Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warnstreik am 4. Februar



Seiten : 1 [2] 3 4 5 6 7 8

ehem-user-31-01-2020-1555
25.01.2020, 21:55
[truba][;2124861']Hast du wirklich schon gearbeitet? Ich bin X- mal vor meinem alten Chef sowohl in als auch aus dem Visitenzimmer gegangen.
Was hat das eine mit dem anderen zu tun und wer soll jetzt das Bild in den Spind hängen?

Ok, das hätte ich jetzt nicht erwartet. Ich finde dieses Visitenschaulaufen einfach nur affig. Um das mit dem Spind zu erklären. Eine Mitarbeiterin war krank. Ca. 5 Tage. Dummerweise hat sie während ihrer Krankschreibung eine Freizeitveranstaltung besucht. Über diese Veranstaltung hat die Zeitung im Regionalteil berichtet. War glaube ich ein Mittelalterfest. Sie stand auf dem Foto in der ersten Reihe. Kollegen haben das Foto in der Zeitu g gesehen, ausgeschnitten und an ihren Spind geklebt. So konnte es jeder sehen. Bei Streiks wird viel fotographiert, um Leute zu denunzieren. Ich bin ja nicht gegen Streik, solange er nicht von Verdi veranstaltet ist. Aber man muss aufpassen, dass nicht irgendwann das eigene Bild am Spind hängt. Ich will nur gute Tipps geben. Muss man ja nicht beherzigen. Aber ich gebe euch Brief und Siegel darauf, dass sich diese Spindgeschichte genau so abgespielt hat.

Feuerblick
25.01.2020, 21:57
Nur dass Streiken ein Grundrecht ist, während einer AU aber feiern gehen möglicherweise einen Verstoß darstellt, der eine Abmahnung nach sich ziehen kann. Aber gut, man muss halt differenzieren können...
Und ich wäre auch auf Kollegoiden sauer, die auf gelben Schein die Arbeit schwänzen, feiern gehen und ich darf stattdessen den Ausfall kompensieren. Man hätte es auch dem Chef an die Tür pinnen können...

Choranaptyxis
25.01.2020, 22:00
Ich wette aber, dass jeder von euch es sich niemals trauen würde, vor dem Chef einen Raum bei der Visite zu betreten und vor dem Chef wieder zu verlassen.
Habe ich auch schon gebracht, als Famulant, ohne Probleme, mehrmals, und ich war nicht die einzige.

Und dann hängt es jemand an den Spind? Beweis dafür, dass ich mein Streikrecht ausgeübt habe. Daran ist doch nichts schlimmes.

ehem-user-31-01-2020-1555
25.01.2020, 22:09
Nur dass Streiken ein Grundrecht ist, während einer AU aber feiern gehen möglicherweise einen Verstoß darstellt, der eine Abmahnung nach sich ziehen kann. Aber gut, man muss halt differenzieren können...

Ja, das stimmt. Aber im Krankenhaus sind nicht selten Kollegen, die dich vorne nett anlächeln um dir dann hinterrücks sprichwörtlich das Messer in den Rücken zu rammen. Das gibt es auch in anderen Bereichen, aber im Krankenhaus ist das nicht so selten. Und an dem Spindbeispiel sieht man doch, dass es den Kollgen darauf ankam, die Kollegin zu denunzieren. Wenn ich das Foto in der Zeitung gesehen hätte, hätte ich sie vielleicht darauf angesprochen, aber nicht das Foto für alle sichtbar an den Spind geklebt. Das macht man doch nur, wenn man jemandem schaden will. Und warum lassen sich in Interviews und Fernsehberichten Assistenzärzte meistens unter einem Falschnahmen oder zensiert ablichten, wenn sie ihre Meinung zu den Arbeitsbedingungen sagen? Freie Meinungsäußerung steht auch immGrundgesetz.Welcher Arzt sagt den im Fernsehen oder der Zeitung öffentlich seine Meinung? So gut wie keiner! Dann steht da immer: Name geändert oder „aus Angst vor Konsequenzen“. Streik ist auch ein Grundrecht, aber an kirchlichen Krankenhäusern ist das schon etwas kompliziert mit dem Streik. Und wie hier jemand schon geschrieben hat, versuchen doch irgendwelche Chefs, die Assitenten unter Druck zu setzen, nicht zu streiken. Obwohl sie selbst auch nur leitende Angestellte sind, aber das ist ein anderes Thema

jijichu
25.01.2020, 22:17
Streik ist auch ein Grundrecht, aber an kirchlichen Krankenhäusern ist das schon etwas kompliziert mit dem Streik.

Du wirfst aber auch irgendwie alles durcheinander... Es geht hier explizit um Streik an nicht kirchlichen Häusern... Du vergleichst ständig Äpfel mit Wassermelonen, die Du zufällig irgendwo gesehen/gelesen oder erzählt bekommen hast :-nix

WackenDoc
25.01.2020, 22:18
Bitte poste nicht mehr im Forum wenn du irgendwie nicht mehr so ganz nüchtern bist.

Streikrecht hat doch nichts damit zu tun, das jemand in der AU feiern geht und der Rest den Ausfall kompensieren muss. ZUmal das irgendwelche Storys vom Hörensagen sind.

An kirchlichen Häusern wird doch auch nicht gestreikt, sondern an UNIKLINIKEN mit einem bestimmten Tarifvertrag. Himmel- du wirfst echt alles durcheinander.

Feuerblick
25.01.2020, 22:28
Ich wüsste ja gerne mal, ob diejenigen, die in 2006 offen gestreikt haben, an anderen Kliniken irgendwelchen Repressalien ausgesetzt waren. Bei uns zumindest nicht. Die Chefs waren NATÜRLICH wenig begeistert, weil sie in der Zeit schlichtweg die Patientenversorgung fast komplett brachliegen hatten (so hat z.B. die Anästhesie weitestgehend gestreikt und es waren in allen Abteilungen nur Notfall-OPs machbar), aber ein ärgerlicher Chef ist nicht gleichzusetzen damit, dass es irgendwelche weitergehenden Konsequenzen hat. Sogar unser verhaltensorigineller Chef hat die Kröte anstandslos geschluckt. Weil er halt wusste, dass es das gute Recht seiner Mitarbeiter ist und dass der Streik quasi „ordnungsgemäß“ ablief.
Manche Leute leben echt mit einer Paranoia, dass mich nicht wundert, wenn sich nie was ändert, weil es immer Menschen gibt, die Bedenkenträgern glauben. Dabei wars doch schon in der Schule so, dass man sich in der Klasse nur einig sein musste, um keine größeren Strafen abzubekommen.
Ein Assistenzarzt, der sich hinstellt und seine Abteilung und seine Chefs irgendwie in ein schlechtes Licht stellt, übt nicht sein Streikrecht aus und könnte unter Umständen übler Nachrede bezichtigt werden. Da würde ich meinen Namen auch raushalten wollen. Nicht, weil mein Chef sauer sein könnte sondern weil es weitergehende Konsequenzen incl. Anzeige haben könnte.
Aber nun ja... differenzieren muss man eben können.

daCapo
25.01.2020, 22:30
Ach wer redet denn von Kündigung...? Das ist so ein böses schmutziges Wort. Reicht doch, wenn man als Weiterbildungsassistent an der Uni nicht mehr in den OP kommt und nur noch die Station schrubbt, bis man geht.

Bei uns ist auch momentan geplant zu streiken, allerdings "geplant"; es würde eine Notfallbesetzung geben.

Ja diese Gefahr besteht immer, da reichen aber schon andere Gründe aus: mit dem Oberarzt diskutiert, jmd falsch angeschaut, länger krank, etwas falsches gesagt, zu früh gegangen usw.

Kündigen kann man keinen Assistenten nach der Probezeit (außer außerordentlich, was sehr schwierig ist), sind ja alles befristete Verträge; eine ordentliche Kündigung ist aufgrund der Befristung nicht möglich.

freak1
25.01.2020, 22:38
Wenn der Chef dich loswerden will, wird er dich los. Wie oben geschrieben nur noch langweilige (Drecks-)Arbeit, jeden Samstag Dienst, etc, bis man freiwillig geht.

ehem-user-31-01-2020-1555
25.01.2020, 22:39
Ja diese Gefahr besteht immer, da reichen aber schon andere Gründe aus: mit dem Oberarzt diskutiert, jmd falsch angeschaut, länger krank, etwas falsches gesagt, zu früh gegangen usw.

Scheint ja eine tolle Abteilung zu sein, in der du arbeitest.

freak1
25.01.2020, 22:41
Was er meinte war eher: wenn man will findet man einen Grund.

ehem-user-31-01-2020-1555
25.01.2020, 22:47
Es geht auch nicht, dass man jemanden falsch anguckt oder gar zu früh geht. Das,erinnert mich eher an so eine Nachmittagssoap.Und mit dem Oberarzt zu diskutieren ist sowieso eine Todsünde. Oder die Visitenschaulaufformation durcheinanderzubringen? Diese tollen Menschen haben aber sicherlich Verständnis für dein Grundrecht auf Streik.

daCapo
25.01.2020, 22:52
Mein jetziger Chef hat sicherlich Verständnis, wenn wir einen Notdienst für die Patienten organisieren.
der alte vielleicht oder er wäre 1-3 Tage sauer und hat es dann vergessen


Wenn der Chef dich loswerden will, wird er dich los. Wie oben geschrieben nur noch langweilige (Drecks-)Arbeit, jeden Samstag Dienst, etc, bis man freiwillig geht.

Yep, gerade für Leute mit Interesse am Fach nicht tragbar.
Eine Kollegin mit naja eher mäßigen Interesse am Fach hat der Chef auch die Kündigung nahegelegt und es mit der Verwaltung versucht. Sie hat mit Erfolg dagegen geklagt: Sie ist bis zum Ende der Befristung (2 Jahre) geblieben, allerdings ohne interessante Aufgaben. Dienste durfte sie nicht mehr machen.

Feuerblick
25.01.2020, 22:56
Nicht vor dem Chefarzt durch die Tür, nicht mit dem OA diskutieren... ich sags ja: Du schaust zu viel Schwarzwaldklinik :-))

Markian
26.01.2020, 09:43
Ich würde eher sagen bitte lasst euch fotografieren! Wenn Kollegen das sehen, dann trauen sie sich vielleicht beim nächsten Mal mitzugehen.

tarumo
26.01.2020, 11:34
Wieso nicht einfach mit einer "Guy Fawkes" Maske zur Demo? Kann man dann gleich mit ein wenig Kapitalismuskritik verbinden. Alternativ kann man sich den Aluhut tief ins Gesicht ziehen....

Und an diejenigen, die sich hier so ereifern über die Angst, daß einem die freie Meinungsäußerung negativ ausgelegt werden könnte:
Meine wiederkehrenden Hinweise, daß die MB-Spitze für die "Gegenseite" arbeitet (was sich speziell in der Person Henke ausweislich der deklarierten Geldsummen sehr leicht überprüfen lässt) und daher wirklich substantielle Änderungen nicht zu erwarten sind , tragen mir derartig viele Anfeindungen ein, daß ich froh bin, daß das Forum anonym ist.

In dem Zusammenhang:
mit dem neuen Fachkräftezuwanderungsgesetz hat man die Mindestverdienstgrenze von 55.000 EUR, die für andere Berufszweige gilt, im Falle eines "Mangelberufs", zu dem auch Ärzte zählen, auf ca. 40.000 EUR abgesenkt.
Abgesehen davon, daß ich die Logik nicht verstehe (Mangel müßte doch zu höheren Gehältern führen?) haben wir hier gleich die annähernde Meßlatte für das zukünftige Einstiegsgehalt, da EU-und Nicht-EU Ärzte natürlich gleich bezahlt werden (wollen).
Würde man das Einstiegsgehalt auf die allgemeine Mindestverdienstgrenze von 55.000 EUR oder deutlich darüber anheben, dann hätten zahlreiche Juristen viel Arbeit wg. Diskriminierung von Nicht-EU-Ärzten oder Nichteinhaltung der gesetzlichen Maßgaben. Insofern muss der MB auch weiterhin zwischen den genannten Beträgen lavieren...im Interesse des übergeordneten Allgemeinwohls, versteht sich.
Der scheidende MB-Chef Henke hat selbstverständlich im Bundestag für die Absenkung votiert.
In anderen Einwanderungsländern (Israel z.B.) ist Voraussetzung, daß der zukünftige Verdienst ÜBER dem eines Einheimischen liegt, um Lohndrückerei zu vermeiden.

daCapo
26.01.2020, 17:08
Der scheidende MB-Chef Henke hat selbstverständlich im Bundestag für die Absenkung votiert.
In anderen Einwanderungsländern (Israel z.B.) ist Voraussetzung, daß der zukünftige Verdienst ÜBER dem eines Einheimischen liegt, um Lohndrückerei zu vermeiden.

Israel ein Einwanderungsland (sehr vergleichbar mit DE bei 8 Mio Einwohnern und Konflikte mit allen Nachbarländern)? Ja, aber speziell:https://www.dw.com/de/einwanderung-nach-israel-des-einen-freud-des-anderen-leid/a-43655267

Damals https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84rztestreik_in_Deutschland_2006
arbeitete der MB auch mit der Gegenseite zusammen?


Genug Geld ist auf jeden Fall im System
a) viele Krankenhäuser (die vor allem Personalresourcen binden)
b) viele ITS Betten, zu wenig palliativmed. Versorgung https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4908524?faf=1&src=soc_fb_200121_mscpmrk_de_top5&fbclid=IwAR1gYJhZRtpE1k7SO3KXcA19vKKCOae0iCjrxp7rb v1EONYpbbZdnKxGbZU
c) das GKV / PKV System, wo sich die Private Versicherung ihr gut betuchten Schäfchen aussuchen darf
d) Fast jede Fachrichtung kann ambulant tätig werden

daCapo
04.02.2020, 13:14
Insgesamt eher mäßiger Streikbeteiligung, gerade in Düsseldorf und Aachen weniger, naja ist ja nur 1 Tag.

https://www.radioessen.de/artikel/essen-aerzte-der-uniklinik-streiken-bei-nrw-weiten-streiks-490005.html

https://www.tagesschau.de/inland/klinikaerzte-warnstreiks-103.html

FirebirdUSA
04.02.2020, 17:21
Insgesamt eher mäßiger Streikbeteiligung, gerade in Düsseldorf und Aachen weniger, naja ist ja nur 1 Tag.

https://www.radioessen.de/artikel/essen-aerzte-der-uniklinik-streiken-bei-nrw-weiten-streiks-490005.html

https://www.tagesschau.de/inland/klinikaerzte-warnstreiks-103.html

17,5% Beteiligung an der zentralen Kundgebung finde ich nicht schlecht.

tragezwerg
04.02.2020, 17:29
17,5% Beteiligung an der zentralen Kundgebung finde ich nicht schlecht.

Vor allem wenn man bedenkt dass viele eine enorm lange Anreise hatten. Hannover liegt ja nicht gerade zentral.