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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Realität und Meinung- Die ewige Diskussion um Geld und Wirtschaftliche Denkweisen



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Heerestorte
02.05.2020, 13:36
An sich ist studieren in D rein aus mehreren Gründen nicht besonders attraktiv. Es mag sein dass man auf lange Sicht mehr verdient als der Nichtakademiker. Dafür verbringt man aber dann seine besten Jahre mit der Aus-/Weiterbildung. Wie gesagt bis frühestens 40 würd ich schätzen unterscheiden sich die Vermögen nicht. Auch Ingenieure landen - hab ich mir sagen lassen - nicht selten im Vertrieb und ich kenn einige arbeitslose Juristen.
Das einzig Positive am Arztjob ist die maximale Sicherheit. Es gibt keinen Job mit dem man international so flexibel ist und selbst in Krisenzeiten nie arbeitslos wird.

Naja, das kommt drauf an. Das würde ich so nicht pauschalisieren. Am Anfang steht die Berufswahl.
Ich habe schätzungsweise im Studium schon über 150k € verdient. Mit Approbation gehöre ich wohl,
laut einer neuen Studie, direkt zur Oberschicht.

Und außerdem ist das ja auch Typsache. Manche arbeiten lieber in jungen Jahren und machen sich da vllt schon kaputt.
Da finde ich studieren teilweise schon entspannter.

Kackbratze
02.05.2020, 14:10
Das eine schließt doch das andere nicht aus. Aber in den Medien ist doch quasi NUR "Hilfe-die-Wirtschaft" zu lesen. Vielleicht braucht die Gesellschaft auch einfach mal einen anderen Fokus als Arbeiten und Geld verdienen, nur damit noch mehr Leute arbeiten und Geld verdienen können. Ich bleibe dabei, dass hier in Deutschland niemand verhungern wird. Und arbeitslos ist kacke, aber immer noch besser als tot. Und da es ja immer noch "nur" (!) 114 Milliardäre in Deutschland gibt, DARF ja wohl keiner verhungern... außer es stecken alle traurigerweise so in ihrer kapitalistischen Filterblase, dass sie davon nichts abgeben können.

Ich hab das mal aus einem anderen Thread mitgenommen, damit es dort nicht ins OT abrauscht.

So wie das da gepostet wird, ist das eine Mischung aus "nehmt den Reichen, macht alle arm" und einem lapidaren Auszug aus "Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie - von Niko Paech", dem Haus und Hof VWLer der Grünen.

Das Werk habe ich mir durchgelesen, damit ich weiss, wovon ein semi-gebildeter Grüner redet (wenn er es überhaupt selber gelesen hat), es findet sich darin nur der Hinweis, dass man, um das Problem des Kapitalismus zu lösen, das Denken der Leute modifizieren muss, am Besten schon zu Schulzeiten, damit man damit durchkommt, weil es ansonsten durch die natürliche Bestrebung, sich selber einen Vorteil in der Gesellschaft zu verschaffen (durch Geld, Macht, o.Ä.) es nicht funktioniert eine neue Gesellschaft aufzubauen.

Und genau da sträuben sich bei mir alle Haare am Körper. Sowie eine Idee nur durch frühzeitige Umerziehung "funktionieren soll", ist sie IMHO schon der falsche Weg.

Aktiver Verzicht soll das Leben schöner machen.
Echt? Wie dekadent ist der Gedanke? Das erinnert mich an die FFF-Kinder, die die Abschaffung von allem Umweltschädlichem fordern, insbesondere via Insta und FB auf ihrem neuen iPhone aus China, die sich mit der Serverbänken weltweit verbinden.
Solange warmes Wasser aus dem Hahn kommt und ich noch irgendwelches Essen jederzeit kaufen kann wie ich will, kann ich auch so tun, als könnte ich verzichten. Selbst der tolle Wochenmarkt mit Ökoprodukten aus der Region versorgt nur seine Zielklientel. Was dieser Markt, egal wie er sich auch strecken mag, nicht schaffen wird, ist die Versorgung von einer gesamte Stadt. Da kommt dann plötzlich die kapitalistische Industrie ins Spiel.

Und selbst Paech schreibt in seinem Buch, dass der Verlust von sicherer Ernährung ein riesiges Problem darstellen wird und nicht bloss den "gezielten Verzicht" verbessert. Die Leute mit leerem Kühlschrank werden randalieren. Da sind die Pöbeleien wegen 4 Packungen Klopapier, die wir schon gesehen haben, ein Witz; und im Winter Kohl und Kartoffeln satt machen zwar satt....aber nicht glücklich. Da gewinnt dann der die Wahl, der einem mal wieder eine Orange verspricht.



In ein paar Monaten werden die FFF-Kiddies mit echtem Verzicht konfrontiert werden (nicht bloss dem eigenen Verzicht auf eine vernünftige Bildung) und das billige Argument "lieber arbeitslos als tot" wird den Selbstwert der Betroffenen sicherlich steigern.

Durch Umsetzung der Maßnahmen der SPD wird es nicht mehr 114 Milliardäre in Deutschland geben. Ich vermute, die werden weiterhin Milliardäre sein, aber nicht mehr in Deutschland.
Dieser eklatante Sozialneid auf 114 Personen. Wer kommt den nach der Abschaffung/Vergraulung der Milliardäre? Die Millionäre? Und dann? Die, die 100k haben? Und dann?
Der Staat beweist auch in der aktuellen Krise wieder, dass er mit Geld nicht umgehen kann und das unser Personal einfach keinen Plan hat (es geht ja auch nicht ein Arbeitsplatz durch Corona verloren, gelle?).

Chriman
02.05.2020, 14:51
An sich ist studieren in D rein aus mehreren Gründen nicht besonders attraktiv. Es mag sein dass man auf lange Sicht mehr verdient als der Nichtakademiker. Dafür verbringt man aber dann seine besten Jahre mit der Aus-/Weiterbildung. Wie gesagt bis frühestens 40 würd ich schätzen unterscheiden sich die Vermögen nicht. Auch Ingenieure landen - hab ich mir sagen lassen - nicht selten im Vertrieb und ich kenn einige arbeitslose Juristen.
Das einzig Positive am Arztjob ist die maximale Sicherheit. Es gibt keinen Job mit dem man international so flexibel ist und selbst in Krisenzeiten nie arbeitslos wird.

...ist schon schlimm in seinen besten Jahren mit Aus/ Weiterbildung = Arbeit beschäfftigt zu sein.
Vor allem wenn es dafür nur 4K aufwärts von Tag 1 an gibt.
Da hat es die Pflegekraft schon deutlich besser, die darf direkt mit 20 Jahren Schichtdienst machen. :-nix

Kennst du eigentlich einen " Nichtakademiker" persönlich? außer Pflegepersonal...

cartablanca
02.05.2020, 17:42
...ist schon schlimm in seinen besten Jahren mit Aus/ Weiterbildung = Arbeit beschäfftigt zu sein.
Vor allem wenn es dafür nur 4K aufwärts von Tag 1 an gibt.
Da hat es die Pflegekraft schon deutlich besser, die darf direkt mit 20 Jahren Schichtdienst machen. :-nix

Kennst du eigentlich einen " Nichtakademiker" persönlich? außer Pflegepersonal...

Ja klar kenn ich welche. Die fangen Mitte 20 an ihr Haus zu bauen und gründen ihre Familie während du als Student noch knapp unter Hartz IV lebst. Pflege würd ich jetzt auch nicht als Ausbildung empfehlen, wobei selbst die 20 Jährige Schwester keine 70 Stunden Wochen und 24 Stunden Dienste schiebt wie mein 50 jähriger Kollege.

Melina93
02.05.2020, 17:56
Das Studentenleben ist vielleicht finanziell nicht das Gelbe vom Ei, aber da können wir uns im internationalen Vergleich echt nicht beschweren. Immerhin muss die Mehrheit nach dem Medizinstudium nicht auch noch horrende Summen an Studiengebühren zurückzahlen.

Man muss sich halt überlegen was für Prioritäten man so hat. So lange auf einen Studienplatz 5 Bewerber kommen, es in jeglichen Kliniken Ärzte gibt, die alles schlucken und sich für ein Danke ihres Chefarztes kaputt arbeiten, wird sich auch nichts ändern.
Wenn man dann mit Mitte 20 schon einige Jahre fest im Berufsleben stehen möchte, ist Medizin eben nichts für einen. Mal abgesehen davon, dass nicht wenige Mitte 20 Jährige weit entfernt sind von einem eigenen Haus. Kenne zwar auch einige in meinem Alter, die bauen, aber das sind fast ausnahmslos Leute auf dem Land, die von dem Grundstück und/ dem Bausparvertrg von irgendwem aus ihrer Familie profitieren. Und ohne das würden sie aktuell nicht bauen.
Den Vergleich mit dem Pflegepersonal finde ich schwierig. Dafür arbeiten diese auch oft körperlich schwerer, was für viele Ärzte echt ne Herausforderung wäre. Außerdem sind diese Leute gesuchtnwie sonst was und trotzdem verdienen sie nicht exorbitant viel. Der Ärztemangel ist ja quantitativ nicht wirklich vorhanden, die Ärzte wollen halt nur nicht dahin wo sie gebraucht werden. Das ist ein signifikanter Unterschied.

Matzexc1
02.05.2020, 18:39
Als ehemaliger OP-Pfleger muss ich sagen, dass ich das Brutto-Gehalt(mit Zulagen, nach 2 Jahren Tätigkeit) jetzt netto sehen werde.

Ausbildung und dann Geld verdienen sieht auf den ersten Blick schön aus, auf lange Sicht schlägt der Akademiker viele Ausbildungsberufe, vor allem die körperlich anstrengenden.
Freunde von mir bauen oder haben Häuser/Wohnungen gekauft, bei allen steht aber die Verwandtschaft dahinter, ich hätte als alleinverdienender Pfleger kein Haus stemmen können.

Der Studienanfang mit 27 war auch mir etwas spät, aber das Studium waren für mich, trotz engem Budget, die schönsten Jahre.

Als beste Option sehe ich sich schon früh finanzielle Bildung anzueignen und auch früh zu investieren, so kann man sich früher vieles gönnen :-)

@ Kackbratze ich freue mich darauf wenn bei einigen die Realität die Träumerei einholt.

Chriman
02.05.2020, 18:49
Ja klar kenn ich welche. Die fangen Mitte 20 an ihr Haus zu bauen und gründen ihre Familie während du als Student noch knapp unter Hartz IV lebst. Pflege würd ich jetzt auch nicht als Ausbildung empfehlen, wobei selbst die 20 Jährige Schwester keine 70 Stunden Wochen und 24 Stunden Dienste schiebt wie mein 50 jähriger Kollege.

Welche Berufe, in denen man nach ca 5 -6 Jahren Berufstätigkeit so viel Eigenkapital und Sicherheiten hat, dass eine Bank den Bunker finanziert würdest du denn so empfehlen? --> Automobilbranche, Beamtentum?

Chriman
02.05.2020, 18:52
Kenne zwar auch einige in meinem Alter, die bauen, aber das sind fast ausnahmslos Leute auf dem Land, die von dem Grundstück und/ dem Bausparvertrg von irgendwem aus ihrer Familie profitieren. Und ohne das würden sie aktuell nicht bauen.
.


Das mag funktionieren...

Thomas24
02.05.2020, 21:01
Ich hab das mal aus einem anderen Thread mitgenommen, damit es dort nicht ins OT abrauscht.

...
Durch Umsetzung der Maßnahmen der SPD wird es nicht mehr 114 Milliardäre in Deutschland geben. Ich vermute, die werden weiterhin Milliardäre sein, aber nicht mehr in Deutschland.
Dieser eklatante Sozialneid auf 114 Personen. Wer kommt den nach der Abschaffung/Vergraulung der Milliardäre? Die Millionäre? Und dann? Die, die 100k haben? Und dann?
Der Staat beweist auch in der aktuellen Krise wieder, dass er mit Geld nicht umgehen kann und das unser Personal einfach keinen Plan hat (es geht ja auch nicht ein Arbeitsplatz durch Corona verloren, gelle?).


Ich weiß auch nicht, woher diese satte Ignoranz herrührt. Ich möchte ja niemandem zu nahe treten.
Ist es eine Mischung aus Desinteresse an diesen Themen, mangelnder finanzieller Bildung oder einfach die Immersion in der eigenen materiell abgesicherten Filterblase? Vielleicht auch eine Mischung aus allem?

In Deutschland haben wir ja eine sehr ausgeprägte Kultur der Missgunst und des Neides. Das macht sich schon in solchen Sprüchen wie fest, wie: "hinter jedem großen Vermögen, steckt eine größere Schweinerei", "Wenn du wissen willst, was Gott von Geld hält, sieh dir die Leute an, denen er es gegeben hat" etc.

Keine Ahnung über basalste volkswirtschaftliche Zusammenhänge, aber sich in der Rolle der postmaterialisten (und natürlich der "Guten") sonnen- um sich dann zu wundern, warum die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen immer schlechter werden werden. Trotz aller politischen Sonntagsreden.
Der Sozialstaat inklusive Renten, Gesundheit, Bildung etc. kann nur dann mehr Ressourcen mobilisieren, wenn entweder Bevölkerungswachstum oder Produktivitätswachstum vorliegt. Wenn beides gleichzeitig *nicht* vorliegt, muss man entweder das Leistungsniveau absenken, die Eintrittshürden steigern (Rente mit 70, 75 etc.), die Beitragssätze steigern oder alles zusammen*. Und nein: "den Reichen" kann man es nicht abnehmen- die sind einfach weg. Selbst *wenn* man es könnte: das ist ein "one off" Effekt, das Geld ist verpufft, und dann? Dann kommen immer noch auf jede Frau nur 1,6 Kinder... und ein rein Umlagefinanziertes Rentenversicherungssystem ist unter diesen Bedingungen immer noch ein Schneeballsystem.

Die "post Corona" Welt wird auch gesellschaftspolitische Veränderungen nach sich ziehen. Das seit 2015 geltende "wir können unsere Außengrenzen nicht schützen" Narrativ wird komplett unglaubwürdig, die "Open Borders/Leave no one Behind" Community wird ein straffer Gegenwind ins Gesicht blasen, wenn viele Deutsche, vielleicht sogar die Mehrheit der Bevölkerung, erstmal Existenzsorgen haben- und die Generation "singen, tanzen, klatschen" for Future wird einen harten Realitätscheck bekommen- so ganz ohne safe space.