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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Realität und Meinung- Die ewige Diskussion um Geld und Wirtschaftliche Denkweisen



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davo
20.04.2020, 16:21
Es gibt schon auch Leute, die grün wählen, die so gut verdienen und/oder so viel geerbt haben, dass ihnen mehr Steuern egal sein können, die sich also, anders formuliert, den Luxus der umweltfreundlichen Politik leisten können. Dass das für andere nicht so leicht ist, dass teurerer Treibstoff, teureres Heizen, usw., für andere vielleicht nicht so leicht leistbar ist, begreifen die wahrscheinlich gar nicht.

Matzexc1
20.04.2020, 16:28
Ich habe so das Gefühl, dass das ohnehin nicht die politische Zielgruppe der Grünen wäre, da sind doch gerade Auto (statt Fahrrad) und die kaputte Heizung (die warme Wolldecke ist günstiger und umweltschonender) nicht wirklich etwas, das bei vielen (natürlich nicht allen) im Vordergrund steht. ;-)


Ich sehe bei den Grünen auch mehr die Zielgruppe im Bereich gut ausgebildet, hippe Insider mit schöner Wohnung in der Stadt(zumindest habe ich das Gefühl wenn ich mir manchmal die Wählervertreilung ansehe).

Die Frage ist wie diese in der jetzt kommenden Krise abschneidet. Ich rechne auch eher mit einem Anstieg bei AFD und Linke, allein schon deshalb da Extreme in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit mehr Stimmen bekommen. Siehe auch Italien, das wird bei der nächsten Wahl interessant. Momentan schlagen sowohl Regierung als auch Opposition auf die Deutschen ein:
https://www.n-tv.de/politik/In-Italien-kocht-die-Wut-auf-Hitlers-Enkel-article21725727.html

Bei Italien sehe ich auch akute Gefahr für Ereignisse wie in der Finanzkrise, nur Rettungspakete werden da sehr schwierig

Bonnerin
20.04.2020, 16:45
Darum auch der ;-) am Ende.
Man hat da halt wie ihr beide sagt entweder die „gut ausgebildete Mittelschicht“ aus den „in-Vierteln“ der Stadt, die sich auch momentan keine Sorgen um die Rechnungen machen muss. Die können sich das leisten und werden das hu großen Teilen auch nach der Krise können.

Oder halt die von mir leicht überspitzt angesprochenen „Wirklich-Ökos“ als andere Hauptwähler.

Die Linke könnte aber eventuell durch ihre Europa-Finanzpolitik sogar Wählerstimmen verlieren, von den Leute, die sie innenpolitisch eigentlich sonst gewählt hätten. Ich bin aber auch sehr gespannt, wie es da weitergehen wird.

John Silver
20.04.2020, 17:56
Es gibt nur eine vernünftige Partei mit einem sinnvollen Programm: die PARTEI.

Kackbratze
20.04.2020, 19:40
Die können sich das leisten und werden das hu großen Teilen auch nach der Krise können.

Wenn deren Nebenkostenabrechnung und der Corona soli angestiegen sind, schmeckt der nächste Soy-Chai-Latte vegan nicht mehr so gut.
Und diese Leute werden auch 35 und wollen dann doch eine Familie gründen, nicht mehr im In-Viertel, sondern im Speckgürtel.

Thomas24
20.04.2020, 20:20
Darum auch der ;-) am Ende.
Man hat da halt wie ihr beide sagt entweder die „gut ausgebildete Mittelschicht“ aus den „in-Vierteln“ der Stadt, die sich auch momentan keine Sorgen um die Rechnungen machen muss. Die können sich das leisten und werden das hu großen Teilen auch nach der Krise können.

Oder halt die von mir leicht überspitzt angesprochenen „Wirklich-Ökos“ als andere Hauptwähler.

Die Linke könnte aber eventuell durch ihre Europa-Finanzpolitik sogar Wählerstimmen verlieren, von den Leute, die sie innenpolitisch eigentlich sonst gewählt hätten. Ich bin aber auch sehr gespannt, wie es da weitergehen wird.

Das wird so laufen, wie immer in Krisenzeiten. Schuldzuweisungen + Ausgrenzung und Sündenböcke werden gesucht. D.h. konkret werden unsere bislang randständigen bzw. sozial benachteiligten Gruppen noch weniger zu lachen haben als vorher (und jeder darf sich dann eine Gruppe suchen, die er bashen möchte: Obdachlose, Arbeitslose, Flüchtlinge, Ossis, die Reichen etc.).

Der Kitt, der die Gesellschaft bislang zusammengehalten hat, wird dann brüchig. "Man" rückt zusammen mit den Menschen, die einem wichtiger und ähnlich sind ("Deutschland uns Deutschen", "Italia zuerst" etc.) und wird alles was einem fremd ist, abwerten.

Auch die hippen Grünwähler, die prinzipiell private Seenotrettungsinitiativen im Mittelmeer befürwortet haben, werden dann hart auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, wenn Ihnen mächtig der Gegenwind ins Gesicht blasen wird, von Leuten, die Sie bislang als "liberal und weltoffen" wahrgenommen haben. Ja. Da hatten die aber noch einen Job und eine gesicherte Existenz.

Thomas24
20.04.2020, 20:24
Wenn deren Nebenkostenabrechnung und der Corona soli angestiegen sind, schmeckt der nächste Soy-Chai-Latte vegan nicht mehr so gut.
Und diese Leute werden auch 35 und wollen dann doch eine Familie gründen, nicht mehr im In-Viertel, sondern im Speckgürtel.


Inflation mit steigenden Lebenshaltungskosten bei fallenden Einnahmen ist aber erst die übernächste Phase. Derzeit haben wir noch Deflation. Da der Ölpreis (mangels globaler Nachfrage und infolge des Saudi - RUS Ölkriegs) heute sogar mal *negativ*( WTI Future hat heute bei -37 Dollar pro Kontrakt gesettelt. Ja Minus 37 Dollar pro 1.000 Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate- WTI) geworden ist und die Energiekosten ca. 40% der Inflation ausmachen, werden die Nebenkosten, Benzin etc. erstmal ein Quartal fallen. Vielleicht auch zwei Quartale :D

PS: Nein, wir können nicht demnächst kostenlos tanken.

Thomas24
20.04.2020, 20:30
Ich sehe bei den Grünen auch mehr die Zielgruppe im Bereich gut ausgebildet, hippe Insider mit schöner Wohnung in der Stadt(zumindest habe ich das Gefühl wenn ich mir manchmal die Wählervertreilung ansehe).

Die Frage ist wie diese in der jetzt kommenden Krise abschneidet. Ich rechne auch eher mit einem Anstieg bei AFD und Linke, allein schon deshalb da Extreme in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit mehr Stimmen bekommen. Siehe auch Italien, das wird bei der nächsten Wahl interessant. Momentan schlagen sowohl Regierung als auch Opposition auf die Deutschen ein:
https://www.n-tv.de/politik/In-Italien-kocht-die-Wut-auf-Hitlers-Enkel-article21725727.html

Bei Italien sehe ich auch akute Gefahr für Ereignisse wie in der Finanzkrise, nur Rettungspakete werden da sehr schwierig

Sieh dir mal die Zahlen aus Spanien an. Heute von der Zentralbank Spaniens veröffentlich worden:
GDP Abnahme zwischen -6,8% und -12,4% bei einer Sperrzeit von 8-12 Wochen.
Arbeitslosenquote zwischen 18,3 und 21,7%. => Coronabonds!!

Haushaltsdefizit zwischen 7,2 und 11% des GDP (von wegen Maastricht Kriterien maximal 3%... das Regelbuch ist gerade aus dem Fenster geflogen) => Coronabonds.

Verhältnis Schulden zum GDP: Zwischen 110 und 122%. => Coronabonds.

Jeder fünfte Spanier wird arbeitslos werden. Und da ist nicht die Frage, OB wir eine gemeinsame Schuldenhaftung bekommen werden, sondern nur, wie man das nett gesichtswahrend verpackt.

Thomas24
20.04.2020, 20:45
Aus Google Search interest

32427

Was ich auch interessant fand: in Teilen der USA ist 9 mm Kaliber Munition ausverkauft, bzw. nur mit verlängerter Lieferzeit zu bekommen (seit ca. 2 Wochen). Probably nothing.

Da lob ich mir das "Happy, go Lucky" der allermeisten Deutschen.

Kackbratze
20.04.2020, 21:25
Südafrikanische Verhältnisse können wir trotzdem bekommen. Höhe Mauern in gated communities. Dauert vielleicht, es gibt es das nicht jetzt, die Frage ist, wie tief die Wirtschaft fällt.

Thomas24
20.04.2020, 21:51
Südafrikanische Verhältnisse können wir trotzdem bekommen. Höhe Mauern in gated communities. Dauert vielleicht, es gibt es das nicht jetzt, die Frage ist, wie tief die Wirtschaft fällt.

Bin da völlig bei Dir. Das ganze ist aber so surreal, dass den meisten Mitbürgern das als völlig fernliegende Möglichkeit nicht mal im Traum einfallen würde ("Can´t happen here").

Was ist denn in den letzten Wochen alles passiert?
- Gigantische Stimuluspakete? Check
- Modern Monetary Theory? USA: Check. Japan? Check. Hong Kong? Check. Spanien? Check.
Rest der Eurozone: kommt noch.
- Stärkere Rolle des Staates? Check.
- Aufwertung des US Dollars und Dollar Funding Stress in den Emerging Markets? Check.
- Notfall unbegrenzte (!!!) Dollar Swap Lines der Fed mit ausländischen (!!!) Zentralbanken. Check
- Verschlechterndes US- Chinesisches Verhältnis und neues "Blame Game". Check.
- Diskussion über Rückabwicklung der Supply chains (De- Globalisierung?): Check. Japan hat Beispielsweise mehrere Billionen Yen in seinem Stimulus Paket dafür bereitgestellt, japanische Firmen aus China zurück nach Japan zu holen.

Die meisten Deutschen haben (zum Glück?) keine Ahnung, was gerade mit ihrem Fiat Geld (wertloser), ihren Rentenansprüchen (leere und unhaltbare Versprechen) und ihren Arbeitsplätzen in einer (EXPORT orientierten !!!) Volkswirtschaft passiert, wenn im kommenden Jahrzehnt gerade Teile der Globalisierung rückabgewickelt werden. Sie haben keine Ahnung, wie sehr die Scheiße gerade in den Propeller geflogen ist. WTF :-((


....Uuund die Shitshow geht gerade erst los. Argentinien ist zum 9 Mal bankrott.
In Cape Town gibt es Hungeraufstände. https://www.thesun.co.uk/news/11427602/riots-looting-cape-town-coronavirus/
Und der Bundesstaat Illinois bittet die Zentralregierung um 40 Mrd. als Bailout für ihre Pensionskassen https://www.nytimes.com/2020/04/17/business/dealbook/illinois-pension-coronavirus.html (Ok, dass der Chicago Teachers Fund nur 7,6% der Assets hat, um die Renten der Lehrer zu gewöhrleisten, ist schon krass...).

freak1
20.04.2020, 22:02
Die einfachen Leute schauen halt an die Börse und sehen, die hat sich gefangen, wird schon nicht so schlimm sein. Dass die Börsen mittlerweile wirklich vollkommen entkoppelt von der Realwirtschaft sind und alles nur durch die Notenpresse oben gehalten wird werden wir wohl erst in nächsten Monaten/Jahren wirklich zu spüren bekommen.

Thomas24
20.04.2020, 22:30
Die einfachen Leute schauen halt an die Börse und sehen, die hat sich gefangen, wird schon nicht so schlimm sein. Dass die Börsen mittlerweile wirklich vollkommen entkoppelt von der Realwirtschaft sind und alles nur durch die Notenpresse oben gehalten wird werden wir wohl erst in nächsten Monaten/Jahren wirklich zu spüren bekommen.

Dafür müssen wir wirklich dankbar sein. Solange der Durchschnittsbürger (oder desinteressierte Forenteilnehmer) nicht mitbekommt, wie sehr "das System" gerade auf der Kippe steht und wie sehr die Zentralbanken der Welt global koordiniert gemeinsam in den "Full Panic Mode!" gegangen sind, können wir vielleicht nochmal mit einem blauen Auge aus der ganzen Sache rausgehen.

Kreditwachstum und Vertrauen. Darauf basiert unsere Ökonomie. Ersteres wackelt gerade sehr (siehe Finanzierungszins im Interbankenmarkt, Repo Spikes seit September letzten Jahres, DXY knapp an der 100- ab 104 haben die Schwellenländer wie Indonesien wirklich eine Shitshow inklusive Staatsbankrott und Aufstände), aber solange die Mehrzahl der Durchschnittsbürger sich 0,0 für Ökonomie interessiert, können wir als Gesellschaft nochmal ein paar Jahre Aufschub bekommen. Ich denke, dass wir auch dieses Mal eine 95% Chance haben, ohne chaotischen Systemreset durchzukommen. Hoffen wir mal das beste.

Kackbratze
20.04.2020, 22:36
Solange Daimler das Erfolgsmodell "Verbrennungsmotor" selber verteufelt und lieber auf grüne Subventionen vom Staat setzt, kann selbst eine Rückabwicklung der Globalisierung den Laden noch schneller ruinieren.
Einen Motorblock kann man noch in Deutschland herstellen.
Elektromotoren und Batterien sehe ich da nicht in unserem primären Wirtschaftsportfolio.
Vorallem weil der Rest der Welt (China und USA) neben der technischen Komponente auch in der Grundstoffgewinnung uneinholbar vorne liegen.
Ohne seltene Erden kann man das neueste Batteriewerkder Welt bauen..
Kann nur nix herstellen

John Silver
20.04.2020, 22:40
Ich bleibe bei meiner Prognose: Die, die es können (USA, EU, evtl. China und Japan) werden so viele Fantastilliarden an Dollar, Euro etc. drucken, wie es nötig sein wird, um die Konsumkiste am Laufen zu halten. Das hyperoptimistische Geschwafel von „Krediten“ ust lächerlich, keiner wird am Ende dem jeweiligen Schuldenberg gewachsen sein. Evtl. werden in einigen Regionen auch die Regelungen zum bedingungslosen Grundeinkommen permanent eingeführt. Man wird keine Wahl haben, weil die einzige Alternative darin bestehen wird, in ein Steam-Punk-Mittelalter abzurutschen. Irgendwann wird eine Hyperinflation drohen, und um die zu vermeiden, sowie eine Implosion der immensen Schuldenblase, wird man wiederum keine Wahl haben, als die Schulden aller bei allen zu nullen. So oder so, sehr wahrscheinlich werden die ehrlichen und vernünftigen Menschen, die sich nicht übermäßig verschuldet und fürs Alter vorgesorgt haben etc., die Dummen sein, und die Hochverschuldeten die Profiteure. Jetzt ist jedenfalls nicht fie Zeit, zu sparen oder anzulegen, sondern Kredite mit langer Laufzeit aufzunehmen.

Kackbratze
20.04.2020, 22:45
Interessanter Ansatz, welche Sicherheit bietest Du den Banken? Die Basel-Kriterien sind ja auch für Privatleute "angepasst" worden.

John Silver
20.04.2020, 22:59
In diesen Größenordnungen wird es keine Garantie geben können, außer der, dass die Banken vor der Pleite im Rahmen des Restarts geschützt werden.

Letztlich ist es so: Wenn man es bei den bisherigen popeligen Summen, die Deutschland und die EU wirklich aus der Spendierhose geholt haben (also nicht bloß irgendwelche Bürgschaften, Stundungen und Kredite, sondern richtige Einfach-so-Zahlungen), belässt, wird es in Kürze eine Pleitewelle geben, die wirklich gigantische Ausmaße annehmen kann: Betroffen sind nicht nur irgendwelche Cafes und Friseursalons, sondern auch große Unternehmen. Diese Pleitewelle führt dann auch zu einer Pleitewelle privater Haushalte. Dieses Szenario droht allen Ländern, die wirtschaftlich und ökonomisch über dem Niveau von Simbabwe liegen. Die Kombi aus diesen Pleitewellen führt - tadaa - zur Insolvenz nahezu sämtlicher Banken, weil Kreditausfälle lavinenartig hereinbrechen, und dann auch die ganzen schuldenbasierten Anlagen einkrachen (2008 grüßt mit einem Tritt in die Eier, aber mit Anlauf). Dann brechen Rückversicherer ein, und dann ist das gesamte weltweite Kartenhaus namens „Weltwirtschaft“ fällig.

Angesichts dieses Szenarios, welche Bank wird schon einen Restart verhindern wollen?

Thomas24
20.04.2020, 23:03
Ich bleibe bei meiner Prognose: Die, die es können (USA, EU, evtl. China und Japan) werden so viele Fantastilliarden an Dollar, Euro etc. drucken, wie es nötig sein wird, um die Konsumkiste am Laufen zu halten. Das hyperoptimistische Geschwafel von „Krediten“ ust lächerlich, keiner wird am Ende dem jeweiligen Schuldenberg gewachsen sein. Evtl. werden in einigen Regionen auch die Regelungen zum bedingungslosen Grundeinkommen permanent eingeführt. Man wird keine Wahl haben, weil die einzige Alternative darin bestehen wird, in ein Steam-Punk-Mittelalter abzurutschen. Irgendwann wird eine Hyperinflation drohen, und um die zu vermeiden, sowie eine Implosion der immensen Schuldenblase, wird man wiederum keine Wahl haben, als die Schulden aller bei allen zu nullen. So oder so, sehr wahrscheinlich werden die ehrlichen und vernünftigen Menschen, die sich nicht übermäßig verschuldet und fürs Alter vorgesorgt haben etc., die Dummen sein, und die Hochverschuldeten die Profiteure. Jetzt ist jedenfalls nicht fie Zeit, zu sparen oder anzulegen, sondern Kredite mit langer Laufzeit aufzunehmen.

Interessanter Ansatz. Am Ende wäre dann in deinem Szenario folgendes realistisch: spektakuläre deflationäre Depression mit allen Konsequenzen (wie Bürgerkrieg) riskieren, oder eben einen radikalen Schuldenschnitt durchführen.

Pro 1.: in einer Welt voller Schuldner, möchtest du nicht zu den Gläubigern gehören.
Ein "Debt Jubilee", d.h. das Streichen der Schulden ist tatsächlich schon auf IMF Ebene diskutiert. Aber (zunächst) nur für die ärmsten Staaten der Welt. (Noch) nicht für Privatpersonen. Aber bei all den "Asset" backed Securities, den US Studentenkrediten, den faulen US Autokrediten (bei denen nie jemand die Einkommensverhältnisse geprüft hat) etc. kann das wirklich auch bei Privatpersonen kommen. Aber das sehe ich eher long Term. Nach MMT, nach Fiscal Stimulus inkl. Infrastrukturprogrammen, Nach Fixierung der Zinsstrukturkurve, also vielleicht in über 10 Jahren.

2. Du zahlst deine Schulen zu einem (nominalen) Betrag in immer wertloser werdender Fiatwährung zurück, während dein dafür gekauftes Asset (z.B. vermietete Immobilie), dir einen Cash Flow liefert (zwar auch nur Fiat, aber gut).

Contra 1: Was machst du, um in der Zwischenzeit: keinen Margin Call zu bekommen? Sprich Nachbeleihung/ Nachbesicherung? Dafür müsstest du Cash oder andere Sicherheiten auf der Seite haben. Oder willst du "all in- und zwar sofort" gehen?
2. Was ist wenn keine (Hyper-) Inflation im erwarteten Zeitraum eintritt, sondern zunächst nur Deflation (wie derzeit) und danach das sogenannte "Japan Szenario" eintritt. Die Fed kauft de facto jetzt schon den gesamten Bond Markt, wird evtl. demnächst die Zinsstrukturkurve über die gesamte Laufzeit und nicht -wie bisher- nur am kurzen Ende bis zu 2 Jahren Laufzeit fixieren müssen und die globale Ökonomie nur stagniert. Dann lägst du mit deinem Investment -langfristig richtig-, aber in der Zwischenzeit wärst du tot, weil deine Bank ihren Kredit glattstellen möchte. Ideen? Risk Hedge?

Aber es freut mich, dass wenigstens ein paar Leute sich über ihre Zukunft Gedanken machen und nicht wie brave Lämmer zur Schlachtbank geführt werden.

Matzexc1
21.04.2020, 09:39
So oder so, sehr wahrscheinlich werden die ehrlichen und vernünftigen Menschen, die sich nicht übermäßig verschuldet und fürs Alter vorgesorgt haben etc., die Dummen sein, und die Hochverschuldeten die Profiteure. Jetzt ist jedenfalls nicht fie Zeit, zu sparen oder anzulegen, sondern Kredite mit langer Laufzeit aufzunehmen.

Es gibt noch ein Szenario: Die Währungsreform, ist beim Euro vielleicht schwieriger aber möglich.

Hier kann man Schulden und Guthaben anders abwerten, ausgenommen sind Sachwerte(Aktien, Gold,Whiskyflasche, Immobilien)
Beispiel
100€ Schulden vs 100€ Guthaben=kein Problem
Bei gleicher Abwertung bsp 10:1 auch kein Problem.

Bei unterschiedlicher Abwertung bsp Schulde 10:0,6, Guthaben 10:1
60€ Schulden vs 10€ Guthaben

Spätestens dann wird die Bank zusätzliche Sicherheiten verlangen, stellt dir vielleicht sogar den Kredit fällig.
Im Endergebnis kannst du sogar gepfändet werden, dein Haus oder die Wohnung versteigert werden.

Das halte ich für wahrscheinlicher als einen Schuldenschnitt, weil spätestens wenn ein Gläubiger den Schnitt ablehnt fällt dieser Weg aus. Ich kann mir auch nicht vorstellen das manche auf ihre Forderungnen verzichten.

Und nebenbei, das Geld auf dem Konto ist eigentlich nur ein Kredit an deine Bank und du wirst zum Gläubiger.

Egal welches Szenario kommt, man muss sich überlegen wie man am besten damit umgeht und anlegen ist da ein sinnvoller Schritt.

John Silver
21.04.2020, 14:36
Wenn der Schuldenschnitt per Gesetz kommt, kann die Bank Dir nichts tun. Und die Bundesregierung, egal aus welchen Parteien bestehend, wird es sich nicht leisten können, ein Szenario wie von Dir beschrieben zu erlauben. Erstens wegen der Wahlen, zweitens wegen der Pleitewelle, s.o.