Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Abgaben KV Dienste
Christoph_A
03.02.2020, 12:24
Nur Privatkassen ist sicher der falsche Weg, das würde schon alleine bei der Flut an chronisch Kranken nicht funktionieren.
Was man sich halt, auch aufgrund der Auswüchse, die hier ja schon hinlänglich diskutiert wurden, überlegen sollte, wäre, das unselige DRG System einfach wieder dahin zu kloppen, wo es hingehört, nämlich in die Tonne. Haben die Australier, als Erfinder des Ganzen, ja schon länger gemacht. Klar, es kommt der deutschen Bürokratenmentalität wie der viel beschworene Ar*** auf den Eimer entgegen und wir haben es pervitiert bis zum geht nicht mehr, aber es zerstört einfach die Lebensgrundlage der nicht profitablen Versorgung und die macht nun mal mindestens 50% der deutschen Kliniklandschaft aus und wird sich auch mit noch so perfider Optimierung des laufenden Systems nicht profitabel machen lassen. Entweder wir gehen dann her und machen es neoliberal, dass wir alles auf ein Mindestmaß zurechtstutzen, was meineserachtens ein Armutszeugnis für eines der reichsten Länder der Welt wäre, oder man akzeptiert einfach, dass ein Sozialsystem nicht zwingend profitabel sein muß und zahlt drauf.
Und solange hier 100e Milliarden in obskure Bankenrettungen, Rettungsschirme oder sonstwas gestopft werden können, wird sich wohl auch ein sozialer Ausgleischsfond einrichten lassen.
Und solange hier 100e Milliarden in obskure Bankenrettungen, Rettungsschirme oder sonstwas gestopft werden können, wird sich wohl auch ein sozialer Ausgleischsfond einrichten lassen.
Oma Else ist halt nicht systemrelevant, das ist der Fehler...
Christoph_A
03.02.2020, 12:30
Oma Else ist halt nicht systemrelevant, das ist der Fehler...
Und genau das ist die bittere Realität. Nur hat halt Oma Else das Land hier mit aufgebaut....
Das Gesundheitssystem wie es heute hier herrscht, mit sozialistischer Planerfüllungsvorgabe und Preisdeckelung einerseits und betriebswirtschaftlichem Gewinnzwang andererseits wird irgendwann mit Karacho an die Wand fahren, fürchte jedoch, das was danach kommt, wird noch schlechter werden. Egal ob es dann eine Bürgerversicherung (aka NHS) oder irgendeinen neoliberalen Trumpistenquark geben wird.
Was war nochmal das ursprüngliche Thema?
Wollt ihr nicht endlich mal einen Thread mit Grundsatzdiskussionen zum Gesundheitswesen, GKV/PKV, Sozialismus, DRG-System usw. aufmachen? Dann müssen nicht immer wieder die verschiedensten Threads gekapert werden...
Christoph_A
03.02.2020, 12:58
Na, wenn Du das so sagst, muß das ja wohl gemacht werden.....
Also die Flurbetten habe ich nur bis abends gesehen (was natürlich auch nicht für gute Organisation spricht), nachts nie. Insgesamt alles eher ausnahme als Regel.
Auf einmal hast Du sie also doch gesehen? Ahja....
Auf einmal hast Du sie also doch gesehen? Ahja....
Yo paar Stunden, haben sich auch alle drüber aufgeregt; ist ja auch unmöglich Patientin auf Station zu schicken ohne anzurufen/erkundigen ob Betten frei sind. Hat sich dann immer eine Lösung gefunden, um das Bett im Flur in der Nacht zu vermeiden.
Egal ob es dann eine Bürgerversicherung (aka NHS) oder irgendeinen neoliberalen Trumpistenquark geben wird.
Das britische System ist deutlich kostengünstiger als unseres. So könnte auch mehr Netto vom Brutto bleiben oder mehr Leistungen (Zähne, Brillen usw.).
Christoph_A
03.02.2020, 19:03
Joa, das NHS ist ein Granatenvorbild. Die sind oft froh, wenn es überhaupt noch Gangbetten gibt....Haste mal ne staatliche Klinik in England von innen gesehen?
Joa, das NHS ist ein Granatenvorbild. Die sind oft froh, wenn es überhaupt noch Gangbetten gibt....Haste mal ne staatliche Klinik in England von innen gesehen?
Endlich mal Studien, dass man mit weniger teuren Therapien genausogute Ergebnisse oder sogar bessere Ergebnisse erzielen kann. Aber man kann auch höhere Beiträge zahlen für mehr Service (habe ich ja oben geschrieben)
Joa ganz schick: https://en.wikipedia.org/wiki/Queen_Elizabeth_Hospital_Birmingham im Gegensatz zu unserem renovierungsbedürftigen 70er Jahre Tempel;
https://www.oecd.org/media/oecdorg/directorates/directorateforemploymentlabourandsocialaffairs/health/Health-expenditure-per-capita-2015.JPG
Christoph_A
04.02.2020, 08:08
Joa ganz schick: https://en.wikipedia.org/wiki/Queen_Elizabeth_Hospital_Birmingham im Gegensatz zu unserem renovierungsbedürftigen 70er Jahre Tempel;
Wow, ein neues Krankenhaus als Beispiel für die Systemüberlegenheit, Respekt, das ist auf Brexiteerpopulismuslevel :-)
Bessere Ergebnisse im NHS, wovon denn? Davon, ab 70 keine Hüft TEP mehr zu kriegen vlt? Oh, sie haben ne Aortenstenose und sind über 80? Tja,Pech gehabt, TAVIs gibts dann nicht mehr, aber etwas Diuretika und Schmerzmittel können Sie haben. Und dann hier keine Gangbetten sehen, muhaha. Komm mal jetzt im Winter in ne stylihe Notaufnahme in GB, da siehste Gangtherapien, entsprechende Artikel kannste gern googlen, wenn Du mir nicht glaubst. Auch 8 Mann Zimmer sind in Deinen schicken Krankenhäusern noch gar nicht so selten verbreitet.
Träum weiter, wenn Du das NHS als Beispiel anführst, doch dann bitte als das, was es ist, nämlich wie neoliberale Ideologien ein System kaputtsparen können. Und durch den Brexit wirds noch lustiger, jeder 4. Arzt in GB ist EU Ausländer, ob die alle in little England bleiben wollen, wird sich weisen.
Wollt ihr nicht endlich mal einen Thread mit Grundsatzdiskussionen zum Gesundheitswesen, GKV/PKV, Sozialismus, DRG-System usw. aufmachen?
Ich muß Dir schon wieder recht geben. Einen Thread zur Berufspolitik gibt es schon, der dümpelt aber so vor sich hin. Hier sind die Klickzahlen deutlich höher. Ansonsten ist eine Trennung aber gar nicht so ohne weiteres möglich, da DRGs, Personalausbeutung, Planwirtschaft, KV-System und Ärztemangel untrennbar und vielfach miteinander verknüpft sind.
Bessere Ergebnisse im NHS, wovon denn? Davon, ab 70 keine Hüft TEP mehr zu kriegen vlt? Oh, sie haben ne Aortenstenose und sind über 80? Tja,Pech gehabt, TAVIs gibts dann nicht mehr, aber etwas Diuretika und Schmerzmittel können Sie haben. Und dann hier keine Gangbetten sehen, muhaha. Komm mal jetzt im Winter in ne stylihe Notaufnahme in GB, da siehste Gangtherapien, entsprechende Artikel kannste gern googlen, wenn Du mir nicht glaubst. Auch 8 Mann Zimmer sind in Deinen schicken Krankenhäusern noch gar nicht so selten verbreitet.
.
Ich biete 16-Betten (darf man eigentlich noch "Mann" sagen?) Zimmer in einer westdeutschen Uniklinik, zumindest bis zur Renovierung (ob es die jetzt noch gibt, entzieht sich meiner Kenntnis).
Zum NHS: den habe ich mit Absicht nicht mit angeführt.
-Man muß aber wissen, daß NHS zunächst mal die Basisversorgung macht (also das, was AOK und Co als Aufgabe haben), im Gegensatz dazu aber erst mal kostenlos ist. Die mir persönlich bekannten Briten, die berufstätig sind (auf akad. Level) haben samt und sonders eine Zusatzversicherung und müssen somit den NHS nicht nutzen. Gekniffen sind prekär Beschäftigte und Ruheständler, die auf die Verschlechterung seit Thatcher nicht vorbereitet waren.
-Für Ärzte (und das ist ein Ärzteforum) ist eine Tätigkeit im NHS durchaus attraktiv, auch aus Deutschland heraus. Was der Brexit bewirkt, wissen wir noch nicht. Meine Meinung ist, daß man erst mal ein paar "ungeliebte" EU-Ärzte loswerden wird und der dadurch weiter steigende Mangel insgesamt bessere Arbeitsbedingungen für diejenigen, die als "Rosinen gepickt" werden, mit sich bringt.
-Man kann über den NHS sagen, was man will. Gegenüber dem verlogenen deutschen System ist er wenigstens ehrlich. Das deutsche Kassensystem verspricht den Patienten erst mal alles. "Hintenrum" muß der Arzt dann dem Patienten alles mögliche vorenthalten, was "die Kassen nicht zahlen". Beispiele gibt es in jedem Fachgebiet zur Genüge. Im NHS gibt es dann wenigstens keine Diskussion. Hierzulande gibt es stattdessen Regresse, IGeL-Monitore und schlechte Bewertungen im Internet.
-Im NHS gibt es dann die TEP irgendwann nicht mehr. Das weiß jeder. Wie sieht es in Deutschland aus? Da wird die OP tendenziell gemacht (Mindestzahl sei Dank), dafür gibt es eine DRG, die bis auf die zweite Nachkommastelle kalkuliert ist, was natürlich auch Blödsinn ist. Hintenrum gehen die Kostenträger aber her und versuchen via MDK und Co sich um die Bezahlung zu drücken.
Aktuell in der GKV-Wunschliste ist "pay for performance". Das heißt, der 83-jährige, 170kg schwere Zyanotiker bekommt die TEP, ist hinterher, oh Wunder, aber nicht schmerzfrei und kann auch nicht besser laufen. Also wird die OP hinterher nicht bezahlt. Und das KH bleibt auf den Kosten sitzen. DAS finde ich verlogen.
Ansonsten ist eine Trennung aber gar nicht so ohne weiteres möglich, da DRGs, Personalausbeutung, Planwirtschaft, KV-System und Ärztemangel untrennbar und vielfach miteinander verknüpft sind.
Ich hab nicht gesagt, dass ihr die Themen trennen sollt. Ihr könnt von mir aus auch einen Thread "Grundsatzdiskussion" aufmachen. Aber in letzter Zeit entgleiten immer mehr Threads in solche Grundsatzdiskussionen und das finde ich schade.
Wow, ein neues Krankenhaus als Beispiel für die Systemüberlegenheit, Respekt, das ist auf Brexiteerpopulismuslevel :-)
Bessere Ergebnisse im NHS, wovon denn? Davon, ab 70 keine Hüft TEP mehr zu kriegen vlt? Oh, sie haben ne Aortenstenose und sind über 80? Tja,Pech gehabt, TAVIs gibts dann nicht mehr, aber etwas Diuretika und Schmerzmittel können Sie haben. Und dann hier keine Gangbetten sehen, muhaha. Komm mal jetzt im Winter in ne stylihe Notaufnahme in GB, da siehste Gangtherapien, entsprechende Artikel kannste gern googlen, wenn Du mir nicht glaubst. Auch 8 Mann Zimmer sind in Deinen schicken Krankenhäusern noch gar nicht so selten verbreitet.
Träum weiter, wenn Du das NHS als Beispiel anführst, doch dann bitte als das, was es ist, nämlich wie neoliberale Ideologien ein System kaputtsparen können. Und durch den Brexit wirds noch lustiger, jeder 4. Arzt in GB ist EU Ausländer, ob die alle in little England bleiben wollen, wird sich weisen.
Aha Systemüberlegenheit? Wusste garnicht, dass es darum geht?
Mein jetziger Arbeitgeber (das Land NRW) hat eine 70er Jahre Bude mit hohem Renovierungsbedarf. Es erfüllt seinen Zweck an vielen Stellen noch, Operateure/Anästhesisten klagen aber darüber, dass die OP Säle zu klein sind aus den 70er; ebenso ist es ärgerlich, dass alles mit Asbest gebaut wurde, das umkämpfte Pflegepersonal würde sich auch einer Renovierung ihrer Stationen wünschen usw.
Vielleicht wollen wir auch grundlegend andere Sachen und finden daher nie eine Übereinkunft.
Ich will ein Gesundheitssystem mit einer Basisversorgung ohne unnötigen Schnick-Schnack/Ein-Bett-Zimmer/Chefarztparkplatz/51 Hüft-TEP ohne Indikation/unnötige stationäre Behandlungen/falsche Indikationsstellungen/faire Verteilung von Ärzten und Pflegepersonal/Lebertransplantation ohne Betrügereien usw. / Privatliquidation für den Chefarzt, auf der Station und Ambulanz betreuen aber andere Leute seine Patienten, die dann nix von der "Privatliquidation" sehen/ usw. usw.
Insgesamt zahlt man viel weniger, und kann sein gespartes Geld für eine elektive OP innerhalb 1 Woche in einer Privatklinik nutzen.
Es werden gezielt Falschinformationen über den NHS in Deutschland verbreitet. z.B. wurde verbreitet, dass Dialyse ab 60 Jahren nicht mehr angeboten wird; nach einfacher Recherche: Falschinformation.
Habe selber dort Kollegen, die dorthin gegangen sind und musste meine negative Meinung revidieren. Der ist auch nicht in eine private Kasse dort gegangen. Natürlich gibt es dort auch Probleme, Termine kriegt man nicht in 2 Tagen, ein Antibiotikum kann man nicht mit Privatrezept einfach bekommen usw.
Hier steht nix davon, dass ab 80 Jahren keine Eingriffe mehr vorgenommen werden.
https://www.nhs.uk/conditions/hip-replacement/ (Adults of Any Age)
https://www.nhs.uk/conditions/aortic-valve-replacement/whyitsdone/
Ich soll träumen? Wieso? Das ist aber eine Unterstellung, da sind die Emotionen anscheinend über dich gekommen.:-sleppy
Ja warum sollen die EU Ausländer nicht bleiben? Einfach ein paar Papiere beantragen. Gibt schon zahlreiche andere Ärzte dort aus Drittstaaten (vor aus dem ehemaligen Britisch-Indien) die sich erfolgreich um den britischen Pass bemüht haben. Ganz ehrlich, finde sowas einfacher als auszuwandern, neue Sprache zu lernen. Hast du mal im Ausland überhaupt gearbeitet / gelebt?
Die Briten waren eh immer in der EU aus wirtschaftlchen Gründen. Auf jeden Fall ein risikoreicher Schritt den sie jetzt machen und sich eine knappe Mehrheit gewünscht hat. Frau Merkel und ihre (auch hier umstrittenen) Entscheidungen 2015 haben sicher dazubeigetragen.
Offensichtlich ist die Politik der sehr sehr offenen Grenzen in Europa mit vielen Problemen verbunden. Einfach alle Ausreisewillige aus zahlreichen Ländern in ein Land lassen, kann auf Gegenwind stoßen. Selbst im eher pragmatischen Ruhrgebiet, kommt der Wandel, den ein Viertel wie Marxloh (und hier leben vor allem EU Ausländer) durchzieht, eher negativ an.
Christoph_A
10.02.2020, 07:27
Und Du glaubst auch die Geschichte mit den 350 Mio Pfund pro Woche mehr, die die Brexiteers in die Welt geblasen haben?
Was die Dialyse betrifft, natürlich kriegt man die auf dem Papier, aber die Indikationsstellung hierfür wird doch, sagen wir mal, sehr kreativ ausgelegt. Bin there, saw that.
Es wird grundsätzlich nach der wirtschaftlicheren Alternative geschaut, das Wirtschaftlichkeitsgebot schwebt seit Thatcher Tagen über allem dort. Ob man jetzt jedem ne TEP reinschrauben muß oder nicht, steht auf einem anderen Blatt, aber ich bin schon relativ froh, dass ich hier in D die Möglichkeit habe, meine Patienten in erster Linie noch nach medizinischen Gesichtspunkten und nicht betriebswirtschaftlich sinnvoll behandeln zu können.
Aber wer gern feuchte neoliberale Träume hat, ist im Kleinengland der Johnsonfanboys schon gut aufgehoben. Der Aufschlag wird kommen und er wird hart sein. Allerdings halt nicht für die, die den Brexit verbockt haben, die haben ihre Schäfchen längst trocken im EU Festland, gell Hr. Rees-Mogg?
Christoph_A
10.02.2020, 07:31
Hast du mal im Ausland überhaupt gearbeitet / gelebt?
Jup, Schule 6 Monate England, im Studium Famulaturen in England und Spanien, dazu PJ in der Schweiz, sollte reichen, um ein paar Kenntnisse über das Leben in fremden Ländern zu haben, oder?
Und nur bevor hier was verwechselt wird, ich war und bin immer gerne in GB, allerdings finde ich deren Wirtschafts- und Sozialsystem einfach zum heulen.
Spanien ist dann das "fremdeste" Land; jeder hat da anderen Geschmack, mancher Brite könnte sich nicht vorstellen in Bayern zu leben
Aber wer gern feuchte neoliberale Träume hat, ist im Kleinengland der Johnsonfanboys schon gut aufgehoben. Der Aufschlag wird kommen und er wird hart sein. Allerdings halt nicht für die, die den Brexit verbockt haben, die haben ihre Schäfchen längst trocken im EU Festland, gell Hr. Rees-Mogg?
Eigentlich ist am englischen Gesundheitssystem überhaupt nichts "neoliberal". Es ist ultrasozialistisch - nur das, was billig ist und was garantiert wirkt, gibt es. Alles andere muss man sich selbst zahlen. Zentralistischer staatlicher Dirigismus vom Feinsten. Alle Gehälter sind zentral vorgegeben, alle Regeln sind zentral vorgegeben. Kein Hauch von Marktwirtschaft oder Wahlfreiheit. Die heutigen Tories sind großteils extrem staatsgläubig. Liberal ist an denen überhaupt nichts.
Christoph_A
10.02.2020, 10:14
Eigentlich ist am englischen Gesundheitssystem überhaupt nichts "neoliberal". Es ist ultrasozialistisch - nur das, was billig ist und was garantiert wirkt, gibt es. Alles andere muss man sich selbst zahlen. Zentralistischer staatlicher Dirigismus vom Feinsten. Alle Gehälter sind zentral vorgegeben, alle Regeln sind zentral vorgegeben. Kein Hauch von Marktwirtschaft oder Wahlfreiheit. Die heutigen Tories sind großteils extrem staatsgläubig. Liberal ist an denen überhaupt nichts.
Der Witz war gut. Es gibt eine minimale Basisversorgung, ja, das ist korrekt, der Rest ist purer Kapitalismus. Je mehr ich bezahle, desto mehr Therapie erhalte ich. Das NHS ist das letzte Überbleibsel des ehemals sehr ausgeprägten britischen Nachkriegssozialsystems, das von den staatsgläubigen (wie erheiternd) Torries Stück für Stück skelettiert wurde. Der einzige Grund, warum das NHS noch nicht dran glauben musste liegt darin, dass es, auch welchen Gründen auch immer, der Bevölkerung heilig ist. Nicht mal die eiserne Lady, die ja sogar die Gewerkschaften ausradieren konnte, hat sich da dran getraut. Es wurde nur so lange ausgehöhlt, bis eigentlich nur mehr die Fassade stehen blieb.
Ach das habe ich garnicht gelesen. Kleinengland? 66 Mio Einwohner; Johnsonfanboy? Was soll das sein? Die Briten haben aus verschiedenen Gründen (u.a.: zu viele Regeln von "außerhalb", zu viel billige Arbeitskräfte aus dem Ausland, die im Niedriglohnsektor geringere Löhne akzeptieren als Briten und anderes) für den EU Austritt gestimmt, finde es auch schade, ist ihre Sache, sollte man akzeptieren können.
Sind die Beiträge der Krankenkassermitglieder denn nicht auch sozial zu verwenden (ergo brauch man ein soziales Gesundheitssystem)? Warum soll denn ein Krankenhaus Gewinn machen? Warum soll es in Konkurrenz stehen zu anderen Häusern? Warum muss man sich in DE erst informieren, ob ein KH eine Knie OP gut macht? Warum legt man zwei Orthopädien in einer Stadt, wo zwei Orthopäden 60 Knie OPs im Jahr machen nicht zusammen?
Nur weil Deutschland förderal ist und es das PKV/GKV System muss man in der jetzigen Situation bleiben mit unzufriedenen Personal und mäßiger Versorgung?
https://www1.wdr.de/daserste/hartaberfair/sendungen/zukleinzuteuerzuschlecht-102.html
Christoph_A
10.02.2020, 10:47
Ach das habe ich garnicht gelesen. Kleinengland? 66 Mio Einwohner
Abwarten, was in 5 Jahren noch von Großbritannien übrig ist. Die Schotten wollen schon raus und ob Nordirland bleiben wird, werden wir sehen. Daher der Satz von Kleinengland.
Hauptgründe für den Brexit waren a) die nachweisliche Lügenkampagne der Brexiteers (s. 350mio mehr pro Woche fürs NHS etc.) und b) daß die eigentliche Abstimmung 2016 vielen Jüngeren einfach am A**** vorbeigegangen ist, weil damals keiner glauben konnte, daß mit leave abgestimmt wird.
Was den Gewinnanspruch eines KH angeht, da gebe ich Dir Recht, in einem sozialen System sollte der Gewinn eines KH nicht an erster Stelle stehen, respektive der Staat hier auch verlustausgleichend wirken, das ist ja einer der Hauptkritikpunkte, die ich an unserem Gesundheitssystem habe.
Ich finde unser Gesundheitssystem im internationalen Vergleich nach wie vor nicht so schlecht, es ist nur weit von perfekt entfernt. Und was die Zufriedenheit angeht, kenne ich auch genug Ärzte, die jetzt a) weder am Hungertuch nagen noch b) so übermäßig unzufrieden wären. Nicht jeder ist überlasteter Assistenzarzt in einer Notaufnahme, allerdings sollte gerade hier der Hebel zur Besserung angelegt werden.
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.