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1. Editorial |
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Hallo, im heutigen Mediziner-Newsletter berichtet uns Fotini von ihrer Famulatur in der chirurgischen Ambulanz und lässt uns an Routineeinsätzen wie auch außergewöhnlichen Ereignissen im OP und auf Station des Karl-Olga-Krankenhauses in Stuttgart teilhaben. In Professor Steinhausens neustem Beitrag bringt er uns seine Zeit in den USA näher und wir erfahren Wissenswertes über das Bibliothekswesen und den akademischen Unterricht im Amerika der 60er.
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"Medizin braucht Zukunft". Unter diesem Motto wird Ende Juni durch eine Live-Schaltung der Universtitätsfrauenklinik Tübingen einer der modernsten OP-Säle Europas im Rahmen des Top-Clinica-Kongresses in Stuttgart vorgestellt.
Auch auf dem heutigen Programm stehen eine neue Folge Medizin im TV mit dem Thema "Fit im Alter", die Rubrik "In den Foren gelauscht", in der wir wieder interessante Posts im MEDI-LEARN Forum für dich herausgesucht haben und ein Witz der Woche für das Training deiner Lachmuskulatur.
Viel Spaß bei der Lektüre wünschen dir
Thomas, Kjell, Jens und Christian
Redaktion MEDI-LEARN
Der Blick in die Zukunft: In der nächsten
Ausgabe der Onlinezeitung liest du am 16.06.2009:
o Erfahrungsbericht Famulatur: Sie haben ein Herz
o Cartoon der Woche: Pankreas-Inseln
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Eine Ambulanzfamulatur zu organisieren ist gar nicht so einfach, vor allem wenn man sich auf den letzten Drücker dazu entscheidet. Die wenigen Allgemeinmediziner, die Praktikanten zu ihrer Praxis lassen, waren entweder im Urlaub oder hatten schon jemand anders. Was ich noch lernen müsste, ist, dass nicht alle Krankenhäuser auch unbedingt ihre Notaufnahme, bzw. Ambulanz ständig mit einem Arzt besetzt haben.
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Die Bewerbung
Die wenigen, die dies problemlos taten, hatten deren Praktikantenstellen schon längst besetzt. Somit erweiterte ich meinen Radius und fing an E-Mails zu schreiben. Am nächsten Tag und vor dem Rande der Verzweiflung bekam ich eine positive Antwort vom Chefarzt selbst. Natürlich ließ ich mir die Chance nicht entgehen und sagte der Famulaturstelle in der chirurgischen Ambulanz zu.
Am nächsten Tag schon organisierte ich Monatskarte, Babysitter, etc.
Das Krankenhaus
Mit der U9 fuhr ich täglich vom Hbf zum „KOK“. Das Karl-Olga Krankenhaus liegt in Stuttgart Ost und ist ein akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Ulm. Im KOK sind drei Kliniken zusammengeschlossen. Die Urologische Klinik Prof. Reuters, die orthopädische Baumann-Klinik und natürlich das Karl-Olga-Krankenhaus in dem sowohl Chirurgie, Innere, HNO, Anästhesie als auch Radiologie integriert sind.
Alltag aber nicht Routine
Um 7:40 Uhr trafen sich alle im Besprechungsraum zur Frühbesprechung. Dort informierte der diensthabende Arzt über alle Ereignisse in der Nacht, Neuaufnahmen, etc. Der „Ambulanz-Arzt“ wurde nach anstehenden kurzzeitchirurgischen bzw. ambulanten OPs bzw. stationären Aufnahmen gefragt. Es wurde über mögliche Entlassungen gesprochen bzw. über die gesundheitliche Lage mancher Patienten und wo noch die „Großen“ noch mal nachgucken müssten.
Danach ging’s für die meisten in den OP oder auf Station. Ich ging dann immer direkt auf die Ambulanz. Meistens war es in den ersten 2 Stunden ganz ruhig, wobei ich mir die Röntgenbilder der Nacht anguckte oder auf den OP-Plan spitzelte, ob an dem Tag was interessantes lief.
Dies war immer die Ruhe vor dem Sturm. Danach ging’s rund. Es kamen Patienten, die stationär aufgenommen werden mussten bzw. bei denen ein ambulant chirurgischer Eingriff bevorstand oder auch BG-Patienten zu Nachsorgeterminen oder Patienten zu postoperativen Kontrollen. Da durfte ich natürlich Blut abnehmen, Braunülen legen, Drainagen ziehen, Faden bzw. Klammer entfernen, etc.
Gleichzeitig nicht täglich aber abwechselnd fanden auch die Spezialsprechstunden statt. So bekam ich, dank eines sehr netten OA’s, einen Einblick in die Gefäßchirurgie und wie man Thrombosen ausschließt bzw. wie man einen kompletten Gefäßstatus erheben kann. Oder ich durfte bei periduralen Infiltrationen dabei sein.
Da die Ambulanz natürlich auch eine Notaufnahme war, kamen zwischendurch auch Unfälle mit den Krankenwagen zu uns. So durfte ich auch meine erste Kopfplatzwunde vernähen, Sturzunfälle orthopädisch und neurologisch untersuchen, die Erstversorgung bei Schnittwunden unter Anleitung natürlich übernehmen, ja sogar gipsen wurde mir beigebracht, was nicht so einfach und nicht als selbstverständlich anzusehen ist.
Um 14:45 Uhr ging es dann in die Röntgenbesprechung wobei die täglichen Fälle vom Radiologen vorgestellt wurden und somit interdisziplinär Diagnosen und Therapiemöglichkeiten gebannt wurden.
Gleich danach fand die Nachmittagsbesprechung statt, wobei die Dringlichkeit möglicher Indikation bzw. die Möglichkeit der Entlassungen besprochen wurde.
Unterricht/Fortbildung
Jeden Dienstag Nachmittag gab es PJ-Unterricht, wobei auch die Famulanten dies zu schätzen wussten. Jeden Freitag nach der Frühbesprechung übernahm einer vom Team die interne Fortbildung. Alle - vor allem die Assistenzärzte - wurden zu Fortbildungen vom Arbeitnehmer eingeladen. Die Röntgenbesprechung war auch ziemlich lehrreich sobald man natürlich den Patienten und seine Vorgeschichte kannte.
Das Betriebsklima
Nun, im Großen und Ganzen, sehr gut! Natürlich gab es da auch Unstimmigkeiten in der Chemie - so, wie es die überall gibt - aber es wurde immer im Wohle des Patienten entschieden und gehandelt und zwar „ in Zusammenarbeit“. Die Assistenzärzte waren alle sehr freundlich und man wurde von Anfang an im Team integriert.
Was mir sehr gut in der chirurgischen Ambulanz gefiel, war die Zusammenarbeit zwischen Krankenschwestern und Ärzten. Ich habe bisher keine so netten Krankenschwestern kennengelernt. Meistens wird man anderswo als zukünftiger “Pirat in Weiß“ beiseite gedrängt. In der Ambulanz im KOK wird man von den Krankenschwestern herzlich aufgenommen. Ja, ich bekam sogar meinen eigenen Spind.
Ein Rendezvous zwischen Erfahrung und Motivation findet täglich im KOK statt, was mich vor allem für mein Lieblingsfach Chirurgie positiv überraschte.
Fazit
Das Besondere an dieser Famulatur war, dass schon in der ersten Woche was unglaublich Schreckliches für diese Welt passiert ist. Ein „Warum?“ hing in der Luft für viele Tage …eine Frage auf die niemand eine Antwort zu geben sich traute.
Wenn wir aufeinander zugehen und nicht nur auf unsere eigene kleine Welt unsere Ansichten beschränken, dann können wir miteinander kommunizieren!
Ich werde an dem Tag so manches nie vergessen.
KOK? Jederzeit wieder! Danke an den „grauhaarigen Dr.“, an G. und an alle, die mir etwas beigebracht haben.
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| Autor(in): Fotini Tachou ([email protected]) |
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Die Umzugskisten stapeln sich noch in ihrem Büro. Kein Wunder: Gleich zwei Ortswechsel musste Leane Lehmann innerhalb kurzer Zeit verkraften. Erst von der Uni Karlsruhe nach Würzburg, dann vom Chemie-Hauptgebäude in den soeben fertig gestellten Pharmazie-Neubau. Lehmann ist die neue Inhaberin des Lehrstuhls für Lebensmittelchemie an der Universität Würzburg; neuartigen Lebensmitteln und deren angebliche gesundheitsfördernde Wirkung gilt ihr Interesse.
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Soja hat es Leane Lehmann angetan. Schließlich soll die Bohne, in Form von Milch, Würstchen, Sauce oder Tofu genossen, schiere Wunder vollbringen. Soja gilt als gesund, es soll der Entstehung von Krebs vorbeugen und die Beschwerden von Frauen in den Wechseljahren lindern. So zumindest verkündet es die Werbung einschlägiger Hersteller. Verantwortlich dafür sollen bestimmte Inhaltsstoffe der Sojabohne sein: die Isoflavone. Kein Wunder, dass man diese Substanzen inzwischen in hochkonzentrierter Form als Nahrungsergänzungsmittel in Apotheken, Drogerien und selbstverständlich auch im Internet kaufen kann.
Leane Lehmann interessiert sich allerdings nicht für die Sojabohne, weil sie etwas für ihre Gesundheit tun möchte. Ihr Interesse ist professioneller Natur; die Lebensmittelchemikerin will wissen, ob die Isoflavone tatsächlich die Wirkung erzielen, die ihnen zugeschrieben wird. Außerdem sucht sie nach potenziellen Nebenwirkungen. "Isoflavone greifen möglicherweise, wenn sie in hoch dosierter Form eingenommen werden, in das Hormonsystem des Menschen ein. Wir untersuchen, ob dies zu krankhaften Veränderungen führen kann", sagt die Wissenschaftlerin.
Leane Lehmann wurde 1972 in Freiburg geboren und ist in Koblenz aufgewachsen; in Kaiserslautern studierte sie bis 1997 Lebensmittelchemie. Sie promovierte 2002 an der Universität Karlsruhe über das gentoxische Potenzial von Substanzen mit östrogener Wirkung; 2008 habilitierte sie sich in Lebensmittelchemie mit einer Arbeit über Lebensmittelinhaltsstoffe als molekulare Modulatoren in der Krebsentstehung. Seit diesem Semester hat sie den Lehrstuhl für Lebensmittelchemie an der Universität Würzburg inne. "Lebensmittelchemie ist ein überaus spannendes Fach", sagt die Professorin. Die Suche nach minimalen Spuren bestimmter Substanzen in Lebensmitteln sowie nach deren Wirkung habe sie schon früh fasziniert. Ihre Leidenschaft für die Forschung wurde während eines Forschungspraktikums an der Universität Kaiserslautern geweckt. "Da war klar: Ich will so weitermachen", sagt sie.
Die Aufgaben einer Lebensmittelchemikerin haben sich in den vergangenen Jahren deutlich geändert: "Früher durfte ein Lebensmittel keine Arzneiwirkung besitzen. Heute können die Hersteller sogar damit werben, wenn die Wirkung wissenschaftlich belegt ist", sagt Lehmann. Für die Forschung sind damit neue Fragen in den Mittelpunkt geraten: "Ist die Substanz tatsächlich wirksam? Und ist sie sicher?" Vor allem der zweite Punkt beschäftigt die Forscherin. Denn im Gegensatz zu Medikamenten durchlaufen nur bestimmte Lebensmittel, so genannte "neuartige Lebensmittel", ein Zulassungsverfahren. In aller Regel findet eine Sicherheitsbewertung von Lebensmitteln oder deren Inhaltsstoffen erst dann statt, wenn sie bereits auf dem Markt sind.
Im Normalfall müssen Lebensmittel mit Arzneiwirkung nicht unbedingt ein Problem sein: Die Margarine, die den Cholesterinspiegel senkt, wird niemand tellerweise zu sich nehmen. "Bedenklich wird die Angelegenheit aber dann, wenn viele verschiedene Produkte mit solchen Eigenschaften aufgepeppt werden und sich in ihrer Wirkung summieren. Oder wenn Menschen diese Substanzen in Form von Nahrungsergänzungsmittel in hoher Konzentration zu sich nehmen", so Lehmann. Und deshalb untersucht die Wissenschaftlerin unter anderem, ob Isoflavone in hormonelle Regelkreise eingreifen, oder ob Phytosterole noch andere Wirkungen zeigen als nur den Cholesterinwert zu senken. Außerdem interessiert sich Lehmann, ganz unabhängig von den Nahrungsergänzungsmitteln, dafür, wie Schimmelpilzgifte eigentlich wirken. Die Arbeiten, die sie in Karlsruhe begonnen hat, will sie in Würzburg weiterführen und vertiefen.
Wie ist das - so ein Wechsel von der Elite-Uni Karlsruhe an die Uni Würzburg? "In Karlsruhe arbeitet man an einem großen Wissenschaftszentrum mit vielen Gruppen und viel Geld auch für Nachwuchsgruppen", sagt Lehmann. Und Würzburg? "Die Bedingungen hier sind sehr gut; das wissenschaftliche Umfeld stimmt, mit der Pharmazie, der Chemie, der Pharmakologie und der Toxikologie werde ich bestimmt gut zusammenarbeiten können", sagt die Professorin. Und was das Geld betrifft: Mehr Drittmittel einwerben, um die Arbeitsgruppe vergrößern zu können, hat sich Lehmann als nächstes Ziel gesetzt.
Mit den Räumen in dem Neubau des Pharmazie- und Lebensmittelchemiegebäudes ist Leane Lehmann zufrieden - auch wenn die Bauarbeiten momentan noch nicht überall beendet sind. In ihrem Zimmer ist die Einrichtung jedenfalls komplett; Zeit, die Umzugskisten auszupacken.
Quelle: idw-online.de
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| Autor(in): Margarete Pauli ([email protected]) |
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Wie lief die Forschung und Lehre eigentlich in den 60er-Jahren ab? Prof. Dr. med. Dr. h.c. Michael Steinhausen ist pensionierter Professor für Physiologie. Er ist zudem Leiter des Heidelberger Ärzteorchesters und Buchautor. In „Forschung und Lehre im Wandel der Zeiten: die 60er Jahre“ berichtet er in 12 anschaulichen Episoden aus seiner Forschungszeit. Die einzelnen Episoden werden als Auszug kurz angerissen, der komplette Text der Einzelfolgen ist als Download im PDF-Format kostenlos verfügbar.
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Prof. Dr. Dr.
Michael Steinhausen:
Forschung und Lehre im Wandel der Zeiten Die sechziger Jahre: Heidelberg -
New York - Heidelberg
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Folge
7: Amerika weiß durchaus auch zu
gefallen –
amerikanisches Bibliothekssystem sucht seines gleichen
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d |
Fundamental besser als
in Deutschland war an der Cornell Medical School in New York
zweifelsfrei der akademische Unterricht für die wenigen – handverlesenen
– Studenten, die für ihre Studiengebühren auch etwas erhalten sollten.
Meine Professoren hatten zwar während des ganzen Winters
jeder nur 6- 8 Stunden Vorlesung zu halten. Jede einzelne Vorlesung war
aber eine hochkarätige Veranstaltung eines selbst auf diesem Gebiet
forschenden Wissenschaftlers. Meine Gastgeber schienen das
außerordentlich ernst zu nehmen. Sicherheitshalber wurde an diesen Tagen
schon 1 Stunde früher zum Institut abgefahren. Die Vorlesungen wurden
minutiös ausgearbeitet, die Studenten bekamen ausführliche
Vorlesungszusammenfassungen in die Hand. Das Begleitmaterial sollte dem
letzten Stand der Forschung entsprechen... |
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[Komplette Folge 7 - klick hier]
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Die fünfziger Jahre: Medizinstudent 1952-1958
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Physiologie des Menschen verständlich zu machen. Nur was man verstanden
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"Jetzt kannst du gleich von Papa ein Kunststück sehen.", sagt er zur Tante.
"Na, da bin ich aber gespannt. Was wird das denn für ein Kunststück?", fragt die Tante.
"Papa meinte, wenn du wieder eine Woche bei uns bleibst, geht er die Wände hoch."
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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6. Das Krankenpflegepraktikum: Arzt sein ist wirklich nicht einfach!
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Nach meinem Praktikum im Sommer habe ich immer allen erzählt, dass auf “meiner” Station der Ärztemangel noch gar nicht angekommen ist, und, dass die alle zwar viel zu tun haben und auch Überstunden machen, aber dass sie die auch noch abfeiern können. Zwischendurch gab es auch Tage, an denen die Ärzte kaum etwas zu tun hatten mit Patienten, da einfach nichts los war.
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Dann wurden Arztbriefe geschrieben oder sonst igrendein Schreibkram erledigt. Aber sie wirkten alle immer zufreiden mit ihrem Job, glücklich mit der Arbeitssituation und auch sonst strahlten die meisten einfach ein gues Gefühl aus. Zwar wurde einem von jedem empfohlen, nicht Medizin zu studieren, aber wenn man glaubwürdig bekräftigt hat, dass das wirklich der größte Traum ist, dann war auch alles okay.
Aber irgendwie ist dieses Mal alles anders! Auf der Station fehlen im Grunde zwei Ärztinnen durch Schwangerschaft, eine Assistenzärztin wechselt zur plastischen Chirurgie und durch schlechte Belegzahl macht auch noch der Chefarzt richig Stress. Die Stimmung ist also ziemlich gereitz, und wodran ich mich noch gewöhnen muss ist, dass man nicht alles persönlich nimmt. Ich wurde zwar nicht angemeckert, aber dadurch, dass die Stimmung so mies ist, kommt man sich immer so fehl am Platze vor und ich hab - im Gegensatz zum Sommer - wirklich langsam Hemmungen, manche Ärzte auch nur irgendetwas zu fragen! Im Gunde hat mich nur die Realität eingeholt, aber trotzdem ist das ein doofes Gefühl. Ich hoffe ja mal stark, dass sich die ganze Situation verbessert hat, bis ich mal richtig als Ärztin auf eine Station muss, und das dauert ja auch noch!
Seit letzter Woche haben wir auch wieder neue Schwesternschülerinne aus dem Unterkurs auf der Station. Leider muss man die diesmal in zwei Lager einteilen. Einmal die, die es wirklich drauf haben, gut mit Kindern umgehen könne, schnell und ordentlich arbeiten, sympathisch sind, schon einiges wissen und einfach auch aufgeschlossen sind. Die andere Hälfte sind etwas vertrottelter :), die sind irgendwie langsam, kennen nicht die einfachsten Medikamente, vergessen total viel - irgendwie haben die den falschen Beruf gewählt. Naja, ist ja nicht mein Problem, wer weiß wie mies ich mich mal anstelle, wenn ich auch nur ansatzweise die Arbeit von einem Arzt machen muss
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| Autor(in): Jana ([email protected]) |
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Schon im Mikrobiologiekurs im 5. Semester an der TU Dresden entdeckte ich mein Interesse für die Welt der Bakterien, Viren und Parasiten. Ich war von Infektionen, ihren Erscheinungsformen und den Bekämpfungsmöglichkeiten fasziniert und fasste den Entschluss, meine Doktorarbeit im Bereich der Mikrobiologie anzufertigen. Was lag da näher, als die nächste Famulatur auf einer infektiologischen Station zu verbringen?
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Im Großraum Dresden und Ostsachsen ist die von PD Dr. Teichmann geleitete Station für Infektiologie und Tropenmedizin die einzige, die sich auf dieses Themengebiet spezialisiert hat. Dr. Teichmann, der einen MSc-Titel (Master of Science) für Tropenmedizin in London erworben hat und früher einmal für das Robert Koch-Institut gearbeitet hat, ist einer von zwei Ärzten in Sachsen, die eine Weiterbildungsbefugnis für die Zusatzbezeichnung “Infektiologie” haben. Diese Reputation überzeugte mich.
An der Schleuse Zu Beginn meiner Famulatur erhielt ich zunächst eine kurze Einweisung in den Daten- und vor allem Infektionsschutz, meinen Spindschlüssel und meine Kleidung ausgehändigt und dann fand ich mich an der Schleuse der infektiologischen Station ein.
Generell ist vorgesehen, auf diese Station nur Patienten einzuweisen, die möglicherweise ansteckende infektiologische Erkrankungen haben. Daher ist die Station nur über eine Schleuse zu betreten und Patienten sind in Einzelzimmern mit Doppeltüren untergebracht. An die Station ist außerdem die Reise- und Tropenmedizinische Ambulanz, die Impfstelle für Tollwut und Gelbfieber sowie eine Immunschwächeambulanz für HIV-Patienten angeschlossen. Da die Station auch über videoüberwachte Räume verfügt und parterre liegt, wurden gelegentlich auch suizidgefährdete Patienten dort behandelt. Trotz der Sicherheitsvorkehrungen: Auf der Station herrscht ein sehr entspanntes Arbeitsklima. Während meiner Famulatur waren ein Oberarzt, zwei Internisten in infektiologischer Weiterbildung und ein PJler der Station zugeteilt. Die Krankheitsbilder der Patienten sind, trotz der sprichwörtlichen Reiselust der Sachsen nicht so exotisch, wie es der Name der Station zu versprechen scheint: Während meiner Famulatur wurde zum Beispiel nur ein einziger Malariapatient behandelt und mir wurde gesagt, ich hätte „Glück“, überhaupt einen zu sehen. Es überwiegen Patienten mit Magen-Darm-Erkrankungen (vor allem mit Norovirus!), mit exazerbierten COPDs, mit Pneumonien und Meningitis. Es gab aber auch Fälle von Hepatitis, Lues und HIV.
Symptomen auf der Spur
Ich war vom ersten Tag an absolut ins Team integriert. Es gab keine sinnlose Hierarchie unter den verschiedenen Arzt- und Studentenrängen. Im Gegenteil: Man versuchte gemeinsam, gerade in ungeklärten Fällen, den mannigfaltigen Erregern der unterschiedlichen Symptomenkomplexe auf die Schliche zu kommen und diese adäquat zu behandeln. Echtes Teamwork! Als Famulus war ich vor der Visite für Blutabnahmen und das Legen von Venenverweilkanülen zuständig. Sollten hierbei einmal Probleme auftreten, half jeder mir gerne und ohne Murren. Die Visite dauerte einer Station der Inneren entsprechend relative lang, oft gar bis zur Röntgen-Konferenz gegen 12 Uhr. Nach dem Mittagessen konnte ich auf der Station noch Urinkatheter legen, Zugänge aufnehmen oder andere kleine Stationsarbeiten selbstständig erledigen. Auch die Befundung der EKGs war mir überlassen, wobei sich immer jemand fand, mit dem man den jeweiligen Befund noch einmal besprechen konnte. Während der Visite konnte ich Fragen zu jedem Patienten stellen und sollte auf der anderen Seite aber auch Patienten vorstellen, die ich selbst aufgenommen hatte. Oft wurde man auch von den Ärzten dazu ermuntert, selber eine Antibiotika-Therapie vorzuschlagen. Das Für und Wider der einzelnen Therapien wurde dabei ganz ungezwungen erklärt und diskutiert. Sollte einmal eine Pleura- oder Aszitespunktion vorgenommen werden, durfte ich als Famulus mitkommen. Hier durfte ich jedoch nicht selbst Hand anlegen. In der Impfambulanz hingegen durfte ich selbst Injektionen setzen.
Therapiegeschult Die Famulatur auf der infektiologischen Station des Krankenhauses Dresden-Neustadt bietet einem weniger jene spektakulären Krankheitsbilder, die man in diesem Bereich vermuten würde. Wer jedoch schon immer mehr über die verschiedenen Antibiotika-Therapien wissen wollte und gerne in einem ausgesprochen freundlichen Team selbstständige Arbeiten verrichtet, anstelle den Ärzten nur über die Schulter zu schauen, ist hier für eine Famulatur gut aufgehoben!
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| Autor(in): Felix Reschke ([email protected]) |
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8. Von der Chirurgenwerkstatt zum High-Tech-OP Der Operationssaal der Zukunft
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Trotz der enormen Anforderungen, die heute an die Chirurgie gestellt werden, sind die Strukturen im OP seit 150 Jahren erstaunlich konstant geblieben. Erst in jüngster Zeit kommt Bewegung in die Organisation und die Prozesskette im Operationssaal. Während einer Live-Schaltung aus Tübingen wird am 25. Juni 2009 der Direktor der Universitätsfrauenklinik, Prof. Diethelm Wallwiener, einen der modernsten OP-Säle Europas auf dem TopClinica-Kongress "Medizin braucht Zukunft" in der Neuen Messe Stuttgart vorstellen.
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Der Fortschritt der Medizin bringt es mit sich, dass Operationen heute einen ungemein großen technischen Aufwand erfordern. In OP-Sälen steht meist eine Vielzahl von Geräten verschiedenster Hersteller. Ihre Bedienung ist kompliziert und benötigt viel Zeit. Zeit, die der Patient in der Narkose mit all ihren Risiken verbringen muss. Dass es im Zeitalter der Digitalisierung auch anders geht, beweist der "OP der Zukunft", auch OR1TM genannt, den die Firma Karl Storz zusammen mit den Tübinger Gynäkologen als Referenz-OP geplant und mit dem modernsten Equipment ausgestattet hat.
Sven Becker, Oberarzt an der Tübinger Frauenklinik, ist begeistert von dem neuen Operationsraumkonzept: "Ein wesentlicher Vorteil ist die Zeitersparnis. Ein Computersystem vernetzt alle Apparate miteinander, sodass wir keine Probleme mit den Schnittstellen mehr haben. Bedienen können wir die Geräte über einen Touchscreen oder, wenn keine Hand frei ist, auch über die Sprachsteuerung. Das beschleunigt die Arbeitsabläufe und verringert das Risiko möglicher Fehlbedienungen während der Operation".
In diesem Operationssaal gibt es keine Stolperfallen aus Kabeln, kein Gerät berührt den Boden. Das ganze Team hat genügend Bewegungsfreiheit. Den OP-Tisch umkreisen neben den Spezialleuchten eine Reihe von Flachbildschirmen, die an der Decke aufgehängt sind. "Wir arbeiten mit der modernsten Audio- und Videotechnologie und können damit die gesamte Operation aus unterschiedlichen Kameraperspektiven aufzeichnen", so Becker, "das ermöglicht uns die Ausstrahlung in den Hörsaal nach nebenan oder ans Ende der Welt." Oder eben nach Stuttgart, wo Becker während der Direktübertragung die Operation seines Chefs kommentieren wird.
Der OP vom Preistreiber zum Profitcenter
Der OP ist der teuerste Arbeitsplatz im Krankenhaus. Wie man ihn vom Preistreiber zum Profitcenter umwandelt, wird der Leiter des Tübinger Zentral-OP's, Heinz Guggenberger, zeigen. Er vermietet die Operationssäle an die Chirurgen des Universitätsklinikums und sorgt damit für eine optimale Auslastung. Für Ärzte geht mit der Einführung eines straffen OP-Managements auch ein kultureller Wandel einher: Bei standardisierten Abläufen sind sie nicht mehr der alleinige Chef und der Künstler am Skalpell, sondern der Verantwortliche für einen Schritt im Gesamtprozess.
Über den Top-Clinica-Kongress "Medizin braucht Zukunft"
Auf dem interdisziplinären TopClinica-Kongress "Medizin braucht Zukunft" referieren vom 24. bis 26. Juni 2009 in der Neuen Messe Stuttgart Spezialisten aus Wissenschaft und Praxis, aus Medizin und Industrie vor Entscheidungsträgern aus Kliniken und der Gesundheitspolitik über die spannendsten Themen, die es zurzeit im "System Klinik" gibt: Von der innovativen Bildgebung über Operationen ohne Schnitte, Navigationssysteme und Elektronische Implantate bis zu individualisierten Therapien und dem Ersatz von Organen und Geweben. Von der Prozessoptimierung im Krankenhaus und im Operationssaal über Fast-Track-Chirurgie und Fragen der Hygiene bis zur Telemedizin und der Globalisierung im Gesundheitsmarkt.
Medienvertreter sind dazu herzlich eingeladen. Das gesamte Kongressprogramm, weitere Informationen zur Anmeldung, Texte und Pressefotos finden Sie im Internet unter http://www.topclinica.de.
Quelle: idw-online.de
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| Autor(in): Dr. Ellen Katz ([email protected]) |
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Meine Intention, warum ich in die orthopädische Ambulanz wollte, war eigentlich den typischen Praxisalltag zu umgehen, wenn wir schon einen Monat Praxisfamulatur machen müssen, deswegen also die Entscheidung in eine Spezialambulanz zu gehen. Nach einer Woche muss ich nun aber doch feststellen, dass eine Spezialambulanz doch nicht immer so ganz speziell ist.
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Heute stellte sich eine Patientin bei uns vor mit Schmerzen in der Halswirbelsäule und geringen Bewegungseinschränkungen in den Kopfgelenken. Bei der klinischen Untersuchung zeigte sich nichts Besonderes und da wir ja in der Orthopädie sind, machten wir natürlich noch ein Röntgenbild, was, wie nicht anders zu erwarten, ebenfalls nichts Besonderes zeigte, außer den altersentsprechenden Abnutzungserscheinungen. Um diese Verspannungen zu lösen gaben wir der Patientin Rezepte für Katadolon und Physiotherapie. Damit war die Patientin aber nicht zufrieden und wollte unbedingt noch eine Krankschreibung für eine Woche, was in meinen Augen schon absolut übertrieben erscheint, aber natürlich bekam sie die AU von uns. Als sie vom Röntgen zurückkam, war sie dann der Ansicht, dass wohl die eine Woche nicht reichen würde (weil sie mal ausspannen müsste!!) und bat uns um eine Verlängerung der AU….Das lehnten wir natürlich ab. Aber ich war einfach so perplex von dieser Dreistigkeit für eine Verspannung zwei Wochen krankgeschrieben werden zu wollen, dass mich das noch eine ganze Zeit beschäftigte.
Ein anderer Fall gestern bestätigte mal wieder die landläufige Meinung: 5 Ärzte, 10 Meinungen. Ein schon etwas älterer Patient mit Schmerzen im Knie, die er wohl schon eine ganze Weile hat und deswegen auch schon mehrmals vorstellig war in der Ambulanz . Bei der ersten Konsultation einer unserer OÄ wurde ihm wohl gesagt, dass er einen ausgedehnten Knorpelschaden im Gelenk haben würde. Bei einer nächsten Vorstellung bekam er als Befund von unserem Kniespezialisten, dass im Knie alles in Ordnung wäre. Gestern also kam der Patient mit aktuellen MRT-Bildern wieder in die Sprechstunde und wollte nun endlich wissen, was mit seinem Knie los ist. Die MRT-Bilder zeigten ein Knie in altersentsprechendem Zustand, was wir dem Patienten und seiner Frau mitteilten, die aber einfach nicht verstehen konnten, wie es sein kann, dass ihnen 3 Wochen vorher gesagt wurde, dass es einen Knorpeldefekt geben würde. Letztendlich waren die beiden sehr aufgebracht darüber, dass wir Ärzte uns ja nie einige wären und es ja wohl nicht sein kann, dass der eine das und der nächste das sagt. Irgendwie hat es mein Kollege geschafft, die beiden ein wenig zu beschwichtigen, aber ich denke, dass wird noch einmal für Zündstoff sorgen, vor allem zwischen den beiden betroffenen Oberärzten.
Aber heute gab es sogar auch ein sehr schönes Erlebnis – ja, auch das gibt es doch noch!! Und zwar ein Patient, der wie so viele mit dem Notarzt gebracht wurde mit starken Rückenschmerzen im Bereich der LWS der sich eigentlich kaum noch rühren konnte und bei dem die klinische Untersuchung dementsprechend schwierig war. Bei solchen Patienten bieten wir immer zwei Möglichkeiten an: entweder wir nehmen sie stationär und machen auf oder wir geben Rezepte für Physiotherapie und Schmerzmittel mit. Zusätzlich können die Patienten auf Wunsch eine Facetteninfiltration bekommen. Gesagt, getan und siehe da: nach Infiltration und 10 Minuten Ruhe GING der Patient aus der Klinik, so als wäre nichts gewesen. Das sind doch mal die schönen Augenblicke der Orthopädie!
So, nun genieße ich erst einmal wieder das Ausschlafen am Wochenende, denn selbst nach einer Woche Dienstbeginn 7.30Uhr kann ich mich an das frühe Aufstehen einfach nicht gewöhnen!
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Jeden Donnerstag um 21 Uhr eine neue Folge von "Hauptsache Gesund", dem Ratgebermagazin im TV mit vielen Tipps und guten Ratschlägen zur menschlichen Gesundheit.
Name der Sendung:
Hauptsache Gesund
Thema der Folge:
Im Alter fit leben
Sendezeit:
11.06.2009 - 21:00 Uhr bis 21:45 Uhr auf MDR
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Viele Senioren haben heute auch im Ruhestand einen vollen Terminkalender: Enkel hüten, Sprachen lernen, Reisen planen. Rund 700.000 Rentner gehen sogar noch voll oder teilweise arbeiten. Tatendrang im Ruhestand - liegt darin das Geheimnis der fitten Alten? Doch Altern beginnt nicht erst mit 65. Auch Unternehmen haben auf Grund der demografischen Entwicklung ein zunehmendes Interesse daran, günstige Bedingungen dafür zu schaffen, dass Arbeitnehmer gesund und leistungsfähig bis ins höhere Alter bleiben. Das MDR-Gesundheitsmagazin zeigt Beispiele, wie man seine aktuelle Vitalität und sein "wahres" biologisches Alter messen kann - und vor allem wie man es verjüngen kann.
[Diese und weitere Sendungen jetzt in Medizin im TV - klick hier]
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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Der Präp-Kurs ist sicherlich DAS Highlight der vorklinischen Ausbildung: denn hier lernt der angehende Mediziner den Aufbau des menschlichen Körpers bis in das letzte Detail kennen. Wir waren neugierig, wie Studenten hierzulande den Präp-Kurs erlebt haben. Lies unsere Interviews, die dir einen Einblick in die Erfahrungswelt junger Mediziner liefern.
1. Kannst du dich noch an den Augenblick und die Szene erinnern, als du den Präp-Saal zum ersten Mal betreten hast? Wie sah das aus und was ging dabei in dir vor?
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Ich werde nie die Schritte den langen Gang zum Präp-Saal hinunter vergessen. Eigentlich hatte ich Hunger, holte ein Knoppers aus meiner Jackentasche und überlegte dauernd, ob mir eher mit leerem Magen oder nach einem Riegel übel werden würde.
Bis heute weiß ich, welche Kleidung ich trug. Der Formalingeruch ist völlig präsent.
2. Hast du auch im Vorfeld vor dem ersten Termin des Präp-Kurses schon vermehrt an das „Erste Mal Präppen“ gedacht? Habt ihr in der Vorlesung dieses Thema ausführlicher behandelt?
Ja, mehrfach. In der Vorlesung wurde auch ein Video über das Verhalten im Präp-Saal, aber auch die Skalpelle und die Schnitttechnik gezeigt. Einmal hatten wir auch einen präparierten Leichnam im Hörsaal.
3. Mit welchen Erwartungen bist du in den Präp-Kurs gegangen? Wurden Sie erfüllt oder eher enttäuscht?
Sehr viel zu lernen. Das wurde nicht ganz erfüllt, weil wir doch oft sehr auf uns selbst gestellt waren,
nach dem Motto: "macht mal". Teilweise fehlten Tischbetreuer oder die Zuständigkeiten
waren unklar.
4. Was war in deinen Augen das absolute Highlight des Präp-Kurses, an das du dich noch heute erinnerst?
Ein menschliches Herz in der Hand zu halten, das war schon ein "irrer" Moment.
5. Welches Themengebiet fandest du am schwierigsten zu lernen?
Auf jeden Fall die Nerven, die waren ungeheuer komplex zum Lernen.
6. Was hat dir beim Präppen am meisten Spaß gemacht?
Der
Situs hat mir sehr viel Spaß bereitet. Die Organe in ihrer Lage zueinander zu sehen und
sie dann frei zu legen, war super interessant.
7. Und im Gegenzug: was fandest du beim Präp-Kurs am unangenehmsten?
Die
Neuroanatomie fand ich sehr komplex und schwierig zu lernen.
8. Wie häufig und wie lang fand der Präp-Kurs statt?
Der
Bewegungsapparat und Situs fanden 4x pro Woche ca. 3 Stunden ein Semester lang
statt und die
Neuroanatomie1x pro Woche ca. 3 Stunden und 7 Wochen lang.
9. Konnten am Präp-Nachmittag alle gleichzeitig und im Team präparieren oder ging das abwechselnd?
Wir waren zu zehnt am Präp-Tisch, soweit man sich nicht behinderte, haben wir
alle gleichzeitig präpariert.
10. In welcher Form und Häufigkeit mussten Testate und Prüfungen absolviert werden?
Mündliche Prüfungen am Leichnam gab es je eine für Bewegungsapparat und Situs.
Bei der
Neuroanatomie hatten wir sieben Kurzklausuren alternativ zu einer großen Abschlussklausur.
11. Der Umgang mit Leichen ist sicher für einen Anfänger nicht leicht. Hattest du hier auch im weiteren Verlauf noch Probleme oder hast du dich einfach dran gewöhnt?
Gewöhnt ja, trotzdem ließ es mich nicht ganz los. Öfters dachte ich abends noch an den Anblick und hatte vor allem den Geruch in der Nase.
12. Wurde über die Herkunft der Personen und den nötigen Ablauf, sich der Lehre und Wissenschaft z.B. für den Anatomie-Kurs zur Verfügung zu stellen, gesprochen?
Hierüber wurde leider nur sehr kurz gesprochen, mich hätten mehr Details interessiert.
13. Gab es nach dem Ende des Präp-Kurses eine Art Trauerfeier, an der auch die Präp-Kurs-Studenten teilnehmen konnten? Falls ja: was ging dabei in dir vor, woran hast du gedacht und welche Bilder stiegen in deinem Innern auf?
Ja, es fand eine von Studenten gestaltete Trauerfeier statt.
Hochachtung und Dankbarkeit gegenüber den Spendern und deren Angehörigen.
14. Würdest du gerne den Präp-Kurs noch einmal absolvieren (weil es so großen Spaß machte und interessant war) oder bist du der Ansicht "Einmal genügt".
Ambivalent: Eine Wiederholung täte gut, man würde heute die Dinge besser einordnen können, weil man weiß, wozu das Detailwissen gut ist. Trotzdem finde ich den Präp-Saal
einen bedrückenden, unerfreulichen Arbeitsplatz - Anblick der Leichen,
erschreckend taktloses Verhalten Einzelner, Geruch, Lärm durch Klimaanlagen,
usw.
15. Welche Tipps würdest du Studenten geben, die den Präp-Kurs noch vor sich haben?
Gut vorbereitet sein, dann ist der Lerneffekt größer. Gegenseitig Themen referieren, während des Präppens.
Ganz praktischer Tipp: breite Schweißbänder o.ä. besorgen, damit die Kittelärmel nicht so schnell dreckig werden!
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