Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Corona-Prämie für Ärzte!?
Rhiannon
10.12.2020, 17:01
Das ist doch das Lächerliche daran. Ein Bekannter von mir (öffentlicher Dienst im Bundesamt, Home-Office seit Corona) bekommt 500€ Corona-Prämie dafür, dass er während Corona arbeitet (!?). Und meint noch es wäre wenig. Wir als Ärzte sollten endlich mit diesem "wir bekommen sowieso schon zu viel" und "wir machen das doch nur aus Nächstenliebe" aufhören; wenn wir nämlich nicht für unsere Rechte einstehen, macht es sonst niemand.
Jep, mein Mann bekommt als Beamter beim Bund auch einen Bonus. Für die „Härten im HomeOffice“, in dem er viel weniger gearbeitet hat als je im Büro, weil einfach viel wegen Datenschutz nicht von zuhause möglich war. Seine einzige Härte war die Kinderbetreuung und das war jetzt mit einem 8jährigen auch keine riesige Belastung.
Er kann allerdings auch nicht verstehen, warum bei uns nichts in der Richtung geht.
Bei uns im KH wird seit Wochen diskutiert, wer wieviel Pflegebonus kriegen soll. Ausgezahlt wohl bisher nix.
Ich hatte sowas mal vorgeschlagen. Von Seiten der Assistentensprecher wurde dann gesagt , das werde man auf keinen Fall vorschlagen , da sowas nicht dem Berufsethos entspreche. Es sei ausserdem dreist sowas zu verlangen, wenn doch viele andere gar kein Geld mehr verdienen etc.....:-?
LOL... Leider ist unsere Branche voll mit gestörten Menschen mit Helfer-Syndrom.
Thomas24
10.12.2020, 18:46
Ich hatte sowas mal vorgeschlagen. Von Seiten der Assistentensprecher wurde dann gesagt , das werde man auf keinen Fall vorschlagen , da sowas nicht dem Berufsethos entspreche. Es sei ausserdem dreist sowas zu verlangen, wenn doch viele andere gar kein Geld mehr verdienen etc.....:-?
Jahrzehnte der Indoktrination gehen halt nicht spurlos vorbei...:-oopss
ehem-user-15-12-2020-1454
10.12.2020, 19:51
Jahrzehnte der Indoktrination gehen halt nicht spurlos vorbei...:-oopss
Bei mir ist durch das Studium eher das Gegenteil passiert: Nämlich dass man egoistischer werden solle und es durchaus was bringt, seine eigenen Interessen zu vertreten, wie das in anderen Berufen ja auch erfolgt. Kenne persönlich auch keine Kollegen die wie oben geschildert einen Bonus als umethisch abtun würden. Bin auch froh nicht solche Helfersyndrom-Kollegen zu haben, die sich den ganzen Tag selbst bemitleiden.
Warum sollte so eine Prämie "unethisch" sein? Im Gesundheitswesen geht viel Geld für ganz andere Dinge verloren - wie sinnlose Bürokratie. Die durch die Pandemie ja noch weiter aufgebläht wurde.
Ich würde sagen man nimmt mit was man kriegen kann. Denn Geld oder Gehalt beziehen sich nicht auf soziale, sondern auf Marktnormen.
ehem-user-15-12-2020-1454
10.12.2020, 21:48
Warum sollte so eine Prämie "unethisch" sein?
Das frage ich mich auch. Es scheint aber wie hier zu lesen Assistenzärzte zu geben, die das so sehen.
Ich gönne Jedem den Bonus. Auch Leuten in Verwaltungen. Ich gönne es auch allen Ärzten, selbst denen ohne Patientenkontakt
Ich hatte sowas mal vorgeschlagen. Von Seiten der Assistentensprecher wurde dann gesagt , das werde man auf keinen Fall vorschlagen , da sowas nicht dem Berufsethos entspreche. Es sei ausserdem dreist sowas zu verlangen, wenn doch viele andere gar kein Geld mehr verdienen etc.....:-?
Na ja, das Geld ist ja nicht weg, es hat dann bloß jemand anderes, z.B. die Krankenkassen oder Bundestagsverwaltung in ihrem homeoffice. Kommen diese "Kollegen" auch ohne Gehalt aus? Wo das doch so viel ist? Die Kliniken machen ja Verluste...Unethisch? Wobei die Berufsordnung sogar untersagt, Leistungen zu verschenken.
Das Gefährliche an so einer Strategie ist, daß es eben an höherer Stelle registriert wird, und dann kommen später eben so existenzgefährdende Sachen raus wie Quartalspauschalen von 12 EUR (die ja auch auf 10 EUR abgesenkt werden könnten, es hat ja keiner protestiert... Oder 8 EUR?).
In jedem Fall empfehlen sich diese "Kollegoiden" Typ Lehreraktentaschenhinterhertrager für eine Karriere in der "Schnittchenesserebene" in der Gesundheitsbürokratie , wo man dann ganz unbescheiden, mit viel "Ethik" und ohne lästigen Patientenkontakt zum Multimillionär werden kann, wie es Henke, Spahn und noch ein paar andere Hanseln ja vormachen.
Im übrigen kann man evt. zuviel auf dem Konto befindliches Geld jederzeit an eine wohltätige Einrichtung spenden- die freuen sich gerade in diesen Zeiten über jede Zuwendung.
"Wenn jemand mit Ethik kommt, weiß ich, daß er meine Rechnung nicht bezahlen will" (R. Virchow)
Jahrzehnte der Indoktrination gehen halt nicht spurlos vorbei...:-oopss
So siehts aus. Ich kann diese Denkweise auch null nachvollziehen. Zum :-wand
Für mich ist der Job ein Job und keine Berufung. Und wenn ich meine Arbeitszeit auf einer Coronaintensivstation verbringe unter der ganzen Schutzausrüstung und (trotzdem) einer größeren Gefahr ausgesetzt bin als der Normal-Otto, finde ich es nicht verkehrt das wenigstens monetär ein wenig aufzufangen. Aber ja, Helfersyndrom lässt grüßen.
Jahrzehnte der Indoktrination gehen halt nicht spurlos vorbei...:-oopss
Der Witz ist ja, daß die eine Seite der "Indoktrinierer" selbst jahrelang wie die Made im Speck gelebt hat bzw. das noch tut, also mehrere Generationen Kassenärzte bis in die 1980er Jahre, Chefärzteeminenzen mit ihren lukrativen "Altverträgen" oder die "Schnittchenesserebene" , wo man es auch ganz ohne Patientenkontakt zum Millionär bringen kann (Spahn, MB-Henke usw.)
Und wer sich von der "Gegenseite" (Kassen usw.) beeinflussen läßt, ist ja schon ziemlich neben der Spur. Ich kann mich auf jeden Fall nicht erinnern, daß der Verband der Kfz-Versicherer jemals die Meisterlöhne im Werkstattwesen beklagt hätte...
Als ob die das ernsthaft so sehen. Das ist doch eher Selbstdarstellung. Die haben keinen Bock sich Mühe zu geben für etwas, das sehr wahrscheinlich scheitert und sich danach die Lästereien von irgendwelchen anderen Dullies anzuhören.
pashtunwali
12.12.2020, 11:25
Bei uns bekommt die Pflege einen Bonus, die Corona Patienten betreut, zwischen 250 und 500 Euro.
Ärzte kein Bonus.
bei uns genauso. und die verwaltung bekommt auch ne prämie für im büro sitzen und die katastrophal zustände im krankenhaus nicht zu klären... die corona docs bekommen nix.
pashtunwali
12.12.2020, 11:32
am anfang wollten die reinigungskräfte übrigens nicht die corona station betreten und es gab streit wer auf die station muss....dann hiess es: wer die covid station reinigt bekommt mehr kohle...und dann gabs plötzlich streit wer alles auf station will :D
Thomas24
12.12.2020, 12:59
am anfang wollten die reinigungskräfte übrigens nicht die corona station betreten und es gab streit wer auf die station muss....dann hiess es: wer die covid station reinigt bekommt mehr kohle...und dann gabs plötzlich streit wer alles auf station will :D
Das ist ja nicht unbedingt dem Arbeitseifer geschuldet- für Menschen im Niedriglohnsektor, Alleinerziehende etc. ist Kohle nun mal eine knappere Ressource als bei den Bessersituierten in den schön sanierten Altbauvierteln mit dem Fischgrätenparkett. Und die Reinigungskräfte können etwas extra Kohle so kurz vor Weihnachten nun wirklich gebrauchen.
GelbeKlamotten
12.12.2020, 13:13
Das ist ja nicht unbedingt dem Arbeitseifer geschuldet- für Menschen im Niedriglohnsektor, Alleinerziehende etc. ist Kohle nun mal eine knappere Ressource als bei den Bessersituierten in den schön sanierten Altbauvierteln mit dem Fischgrätenparkett. Und die Reinigungskräfte können etwas extra Kohle so kurz vor Weihnachten nun wirklich gebrauchen.
Ich denke es ist für fast alle nur eine Frage des Geldes. Ich bin weder Niedriglohnarbeiterin, noch alleinerziehend. Trotzdem würde ich für entsprechende Bezahlung, die deutlich über meinem normalen Stundenlohn läge, den Covidbereich putzen. Leicht verdientes Geld bei meiner Meinung nach geringem Ansteckungsrisiko.
Ich gehöre auch zu den Glücklichen einer Corona-Prämie von 300 Euro ... Rehaklinik, während des Hauptlockdowns im Frühjahr hatten wir keine Patienten (trotzdem weiter gearbeitet) ... Klinik gehört zum Öffentlichen Dienst. Die Gewerkschaft hat das für alle Mitarbeiter erstritten, egal ob Pflege, Hauswirtschaft, Büro und natürlich auch für alle unserer Verwaltungsangestellen der DRV im Norden Deutschlands, die seit Corona nur noch tel. Auskünfte erteilt und sich ansonsten einigelt. Je niedriger Verdienst, umso höher die Prämie, 500 für die Reinigungskräfte und Küche, 400 für "Mittelschicht" und 300 für die Gutverdiener.
Fand des etwas makaber und hab da schon ein schlechtes Gewissen, da ich Kollegen habe, die mit Corona-Pat. arbeiten und nix kriegen, während wir hier "einfach so" das Geld bekommen. Andererseits war es auch hier so, dass jetzt nochmal direkt öffentlich drauf hingewiesen wurde, dass die Ärzte im Rahmen einer "Kann-Regelung" auch die Prämie bekommen ... für uns war sie initial nämlich nicht vorgesehen. Finde ich dann auch wiederum komisch ... Verwaltungspersonal ja, Ärzte nein
ehem-user-15-12-2020-1454
12.12.2020, 13:52
bei uns genauso. und die verwaltung bekommt auch ne prämie für im büro sitzen und die katastrophal zustände im krankenhaus nicht zu klären... die corona docs bekommen nix.
Warum sollte Ärzte denn auch einen Bonus bekommen?
Die wehren sich doch sowieso nicht und sagen zu allem ja und amen
bei uns genauso. und die verwaltung bekommt auch ne prämie für im büro sitzen und die katastrophal zustände im krankenhaus nicht zu klären... die corona docs bekommen nix.
Genau, die fordern es ja auch nicht ein. Und in der größten Pandemie der letzten Jahrzehnte eine der hauptleistungstragenden Gruppen von allgegenwärtigen Boni auszuschließen und ohne daß sie sich wehren, ist doch eine reife und bonuswürdige Leistung, oder?
ehem-user-15-12-2020-1454
12.12.2020, 17:07
Genau, die fordern es ja auch nicht ein. Und in der größten Pandemie der letzten Jahrezehnte eine der hauptleistungstragenden Gruppen von allgegenwärtigen Boni auszuschließen und ohne daß sie sich wehren, ist doch eine reife und bonuswürdige Leistung, oder?
Der Geschäftsführer hat definitiv alles richtig gemacht und sich seinen Bonus redlich verdient!
CrashStudios
13.12.2020, 10:52
Statt im Internet anonym zu lamentieren könnt ihr ja gerne zu eurer Verwaltung gehen und mal anfangen etwas zu fordern. Ich habe mich so oft mit meiner Klinik angelegt in dem Glauben, dass meine Kollegen mir den Rücken decken, während ich de facto alleine an der Tür vom Chef und Verwaltung geklopft hatte. Ich wurde schon ausgelacht als ich mich auf eine andere Stelle beworben hatte und außertariflich bezahlt werden wollte. Mittlerweile bin ich völlig desillusioniert ggü. meinen Kollegen und den Arbeitsbedingungen weswegen ich mit Hochdruck an meinen Exit aus der Medizin arbeite. Die mangelnde finanzielle Wertschätzung während der Covid-Krise ist nur ein weiteres Symptom einer verfehlten Gesundheitspolitik.
Matzexc1
13.12.2020, 11:20
Statt im Internet anonym zu lamentieren könnt ihr ja gerne zu eurer Verwaltung gehen und mal anfangen etwas zu fordern. Ich habe mich so oft mit meiner Klinik angelegt in dem Glauben, dass meine Kollegen mir den Rücken decken, während ich de facto alleine an der Tür vom Chef und Verwaltung geklopft hatte. Ich wurde schon ausgelacht als ich mich auf eine andere Stelle beworben hatte und außertariflich bezahlt werden wollte. Mittlerweile bin ich völlig desillusioniert ggü. meinen Kollegen und den Arbeitsbedingungen weswegen ich mit Hochdruck an meinen Exit aus der Medizin arbeite. .
Außertarifliche Bezahlung? Hab ich bisher noch nicht gehört, kann man das irgendwann machen?
Was kollegiale Rückendeckung angeht: Ich hab auch gelernt mich darauf nicht zu verlassen.
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