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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was tun mit dem Schwurbel im Gesundheitswesen?



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Relaxometrie
28.01.2020, 10:19
"Bundesärztekammer (BÄK) und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben sich für ein Ende der Homöopathie als Satzungsleistung der Krankenkassen ausgesprochen."
(https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/108947/Homoeopathie-Aerzte-fuer-Ende-der-Erstattung-durch-Krankenkassen)
Vielleicht wird es ja langsam etwas damit, daß Krankenkassen keine homöopahtischen Mittelchen mehr erstatten dürfen.

WackenDoc
29.01.2020, 18:39
Der erste Arzt bekommt wohl in B-W die Kassenzulassung entzogen. Impfgegnertum, GNM, Bioresonanz, und diverse andere Betrugsmaschen.

Feuerblick
29.01.2020, 18:47
Solange solche Leute ihre Approbation behalten, ist nix gewonnen. Die meisten geben doch sowieso irgendwann ihre Kassenzulassung zurück, um in Ruhe schwurbeln zu können.

WackenDoc
29.01.2020, 20:24
Ne, DER dreht gerade völlig am Rad deswegen. Von wegen sein Lebenswerk würde zerstört... Der ist aber auch schon Ü70.

Edit: Er ist übrigens schon vor 12 Jahren angezeigt worden. Hat keinen interessiert.

tarumo
31.01.2020, 14:50
Vielleicht wird es ja langsam etwas damit, daß Krankenkassen keine homöopahtischen Mittelchen mehr erstatten dürfen.

Reine Augenwischerei und Ablenkung. Spahn hat schon letztes Jahr entschieden, daß die KK weiterhin an Homöopathie und Heilpraktikerleistungen anbieten dürfen, was sie wollen. Da kann die BÄK fordern, was sie will.

Dinge, wie PSA-Bestimmung, Auflichtmikroskopie beim Dermatologen, leberspezifisches MRT-Kontrastmittel oder auch Spermien/Eizellenkonservierung vor Chemotherapie werden dagegen weiterhin nicht übernommen. Kann man ja auch keine gesunden Besserverdiener mit anlocken...

h3nni
31.01.2020, 18:42
Und wo gabs jetzt noch mal gute Evidenz für ein PSA-Screening? Oder hat das IQWiG da einfach dem Gesundheitsminister nach dem Mund geredet?

][truba][
31.01.2020, 22:22
Nein, das IQWiG hat rein formal keinen Fehler gemacht. Sie haben die vorhanden (eher alten und im Aufbau schlecht gemachten) Studien analysiert und anhand dieser Daten die Empfehlung ausgesprochen. Dass aber in den letzten Jahren ein Umdenken bzgl. der Therapie (Active surveilance, Watchful waiting etc.) erfolgt ist, haben sie eben nicht in ihre Überlegungen mit einbezogen. Sind ja aber auch keine Urologen.

Dass aber Dinge mit schlechterer Evidenz (z.B. Mammographie) übernommen werden, haben sie auch nicht bemängelt.

Feuerblick
31.01.2020, 22:34
Gibt es denn zu diesem Umdenken valide Studien? Ohne Zahlen wird das IQWIG leider störrisch. Die urteilen wirklich rein formal.

Ich frage, weil wir in der Augenheilkunde ja einen ähnlichen Tanz mit Crosslinking und OCT durchhaben und man ehrlicherweise sagen muss, dass es, obwohl z.B. das OCT längst Goldstandard in der Verlaufskontrolle bei Makulaerkrankungen war, keine auch nur halbwegs geeigneten Studien gab. Die einzige wirklich gute Studie zu OCT als Verlaufskontrolle wurde vorzeitig abgebrochen. Ähnliche Probleme gibt es z.B. auch beim Glaukomscreening. Auch da kann man zwar aus den vielen Studien, die es gibt, herauslesen, dass Früherkennung und Drucksenkung absolut sinnvoll sind (was auch sonst...), aber die Messlatte des IQWIG ist dann doch deutlich höher.
Ich bin mir immer nicht sicher, ob ich es gut finden soll (manches ist wirklich abstrus und sinnlos) oder ob ich mich ärgern soll (manches ist eben auch sinnvoll)...

h3nni
31.01.2020, 23:28
In die selbe Kerbe schlagend Frage ich mich in letzter Zeit auch immer, wieviel Evidenz tatsächlich in der "evidenzbasierten Medizin" vorhanden ist oder eben nicht. Klar hat man Clinical practice points, von den alternativen Methoden werden (berechtigt) RCTs gefordert, aber hat man die selbst? Hatte da schon Diskussionen, die mich dann mit Tierstudien von menschlichen Endpunkten überzeugen wollten. Das finde ich echt schwer.

Relaxometrie
31.01.2020, 23:45
Die einzige wirklich gute Studie zu OCT als Verlaufskontrolle wurde vorzeitig abgebrochen.
Warum wurde die Studie vorzeitig abgebrochen? Weil der Beweis, daß die OCT sinnvoll ist, bereits nach kurzer Studiendauer geführt worden ist und ein Fortsetzen der Studie unethisch gewesen wäre, weil man den Patienten, die im nicht-OCT-Studienarm waren, die als sinnvoll bewiesene Therapie vorenthalten würde?

Feuerblick
01.02.2020, 07:34
Nein, sie wurde nicht abgebrochen, weil sie irgendwas bewiesen hatte. Sie wurde abgebrochen, weil andere Parameter sich erledigt hatten und man der Meinung war, man brauche sie nicht mehr.

WackenDoc
01.02.2020, 18:33
https://www.erziehungskunst.de/artikel/forum/der-kampf-um-die-impfungen/?fbclid=IwAR2zPFY3-ZO0jfi0nNdMF-Zkrw73FONhREDTvWJeH6TWcDtKrTCyalUX2rM#tx-comments-form

Warum hat diese Irre ihre Approbation noch?

Kandra
01.02.2020, 18:42
Da konnte ich nur zwei Absätze weit lesen, bin zu wütend geworden. Schön auch, dass sie den Haemophilus-"Grippe" (lustig wie viele denken, dass wäre die Grippeimpfung, sie ja anscheinend auch) als harmlos bezeichnet. Wir hatten erst eine Epiglottitis ewig beatmet auf Intensiv, das war nicht lustig (allerdings nicht durch HiB sondern a.e. auf einen Pseudokrupp aufgesetzt).

WackenDoc
01.02.2020, 18:45
Ich dachte erst, das wäre so eine Waldorftrulla ohne med. Fachkenntnisse. Aber die Autorin ist Fachärztin für Allgemeinmedizin.

Choranaptyxis
01.02.2020, 19:10
Der Körper jedes Menschen ist aus einem ganz individuellen Eiweiß aufgebaut. Immer wieder gibt es Probleme zum Beispiel bei Bluttransfusionen, weil trotz Beachtung der Blutgruppe und Subgruppe die beiden Eiweiße doch nie ganz gleich sind.


Bei der Geburt ist der Körper des Neugeborenen noch aus dem Eiweiß der Mutter gebildet. Dieses muss mit der Zeit aufgelöst und ausgeschieden werden. Erst danach kann das Kind sein eigenes, individuelles Eiweiß bilden – das seinem eigenen Ich, seinem ganz individuellen geistigen Wesen entspricht. Um das mütterliche Eiweiß aufzulösen und auszuscheiden sind die Kinderkrankheiten da. Sie gehen einher mit hohem Fieber (zum Auflösen) und Ausschlag (zum Ausscheiden).


Jeder eingenommene Zucker erzeugt zunächst eine Überzuckerung, die vom Körper mit einer kompensatorischen Unterzuckerung beantwortet wird. Und diese Unterzuckerung ist die Schwäche: In diesem Moment können die Kinder vom Poliovirus infiziert werden. Durch Zuckerkarenz wurden die Kinder auch ohne Impfung nicht infiziert (Husemann / Wolff, 1993, S. 268).

Mal exemplarische Zitate, und bei jedem Einzelnen fällt man vom Glauben ab...
Und jede Krankheit beruht auf Schwäche... joar, das sage ich am besten auf der Kinderonko, ihr Kind wird sterben, weil es schwach war.
Ohne Worte, ohne Worte. Und so etwas kann man nicht an die Ärztekammer melden? Das ist erlaubt? Krass

WackenDoc
01.02.2020, 19:14
JA, kann man melden. Habe ich gemacht. Wird eh nichts bei rauskommen.

WackenDoc
05.02.2020, 17:16
https://www.uniklinikum-saarland.de/de/einrichtungen/verwaltung/dezernat_i_personal/gesundheitsmanagement/gesundheitstag/mitmachaktionen_im_personalkasino/aok_cardioscan/

Ich könnte kotzen.
Mit dem Mist tingeln die Präventionsberater übrigens auch durch meine Firmen.

h3nni
05.02.2020, 18:32
Naja, HRV ist doch ein mehr oder weniger anerkannter Marker von Stress usw, oder nicht?

WackenDoc
05.02.2020, 20:30
Nicht wirklich, weil "Stress" nicht genauer definiert ist. Und auch die Darstellung des EKG alles andere als fundiert ist, die Zahlen, die das Ding ausspuckt schon gleich dreimal nicht. Die KK die in einer meiner größerne FIrmen unterwegs ist, bietet auch gleichzeitig Medimouse an.
Einmal sogar ohne Absprache parallel zum Vorsorgetermin bei meinem Vorgänger. Der hat sich dann auch dezent veräppelt gefühlt.

Espressa
06.02.2020, 21:18
Diesen cardioscan würde ich eher als Anlass sehen, überhaupt das Bewusstsein zu schaffen und über Maßnahmen sprechen zu können, ganz egal was für Ergebnisse der ausspuckt. Was ist daran nun so schlecht?