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Muriel
09.03.2020, 15:47
Gegen Influenza wirst Du geimpft sein, Corona scheint ja kein Problem für den Feten zu geben, wenn ich das richtig im Kopf habe. Ob man das dennoch so möchte oder nicht, ist ja noch mal etwas Anderes. Kann man die Sprechstunde nicht anders organisieren?

WackenDoc
09.03.2020, 17:09
Lass mich raten- es gibt weder eine Gefährdungsbeurteilung Schwangerschaft noch ist deine Beschäftigung als Schwangere an die Gewerbeaufsicht gemeldet worden?
Corona stellt in dem Zusammenhang noch ein eher geringeres Problem dar. Hauptgefährdung ist da fast noch die psych. Belastung durch die Untersicherheit die die Pandemie so mit sich bringt.

Vianna
10.03.2020, 07:47
Genau, gegen Influenza bin ich geimpft. Leider lässt sich das irgendwie nicht anders organisieren. Ich hätte schon Ideen, bekomme aber trotzdem unselektiert alles reingesetzt. Bin auch an sich nicht so ängstlich. Leider auch CMV negativ. Mal schauen wie das sich weiter entwickelt.

Eine Gefährdungsbeurteilung gibt es. Das ist der Bogen, der einem eher auf eine Chemie Firma zugeschnitten vorkommt, oder? Ich saß dabei als dieser ausgefüllt wurde. Meine Schwangerschaft wurde wohl auch gemeldet.

roxolana
10.03.2020, 20:32
Wie ist es eigentlich in der Stillzeit, Wacken? Meines Wissens nach gelten da doch die gleichen Einschränkungen in Bezug auf infektiöse Patienten wie in der Schwangerschaft, oder?

WackenDoc
10.03.2020, 20:55
Nicht ganz. Stillende sind zwar Schwangeren weitgehend gleichgestellt. Aber gerade bei den Infektionskrankheiten gibt es einige Unterschiede. Nicht alle die für Schwangere und Ungeborene gefährlich sind, sind auch für Stillende und Säuglinge gefährlich.

WackenDoc
10.03.2020, 20:58
@Vianna: Kommt drauf an, welche Vorlage verwendet wurde. Die von den Gewerbeaufsichtsämtern sind halt allgemein gehalten. Für viele Berufe decken die alles wichtig ab. Gerade im Gesundheitswesen muss man aber gerade die Gefährdung durch Krankheitserreger eher nochmal genauer ausarbeiten.

Die Verantwortung für eine ordentlich GB hat der Arbeitgeber. Sicherheitsfachkraft, Betriebsarzt und ggf. Gewerbeaufsicht unterstützen.

CMV negativ ist ein Problem je nach dem was für ein Patientengut ihr habt.

Lässt sich die Sicherheit einer Schwangeren nicht anderweitig sicherstellen (in deinem Fall am ehesten Umorganisieren der Sprechstunde), muss ein Berufsverbot ausgesprochen werden.

Vianna
10.03.2020, 21:23
Dann wird das so ein ganz allgemeiner Bogen gewesen sein.
Ich finde es schon verwunderlich, dass schwangere Lehrerinnen allein bei der Grippewelle freigestellt werden. Aber als Schwangere Ärztin darf man in der Allgemeinmedizin arbeiten. Kann den Arbeitgeber natürlich auch verstehen, dann fehlt im die Arbeitskraft. In der Praxis bekomme ich natürlich alle akute Patienten.
Gerade bei den ganzen Corona Mist ist es interessant, alle möglich Firmen schließen oder ordnen Home Office an, aber schwanger an der Front geht. ;-)
Mir wurde bisher nur angeboten, dass ich krank geschrieben werden kann. Fühlt sich aber auch komisch an, ich bin ja nicht krank. Kann man bei der Gewerbeaufsicht nachfragen wie so was allgemein eingeschätzt wird?

WackenDoc
11.03.2020, 05:01
Das hat mit "dürfen" weniger zu tun, sondern damit wie sorgfältig der Mutterschutz umgesetzt wird. Erfahrungsgemäß ist das Gesundheitswesen ganz, ganz weit hinten.

Ja, hab ich in dem zusammenfassenden Thread geschrieben- die Gewerbeaufsicht ist im Zweifel Ansprechpartner.

Schau mal auf der Homepage der Gewerbeaufsichten Bremen oder Niedersachsen, ob euer Bogen wenigstens halbwegs ähnlich aussieht.

Edit: Krankschreibung in der Schwangerschaft ist ein recht heisses Eisen. Von demher ist die Aussage dass du dich krankschreiben lassen sollst nicht sachgerecht. Krankschreibung nur, wenn eine Krankheit vorliegt. Beschäftigungsverbot wenn eine unzumutbare Gefährdung vorliegt. Die allermeisten BV müssten sogar arbeitgeberseitig aufgrund der GB sein.

Nina05
11.03.2020, 17:50
Ich bin in einer ähnlichen Situation, bin gerade im 2. Trimenon schwanger und arbeite in einer größeren Klinik in der Inneren. Natürlich darf man nicht in ISO Zimmer oder "blutig" arbeiten. Auch ich bin da eigentlich eher nicht von der ängstlichen Sorte und hab noch relativ lange Dienste gemacht mit allem drum und dran. Mittlerweile kommt bei mir eine mir bisher nicht bekannte Unsicherheit auf, und niemand kann helfen. Ich habe das Gefühl, dass die Krankenhäuser überhaupt keine Zeit haben sich über sowas Gedanken zu machen. Klar weiß man bisher nichts über eine mögliche Gefährdung von Feten, aber ich möchte nicht das Testobjekt hierfür sein.
Gibt es noch mehr Schwangere hier im Forum - wie handhabt ihr das?
Ich habe erstmal Urlaub, aber in zwei Wochen wird das Problem nicht gelöst sein.

WackenDoc
11.03.2020, 19:01
Die Krankenhäuser haben nicht keine ZEIT, sondern schlichtweg weder Ahnung noch Lust. Liegt auch an der fehlenden Kontrolle. Weder die Gewerbeaufsicht noch die zuständige BG interessiert es. Die Betriebsärzte wirken auch nicht darauf hin, dass die GB erstellt werden.

Fordert die GB ein und wendet euch ggf. an die Gewerbeaufsicht.

murkel
11.03.2020, 19:19
Ich finde dieses Thema auch interessant für mich. Ich sitze auf der anderen Seite. Ich habe immer wieder Schwangere, die im Krankenhaus arbeiten und mich jetzt fragen, wie sie sich verhalten sollen wegen der Coronainfektionen. Laut rki werden Schwangere nicht als Risikogruppe eingestuft. Krank sind sie nicht, also keine AU, die Schwangerschaften verlaufen häufig auch so unauffällig, also kein individuelles BV meinerseits. Der Arbeitgeber rührt sich aber aktuell auch noch nicht. Ich wohne in einem Bundesland, wo aktuell noch wenig Infektionen sind. Ich bin auch im Betriebsrat unseres Gesundheitszentrums, weiterhin im Konzernbetriebsrat, habe somit Kontakt zum Klinik-BR. Ich werde morgen dort mal nachfragen, wie oder was wir da machen können/müssen. Aber von euch irgendwelche Anregungen?
Zumal ich denke, dass am Ende die Schwangere sich nicht bei der Arbeit anstecken wird, sondern beim Einkaufen/Kinder wegbringen usw..

Vianna
12.03.2020, 07:31
@Nina05

Mir geht es ähnlich. Finde es auch echt schwierig. Bin mir auch weiterhin sehr unsicher. War bei sowas bisher alles andere als ängstlich. Mal schauen...

@murkel
Ich finde die Situation aktuell sehr dynamisch. Denke die Auswirkungen auf Schwangere sind noch sehr schwer einzuschätzen. Zumal ja auch bei der symptomatischen Therapie viele Optionen wegfallen oder nur mit Bauchschmerzen (zumindest bei der Schwangeren) gegeben werden können.
Aus meinem Umkreis (großes DAX Unternehmen) und auch anderen Firmen hört man nur, dass Scheangere zu Hause bleiben sollen bei der unklaren Situation, aber Schwangere an der 1. Front scheinen kein Problem zu sein. Schwangere Lehrerinnen wurden auf Grund der Grippe freigestellt usw.
Du hast Recht, man kann es sich natürlich überall einfangen. Den Menschen im Supermarkt schaue ich zumindest nicht in den Hals wie in der Praxis mit fehlendem Mundschutz, da es keinen gibt.

Schmierwurscht
14.03.2020, 07:14
Zumindest in Baden-Württemberg gibts jetzt auf der homepage des Regierungspräsidiums n offizielles Statement zum Umgang mit Schwangeren Mitarbeiten bzgl Sars-CoV2, mit nem Abschnitt über Beschäftigte im Gesundheitswesen, da dürfen wir ausdrücklich keinen Kontakt haben. Ich arbeite in ner hausärztlichen Praxis in der Weiterbildung und bin seit Ende Februar zu Hause bzw. Mache jetzt so n bissl Papierkram und die telefonischen Krankmeldungen...

WackenDoc
14.03.2020, 07:43
https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?103013-Schwanger-was-nun&highlight=Schwanger

Hier ist alles wichtige zusammengefasst. Und wenn man das System dahinter verstanden hat, weiss man auch, wie das mit Corona ist.

Nina05
15.03.2020, 14:09
Danke für die Erklärung. Daraus ergibt sich zumindest für mich aber keine relevante Lösung des Problems, da die Gretchenfrage damit ja nicht geklärt ist, nämlich ob Corona in der Schwangerschaft gefährlich ist oder nicht und ob das Krankenhaus als Arbeitsplatz eine besondere Gefährdung darstellt.

WackenDoc
15.03.2020, 14:24
Hast du dir die Links angeschaut? Z.B. mal so eine Gefährdungsbeurteilung?

In der Inneren darfst du eh sehr viele Tätigkeiten nicht mehr machen. Wurde DAS denn wenigstens schon beurteilung und umgesetzt?

Und dann ist es eben die Frage: Bist du einer Ansteckungsgefahr mit Corona ausgesetzt? Ja oder Nein? Wenn ja, dann eigentlich Beschäftigungsverbot.

hipo
15.03.2020, 14:51
Zumal ich denke, dass am Ende die Schwangere sich nicht bei der Arbeit anstecken wird, sondern beim Einkaufen/Kinder wegbringen usw..

Guter Punkt. In einem Krankenhaus macht sich gerade jeder 3x Gedanken darübert wer Risikokontakt hatte, ob man getestet werden sollte, wie man sich vor Infektionen schützt etc. In einer zunehmenden Anzahl an Fällen ist von deinem Mitarbeiter im Krankenhaus, bekannt ob er positiv oder negativ für Corona getestet wurde.

Denk mal an die schwangere Supermarktkassiererin - ich denke die hat ein viel höheres Risiko sich an Corona an zu stecken. (Sollte man schwanger vielleicht sowie besser nicht hinter der Supermarktkasse sitzen?).

RboAllgemeinmedizin
16.03.2020, 15:56
Hallo! Danke für dein Statement. Es tut gut zu lesen, dass es Jemanden in der gleichen Situation gibt, der die gleiche Konsequenz gezogen hat. Ich war mir sehr unsicher, ob ich das richtige tue, da es bei uns keine richtigen Empfehlungen gibt und mir nicht unbedingt Verständnis seitens der Chefs und ders Gyn entgegenschlug. Hast du jetzt BV oder wie regelst du das?
Liebe Grüsse und Alles Gute

RboAllgemeinmedizin
16.03.2020, 15:57
Entschuldigt. Das war eine Antwort auf @Schmierwurst

Schmierwurscht
16.03.2020, 21:22
Bei mir hat mein Chef von sich aus gesagt dass er nicht mehr möcht dass ich Patientenkontakt hab, schon zu der Zeit als es in Norditalien anfing. Jetzt hab ich home-office und mach darüber die telefonischen AUs, laborwertbesprechungen und sowas (also überarbeiten tu ich mich nicht..) offiziell kein BV sondern Freistellung (bekomm mein Gehalt normal weiter)
Liebe Grüsse und alles Gute