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Inhalt (jetzt auch
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1. Editorial |
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Hallo,
in der heutigen Ausgabe widmen wir uns dem Thema Auslandsschutz - dieses Mal geht es um das Praktische Jahr. Die Deutsche Ärzteversicherung bietet dafür ein individuelles Komplettpaket an, welches exakt auf deinen Auslandsaufenthalt zugeschnitten wird.
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Berichte zu medizinische Auslandserfahrungen haben wir heute von Regina und Alex. Während es Alex für seine Famulatur ins königliche Edinburgh in Schottland verschlagen hat, hat Regina in den Weiten der Wüste - genauer die Sahelzone Burkina Fasos - Erfahrungen und Eindrücke gesammelt.
Auch haben wir wieder Artikel mit medizinischen Themen für dich. In unserem MMW-Gastartikel geht es um das Thema Krebs. Es soll ein Plan für die Verbesserung der onkologischen Versorgung entstehen. Für viele Medizinstudenten interessant: Skills Lab in Bonn. Diese zusätzlichen Kurse neben dem Studium sollen die Praxis näher bringen.
Weiterhin sind die Anfänger in Weiss wieder unterwegs gewesen. Außerdem haben wir Auswahlgespräche verschiedener Hochschulen für dich, einen Cartoon der Woche sowie einen Blog zum Praktischen Jahr.
Viel Spaß beim Lesen wünschen dir
Kristina, Jens und Christian
Redaktion MEDI-LEARN
Der Blick in die Zukunft: In der nächsten Ausgabe der Onlinezeitung liest du am 06.07.2010:
o Famulatur in Schottland Teil II
o Die Anatomische Sammlung der Uni Jena
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| 2. Juhuu – rundum sorglos ins Auslands-PJ - Das Auslandsschutzpaket PJ
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Du hast dir deinen Traum erfüllt und eine feste Zusage für einen PJ-Platz im Ausland. Du hast sogar schon den Flug organisiert und eine kleine, aber feine Unterkunft gefunden. Und du kannst es kaum erwarten, bis es endlich losgeht. Nur noch ein paar Reiseutensilien besorgen, Freunde informieren, Zimmer an Zwischenmieter übergeben und dann kann es losgehen. Eigentlich ist alles sicher und gut organisiert, eigentlich…
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Verwirrung garantiert Dann fragt dich bei den letzten Planungen eine Freundin, ob du auch an die Krankenversicherung für den Auslandsaufenthalt gedacht hast. Hast du natürlich vergessen. Zusätzlich flattert dir eine E-Mail ins Haus, in der dich die Klinikleitung deines PJ-Platzes im Vorfeld um einen Nachweis in Sachen Haftpflichtversicherung bittet, da er bislang nicht vorliegt. Wo willst du den nun so schnell herbekommen, wo du eh kaum Zeit hast? Daher fragst du dich ernsthaft, ob du wirklich an alles gedacht hast, oder ob dir gar weitere Versicherungen fehlen: Wo kann ich mir nun schnell und unkompliziert meine Absicherung organisieren? Was tun, wenn ich im Ausland krank werde? Was tun, wenn ich einen Unfall habe? Wer schützt mich gegen Haftpflichtschäden? Diese und weitere Fragen können dir die Vorfreude aufs Ausland schon vermiesen. Wir zeigen dir hier, wo und wie du Zeit, Kraft und Nerven sparst und dennoch auf Nummer sicher gehst, und das gleich mehrfach.
Aufklärung sicher: Ein Paket für alles Diese Probleme, den Aufenthalt im Ausland auch in Form diverser Nachweise vorzubereiten, sind nicht neu und treffen jeden, der in ferne Gefilde aufbrechen möchte. Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (kurz bvmd) hat daher zusammen mit unserem Partner Deutsche Ärzteversicherung eine spezielles Absicherungspaket für den Auslandsaufenthalt im PJ geschnürt. Dies enthält eine Auslandskrankenversicherung, eine Haftpflichtversicherung und noch dazu eine Unfallversicherung, ein kompletter Schutz also! Die Auslandskrankenversicherung sichert dabei Arztkosten und Rücktransport-Kosten nach Deutschland ab, die nicht von der eigenen Krankenkasse getragen werden. Die Unfallversicherung schützt weltweit vor den Folgen eines Unfalls. Im speziellen gehören hierzu auch Ereignisse, die sich im Rahmen des medizinischen Aufenthaltes ereignen z.B. Unglücke im Rahmen einer Menschenrettung. Eine detaillierte Beschreibung, was genau eine Unfallversicherung ist und warum sie sinnvoll ist, findest du in einem eigenen Artikel unter www.medi-learn.de/XY12.
Die Haftpflichtversicherung sichert sowohl die privaten als auch beruflichen Haftungsrisiken ab, die aufgrund einer falschen Behandlung eines Patienten auf dich zukommen könnten. Dabei werden im Zweifel nicht nur die Ansprüche bezahlt, sondern zunächst wird für dich geprüft, ob diese überhaupt bestehen und dies ggf. auch gerichtlich für dich durchgesetzt.
Passgenau auf deine Wünsche So wie du dir den Ort deines Auslandsaufenthaltes ganz individuell für dich selbst ausgesucht hast, wird auch das mit der bvmd entwickelte Paket speziell für dich zugeschnitten: . Zum Beispiel brauchst du als Privatversicherter keine Auslandskrankenversicherung bei Aufenthalt bis 1 Monat. Die Unfallversicherung ist nur dann erforderlich, wenn du sie wünschst oder nicht bereits bestens abgesichert bist. Und wenn du bereits über den Medilearn-Club oder den Berufsverband eine Berufshaftpflichtversicherung hast, brauchst du auch diese nicht. Du darfst im Grundsatz davon ausgehen, dass das gesamte Schutzpaket schon unter 20 € pro Monat mit allen drei genannten Versicherungen erhältlich ist.
Grundsätzlich bestehen zwei Möglichkeiten dieses Paket zu bekommen – entweder du gehst direkt auf die Webseite der Deutschen Ärzteversicherung und schließt die Versicherung dort direkt online unter www.aerzteversicherung.de ab oder du lässt dich von einem Experten beraten, der dir nicht nur deine offenen Fragen beantwortet, sondern der das PJ-Paket auch speziell für dich zusammenstellt.
In jedem Fall wünschen wir dir einen schönen Auslandsaufenthalt, erlebnis- und lehrreiche Wochen und vor allem, dass du keine der genannten Versicherungen letztendlich benötigst.
[Das PJ-Paket direkt Online bei der Ärzteversicherung abschließen – klick hier]
 | ddd | Dies ist ein gesponsorter Artikel der Deutschen Ärzteversicherung, einem renommierten Partner von MEDI-LEARN mit über 125 Jahren Erfahrung in Sachen Vorsorge und Absicherung für akademische Heilberufe. |
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| Autor(in): Redaktion (MEDI-LEARN) ([email protected]) |
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Hier bieten wir dir einen Auszug an Protokollen, die Studenten über ihr Auswahlgespräch an den Hochschulen (AdH) im Rahmen der Bewerbung um einen Studienplatz angefertig haben. Sie sollen dir auf dem Weg zum Medizinstudium behilflich sein.
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| 4. Famulatur in Schottland - Royal Infirmary of Edinburgh Teil 1
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Schon vor einiger Zeit, genauergesagt letztes Jahr im März beschloss ich, eine Famulatur in Edinburgh zu machen. Ich kannte die Stadt von einem dreitägigen Kurzbesuch und war schon damals begeistert gewesen.Also machte ich mich daran, Möglichkeiten zu suchen, dort an einen Platz als Famulant zu kommen.
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Über irgendwelche Organisationen ging’s nicht, da ich keinen Nachweis über meine mittelmäßigen Englischkenntnisse erbringen konnte. Ich hatte zwar einen Kurs in Medical English zu beginn meines Studiums belegt, diesen aber schon nach recht kurzer Zeit wieder abgebrochen, da wir mehr als 35 Leute in dem Kurs waren und man dem entsprechend wenig gelernt hat. Daher bewarb ich mich direkt an der Uni in Edinburgh bei der Electives’ Secretary (Adresse am Ende des Berichtes). Diese schickte mir dann die entsprechenden Bewerbungsunterlagen zu, so dass ich wusste, was ich alles so besorgen musste(Empfehlungsschreiben vom Dekan, vollständiger Impfpass incl. Impfung gegen Rubella etc.). Bei meinem ersten Anlauf hatte ich leider kein Glück. Ich bewarb mich Ende März’00 für den folgenden September. Leider zu kurzfristig um in Edinburgh angenommen zu werden. Der Run auf die Plätze ist sehr hoch, so dass man sich möglichst mindestens ein Jahr vorher bewerben sollte. Ich versuchte es nach der Absage, die recht zügig(nach ca. 2 wochen) kam, ein weiteres mal für Februar’01 und bekam einen Platz in der Anästhesie. Man sagte mir, dass das restliche Jahr schon ausgebucht sei!!! Anästhesie kam mir eigentlich sehr entgegen. Zum einen hatte ich dort vorher noch keine Famulatur gemacht, und zum anderen war ich mir nicht sicher, wie weit meine Englischkenntnisse bei dem recht starken schottischen Akzent reichen würden im Umgang mit den Patienten (Anamneseerhebung etc). Das fiel in der Anästhesie ja nun weitestgehend weg. Wäre aber mit der Zeit wohl auch kein Problem gewesen, man gewöhnt sich an die Aussprache, auch wenn ich einige Leute, selbst wenn sie langsam gesprochen haben, absolut überhaupt nicht verstanden habe. Zu 90% ging’s ganz gut.
- Anzeige- Diesen Artikel präsentieren wir in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Deutscher Anästhesisten im Rahmen der Kampagne "Mein Pulsschlag"
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Ich kam also an einem total verregnteten Wochenende in Edinburgh an, hatte mir vorher für die erste Woche ein Bett in der Jugendherberge reserviert und wusste erst mal nicht so recht, wo ich hin sollte. Doch dieses Gefühl verging recht schnell. Ansich sind die Briten ja nun auch nicht unbedingt für ihre Offenherzigkeit bekannt, doch dieses Urteil musste ich schnell revidieren. Schon in den ersten paar Tagen haben mich so viele Leute im Krankenhaus darauf angesprochen, ob ich denn nun schon eine Unterkunft hätte, ob sie mir eventuell helfen sollten usw., dass ich von so viel Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit völlig überrascht war. Glücklicherweise musste ich auch nur 4 Tage in der Jugendherberge verbringen, bis ich ein privates Zimmer in einer Studenten-WG fand. So verbrachte ich die nächsten dreieinhalb Wochen mit 9 Mitbewohnern aus 5 verschiedenen Ländern, was meinen sozialen Kontakten natürlich gut tat. Sicherlich ist alles ein wenig teurer als Hierzulande(vor allem wenn man viel weggeht), aber mit der Zeit gewöhnt man sich an die Preise und sollte auch nicht weiter dem lieben Geld nachtrauern. Letztendes geht man doch überall hin, wo man hingehen möchte. Daran ändern auch die 24,-DM eintritt ins Castle nichts! Von den Möglichkeiten der Freizeitgestalung in Edinburgh darf ich hier nicht allzu viel erzählen sonst gerate ich ins schwärmen. Für eine Stadt seiner Größe(ca.600000 Einwohner) hat Edinburgh sehr viel zu bieten, allein die Tatsache, dass es hier angeblich über 500 Pubs geben soll(hab es nicht ganz geschafft, alle zu besuchen) spricht wohl für sich.
Die Freundlichkeit und Hilfbereitschaft kann man übrigens auf den gesamten Arbeitsalltag übertragen. Für mich, der ich den deutschen Ablauf in verschiedenen Krankenhäusern kannte, war es sehr interessant zu sehen, mit wie viel Respekt und Freundlichkeit z.b. Pflegepersonal und Ärzteschaft einander behandelten. Hier stimme die Mischung. Man arbeitete eher auf einer Ebene, die Ärzte waren nicht so abgehoben von den Schwestern.
Fortgesetzt wird der Artikel in der kommenden Ausgabe
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| Autor(in): Alex Thies ([email protected]) |
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Das folgende Cartoon wurde uns von unserer
Partnerseite
www.rippenspreizer.com zur Verfügung gestellt.
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Auf der Webseite www.rippenspreizer.com
findet Ihr 400 weitere Cartoons inklusive E-Cardfunktion und vielen
anderen Gimmicks.
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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Das Centre Hospitalier Regional
(CHR) in Dori, Burkina Faso ist so
etwas wie der letzte medizinische Außenposten
vor der Wüstenzone: Das Gesundheitszentrum
ist zuständig für sämtliche
in der Sahelzone lebenden Menschen,
über 800.000 Menschen.
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Im Nu war es soweit: Die Koffer gepackt,
mit Malariamitteln ausreichend versorgt
und genug Abenteuer- und Reiselust im
Gepäck. Und so startete der Flieger mit
mir gen Afrika, einem Land entgegen,
das mir Kribbeln im Bauch verursachte,
einer Kultur entgegen, von der ich so gut
wie nichts wusste und einem Leben entgegen,
dass ich mir vorher nie hätte vorstellen
können.
35 Grad im Schatten
Mit kurzem Umstieg in Casablanca ging
es schnurstracks nach Ouagadougou, die
Hauptstadt Burkina Fasos. Dort wurde
ich von einer einheimischen Hebamme
am Flughafen in Empfang genommen
mit einer Begrüßung, die nicht herzlicher
hätte sein können. Bei ihr und ihrer Familie
verbrachte ich die ersten Tage und bemühte
mich redlich, mich an Klima und
Kultur zu gewöhnen, was bei ca. 35°C
im Schatten und einer Sprache, die ich
nur notdürftig beherrschte, nicht immer
ganz leicht war. Kaum, dass ich mich an
die dortigen Verhältnisse gewöhnt hatte,
ging es per Bus in die Sahelzone von
Burkina Faso, nach Dori, der letzten größeren
Stadt vor der Wüstenzone.
Dort arbeitete ich die nächsten sechs Monate
in der matrenité des örtlichen Krankenhaus,
des Centre Hospitalier Regional
(CHR). Dieses Gesundheitszentrum ist
zuständig für sämtliche in der Sahelzone
lebenden Menschen, über 800.000
Menschen. Dabei steht die Grundversorgung an erster Stelle. Mit gerade mal
einem Röntgengerät, einem nur zeitweise
funktionierenden Ultraschallgerät
und maximal zwei gleichzeitig vor Ort
tätigen Ärzten war viel mehr auch nicht
möglich. Während meiner Zeit gab es zumindest
zeitweise einen Pädiater und fast durchgängig
einen Gynäkologen vor Ort.
Jede helfende Hand war also mehr als
erwünscht. Bei derartigen Verhältnissen
verwundert es aber nicht, dass Krankenhäuser
in der Bevölkerung nicht sehr
hoch angesehen sind und viele Menschen
auf traditionelle Medizinmänner oder
Dorfhebammen zurückgreifen.
Die Familien pflegen
Mein Betätigungsfeld lag hauptsächlich in der Schwangerenvorsorge, Geburtshilfe und Betreuung der stationär behandelten Frauen. Dabei lernte ich bald die Bedeutung der ständig präsenten Familienmitglieder und Angehörigen schätzen. In Afrika ist es nämlich üblich, dass die Pflege und Betreuung der Patienten von den Angehörigen übernommen wird. Sie leben und kochen in der Zeit auf dem Gelände des Krankenhauses.
Das Hauptproblem bei der ganzen Sache war allerdings sprachlicher Natur. In der Sahelzone von Burkina Faso treffen zahlreiche Ethnien aufeinander und leben auf engem Raum meist friedlich miteinander. Leider bringt jede Gruppe auch ihre eigene Sprache mit. Diese Sprachen unterscheiden sich allerdings nicht nur so gering wie hochdeutsch und bayrisch, sondern die eine Sprache hat mit der andern rein gar nichts gemeinsam. Mitglieder der einen Sprache verstehen kein Wort der andern ethnischen Sprache.
Und so kam die Kommunikation mit den Frauen meist nur mit Hilfe von einem oder mehreren Übersetzern zustande. Dabei handelte es sich leider häufig um Männer, was erneut ein Problem aufwarf. Denn in Afrika ist es nicht üblich, dass sich Männer und Frauen über Themen wie Schwangerschaft, Kinder kriegen oder Verhütung unterhalten. Das ist reine Frauensache!
Umzug ins Wohnheim
Die ersten Wochen lebte ich im Schoß einer einheimischen Familie. Selbige nahm mich vom ersten Tag an auf, als wäre ich eine von ihnen. So lebte ich mit ihnen in einer Hütte, aß mit ihnen per Hand aus einer Schüssel und beteiligte mich häufig an den traditionellen Tee-Zeremonien. Aber genau dieses „Einverleiben“ in eine afrikanische Familie war es, das mir bald zu viel wurde. Denn es bedeutet, in jeder Minute mitten unter Afrikanern zu sein, ihr Leben zu leben, ständig von ihnen umgeben zu sein und ihre Traditionen und Gebräuche 24 Stunden am Tag mit zu leben. Ich musste aber zumindest einige Minuten am Tag einfach Europäer sein dürfen, mit Messer und Gabel essen, laut Musik hören oder einfach mal duschen oder eine richtige Toilette benutzen dürfen.
Um niemanden zu verletzten, entschloss ich mich also, in eine Art „Wohnheim“ auf dem Gelände des Krankenhauses zu ziehen und meine afrikanischen Freunde, die zum Teil wie eine eigene Familie zu mir waren, täglich zu besuchen, mit ihnen zu Mittag zu essen und zum Teil bis in die Nachtstunden zu diskutieren und zu erzählen.
Mit dem Motorrad unterwegs Meine weitere Abenteuerlust stillte ich mit Reisen. Zusammen mit einem einheimischen Freund habe ich Burkina mit dem Motorrad erkundet. Zeitweise war ich fast jedes Wochenende unterwegs auf ferneren (Vieh-)märkten, zum Besuch anderer Städte oder zum Leben bei den Bauern und Viehhirten auf dem Lande.
Leider verging die Zeit viel zu schnell, so dass ich nach den sechs Monaten die Koffer erneut mit einem lachenden und einem weinenden Auge packte. Auf der einen Seite war ich froh, wieder europäisch leben zu können und meine Lieben daheim bald wieder zu haben. Auf der anderen Seite hatte ich viel neue Freunde gewonnen, die ich so bald nicht wieder sehen würde, mit denen mich aber die gemeinsame Zeit und viele kleine Abenteuer verbunden.
Aber eines weiß ich ganz sicher: Jede einzelne Minute in Afrika war einmalig und erlebenswert, wenngleich es manchmal anstrengend und Nerven zerraubend war. Und wenn ich noch mal eine solche Entscheidung treffen müsste: Ich würde wieder fliegen. Und: Ich war nicht das letzte Mal in einem solchen Land!
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| Autor(in): Regina Breitbach ([email protected]) |
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Das 3B Scientific Anatomie-Special
Mit 3B Scientific, dem renommierten Hersteller anatomischer Modelle, steht uns ein kompetenter Partner zur Verfügung, der das Special freundlicherweise unterstützt. Auf den Seiten findet ihr immer neue Beiträge rund um das Thema Anatomie.
[Zum Anatomie-Special – klick hier] |
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Seit geraumer Zeit sind Videos auf der Plattform YouToube in aller Munde, nein: Augen. Das Portal erfreut sich großer Beliebheit und hat sich zu einem regen Treffpunkt für lustige, unterhaltsame aber auch informative Videos entwickelt. Dieser Trend macht auch vor dem Bereich Medizin nicht halt und so finden sich bereits einige Videos zu den Themen Medizinstudium oder Assistenzarzt. Wir möchten euch in unserer neuen Rubrik jeweils ein Video empfehlen.
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Anfänger in Weiß – Neuland Teil 3
Hast du dir schon das eine oder andere Mal Gedanken darüber gemacht, was nach dem Studium kommt? Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, an dem die Theorie in die Praxis umgesetzt werden muss und du plötzlich die Verantwortung trägst? Sicher ein mulmiges Gefühl. Die nachfolgende Dokumentation zeigt, wie frisch gebackene Ärzte auch für sie neue und z.T. schwierige Situationen bewältigen.
Viel Spaß beim Ansehen wünscht die Redaktion MEDI-LEARN.
PS: Falls du ein Video kennst, das sich um die Themen Medizinstudium oder Assistenzarzt dreht und das du weiterempfehlen möchtest, schick uns einfach den Link per E-Mail an
[email protected].
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| Autor(in): Redaktion (MEDI-LEARN) ([email protected]) |
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| 8. Nationaler Krebsplan - „Wir werden die onkologische Versorgung verbessern!“
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Wir freuen uns, den Besuchern unserer Webseite an dieser Stelle in regelmäßiger Reihenfolge lesenswerte Gastartikel aus der renommierten Zeitschrift MMW Fortschritte der Medizin präsentieren zu können. Am Ende des Artikel findet sich ein Hinweis auf volle 12 Ausgaben eines unverbindlichen und kostenlosen Testabos.
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Heutiger Gastbeitrag: Nationaler Krebsplan - „Wir werden die onkologische Versorgung verbessern!“ Quelle: MMW Fortschritte der Medizin Heft 22, 2010
Krebs ist nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Bei allen Fortschritten in Früherkennung, Diagnostik und Therapie sterben derzeit über 210 000 Menschen pro Jahr daran.
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat im Juni 2008 gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren den Nationalen Krebsplan (NKP) initiiert. Für die derzeit laufende erste Phase (2009/2010) wurden vier Handlungsfelder definiert:
- Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung
- Weiterentwicklung der onkologischen Versorgungsstrukturen und der Qualitätssicherung
- Sicherstellung einer effizienten onkologischen Behandlung
- Stärkung der Patientenorientierung/Patienteninformation.
In den vier Handlungsfeldern haben sich die jeweiligen Experten inzwischen auf 13 Ziele und 40 Teilziele verständigt.
Klassenprimus Register Die Arbeitsgruppe zum Ziel 8 („Es exis-tiert eine aussagekräftige onkologische Qualitätsberichterstattung für die Leistungserbringer, Entscheidungsträger und Patienten“) hat das erste Klassenziel bereits erreicht: Die acht Teilziele wurden mit einem konkreten Maßnahmenplan versehen und harren nun ihrer Realisierung. Klinische Krebsregister sollen bundesweit die Qualität der Versorgung aller Krebskranken erfassen, regional und mit epidemiologischen Krebsregistern stärker vernetzt werden, transparent sein und den Leistungserbringern Daten strukturiert zurückmelden, um letztlich eine sektorenübergreifende Qualitätssicherung zu ermöglichen.
Ein wichtiger Schritt: die Vereinheitlichung der zu meldenden Daten. Prof. Dr. Ferdinand Hofstetter, Regensburg, hält einen überschaubaren, bundesweit einheitlichen Datensatz mit wenigen Extraelementen pro Krebsentität für möglich. Derzeit fehlt es allerdings schon physikalisch an einem einheitlichen Datenfluss. Die rechtliche, insbesondere datenschutzrechtliche Situation ist regional ganz unterschiedlich geregelt, und die bisherigen Registerstrukturen erfordern völlig unterschiedliche Angaben, sodass aktuell Teilnehmer Patientendaten mehrfach erfassen müssen. All dies zu ändern ist teuer.
Die erste Maßnahme zur Erreichung des Ziels 8 ist daher die Schaffung einer entsprechenden Finanzierungsregelung auf der Basis einer aktuell bereits laufenden Aufwand-Nutzen-Abschätzung.
Früherkennungs-Überraschung Handlungsfeld 1, die Früherkennung, ist noch nicht ganz so weit gediehen. Die Ziele sind definiert, über die Maßnahmen wird noch diskutiert. Wichtig ist allen die Stärkung der informierten Inanspruchnahme aller Bürger, wie Dr. Antonius Gelou vom Bundesgesundheitsministerium betonte. Gleichzeitig geht es auch um eine fortlaufende kritische Abwägung von Nutzen und Risiken. International gibt es z. B. Kritik an einem jährlichen Intervall des Zervixkarzinomscreenings. Viele plädieren für ein Intervall von drei bis vier Jahren.
Auch die Umsetzung der präventiven Maßnahmen ist verbesserungsbedürftig. So werden aktuell laut Gelou 50% der positiven FOBT (fäkaler, okkulter Bluttest) nicht per Koloskopie abgeklärt und so wichtige Chancen auf eine Darmkrebsfrüherkennung vertan.
Die Diskussion hat aber auch noch einen anderen, zunächst gar nicht vorgesehenen Aspekt auf die Tagesordnung gebracht: Als neues Querschnittsthema wurde die risikoadaptierte Früherkennung definiert. Patienten mit hohem Risiko zu identifizieren, anzusprechen und für die Früherkennung zu gewinnen, ohne dass es zu einer Stigmatisierung kommt, wird das Ziel der betreffenden Arbeitsgruppe sein.
Zentren sind Teil des NKP Handlungsfeld 2 des NKP umfasst auch das dreigliedrige System von Organzentren, onkologischen Zentren und Zentren der onkologischen Spitzenforschung („Comprehensive Cancer Centers“), das die Deutsche Krebsgesellschaft seit Jahren propagiert und gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe aufbaut. Solche Zentren sind nicht als Trutzburgen stationärer Onkologie gedacht, sondern als Netzwerke, die transsektoral, interdisziplinär – auch unter Einbindung der Hausärzte – und qualifiziert langfristig die flächendeckende Versorgung onkologischer Patienten sicherstellen sollen. Eine Zertifizierung prüft die Qualität dieser Versorgung. Ziel ist ein fairer Wettbewerb um gute Qualität und demzufolge eine breite Qualitätsverbesserung.
Kampf um Kompetenzen und Finanzen Prof. Dr. Norbert Schmitz, Vorsitzender des Berufsverbands der niedergelassenen Hämatologen und Onkologen, sieht die Fairness derzeit noch nicht gegeben. Die Klinikambulanzen konkurrieren mit den niedergelassenen Onkologen, haben aber ganz andere Voraussetzungen – auch finanziell. Deshalb plädiert er für die Schaffung eines dritten Sektors für die spezialisierte ambulante fachärztliche Versorgung. Das stößt allerdings bei den meisten anderen Akteuren auf Widerstand, sollen doch Sektorengrenzen überwunden werden.
Auch die Kliniken haben ihre Probleme mit den Zentren. Prof. Dr. Matthias W. Beckmann, Direktor der Frauenklinik in Erlangen, klagt über das liebe Geld. Das InEK habe bei seiner Kalkulation des Aufwands eines Brustzentrums zahlreiche Kostenparameter nicht ausreichend berücksichtigt. So sei sein Brustzentrum für die Klinik nur tragbar, weil er die lukrativere Geburtshilfe dagegenrechnen kann.
Vom Erfolg überzeugt So wie hier wird in allen Arbeitsgruppen des NKP hart um Kompromisse zwischen unterschiedlichen Interessen gerungen. Wo viele Gruppen eingebunden werden, werden immer wieder viele Hürden aufgebaut, beklagte Prof. Dr. Michael Bamberg, Tübingen. Der NKP ist deshalb eine gewaltige Aufgabe. Bamberg ist aber überzeugt: „Wir werden die onkologische Versorgung in Deutschland verbessern. Man kann zwar noch abspringen. Aber der Zug rollt weiter!“
Hinweis:Dieser Artikel stammt aus (MMW Fortschritte der Medizin, Heft 21, 2010, S. 25-28). Er wurde mit freundlicher Genehmigung der Redaktion MMW Fortschritte der Medizin hier präsentiert.
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| Autor(in): Gastartikel MMW ([email protected]) |
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Berfuspolitische Seminare der Friedrich-Thieding-Stiftung
Berufspolitische Ausbildung kommt im Medizinstudium zu kurz. Daher widmet sich die Berufspolitische Seminarreihe dieser Thematik und bietet jungen Medizinern eine Einführung in das deutsche Gesundheitssystem sowie Infos über wichtige aktuelle Entwicklungen.
Wo? Berlin
Wann?
18./19.9 2010,
9./10.10 2010,
13./14.11 2010
[Flyer downloaden - klick hier]
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Seit Montag bin ich in die nächste Rotation geraten, zumindest theoretisch. Funktionsdiagnostik steht an, was bedeutet man kann sich zwischen Herzecho (transthorakal, transösophageal), Gastroskopie, Koloskopie, Bronchoskopie und Ultraschall ziemlich frei bewegen.
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Insbesondere die Gastroenterologen machen hier im Haus doch einiges, z.B. Zenker-Divertikulotomien oder Spiralendoskopien bis hin zu den kleinen VIdeokapseln.
Auf den Ultraschall des Abdomens bin ich nur mäßig scharf, da war ich ja ne ganze Weile von Station aus immer wieder, weil das eine Nebentätigkeit der Stationsärzte meiner Station war. Gastro- und Koloskopien hab ich auch einige gesehen und ein Gastroskop auch schon mal ein paar Minuten in der Hand gehabt. Find ich jetzt persönlich nicht so spannend da immer zuzugucken. Am Montag hab ich mir deshalb mal Bronchoskopien angeguckt, allerdings war das nach der vierten so was von langweilig, dass ich auf Intensiv gelatscht bin, dort waren 11 Patienten und meine aktive Hilfe war sehr Willkommen.
Gleiches Spiel am Dienstag, diesmal ein ausgedehnter Blick in die Echokardiographie, aber auch hier ist nach 5 Untersuchungen echt meine Lust erschöpft und es war PJ-Fortbildung, danach einfach wieder Stumpf auf Intensiv…
[Zum den PJ-Blog von Letalis - klick hier]
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Die Vergabe von Studienplätzen mit
NC-Beschränkung, von den derzeit
11.000 Studiengängen immerhin rund die
Hälfte, wird ab dem WS 2011/12 endlich
verbessert: Die ZVS vermittelt Angebot
und Nachfrage deutschlandweit.
Bis dahin
gibt es ein Übergangsangebot.
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Mehr Transparenz
Und so soll es ab 2011 funktionieren:
Bis zum 15. Juli stellt jeder Anwärter
seinen Antrag online an die Hochschule
oder, bei den klassisch über die ZVS
vergebenen Fächern wie Medizin,
an diese. Die einzureichenden
Dokumente
wie das beglaubigte
Abizeugnis
gehen an die ZVS und werden dort
auf Echtheit überprüft – damit fallen für
Mehrfachbewerber auch eine Menge
Kosten weg – und es wird eine zentrale
Bewerberdatei erstellt.
Die Bewerbungen werden von der ZVS
an die Unis und Fachhochschulen übermittelt,
diese legen Ranglisten zur Auswahl
fest. So sieht jeder Aspirant nun,
wie gut seine
Chancen stehen.
Dann treffen die
Unis ihre Auswahl,
die Anwärter
bekommen
eine elektronische
Zusage und müssen
sich bis zum
14. August entscheiden.
Und
das macht den
markanten Unterschied:
Wenn ein Bewerber einen
Platz annimmt, verschwindet sein Name
aus allen weiteren Ranglisten und die
entsprechende Position wird für andere
– sichtbar – frei. Bislang ziehen sich
Zu- und Absagefristen, von Uni zu Uni
verschieden, über Wochen, und am
Ende führt diese miserable Allokation
dazu, dass Plätze in NC-Fächern frei
bleiben! Das Handelsblatt ermittelte in
einer Umfrage, dass an der Frankfurter
Goethe-Universität im vergangenen
Wintersemester über 800 Plätze in zulassungsbeschränkten
Fächern nicht vergeben
wurden, ein Fünftel der Gesamtzahl.
Auch an der TU Dresden blieben 18 Prozent
der Stühle leer.
Mehr Chancen
Nach dem Stichtag 14. August beginnt,
zentral koordiniert, die zweite Runde,
in der die noch verbleibenden Bewerber
ihre Prioritäten (Hochschule, Studiengang)
festlegen müssen. Sie erhalten,
wiederum per Computer, Studienangebote
mit einer voraussichtlich dreitägigen
Frist für Annahme oder Ablehnung.
Wer dann noch keinen Studienplatz hat,
kommt ins Losverfahren, das neudeutsch
„Clearing-Verfahren“ heißt. Zum 1. September
werden Restplätze bekannt gegeben
und verlost. Allerdings können die
Hochschule Bewerber ablehnen, wenn
sie diese für ungeeignet halten.
Die Software für die transparentere Vergabe
wird derzeit noch entwickelt. Die
Anforderungen sind enorm: Zum Wintersemester
bewerben sich derzeit rund
350.000 Personen. Bis zur Implementierung
im Jahr 2011 arbeitet die ZVS
mit dem Studentenportal Studienwahl.
de zusammen. In dessen Studienangebots-
Datenbank, können die Studienanwärter
Merklisten erstellen, gelangen
zu AntOn, der „Antragstellung Online“
der ZVS, und können mit der Antragstellung
von zwölf optionalen Studienwünschen
beginnen.
Mehr Infos:
www.zvs.de
Die ZVS wird Angebot und Nachfrage koordinieren www.studienwahl.de
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| Autor(in): MEDI-LEARN ([email protected]) |
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| 11. Mehr Praxissicherheit durch das Skills Lab - Im Studium kommt die Praxis oft zu kurz
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Wer Medizin studiert, dem wird so schnell nicht langweilig. Der Stundenplan ist prall, und nebenbei dürfen die Studierenden bergeweise Literatur verschlingen. Die Praxis kommt da manchmal zu kurz. Das soll sich jetzt an der Universität Bonn ändern.
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Das Skills Lab auf dem Venusberg bietet den Studenten die Möglichkeit, zeitlich flexibel Kurse neben dem Studium zu belegen oder an speziellen Simulationspuppen zum Beispiel eine Herzdruckmassage zu üben. Das Angebot wird komplett durch Studiengebühren finanziert.
Christina Schiffer ist angestrengt über einen Torso gebeugt und drückt ihre Hände auf den Brustkorb. Die Bonnerin studiert im achten Semester Medizin und übt in ihrer Freizeit die Herzdruckmassage. „Ich hab es vorher nur einmal in einem Seminar als Übung gehabt. Hier finde ich die Skala super, die sehr genau anzeigt, ob man zu fest oder zu weich drückt“, schwärmt die Studentin.
An der Uni Bonn haben viele medizinische Fachgebiete das Skills Lab verpflichtend in die studentische Ausbildung integriert. Zudem gibt es ein großes freiwilliges Kursangebot, bei dem die Studierenden ihre praktischen Fähigkeiten unter ärztlicher Anleitung vertiefen können. So können sie hier das chirurgische Nähen, das Anlegen eines Gipses, die Herzdruckmassage oder das Legen eines Blasenkatheters üben. Hier ist eine vorherige Anmeldung auf der Homepage des Skills-Lab erforderlich. Zusätzlich ist das Skills Lab im Untergeschoss des Lehrgebäudes montags und freitags von 12 bis 16 Uhr offen für freies Üben. „Wir wollen raus aus der Theorie und rein in die Praxis“, sagt Bianca Ackermann, die das Skills Lab organisiert. „Wir hoffen, dass die Studenten durch unser Angebot praktisch fitter und sicherer werden.“
Dass das funktioniert, zeigen Erfahrungen anderer Universitäten. An den Universitäten Heidelberg und Tübingen zum Beispiel bewerteten mehr als die Hälfte der Medizinstudenten ihre praktischen Fähigkeiten als gut. Beide Unis bieten ein Skills Lab an. In Bonn schätzten dagegen bislang nur acht Prozent ihre praktischen Fähigkeiten als gut ein.
Das Skills Lab wird komplett aus Studiengebühren finanziert und stößt bei den Studenten auf reges Interesse. Zumal auch die neue Approbationsordnung für Ärzte eine praxisnahe Ausbildung von Medizinstudenten fordert. Insofern ist das neu geschaffene Angebot eines Skills Lab am Universitätsklinikum Bonn ein erster wichtiger Schritt, um dieser Vorgabe gerecht zu werden. „Wir wollen die Vorbereitung aller Medizin-Studenten auf Praktika, Famulaturen, PJ und den klinischen Einsatz als Assistenzarzt optimieren. Durch die Entwicklung von innovativen, fachspezifischen Aus- und Weiterbildungsmethoden sowie durch die Erarbeitung und Durchführung von neuartigen und insbesondere praxisorientierten Trainingskonzepten wollen wir die Lehre an der Universität Bonn verbessern“, erklärt Bianca Ackermann.
Christina Schiffer hat den richtigen Druck gefunden und hat genug geübt für heute. „Ich finde es super, dass ich zeitlich flexibel üben kann. Also in meiner Freizeit. Super Sache, ich werde demnächst öfter kommen“, freut sich die Studentin. Und wenn ihre Kommilitonen ihrem Beispiel folgen, werden schon bald mehr Bonner Medizin-Studenten ihre praktischen Fähigkeiten besser einschätzen als in der Vergangenheit.
Quelle: idw-online.de
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| Autor(in): Frank Luerweg ([email protected]) |
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