Studenten auf Englisch zugeflüstert, was der Patient hat, am nächsten Tag war das allerdings schon nicht mehr der Fall. Dann muss man sich so positionieren, dass man einen Blick auf den Bildschirm hat (in Finnland wird Visite mit Laptop gemacht), um Diagnosen, Labor und Röntgenbilder mit ansehen zu können.

Eigeninitiative gefragt
Insgesamt ist viel Eigeninitiative gefragt. Das wurde uns gleich am ersten Tag klar: Da hatten wir einen Termin bei einem der Professoren. Er zeigte uns kurz das Klinikum und die OP-Säle, führte uns auf eine Station für gastroenterologische Chirurgie, bat uns monatlich zu rotieren – und verschwand für fünf Wochen in den Urlaub. Die Rotationen organisierten wir dementsprechend selbst: zuerst gastroenterologische Chirurgie, dann Traumatologie/Orthopädie und schließlich Herz-Thorax-Chirurgie. Stichwort Urlaub: Gerade im Sommer bietet sich die Möglichkeit, viel im OP mitzuarbeiten. Dann sind viele Ärzte verreist, Stationen werden zusammengelegt und Leute zum Assistieren werden gesucht. Gegen Ende des Sommers kehren alle aus dem Urlaub zurück und die Möglichkeit zu assistieren schwindet.

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Autor(in): Anja Selig ([email protected])
  
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 6. Tools und Gadgets für den Medizineralltag

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Welche technologischen Errungenschaften begleiten den Mediziner zukünftig im Krankenhausalltag? Dieser Frage ging MEDI-LEARN auf der Fachmesse Medica in Düsseldorf nach. Wir stellen die spannendsten Neuentwicklungen vor. Wer sich frisch von der Uni ins medizinische Arbeitsleben stürzt, muss sich eine Menge Material zulegen. Unter anderem ein Diktiergerät für die Arztbriefe und Gutachten.

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Nicht selten muss dafür im Antiquitätenbereich einschlägiger Auktionsportale gestöbert werden, weil das Krankenhaus immer noch mit analogen Geräten arbeitet, die ein Tonband benötigen. Spracherkennung? Mobiler Zugriff auf Daten? Fehlanzeige. Verglichen mit den stationären High-Tech-Untersuchungsgeräten, die der moderne Mediziner bedienen muss, hat die medizinische EDV oft noch nicht mal den Buchstaben „E“ verdient. Neue Tools und Technologien sollen den medizinischen Arbeitsalltag nun umkrempeln – verbunden mit vielen Vorteilen, aber auch Nachteilen und Risiken.

Kleine Chips für große Veränderungen
Das Zauberwort der Zukunft heißt RFID (Radio Frequency Identification). Die kleinen RFID-Funkchips sind im Grunde Barcodes, die auf sich selbst aufmerksam machen. Ist ein Lesegerät in der Nähe, werden sie von diesem mit Energie versorgt und funken ihre Daten. Auf Patientenakten angebracht, kann via Lesegerät blitzschnell der entsprechende Datensatz auf einen Bildschirm gebracht werden. Damit fällt dann das lästige Eingeben von Aktenzeichen weg – gerade während einer Untersuchung, wenn der Arzt Handschuhe trägt und mit allerlei Geräten herum hantieren muss, ist das eine enorme Erleichterung. Außerdem lässt sich mit dem „Internet der Dinge“, wie die Anbindung von Gegenständen an das Web heißt, schnell lokalisieren, wo sich die Akte eigentlich gerade befindet. Das könnte zum Beispiel an sehr großen Häusern, Polikliniken oder immer dann vorteilhaft sein. Der Oberarzt mag die Unterlagen angefordert haben, aber sie liegt beim Assistenten zur Bearbeitung oder wurde mit nach Hause genommen übers Wochenende? Die funkende Akte sagt, wo sie ist. Auch bei Medikamenten soll RFID zum Einsatz kommen. Herstellerseitig angebracht, könnte noch besser gesichert werden, dass es sich um Originale und keine gefälschten Medikamente handelt. Am Uniklinikum Saarbrücken etwa werden bereits alle Blutbeutel einer Lieferung mit einem RFID-Chip versehen. Vor Verabreichung wird per PDA sowohl der Chip am Blutbeutel als auch der dem Patienten zugeordnete RFID-Chip ausgelesen, um die Übereinstimmung von Blutgruppe und Rhesusfaktor sowie die zu verabreichende Menge zu checken.

Viele Fragen offen
Ob allerdings, wie sich so mancher Chip-Anbieter auf der Medica das vorstellt, Patienten tatsächlich dazu bewegt werden können, RFID-Armbänder zu tragen (in einigen amerikanischen Gefängnissen bereits Usus), ist fraglich. Denn die daraus resultierende genaue Lokalisation der Patienten schränkt möglicherweise Persönlichkeitsrechte ein. Praktisch wird jede Bewegung damit registrierbar, etwa wenn ein Patient durch eine Tür mit angeschlossenem Lesegerät geht. Theoretisch lässt sich eine ganze Datenkette aufbauen, die sehr genaue Rückschlüsse auf jede Person zulässt. Was kauft sie ein? Welche Medikamente nimmt sie? Hat sie diese oder jene Krankheit der Versicherung gemeldet? Weiß der Arbeitgeber etwas davon? RFID wird schon bald eine große Diskussion lostreten. Bis die Technologie landläufig Einzug in Krankenhäuser und andere Einrichtungen hält, sind noch viele datenschutzrechtliche Fragen zu klären.

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Den vollständigen Artikel findet ihr im PDF der MEDI-LEARN ZEITUNG 1/2009 auf Seite 3. Die gesamte MEDI-LEARN Zeitung ist kostenlos als PDF verfügbar. In der Druckversion ist sie gemeinsam mit der Via medici im Abo erhältlich.

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Autor(in): Jan-Peter Wulf ([email protected])
  
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 7. Zum Hausbesuch ins „Holo-Deck“

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Offizielle Einweihung durch die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt - Fraunhofer-Institut FIRST aus Berlin entwickelte weltweit erstes „SimuScape“.

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„Der nächste, bitte“. Das Wartezimmer ist voll, die Zeit knapp. Denn natürlich wollen alle Patienten möglichst schnell an die Reihe kommen. Dass sie alle die gleichen Beschwerden haben, nämlich Rückenschmerzen, irritiert den jungen Mann im weißen Kittel, der die Krankenins Untersuchungszimmer bittet. Aber Rückenschmerzen sind nicht gleich Rückenschmerzen: Einer der der Patienten hat sich nur verhoben, bei einem ist auf einen Prostatatumor zu schließen. Die Ursachen richtig zu erkennen, auch in der Hektik des ärztlichen Alltags, gehört zu den Ausbildungszielen der neuen „Studienpraxis Münster“. Durch den Ausbau wachsen nicht nur die fachlichen und didaktischen Möglichkeiten der Ausbildungseinrichtung, sondern auch die technischen – bis hin zum ersten „SimuScape“, einem Umgebungssimulator, an dem die Drehbuchautoren von Raumschiff Enterprise ihre Freude hätten.

In dem erst seit einem Jahr bestehenden „Studienhospital Münster“ absolvieren die dortigen Medizinstudenten wesentliche Teile ihrer praktischen Ausbildung. Das umgebaute Schwesternwohnheim machte nach seiner Inbetriebnahme rasch Schlagzeilen als „Krankenhaus der Simulanten“. Innovativ an dem Konzept ist allerdings nicht der damit gemeinte Einsatz von Schauspielern, die als Patienten agieren – die wurden in Münster und andernorts schon vorher eingesetzt. Neu war vor allem das ungewöhnliche Umfeld der Studierenden: Statt in Hörsälen oder Traininglabors, den Skills Labs, lernen die nun in einem realitätsnah nachgebauten Krankenhaustrakt, dessen Detailgenauigkeit bis zum Prothesenglas am Krankenbett reicht.

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 8. Ursache für Taubheit bei Bartter-Syndrom aufgeklärt

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Jetzt wissen Forscher, warum Patienten mit einer bestimmten Form des seltenen Erbleidens Bartter-Syndrom auch taub sind. Dr. Gesa Rickheit und Prof. Thomas Jentsch vom Max-Delbrück- Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und vom Leibniz- Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) konnten in Mäusen zeigen, wie ein defekter Bestandteil eines Ionenkanals, Barttin genannt, den Hörverlust verursacht. (The EMBO Journal, Vol. 27, Nr. 21, 2907-2917)

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Bevor der Mensch ein Geräusch wahrnimmt, muss der Schall in Nervenimpulse umgewandelt werden. Diese Aufgabe übernehmen Sensoren, sogenannte Haarzellen, die in der Schnecke (Cochlea) des Innenohrs sitzen. Durch ankommende Schallwellen öffnen sich Ionenkanäle, die in der Zellhülle der Haarzellen sitzen. Positiv geladene Ionen (Kalium) strömen in die Zelle und verändern ihre elektrische Spannung. An die Haarzellen angeschlossene Nervenzellen bemerken die Spannungsveränderung und geben sie als Nervenimpulse an das Gehirn weiter. Damit die positiv geladenen Kaliumionen in die sensorischen Haarzellen einströmen und somit den Schall in elektrische Signale umsetzen, muss der Flüssigkeitsraum der Schnecke, der mit den Haarzellen in direktem Kontakt steht, die "Scala media", elektrisch positiv geladen sein. Diese positive Spannung erzeugt eine Zellschicht (die "Stria vascularis") am Rande der Schnecke, die sozusagen die 'Batterie' für den Hörprozess ist.

Aus früheren Arbeiten, an denen die Autoren der jetzigen Arbeit beteiligt waren, war bekannt, dass ein Defekt in Barttin, einem Bestandteil eines Ionenkanals in der Niere, zu den für die Krankheit typischen Nierenproblemen und zugleich zu Taubheit führt. Der genaue Mechanismus, der die angeborene Taubheit auslöst, war bisher unbekannt. Jetzt konnten die Wissenschaftler von MDC und FMP zeigen, wie Barttin den Gehörverlust auslöst. Um den Mechanismus genauer zu untersuchen, schalteten die Forscher das Gen für Barttin gezielt im Innenohr von Mäusen aus. Sie beobachteten, dass ohne Barttin, das in der als 'Batterie' dienenden Zellschicht vorhanden ist, keine ausreichende elektrische Spannung für den Einstrom von Ionen in die Haarzellen aufgebaut wird.

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Das 3B Scientific-Anatomiespecial
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 9. Heilsame Piekser: Der Akupunktur Report – Teil 2

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Akupunktur, die traditionelle chinesische Behandlungsmethode, wird hierzulande immer beliebter. In der letzten Ausgabe der MEDI-LEARN Zeitung haben wir Ärzte befragt, die sich mit Akupunktur-Verfahren auseinandersetzen. Dieses Mal stellen wir euch die Aussagen von Akupunktur-Patienten* vor.

Warum Akupunktur?
Die meisten der Befragten ließen sich wegen chronischer Beschwerden „nadeln“, vor allem Rückenschmerzen verschiedener Ausprägung, aber auch Migräne, chronischen Entzündungen im HNO-Bereich oder Allergien. Für diese Patienten war die fernöstliche Therapie zumeist die „letzte Hoffnung“, da keine klassische Methode angeschlagen hatte.

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Manche suchten auch einfach eine schonende Alternative zur bisherigen medikamentösen Behandlung. Viele der befragten Patientinnen ließen sich gegen gynäkologische Beschwerden akupunktieren. „Wegen vorzeitiger Wehen und Frühgeburtsgefahr nahm ich die Akupunkturbehandlung auf“, erzählt Anette aus der Nähe von Freising, „Die konventionelle Therapie besteht im Ausruhen und Beine hochlegen. Das mache ich zwar immer noch, ist ja klar, aber trotzdem geht es mir durch die Akupunktur viel besser, ich fühle mich vitaler und bin so gut auf die Geburt vorbereitet.“

Patienten mit akuten Beschwerden, wie z.B. Zerrungen, entschieden sich meist aus Neugier für die kleinen Nadeln. Oft zusätzlich zur herkömmlichen Behandlung. „Nach einem Trauma hatte ich eine Epicondylitis entwickelt, auch bekannt als ‚Golfarm’“, schildert die Wiesbadener Akupunktur-Patientin Nadine, „Über Akupunktur hatte ich schon viel gelesen. Ich entschied mich also zusätzlich für diese schonende Methode.“ Sie wurde, wie fast alle Befragten, von ihrem Arzt auf die Behandlungsmöglichkeit durch Akupunktur aufmerksam gemacht.

MLZ Ausgabe 01/2009 als PDF
Den vollständigen Artikel findet ihr im PDF der MEDI-LEARN ZEITUNG 1/2009 auf Seite 8. Die gesamte MEDI-LEARN Zeitung ist kostenlos als PDF verfügbar. In der Druckversion ist sie gemeinsam mit der Via medici im Abo erhältlich.

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 10. Ausnahmezustand Physikum, Teil 1

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Der Erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung: das Physikum. Die erste große Hürde des Medizinstudiums. Wie (üb)erleben Studierende diese Phase? MEDI-LEARN hat sich schlau gemacht.

Christin aus Dresden schildert, wie sie sich während des wochenlangen Kreuzens und Bücher Wälzens gefühlt hat: „Ich habe mich in der Lernphase oft gefragt, warum ich mir das eigentlich antue. Dann habe ich mir immer wieder gesagt: Wenn du das überstanden hast, kommen die schönen Zeiten im Studium.“ Wie lange dauert diese Lernphase? Einige der Befragten haben bereits im Laufe des vierten Semesters begonnen, in den Lehrbüchern zu blättern. Mit der intensiven Vorbereitung fingen sie jedoch in der Regel erst nach den letzten Klausuren an, rund fünf bis sechs Wochen vor dem Physikum.

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In dieser Zeit lernten sie im Durchschnitt etwa acht Stunden täglich. Die meisten stellten einen Lernplan auf, um ihre Zeit optimal zu nutzen und sich gezielt Wissen anzueignen. „Ich habe mir einfach einen Kalender geschnappt, die verbliebenen Tage gezählt und mir überlegt, wie lange ich für die einzelnen Fächer brauchen werde“, erklärt die Münchener Studentin Romy. „Für die Anatomie habe ich beispielsweise vier Tage mehr eingeplant als für Biochemie und Physio. Dann habe ich mich Kapitel für Kapitel durch den Stoff gearbeitet und ihn je nach Vorwissen vertieft oder nur überflogen.“
Wer in der Vorbereitungszeit eher planlos war, lief Gefahr, sich zu verzetteln. Weiß Ilona aus Rostock: „Ich bin die Themen oftmals recht ziellos angegangen. Hinterher musste ich feststellen, dass das von mir Gelernte kaum abgefragt wurde. Ein besser strukturierter Lernplan hätte mir wahrscheinlich geholfen.“ Bei der optimalen Einteilung ihrer Lernzeit half vielen Befragten unser kostenloser Lernplaner (Infos am Ende).

Ein Tag im Leben eines paukenden Studenten
Wie sah ein typischer Tag während der Physikum-Vorbereitung aus? Nike aus Hannover berichtet: „Ich bin um viertel vor acht Uhr aufgestanden, habe in Ruhe gefrühstückt und Zeitung gelesen. Gegen viertel nach acht fing ich an. Mittags habe ich mich eine Stunde lang mit etwas anderem beschäftigt. Dann habe ich bis etwa 18 Uhr weitergelernt und anschließend etwas mit Freunden unternommen oder ferngesehen.“

MLZ Ausgabe 01/2009 als PDF
Den vollständigen Artikel findet ihr im PDF der MEDI-LEARN ZEITUNG 1/2009 auf Seite 9. Die gesamte MEDI-LEARN Zeitung ist kostenlos als PDF verfügbar. In der Druckversion ist sie gemeinsam mit der Via medici im Abo erhältlich.

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 11. Am Fuße des Kilimanjaro

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Nachdem ich bereits ein Krankenpflegepraktikum in England und eine Famulatur in Australien gemacht hatte, wollte ich gerne ein Entwicklungsland kennen lernen. Daher beschloss ich, mit einer Kommilitonin eine Famulatur in einem afrikanischen Krankenhaus zu absolvieren. Die Entscheidung fiel schließlich auf Tansania.

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Im Internet fanden wir eine Menge Krankenhäuser in Tansania, bei denen wir uns etwa ein Jahr im Voraus per EMail bewarben. Schließlich kamen zwei Zusagen: von einem kleinen Buschkrankenhaus und vom KCMC (Kilimanjaro Christian Medical Centre). Wir entschieden uns für das KCMC. Zum einen wegen seiner perfekten Lage direkt am Fuße des Kilimanjaro (mit 5995 m der höchste Berg Afrikas), zum anderen ist es eines der größten Krankenhäuser der Region. Unsere E-Mails wurden innerhalb von zwei Tagen beantwortet. Im Gegensatz dazu hatte sich das kleine Buschkrankenhaus erst nach einem halben Jahr wieder gemeldet! Nach der Zusage des Krankenhauses buchten wir einen Direktflug von Frankfurt zum Kilimanjaro International Airport gebucht. Je zeitiger man sich um den Flug kümmert, desto preiswerter ist er meist. Alternativ könnte man nach Nairobi oder Dar Es Salaam fliegen, was allerdings wesentlich weiter entfernt ist.

Gut geimpft
Wir ließen uns im Tropeninstitut beraten sowie gegen Gelbfieber, Typhus und Meningokokken impfen. Tollwut ist nicht notwendig, sofern man den Kontakt mit freilaufenden Tieren meidet. Als Malariaprophylaxe kann ich Doxycyclin empfehlen: Am Tag der Einreise mit der Einnahme beginnen und erst vier Wochen nach Rückkehr absetzen. In das Krankenhaus nahmen wir ausreichend Handschuhe, OP-Kleidung, Mundschutz sowie einige Flexülen und Ringer-Infusionslösung mit. Gegen die Mückenstiche kann man sich gut mit Moskitospray speziell für die Tropen und einem imprägnierten Moskitonetz schützen. Kurz vor unserer Reise haben wir noch etwas Geld in US-Dollar getauscht. Die Währung tansanische Schillinge (TSH) bekommt man erst vor Ort. Ein- und Ausfuhr sind verboten. Mit USD kann man touristische Aktivitäten zahlen, für Lebensmittel vor Ort werden meist nur TSH akzeptiert.

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 12. Das erste Mal „schnippeln

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Am Abend vor meinem allerersten Präpkurs-Termin an einem unscheinbaren Donnerstag im verregneten November konnte ich kaum ein Auge zudrücken und spielte sogar hin und wieder mit dem Gedanken, mich irgendwie vor der ersten Begegnung mit einer Leiche zu drücken. Denn so richtig vorstellen konnte ich es mir nicht, morgen einem konservierten Menschen einfach, einem Handwerker gleich, mit technischem Geschick und silbernem Instrumentarium die Haut vom Leibe abzupräparieren. Okay, unser netter Prof hatte uns natürlich in einer Vorlesung schon etwas vorbereitet. Er hatte einen Leichnam in den Saal schieben lassen und uns wichtige Fakten über die Veränderungen des Körpers nach dem Tode erklärt. Aber trotz dieser Maßnahmen blieb in meinen Knochen ein mulmiges Gefühl zurück und ich konnte einfach nicht einschlafen.

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Wie man sich schon fast denken kann, schmeckte auch der morgendliche Kaffee nicht mehr so erfrischend wie sonst und nach meiner unruhigen und zergrübelten Nacht schlief in der Zellbio-Vorlesung und im Genetik-Seminar vor Müdigkeit und Unbehagen doch tatsächlich beinahe ein. Und das Schlimmste: Im Rückblick hätte ich mir diese Panik mache eigentlich auch gut sparen können, denn es war mal wieder ganz anders als erwartet und hat schließlich sogar richtig Spaß gemacht!

Auf zum Tatort
Nachdem wir unsere Spinde im großen Umkleidesaal bezogen und uns alle in weiße Schale geworfen hatten, wurden die schweren Türen Richtung Präpsaal 2 geöffnet und mit zittrigen Knien folgte ich den Massen zum Tatort. Dort wurden wir von ebenfalls professionell medizinisch eingehüllten Tutoren und Assistenten begrüßt und stellten uns hinter die noch in Leintuch und Folie unkenntlich eingehüllten leblosen Körper, die alle mit uns bereits zugeteilten Nummern versehen worden waren. Meine Fünfergruppe hatte die Nummer 1807 und unsere beiden Tutoren wirkten gleich auf den ersten Blick recht umgänglich und sympathisch. So schlimm kann es ja wohl nicht werden!

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 13. Einmal hohes Ansehen genießen

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Ein anderes Land und sein Gesundheitssystem kennen lernen? Ja. Das im Laufe der letzten Jahre verkümmerte Englisch wieder auf Vordermann bringen? Ja. Wohin aber gehen? England? Die Lehre dort soll eher stiefmütterlich behandelt werden, vom Essen ganz zu schweigen. USA? Ziemlich kompliziertes Bewerbungsverfahren und oft hohe Gebühren. Australien? Auch hohe Gebühren. Kanada? Einfache Bewerbung, niedrige Studiengebühren und die Lehre gilt als gut. Also Kanada.

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Ich bewarb ich mich 12 Monate vor meinem Wunschtermin für zwei Monate Chirurgie in Toronto. Das ging in der Tat relativ einfach vonstatten. Formulare ausfüllen und eine Bewerbungsgebühr in Höhe von 100 kanadischen Dollar (rund 64 Euro) zahlen. Mittlerweile bleibt einem sogar der Postweg erspart, alles geschieht online. Insgesamt sind für acht Wochen 440 CAD Studiengebühren zu zahlen. Nach wenigen Wochen bekam ich einen Brief mit der Zusage für die orthopädische Chirurgie im Holland Hospital in Toronto.

Vollwertig
Zuerst musste ich zum Sekretariat für Ausländische Studenten in die Medical School. Dort meldet man sich an, bezahlt eine Gebühr (etwa 70 CAD) für die dortige Krankenversicherung und bekommt gezeigt, wo man sich im Krankenhaus melden soll. Dort angekommen, begrüßte mich eine überaus freundliche Klinikmitarbeiterin und stellte mich meinem Supervisor (einem betreuenden Oberarzt) vor. Überhaupt: Alle Angestellten waren freundlich zu mir und auch untereinander. Aus Deutschland ist man oft anderes gewohnt. Ich wurde sofort als vollwertiges Mitglied aufgenommen und war oft erste Assistenz, sei es eine Hand-OP oder eine Hüft- TEP. Zum Lagern und Abräumen wurde ich eigentlich nicht abgeordnet und der Oberarzt war immer darauf bedacht, dass man nicht irgendwo eine Extremität zu halten hat. Ich hielt also Haken, koagulierte, hämmerte manches Mal und nähte immer mit zu. Und das bei gutem Klima im OP.

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 14. Impressum / Abofunktionen / Mitarbeit

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