18.08.2009

Ausgabe 461

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In Kooperation mit: Georg Thieme Verlag  *  Deutsche Ärzte Finanz  * deutsche apotheker- und ärztebank

 
 Inhalt (jetzt auch anklickbar)
1.Editorial
2.Nach der Prüfung in die Toskana
3.Mein PJ-Tertial in der Pädiatrie im New Yorker SUNY Downstate Medical Center
  
4.Witz der Woche: Intensivstation
5.La Experiencia Andaluza - Mein Chirurgie-Tertial in Granada
6.Famulatur-Blog: War das Wetter zu schön?
  
7.Frauen erklären Kopfschmerzen anders als Männer
8.Der Der Ärzte-Blog: Surfer und Chirurgen
9.Anatomie-Special: Interviews zum Präpkurs
  
10.In den Foren gelauscht
11.Impressum
    
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 1. Editorial
  

Hallo,
in dieser Woche werden viele von euch das Physikum absolvieren und MEDI-LEARN steht euch dabei wie jedes Jahr mit dem exklusiven Examensservice mit Rat und Tat zur Seite. Aber auch für die Zeit nach dem Physikum haben wir uns etwas besonderes für dich ausgedacht - wenn du Lust auf einen Abstecher in die interesantesten Regionen Italiens hast, solltest du dir unseren heutigen Artikel zum Thema nicht entgehen lassen.

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Auch unsere Artikelschreiber haben wieder spannende Zeiten an den unterschiedlichsten Orten erlebt. Jan-Peter berichtet von seinem Pädiatrie-Tertial in New York City, wo er "viele tolle Erfahrungen" gemacht hat, die seinen "Horizont definitiv erweitert" haben. Tonja hat es in das südspanische Granada verschlagen, wo sie neben den fachlichen Eindrücken in der Chirurgie auch so manche spanische Lebensgewohnheit kennenlernte. Michael teilt uns seine Erfahrungen im Präpkurs mit, der ihm sehr viel Spaß bereitet hat und bei dem er allen Kommilitonen rät, "einfach locker an die Sache" ranzugehen. Außerdem findest du in der heutigen Ausgabe neue, lesenswerte Weblogbeiträge, nützliche Links in die MEDI-LEARN Foren und mehr.

Viel Spaß beim Lesen wünschen dir
Thomas, Jens und Christian
Redaktion MEDI-LEARN

Der Blick in die Zukunft: In der nächsten Ausgabe der Onlinezeitung liest du am 25.08.2009:
o Katastrophale Bedingungen, ausgezeichnete Qualifikation
o Der PJ-Blog: Business as usual  

  

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 2. Nach der Prüfung in die Toskana

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Noch günstiger geht es wirklich nicht! Alle Leistungen des MEDI-LEARN Clubs bekommst du als Mitglied ab sofort völlig kostenlos. Und dabei sind allein die Club-Angebote rund ums Examen für junge Mediziner Gold wert: Vorbereitungs-Seminare samt Skript, gedruckte Prüfungsprotokolle und ein „Schnelltest Lernen“ erleichtern dir die Vorbereitung ungemein. Und die Ergebnisse bekommst du auf Wunsch schon wenige Stunden nach der Prüfung per SMS auf dein Handy.

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Wer jetzt eintritt, kann sich zudem vom sommerlichen Prüfungsstress vielleicht bald am Mittelmeer erholen. Unter allen Clubmitgliedern wird nämlich Ende September eine achttägige Italien-Rundreise für zwei Personen mit Abstechern nach Florenz, Pisa und Rom, einem Toskana-Ausflug und selbstverständlich einer Gondelfahrt in Venedig verlost. Volles Programm also für Kultur-Interessierte ebenso wie für Romantiker.

Aber auch wenn’s mit den acht Tagen Dolce Vita im Süden nicht klappen sollte, bist du als neues Clubmitglied definitiv auf der Gewinnerseite. Schon nach etwa zwei Wochen bringt dir der Postbote dein persönliches Begrüßungsgeschenk, zum Beispiel einen Kaffeebecher mit Rippenspreizer-Cartoon oder das Skript „Lernstrategien: MC-Techniken und Prüfungsrhetorik“ mit zahllosen Tipps. Und die MEDI-LEARN Zeitung kannst du dann endlich beim Frühstück lesen, ohne Brötchenkrümel in der Tastatur zu riskieren. Denn statt als PDF aus dem Internet bekommst du sie zweimal als gedruckte Ausgabe ebenfalls mit der Post.

Kleine Geschenke erhalten während des gesamten Studiums die Freundschaft, und ermöglicht wird das Ganze mit Unterstützung der beiden Partner Deutsche Ärzte Finanz und Hartmannbund: Ob Berufs- und Privathaftpflicht, Formular-Service in mehreren Sprachen mit deinen persönlichen Angaben fix und fertig zum Ausdrucken, Seminare zu studienrelevanten Themen, Tipps für mündliche Prüfungen oder die Datenbank für den Studienplatztausch… all das gibt’s im MEDI-LEARN Club nun kostenlos. Einziger Wermutstropfen: Deine Mitgliedschaft endet (ohne irgendwelche Kündigungsformalitäten) automatisch nach der Approbation. Je früher du dich anmeldest, desto vollständiger nutzt du die Vorteile des Clubs!

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Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected])
  
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  • Der erste Stand der Dinge geht online
    Der erste „Stand der Dinge“ der Auswertung durch MEDI-LEARN Dozenten wird noch am Prüfungstag veröffentlicht und im Laufe des Tages zu den „Endgültigen Ergebnissen“ vervollständigt.
  • Examensergebnisse per E-Mail oder SMS
    Lass dir kostenlos über den Emailverteiler „Examensergebnisse per Email“ schicken. Als Clubmitglied sogar per SMS.
  • Diskussionen in den Examensforen
    Im Forum wird auch in den Tagen nach der Prüfung eifrig über die Lösungen diskutiert

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 3. Mein PJ-Tertial in der Pädiatrie im New Yorker SUNY Downstate Medical Center

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Von Januar bis März 2009 habe ich ein Tertial meines PJ im SUNY Downstate Medical Center in New York City geleistet. Ich habe mich ca. ein halbes Jahr vor Beginn meines PJ Tertials bei mehreren Universitäten in den USA per E-Mail formlos beworben. Neben vielen Absagen erhielt ich eine inoffizielle Zusage von der Sekretärin des Studentensekretariats der SUNY Downstate Medical School, Frau Sandra Mingo.

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Bewerbung
Die offizielle Bewerbung lief relativ problemlos. Ablauf und Bedingungen der Bewerbung sind unter folgendem Link einzusehen: http://sls.downstate.edu/registrar/visiting/. Ein Aufenthalt an der SUNY ist für max. 3 Monate (3 electives) möglich. Den “letter of eligibility“ habe ich mit einer Kopie meiner Bewerbung an die entsprechende Behörde und meine Bewerbung mit einer Kopie des Antrags für den “letter of eligibility“ an das Studentensekretariat von SUNY zeitgleich abgeschickt. Ich habe mich für die electives “neonatology“ und “infectious diseases (pediatrics)“ beworben. Es besteht auch die Möglichkeit, sich für ein “subinternship“ zu bewerben, welches aber wohl eher den Anforderungen eines Assistenzarztes entspricht. Die anfallenden Bewerbungskosten ca. 500 US$ habe ich über die Sparkasse überwiesen, weil die SUNY keine Barzahlungen entgegen nimmt. SUNY erhebt im Gegensatz zu vielen anderen medical schools in den USA keine Studiengebühren. Das Studentensekretariat gibt z. T. nur sehr sporadisch Auskunft, so dass ich bei einer konkreten Frage häufig mehrere E-Mails senden musste, um eine Antwort zu erhalten. Ich habe mich am Freitag vor meinem offiziellen Dienstbeginn am darauf folgenden Montag im Studentensekretariat vorgestellt. Dies gab mir die Möglichkeit, bereits im Vorfeld alle Formalitäten zu erledigen und mich den Chefärzten der mir zugewiesenen Stationen vorzustellen. Im Studentensekretariat bekam ich u. a. auch eine ID-Karte ausgehändigt, die bei jedem Betreten des Krankenhauses vorgezeigt werden musste. Hatte ich die Karte zu Hause vergessen, war es oftmals schwierig am Sicherheitspersonal vorbeizugelangen. Zwei Voraussetzungen für die Bewerbung bei SUNY sind das HIPAA und das OSHA training. Das OSHA training kann man bereits in Deutschland online am PC durchführen. Das HIPAA training besteht in dem Ansehen eines Films vor Ort. Ein kleiner Tipp zum OSHA training: Bevor man seine Ergebnisse nach einer Lektion speichert, kann man jederzeit die einzelne Lehreinheit beenden und diese erneut beginnen. Die Fragen am Ende des Kapitels ändern sich nur geringfügig, so dass man seine Punktezahl durch mehrmaliges Ansehen einer Lektion ein wenig aufbessern kann. Ein TOEFL Test ist für electives an der SUNY nicht notwendig.

Einreise
Ich bin mit British airways für 430 Euro (Hin- und Rückflug) nach New York geflogen. Der Vorteil bei dieser Fluggesellschaft ist, dass man für ein Gepäckstück mit bis zu 10kg Übergepäck nur eine Pauschale von umgerechnet ca. 35 Euro zahlen muss. Bei einem Umsteigen und Wechsel der Flughäfen in London sollte man sich jedoch vorher vergewissern, ob der Transfer im Preis mit eingeschlossen ist und ob die Koffer erneut eingecheckt werden müssen. Entgegen vieler Meinungen brauchte ich für die Einreise in die USA kein Visum. Das Visa Waiver Programm (Aufenthalt in den USA bis max. 90 Tage), für das man sich online in ca. 5 min. registrieren muss, reichte absolut aus. Viel wichtiger war es bei der Ankunft in den USA das Rückflugticket am Schalter vorzuweisen. Am besten zeigt man dem Officer bei der Einreise auch das Willkommensschreiben der amerikanischen Universität. Ich habe während meiner Zeit in den USA auch eine kurze Reise nach Mexiko unternommen. Auch hier erfolgte die Ein- bzw. Ausreise in beide Länder problemlos. Mir wurde sogar die Aufenthaltsgenehmigung in den USA um weitere 90 Tage verlängert.

Unterkunft
New York ist eine teure Stadt, in der günstiger Wohnraum Mangelware ist! Generell gilt: Der amerikanische Wohnstandard liegt deutlich unter dem deutschen! SUNY verfügt über ein Studentenwohnheim, in dem ein Zimmer ca. 1200 US$ kostet. Es gibt auch die Möglichkeit sich ein Zimmer mit einem anderen Studenten für ca. 600 US$ pro Person zu teilen. Das Wohnheim, welches direkt gegenüber dem Krankenhaus gelegen ist, verfügt über ein Schwimmbad und eine große Turnhalle inkl. Kraftraum, die man für ca. 15 US$ pro Monatnutzen kann. Ich habe mich für die Wohnungssuche kurz vor meiner Abreise auf www.craigslist.org umgesehen. Innerhalb von zwei Tagen hatte ich ein WG-Zimmer in Brooklyn in der Nähe des Sunset Parks für 650 US$ (Kaution 650 US$). Die Vermieterin namens Alina war sehr nett und hilfsbereit. Das Zimmer war ca. 13m² groß, möbliert und verfügte über gratis W-LAN sowie einen aktiven Telefonanschluss. Es war Teil einer Wohnung mit Küche und Bad, in der noch zwei weitere Studenten lebten. Mit dem Bus brauchte ich ca. eine Stunde zum Krankenhaus und mit der Metro ca. 45 min.

Versicherung
Die vorgeschriebene Haftpflichtversicherung habe ich über den Marburger Bund abgeschlossen, der in Zusammenarbeit mit der DBV Winterthur vergünstigte Konditionen für seine Mitglieder anbietet. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, alle für einen Auslandsaufenthalt benötigten Versicherungen über den DAAD/BVMD im Paket abzuschließen.

Finanzierung
Ich habe einen Fahrtkostenzuschuss durch den BVMD in Höhe von 315 Euro erhalten. Neben einer unkomplizierten Bewerbung wird nach Abschluss des Praktikums ein kurzer Erfahrungsbericht verlangt.

Praktikum
Grundsätzlich galt für meinen gesamten Zeitraum: Es liegt an einem selbst, wie viel man lernt. Auf Nachfragen gaben die Ärzte bereitwillig Auskunft und erklärten das Thema gerne nochmals, falls man sie auf Anhieb nicht ganz verstanden hatte. Sein Stethoskop sollte man mitbringen. Ein Reflexhammer ist nicht unbedingt erforderlich. Für einige Rotationen wie “surgery“ und “(neonatal) intensive care unit“ benötigt man OP Kleidung (scrubs), die wie der Arztkittel selbst mitgebracht werden muss. Wenn man die scrubs nicht aus Deutschland mitnimmt, gibt es sowohl im University Bookstore als auch in kleinen Läden der Church Avenue die Gelegenheit, diese für jew. ca. 20-30 US zu kaufen. In beiden Rotationen fanden jeden zweiten Tag morning reports und jeden Freitag die sog. grand rounds, in denen aktuelle Fälle besprochen wurden, statt. Wenn man von Anfang an auch dem restlichen Personal mit Freundlichkeit begegnet, wird man schnell in das Herz des Pflegeteams geschlossen. Für das leibliche Wohl sorgte die sehr gute Kantine des Krankenhauses. Ein Mittagessen kostet dort ca. 8 USDollar. Meine erstes elective verbrachte ich auf der NICU, der neonatal intensive care unit. Die Direktorin Miss Dr. Valencia war zu allen Studenten sehr freundlich und hilfsbereit. Ihr ist es u. a. auch zu verdanken, dass ich während meines Aufenthaltes kostenlos einen Kurs zur neonatalen Wiederbelebung besuchen und an einem Nachtdienst teilnehmen konnte. Die offizielle Arbeitszeit begann um 7.00 und endete um 16.00. Allerdings habe ich die Station selten vor 17.00 verlassen. Zu meinen Aufgaben gehörten die Untersuchung von Säuglingen, die Vorstellung der Kinder bei Visite und das Schreiben von “progress notes“ (Verlaufsprotokollen) sowie die Assistenz bei Geburten. Die Visite vereinnahmte den Hauptteil der Arbeitszeit, welche häufig über 5h dauerte und überwiegend im Stehen abgehalten wurde. Zusammenfassend war diese Rotation mit viel Stress, aber auch vielen Lernerfolgen verbunden. Mein zweites elective absolvierte ich im Bereich der „infectious diseases“. Die Direktorin Miss Dr. Hamerschlag begrüßte mich freundlich. Bei dieser Rotation beschränkte sich meine Arbeit allerdings hauptsächlich auf Untersuchen von Patienten und Zuschauen. Weder das Universitätsklinikum noch das benachbarte Kings County Kreiskrankenhaus verfügen über eine eigene Kinderinfektionsstation. Die Arbeit der Ärzte bestand darin, in beiden Krankenhäusern Konsile der pädiatrischen Stationen zu beantworten, den Erfolg der angesetzten Therapien zu verfolgen und Vorsorgeuntersuchungen in der outpatient´s Klinik durchzuführen. Erschreckend war für mich die hohe Rate HIV infizierter Kinder. Positiv hervorheben kann ich die tägliche Lehrvisite mit Dr. Larry Lutwick, der vor allem viele pathophysiologische Zusammenhänge der einzelnen Krankheiten erläuterte.

Die Sprache
Aufgrund der vielen Einwanderer in New York ist je nach Bezirk nicht Englisch, sondern Chinesisch, Spanisch, Kreolisch. etc. die meist gesprochene Sprache. Grundsätzlich braucht man keine Angst vor „suboptimalen“ Sprachkenntnissen zu haben.

Alltag und Kulturelles
New York ist eine Großstadt mit viel Hektik. Trotzdem bietet die Stadt eine unüberschaubare Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen. Aus meiner Erfahrung kann ich vor allem das Metropolitan Museum of Art und das American Museum of Natural History empfehlen, die durch den Central Park getrennt gegenüber stehen. Auf dem Broadway werden mehrere Musicals angeboten. In der Verwaltung des Studentenwohnheims wie auch am Times Square gibt es die Möglichkeit, Tickets zu günstigen Preisen zu ergattern. Über eine Mitbewohnerin habe ich den Stammtisch der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer kennen gelernt. Hier treffen sich überwiegend deutsche Studenten, die miteinander verschiedene Aktionen, wie den Besuch eines Jazz Konzerts oder eines Basketballspiels, unternehmen. Er bietet daher eine gute Gelegenheit, einen ersten Kontakt mit Gleichgesinnten herzustellen. In Amerika ist die Kreditkarte das Hauptzahlungsmittel, mit der man an jedem Bankautomaten Geld abheben kann. Es ist jedoch ratsam vor der Abreise in Erfahrung zu bringen, bei welcher amerikanischen Bank gebührenfreies Geldabheben möglich ist. Im Haupteingangsbereich des Universitätskrankenhauses befinden sich zwei Geldautomaten der Bank “CHASE“. Für Telefonate nach Deutschland stellt skype eine günstigere bzw. kostenlose Alternative zum Festnetz dar.

Transport
Nach meiner Ankunft am JFK nahm ich ein Taxi zu meinem Zimmer, das ca. 50 US$ kostete. Neben dem Taxi gibt es auch die Möglichkeit zunächst über den airtrain (5 US$) und dann entweder über Zug oder Metro sein Ziel zu erreichen. Dies ist jedoch nur bei wenig mitgeführtem Gepäck empfehlenswert. Das schnellste Verkehrsmittel für längere Strecken stellt die Metro dar. Man sollte sich daher vergewissern, dass die Unterkunft in der Nähe einer Metrostation gelegen ist. Für kurze Strecken bietet New York ein gut ausgebautes Busnetz an. Die Anschaffung einer Monatskarte für Bus und Metro ist auf jeden Fall zu empfehlen und kostet ca. 100 US$. Die Tageskarten gelten ab Lösedatum bis zum letzten Zug des jeweiligen Tages. Eine Fahrt von Brooklyn nach Manhattan dauert mit der Metro ca.30 min. Wenn man die umliegenden Städte von New York wie Philadelphia, Boston oder Washington besuchen möchte, empfiehlt sich die sehr preisgünstige Reise über chinesische Busunternehmen, z.B. http://www.gotobus.com/. Für weitere Reisen ins Landesinnere oder zu den Bahamas bzw. Mexiko kann ich die Fluggesellschaft “jetblue“ empfehlen http://www.jetblue.com/

Bestätigung des Aufenthaltes
Die Bestätigung meines Aufenthaltes seitens des Studentensekretariats erwies sich mit Hilfe der beiden vorgegebenen Formulare des Landesprüfungsamtes als unkompliziert. Es gilt jedoch darauf zu achten, dass auch das letzte Wochenende des Aufenthaltes anerkannt und für das Datum der Bestätigung der letzte Tag des PJ-Aufenthaltes oder ein späterer Zeitpunkt gewählt wird; andernfalls kann es zu Problemen bei der Anerkennung durch das Landesprüfungsamt kommen. Es ist nicht nötig, sich als Student an der Fakultät einzuschreiben. Es genügt, das Alternativformular, welches gleiche Rechte und Pflichten wie die der eingeschriebenen Studenten bescheinigt, beim Landesprüfungsamt einzureichen.

Fazit
Der Aufenthalt in New York hat meinen Horizont definitiv erweitert. Neben der fachlichen Weiterbildung konnte ich viele tolle Erfahrungen machen und neue Bekanntschaften schließen. Der Lernerfolg hängt entscheidend von der Eigeninitiative ab. Das amerikanische System hebt sich vor allem durch die gute Lehre hervor. Entgegen vielen deutschen Krankenhäusern ist es in den USA nicht üblich, die Studenten zu Blutabnahmen und Botendiensten heranzuziehen. Besonders beeindruckt hat mich die mir entgegengebrachte Freundlichkeit. In lebhafter Erinnerung ist mir insbesondere Frau Prof. Dr. Hammerschlag, die immer für einen Scherz zu haben ist und jeden ausländischen Studenten mit Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft willkommen heißt.


   
Autor(in): Jan-Peter Linke ([email protected])
  
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 4. Witz der Woche: Intensivstation

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Ein Mann liegt auf der Intensivstation an vielen Schläuchen angeschlossen. Eines Tages besucht ihn sein Pfarrer. Plötzlich fängt der Mann an zu keuchen. Da er nicht reden kann, bittet er in Zeichensprache um einen Stift. Er kritzelt auf ein Stück Papier und stirbt schließlich. Der Pfarrer sagt sich: "Das geht mich nichts an" und übergibt den Zettel an die Frau des Verstorbenen. Die liest den Text und fällt in Ohnmacht. Da nimmt der Pfarrer den Zettel und liest: "Du Idiot, geh von meinem Schlauch runter!"

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Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected])
  
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 5. La Experiencia Andaluza - Mein Chirurgie-Tertial in Granada

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Tranquilo. Ganz ruhig, erst einmal durchatmen und nicht aufregen: Willkommen in Spanien, dem Land des Müßigganges und der Siesta! Deutsche Ungeduld und Hektik lässt man lieber zu Hause. Es gibt immer ein mañana – einen nächsten Morgen – und wenn man es wagt, nachzufragen, wann genau denn am nächsten Morgen, bekommt man mit vorwurfsvollem Blick zur Antwort: „Mañana por la mañana“.

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Morgen halt, irgendwann im Verlaufe des Vormittages. Und der geht in Spanien bis 14 Uhr. So begann mein Chirurgie-Tertial in Granada auch erst am nächsten mañana, da el jefe - der Chef - am ersten Morgen keine Zeit hatte. Der Tag eines Chirurgen in der Abteilung der cirurgia general beginnt gegen acht Uhr mit der Morgenbesprechung. Diese unterscheidet sich in keiner Weise von den deutschen Frühbesprechungen, die Pünktlichkeit ist aber zweitrangig. Hauptsache, der Dienstarzt ist da und kann von seiner guardia berichten. Gegen halb neun bis neun geht es dann (frühestens) in den OP. Die meisten gehen aber erst einmal frühstücken, und zwar in OP-Kleidung oder mit Kittel in einer Bar neben dem Krankenhaus. Frühstücken auf Station ist nicht üblich und die Cafeteria ist so klein, dass man einfach auf eine Bar außerhalb des Krankenhauses ausweichen muss. Eine Mensa gibt es auch nur mit Einschränkung, denn sie ist nur für die Dienst habenden Ärzte vorgesehen. Dann geht es in den OP, auf Station oder zur Sprechstunde. Auf der Station werden bei der Visite erst einmal alle Angehörigen hinausgebeten, denn bei Aufnahme eines Patienten wird automatisch immer ein Angehöriger mit aufgenommen, um den Schwestern Arbeit abzunehmen. Dies ist allerdings eher ein andalusischer Brauch, im Rest des Landes halten sich die Angehörigen etwas mehr an die Besuchszeiten. In Spanien ist es nicht üblich, zur Begrüßung die Hand zu geben. Man begrüßt die Patienten nur verbal, erkundet sich nach dem Befinden und untersucht ihn. Bei der Visite werden weder Handschuhe noch Desinfektionsmittel benutzt. Immerhin: Beim Wechsel einer Drainage wurde mit sterilen Handschuhen gearbeitet. Das Standard-Desinfektionsmittel ist Betadine. Es gibt auch Desinfektionsmittel wie Sterilium, aber ich habe es nie einen Arzt für die Hände benutzen sehen. Der Gebrauch von OP-Masken über der Nase lässt bei manchem Hilfspersonal auch zu wünschen übrig. Und wie gesagt, vorher noch in der Bar nebenan, jetzt mit der gleichen Kleidung im OP, natürlich mit sterilem Kittel darüber! Laut eines Berichtes der Sociedad Española de Medicina Preventiva, Salud Pública e Higiene (SEMPSPH) liegt die Inzidenzrate nosokomialer Infektionen in Spanien mit 6.9% unter der als von der WHO als “akzeptabel” bezeichneten durchschnittlichen Rate in Europa (7%).

Wo ist die Nadel?
El servicio de cirurgia general von Dr. Garcia Gil bietet ein breites Spektrum, so dass ich viel sehen konnte: kleine allgemeinchirurgische Eingriffe wie Appendektomien-, Analfissuren-, Hernien- und Sinus pilonidalis-Operationen, aber auch große wie Schilddrüsen-, Gallenblasenund Magen-OPs, insbesondere Eingriffe zur Behandlung von obesidad morbida, der krankhaften Fettsucht, sowohl offen als auch laparoskopisch. Die längste Operation mit acht Stunden war die Gastrektomie eines Siegelringzell-Karzinoms, das sich als Krukenberg-Tumor herausgestellt hat, also Metastasen im Ileum und im Ovar, die eine Hysterektomie nötig machten. Weder werde ich die Verzweiflung der neunköpfigen Verwandtschaft der 34-jährigen Patientin (eine gitana – eine Zigeunerin) vergessen noch die emotionale Beherrschtheit der zuständigen Chirurgin beim Überbringen der Nachricht und bei der Fortführung der Operation. Einmal habe ich auch etwas erlebt, das man sonst nur aus schlechten Arztserien kennt: Bei einer laparoskopischen Operation eines ösophagalen Refluxes ging eine Nadel im Bauch des Patienten verloren. Nach einer halben Stunde Suche wurde das Röntgengerät in den OP-Saal gefahren, die Nadel doch noch entdeckt und nach weiteren 20 Minuten schließlich wieder aus dem Bauch des Patienten geborgen. Aber so etwas passiert sicherlich auch in Deutschland. Der Alltag eines spanischen Chirurgen ist dem hiesigen ähnlich, wenngleich entspannter. Nichtsdestotrotz schimpfen sie genauso viel wie die deutschen Ärzte über die guardias, die Dienste, die allen verhasst sind, außer vielleicht den noch motivierten residentes, den Assistenzärzten Ich war zu einer Zeit im Krankenhaus, als kein Mangel an residentes herrschte, so dass ich leider nicht offiziell bei Operationen mit eingeplant wurde. Wenn man hartnäckig ist und erklärt, was man als deutscher PJler alles machen darf oder soll, darf man auch mit am Operationstisch stehen. Ein PJler wird als interessierter Beobachter angesehen. Er hat aber einen besseren Status als die spanischen Studenten, die dort ihr Praktikum absolvieren. Ich habe erlebt, dass spanische Studenten drei Stunden lang im OP standen und „das ist eine Morgagni-Zwerchfell- Hernie“ die einzige Information war, die sie bekamen. Das Problem hierbei liegt meines Erachtens aber mehr auf organisatorischer Seite, da die Studenten erst gegen zehn Uhr zu ihrem Praktikum erscheinen, wenn die Chirurgen schon in voller Aktion sind. Aufgrund dieser Umstände ist es nicht verwunderlich, dass ich spanische Studenten kennen gelernt habe, die ihr Studium abgeschlossen und sich trotz chirurgischer Praktika kein einziges Mal steril gemacht haben. Da spanische Studenten zwar Praktika haben, aber zu keinen Famulaturen verpflichtet sind, beginnt der spanische Assistenzarzt seine Arbeit ohne irgendwelche praktische Erfahrung. So erschreckend das klingt, so gut werden die residentes dann von den adjuntos (Oberärzten) angelernt. Jeder wird einem Mentor zugeteilt, der ihn dann nach dem Prinzip „see one, do one“ anlernt.

La vida española
Die Siesta ist nicht, wie so oft behauptet, zum Schlafen da. Aber sie existiert, denn die spanischen Arbeitszeiten gehen morgens bis 13, 14 Uhr und dann wieder von 16, 17 Uhr bis 20, 21 Uhr. Dazwischen läuft nichts in Spanien! Abgesehen von großen Kaufhäusern und Supermärkten schließen in dieser Zeit alle Geschäfte und die Stadt wirkt wie ausgestorben. Im Sommer hat diese Pause wirklich Sinn, denn in den meisten Städten ist es dann unerträglich heiß. In spanischen Familien findet in dieser Zeit die wichtigste Mahlzeit des Tages statt – la comida – das Mittagessen, wo in Familien viel geredet wird, in Studentenwohnungen dagegen der Fernseher läuft. Abends kann man in Granada auf Tapas- Tour gehen, das ist die billigste Art für einen Studenten, sich in Granada zu ernähren! Zu jedem Getränk, das im Durchschnitt 1,60 € kostet, bekommt man etwas zu essen: ein Schinkenbrötchen, einen Hamburger, einen kleinen Teller mit Paella, Muscheln, gegrillten Sardinen… so ist man leicht nach drei Getränken satt und das für nicht einmal fünf Euro! A mi, me encanta España – mir gefällt Spanien, sehr! Pero vivir aqui? Otra vez. Aber hier leben? Ein anderes Mal… adios!


   
Autor(in): Tonja Burkhard ([email protected])
  
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 6. Famulatur-Blog: War das Wetter zu schön?

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Eine Frau Ende 50 mit einem Nierenzellkarzinom, die eigentlich dachte, dass sie quasi geheilt war, da seit 3 Jahren nichts mehr gefunden wurde. Sie wurde bei uns dann vorstellig wegen Schmerzen im Arm. Im MRT fanden wir eine Metastase im Humerus am Übergang vom Kopf zum Collum, die wir morgen mit einem Nagel versorgen werden, damit sie den Arm wenigstens wieder benutzen kann.

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Diese Metastase sollte dann aber nicht die einzige bleiben, die der Radiologe in seinem Befund mitteilte. Neben dieser fanden sich noch Metastasen in der Nebenniere, dem Pankreas und der Lunge. Desweiteren konsultierte uns ein Patient mit Fußheberparese, die eigentlich hätte vermieden werden können. Er hatte wohl letztes Jahr einen Bandscheibenvorfall, der leider in dem Krankenhaus, in das er eingeliefert wurde nicht als solcher diagnostiziert wurde. Nun nach über 2 Monaten macht eine OP, um die Fußheberparese zu beheben natürlich keinen Sinn mehr. Schade, das hätte nicht sein müssen!

In die Kategorie „wir haben eigentlich echt überhaupt keine Idee, was es ist“ fielen gestern zwei Patientinnen. Eine Patientin mit einer Bursitis subacromialis, die aber mehr und mehr anämischer wird. Der Radiologe war sich auch nicht so ganz sicher, was das Knochenmark im Humerus betrifft und empfahl uns, sie zur Szintigraphie zu schicken. Da bin ich mal gespannt, was dabei herauskommt!

Die zweite Patientin wurde gestern mit dem Notarzt gebracht und hatte eine isolierte Psoasparese und nur sensible Ausfälle im Bereich des Knies. Da wir nicht so richtig weiterkamen, schickten wir sie zu den Kollegen aus der Neurologie, von wo sie aber nicht mehr wiederkam. Diagnose: Läsion des N. femoralis…wie das passiert ist, wusste aber wohl auch keiner so richtig.

Heute war eigentlich nichts wirklich was los in der Ambulanz. Vielleicht war einfach das Wetter zu schön?!??! Naja, um mir die Zeit wenigstens ein wenig zu vertreiben, ging ich in die Fußsprechstunde und sah Hammerzehen, Krallenzehen und wieder Hammerzehen…..Das einzig spannende war heute Morgen die Besprechung. Viel wurde über die operierten Patienten aus der Unfallchirurgie diskutiert und vor allem über die fehlenden postoperativen Röntgenbilder.Da wurde der Chef dann doch zunehmend unfreundlicher.

[Zum Famulatur-Blog von Juliane - klick hier]

   
Autor(in): Juliane ([email protected])
  
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 7. Frauen erklären Kopfschmerzen anders als Männer

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Frauen haben andere Erklärungen für ihre Kopfschmerzen als Männer. Das ergab eine große internetbasierte Umfrage an über 6.500 Migräne-Patienten, die von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG), der deutschen Sektion der International Headache Society und in Zusammenarbeit mit MSD (Merck Sharp & Dohme) durchgeführt wurde.

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Sie beschäftigte sich mit der Frage nach den Auslösern von Kopfschmerz, hier Migräne-Attacken. Dazu wurden die Patienten gebeten, eine Auswahl aus einer Reihe von Antworten zu treffen, mehrfache Nennungen waren möglich.

Zum Katalog gehörten unter anderen die Fragen nach Auslösern wie Wetterfühligkeit, täglichem Stress, hormonelle Gründe, familiäre Disposition und mehrere andere. "Frauen gaben im Mittel mehr verschiedene Auslöser für ihre Kopfschmerzen an als Männer," sagte Prof. Dr. Andreas Straube von der DMKG, der die Studie betreute. Die befragten 5.800 Frauen gaben vorwiegend Stress (92,3 %) (bei den Männern waren es 87 %) als Ursache an sowie Veränderungen der Halswirbelsäule (Frauen 57,3 % und Männer 50,8 %) und hormonelle Faktoren. Männer (ca. 800 wurden befragt) dagegen sahen einen Zusammenhang mit früher erlittenen Schädel-Hirn-Verletzungen öfter als relevanten Auslöser an (Männer 7,1%, Frauen 3,9%).

Diese Unterschiede in den subjektiv erlebten Auslösern können einerseits in einer unterschiedlichen Empfindlichkeit von Frauen und Männer bezüglich der verschiedenen Auslöser begründet sein, andererseits könnte der Unterschied allein in der unterschiedlichen Selbstwahrnehmung von Belastungsmomenten zwischen den beiden Geschlechtern bedingt sein. Ebenso zeigte die Studie eine unterschiedliche Umgehensweise mit den genannten Gründen für Kopfschmerzen und Migräne in Abhängigkeit mit dem Lebensalter. Dieses äußerte sich in einer mit dem zunehmendem Alter abnehmenden subjektiven Empfindlichkeit gegenüber Wetteränderungen und dem täglichen Stress.

Auf jeden Fall sollten diese geschlechtsspezifischen Unterschiede sowie die Disposition bei unterschiedlichen Altersklassen der Patienten bei der Behandlung berücksichtigt werden. So sollten die von den Patienten vermuteten Triggerfaktoren explizit angesprochen werden. Dies könnte den Patienten helfen, ein individuelles Krankheitsverständnis zu entwickeln und besser mit den Kopfschmerzattacken umzugehen. Ergänzend könnten vermeidbare Triggerfaktoren im Rahmen der nicht-medikamentösen Prophylaxe, zum Beispiel durch progressive Muskelrelaxation bei Stress oder Physiotherapie bei Veränderungen der Halswirbelsäule angegangen werden.

Quelle: idw-online.de


   
Autor(in): Rita Wilp ([email protected])
  
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 8. Der Der Ärzte-Blog: Surfer und Chirurgen

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Da bin ich wieder, zurück aus München und ganz beeindruckt in mehreren Hinsichten.
Zum einen der Kongress, das ging schon ganz sexy los, dass der auf der Autobahn mit so digitalen Hinweisschildern ausgeschildert war. Chirurgenkongress… da war ich schon ganz aufgeregt.

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Diese Aufregung legte sich aber dann doch relativ zügig, denn als ich dann da war wars halb drei Uhr nachts, und am Donnerstag Morgen hatte ich dann doch eher kleine Augen. Zum Glück waren die Vorträge durch die Bank so spannend, dass ich gar nicht auf die Idee gekommen bin, wegzuschlummern… wenn ich mir nicht fancy Informationen über den Stand der Dinge abgeholt habe, bin ich, soweit meine hohen Schuhe dies zuließen, durch die Industrieausstellung gewandelt und habe mich inspiriert (und alle Gratis-Kulis mitgenommen!).
Yo. Das war schon eine gute Sache, so insgesamt. An einem Abend waren wir mit Cheffe Abendessen in einem Münchener Restaurant mit Laufsteg, da gabs dann ständig Wein nachgeschenkt, so dass der Abend (und vor allem der Heimweg) dann doch auch recht spaßig wurden, am anderen Abend habe ich gerne die “Nacht der jungen Chirurgen” verpasst, um mit einer alten, lieben und lang nicht gesehenen Freundin bei einigen Mojitos über die guten alten und die guten neuen Zeiten zu reden.

Das Wochenende haben wir dann natürlich noch drangehängt in der bajuwarischen Großstadt, meine Lieblingskollegin und ich. Eigentlich hatten wir viele viele Pläne bezüglich Kultur und Natur, und Berge und Wandern und Museum und all das. Letztlich haben wir unser Wochenende fast ausschließlich im Englischen Garten verbracht, genauer gesagt an der Surferwelle am Eisbach. Diese Neoprenanzüge lassen doch einige Schlussfolgerungen über die darunterliegende Anatomie zu, so dass wir lange und ausgiebig knackige Surferjungs bewundert haben. Dann gabs das obligatorische Bier im obligatorischen Biergarten, und dann mussten wir auch schon wieder heimfahren.

Gegebenenfalls hätten wir uns denken können, dass die Straßen nicht ganz frei sind nach einem langen Wochenende, aber dass wir echt 11 Stunden Auto gefahren sind gestern tat dann doch sehr weh. Irgendwann in der Nacht waren wir da, und heute morgen wars wieder ganz ganz schlimm mit dem Aufstehen. Oh weia. Dann bin ich noch aus den Latschen gekippt beim Hakenhalten, und nur dem heroischen Auffangakt eines OP-Pflegers ist zu verdanken, dass ich nicht kartoffelsackmäßig auf dem Fußboden aufgeschlagen bin. Ich hasse es wenn mir sowas passiert. AAAAH. Naja, hilft ja nix. Ich hab echt vorher auf dem Weg in den Saal noch gedacht: Eigentlich solltest du mal noch schnell was trinken… aber naja, wies halt so ist. Dann reicht die Zeit nicht, und ich war fällig (man bewundere das Wortspiel, sehr gut, wenigstens etwas Blut kommt wieder oben an).

Heute nachmittag stand natürlich wieder mal ein ausführliches Schläfchen auf dem Programm, und jetzt bin ich noch gar nicht müde… ist klar. Wer wird da morgen wieder fluchen?
In diesem Sinne – Gute Nacht! Ich werde versuchen, von den Surferjungs zu träumen. Das wird schön.

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Autor(in): ASS100 ([email protected])
  
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 9. Anatomie-Special: Interviews zum Präpkurs

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Der Präpkurs ist sicherlich DAS Highlight der vorklinischen Ausbildung: denn hier lernt der angehende Mediziner den Aufbau des menschlichen Körpers bis in das letzte Detail kennen. Wir waren neugierig, wie Studenten hierzulande den Präpkurs erlebt haben. Lies unsere Interviews, die dir einen Einblick in die Erfahrungswelt junger Mediziner liefern.

1. Kannst du dich noch an den Augenblick und die Szene erinnern, als du den Präp-Saal zum ersten Mal betreten hast? Wie sah das aus und was ging dabei in dir vor?

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Das war schon ein merkwürdiges Gefühl. Wir betraten den Präpsaal in Heidelberg. Da standen etwa 15 Metalltische, auf denen große weiße Plastiksäcke lagen. Darin die Präpleichen. Wir bekamen eine kurze Einführung und keiner traute sich, mal in die Plastikhülle zu schauen. Dann nahm uns ein Präparator mit in den Keller, wo uns die Konservierung der Leichen erklärt wurde. Da stand so ein großer Kasten mit Schubladen, wie man ihn aus Krimis kennt. Dann machte der Präparator einen vermeintlich leeren Kasten auf, um uns den Geruch zu demonstrieren. Leider war darin noch ein abgetrennter Unterschenkel. War schon ein merkwürdiges Gefühl. Später haben wir dann im Saal an unserem Tisch unsere Leiche ausgepackt. Sie lag auf dem Bauch, sodass man das Gesicht nicht sehen konnte. Es war ein sehr getragener und stiller Moment, in dem jeder erstmal die Zeit bekam, sich alles in Ruhe anzusehen und sich mit dem Gedankenchaos im Kopf zu beschäftigen.

2. Hast du auch im Vorfeld vor dem ersten Termin des Präpkurses schon vermehrt an das „Erste Mal Präppen“ gedacht? Habt ihr in der Vorlesung dieses Thema ausführlicher behandelt?

Die erste Vorlesung fand am Tag vor dem Präpkurs statt. Da wurde dazu nichts gesagt. Gedanken habe ich mir schon gemacht, ich hatte Angst, dass mir schlecht werden würde. War dann aber gar nicht so.

3. Mit welchen Erwartungen bist du in den Präpkurs gegangen? Wurden Sie erfüllt oder eher enttäuscht?

Ich hatte keine spezifischen Erwartungen an den Kurs, weil ich mir darunter nichts vorstellen konnte, trotz der zahlreichen Beschreibungen und Berichte. Im Nachhinein muss ich es sagen, dass es die beste Veranstaltung der Vorklinik war.

4. Was war in deinen Augen das absolute Highlight des Präpkurses, an das du dich noch heute erinnerst?

Ein ganz besonderes Gefühl, dass ich nie vergessen werde, war es, ein menschliches Herz in der Hand zu halten. Auch die Lungen, die sich wie ein Schwamm voll gesaugt hatten, waren eindrucksvoll. Und natürlich das in einem Eimer mit Flüssigkeit schwimmende Gehirn am Ende des Kurses. Da würden mir noch ganz viele Dinge einfallen...

5. Welches Themengebiet fandest du am schwierigsten zu lernen?

Ganz klar und mit dem allergrößten Abstand war die Neuroanatomie am schwersten zu lernen.

6. Was hat dir beim Präppen am meisten Spaß gemacht?

Der Anfang. Das Hautabziehen. Da hatte man am ehesten das Gefühl "voranzukommen". Je weiter man im Präpkurs fortschreitet, desto detaillierter werden die Arbeiten und desto weniger Fortschritt macht man.

7. Und im Gegenzug: was fandest du beim Präp-Kurs am unangenehmsten?

Hier auch wieder den gesamten Neuroanatomie-Teil. Ist einfach nicht mein Fach!

8. Wie häufig und wie lang fand der Präpkurs statt?

Der Präpkurs fand bei uns im ersten Semester statt. Etwa von Mitte Oktober bis Anfang oder Mitte März (oder war's Februar?). 2 Mal die Woche, immer von 8.00 bis 11.00.

9. Konnten am Präp-Nachmittag alle gleichzeitig und im Team präparieren oder ging das abwechselnd?

Wir haben eigentlich am Anfang alle gleichzeitig gepräppt. Später, als es detaillierter wurde, hat immer die eine Hälfte gepräppt, die andere aus dem Atlas gelernt.

10. In welcher Form und Häufigkeit mussten Testate und Prüfungen absolviert werden?

Insgesamt 5 Testate: Osteologie (schriftlich), Extremitäten (mündlich), Situs (mündlich), Kopf/Hals (mündlich), ZNS (schriftlich).

11. Der Umgang mit Leichen ist sicher für einen Anfänger nicht leicht. Hattest du hier auch im weiteren Verlauf noch Probleme oder hast du dich einfach dran gewöhnt?

Ich war selbst erstaunt darüber, wie schnell man sich an den Umgang mit Leichen gewöhnt. Nach 3-4 Mal war's die normalste Sache der Welt und wir haben beim Präppen ganz normale Gespräche geführt.

12. Wurde über die Herkunft der Personen und den nötigen Ablauf, sich der Lehre und Wissenschaft z.B. für den Anatomie-Kurs zur Verfügung zu stellen, gesprochen?

Alles zum Thema Körperspende wurde detailliert und mehrfach erläutert.

13. Gab es nach dem Ende des Präpkurses eine Art Trauerfeier, an der auch die Präpkurs-Studenten teilnehmen konnten? Falls ja: was ging dabei in dir vor, woran hast du gedacht und welche Bilder stiegen in deinem Innern auf?

Am Ende des Kurses gab es eine sehr schöne und würdevolle Trauerfeier mit Beteiligung der Studenten. Abschließend fand eine Beisetzung im Ehrengrabmal des Instituts statt.

14. Würdest du gerne den Präpkurs noch einmal absolvieren (weil es so großen Spaß machte und interessant war) oder bist du der Ansicht "Einmal genügt".

Ganz klar: Einmal genügt. Hatte auch kein Interesse daran, Präpassi zu werden.

15. Welche Tipps würdest du Studenten geben, die den Präpkurs noch vor sich haben?

Einfach locker an die Sache rangehen. Der Präpkurs macht eine Menge Spaß und ist ganz anders, als man ihn sich vorher vorstellt.


   
Autor(in): Michael R. ([email protected])
  
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Mit mehr als 1000 Beiträgen in der Woche findest Du in den Diskussionsforen von MEDI-LEARN zu fast allen Themen den richtigen Gesprächspartner. In unserer Rubrik "Gelauscht" wollen wir Dich in der Onlinezeitung über einige der Diskussionsthemen auf dem Laufenden halten. Vielleicht findest Du das ein oder andere Thema, das Dich auch interessiert - ein Klick und Du bist mit dabei:

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Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected])
  
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