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GelbeKlamotten
31.12.2019, 16:41
Dann müßte es ja Unmengen an Firmen geben, die z.B. abgelegene Gartengrundstücke o.ä. (ohne Baurecht) aufkaufen, dann einen fünfstelligen Betrag für den Notar und einen nochmal fünstelligen Betrag Grunderwerbssteuer hinlegen, um das ganze für 50-100 EUR/Monat an Leute zu vermieten, die dort Bogenschießen oder Bienenkästen aufstellen wollen?
Ich befürchte aber, die rechnen so wie ich und deswegen gibt es dieses Geschäftsmodell auch nicht.
Jetzt sind wir aber endgültig OT
Du hast noch immer nicht mal im Ansatz verstanden worum es geht. Du kannst selbstverständlich in deinen Kalkulationen die Maklergebühren und die Grunderwerbssteuer mit der Miete verrechnen. Ich habe nie behauptet, dass du das nicht könntest oder dass das keiner machen würde. Und wenn der Verkäufer sagt, er verkauft dir das Haus nur, wenn du seinem Sohn dann noch zwei Jahre lang den Judo-Kurs bezahlst, dann kannst du auch diese Kosten in deiner internen Kalkulation mit der Miete verrechnen. Alles möglich, es ist schließlich vollkommen dir überlassen, was du dazu auf deinen Zettel schreibst und es interessiert mich auch nicht.
Nur jetzt kommt der entscheidende Punkt. Achtung, jetzt bitte nicht wieder Gehirn ausschalten, sondern versuchen es endlich einmal zu durchdenken und zu verstehen: Für den Vergleich Kaufen vs. Mieten interessiert mich rein ein Vergleich der Cashflows. Es spielt hier keine Rolle, ob der Vermieter die Kaufnebenkosten als einmalige Ausgabe ansieht oder als Auslage ansieht, die im Falle der Vermietung mit der Miete langsam wieder reinkommt. Es ist ein negativer Cashflow, der zum Zeitpunkt des Kaufes entsteht und der für den Vergleich als solcher zu berücksichtigen ist. Genauso sind die Mietausgaben des Mieters auf dessen Seite ein regelmäßiger negativer Cashflow. Wie die sich genau zusammensetzen spielt keine Rolle. Da kann auf dem Zettel des Vermieters ein Anteil zur Deckung der Maklerkosten oder ein Anteil zur Deckung der Kosten für den Friseurbesuch seines Pudels drinstecken, es ist vollkommen egal.
Durch den Kredit entsteht wiederum ein regelmäßiger negativer Cashflow beim Käufer, auch hier interessiert mich für den Vergleich die interne Kalkulation nicht, welcher Anteil nun zu welchem Zeitpunkt Kreditkosten und welcher Tilgung darstellt. Es interessiert mich nur, zu welchen Zeitpunkten geht jeweils wie viel Geld von welchem Konto ab oder wird gutgeschrieben und welches Vermögen (Bar-, Wertpapier-, oder Immobilienvermögen) kommt am Ende dabei raus.
Wie verhält sich denn der cashflow, wenn ich als Vermieter dem Mieter die Notarkosten direkt im ersten Monat 1:1 durchreiche? Natürlich nicht als "Notarkosten", sondern sagen wir mal 10.000 EUR einmalige Garagenpacht, zahlbar binnen sechs Wochen ab Mietbeginn? Und jetzt nicht lachen, solche Konstrukte gibt es bereits, u.a. zur Umgehung der "Mietpreisbremse" und den Maklergebühren. In einem begehrten Gebiet wird sich irgendwann einer drauf einlassen.
Deine ganzen angelesenen Theorien kranken ein wenig an der mangelnden Praxis, vermutlich weil der ursprüngliche Autor sich zu großräumig oder gar länderübergreifend orientiert hat. Dies ist ein Ärzteforum und ich denke mal, 85% der Leser sind im städtischen oder großstädtischen Raum tätig. Da hilft es jetzt wenig, wenn in irgendwelchen Mittelgebirgsnestern ein beachtlicher Leerstand herrscht und den Landesdurchschnitt drückt. Und wer wissen will, wie eine Immobilienblase aussieht, braucht sich nur ein wenig in den Vororten einer spanischen Großstadt oder ländlichen Urbanisation umgucken, am besten nachts, damit der Leerstand augenfällig wird. Mein Studienort ist zu 97% der verfügbaren Fläche bereits bebaut. Es gibt aber einen Nettozuzug von ca 5000 Personen/Jahr und jedes Semester 20.000 teils sehr kurzfristig neue Studenten. Also steigen die Preise weiter, zumal es in den Vororten exakt genauso aussieht und weites Pendeln jetzt schon und demnächst erst recht erschwert wird.
John Silver
31.12.2019, 21:00
Ihr alle seid in viel zu gut behüteten Verhältnissen der stabilen BRD der 80er und 90er aufgewachsen. Ihr habt noch nie erlebt, was passiert, wenn das sicher geglaubte System um einen herum innerhalb weniger Wochen komplett zusammenbricht. Seid euch der Zukunft nicht so sicher, ihr mit euren „Anlagehorizonten“ und Versicherungen. Die Krisen, die ihr kennt, sind an D noch recht glimpflich vorübergegangen.
Noch ein Denkanstoss: Die Welt ist in den letzten 10 Jahren erheblich unvorhersehbarer geworden. Wer hätte vor wenigen Jahren noch den Arabischen Frühling, die Annexion der Krim oder Trump als POTUS für möglich gehalten?
„Wenn Du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm Deine Pläne“ (alter jüdischer Witz)
Absolut korrekt. Nun sollte allerdings das Argument, daß eine Versicherung bei einem Zusammenbruch der wirtschaftlichen/politischen Ordnung vielleicht nicht mehr wird leisten können, kein Grund sein, erst gar keine abzuschließen.
Waffenfirmen im Depot machen sich übrigens auch in der Krise gut :-P
Ansonsten ist natürlich ein eigenes Dach über dem Kopf auch in einer Krise sinnvoller als irgendwelche cashflows und Anlagehorizonte. Daß jetzt exzessiv überall "Notstände" ausgerufen werden, bereitet repessiven Maßnahmen schon mal den Boden.
Ein bißchen Beschäftigung mit jüngerer Geschichte (Stichwort Südafrika und Venezuela) wäre sicherlich auch nicht verkehrt. Dann wüßte man, daß man die mit Abstand reichsten Länder des jeweiligen Kontinents durchaus innerhalb ein paar Jahren in den Ruin steuern kann. In Venezuela ist es übrigens keine "Brotpreisblase" (zum Beispiel, weil "gierige US-Imperialisten" das Brot irgendwo horten), sondern die Lebensmittel werden ständig teurer, weil kaum noch was importiert oder im Land produziert wird, plus die gigantische Hyperinflation. Jetzt verhungern halt die ersten...
Seit dem posting von GelbeKlamotten ist mir ein Artikel in die Hände gefallen, in dem recht plausibel dargelegt ist, daß in den deutschen Metropolen die Preise für Wohnungen alleine von 2018 auf 2019 nochmal um fast 10% zugelegt haben. Fallende Preise gibt es bei bestimmten Gewerbeimmobilien sowie in extrem ländlichen Regionen (was uns Ärzten erst mal wenig hilft).
Erste Anzeichen für einen kommenden Engpass/Krise (oder wie immer man das nennen mag) sind übrigens die Arzneimittel. Wer hätte vor 20 Jahren gedacht, daß im angeblich so reichen Deutschland banale Medikamente für Ibuprofen und Propofol knapp werden? Nach Rücksprache sind diese im "nichtsozialistischen Ausland" übrigens durchaus noch erhältlich...
GelbeKlamotten
01.01.2020, 09:48
Wie verhält sich denn der cashflow, wenn ich als Vermieter dem Mieter die Notarkosten direkt im ersten Monat 1:1 durchreiche? Natürlich nicht als "Notarkosten", sondern sagen wir mal 10.000 EUR einmalige Garagenpacht, zahlbar binnen sechs Wochen ab Mietbeginn? Und jetzt nicht lachen, solche Konstrukte gibt es bereits, u.a. zur Umgehung der "Mietpreisbremse" und den Maklergebühren. In einem begehrten Gebiet wird sich irgendwann einer drauf einlassen.
Deine ganzen angelesenen Theorien kranken ein wenig an der mangelnden Praxis, vermutlich weil der ursprüngliche Autor sich zu großräumig oder gar länderübergreifend orientiert hat. Dies ist ein Ärzteforum und ich denke mal, 85% der Leser sind im städtischen oder großstädtischen Raum tätig. Da hilft es jetzt wenig, wenn in irgendwelchen Mittelgebirgsnestern ein beachtlicher Leerstand herrscht und den Landesdurchschnitt drückt. Und wer wissen will, wie eine Immobilienblase aussieht, braucht sich nur ein wenig in den Vororten einer spanischen Großstadt oder ländlichen Urbanisation umgucken, am besten nachts, damit der Leerstand augenfällig wird. Mein Studienort ist zu 97% der verfügbaren Fläche bereits bebaut. Es gibt aber einen Nettozuzug von ca 5000 Personen/Jahr und jedes Semester 20.000 teils sehr kurzfristig neue Studenten. Also steigen die Preise weiter, zumal es in den Vororten exakt genauso aussieht und weites Pendeln jetzt schon und demnächst erst recht erschwert wird.
Uiuiui, so langsam kommt immer mehr von deinen heftigen Spekulationen ans Tageslicht. Solche Immobilien, die „nur im Wert steigen können“ sind mit die spekulativsten. Wenn du aus dem deiner Meinung nach sicher anhaltenden Zuzug Profit schlagen willst, dann unterstellst du damit, dass der Großteil der anderen Marktteilnehmer nicht kapiert, dass es diesen Nettozuzug gibt, denn sonst wäre die daraus angeblich sicher resultierende Preissteigerung größtenteils schon jetzt eingepreist. Komische Annahme, wo du dich doch sonst so auf die Schwarmintelligenz verlässt.
Bei Aktien sieht man es sehr deutlich. Ein Unternehmen mit solidem Wachstum und auch sehr guter Wachstumsprognose für die Folgejahre, das auf einmal statt der von Analysten geschätzten 20% Umsatzwachstum nur 10% schafft, bricht deutlich im Kurs ein. Ähnlich, wenn auch möglicherweise in etwas abgeschwächter Form, passiert es auch mit Immobilienpreisen. Und auch Immobilienpreise sind nicht rein individuell, sondern werden immer auch zu einem großen Anteil vom Gesamtmarkt bestimmt. Wenn der Immobilienmarkt insgesamt zusammenbricht, wird auch deine „sichere“ Stadtimmobilie betroffen sein. Und die hat dann besonders viel Luft nach unten.
Und wie gesagt ist auch nicht sicher, ob der Zuzug in die Städte sich weiter so fortsetzen wird wie zur Zeit. Eine Mobilitätswende kann auch das Leben auf dem Land attraktiver machen, zB für die wachsende Anzahl älterer Menschen, die dank besserer öffentlicher Verkehrsmitteln vielleicht dann irgendwann nicht mehr selbst Auto fahren müssen, um von ihrem Landhaus zum Einkaufen oder auch mal in die Stadt zu kommen.
Darauf zu spekulieren, dass es nun längerfristig eine Politik geben wird, die die Mobilität stark einschränkt, halte ich für gelinde gesagt sehr gewagt. Sollte das in Deutschland tatsächlich so kommen, wird das der deutschen Wirtschaft so sehr schaden, dass man sich generell überlegen müsste, ob man sich noch mit Immobilien an dieses Land binden möchte.
Um aber ein bisschen auf das ursprüngliche Thema zurückzukommen: Es ging mir gar nicht darum, mich gegen den Immobilienkauf auszusprechen. Wenn es zum eigenen Lifestyle passt, halte ich einen gut überlegten Immobilienkauf weiterhin für in Ordnung.
Es ging mir um die Vorstellung vieler, dass man wenn man derzeit 500 Euro Miete bezahlt und dann eine Immobilie zur Eigennutzung kauft, jeden Monat eine Nettoersparnis von 500 Euro hat, weil man die ja dann zukünftig „an sich selbst zahlt“. Dass wesentlich mehr dazugehört als das, wissen viele nicht, was dann beim tatsächlichen Kauf dazu führt, dass sie alles glauben, was der Makler und der Bankberater so von sich geben, denn das sind ja die „Experten“. Unter diesen Voraussetzungen ein Haus zu kaufen halte ich für ähnlich dumm wie die Einstellung „Ich brauche keine BUV weil ich ja eh nicht krank werde.“
Wenn der Immobilienmarkt insgesamt zusammenbricht, wird auch deine „sichere“ Stadtimmobilie betroffen sein. Und die hat dann besonders viel Luft nach unten.
Erst mal ging es nicht um das Spekulieren mit Immobilien, sondern um selbst bewohnen vs. mieten. Dann würde mich mal interessieren, woher der Zusammenbruch des städtischen Immobilienmarktes herrühren soll? Ich sehe nur ein Szenario a la Johannesburg-City, wenn sich ganze Stadtviertel in no-go-Areas verwandeln, und jeder, der nicht einer Gang angehört, dort wegzieht. Der Leerstand wird anschließend ungesetzlich in Besitz genommen. Es gibt übrigens tolle Bilder im Internet, die den Zerfall dieser Stadt von der "In-Metropole" zum Riesenslum dokumentieren. Oder mal nach Detroit gucken...
Eine Mobilitätswende kann auch das Leben auf dem Land attraktiver machen, zB für die wachsende Anzahl älterer Menschen, die dank besserer öffentlicher Verkehrsmitteln vielleicht dann irgendwann nicht mehr selbst Auto fahren müssen, um von ihrem Landhaus zum Einkaufen oder auch mal in die Stadt zu kommen.
Die "Mobilitätswende" ist eine der hohlen Phrasen a la "Endsieg" und "überholen ohne einzuholen".
Was haben wir denn da:
-nette Elektrotretroller, die zur Touristenbespaßung taugen, aber nicht für 365/7/24 für den Weg zur Arbeit
-Elektromobilität: ja, wenn das Problem mit den Batterien, der mangelnden Reichweite und dem Preis gelöst wird, haben wir immer noch das Problem, daß die überwiegende Anzahl der Einwohner zur Miete wohnt (sic) und auch nicht im Parterre. Also mal eben das gesamte Stromnetz bis in die kleinste Seitenstraße komplett neu aufbauen und dafür sorgen, daß auch jeder "seinen" Parkplatz hat. Nette Idee? Vielleicht in 150 Jahren? Und wer zahlt das? Wobei das Problem des Schadstoffausstoßes auch nur verlangert wird.
-Buslinien ausbauen: eigentlich keine schlechte Idee. Da kann man auch viel Geld reinpumpen. Problem ist nur, daß es Stand heute bereits viel zuwenig Fahrer gibt und eigentlich in allen deutschen Städten heute schon Kurse ausfallen. Und diejenigen, die heute noch fahren, wissen ganz genau, daß sie auch in der Schweiz für mehr Geld weniger arbeiten können (analog zu Ärzten) oder alternativ, für mehr Geld auch einen Baustellenkipper steuern können. Der wird nämlich nachts, am Wochenende oder an Feiertagen stehengelassen und so eine Ladung Kies beschimpft und attackiert auch den Fahrer nicht. Die aktuelle Lösung ist natürlich wieder der "Import von Fachkräften". Abgesehen davon, daß ich diese neokolonialistische Vorgehensweise zutiefst ablehne- fehlende Sprach- und Ortskenntnisse tragen nicht zu einem qualitätsvollen ÖPNV bei und die "Neuen" merken relativ schnell, daß sie von dem gezahlten Geld eben auch kein auskömmliches Leben führen können (zwangsweise Leben im Ballungsraum plus PKW-Vorhaltung wg. der Arbeitszeiten).
-bei den Lokführern schaut es genauso aus. Die flüchten reihenweise aus dem Beruf. Die zwangsumgeschulten Deutschen sind auch nicht blöd. Miese Arbeitszeiten, miese Bezahlung. Zweimal gegen Rot anfahren und man ist wieder draußen:-) Und man kann versuchen, 20.000 Pflegekräfte aus Albanien oder den Philippinnen zu "locken", mit 20.000 Lokführern wird das mangels Eisenbahn in diesen Ländern schon schwierig.
Die bereits völlig zerstörte Infrastruktur tut ein übriges. Und sorry, die kann man nicht wieder aufbauen. Die herausgerissenen Gleisfelder und stillgelegten Güterbahnhöfe hat man weitgehend schon überbaut (Düsseldorf Hbf. bei Fahrt Ri. Norden ist ein gutes Beispiel dafür). Der Zug ist abgefahren...
Also, wie soll die Verkehrswende aussehen?
Und jetzt bitte nicht mit autonomem Fahren kommen, ein einem Land, in dem das Internet bereits hinter das Niveau von Albanien zurückgefallen ist.
Ich habe im übrigen auch keine Lösung. Als Arzt ist es auch nicht meine Aufgabe, 50 Jahre verkorkste Verkehrspolitik zu korrigieren.
Im übrigen fehlt dann ja immer noch der "Landarzt". Außer repressiven Maßnahmen a la Landarztquote ist den Politikern da genau gar nichts zur Lösung eingefallen.
Darauf zu spekulieren, dass es nun längerfristig eine Politik geben wird, die die Mobilität stark einschränkt, halte ich für gelinde gesagt sehr gewagt.
Ich spekuliere nicht, sondern das steht im Programm diverser Parteien, die nach derzeitigem Kenntnisstand die nächste Regierung bilden werden. Einfach mal lesen (hinterher sagen alle, das hätte keiner gewußt). Restriktive Maßnahmen a la Zuzugssperre in die Hauptstadt gab es übrigens durchaus schon mal und kennen einige Politiker dort noch aus eigener Anschauung.
Nachdem in diversen Städten ja schon der "Klimanotstand" ausgerufen wurde, kann man eine Zuzugssperre und/oder Einfahrverbote ganz prima damit begründen.
Stand heute hat man in Stuttgart übrigens ein Fahrverbot für EUR-V Diesel verhängt, was auch nichts anderes ist als die Einschränkung der Mobilität. Als nächstes kommt dann Fahrverbot für EUR VIa und für Benziner vor Bj sagen wir mal, 2020. Natürlich mit dem Verweis auf die öffentlichen Verkehrsmittel, wobei gerade in Stuttgart die S-Bahn wohl die unzuverlässigste aller deutschen Großstädte ist. Dann viel Spaß, wenn man regelmäßig statt um 7.30 erst um 8.45 im Krankenhaus zur Arbeit auftaucht...
Es ging mir um die Vorstellung vieler, dass man wenn man derzeit 500 Euro Miete bezahlt und dann eine Immobilie zur Eigennutzung kauft, jeden Monat eine Nettoersparnis von 500 Euro hat, weil man die ja dann zukünftig „an sich selbst zahlt“. Dass wesentlich mehr dazugehört als das, wissen viele nicht, was dann beim tatsächlichen Kauf dazu führt, dass sie alles glauben, was der Makler und der Bankberater so von sich geben“
Da stimme ich zu und das habe ich auch nicht behauptet :-party
Übrigens kann man auch ohne "Makler" und "Berater" eine Immobilie erwerben. Nur um den Notar kommt man nicht herum. Und vielleicht noch jemanden, der das ganze auch finanziert. Das ganze setzt allerdings voraus, daß man sich ein wenig einlesen und informieren muß (das war noch nie so einfach wie heute). Und nicht glauben, was irgendein Internetheini oder ein interessensgeleiteter "Berater" so erzählt- ebenso wie bei der BUV eben. Hoffe, daß ich jetzt den Bogen zurück zum Thema kriege.
Vielleicht könnte ein Mod die Immobilien/Aktien/Spekulation-Diskussion von hier abtrennen? Der Thread ist ja jetzt schon über mehrere Seiten so was von off topic...
GelbeKlamotten
01.01.2020, 12:29
Erst mal ging es nicht um das Spekulieren mit Immobilien, sondern um selbst bewohnen vs. mieten.
Ein Einzelinvestment von mehreren 100.000 Euro in eine Immobilie mit dem Hintergedanken, damit im Vergleich zum Mieten finanziell zu profitieren ist immer spekulativ.
Dann würde mich mal interessieren, woher der Zusammenbruch des städtischen Immobilienmarktes herrühren soll?
Du selbst nennst weiter unten in deinem Post diverse mögliche Gründe. Wenn ich wüsste, wann und warum in Zukunft welche Veränderungen am Immobilienmarkt stattfinden werden, wäre ich eine reiche Frau.
Ich spekuliere nicht, sondern das steht im Programm diverser Parteien, die nach derzeitigem Kenntnisstand die nächste Regierung bilden werden. Einfach mal lesen (hinterher sagen alle, das hätte keiner gewußt).
soso, die Annahme dass bestimmte Parteien gewählt werden und dann bestimmte Inhalte ihres Parteiprogramms 1:1 umgesetzt werden ist also keine Spekulation, sondern eine reine Tatsachenfeststellung? Na dann...
Restriktive Maßnahmen a la Zuzugssperre in die Hauptstadt gab es übrigens durchaus schon mal und kennen einige Politiker dort noch aus eigener Anschauung.
Und? Glaubst du das würde sich für dich und deine Immobilie positiv auswirken?
Übrigens kann man auch ohne "Makler" und "Berater" eine Immobilie erwerben. Nur um den Notar kommt man nicht herum.
Ohne Makler schon. Ohne Bankberater? Schwierig. Es sein denn man hat das Geld Cash auf der hohen Kante. Und um die Grunderwerbsteuer kommt man auch nicht rum.
Ich verstehe nicht ganz, warum eine Wertsteigerung oder -minderung einer Immobilie eine Rolle spielen sollte, wenn man sich sowas kauft, um darin einfach nur zu wohnen und alt zu werden. Natürlich sollte man vorher gut überlegen, denn verkaufen geht ja dann nicht so einfach, wenn man 30 Jahre abbezahlen muss. Aber wenn ich dann mit 75 in die Rente darf, dann brauche ich keine Miete mehr zu zahlen und habe mehr von meiner Rente übrig. Das ist doch der große Vorteil. Ob die Immobilie dann fast kostenlos zu haben ist, ist mir ehrlich gesagt egal.
GelbeKlamotten
01.01.2020, 12:58
Aber wenn ich dann mit 75 in die Rente darf, dann brauche ich keine Miete mehr zu zahlen und habe mehr von meiner Rente übrig. Das ist doch der große Vorteil. Ob die Immobilie dann fast kostenlos zu haben ist, ist mir ehrlich gesagt egal.
Wenn das Ziel ist, im Alter mehr liquide Mittel zur Verfügung zu haben, dann ist die Immobilie ganz sicher die falsche Wahl.
Wenn du die Immobilie kaufst, weil du eben genau dieses Haus haben willst und darin dauerhaft leben willst, sprich rein aus Lifestyle-Gründen, dann kann dir die Wertentwicklung relativ egal sein (für deine Erben ist sie vielleicht trotzdem interessant).
Wenn du aber die finanziellen Aspekte ins Spiel bringst, dann solltest du sie auch vernünftig durchdenken.
Wenn deine 500.000 Euro Immobilie bis zur Rente die Hälfte an Wert verliert, meine 500.000 Euro Aktieninvestments sich aber im Wert verdoppeln, dann kaufe ich mir halt mit 75 für 250.000 Euro wenn ich das will ein gleichwertiges Haus, zahle auch keine Miete mehr und habe 750.000 Euro zusätzlich zum verprassen.
Und auch wenn ich bis zum Tod Mieterin bleibe, stellt sich nicht die Frage, welchen Anteil die Miete an meiner Rente vom Versorgungswerk ausmacht, sondern wie viele liquide Mittel ich monatlich nach Abzug der Mietkosten zur Verfügung habe, und das wäre in obigem Zahlenbeispiel trotz Mietzahlung erheblich mehr als wenn ich gekauft hätte.
Thomas24
01.01.2020, 14:09
So geht es mir auch, keine Chance mehr auf eine sinnvolle BUV wegen chronischer erkrankung, bei mir allerdings schon seit dem 15. LJ.
Schon mal über eine "Dread Disease" Versicherung als Alternative nachgedacht? Ich weiß, ist im deutschsprachigen Raum nicht so bekannt und daher unüblich. Kann aber als zusätzliche Absicherung für jemanden, der keine "klassische" BU bekommt evtl. eine Option sein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Dread-Disease-Versicherung
https://www.finanztip.de/berufsunfaehigkeitsversicherung/dread-disease/
GelbeKlamotten
01.01.2020, 14:11
Schon mal über eine "Dread Disease" Versicherung als Alternative nachgedacht? Ich weiß, ist im deutschsprachigen Raum nicht so bekannt und daher unüblich. Kann aber als zusätzliche Absicherung für jemanden, der keine "klassische" BU bekommt evtl. eine Option sein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Dread-Disease-Versicherung
https://www.finanztip.de/berufsunfaehigkeitsversicherung/dread-disease/
Ja, sehr ausführlich sogar. Und zu dem Schluss gekommen, dass es für mich auch nicht wirklich sinnvoll abzuschließen ist. Trotzdem danke für den Vorschlag.
Relaxometrie
01.01.2020, 16:39
Ja, sehr ausführlich sogar. Und zu dem Schluss gekommen, dass es für mich auch nicht wirklich sinnvoll abzuschließen ist. Trotzdem danke für den Vorschlag.
So sehr, wie Du in vorherigen Postings das Abschließen einer BUV propagiert hast, finde ich es erstaunlich, daß Du keine Dread Disease Versicherung abschließt. Warum ist eine solche für Dich nicht sinnvoll?
GelbeKlamotten
01.01.2020, 16:56
So sehr, wie Du in vorherigen Postings das Abschließen einer BUV propagiert hast, finde ich es erstaunlich, daß Du keine Dread Disease Versicherung abschließt. Warum ist eine solche für Dich nicht sinnvoll?
Weil auch die mit einer Gesundheitsprüfung einhergeht. Und als Typ 1 Diabetikerin kriegt man da (trotz HbA1c und BZ-Verläufen im Normbereich eines Gesunden und nach 20 jahren keinerlei Anzeichen von Folgeerkrankungen) keinen sinnvollen Tarif, da halt die Versicherer vom Normalfall mit 1c von über 7% und entsprechenden Konsequenzen ausgehen. Das führt für mich zu völlig absurden Kosten/Risikokonstellationen und/oder Leistungsausschlüssen, sodass es einfach keinen Sinn macht, sowas abzuschließen.
So sehr, wie Du in vorherigen Postings das Abschließen einer BUV propagiert hast, finde ich es erstaunlich, daß Du keine Dread Disease Versicherung abschließt. Warum ist eine solche für Dich nicht sinnvoll?
Ich habe eine Dread-Disease-Versicherung für mich ebenfalls ausgeschlossen, wüsste nicht, was ich da versichern sollte. Skeletterkrankungen sind so oder so raus und was genau ich bei einem angeborenen Herzfehler als "schlimme einzutretende Erkrankung" versichern soll, frag ich mich schon. Ne Herzinsuffizienz? Oder einen Schlaganfall falls mal ein Klappenersatz schief geht?
Und wenn ich es hier im forum wage, eine diskussion zur altersvorsorge und zum ggf. vorzeitigen ruhestand zu starten, dann werde ich erstmal als prostituierte tituliert. Ist dann wohl der neid derer, die selbst zu blöd sind sich über ihre zukunft gedanken zu machen.
gerade wenn man vorzeitig in den ruhestand will, muss man sich die BU doch genau überlegen. mit dem geld kann man im schnitt 2 bis 5 jahre früher in rente gehen. aber die fronten sind hier glaube ich geklärt:)
kann natürlich gleich 100% frugalist werden und 100% riskofreiheit wollen, aber zum Leben gehört mMn mehr dazu.
*milkakuh*
02.01.2020, 15:44
An alle, die keine BU wegen Vorerkrankungen bekommen: Habt ihr euch mal bezüglich Gruppenverträgen erkundigt? Wenn man ein paar Arbeitskollegen zusammenbekommt und die Klinik überzeugt, wäre das eventuell eine Möglichkeit ohne Gesundheitsprüfung. Hab mich selbst nicht näher damit beschäftigt aber das neulich so von einer Bekannten erzählt bekommen.
Ich hab mich auch lange gegen BU gesträubt aber jetzt mit steigendem finanziellen Risiko doch für einen Abschluss erkundigt. Allerdings eine recht kleine, die dann tatsächlich nur reichen würde, die laufenden Kosten weiterhin decken zu können.
In anderen Ländern gibt's ja nicht selten eine (Pflicht-)Gruppen-BU über die Ärztekammer o.ä. - das ist wegen der Risikostreuung, der Vermeidung von adverse selection und der Verhandlungsmacht natürlich noch viel besser. Als Mensch mit hohem Risiko wird es wahrscheinlich schwer sein, Kollegen zu finden, die freiwillig für einen mitzahlen wollen ;-)
Oft ist das aber einfach begrenzt. Also dass man nicht sein OA-Gehalt absichern kann, sondern bspw 1000€. Wurde meiner Mutter (Bankbranche) auch angeboten, mit nur 5 Fragen, Alter, BMI und noch was. Aber der Betrag ist eben auf 1000€ und evtl Beitragsprogression begrenzt.
Oft ist das aber einfach begrenzt. Also dass man nicht sein OA-Gehalt absichern kann, sondern bspw 1000€.
Es geht ja nicht drum, ein "OA-Gehalt" abzusichern, sondern den Auszahlungsbetrag, mit dem man voraussichtlich zufrieden ist. Als Single im Krankenhauswohnheim hat man da einen anderen Finanzbedarf als mit nichtverdienender Frau, zwei kleinen Kindern und einem nicht abbezahltem Haus. Insofern kann man schon hier die Prämien gar nicht mehr vergleichen. Faustregel: es sollten 60% vom letzten Netto sein.
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