03.02.2009

Ausgabe 434

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591681 Flip Flops statt Birkis: Du wolltest schon immer wissen, wie wohl eine Famulatur in Ghana aussehen mag? Unser Bericht ermöglicht dir kulturelle Einblicke, schildert Erfahrungen im Umgang mit Land und Leuten und den Abläufen auf einer Inneren-Station....

In Kooperation mit: Georg Thieme Verlag  *  Deutsche Ärzte Finanz  * deutsche apotheker- und ärztebank

 
 Inhalt (jetzt auch anklickbar)
1.Editorial
2.Hartmannbund begrüßt Unterstützung beim Kampf um PJ-Verbesserung
3.(Nicht) Jedem dünkt sein Kupfer Gold
  
4.Flip Flops statt Birkis: Innere-Famulatur in Ghana
5.Witz der Woche: Fritzchen geht einkaufen
6.Cartoon der Woche: Entscheidungen
  
7.Via medici - Die Fachzeitschrift für junge Mediziner 1/2009
8.Die ESAG – Erstsemestereinführung Teil 2
9.Public-Health-Einsatz im Regenwald
  
10.Magenkrebs: Neue Methode kann Totaloperation ersparen
11.MEDI-LEARN Jobbörse: Der Jobticker
12.Chronische Hepatitis B: Vergleich zweier Schemata
  
13.In den Foren gelauscht
14.Impressum
    
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 1. Editorial
  

Hallo
und herzlich willkommen zu unserer neusten Ausgabe des Newsletters von MEDI-LEARN. Heute starten wir eine neue kleine Artikelserie, in der wir dir den Siegerbeitrag des Schreibwettbewerbs, den der Selbshilfeverein Morbus Wilson e.V. im letzten Jahr ausgerufen hatte, präsentieren. In lebendigem, unterhaltsamem Stil liest du heute den ersten Teil der Praxisfamulatur von "Sine Tempore".

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Ein studentischer Bericht über eine Innere-Famulatur in Ghana, eine Meldung über neue minimal invasive Methoden zur Behandlung von Magenkrebs, der aktuelle Jobticker und eine weitere Folge aus dem Weblog von Peter stehen heute ebenso auf dem Programm wie eine neue Runde "Lachen bis die Rippen krachen" mit unserem Cartoon und Witz der Woche.

Viel Spaß bei der Lektüre wünschen dir
Thomas, Jens und Christian
Redaktion MEDI-LEARN

Der Blick in die Zukunft: In der nächsten Ausgabe der Onlinezeitung liest du am 10.02.2009:
o Cartoon der Woche: Zucker
o Auf den Spuren der Königin - Ein PJ-Bericht

  

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[Vorwort] - [Inhalt]
[Leber]
[Weitere Neuerscheinungen von Thieme]

  

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 2. Hartmannbund begrüßt Unterstützung beim Kampf um PJ-Verbesserung

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Der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses Medizinstudenten im Hartmannbund, Andreas Klär, hat eine kürzlich in Berlin von Ärzten und Medizinstudenten vorgestellte Kampagne zum Praktischen Jahr (PJ) als wichtigen Baustein im Kampf um die Verbesserung der PJ-Qualität bewertet. „Wir begrüßen ausdrücklich jeden Partner, der sich bei diesem wichtigen Thema an unsere Seite stellt“, sagte Klär.

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In diesem Zusammenhang verwies Klär auf nachweisbare Erfolge entsprechenden Engagements im Hartmannbund. Durch eine Reihe von Aktionen in den vergangenen Jahren sei es bereits gelungen, viele Universitätskliniken und Lehrkrankenhäuser im Sinne der PJ-Qualität zum Umdenken zu bewegen. Da die PJler zunehmend als künftige Mitarbeiter statt als vorrübergehende, billige Hilfskräfte erkannt werden, stiegen sie in der Wertschätzung der Häuser.

Konkrete Daten, wie sich die Ausbildungsstätten gegenüber deren PJ-Studenten erkenntlich zeigen, hätte der Hartmannbund nach umfangreichen Recherchen in einer bundesweit einmaligen Übersicht zusammengefasst. Der Verband habe somit einen Wettbewerb unter den Kliniken entfacht, der sich positiv auf die Lehre äußere.

Der Hartmannbund vertritt als einziger politischer Verband die Belange aller Ärzte, Zahnärzte und Medizinstudenten in Deutschland und setzt sich für ihre wirtschaftlichen, beruflichen und sozialen Interessen ein. Darüber hinaus bietet er seinen Mitgliedern neben qualifizierten Beratungen zu rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Fragen auch Fortbildungen und ein umfangreiches Informationsangebot.

Quelle: Hartmannbund.de


   
Autor(in): Petra Schroeter ([email protected])
  
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Homepage des Verbandes
  
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 3. (Nicht) Jedem dünkt sein Kupfer Gold
Teil 1: Herr Copper stellt sich vor

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Der in Deutschland erstmalig durchgeführte Schreibwettbewerb für Medizinstudenten war ein überragender Erfolg, berichtet der Veranstalter, der Selbsthilfeverein Morbus Wilson e.V.. 50 angehende Mediziner aus insgesamt 24 Universitäten des ganzen Bundesgebiets machten sich an die Recherche, verfassten Beiträge zum Thema „Klinische Erscheinungsformen und Diagnosestellung des Morbus Wilson“ und reichten diese beim Veranstalter ein. „Die Zahl der Wettbewerbsteilnehmer übertraf deutlich unsere Erwartungen“, so Beate Rasp, Vereinsvorsitzende. Wir präsentieren dir hier im Newsletter den Siegerbeitrag von Astrid Alexandra Gildemeister und Katharina Vogt in Form einer mehrteiligen Artikelserie.

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Einleitung – Die Woche beginnt
Montagvormittag – strahlend blauer Himmel und Sine Tempore ärgert sich insgeheim, dass sie ausgerechnet zum Frühlingsbeginn ihre obligate 30-tägige Praxisfamulatur absolviert. Genau wie in der vergangenen Woche erwartet sie – zu dieser feucht-kalten Jahreszeit nicht gerade verwunderlich – ein überfülltes Wartezimmer in der Arztpraxis des PD Dr. Cum Laude vorzufinden mit Patienten, die über allgemein bekannte Erkältungssymptome klagen.

Die etwas andere Patientenvorstellung - Herr Copper stellt sich vor
„Recht gehabt“, denkt sich Sine. Husten, Schnupfen, Heiserkeit oder eine beliebige Kombination dieses Dreigespanns betreten und verlassen das Arztzimmer gleichermaßen. Gelangweilt schaut die Famula mehrmals auf die Wanduhr, jedoch ohne die erhoffte Mittagspausenzeit abzulesen. Diese in Gedanken planend, registriert sie nur am Rande, dass sich der hüstelnde Herr Müller gerade verabschiedet hat und ein neuer Patient hereingetreten ist. Vergessen sind Uhr und Pause – aus unerklärlichen Gründen hat Herr Copper sofort ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Dieser 18-jährige Patient berichtet, keine ernsteren Beschwerden zu haben. Er trinke weder Alkohol, rauche, noch nehme er Drogen oder Medikamente – nicht einmal freiverkäufliche Schmerzmedikamente. Er sei vor zwei Jahren das letzte Mal im Urlaub gewesen. Abends hätte er lediglich Kniegelenkschmerzen, die, genau wie seine blauen Flecken am Körper, bei Mechatronikerlehrlingen keine Seltenheit seien. Ihn störe allerdings eine teils übermächtig starke Müdigkeit, die ihm sogar seinen Appetit verderbe. Auf Dr. Laudes Frage hin berichtet er, in der Vergangenheit bis auf einen leichten Schnupfen weder erkrankt gewesen zu sein noch familienanamnestisch ernsthafte Krankheiten zu kennen. Nachdem er aufmerksam zugehört und das Wichtigste notiert hat, beginnt der Arzt mit der körperlichen Untersuchung und fordert seine Studentin auf, diese zu wiederholen. Sine untersucht nun Herrn Copper ebenfalls, wobei sie ab und zu auf ihren Kitteltaschenspickzettel schielen muss. Sie ertastet eine derbe, schmerzlose Konsistenz unter der Haut im rechten Oberbauch sowie eine vergrößerte Milz. Interessiert blickt sie auf das Resultat des zuvor abgenommenen Blutes und sieht einen Anstieg der Transaminasen sowie einen Abfall der Erythro- und Thrombozyten. Sie fragt sich, woher diese pathologischen Veränderungen kommen könnten. Bevor Sine weiter ihren Gedanken verfolgen kann, hat Dr. Laude schon sein Sonografiegerät einschaltet. Die eine Hand mit dem Schallkopf auf dem Abdomen des Patienten und die andere vor dem Bildschirm wild gestikulierend, zeigt er ihr die nun ausgemessene 3 vergrößerte Leber sowie Milz und weist auf das deutlich verdichtete Leberparenchym hin. Herr Copper hatte das Gespräch und die Untersuchungen, ohne weitere Fragen zu stellen, über sich ergehen lassen. Doch nun möchte er wissen, was mit ihm los ist sowie das weitere Prozedere erfahren.

„Herr Copper“, antwortet Dr. Laude, „wir haben in Ihrem Blut erhöhte Leberwerte und erniedrigte rote Blutkörperchen sowie Blutplättchen festgestellt. Noch wissen wir nicht genau, was die Ursache dafür ist, ebenso wie wir den Grund ihrer vergrößerten Leber und Milz sowie ihrer blauen Flecke noch nicht kennen. Nebenbei erwähnten Sie Gelenkschmerzen, Müdigkeit und Appetitverlust. Das sind sehr unspezifische Symptome und diese können bei vielen Krankheiten vorkommen. Zunächst werden wir bei Ihnen nach Hepatitiserregern suchen. Dazu zählen unter anderem die Hepatitisviren A – E sowie seltenere Erreger wie Cytomegalie-, Adeno-, Coxsackie-, Herpessimplex und Ebstein-Barr-Viren. Aber auch Toxoplasma gondii, Brucellen und Leptospiren, also Parasiten und Bakterien, müssen wir in Betracht ziehen.(1) Eine medikamentös- und alkoholtoxische Leberschädigung schließe ich bei Ihnen aus, da Sie dergleichen nicht zu sich nehmen. Sollten wir keine dieser Erreger bei Ihnen finden, müssen wir nach Autoantikörpern in Ihrem Blut suchen. Diese helfen uns, bei Ihnen Erkrankungen wie die primäre biliäre Zirrhose, die primär sklerosierende Cholangitis oder die Autoimmunhepatitis I und II nachzuweisen oder auszuschließen.(1) Die beiden Erstgenannten halte ich für sehr unwahrscheinlich, da ich in der Sonografie nichts Auffälliges an den Gallengängen gesehen habe. Sollten wir dann immer noch nichts Krankhaftes gefunden haben, müssen wir Sie noch nach Morbus Wilson, Hämatochromatose sowie Alpha1- Antitrypsinmangel untersuchen.(1) Ich schlage vor, dass Sie mit meiner Famula dafür in das gegenüberliegende Krankenhaus gehen. Haben Sie keine Angst. Ich werde auch weiter Ihr Ansprechpartner bleiben und schaue später bei Ihnen noch einmal vorbei.“ Herr Copper ist einverstanden. Schnell drückt Dr. Laude Sine ein paar Blätter in die Hand und schon befinden sich beide auf Station, wo ihm Blut abgenommen werden soll. Weiterhin muss er ab dem kommenden Tag für 24 Stunden seinen Urin sammeln.

M. Wilson e.V.
Aufgrund der Seltenheit wird M. Wilson häufig zu spät erkannt.
Auf der Webseite des Vereins Morbus Wilson e.V. finden sich ausführliche Informationen

[klick hier zum M. Wilson e.V.]


   
Autor(in): Astrid Alexandra Gildemeister und Katharina Vogt ([email protected])
  
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Morbus Wilson e.V.
  
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 4. Flip Flops statt Birkis: Innere-Famulatur in Ghana

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Wohin gehen zum Famulieren im Ausland? Für mich kam nur ein englischsprachiges Land in Frage, da ich mich trotz zwei Jahren Schulfranzösisch und drei Semestern Spanisch an der Uni nur im Englischen fit genug fühlte, um im Krankenhaus zurecht zu kommen. Es sollte nicht Europa sein, ich wollte weiter weg. Asien kannte ich teils schon, Australien und die USA auch, außerdem sollte es kein westliches Land sein. Südund Mittelamerika fiel wegen der Sprache weg. Also blieb eigentlich nur Afrika. Ein Kontinent, der mir noch völlig fremd war, der mich aber doch interessierte. Für Ghana habe ich mich dann wegen seiner politisch stabilen Situation entschieden. Ich war gespannt auf ein neues Gesundheitssystem und besonders darauf, ob man mit begrenzten Möglichkeiten trotzdem gute Medizin praktizieren kann. Außerdem erhoffte ich mir, mehr über Tropenmedizin zu erfahren. Ein Gebiet von dem man im Medizinstudium meiner Meinung nach eher wenig hört, das ich aber schon immer sehr spannend fand.

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Mitarbeit beim DFA hilfreich
Die Vorbereitung fiel mir relativ leicht, da Ghana über den dfa (Deutscher Famulanten Austausch) angeboten wird und ich selbst als LEO (local exchange officer) beim dfa in Köln gearbeitet hatte. Ich kannte die geforderten Unterlagen und wusste, wo man alles bekommt. Als da wären: Viermal das Anmeldeformular (ausgefüllt in Englisch), einen Letter of Motivation (in Landessprache), vier Passfotos, das Physikumszeugnis, Letter of Recommendation (vom Studiendekan), Sprachzeugnis (vom Spracheninstitut), Auslandsversicherung (z.B. die DÄV) und der Einzahlungsnachweis. Alles über die Unterlagen für den dfa steht auch auf der Homepage www.dfa-germany. de bzw. www.ifmsa.com, oder fragt in eurer Lokalvertretung nach!
Buchtipps vor der Abreise: Es gibt nur einen deutschsprachigen: Reiseführer Ghana, Peter Meyer Verlag, Jojo Cobbinah für circa 25 Euro. Ich habe außerdem noch ein Kauderwelsch-Buch aus dem Reise Know-how Verlag mitgenommen, eine Reihe, die einem helfen soll, eine Sprache leicht zu erlernen. In diesem Falle Twi: Das ist einer der Akan-Dialekte, den etwa 70% der Menschen in Ghana verstehen. Akan ist die wichtigste Sprache in Ghana, so dass jeder sofort begeistert ist und einen ins Herz schließt, wenn man ein paar Brocken spricht und versteht. Wenn ihr in der Inneren arbeitet, kann ich außerdem das Oxford Handbook of Medicine empfehlen. Das benutzen in Ghana fast alle und es ist einfacher, besprochene Krankheiten in Englisch nachzulesen, damit man direkt die englischen Vokabeln parat hat.
Wenn ihr Euch ans Packen macht, kann ich Euch nur raten nicht zu viel mitzunehmen, da ihr auf dem Rückweg garantiert einiges an Platz für Souvenirs braucht. Ich wollte noch nie soviel Souvenirs wie in Ghana kaufen. Im Krankenhaus erwartet man von den Männern Stoffhosen, Lederschuhe und (kurzärmelige) Hemden.
Von den exchange students wird das nicht ausdrücklich verlangt, aber die einheimischen Studenten sind alle sehr ordentlich gekleidet. Bei den Mädels wird das schon viel lockerer gesehen. Hier sind Hosen und Röcke, T-Shirts und sogar Flip Flops erlaubt und möglich! Früh genug solltet ihr natürlich auch zur Impfberatung gehen. Hier könnt ihr entscheiden, welche Impfungen ihr machen wollt, Gelbfieber braucht ihr auf jeden Fall. Als Malariaprophylaxe habe ich Lariam genommen. Repellent in großen Mengen ist sehr zu empfehlen und ich würde mir unbedingt ein Spray für die Kleidung mitnehmen, da die Moskitos durch alles durchstechen.
Ins Gepäck gehören außer den normalen Dingen noch Schnur und Klebeband zum Befestigen des Moskitonetzes, ein leichter Schlafsack bzw. ein Bettlaken als Decke, ein Thermometer (wenn es einem nicht gut geht, wird der Europäer in Afrika meist doch etwas nervös), ein Namensschild, Stromadapter (den englischen) und Händedesinfektionsmittel (auf Station gibt es nur ein Stück Seife und Handtücher!). Dann kann es eigentlich schon losgehen.

Vorlesung mit Comedy-Charakter
Wenn ihr die Famulatur über den dfa macht, müsst ihr euch darum keine Gedanken machen, denn entgegen mancher Ankündigungen und eigener Befürchtungen wurde ich vom Flughafen abgeholt. Das Team der Ifmsa in Accra ist eigentlich sehr gut organisiert. Auch die Austauschstudenten sind wahnsinnig nett und man findet ganz schnell Anschluss. Im Krankenhaus werdet ihr einer Gruppe zugeteilt. Es ist nicht mit einer deutschen Famulatur zu vergleichen, sondern es ist eher so, als würdet ihr in Accra studieren. Da das Studium in Ghana aber sehr praxisbezogen ist, ist das nicht so schlimm. Morgens bin ich mit den anderen um acht Uhr zur Vorlesung gegangen, die hier das gesamte Semester zusammen hat. Danach bin ich mit meiner Gruppe (etwa 12-20 Studenten) auf Station gegangen, wo die Studenten sich selbstständig ihre zugeteilten Patienten anschauen. Später kommt dann ein Arzt dazu, am Krankenbett werden Fälle besprochen. Danach hat man Mittagspause und es gibt meist eine weitere Vorlesung am Nachmittag. Die Vorlesungen sind wie in Deutschland sehr vom Dozenten abhängig, ich hatte längere Zeit einen Professor, bei dem die Vorlesung wirklich Comedy-Charakter hatte. Er erinnerte mich an Bill Cosby, und die ghanaischen Studenten kommentierten alles mit Zwischenrufen! Generell geht alles etwas lauter zu, sehr amüsant! Große Probleme hatte ich mit dem Pigdin- Englisch, das fast überall im englischsprachigen Afrika gesprochen wird. Ein ungrammatisches Englisch, gespickt mit lokalen Wörtern und vor allem mit einem starken Akzent. Nach einer Zeit hört man sich ein und es wird leichter.
Leider habe ich fachlich nicht soviel lernen können, wie erhofft: Ich habe einen Eindruck des Gesundheitssystems bekommen und erfahren, wie es ist, wenn ein Patient jeden einzelnen Handschuh selbst bezahlen muss, es vielleicht aber gar nicht kann und die Krankenschwestern die Medizinstudenten um Spenden bitten. Ghana baut gerade ein Krankenversicherungssystem auf, so dass sich bald vieles bewegen wird. Das wirtschaftliche Denken wird aber bleiben: Hier ist ein CT nicht etwa Geld, was nur das Gesundheitssystem belastet, sondern hier kann es sich ein Patient einfach nicht leisten! Dafür spielt die Anamnese und die körperliche Untersuchung eine viel größere Rolle als bei uns.

An Patienten hätte ich gerne mehr gesehen, aber die Hälfte der Zeit meines Praktikums waren die Ärzte im Streik. Und das bedeutet in Ghana, dass Patienten, wenn sie nur irgendwie gehen können, nach Hause geschickt werden. So waren die ersten zwei Wochen kaum Patienten und Ärzte auf Station. Alle Dozenten und Ärzte waren aber sehr nett und bemüht. In der Vorlesung habe ich viel über Tropenkrankheiten gehört. So manche Krankheit hat dabei ihren Schrecken für mich etwas verloren. Malaria beispielsweise: Afrikaner sind meist ein wenig amüsiert, wenn sie sehen, wie panisch Europäer bereits bei kleinsten Anzeichen werden. Denn von ihnen hat jeder meist schon einen oder mehrere Malariaanfälle hinter sich.

Heiratsantrag inklusive
Ich habe mich in Ghana von Anfang an sehr wohl gefühlt, was zu einem großen Teil an der unglaublichen Freundlichkeit der Menschen liegt. Ich bin im Anschluss an meine Famulatur noch zwei Wochen herumgereist, einmal quer durchs Land und habe bis auf wenige Ausnahmen durchweg positive Erfahrungen gemacht Es gab nie Situationen, in denen ich mich unwohl oder etwa bedroht gefühlt hätte. Ghana ist ein wirklich sicheres Reiseland – auch für alleinreisende Frauen. Ghana ist wenig touristisch, was das Reisen bisweilen etwas anstrengend macht, es zum anderen aber auch nicht die unschönen Seiten des Tourismus gibt. In der Stadt rufen dir viele „obruni“ (Weißer) hinterher und winkt, man wird auch angefasst, Männer machen einem eventuell Heiratsanträge, aber nie wurde jemand aufdringlich. Auch nicht nach einem gemeinsamen Tanz – und man tanzt sehr eng in Ghana! Wenn man die Zeit hat, sollte man unbedingt in den Norden des Landes fahren. hier ist es noch am ursprünglichsten. Der Mole Nationalpark (Elefanten, Antilopen, Affen, Warzenschweine), eine zweitägige Bootstour auf dem Voltasee mit Übernachtung unter Deck, eine Übernachtung im Borbiri Wildlife Sanctuary (sehr romantisch), der heilige Lake Bosumtwi, Cape Coast, das Stelzendorf Nzuelo, traumhafte Strände im Westen des Landes... das sind nur einige Dinge, die lohnend sind.

Meinen Kontinent gefunden
Ich möchte diese Erfahrung nicht missen und mir ist der Abschied mehr als schwer gefallen, da Ghana ein wunderbares Land ist und ich viele neue Freunde gefunden habe. Afrika mag für manchen ein Kulturschock sein, aber da Ghana so sicher und freundlich ist, fällt es nicht schwer, sich schnell wohl zu fühlen. Ich persönlich habe wohl meinen Kontinent für mich gefunden. Ich bin mir sicher, dass ich nach Afrika zurückkehren werde.


   
Autor(in): Janine Hübl ([email protected])
  
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 5. Witz der Woche: Fritzchen geht einkaufen

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Fritzchen geht mit seiner Großmutter einkaufen und sagt zu ihr: "Oma, ich möchte einen Handstand machen" "Nein, Fritzchen. Das geht nicht, dann sieht man doch deine Unterhose." Nachdem Oma einige Dinge eingekauft hat, kehrt sie zu Fritzchen zurück. Da ruft Fritzchen: "Oma, Oma, ich habe einen Handstand gemacht!" "Aber Fritzchen, dann sieht man doch deine Unterhose!" "Nee, Oma, die hab ich ja vorher ausgezogen!"

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Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected])
  
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 6. Cartoon der Woche: Entscheidungen

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Das folgende Cartoon wurde uns von unserer Partnerseite www.rippenspreizer.com zur Verfügung gestellt.

Auf der Webseite www.rippenspreizer.com findet Ihr 400 weitere Cartoons inklusive E-Cardfunktion und vielen anderen Gimmicks.


   
Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected])
  
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 7. Via medici - Die Fachzeitschrift für junge Mediziner

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Hochwertige Artikel und Reportagen aus dem Hause Thieme

Seit Jahren ist die Zeitschrift Via medici ein Garant mit profunden Informationen für Jungmediziner. Wir präsentieren dir an dieser Stelle den Blick in das aktuelle Heft mit u.a. den folgenden Themen: Wie wird man Notarzt? - Praxisanleitung Kinderreanimation - Wie diktiert man einen Arztbrief? - Autismus: Mythos und Wahrheit, u.v.w.m. Anbei das Inhaltsverzeichnis der brandaktuellen Ausgabe 1/2009:

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Studium
  • Immer schön der Reihe nach!
  • Schrecksekunde im OP

Weiterbildung

  • Titel: Weichensteller mit Durchblick
  • Große Kunst mit kleinen Schnitten

Forschung

  • GINA sagt: Kontrolle ist besser!
  • Hirnsignalen auf der Spur


Einblicke
  • Wer hat die besten Karten?

Medizin

  • Taktell in der Brust
  • "Der ist doch nur betrunken..."
  • Wölfe im Bauch
  • Eine Handvoll Probleme
  • Alte Schrecken mit neuen Komplizen

Ausland

  • Frachter der Hoffnung
  • Nummer 17 in "down under"

Die neue Via medici gibt es in jeder medizinischen Fachbuchhandlung oder als studentenfreundliches Abo samt Prämie unter http://www.medi-learn.de/viamedici

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Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected])
  
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 8. Aus dem Leben eines Erstsemesters:
Die ESAG – Erstsemestereinführung Teil 2

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Es gibt rund 80.000 ihrer Sorte in Deutschland, Nachfrage steigend - immer mehr wollen es werden und "auch dazugehören". Die Rede ist von der ganz besonderen Spezies des Medizinstudenten.

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Drei von ihnen stehen bei uns fortan etwas im Rampenlicht: Sonja Herbst ist Medizinstudentin aus Hannover, Peter Artz ist Medizinstudent aus Düsseldorf. Beide haben zumindest zwei Dinge gemeinsam: Sie starten augenblicklich in das große Abenteuer ihres Medizinstudiums. Der dritte im Bunde ist Sebastian aus Göttingen, der von seinen Erlebnissen im Praktischen Jahr berichtet. Das Schöne daran: Sie lassen dich in Tagebuchform an ihren Erfahrungen teilhaben. Wöchentlich bieten wir dir abwechselnd einen Blick über Sonjas, Peters und Sebastians Schulter. Diese Woche steht die nächste Folge von Peter an.

Die ESAG – Erstsemestereinführung Teil 2
Juhu – endlich länger schlafen! 10 Uhr Treffpunkt Cafe Uno. Das ist doch mal eine Aussage. So trudelten wir dann alle nach und nach ein und stimmten uns auf den zweiten Tag ESAG ein, der im Übrigen weniger straff und mit mehr Freiheit geplant war. Auf dem Tagesplan standen die Führung über das Klinikgelände sowie der obligatorische Besuch der Bücherei Lehmanns. Auf dem Uni-Gelände lernten wir dann das Studiensekretariat sowie Rektorat kennen und wussten, in welchen alten und heruntergekommenen Gebäuden die Berufsfelderkundung bzw. Hausarztpraktikumsbesprechung stattfinden. Außerdem schauten wir uns die Blutspendezentrale sowie den nicht zu übersehenden Neubau der operativen Abteilung an. Gegen zwölf machten wir uns dann auf den Weg Richtung Ausgang Uni Gelände und schauten kurz beim Mooren 18 – der Universitätsstudentenkneipe an der Moorenstraße vorbei, wo heute Abend die erste Fete stattfindet. Bevor wir aber zum Bier greifen, greifen wir NATÜRLICH zuerst nach den Büchern und das am besten bei Lehmanns, dem Medizinfachbuchhandel am Campus. Dort angekommen wurden wir auch gleich gebührend empfangen: Brötchen, Kaffee und Alt-Bier! Ja – wirklich – alt Bier und dass um fünf vor zwölf mittags. Hier ist was los! Erste Aufgabe: Gewinnspiel, anschließend ging es dann in kleiner Runde in den Laden zur Buchberatung. Ein Pflichtbuch ist der Termibuch, das als einziges Exemplar vorgeschrieben ist. Entsprechend kauften auch ziemlich viele von uns das 10 € teure, kleine Büchlein. Nach gut einer Stunde verließen wir Lehmanns dann mit einer randvoll gefüllten Tasche mit vielen Postern, Kullis, Post-It und vieles mehr. Jetzt nur noch schnell zur Mensa und dann endlich mal ein freier Nachmittag! Am Abend stand dann noch der obligatorische Kneipenbesuch im Mooren 18 auf dem Programm. Allerdings hatte sich bei mir kurzfristig Besuch angekündigt und ich musste noch schnell Weingläser und Wein besorgen. Also hab ich schon mal mit einer halben Flasche Weißwein vorgeglüht! Um 9 bin ich dann in Richtung Mooren 18 aufgebrochen und wir haben in der völlig überfüllten Kneipe das ein oder andere Bierchen getrunken und neue Mitstudenten kennengelernt. Die lustige Szene war dann wirklich, als ein Kommilitone und ich auf der Männertoilette am Pissoir standen und sich die Toilettentür auf der Herrentoilette öffnete und ein nettes Mädel lächelnd aus dem Klo stapfte und uns auf die Männlichkeit starrte und feststellte: Huch, war wohl doch die falsche Tür! Wir haben uns vor lachen kaum halten können…es war ein wirklich gelungener zweiter Abend. Aber es war wohl auch das ein oder andere Bier zu viel.

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Das 3B Scientific-Anatomiespecial
Gemeinsam mit 3B Scientific, dem renommierten Hersteller anatomischer Modelle, steht uns ein kompetenter Partner zur Verfügung, der das Spezial freundlicherweise unterstützt. Auf den Seiten findet ihr in den kommenden Monaten Beiträge rund um das Thema Anatomie.

[zum  Anatomiespecial - klick hier]

  

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 9. Information statt Medikation
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Der Flieger zum Urwaldeinsatz geht nur bis Manaus, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates von Amazonien. Im Amazonasgebiet, das größer ist als der indische Subkontinent und in dessen namensgebenden Fluss mehr als ein Fünftel des Süßwassers auf unserem Planeten drainieren, ist Wasser der Haupttransportweg. Die Entfernungen im Urwald sind weit, Strassen sind mühsam anzulegen und stören das ökologische Gleichgewicht.

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Nicht von ungefähr werden jene kleinen Boote, die den Fluss Amazonas entlang fahren, als „Gaiola“ bezeichnet, dem portugiesischen Begriff für Vogelkäfig. Eng an eng, wie auf einer Hühnerstange, werden die Hängematten aufgespannt, in denen man nun die nächsten Tage bis zur Ankunft verbringt. Die Fahrt ist ebenso lang wie der Name meiner Nachbarin Ahuakuoufeng: drei Tage Fahrt auf engstem Raum geben Zeit und reichlich Muße für ihre Lebens- und – als sie mitbekommt, dass der Hängemattennachbar Mediziner ist – ihre Krankengeschichte. Ziel ist ein kleines Krankenhaus in der Provinzhauptstadt Santarém, einem der wenigen größeren Orte am Amazonas.

Drei Infektiologen, ebenso viele Chirurgen und zwei Neurochirurgen halten die medizinische Versorgung aufrecht für alle diejenigen, die das Krankenhaus erreichen können. Genau dies ist oft schwierig – weiter entfernt lebende Populationen müssen oft tagelang fahren, bis sie Santarém erreichen. Daher fahren die Infektiologen regelmäßig in entfernte Dörfer, um dort Sprechstunden abzuhalten. Im Urwald Amazoniens treten alle Infektionserkrankungen auf, die weltweit überhaupt existieren, sowie zusätzlich einige, die hier endemisch sind. Das staatliche Gesundheitssystem Brasiliens läuft für lateinamerikanische Verhältnisse recht funktionell. Doch für das AIDS-Versorgungsprogramm muss das Labor für T-Zell-Zahl und Viruslast ins über 1.000 km entfernte Uniklinikum von Belém geschickt werden. Allerdings fehlt es oft an geeigneten Antibiotika; behandelt wird mit dem, was halt gerade zur Verfügung steht. Selbst bei akuten Fällen von Tetanus stehen trotz eindrucksvoller Manifestation des typischen „Risus sardonicus“ bisweilen nicht mal Sedativa zur Verfügung. Von den Infektiologen mitversorgt werden die täglich auftretenden Fälle von Schlangen- und Skorpionbissen. Auch dafür gibt es aufgrund der geringen Inzidenz anderswo derzeit keine adäquate Therapie. Die Entfernungen im Gebiet des Amazonas sind schier endlos.Die Wege zum Krankenhaus in Santarém sind schwer zugänglich – Grund für die örtliche Initiative „Saúde e Alegria“, zu deutsch „Gesundheit und Freude“, auch weiter gelegene Ortschaften in den Tiefen des Dschungels selber aufzusuchen und hier aktiv Prävention zu betreiben. Statt Medikamenten oder Therapien bringen sie die Utensilien für einen Zirkus mit.
„Circo Mocorongo“ heißt er stolz, benannt nach Mocorongo: der Name, den die Caboclos, das sind die Nachfahren der portugiesischen Eroberer und einheimischen Indios, dieser Gegend von Santarém gegeben haben.
Zusammen mit den Einwohnern der Urwalddörfer üben die Mitarbeiter von „Saúde e Alegria“ ein Programm mit den Dorfeinwohnern ein, mit kleinen Kunststückchen und Sketchen. Sie haben Themen wie Trinkwasserhygiene, Schwangerschaftsvorsorge, gesunde Ernährung oder Zahnpflege zum Gegenstand. Auf spielerische und kreative Weise wird so Vorsorge betrieben in einer Gegend, in der medizinische Versorgung zu weit entfernt ist und in der mit Information weit mehr Nachhaltigkeit bewirkt wird als mit Medikamenten. Abends wird dann das mit Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen eingeübte Programm aufgeführt vor den Dorfeinwohnern. Alle sind Akteure und Zuschauer zugleich – eine willkommene Abwechslung in einer Region, in der der aggregatbetriebene Satellitenfernseher irgendwo in einem entfernten Nachbardorf höchstens mal anlässlich eines Spiels der „Seleccao“, der brasilianischen Fußballnationalmannschaft, in Betrieb gesetzt wird.

Amazonastypischer Urwalddampfer
Auch „Saúde e Alegria“ verfügt über eine eigene Gaiola, den amazonastypischen Urwalddampfer. Er wird über den Zirkus hinaus beispielsweise zur Versorgung von Patienten in Gebieten mit erhöhter Inzidenz an Malaria, für Impfkampagnen in abgelegenen Gegenden oder für Reihenuntersuchungen von Kindern in bekannten Regionen mit Unterentwicklung genutzt. Größter Wert wird dabei auf den präventiven Aspekt der Arbeit gelegt.
Wichtige Themen sind hier, in einer Gegend, in der das nasse Element in Übermengen vorkommt, Wasser und Abwasser – damit das Antihelmitikum nicht gleich wieder mit wurmhaltigem Wasser heruntergeschluckt wird. Daher unterstützt „Saúde e Alegria“ auch den Bau einfacher Latrinen. Primär steht die nachhaltige Entwicklung der Bevölkerung in den entlegenden Gebieten im Vordergrund, kurative Einsätze erfolgen gewissermaßen bei Bedarf und bei Gelegenheit.

Die Caboclos des Regenwaldes von Amazonien leben relativ autark als Fischer und Kleinbauern. Ihr Tagesablauf wird vom Aufgehen und Untergehen der Sonne bestimmt.
Gesundheit und Krankheit werden hier, fernab von Strom und Kanalisation, als schicksalhaft aufgefasst. Im Rahmen der möglichen Versorgung mit endemischen Naturheilmitteln sind wundersame Wässerchen oft das einzige Mittel gegen Schlangenbisse oder Malaria. Beispielhaft für die noch vorherrschende Auffassung von Gesundheitsversorgung steht die Anekdote einer mitreisenden Zahnärztin: auf die Aufforderung eines Caboclo, ihm doch einen Zahn zu ziehen, gab sie die Auskunft, alle Zähne seien doch in Ordnung.
Der Caboclo insistierte jedoch und gab zu bedenken, man müsse die Gelegenheit nutzen und trotzdem einen Zahn ziehen: denn wer wisse schon, wann sich in diese Gegend mal wieder ein Zahnarzt verirrte.Auf den oft tagelangen Gängen durch den Urwald, von Siedlung zu Siedlung ziehend, werden wir von den jeweiligen Dorfvorstehern (zumindest in der Gegend um Santarém sind das nicht selten Frauen) mit Wasser und Verpflegung versorgt. Wir führen lediglich unsere Hängematten zur Übernachtung mit uns und eine alte Werkzeugkiste, die neben Kokosseife zur Beseitigung von Ungeziefer ein wenig medizinisches Material enthält. Allerdings keine Medikamente, da eine regelmässige, kurative Versorgung ohnehin nicht möglich ist und keine dementsprechenden Erwartungen geweckt werden sollen. Information soll die nicht mögliche Medikation ersetzen.

Geheimnisvolles Gerät
Ein Blutdruckmessgerät hingegen findet gerade bei Kindern oft großes Interesse. Einmal kommen auf Betreiben der Kinder sämtliche Einwohner eines Dorfes, stellen sich brav in einer Reihe an und drängen darauf, sich einer nach dem anderen den Blutdruck mit diesem geheimnisvollen Gerät messen zu lassen um dann erleichtert mit der Diagnose eines normalen Blutdrucks von dannen zu ziehen. Das Projekt „Saúde e Alegria“ versucht in einem unzugänglichen Gebiet die schwierigen Wege zu gesundheitsversorgenden Strukturen zu bahnen. Aus eigenem Antrieb und mit einfachen Mitteln arbeiten die Mitarbeiter an einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität. Sie nennen ihr Vorhaben „Gesundheit und Freude“, denn, wie sich einer der Beteiligten ausdrückt, „Gesundheit ist die Freude des Körpers und die Freude ist die Gesundheit der Seele.“


   
Autor(in): Dr. Karsten Lunze ([email protected])
  
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 10. Magenkrebs: Neue Methode kann Totaloperation ersparen

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idw - Magenkrebs - diese Diagnose bedeutete bislang stets das Entfernen des Magens oder ganzer Teile, mit entsprechenden Folgen für die Betroffenen. Mit einer neuen minimal invasiven Technik können Ärzte jetzt in vielen Fällen während einer Magenspiegelung den Krebs gezielt entfernen, den Magen aber als Ganzes belassen. Möglich macht dies unter anderem die immer frühere und genauere Entdeckung bösartiger Veränderungen.

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Endoskopische Kameras liefern heute hochauflösende Bilder vom Zustand des Magens und seiner Schleimhaut. Hier liegt die Chance für das neue Verfahren, die endoskopische Submukosa-Dissektion (ESD). Hinter dem Fachbegriff verbirgt sich nichts anderes als das gezielte Abtragen von Teilen der Verbindungsschicht (Submukosa) zwischen Magenschleimhaut und Magenwand. Ist der Krebs bereits in die aus glatten Muskelzellen bestehende Magenwand eingedrungen, ist oft eine Totaloperation notwendig. Wird dagegen ein früher Krebs rechtzeitig erkannt, kann er heute mit dem Endoskop komplett aus dem Magen geschnitten werden, ohne dass die Magenwand mit entfernt werden muss. Dabei ist der Zeitfaktor von entscheidender Bedeutung. Die Tiefe, in die sich Krebsgeschwüre oder ihre Vorstufen in die Schleimhaut und die darunter liegende Submukosa vorgearbeitet haben, entscheidet über den Erfolg der neuen endoskopischen Methode. Auch die Ausbreitung in der Fläche spielt eine Rolle. Generell gilt: je weniger, desto besser die Chance, mit dem minimal invasiven Eingriff den Krebs oder seine Vorstufen zu entfernen und den Magen als Ganzes zu erhalten.

Auch bei Krebs in der Speiseröhre erfolgreich
Die neue Methode lässt sich auch in der Speiseröhre anwenden. In Speiseröhre und Magen bestehen die besten Aussichten auf Erfolg, wenn lediglich die Magenschleimhaut durch Krebszellen befallen ist, die darunter liegende Schicht jedoch noch nicht. Zwar wird auch bisher schon die erkrankte Magenschleimhaut endoskopisch entfernt, wenn sich dort frühe Krebsstadien finden. Das Hauptproblem dieser Methode war jedoch, dass die Mediziner bei größerem Befall den Krebs bisher nicht in einem Stück entfernen konnten, sondern nur stückweise. Indem sie jetzt die unter der Magenschleimhaut liegende Submukosa gleich mit abtragen, können sie das kranke Gewebe komplett aus dem Magen entfernen. Das ist wichtig, um es im Anschluss an die Operation möglichst genau untersuchen zu können. Nur dann kann der Pathologe feststellen, dass kein krankes Gewebe mehr im Magen ist - unerlässlich für den Erfolg der Therapie und den Erhalt des Magens als Ganzes.

So funktioniert die ESD
Mit der endoskopischen Submukosa-Dissektion (ESD) ist es erstmals möglich, Krebsgeschwüre aus dem Magen in einem Stück zu entfernen. Gegenüber dem bisherigen Abtragen von Geschwülsten auf der Magenschleimhaut geht das neue Endoskopieverfahren eine Schicht tiefer und greift in die Zwischenschicht (Submukosa) ein. Der eigentliche Magenmuskel wird dabei geschont. Um das kranke Gewebe von der Muskelschicht zu trennen, injiziert der Arzt bei dem Eingriff zunächst eine Flüssigkeit in die Submukosa, die die erkrankte Schleimhautschicht vom Untergrund abhebt. Danach schneidet er mit speziellen endoskopischen Schneidewerkzeugen die Magenschleimhaut großflächig um die betroffene Stelle ein. Im nächsten Schritt wird das Bindegewebe darunter, die Submukosa, abgelöst. So lassen sich befallene Stellen großflächig entfernen. Auf diese Weise entstehen zudem saubere Schnitte, es kommt seltener zu Rückfällen. Allerdings dauert der Eingriff länger als bisherige endoskopische Verfahren. Zudem muss vorher geklärt werden, ob in der Submukosa verlaufende Lymph- oder Blutgefäße befallen sind. Idealerweise lassen sich mit der ESD frühe Krebsstadien sicher entfernen und das Risiko für die Entstehung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) sinkt unter fünf Prozent. Für eine endgültige Risikoabschätzung im weiteren Verlauf ist daher die Untersuchung des entnommenen Gewebes maßgebend. Erst sie zeigt, ob die endoskopische Operation ausreichend war. Um in Deutschland eine Übersicht über den Stand der ESD zu gewinnen, haben sich mehrere Kliniken unter Federführung der III. Medizinischen Abteilung der Asklepios Klinik Barmbek zusammengeschlossen, und ein gemeinsames deutschlandweites Register eingerichtet, das Daten über Eingriffe mit dieser Methode verzeichnet. Beteiligt ist auch die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten.

Quelle: idw-online.de


   
Autor(in): Jens Oliver Bonnet ([email protected])
  
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 11. MEDI-LEARN Jobbörse: Der Jobticker

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 12. DMW - Aktuelles kurz berichtet:
Chronische Hepatitis B: Vergleich zweier Schemata

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Seit über 130 Jahren steht die Deutsche Medizinische Wochenschrift (DMW) für profunde Informationen. Als medizinische Fachzeitschrift ist sie auch für Jungmediziner (Studenten, Assistenzärzte) empfehlenswert. Wir stellen dir im DMW-Special regelmäßig Auszüge in Form von Artikeln, Podcasts u.v.a.m. vor.

Mit unserem neuen Angebot möchten wir dir unterhaltsame Fortbildung, Neuigkeiten und interessante Zusatzinformationen in DMW Qualität bieten – wann und wo du möchtest! Für heute haben wir die Rubrik "Aktuelles kurz berichtet" mit dem folgenden Artikel ausgewählt:

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Einfluss des Wohlfahrtstaats auf die Gesundheit
Aktuell sind 7 Medikamente zur Behandlung einer chronischen Hepatitis B zugelassen. Darunter Interferone und Nukleos(t)id-Analoga, die auch in der HIV-Therapie erfolgreich eingesetzt werden. Sie hemmen die DNA-Polymerase der Viren. Effizienz und Sicherheit des Nukleotidanalogons Tenofovir wurde jetzt mit dem etablierten Medikament Adefovir verglichen.

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 13. In den Foren gelauscht

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Mit mehr als 1000 Beiträgen in der Woche findest du in den Diskussionsforen von MEDI-LEARN zu fast allen Themen den richtigen Gesprächspartner. In unserer Rubrik "Gelauscht" wollen wir dich in der Onlinezeitung über einige der Diskussionsthemen auf dem Laufenden halten. Vielleicht findest du das ein oder andere Thema, das dich auch interessiert - ein Klick und du bist mit dabei:

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