Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Endlich: nach der Landarztquote die Amtsarztquote
Relaxometrie
10.08.2026, 19:21
Auch ich habe die Landarztquote von Anfang an für falsch gehalten und hatte dabei immer das Wort "sittenwidrig" im Kopf, oder habe es sogar auch geschrieben. Ich finde es von denjenigen, die die Landarztquote erfunden haben, unfassbar widerlich, diese Quote anzubieten, denn jemand, der dringendst nur Medizin studieren möchte, ist an einem "Point of no return" angekommen und lässt sich durch fast nichts mehr vom Studium abhalten. Aber eben dieser junge Mensch KANN es gar nicht abschätzen, was es später bedeutet, Klinikstress ausgesetzt zu sein, in der Niederlassung den ätzenden KV-Regularien gehorchen zu müssen u.v.a.m.. Es ist sittenwidrig, Studienplätze nach Landarztquotenbedingungen anzubieten. Aber ich sehe das wie Nefazodon: diejenigen, die den Vertrag unterschrieben haben, waren volljährig, so dass ich eine Klage dagegen jetzt auch völlig daneben finde. Man hat den Studienplatz unter Einhaltung bestimmter Spielregeln bekommen und möchte die Spielregeln nachträglich ändern. Tja.........Pech gehabt wäre da meine Antwort als Richter, wenn die Gesetzeslage diese strenge Auslegung erlaubt.
Um mich mal selbst zu zitieren, das war im Jahr 2019.
Genau diese Wort (sittenwidrig) habe ich kürzlich auch in einer Diskussion über die Landarztquote benutzt.
Bzw. sollte ich es eher "Gespräch über die Landarztquote unter Kollegen und Oberärzten" nennen. Eine wirklich Diskussion war es gar nicht, weil wir uns alle einige waren, daß diese Verträge sittenwidrig sind.
Aber die Studenten-in-spe, die einen solchen Vertrag unterschreiben, sind erwachsene Menschen. Sie wissen zwar nicht, was sie (sich da an-) tun; aber sie sind ja geschäftsfähig :-nix
Schön dass hier mal wieder etwas los ist;)
Zu der Empörung über die Tatsache dass Menschen sich "früh" für einen langen Zeitraum festlegen:
Sanitätsoffiziere ( Bundeswehrärzte) verpflichten sich für 17 Jahre - meist direkt nach dem Abitur. Die dürfen sich weder aussuchen an welcher Uni sie studieren, noch welchen Facharzt sie wählen-> das wird nach dem Studium nach Bedarf und internen Ranking entschieden. Am häufigsten "dürfen" die übrigens den Allgemeinmediziner machen:).
Weiter werden die dann irgendwo zwischen Flensburg und Sonthofen eingesetzt, Abwechslung findet man dann an den Brennpunkten dieser Welt für mehrmonatige Auslandseinsätze. Die öffentliche Empörung darüber hält sich in Grenzen...
Zum konkreten Beispiel im Zeit-Artikel: der "kleine" Denis von dem berichtet wird ist heute 32 Jahre alt, hat also mit Mitte 20 den Vertrag unterschrieben.
Jetzt will er Chirurg werden nachdem er in Afrika ein Praktikum gemacht hat und ne Plattenosteosynthese machen durfte.
Chirurgie wird von ihm wie folgt beschrieben " Chirurgie ist wie ein Wunder, aber es funktioniert. Es ist absolut faszinierend"
Seine Erfahrungen in der Allgemeinmedizin fasst er mit " Zwei Minuten und das wars" zusammen. Schwierige Fälle seien direkt zum Facharzt überwiesen worden.
Der Artikel übernimmt eine krasse Verkürzung der Realität, völlig unkommentiert.
Ich verstehe die ganze Aufregung ehrlich gesagt nicht. Aus purem Altruismus wurde die Landarztquote sicher nicht eingeführt - das ist jedem Erwachsenen klar - vor allem wenn er kognitiv in der Lage ist das Medizinstudium erfolgreich abzuschließen
Relaxometrie
10.08.2026, 20:02
Jetzt habe ich den von Nefazodon verlinkten Artikel gelesen. Ich wusste zwar, dass die Studierenden der Landarztquote die Wahl zwischen Allgemeinmedizin, Innerer Medizin und Pädiatrie hatten. Was mir neu war, ist die Tatsache, dass nachträglich die Wahl für das Fach Pädiatrie wieder gestrichen worden ist. Das geht natürlich auch nicht.
Allerdings tut mir "Klein-Denis", der jetzt Chirurgie machen möchte, nicht leid. Denn Chirurgie stand von Anfang an nicht auf der Liste der möglichen Fächer. Der Fall beweist aber die These all derjenigen, die nur ein wenig nachdenken: ein Studienanwärter kann nicht wissen, ob ihm das, was die Landarztquote fordert, wirklich liegt und ob er unter den Zwängen, denen man unterliegt, viele Jahre lang arbeiten möchte. Soviel sollte einem auch als junger Mensch klar sein und deswegen sollte man solche Verträge eben weder anbieten (was die Bundesländer angeht), noch unterschreiben (was die Studienanwärter betrifft).
Die Landarztquote ist und bleibt auf jeden Fall ein Riesenmist und Beschi$$.
Die Landarztquote ist und bleibt auf jeden Fall ein Riesenmist und Beschi$$.
Aber warum denn Beschiß?! Das klingt ja als würde man in Russlands Afrikakorps dienen obwohl man eigentlich Arzt werden wollte.
Man bekommt wofür man unterschreibt - völlig ohne Zwang und total transparent.
Relaxometrie
10.08.2026, 21:40
Das stimmt. Beschi$$ ist nicht ganz das richtige Wort, stimmt. Als am längeren Hebel sitzend, sollten die Bundesländer, die den Mist anbieten, aber dringend darüber nachdenken, ob sie die Landarztquote wirklich weiterhin anbieten wollen. Begründet, warum ich das so sehe, habe ich ja weiter oben.
Aber ich sehe da schwarz, denn die Landarztquote wird ja von den Entscheidern für genau das Richtige und ganz toll befunden. Wie man so verpeilt sein kann :-nix
Das stimmt. Beschi$$ ist nicht ganz das richtige Wort, stimmt. Als am längeren Hebel sitzend, sollten die Bundesländer, die den Mist anbieten, aber dringend darüber nachdenken, ob sie die Landarztquote wirklich weiterhin anbieten wollen. Begründet, warum ich das so sehe, habe ich ja weiter oben.
Aber ich sehe da schwarz, denn die Landarztquote wird ja von den Entscheidern für genau das Richtige und ganz toll befunden. Wie man so verpeilt sein kann :-nix
Also ich verstehe mittlerweile dass du die Landarztquote ablehnst, ich verstehe aber nicht warum das "Mist" sein soll - vor allem aus Perspektive der Länder und der Steuerzahler welche ja die Studienplätze finanzieren. Die haben natürlich ein berechtigtes Interesse an mehr hausärztlich tätigen Ärzten und die Landarztquote ist ein Instrument, vielleicht nicht das beste und sicher nicht das einzige.
Kostenfreie Medizinstudiumplätze werden ja nicht angeboten um jeden eine tolles Studium und Famulaturen in Afrika zu ermöglichen sondern um Versorgung zu sichern.
Und gerade das im Artikel aufgezeigte Beispiel des "jungen und naiven Studenten" ist ja völlig daneben - der war zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses so alt wie manche WBA's alleine im Nachtdienst.
Jaaaaaa das war gestern ja echt ne mediale Bombe.
Nun, wir werden sehen, ob die Länder ihre Hausaufgaben gemacht haben, und die Verträge für die Landarztquote vor Gericht bestand haben. Ich bin gespannt, wie es ausgeht.Mega spannend! Denn wenn die Klagen erfolgreich sind, dann hat das ja riesige Konsequenzen für tausende über die Quote eingeschriebene und für den Fortbestand der Quote.
Und noch zum Thema, dass die Pädiatrie keine Option für die LAQ in NRW ist:
https://www.aekno.de/aerzte/rheinisches-aerzteblatt/ausgabe/artikel/2026/maerz-2026/landarztquote-mehr-bewerber-als-studienplaetze? (https://www.aekno.de/aerzte/rheinisches-aerzteblatt/ausgabe/artikel/2026/maerz-2026/landarztquote-mehr-bewerber-als-studienplaetze?utm_source=chatgpt.com)
https://recht.nrw.de/system/files/pdf/ministerial-journal/2025/04/30/bde0ad/darstellung-des-oeffentlichen-bedarfs-im-sinne-von.pdf
Kackbratze
13.08.2026, 11:03
Zu der Empörung über die Tatsache dass Menschen sich "früh" für einen langen Zeitraum festlegen:
Sanitätsoffiziere ( Bundeswehrärzte) verpflichten sich für 17 Jahre - meist direkt nach dem Abitur. Die dürfen sich weder aussuchen an welcher Uni sie studieren, noch welchen Facharzt sie wählen-> das wird nach dem Studium nach Bedarf und internen Ranking entschieden. Am häufigsten "dürfen" die übrigens den Allgemeinmediziner machen.
Weiter werden die dann irgendwo zwischen Flensburg und Sonthofen eingesetzt, Abwechslung findet man dann an den Brennpunkten dieser Welt für mehrmonatige Auslandseinsätze. Die öffentliche Empörung darüber hält sich in Grenzen...
Was daran liegt, dass Soldaten während des Studiums Sold bekommen, ihnen ihr "Arbeitsvertrag" im Gegensatz zu den Quotenstudenten schon vorher vorliegt UND sie vorher schon einen festen Arbeitgeber haben.
Die Landarztquote sorgt nur für den Studienplatz, keine Bezahlung während des Studiums und nach dem Studium hat man nicht automatisch einen höheren Rang im Krankenhaus mit höherem Sold, sondern fängt klein und artig unten in der Nahrungskette an um dann in einem minderversorgten Bereich soviel zu verdienen, wie es dort eben gibt.
Der Bundeswehrsoldat bekommt seinen festen Sold mit Zulagen. In Sonthofen, Oer-Erkenschwick, Berlin oder Mogadishu. Oder nach Versetzungsantrag eben in Jever. Der Landarzt kann keinen Versetzungsantrag stellen.
Kostenfreie Medizinstudiumplätze werden ja nicht angeboten um jeden eine tolles Studium und Famulaturen in Afrika zu ermöglichen sondern um Versorgung zu sichern.
Da ja alle Medizinstudienplätze kostenlos sind in Deutschland kann man mit dieser Argumentation die freie Fachwahl nach dem Studium komplett aushebeln und argumentieren, dass die Versorgungssicherheit an erster Stelle steht.
Und DU jetzt bitte ab sofort Urologe in Thüringen wirst. Hast ja kostenlos...äh umsonst....studiert.
Feuerblick
25.08.2026, 07:19
Naja, dafür weißt du in der Landarztquote aber zumindest, welchen konkreten Facharzt du machen kannst bzw. welche beiden (ehemals drei) Optionen dir sicher zur Verfügung stehen. Das weißt du bei der Bw halt nicht.
Ich gehe davon aus, dass diejenigen, die jetzt klagen, genau mit dieser Idee schon unterschrieben haben. „Mal sehen, ob das rechtlich überhaupt Bestand hat, wenn ich dagegen klage“. Jeder von uns unterschreibt Verträge, die lebensverändernd sind oder sein könnten. Mit den Folgen sollte man dann halt leben. Wer sein Denken also vor Jahren mal unsinnigerweise darauf eingeengt hat, unbedingt Medizin studieren zu müssen, obwohl er die Voraussetzungen nicht erfüllt (daran hätte man ja arbeiten können in der Schule, der NC und die Bedingungen sind nun wirklich bekannt), der muss damit leben, dass er sich jetzt einen Klotz ans Bein gebunden hat, den er so einfach nicht loswird.
Muss der Jungsoldat im Medizinstudium auch. Ja, er bekommt Schmerzensgeld dafür. Aber das ist auch schon alles… dafür muss er in den Auslandseinsatz, kann die Uni nicht frei wählen und muss sehen, welcher Facharzt am Ende für ihn rauskommt. Auch dieser Jungstudent hat halt Pech gehabt, wenn es nicht so läuft, wie er sich das erträumt hat.
Ich sehe die Verträge absolut nicht als sittenwidrig an. Die Bedingungen sind klar und die Vertragspartner alle volljährig.
Muss der Jungsoldat im Medizinstudium auch. Ja, er bekommt Schmerzensgeld dafür. Aber das ist auch schon alles… dafür muss er in den Auslandseinsatz, kann die Uni nicht frei wählen und muss sehen, welcher Facharzt am Ende für ihn rauskommt. Auch dieser Jungstudent hat halt Pech gehabt, wenn es nicht so läuft, wie er sich das erträumt hat.
Ich sehe die Verträge absolut nicht als sittenwidrig an. Die Bedingungen sind klar und die Vertragspartner alle volljährig.Das einzige, was die BW und die LAQ gemeinsam haben, ist, dass beide Verträge lange binden. Du verpflichtest dich aber nicht heute bei der BW, damit die im 15 Jahren entscheiden, ob und wie sie dich verwenden. Gegenstand des Vertrags ist ab sofort deine Tätigkeit als Soldat*in. Und in jedem Fall wird bei Soldat*innen der Einsatz, Dienstort usw. bestimmt, das ist keine besondere Handhabe bei Soldat*innen, die Medizin studieren. Außerdem gibt es keine random Vertragsstrafen beim vorzeitigen Ausscheiden. Die Rückforderungen von Ausbildungskosten o. ä. sind mit einer Vertragsstrafe nicht vergleichbar.
In der LAQ verpflichtest dich für eine berufliche Situation, die erst in 15 Jahren nach Vertragsunterzeichnung eintritt und deren konkrete Ausgestaltung sich aus einer zukünftigen Bedarfsplanung ergibt. Der Deal der LAQ ist Studienplatz gegen 15-20 Jahre Berufstätigkeit. Meiner Meinung nach von vornherein unverhältnismäßig und gemein, weil der Deal primär eine vulnerable Personengruppe anlockt. Das Land nutzt den Mangel an Studienplätzen aus, um die Leute in Arbeitsplätze zu zwingen, die sonst niemand übernimmt, statt vernünftige Anreize zu schaffen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, das Art und Dauer des Vertrags sowie Höhe der Vertragsstrafe rechtlich fragwürdig sind. Das Land kann auch nicht einen Studienplatz für Geld verkaufen, der vorher schon da war und keine Mehrkosten verursacht.
Die Länder scheinen sich ihrer Sache aber sicher zu sein? Die schließen ja fleißig weiter Verträge ab.
Relaxometrie
28.08.2026, 19:21
In der LAQ verpflichtest dich für eine berufliche Situation, die erst in 15 Jahren nach Vertragsunterzeichnung eintritt
Warum nach 15 Jahren? Wenn alles in Mindeszeit absolviert wird, also das Studium in 6 und die Facharztausbildung in 5 Jahren, wären es 11 Jahre.
Der Deal der LAQ ist Studienplatz gegen 15-20 Jahre Berufstätigkeit. Meiner Meinung nach von vornherein unverhältnismäßig und gemein, weil der Deal primär eine vulnerable Personengruppe anlockt.
Ja, das sehe ich genauso. Die Personen, die absolut NUR Medizin studieren wollen und sonst keine Ideen für andere Ausbildungen haben, werden da in eine Sache hineingezogen, die sie gar nicht verstehen können. Ja, sie sind volljährig, wenn sie den Vertrag für die Landarztquote unterschreiben, aber dennoch: ich finde die Verträge unseriös von denjenigen, die sie anbieten.
Kackbratze
06.09.2026, 00:21
weil der Deal primär eine vulnerable Personengruppe anlockt.
Mit der Argumentation kannst Du gleich Alles verbieten, es trifft immer irgendeinen vulnerablen Menschen. Sei es beim Handy, beim Kredit oder bei der Heirat.
Es ist ja nicht so, dass man den Landarzt-Platz automatisch bekommt. Da gibt es auch Vorgaben, Noten oder Praktika die gefordert sind. Einfach mal durchlesen, was da gefordert wird. Das Argument "ich wusste nicht was ich tat, es ist einfach so passiert, weil ich das unbedingt wollte" ist ein bischen schwach, weil diese Verträge ja nicht einfach in den Postfächern aller Abiturienten liegen. Das ist meine Ansicht zu dem Thema.
Am 6.10. sind wohl die ersten Verhandlungen geplant.
Relaxometrie
06.09.2026, 11:45
Warum nach 15 Jahren? Wenn alles in Mindeszeit absolviert wird, also das Studium in 6 und die Facharztausbildung in 5 Jahren, wären es 11 Jahre.
Die Frage ist schon ernst gemeint. Wo liegt mein Denkfehler?
Duke Nukem
06.09.2026, 16:09
Die Frage ist schon ernst gemeint. Wo liegt mein Denkfehler?
Du kannst ja nicht davon ausgehen, dass wirklich alles in Minimalzeit abgeschlossen wird. Wenn man eine Gruppe Leute ins Medizinstudium schleust, die entweder weniger Fähigkeit mitbringen oder weniger Motivation hatten, sich gute Noten in der Schule zu erarbeiten, dann kann man nicht davon ausgehen, dass die lernen ohne Ende, sobald sie im Medizinstudium ankommen und danach arbeiten wie die Bienen, um eine FA-Weiterbildung in Minimalzeit abzuschliessen.
Abgesehen davon:
"vulnerable Personengruppe"
Ja, das sehe ich genauso. Die Personen, die absolut NUR Medizin studieren wollen und sonst keine Ideen für andere Ausbildungen haben, werden da in eine Sache hineingezogen, die sie gar nicht verstehen können. Ja, sie sind volljährig, wenn sie den Vertrag für die Landarztquote unterschreiben, aber dennoch: ich finde die Verträge unseriös von denjenigen, die sie anbieten.
Jede Art von beruflicher Entscheidung in dem Alter hat entsprechende Konsequenzen. Wenn Du damals z.B. Pferdewissenschaften statt Medizin studiert hättest, dann wäre Dein Leben jetzt auch ein ganz anderes und die Entscheidung hast Du damals getroffen. Unseriös finde ich, wenn man jungen Menschen versucht, Abschlüsse zu verkaufen, die nichts wert sind, genau so wie wir schon so viele scams mit alternativem Medizinstudium gesehen haben. Mit der LAQ wirst Du dagegen echter Arzt, das kostet Dich nicht mal was extra und wenn Du wirklich gar nicht aufs Land willst, dann kannst Du Dich rauskaufen, nachdem Du das kostenlose Studium genossen hast und eine FA-Weiterbildung hast, auf deren Rücken sich jede Vertragsstrafe und Kredit bequem abarbeiten lässt. Man kann also die LAQ wie einen Studiumskredit sehen.
Choranaptyxis
06.09.2026, 17:52
Ich oute mich mal als jmd, der offensichtlich unbewusst zur "vulnerablen" Gruppe gezählt hat. Hatte das Angebot in Ungarn Medizin zu studieren und danach Hausarzt in Sachsen zu werden (Weiterbildung hätte man irgendwo machen können, nur 5? Jahre als FA dann in Sachsen außerhalb der 3 großen Städte). Habe mich dagegen entschieden, weil ich nicht wusste, ob ich mich auf Allgemeinmedizin festlegen möchte. Klar war auch, wenn ich in ~12 Jahren erstmal 5 Jahre in Sachsen arbeite, wird es mit Familie etc. auch halbwegs sesshaft werden, also eine noch größere Entscheidung.
Deswegen habe ich mich dagegen entschieden. Konnte dann woanders auch studieren, aber habe gemerkt, dass mein "Traum" Grenzen hat und ich denke, den Gedanken kann man erwarten, wenn man das Angebot annimmt.
Duke Nukem
06.09.2026, 18:05
Ich oute mich mal als jmd, der offensichtlich unbewusst zur "vulnerablen" Gruppe gezählt hat. Hatte das Angebot in Ungarn Medizin zu studieren und danach Hausarzt in Sachsen zu werden (Weiterbildung hätte man irgendwo machen können, nur 5? Jahre als FA dann in Sachsen außerhalb der 3 großen Städte). Habe mich dagegen entschieden, weil ich nicht wusste, ob ich mich auf Allgemeinmedizin festlegen möchte. Klar war auch, wenn ich in ~12 Jahren erstmal 5 Jahre in Sachsen arbeite, wird es mit Familie etc. auch halbwegs sesshaft werden, also eine noch größere Entscheidung.
Deswegen habe ich mich dagegen entschieden. Konnte dann woanders auch studieren, aber habe gemerkt, dass mein "Traum" Grenzen hat und ich denke, den Gedanken kann man erwarten, wenn man das Angebot annimmt.
Im Prinzip genau meine Überlegung: Einerseits wird da behauptet, dass man Menschen keine Entscheidung über ihr eigenes Leben über so lange Zeit aufzwingen darf. Auf der anderen Seite sollen genau dieselben Menschen wenige Jahre später dann Entscheidungen Entscheidungen über das Leben anderer Menschen treffen können. Für mich passt das nicht.
Relaxometrie
06.09.2026, 20:25
Mein Punkt, warum ich gegen die LAQ bin, ist nicht der, dass jungen ahnungslosen Menschen der Studienplatz aufgezwungen wird. Als aufgezwungen sehe ich es gar nicht. Aber sie KÖNNEN einfach nicht absehen, wie mies das ambulante Arbeiten in möglicherweise eigener Praxis ist und ob dieses Arbeiten überhaupt zu ihnen passt. Diese ganzen Zwänge mit der KV/ Regressrisiko.......das wissen sie entweder nicht, oder sehen es als so weit in der Zukunft an, dass sie denken, es würde sie ja erstmal nichts angehen.
Statt LAQ müssen die Bedingungen für die Niederlassung so verbessert werden, dass man einfach wieder Lust auf Niederlassung hat. Aber das ist wahrscheinlich zu viel verlangt und wird von der Politik halt anders gesehen.
Relaxometrie
06.09.2026, 20:27
Du kannst ja nicht davon ausgehen, dass wirklich alles in Minimalzeit abgeschlossen wird. Wenn man eine Gruppe Leute ins Medizinstudium schleust, die entweder weniger Fähigkeit mitbringen oder weniger Motivation hatten, sich gute Noten in der Schule zu erarbeiten, dann kann man nicht davon ausgehen, dass die lernen ohne Ende, sobald sie im Medizinstudium ankommen und danach arbeiten wie die Bienen, um eine FA-Weiterbildung in Minimalzeit abzuschliessen.
Das stimmt. Aber Dooly hatte das mit den 15 Jahren so geschrieben, als ob es eine unveränderliche/ unverhandelbare Zeitdauer wäre. Dass nicht immer jeder Student/ Weiterbildungsassistent alles in Mindeszeit erledigt, ist klar.
Duke Nukem
06.09.2026, 20:37
Mein Punkt, warum ich gegen die LAQ bin, ist nicht der, dass jungen ahnungslosen Menschen der Studienplatz aufgezwungen wird. Als aufgezwungen sehe ich es gar nicht. Aber sie KÖNNEN einfach nicht absehen, wie mies das ambulante Arbeiten in möglicherweise eigener Praxis ist und ob dieses Arbeiten überhaupt zu ihnen passt. Diese ganzen Zwänge mit der KV/ Regressrisiko.......das wissen sie entweder nicht, oder sehen es als so weit in der Zukunft an, dass sie denken, es würde sie ja erstmal nichts angehen.
Statt LAQ müssen die Bedingungen für die Niederlassung so verbessert werden, dass man einfach wieder Lust auf Niederlassung hat. Aber das ist wahrscheinlich zu viel verlangt und wird von der Politik halt anders gesehen.
Aber das sind doch Normalitäten? Soll denn jeder, der Biologie oder Germanistik studiert und leider keinen job gefunden hat, auch was geschenkt bekommen mit der Erklärung, er hätte ja mit 18 gar keine Vorstellung haben können, wie hart der Job Markt mit der Entscheidung mal sein wird?
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