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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Offtopic aus dem Corona-Thread



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freak1
03.12.2020, 20:55
Dann jammer halt nicht, dass du mehr Geld willst. Genau das hast du nämlich getan.

Hast du meinen Post gelesen? Kannst du mir einmal markieren wo ich nach mehr Geld jammer?

Miss_H
03.12.2020, 20:56
Ganz ehrlich wer als Arzt über zu wenig Geld jammert der macht etwas falsch. Macht einen Facharzt lasst euch nieder und knechtet fürs Geld.

freak1
03.12.2020, 21:02
Ganz ehrlich wer als Arzt über zu wenig Geld jammert der macht etwas falsch. Macht einen Facharzt lasst euch nieder und knechtet fürs Geld.

Erneut die Bitte mir zu zeigen, wo ich hier über zu wenig Geld gejammert habe. Ich habe mich darüber beschwert, dass bei den Corona-Boni für die besonders betroffenen Berufsgruppen Ärzte kategorisch ausgeschlossen werden und das als Diskriminierung und Faustschlag ins Gesicht bezeichnet.

Man stelle ich vor, anstelle der Gruppe "Ärzte" würde stattdessen die Gruppe "Frauen" von so einem Bonus ausgeschlossen. Was wäre das Geschrei groß! Und völlig zurecht.

escitalopram
03.12.2020, 21:07
Ich denke, niemand behauptet hier im Thread ernsthaft, dass es um die 500 Euro Bonus geht. Auch ich bin der Meinung, dass jeder Arzt, auch Assistenten im 1. WBJ, nicht darauf eingewiesen sind. Es geht ums Prinzip. In den Medien wird immer die Pflege erwähnt. Klar, sie arbeiten hart etc., aber letztendlich sucht sich jeder seinen Job aus und wird zumindest hierzulande nicht gegen seinen Willen gezwungen, ihn auszuführen. Gilt sowohl für Pflege als auch für Ärzte.

Ich habe zum Glück keinen Kontakt zu richtig kranken Patienten, kann aber vollkommen die Kollegen verstehen, die auf Intensiv am Limit arbeiten und weniger Anerkennung bekommen, weil sie zu den reichen und faulen Ärzten gehören.

tarumo
03.12.2020, 21:07
Ich glaube, den wenigsten hier geht es um die 500 EUR. Egal ob steuerfrei oder nicht. Allerdings ist sowohl im Kapitalismus als auch im Sozialismus Geld das Mittel der Wahl, um "Wertschätzung" auszudrücken.
Und an der fehlt es mittlerweile ziemlich.
Außerdem schadet man sich auch gleich wieder selbst, denn je billiger die eigene Arbeitskraft ist, umso weniger werden die Arbeitgeber geneigt sein, flächendeckend Blutentnahmen, Papierkram und anderes an nichtärztliches Personal zu delegieren. Oder die Inanspruchnahme im Bereitschaftsdienst einzuschränken. Oderoderoder...

Es geht auch so eher nicht um "Stress", sondern um die keineswegs abstrakte Gefahr, sich anzustecken und zu versterben bzw. Spätfolgen zu erleiden. Auch in Deutschland gab es an Corona verstorbene Ärzt*innen und Pflegekräfte. Und nicht zu knapp..

Wie viele Ministerialangestelle haben sich während der Arbeit angesteckt?

Als I-Tüpfelchen hat genau diese Ministerialbürokratie durch Nichtumsetzen des eigentlich verpflichtenden Pandemieplans aus 2012 und des daraus resultierenden Mangels an PSA in der Frühphase nicht unerheblich zu Ansteckungen, teils mit Todesfolge, beigetragen.

Wenn ich ein Brandschutzkonzept nicht umsetze, und in einem Feuer sterben dann Leute, dann gehe ich aber sowas von umgehend in den Knast...

GelbeKlamotten
03.12.2020, 21:18
Ich finde es schwierig zu beurteilen wem wie viel Bonus zusteht. In manchen Fächern gab es durch Aussetzen der Elektivaufnahmen zeitweise ja wirklich weniger Arbeit. Auch wenn dafür manche andere, vor allem bürokratische, Aufgaben dazugekommen sind. Wenn man ganz korrekt wäre müsste man den Bonus dann ja auch je nach Fachrichtung unterschiedlich ausfallen lassen.
Feinbilder gegen andere Berufsgruppen zu schüren bringt in dem Zusammenhang aber auch nicht weiter.
Und klar, es gibt Jobs in denen man sein Geld leichter verdienen kann als mit einer Tätigkeit in der Klinik.

Aber die Bundestagsmitarbeiter hatten sicher ausnahmslos alle haufenweise Mehrarbeit...

John Silver
03.12.2020, 21:20
Bei der Tagesschau wurde ordentlich Werbung fürs erste Impfzentrum gemacht, und dabei recht kleinlaut auf den Personalmangel hingewiesen. Man hoffe ja auf berentete Ärzte. Äh? Menschen im Alter >70 sollen sich also Dutzenden Kontakten aussetzen; dabei geht es explizit um das Aufklärungsgespräch, und je mehr gequatscht wird, desto geringer ist der protektive Effekt der Masken. Super Idee. Ich könnte ja zu diesem Zentrum mal eben rüberlaufen... für so 150 Moneten pro Stunde denke ich evtl. darüber nach.

DrSkywalker
03.12.2020, 21:33
Ganz ehrlich wer als Arzt über zu wenig Geld jammert der macht etwas falsch. Macht einen Facharzt lasst euch nieder und knechtet fürs Geld.

So ein dämlicher Post.

crossie
03.12.2020, 21:35
ich hab grad nochmal lange drüber nachgedacht, was mich an dieser Bonussache stört. Ich glaube es ist so: ich reiße mir tagtäglich den Arsch auf, ärgere mich mit zu wenig und minderwertigem Arbeitsmaterial und viel zu wenig Personal rum und werde gefühlt einfach vergessen. Ich will keinen Bonus. Ich will - wie vermutlich viele - nur mal ein "gut, was Sie da leisten, Hochachtung!".
Und natürlich mehr Kollegen und bessere Ausstattung. Ein Arzt und drei Pflegende für acht Patienten, von denen sechs beatmet auf dem Bauch liegend, alle schlecht. Ein Sonogerät auf dem noch Virchow gelernt hat. Und zu wenig FFP3 Masken sodass es nur eine für die ganze Schicht gibt. Und, und, und.

Abgesehen davon hätten auch viele, viele andere Berufsgruppen ein dickes fettes Dankeschön für ihren aktuellen Einsatz verdient. Aber statt dessen werden gerade die bedacht die nun wirklich nichts auszustehen haben (absolut gesehen).

Miss_H
03.12.2020, 21:38
Erneut die Bitte mir zu zeigen, wo ich hier über zu wenig Geld gejammert habe.

Du willst den Bonus. Der Bonus ist Geld.
Falls du Applaus brauchst, ich kann mich morgen in der Dämmerung auf meinen Balkon stellen und applaudieren.

Matzexc1
03.12.2020, 21:39
Ich könnte ja zu diesem Zentrum mal eben rüberlaufen... für so 150 Moneten pro Stunde denke ich evtl. darüber nach.

NRW, laut einem sehr guten Freund der da mitmacht: 150€.

Ich frag auch mal für das hiesige an. Außer Rufdiensten am WE habe ich ja keine Dienste

Nebenbei ich würde mich über die 500€ freuen, zeigen sie zumindest eine Wertschätzung für eine potentiell lebensbedrohliche Arbeit im Dienste der Gesellschaft(wie schon tarumo sagte).

Bei der Pflege sind die Prämien ja suboptimal gelaufen, hier finde ich das noch viel schlimmer:

https://www.hessenschau.de/politik/warum-manche-pflegekraefte-keine-corona-praemie-erhalten,corona-praemie-pflegekraefte-100.html


Das Geklatsche im März war ja das übliche Zeichen:
Billig und schnell vorbei, aber man hat was womit man sich selbst gut fühlt und angeben kann

Matzexc1
03.12.2020, 21:40
Abgesehen davon hätten auch viele, viele andere Berufsgruppen ein dickes fettes Dankeschön für ihren aktuellen Einsatz verdient. Aber statt dessen werden gerade die bedacht die nun wirklich nichts auszustehen haben (absolut gesehen).


Die richtige Lobby muss man haben

Miss_H
03.12.2020, 21:41
So ein dämlicher Post.
Was ist daran dämlich? Ist nicht der schlechteste Plan sich niederzulassen um Geld zu verdienen.

tarumo
03.12.2020, 21:43
Heidelberg hat übrigens schon einen Rückzieher gemacht und will die Impfungen "nun durch behördeninterne Umsetzungen" durchführen*LOL* mit 5 Hanseln vom Gesundheitsamt dauert das dann 50 Jahre...

Vermutlich hat der Kostenvoranschlag des Personaldienstleisters für Ärzte und MFAs (auch die müssen ja angeworben werden) den Landrat erschüttert und gleichzeitig die Auszahlung des Coronabonus an Amtsbedienstete gefährdet...

Wenn der Hintergrund nicht so ernst wäre, könnte man darüber lachen. Real life comedy...
Ich habe auch noch irgendwo im Hinterkopf, daß "Sammelaufklärungen" eigentlich auch nicht zulässig sind.

Miss_H
03.12.2020, 21:44
ich hab grad nochmal lange drüber nachgedacht, was mich an dieser Bonussache stört. Ich glaube es ist so: ich reiße mir tagtäglich den Arsch auf, ärgere mich mit zu wenig und minderwertigem Arbeitsmaterial und viel zu wenig Personal rum und werde gefühlt einfach vergessen. Ich will keinen Bonus. Ich will - wie vermutlich viele - nur mal ein "gut, was Sie da leisten, Hochachtung!".
Und natürlich mehr Kollegen und bessere Ausstattung. Ein Arzt und drei Pflegende für acht Patienten, von denen sechs beatmet auf dem Bauch liegend, alle schlecht. Ein Sonogerät auf dem noch Virchow gelernt hat. Und zu wenig FFP3 Masken sodass es nur eine für die ganze Schicht gibt. Und, und, und.

Abgesehen davon hätten auch viele, viele andere Berufsgruppen ein dickes fettes Dankeschön für ihren aktuellen Einsatz verdient. Aber statt dessen werden gerade die bedacht die nun wirklich nichts auszustehen haben (absolut gesehen).

Deine Argumente kann ich sehr gut nachvollziehen und würde dem zustimmen.

Problem: Wir leben im Kapitalismus, da wirst mit Geld entlohnt. Ein Danke wirst höchstens von Patienten oder Angehörigen hören. Das Krankenhaus soll Profit machen und daher wird versucht so wenig Ausgaben zu haben wie möglich. Da wird sich leider nichts ändern.

tarumo
03.12.2020, 21:46
Was ist daran dämlich? Ist nicht der schlechteste Plan sich niederzulassen um Geld zu verdienen.

Der Plan ist so genial, daß die Länderregierungen nun schon mit 250.000 EUR Geldstrafe nachhelfen müssen, damit sich jemand niederlässt. Natürlich geht es auch immer um eine Einzelfallbetrachtung.

freak1
03.12.2020, 21:47
Das will ich sehen, wie sie die Stellen mit Beamten besetzen. Das Klischee wäre ja, dass die sich alle in null-komma-nix da für Krankschreiben lassen.

Matzexc1
03.12.2020, 21:52
Das will ich sehen, wie sie die Stellen mit Beamten besetzen. Das Klischee wäre ja, dass die sich alle in null-komma-nix da für Krankschreiben lassen.

Eher wird erstmal eine Dienstanweisung in 3facher Ausfertigung geschrieben, bemängelt das diese nicht genug inkludiert, dann das ganze im Aktenschrank abgelegt(der Windows 95 PC ist gerade wieder beim ITler) und nach ellenlangen Debatten wird entschieden einen Arbeitskreis zu bilden der Vorschläge zur Rekrutierung von freiwilligen Impfhelfern sammelt.

Miss_H
03.12.2020, 21:54
Der Plan ist so genial, daß die Länderregierungen nun schon mit 250.000 EUR Geldstrafe nachhelfen müssen, damit sich jemand niederlässt. Natürlich geht es auch immer um eine Einzelfallbetrachtung.

Selbst in Großstädten gibt es mittlerweile einen Mangel. Wer sich aus Idealismus in der Pampa als Allgemeinmediziner niederlässt um den Menschen zu helfen, der wird natürlich nicht das große Geld machen.

tarumo
03.12.2020, 21:54
Problem: Wir leben im Kapitalismus, da wirst mit Geld entlohnt. Ein Danke wirst höchstens von Patienten oder Angehörigen hören. Das Krankenhaus soll Profit machen und daher wird versucht so wenig Ausgaben zu haben wie möglich. Da wird sich leider nichts ändern.

Möglichst wenig Geld fürs Personal auszugeben versucht jeder Arbeitgeber, egal ob Investmentbank, Autofabrik oder Ministerium. Dummerweise gibt es aber welche, die der Ansicht sind, gute MA nur mit viel Geld halten zu können, AN, die sich ihre gute Bezahlung einfach erstreiken, wie Fluglotsen, oder Instanzen, die gleich selbst für ihre Bezahlung verantwortlich sind, wie der Bundestag und die anderen Parlamente.

Aber mit einer solchen Schicksalsergebenheit wird sich im Krankenhaus in der Tat nichts ändern. "kann man nicht ändern" "isso""leider".
Die "sozialen und gerechten" gesetzlichen Krakenkassen und das Ministerium genehmigen sich dann von den eingesparten Geldern dann wieder eine fette Gehaltserhöhung.