Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Politische, soziale und ökonomische Folgen der Pandemie
John Silver
28.10.2020, 12:48
@Thomas24: So, bitte schön 😉
Russland und China bemühen sich, erreichen werden sie aber nichts. Eine Währung, die dem Dollar bzw. Euro eine echte Konkurrenz sein will, muss Vertrauen erwecken. Es war schon ein sehr schlauer Griff, die Entkopplung von Gold. Wer vertraut China? Oder Russland? Die vertrauen sich nicht mal gegenseitig. Dem Dollar vertrauen alle. Das gibt den USA diese nie dagewesene Freiheit, Schulden nahezu unbegrenzt anzuhäufen, ohne in eine Hyperinflation reinzulaufen. Sie können sich über die Fed mal eben 2 Billionen Dollar drucken, und es gibt nicht mal 0,1% Inflation mehr. So wie die EU, die mal eben Hunderte Milliarden raushaut für Griechenland, für Italien, Spanien, you name it, und die EZB muss kämpfen, um die Inflation nicht unter 2% fallen zu lassen.
China kann es sich nicht leisten, eigene Währung einfach so zu drucken, und zahlt für alles in Dollar, weil den Yuan keine Sau haben will; für den Rubel gilt das dreifach. Die USA machen außenpolitisch jeden Scheiß, und der Sollar bleibt stabil; für Putins internationale Spielchen und Macho-Allüren zahlt das Volk einen großen Preis, denn der Rubel hat seit der Annexion der Krim 300% an Preis verloren, während die meisten Waren importiert und in - tadaa - Dollar bezahlt werden müssen, wodurch das reale Einkommen der Russen um ca. 2/3 gesunken ist. Kommt nicht von ungefähr, dass nach den „fetten“ Nullerjahren Putin plötzlich das Rentenalter deutlich anhebt etc.
China hat in den letzten 50 Jahren „wahnsinnig“ aufgeholt... äh, nö, das Pro-Kopf-BIP ist in der gleichen Zeit im Amiland im ein vielfaches schneller gestiegen, so dass heute die Differenz im Pro-Kopf-BIP zwischen China und USA ca. 5x größer ist, als vor 50 Jahren. Ja, China hat sich gemacht, aber der Abstand zu USA und Europa ist größer. Die sind nicht in der Position, um sich ma eben vom Dollar zu lösen.
GelbeKlamotten
28.10.2020, 14:50
Und was hat das jetzt im Arzt-Forum verloren?
Du hast völlig recht. Als Arzt sollte man sich bei einer Pandemie nur und ausschließlich für die rein medizinischen Aspekte interessieren. Wirtschaftliche Folgen sind vollkommen irrelevant und es besteht keinerlei Zusammenhang zwischen Gesundheitswesen und Wirtschaft.
Relaxometrie
28.10.2020, 14:55
Du hast völlig recht. Als Arzt sollte man sich bei einer Pandemie nur und ausschließlich für die rein medizinischen Aspekte interessieren. Wirtschaftliche Folgen sind vollkommen irrelevant und es besteht keinerlei Zusammenhang zwischen Gesundheitswesen und Wirtschaft.
Du WILLST es aber auch falsch verstehen. Es war zwar unglücklich formuliert; aber vermutlich meint voland, dass der Thread in ein anderes Unterforum gehört.
Feuerblick
28.10.2020, 14:59
Ich denke, der Thread ist, weil es eben kein arztspezifisches Thema ist, besser in der Speakers Corner aufgehoben. Da schiebe ich ihn mal hin. :-)
Ganz wird sich der medizinische vom wirtschaftlichen Aspekt aber unter Umständen dann doch nicht trennen lassen. Sehr viel an medizinischem Material das bei einer Eskalation der Pandemie in enormer Zahl gebraucht würde wird mittlerweile vor allem in China produziert.
Und auch wenn die USA nach wie vor eine Wirtschaftsmacht und ihre Währung von hoher Bedeutung sein mag kann genau das als Druckmittel verwendet werden; und das umso stärker je mehr die zweite Welle die USA treffen wird.
Christoph_A
29.10.2020, 07:58
Masken und ein paar faceshields als Druckmittel, joa, come on. Dir ist schon bewusst, was für einen riesigen Hammer die US Wirtschaft schwingen kann. Spätestens, wenns da drüben hinten höher wird als vorne und die auf ihr gutes altes Kriegswirtschaftsgesetz umschwenken, was zur Produktions lebenswichtiger, fehlender Güter durch alle erdenklich dazu auch nur im entferntesten in der Lage seienden betriebe verpflichtet, ist dieser Mangel an Material in kürzester Zeit Makulatur. Zumal es sich hier nicht gerade um High tech Produkte handelt, was ja auch der Grund war, warum diese Produktion nach China ausgelagert wurde.
Gilt, in geringerem Maße, übrigens genauso für die EU.
Thomas24
29.10.2020, 19:25
@Thomas24: So, bitte schön ��
Russland und China bemühen sich, erreichen werden sie aber nichts. Eine Währung, die dem Dollar bzw. Euro eine echte Konkurrenz sein will, muss Vertrauen erwecken. Es war schon ein sehr schlauer Griff, die Entkopplung von Gold. Wer vertraut China? Oder Russland? Die vertrauen sich nicht mal gegenseitig. Dem Dollar vertrauen alle. Das gibt den USA diese nie dagewesene Freiheit, Schulden nahezu unbegrenzt anzuhäufen, ohne in eine Hyperinflation reinzulaufen. Sie können sich über die Fed mal eben 2 Billionen Dollar drucken, und es gibt nicht mal 0,1% Inflation mehr. So wie die EU, die mal eben Hunderte Milliarden raushaut für Griechenland, für Italien, Spanien, you name it, und die EZB muss kämpfen, um die Inflation nicht unter 2% fallen zu lassen.
Cool, endlich mal ein Kollege, der überhaupt eine Meinung zum Dollar hat. Die meisten sind ja diesbezüglich null beleckt, bzw. nullkommanull interessiert, dürfen dann aber die realen Konsequenzen ausbaden- ohne zu verstehen, welcher LKW Sie (und ihre Altervorsorge oder den Lebensstandard) gerade tot gefahren hat - leider.
Klar, der primäre Sündenfall war die Entkoppelung von Gold 1971 durch Nixon, aber das ist nunmal die Welt in der wir leben. Die derzeitige deflationäre Phase liegt aber -IMHO- nicht allein am unbegrenzten Vertrauen in den USD.
Auch nicht im Vertrauen in den Euro. Sondern meiner Meinung nach an zwei Faktoren: erstens haben wir eh langfristig deflationäre Kräfte - in erster Linie die desaströse Demographie, die eine Zeitbombe für unsere sozialen Sicherungssysteme darstellt und an der Entwicklung von Tech in den letzten 2 Jahrzehnten. Software is eating the world. Viele Prozesse und Arbeitsschritte aus der analogen Zeit wurden durch Technologie einfacher, schneller, effizienter und billiger.
Zweitens: das 'gedruckte' Geld wird noch nicht nachfragewirksam. Tatsächlich ist die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes derzeit niedrig. Sowohl die Konsumenten horden, bzw. sparen derzeit ihre Stimulusgelder (u.a. die 600 USD Stimulus pro Woche des Bundes nebst den staatlichen und lokalen Leistungen), angesichts der unklaren Jobsituation nur zu verständlich. Kreditkartenschulden werden gerade massiv abgetragen und die Sparrate steigt an. Eigentlich ein vernünftiges Verhalten. Und auf Ebene der Unternehmen bzw. der Banken werden gerade die Kreditvergabekriterien erhöht. Der kleine Business Owner mit dem kleinen Eckrestaurant, bekommt das billige Fed Geld gar nicht. Welche Bank wird ihm auch einen Kredit gewähren? Es steht ein Lockdown bevor, und die Umsätze sind um 90% gefallen... Er bekommt höchstens das Paycheck Protection Programme Geld für seine Angestellten ausgezahlt- aber das nimmt er nur solange er in der Phase ist, die eigenen Angestellten nicht feuern zu müssen. Theoretisch haben die Primärbanken ja BILLIONEN neue Euros oder USD von der Fed bekommen (Primary Dealer hinterlegt dafür die frisch gedruckte Staatsanleihe an die Fed, Fed wiederum nimmt die Staatsanleihe aufs eigene Buch und gibt dafür Dollar- also ein Asset Swap), d.h. ihre Fähigkeit Kredite zu vergeben wäre theoretisch ebenfalls gestiegen. Nur: Kredite werden derzeit nur an 'sichere' Geschäfte rausgegeben, nicht an die Mom and Pop Stores, die die Mehrzahl der Beschäftigten bezahlen.
Und gibt es nicht doch schon Inflation? Mal ketzerisch gefragt: ist der CPI nicht totaler Bullshit? In den letzten Jahrzehnten ist die Berechnungsgrundlage sieben oder achtmal geändert worden. Sehen wir doch mal auf die Inflation in einzelnen Teilbereichen wie Nahrungsmittel und Assets: massive Preisanstiege. Die Lebensmittelpreise in den USA gehen gerade durch die Decke. Von Assets ganz zu schweigen. Klar ist der Flachbildfernseher und das Auto dafür billiger geworden... aber gibt der CPI ein realistisches Bild ab?
Was wäre ein potentieller Katalyst, diese -sagen wir mal- nur sektorbezogene Inflation in eine generelle Inflation zu kippen? Wenn das vorhandene Geld nachfragewirksam werden würde und nicht nur passiv in einer Bankbilanz zu verbleiben. Zündplättchen könnten nach der US Wahl beschlossene Stimulus Programme werden.
Unter Trump: Let´s rebuild America- neue Straßen, Brücken, Dämme etc. Unter Biden: Green New Deal, die 'saubere Energie und der ökologische Umbau der USA' usw.
Was das Vertrauen in den US Dollar angeht: ja, bis in die 70 er Jahre war es auch halbwegs gerechtfertigt. Zusagen wurden gehalten. Verträge wurden eingehalten. Schulden wurden bezahlt. Aber Politiker können einfach nicht widerstehen, mit dem Geld der Steuerzahler die Wahlbevölkerung zu bestechen und sich ihre nächste Wiederwahl zu sichern...
China kann es sich nicht leisten, eigene Währung einfach so zu drucken, und zahlt für alles in Dollar, weil den Yuan keine Sau haben will; für den Rubel gilt das dreifach. Die USA machen außenpolitisch jeden Scheiß, und der Sollar bleibt stabil; für Putins internationale Spielchen und Macho-Allüren zahlt das Volk einen großen Preis, denn der Rubel hat seit der Annexion der Krim 300% an Preis verloren, während die meisten Waren importiert und in - tadaa - Dollar bezahlt werden müssen, wodurch das reale Einkommen der Russen um ca. 2/3 gesunken ist. Kommt nicht von ungefähr, dass nach den „fetten“ Nullerjahren Putin plötzlich das Rentenalter deutlich anhebt etc.
Finde es sehr interessant, dass die Russen zu den größten Goldproduzenten der Welt gehört. Neben China (die knapp 40% der globalen Produktion haben). Wie viel Gold verkaufen beide Staaten ins Ausland? Keins. Beide Zentralbanken sind netto Gold Käufer. Was haben die verstanden, was Kanada nicht verstanden hat (Goldreserven der Bank of Canada: 0 Tonnen)...:-oopss
China hat in den letzten 50 Jahren „wahnsinnig“ aufgeholt... äh, nö, das Pro-Kopf-BIP ist in der gleichen Zeit im Amiland im ein vielfaches schneller gestiegen, so dass heute die Differenz im Pro-Kopf-BIP zwischen China und USA ca. 5x größer ist, als vor 50 Jahren. Ja, China hat sich gemacht, aber der Abstand zu USA und Europa ist größer. Die sind nicht in der Position, um sich ma eben vom Dollar zu lösen.
Die Chinesen spielen ihr Long Game, die denken nicht in 4 Jahreszyklen. Auf kurze Sicht von einem Jahrzehnt bin ich auch ein Dollar Bull. Sogar sehr bullish auf den USD- es ist noch immer das sauberste Hemd auf einem dreckigen Wäschestapel voller intrinsisch wertloser Fiatwährungen.
John Silver
29.10.2020, 22:53
Die Situation kleiner und mittlerer Betriebe ist tatsächlich doof, weil die Banken die Kredite nicht herausgeben. Ich denke aber, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis staatliche Institutionen die Funktion der Banken in diesem Bereich übernehmen. „Die meisten Leute“ sind nun mal auch die meisten Wähler. Wenn man nahezu unbegrenzt Geld drucken kann und es bei den Zielgruppen nur deswegen nicht ankommt, weil die Vermittler bocken, wird kaum ein POTUS oder Bundeskanzler bereit sein, sich die politische Bilanz verhageln zu lassen. Entweder die Banken ändern ihre Praxis, oder sie verlieren die Vermittlerstellung.
Die Russen graben viel Gold aus der Erde raus, und verkaufen es nicht. Toll. Dumm nur, dass sie auch sonst nahezu das gesamte Staatsbudget aus der Erde baggern: Öl, Gas, Metalle, Kohle, Holz, you name it. Russland ist Nigeria, nur nördlicher, größer und mit Raketen. Kleine und mittelständische Betriebe? Nahezu Fehlanzeige, wie auch, wenn Kredite zu 8% p.a. als günstig gelten, und durchschnittlich 12-14% fällig werden. Hauptsächlich große Firmen, die ausschließlich Oligarchen gehören, die wiederum Putin bedingungslos gehorchen, oder morgen nichts mehr haben und entweder in London das beiseite Geschaffte verprassen, oder den Himmel kariert sehen. Und alle diese Firmen buddeln irgendetwas aus der Erde oder verarbeiten das Ausgebuddelte. Eigene Industrie? Autos sind Schrott, Top-Modelle auf dem Niveau von Hyundai vor 20 Jahren, nur auf dem heimischen Markt nachgefragt, weil billig in Anschaffung und Reparatur. Zivile Flugzeuge sind Schrott. Trägerraketen nicht mehr konkurrenzfähig, u.a. wegen einer grotesken Havarieserie in den letzten 10 Jahren. Bleiben nur Waffenhersteller, und auch die sind auf immer mehr Gebieten nicht mehr konkurrenzfähig; allein das blamable Debakel mit dem 5th-Gen-Fighter ist zu köstlich: Hergestellt in Zusammenarbeit mit dem Rüstungsgiganten Indien, und die Inder wollen das Ding nicht kaufen, weil praktisch keine Anforderung am einen 5th-Gen-Fighter erfüllt wird, außer Hypermanövrierbarkeit; und als Sahnehäubchen verzichtet sogar die russische Luftwaffe auf Dinger. Weil schon heute veraltet. Rüstungsexporte auf ca. 10 Mlrd. Dollar pro Jahr. Kaum mehr als das zahnlose Deutschland. Yay.
Und China kann imho nur deshalb reüssieren, weil man zunächst billige Arbeitskraft zu bieten hatte, und nun Tech-Konzerne präsentiert, die auf geklauten Technologien aufbauen. Kopieren können sie gut. Copycats werden aber nie wirklich groß, weil man erstmal lernen muss, Neues zu entwickeln, und genau hiee liegt die große Schwäche sowohl Chinas als auch Russlands: Beide Staaten sind autoritär regiert, und das bedeutet Rigidität und Innovationsfeindlichkeit einerseits (weil immer vor Ort entschieden, nicht in Peking oder Moskau), und ein Investitionshemmnis andererseits. In russische Firmen investieren spätestens seit dem Michael-Calvey-Case nur noch Idioten. Und in China wird das Engagement vieler Firmen gerade zurück gefahren, weil die Chinesen bekanntermaßen immer Joint Ventures verlangen, sprich: Herausgabe der Technologien als Preis für den Marktzugang, und da die Chinesen damit mittlerweile zu ernsthafter Konkurrenz werden und mehr und mehr den eigenen Markt selbst abdecken, verliert sich der Sinn für ausländische Investoren. So supergut stehen die Chinesen halt auch nicht da. Immer mehr Staaten werden die Produktion in heimische Gefilde zurück holen, und damit die Leute das bezahlen können, gibt’s als Wirtschaftsstimulus das bedingungslose Grundeinkommen (an den Banken vorbei, und ein immerwährendes Konjunkturprogramm).
GelbeKlamotten
30.10.2020, 17:50
Die derzeitige deflationäre Phase liegt aber -IMHO- nicht allein am unbegrenzten Vertrauen in den USD.
Auch nicht im Vertrauen in den Euro. Sondern meiner Meinung nach an zwei Faktoren: erstens haben wir eh langfristig deflationäre Kräfte - in erster Linie die desaströse Demographie, die eine Zeitbombe für unsere sozialen Sicherungssysteme darstellt und an der Entwicklung von Tech in den letzten 2 Jahrzehnten. Software is eating the world. Viele Prozesse und Arbeitsschritte aus der analogen Zeit wurden durch Technologie einfacher, schneller, effizienter und billiger.
Zweitens: das 'gedruckte' Geld wird noch nicht nachfragewirksam. Tatsächlich ist die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes derzeit niedrig. Sowohl die Konsumenten horden, bzw. sparen derzeit ihre Stimulusgelder (u.a. die 600 USD Stimulus pro Woche des Bundes nebst den staatlichen und lokalen Leistungen), angesichts der unklaren Jobsituation nur zu verständlich. Kreditkartenschulden werden gerade massiv abgetragen und die Sparrate steigt an. Eigentlich ein vernünftiges Verhalten. Und auf Ebene der Unternehmen bzw. der Banken werden gerade die Kreditvergabekriterien erhöht. Der kleine Business Owner mit dem kleinen Eckrestaurant, bekommt das billige Fed Geld gar nicht. Welche Bank wird ihm auch einen Kredit gewähren? Es steht ein Lockdown bevor, und die Umsätze sind um 90% gefallen... Er bekommt höchstens das Paycheck Protection Programme Geld für seine Angestellten ausgezahlt- aber das nimmt er nur solange er in der Phase ist, die eigenen Angestellten nicht feuern zu müssen. Theoretisch haben die Primärbanken ja BILLIONEN neue Euros oder USD von der Fed bekommen (Primary Dealer hinterlegt dafür die frisch gedruckte Staatsanleihe an die Fed, Fed wiederum nimmt die Staatsanleihe aufs eigene Buch und gibt dafür Dollar- also ein Asset Swap), d.h. ihre Fähigkeit Kredite zu vergeben wäre theoretisch ebenfalls gestiegen. Nur: Kredite werden derzeit nur an 'sichere' Geschäfte rausgegeben, nicht an die Mom and Pop Stores, die die Mehrzahl der Beschäftigten bezahlen.
Naja das ist ja nun nicht gerade eine herausragende Erkenntnis. Dass wir längst eine sehr stark spürbare Inflation hätten, wenn das ganze neu gedruckte Geld auch aktiv im Umlauf wäre ist ja sehr offensichtlich.
Dass alleine das Drucken von Geld nicht ausreicht, um eine Inflation auszulösen ist ja quasi einer der absoluten Grundpfeiler der Theorien von Keynes, die es mittlerweile vermutlich selbst in die Schulbücher geschafft haben, ich denke das müssen wir nicht neu zur Diskussion stellen.
Thomas24
30.10.2020, 22:21
Die Situation kleiner und mittlerer Betriebe ist tatsächlich doof, weil die Banken die Kredite nicht herausgeben. Ich denke aber, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis staatliche Institutionen die Funktion der Banken in diesem Bereich übernehmen. „Die meisten Leute“ sind nun mal auch die meisten Wähler. Wenn man nahezu unbegrenzt Geld drucken kann und es bei den Zielgruppen nur deswegen nicht ankommt, weil die Vermittler bocken, wird kaum ein POTUS oder Bundeskanzler bereit sein, sich die politische Bilanz verhageln zu lassen. Entweder die Banken ändern ihre Praxis, oder sie verlieren die Vermittlerstellung.
Viel wahres dran. Hat nicht Gates sinngemäß gesagt: Banking is necessary. Banks are not.
Denke, der Push in Richtung Dezentralisierung des Finanzsystems unter Umgehung klassischer Geschäftsbanken wird nochmal einen deutlichen Schub vorangehen. Die EZB, die BOE, PBOC haben alle in den letzten Wochen Publikationen und Statements über digitale Währungen herausgegeben.
Der große Vorteil- zumindest in deren Idee: zielgenauere und direkte Stimulation der Teile der Ökonomie, die stimuliert werden müssen, bzw. sollen. Und die Effektivität der Maßnahmen zeigt sich dann auch in Real Time- nicht, wie bisher, nach ca. 18 Monaten, wenn das Geld den Weg durch das traditionelle Banksystem und die Giralgeldschöpfung genommen hat. Neben den ganzen Vorteilen einer cashless society: unter anderem komplette und totale Transparenz aller Teilnehmer. Problem: mit der Intransparenz verschwindet natürlich auch jegliche Form der Anonymität und Freiheit. Totalitäre Systeme wie China wären highly amused, alle Transaktionen eines Bürgers nachvollziehen, zu besteuern und zur Not- beschränken zu können. Gerne wird die Kredtiwürdigkeit dann noch mit einem social Credit Score versehen :D
Soweit sind wir glücklicherweise noch nicht, auch wenn Schweden etc. auf diesem Weg schon recht weitgekommen sind. Der War on Cash wird weiterlaufen, ganz klar. Derzeit haben wir aber- noch- die entsprechende technische Infrastruktur nicht, um das bisherige Bankensystem und die Giralgeldschöpfung durch eine Alternative (z.B. staatliche Wallets mit Digitaler Währung) komplett abzuschaffen. In 10 Jahren, könnte Tokenisation etc. schon durchaus soweit sein, I agree.
Die Russen graben viel Gold aus der Erde raus, und verkaufen es nicht. Toll. Dumm nur, dass sie auch sonst nahezu das gesamte Staatsbudget aus der Erde baggern: Öl, Gas, Metalle, Kohle, Holz, you name it. Russland ist Nigeria, nur nördlicher, größer und mit Raketen. Kleine und mittelständische Betriebe? Nahezu Fehlanzeige, wie auch, wenn Kredite zu 8% p.a. als günstig gelten, und durchschnittlich 12-14% fällig werden. Hauptsächlich große Firmen, die ausschließlich Oligarchen gehören, die wiederum Putin bedingungslos gehorchen, oder morgen nichts mehr haben und entweder in London das beiseite Geschaffte verprassen, oder den Himmel kariert sehen. Und alle diese Firmen buddeln irgendetwas aus der Erde oder verarbeiten das Ausgebuddelte. Eigene Industrie? Autos sind Schrott, Top-Modelle auf dem Niveau von Hyundai vor 20 Jahren, nur auf dem heimischen Markt nachgefragt, weil billig in Anschaffung und Reparatur. Zivile Flugzeuge sind Schrott. Trägerraketen nicht mehr konkurrenzfähig, u.a. wegen einer grotesken Havarieserie in den letzten 10 Jahren. Bleiben nur Waffenhersteller, und auch die sind auf immer mehr Gebieten nicht mehr konkurrenzfähig; allein das blamable Debakel mit dem 5th-Gen-Fighter ist zu köstlich: Hergestellt in Zusammenarbeit mit dem Rüstungsgiganten Indien, und die Inder wollen das Ding nicht kaufen, weil praktisch keine Anforderung am einen 5th-Gen-Fighter erfüllt wird, außer Hypermanövrierbarkeit; und als Sahnehäubchen verzichtet sogar die russische Luftwaffe auf Dinger. Weil schon heute veraltet. Rüstungsexporte auf ca. 10 Mlrd. Dollar pro Jahr. Kaum mehr als das zahnlose Deutschland. Yay.
Doug Casey nannte Russlands Volkswirtschaft mal: das ist eine Tankstelle in einem Weizenfeld, mit angeschlossener Waffenfabrik. Hochgradig politisch unkorrekt, im Kern aber wahr. Solange RUS und andere Märkte nicht die rechtsstaatlichen Voraussetzungen für nachhaltige Investitionen bilden- d.h. Eigentumssicherheit, und Gleichheit vor dem Gesetz, wird RUS sich nicht wesentlich weiterentwickeln. Nichtsdestotrotz: bislang kommen Sie mit vielem durch- z.B. ausländische Investoren in Joint Ventures bringen und dann nach und nach aus dem Geschäft drängen.
Und China kann imho nur deshalb reüssieren, weil man zunächst billige Arbeitskraft zu bieten hatte, und nun Tech-Konzerne präsentiert, die auf geklauten Technologien aufbauen. Kopieren können sie gut. Copycats werden aber nie wirklich groß, weil man erstmal lernen muss, Neues zu entwickeln, und genau hiee liegt die große Schwäche sowohl Chinas als auch Russlands: Beide Staaten sind autoritär regiert, und das bedeutet Rigidität und Innovationsfeindlichkeit einerseits (weil immer vor Ort entschieden, nicht in Peking oder Moskau), und ein Investitionshemmnis andererseits. In russische Firmen investieren spätestens seit dem Michael-Calvey-Case nur noch Idioten. Und in China wird das Engagement vieler Firmen gerade zurück gefahren, weil die Chinesen bekanntermaßen immer Joint Ventures verlangen, sprich: Herausgabe der Technologien als Preis für den Marktzugang, und da die Chinesen damit mittlerweile zu ernsthafter Konkurrenz werden und mehr und mehr den eigenen Markt selbst abdecken, verliert sich der Sinn für ausländische Investoren. So supergut stehen die Chinesen halt auch nicht da.
China hat ebenso ein massives Schulden und Immoblienblasenproblem, dass das Potential hat, die globalen Finanzmärkte ins Chaos zu stürzen. Bekommt man hierzulande ja nicht mit, weil hier in den Medien gerne über BS Themen berichtet wird: aber mehrere regionale Banken sind im letzten Jahr bereits insolvent gewesen und wurden dann still und leise komplett verstaatlicht. Es bleibt auch an der chinesischen Front spannend.
Immer mehr Staaten werden die Produktion in heimische Gefilde zurück holen, und damit die Leute das bezahlen können, gibt’s als Wirtschaftsstimulus das bedingungslose Grundeinkommen (an den Banken vorbei, und ein immerwährendes Konjunkturprogramm).
Absolut. Vermehrtes Insourcing von Produktionsketten, ein Stück Rückabwicklung der Globalisierung. Mehr staatliche Einflussnahme auf die Wirtschaft, Universal Basic Income und direkte Staatsfinanzierung durch die Zentralbank über MMT. Was kann bei diesem Cocktail da schon schiefgehen? :-keks
Das World Economic Forum hat auch schon einen passenden Slogan dazu: https://twitter.com/wef/status/849459333486317568
'I own nothing, I have no privacy and life has never been better.' Im ERNST???
You can not make up this shit :-notify
Thomas24
30.10.2020, 22:33
Angesichts der massiven wirtschaftlichen Schäden, die uns derzeit zugefügt werden, erwarte ich eine deutliche Zunahme bei den politischen Extremen. Ausländer und sonstige Minderheiten wie LGBTI dürfen sich für das politische und gesellschaftliche Klima in den 20 er Jahren schon mal warm anziehen, traditionellerweise wird immer zuerst auf diese Gruppen gezeigt werden, wenn man Schuldige sucht. Und ja: nächstes Jahr werden viele Menschen einen Schuldigen suchen - und auch sehr viele Menschen anfällig für die Sehnsucht nach einem 'starken Mann' werden. Bolsonaro, Trump, Johnson, Modi usw. Warum nicht auch bei uns?
John Silver
31.10.2020, 19:48
Heil Söder? 🤮
Melina93
31.10.2020, 20:06
Angesichts der massiven wirtschaftlichen Schäden, die uns derzeit zugefügt werden, erwarte ich eine deutliche Zunahme bei den politischen Extremen. Ausländer und sonstige Minderheiten wie LGBTI dürfen sich für das politische und gesellschaftliche Klima in den 20 er Jahren schon mal warm anziehen, traditionellerweise wird immer zuerst auf diese Gruppen gezeigt werden, wenn man Schuldige sucht. Und ja: nächstes Jahr werden viele Menschen einen Schuldigen suchen - und auch sehr viele Menschen anfällig für die Sehnsucht nach einem 'starken Mann' werden. Bolsonaro, Trump, Johnson, Modi usw. Warum nicht auch bei uns?
Lange dachte man ja bei uns könnte es die AfD werden, aber die stellen sich (zum Glück!) halt so irre dämlich an, das sie selbst diesen Haufen an Vollpfosten als Wähler tendenziell nicht halten können.
Ich musste aber schon schlucken, als ich neulich irgendeinen Ausschnitt aus dem Bundestag sah und Merkel nicht ausreden konnte, weil von der AfD irgendwer wie in der Schule damals reingeschrieben und gepöbelt hat.
Wir haben zwar aktuell auch irre viele Selbstdarsteller (Lauterbach, Söder, Merz, etc.), aber zum Glück bisher niemanden, den ich mit den von dir genannten Exemplaren vergleichen würde.
Kackbratze
31.10.2020, 20:56
Wir haben zwar aktuell auch irre viele Selbstdarsteller (Lauterbach, Söder, Merz, etc.), aber zum Glück bisher niemanden, den ich mit den von dir genannten Exemplaren vergleichen würde.
Im Reinbrüllen gibt sich da keine Partei besser als die Andere. Einfach mal eine Liveübertragung aus dem Bundestag bis zum Ende ertragen. Da verliert man den Respekt vor jedem Parlamentarier.
Thomas24
01.11.2020, 13:23
Lange dachte man ja bei uns könnte es die AfD werden, aber die stellen sich (zum Glück!) halt so irre dämlich an, das sie selbst diesen Haufen an Vollpfosten als Wähler tendenziell nicht halten können.
Ich musste aber schon schlucken, als ich neulich irgendeinen Ausschnitt aus dem Bundestag sah und Merkel nicht ausreden konnte, weil von der AfD irgendwer wie in der Schule damals reingeschrieben und gepöbelt hat.
Wir haben zwar aktuell auch irre viele Selbstdarsteller (Lauterbach, Söder, Merz, etc.), aber zum Glück bisher niemanden, den ich mit den von dir genannten Exemplaren vergleichen würde.
Die würde ich nicht abschreiben.
Nicht vergessen: in Thüringen beispielsweise haben bei der letzten Landtagswahl fast die Hälfte der Teilnehmer an den extremistischen Rändern gewählt (Linkspartei und AfD). Und das war noch Prä- Pandemie, als die Leute zum Großteil einen Job und ein geregeltes Einkommen gehabt haben.
Was diese Leute wählen werden, wenn 2021 und 2022 die Massen- Insolvenzphase erstmal anrollt und sich die Arbeitslosigkeit vom Servicesektor, Gastronomie, Kinos etc. langsam die Nahrungskette hocharbeitet in die Mittelschicht und white Collar Jobs- das ist eine wahnsinnige Opportunität für Populisten jeglicher Art. Auch in den alten Bundesländern. Die Linken können die Krise 'dem enthemmten Kapitalismus' anhängen, die Rechten ihren Lieblingsfeinden und den 'schwachen und unfähigen Demokraten'. Alles schon einmal gesehen.
Der Bundestag hat im Juli diesen Jahres schonmal den wiss. Dienst gefragt, ob man die Bundestagswahl nicht um ein oder zwei Jahre verschieben könnte. Die werden sich schon was dabei gedacht haben.
https://www.bundestag.de/resource/blob/724178/8593f24b7291881f0c24c676c6b8697b/WD-3-183-20-pdf-data.pdf
Thomas24
03.11.2020, 19:51
'Der Chef der EZB-Bankenaufsicht, Andrea Enria, erneuerte am Dienstag seinen Vorschlag nach staatlicher Unterstützung für die Banken im Abbau ausfallgefährdeter Kredite. Die Bankenaufseher der EZB fürchten im schlechtesten Fall der Pandemie einen Anstieg der ausfallgefährdeten Kredite in den Bankbilanzen auf bis zu 1,4 Billionen Euro.'
https://www.faz.net/aktuell/finanzen/banken-droht-welle-von-kreditausfaellen-17034086.html
Ach, nur 1,4 Billionen Euro ausfallende Kredite? Bei unserem ohnehin schon hochgradig solventen europäischen Bankensystem?
Was soll da schon schiefgehen :-keks
Kackbratze
03.11.2020, 20:39
Die Kredite übernimmt dann die Deutsche Bank als europäische BadBank für Profis, dann passt das wieder in der Bilanz.
Thomas24
03.11.2020, 21:11
Die Kredite übernimmt dann die Deutsche Bank als europäische BadBank für Profis, dann passt das wieder in der Bilanz.
Die Deutsche Bank hat schon über 40 Billionen Euros an Derivatepositionen auf ihrem Buch, da machen ein paar Billionen Euros an ausfallenden Krediten auch nichts mehr aus ;-)
Was kann schon schiefgehen? ;-)
Die Sonderbevollmächtigung für Spahn kommt doch nicht:
https://www.aerzteblatt.de/archiv/216578/Coronapandemie-Sonderbefugnisse-fuer-Spahn-sind-vom-Tisch
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